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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-12 · Heft 2384 (12.10.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2384 (12.10.1925)
Date
1925-10-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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«nensr Morgenzeituns 1®. OAsber 1VL« ta. £384 Sie Probleme der zionistischen Bewegung. Mehr LandespoliM. ' Kon Dr. Maximilian -orowitz. Go fondechar dieser Rutf heute Mnigen mag, wo von «ancher Sette gegen die Parteileitung Sturm gdlaiufen wird, weil sie «migMch über der LandesPoiWk die reine Palästina« aribett vernachlässigt, so mutz er doch gerade jetzt in die OeMnt« ttchkett ge,schleudert werden, denn er ist aus der Not des Tages geboren. EL genügt nicht mchr, sich bei der Verteidigivng der LandeSpMtA immerwährend nur hinter den Beschlüssen des 12. ZionijstenSangvesseS zu verschanzen, wenn man dabei doch den Gegnern stets von neuem — vielleicht mchr unbewußt als bewußt — stillschweigend Konzessionen macht und vor ihnen schrittweise Mickweicht, indem die leitenden Stellen der Par« bei die Geschäfte der LandespolM in steigendem Maße ver« nachlässigen und die zu ihrer BeriDgu-ng stehenden Organe verWmmern lassen. Mit theoretischen Rechtfertigungsversuchen ist nichts getan, wv praktische, positive Arbeit mchr denn je ein Gebot des Tages ist. Die Erßchrung hat uns gezeigt, daß in dieser Zeit der schwersten wirtschaftlichen Bedrängnis, die wir in Oesterreich gegenwärtig durchzumachen hckben, und die gerade den jüdischen Mitelstand, besonders die Kaufmannschaft, mit aller Wucht ge« troffen hat, der Weg zum Herzen unserer jüdischen Mitbürger, fs ihren Gefühlen und Idealen, versperrt ist, wenn wir zu ihnen sommen, um an ihr nationales Pflichöbewußtsein zu appellieren und von ihnen zu verlangen, ihren Teil zum Palä« stinaansibau beizutragen. Die mchr oder weniger eingestandenen Mißerfolge bei den verschiedenen Keren-Hajessöd-Aktionen, beim EchÄeSdertaus, bei der Einziehung der Parteisteuer, lagen hiesür beredtes Zeugnis ab. Die drückenden Sorgen des Tages Kegen eben jedermann näher als das Ideal der Zukunft. Bevor man dccher mit Erfolg daran gchen kann, dieses Ideal zu wecken, für dasselbe zu begeistern, muß man der schweren wirtschaftlichen Not der Leute, die für ein höheres, ferneres Ziel'gewonnen werden sollen, Interesse entgegenbringen, muß chre Sorgen zu teilen versuchen, sie ihnen cktyunchmen trachten. Gewaltige Amgaben harren unserer heute aus diesem Gebiete; find wir nicht zu ihrer restlosen Erfüllung bereit, so schädigen wir damit nicht nur die reine Palästinaarbeit, wir lausen auch Gefahr, jeden politischen, geistigen und moralischen Einfluß aus die jüdische Einwohmlschaft dieses Landes zu verlieren. Wie oft bekamen wir schon bei unserer Werbearbeit für den Keren Hajessod zu Horen: Was haben die Zionisten bisher für uns geleistet, inwiefern ist die zionistische Partei der Wischen Bevölkerung Wiens in ihrem schweren wirtschaftlichen Existenzkampf beigestanden? Und tatsächlich müssen wir die traurige Beachtung machen, daß die unteren Schichten der Wischen Kachleute und Gewerbetreibenden in wachsender Zahl in das Lager der Sotzialdemvkratie übergehen, von welcher sie sich eine regere Förderung Hrer Interessen erhoffen, während die wohlhabenden Kreise, die sich nicht, so wie es manche naive Gegner der LandespolM wohl gerne sehen möchten, zu den SrgiaDemokraten aAommandieren lassen, sich nach anderen, bürgerlichen Vertretern mnMchaNen beginnen. Denn der Platz, den wir nicht ansftillen können oder wollen, wird nicht leer bleiben, und kein jüdischer Wähler wird sich mit dem Gedanken befreunden, einer Partei Ideologie zuliebe oaisf die chm verfassungsrechtlich gewährleistete politische Vetätigungsmvglichkeit ganz oder teilweise zu verzichten. Und so muß denn die EnÄvicklnng wieder notgedrungen dahin führen, daß die haMe-rmoderten Neste einstiger judenliberaler AssimilantenherrlichLeit, die bürgerlich-demokratische, die bürgerliche Arbeitspartei oder unter welchem Namen sonst sie ihr kümmerliches Dasein fristen mögen, wieder zu neuem Leben erwachen und eine fröhliche Auserstchnny feiern werden. Gerade jetzt, unmittelbar nach dem Kongreß, machen sich in Wien bedrohliche Anzeichen dafür geltend, daß diese Hydra der AssimÄation wieder ihr Haupt zu erheben beginnt. Hat die Assimilation aber erst einmal auf politischem Gebiete bei der Wiener Jndenschast wieder fasten Fuß gefaßt, dann wird es nicht allzu lange dauern, bis sie auch in kultureller Beziehung wieder die Herrschaft über die Geister erlangt. Damit ist aber das so mühsam geweckte Interesse der Wiener Juden für Palästina auifs Schwerste gefährdet; denn das bedarf wöhl keiner näheren Auseinandersetzung mchr, auf wie schwachen Grundlagen eine Palästinaliebe ohne ein stark entwickeltes jüdisches NationaOewußtsein ruht. Darin liegt also die große Geftchr, welche der reinen Palästinaarbeit aus der Vernachlässigung der Lanldespolitik erwachsen kann. Eine Ausschaltung der- Men bedeutet freilich eine Entlastung für die Partei,' die Führer werben ihre Köpfe ftei haben — aber dafür keine Menschen, die ihnen Gösolgschast leisten würden. Die. vorstehenden AuMhruugen sollen nun keineswegs dahm aufgssaßt werden, als würde gegen die bisherige Tätigkeit unserer Mandatare in den politischen Vertretungskörpern eht Vorwurf erhöben werden. Kein billig Denkender wird ihnen die Anerkennung vertagen, und chre Verdienste sind «n so höher, einzuschätzen, als sie bei ihrer Arbeit des Rückhaltes an einer starken parteipolitischen Organisation entbehren, von Welcher sie Richtlinien empfangen könnten und die ihnen die Wünsche der Wählerschaft vermitteln würde. Nach Beendigung der letzten politischen Wahlen ist die so vielversprechende Wische Gemeinschaft in alle Winde verflogen, und damit hängen die jüdischen Mandatare gewissermaßen in der Luft; der von ihnen geschussene Klnlb vermag.selbswerftändlich den fehlenden Parteikövper nicht im Entferntesten zu ersetzen. Hier nun hätte die zionistische Partei Oesterreichs gerade im gegenwärtigen Zeitlpnn'kte eine wichtige Funktion zu erfüllen, und zwar nicht nur die Leitung, sondern auch die unteren Parteiinstanzen. Sie hätte den Kontakt zwischen der jüdischen Bevölkerung iwte ihren Mandataren herzustellen und anfrrchtzuechälten, sie hätte in offizieller Eigeitschaft sich mit der bedrängten wirtschaftlichen Lage der Wiener Judenschaft Ml befassen, sie hätte auf Mittel und Wege zu sinnen, wie dM schwer gefährdeten mittleren Mischen Kaufmanns, und Ge« weNbeistand anchuhchey fei. Sie hätte ferner im Wege von Doliksversammlungen und Engneten die konkreten Wünsche der Wischen BevöAevnug zu erfragen und den gewählten Vertretern die entsprechenden Instruktionen zu erteilen. Und gerade die in der letzten Zeit eingettetene ungemeine Verschärfung der Krise verlangt eine ech-ihte Tätigkeit auf diesem Gebiet«, ein rasches Eingreifen, und verlacht daher dem Ruse nach Intensivierung der LandespolM gewiß eine größere Akutalität als im theoretischen Argumentationen ihrer Gagner. Und bei dieser Wiederaufnahme einer aktiven Äandespoilitik muß man endlich einmal auch die Scheu vor einem einheitlichen Wirtschaftsprogramm äblegen. Bon,dem ängstlichen Bestreben ge« leitet, nach keiner Seite hin Abstoß zu erregen, mit keinerlei Interessen fn Widerspruch zu geraten, fehlt unserer Wi-vtschhD- Pol-itik jede feste Grundlage,.weshalb sie auch nach keiner Rich« tung hin voll zu befriedigen wird keinerlei greifbare Resultate zu erzielen vermag. Wir müssen unS daher endgültig dazu entschließen, den speziellen wirtschaftlichen Bedürfnissen jener Kreise Rechnung zu tragen, aus welchen sich die Mchcheit unserer Wählerschaft zusammonsetzt, um diese voll zu gewinnen und dauernd an uns zu Men, wobei MS zudem noch immer die Berufung aus das demokratische MajoritätSprinzip oßftnsteht. Die sogenannten Gefahren der LandespolitA sind keineswegs in ihrem Wesen solbst begründet, sondern können höchstens i-n der Person der Führer liegen. Änd hier kann Polen allen Ga-luchländern mit jüdischer MassensÄdlung zum Vorbild dienen: LandespccktÄ und reine Palästinaarbeit vereinigen sich dort in den besten polttischen Köpfen der Judenschaft, und so ergab es sich auch, daß die hervorragendsten Kongreßdelegierten aus diesem Lande gleichzeitig auch dem polnischen Sejm als Deputierte oder Seuatvren angchövben. Andererseits muß aber immer wieder betont, werden, daß die LandespolM, nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck betrachtet, stets das festeste Bindeglied'zwischen den Wischen AlltqgsbSdünsnissen und den nationalen Zukmistshoffniungen unseres Volkes biDen wird. Und in ganz besonders hohem Maße gilt dieser Satz für Zeiten größer Politischer und wirtschaftlicher Bedrängnis, wie gerade heutzutage in Ocherreich, wo nur rastlose Arbeit für das graue Heute Anrecht verleiht, von der Iudenschaft Opfer für ein ideales Morgen zu verlangen. Die Aufgaben, welche die Landespolitik im gegenwärtigen AugenMck an uns stellt, sind, wie gesagt, groß und bedeutungsvoll, und es gchören gewaltige Energien dazu, um allen chren Anforderungen gerecht zu werden. Darum erscheint es doppelt bedenklich, daß gerade jetzt, wo wir unsere Anstrengungen auf diesem Gebiete bis in die auß^sten Grenzen anspannen sollten, unser Arbeitswille unter der Einwirkung einer gegnerischen Agitation, welche zumindest als unüberlegt bezeichnet werden muß, mtfo unter dem Einfluß der. inneren Kämpfe in der zionistischen Landesovganisation zu erschlaffen droht. Unser ganzes Prestige bei der jüdischen Wählerschaft kann heute auf dem Spiel stehen. Mehr Landespolitiik ist daher da'S Gebot der Stunde. Mögen -hiedurch auch zunächst einige Kräfte scheinbar der reinen Palästinaarbeit entzogen werden, in einer hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft müssen doch die Früchte der landespolitischen Arbeit dom Palästiuagedanfen in Oester reich zugute kommen. Bon Rabbiner Dr. Emil Levh (Berlin V Die .Mener Morgenzeitung" hat den Kampf um die Lehr-frei heit an der hebräischen Universität in Jerusalem, welche durch einige Bös Misst des Universitätskuratoriums bedroht war, begonnen. Anr 14. Zionistenkongreß hat Ober ban-rat Robert Stricker diesen Kampf fortgesetzt und der Kongreß hat für die Lehrfr ei heit entschieden. Während bisher nur die Stimmen freilzeitlich gesinnter Politiker zu hören waren, ergreift nunmehr in der Berliner jüdischen Rundschau" ein konservativer Rab b i n e r das Wort zum Gegenstände. Wir bringen nachstcheud diese hochbedeutscM>e.n Ausführungen . im Wortlaut: Auf dem diesjährigen Aionistenkongreß wurde unter Ablehnung eines misrachistischen Amendements das Prinzip der unbedingten Lehrfreiheit an der Universität Jerusalem zum Beschluß er hoben. Dieser Beschluß wird nicht verfehlen, im orthodoxen Lager heftigen Widerspruch zu erwecken. Ich möchte als konservativ gerichteter Rabbiner erklären, daß ich den Beschluß des Kongresses wohl aus praktischen wie theoretischen Erwägungen als den einzig möglichen anerkenne. In meiner Darlegung beschränke ich mich aus das wohl zumeist umstrittene Problem, die Tätigkeit des der Universität angeschlossenen .I u d a i st i s ch e n Instituts. Es ist ganz unmöglich, daß das Judaisttsche Institut im Lande der Bibel auf B i b e l w i s s e nschaft verzichtet. Der Boden Palästinas birgt wahrscheinlich noch zahllose Altertümer, deren Entdeckung dazu beitragen wird, unter anderem auch die biblische Periode unseres Volkes zu beleüchten, SchwieriAeiten auszuhellen, aber auch neue Fragen und Problemstellungen aufzüwersen; dies im Zusammenhang mit Archäologie und Altertumskunde des gesamten Orients. Es wiw stets nötig ^in, zum Einbau archäologischer Funde in das Gebäude religionswissenschastlicher Erkenntnis biblische und außerbiblische Ueberliejerungen, die „schriftliche" und „mündliche" Lehre heranzuziehen; das bedeutet aber wissenschaftliche Arbeit zu leisten! — Wissenschaftlich« Arbeit aber mit gebundener Marschroute ist eine „contradictio in adjecso". Hypothesen und Theorien werden stets das HilfSlvevkzeug der Forschung sein- Wer aber dürste sich, vermessen. eine Grenze-zu ziehen: Bis hieher und nicht weiter? — Auch rein theoretisch ist eS ein unerträglicher Gedanke, der wissenschaftlichen Forschung Hemmschuhe anzul c gen. Schreiber dieser Zeilen hat vor 17 Jahren persönlich mit Kopfschütteln beobachtet, wie am hämischen Gymnasium in Jaffa halbreifen Knaben und Mädchen zweiselhaste Melkritifche Theorien als Tatsachen und Wahrheiten vorgetragen worden sind, und bat aus seiner Verurteilung dieser, pädagogischen Methode kein Hehl gemacht. Eine Universität ist aber keine Anstalt für geistig Unmündige. Will man Lehrsteiheit aus, ihr ausmerzen, so wird sie etwas ganz anderes — vielleicht nicht weniger nützliches —, aber sie hat dann kein Re^t mehr, sich Namen und Bedeutung einer Universität beizulegen. So schlecht auch die Hochschulen der europäischen Kulturwelt in mancher Beziehung sein mögen, daö Prinzip der Lehrfreiheit verleiht ihnen übergeordneten Rang über alle Seminarien und Bildungsanstaltett mit dvMatifcher Bindung. Ich stehe persönlich nicht aus dem Boden der radikalen Bibelkritik und weiß genau, wie viel Unheil die Wellhausenschen Theorien in der jüdischen Welt angerichtet haben, bosonders unter unseren bildungs- - hungrigen Studenten, welche dem der jüdischen Psyche nun einnral innewohnenden Hang zum Radikalismus nicht genug tun können. Wir sehen aber heute, wie der scheinbar für ewige Zeiten gemauerte Bau der biblischen Literaturtritik in ein bedenkliches Schwanken geraten ist. Wenn man dies konstatiert, braucht man noch nicht Anhänger der Berbalinspiration zu sein; aber-man wirb die übertriebene Aengstlichkeit, mit der viele gläubige Juden aus die bibelkritische Richtung blicken, nicht mehr stir ganz gerechtftrtigt halten. Auch das Irren ist notwendig zum Siege der. Wahrheit, und es ist kein Zeichen überzeugter Frömmigkeit, wenn man den lieben- Gott wie einen irdischen König durch Polizeiliche Maßnahmen und Absperrung vor Schaden zu bewahren sucht. Er kann und wich für sich selber kämpfen. Ddan unterlasse es auch auf gesetzestreuer Seite, die . Schätzung der nichtjüdischen Bibettvissenschast. mit dem Schlagwort „Assimilation" abzufertigen. Wir wissen genau, daß die bibelkritische Schule die Tendenz nicht vermieden hat und noch fortgesetzt verfolgt, den Wert des Judentums zugunsten der Tochterreligion herahzusetzen. Wir wissen, wie leicht auch die scheinbat objektive Betrachtungsweise durch gefärbte Gläser sieht und auf Prämissen der Voreingenommenheit haltlose Folgerungen baut. Das darf uns aber keineswegs übersehen lassen, wie viel wertvolle Einzelerge'bnisse wir der „gojischen" Bibelsorschung zu verdanken haben. Genießen wir den süßen Saft und lassen wir die Schalen liegen. Und bekämpfen wir die Bibclkriti'k, wie es Prof. Dschernowitz im „Haolgm" (Nr. 34) treffend ausgeführt hat, mit ihren eigenen Massen — aus unserer jüdischen Einstellung heraus. Ass i m il a ti o n u nd Go lu stu m g eh ör e.n e n g z u s a m m e n. U n s, w i l l s ch e i n e n, daß die Be schränku ng der Lehrfreiheit an einer hebräischen Universität eine Assimilation an schlechte nichtjüdische Vorbilder dar stellen würde undeine Golusblüte „katexochen" wäre. Es ist möglich, ja wahrscheinlich, daß die absolute Freiheit des Lchrens und Jorschens in manchen Köpfen Verwirrung stiften wird — kennen wir doch im besonderen die Golusmentalität vieler ghettoentwichener junger Juden. Vielleickftwird Schaden gestiftet. Ich bin aber überzeugt, daß eine Beschränkung dieser.Freiheit, eine viel nachhaltigere und schlimmere Schädigung für. das Geistesleben unseres jüdischen Volkes bedeuten - würde. Man soll den Tenfel nicht durch Belzebub aus-, treiben. Wie darf der Fromme zweifeln, daß die göttliche Wahrheit über alle Irrungen und Wirrungen triumphieren wird? Ob die Seele unseres Volkes durch die Tätigkeit der Universität eme neue Formung empfangen wird, stehe dahin. Nur Lebendiges erzeugt neues Leben. Vielleicht werden einst Welt-Jeschiwah und Sanhedrin zu Jerusalem die Instanzen für das Leben des neuen jüdischen Geistes, wenn wir Männer haben, welche Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und rab'binische Autorität mit profanem Wissen, Weitherzigkeit und tiefem Verständnis für die Bchürsnisse der Nation zu vereinigen wissen. » Von Herbert Landau, Fiume. Es sällti dem M praktischen- Leben wurzelnden Beobachter schwer, die Bedenken gegen die heutige Mjah.zu teilen, weiche von berufener und unberufener Seite ziemlich laut geltend gemacht werden/ so laut fast, -daß sie den Ruf der zionistischen Bewegung und ihrer Arbeit beinahe kompromittieren. Sind diese Bedenken aber stichhaltig, ■bann ist die Frage -berechtigt: Was wurde denn unternommen oder was. kann noch unternommen werden, um die Aliijah in diejenigen Bahnen zu lenken, welche ersprießlichere Früchte gewährleisten.? Denn daß die A'lojah«

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