Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2383 (11.10.1925)
- Date
- 1925-10-11
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Sonntag Wiener Ntörgerizeitung 11. Oktober 1926 Seite 9 Lyoner Seidenhaus Hprlti Krault fun., (»Kohlmcsserg.? gegenüber Hotel Metropole) Aus den Aeatern. BiurtztheLter: Morgen. halb 8 Mr, Mas. ihr wollt". DonmrLtag den 15. d. gelangt „Romeo. und Julia" mu eiHMert, zur KHühvung. Die nächste Novität ist die Uraufführung des LuMeles ,Mr vwige JünKing" von Alexander Engel. . ALvdemieiheater: Morgen, Wb 8 Uhr, ^Unsere ikleme Frau". Operntheater: Morgen. HM 7 Uhr, .Madame Güttevfly". In der heutigen Aufführung von ,MnnhLuser" singt Herr Jevger zum ersten Male den Wolfram v. Gschenbach. DronStag den 13. d. wird unter müistkalischer Leitung Felix Weingartners als GO „Aida" anfgeWyrt. Herr Picoaver singt gum ersten Male den Radames. Deutsches Bolkstheater: Freitag den 16. d. geffiattrtt in neuer Jii'M-ieyung Wallenisteins Tod" mit Albert . Baffermann zur Aufführung. S Theater Inder Joses st ad.t: Die NeuemstMenmo der Safcha«Guitrv--Komödie, Mein Vater hat recht gchabi", gelangt Freitag ven 16. d. mit Hugo mnd Hermann Whimig ' AuMchvnng. Die für Mittwoch, den 11 d. angMndigte tellung von ,/Diener Meier Herren" wurde auf nächste K verschoben. Renaisisaneedübne: Dienstag Erstaufführung des SchwanLes ,Mr MtowAMng" von Emil und Arnold Golz mit Honst Niese in der Hauptrolle. Rolandbühne: Häute zum letzten Male ,-Francesoa, die Courtis-ane von BeM^. Morgen, 8 Uhr abends, Epstanfführung der erotischen Satire Mre werde ich meine Frau los?" _ Jchann-Strauß-Festvorstellmtgen int Theater an der Aieu. AMWch der 100. Wiederkehr des Geburts.aqeZ Johann Strauß' finden Sonntag den 25. d. zwei Festvorstellungen statt. Zur Aufführung gelangt nachmittags um halb 3 Uhr „Der Zigeunerbaron" mit Krau Wanda Axel und Frau Hermine Kittel von der Stgatsoper a. G. Als Abenosestvochellung gelangt „Wteuer Blut" unter Mitwirkung der Opernsängerin Klara Musil, Hansi Niese, Alfted Piceaver und Wilhelm Klttsch zur Ausführung. Die kleine Sussi Mirjam wird im zweiten Akt Tanzeinlaoen von Johann Strauß bringen. Die musikalische Leitung hat Herr E. W. Korngold übernommen. Ehrung des Grillparzer-Forschers August Sauer. Die Wiener Stadtverwaltung hat Hofrat Profeffor Dr. August Sauer, der im Aufträge der Stadt Wien die große kritische Gesamtausgabe der Werke Franz Grillparzers yerarisgibt, gelegentlich seiner Anwesenheit in Wien. rhre Glückwünsche zum siebzigsten Geburtstage daraebwcht. Am '28. September erschien in dem mit einer Grillparzer-Büste geschmückten Raume der .Direktion der Städtischen Sammlungen Stadtrat Richter, beglückwünschte den Gelchrten unb überbrachte ihm als Ehren geschenk einen reichziselierten goldenen Ring, dessen Kops das Wappen der Stadt Wien in Brillanten und Rubinen bildet. .Auf dem Etui stchen die Verse Grillparzers:: „Glücklich der Mensch, der fremde Größe fühlt und sie durch Liebe macht zu seiner eigenen." „Die EüiwlckluuD der Symphonie seit Beethoven." Dr. E. Deeseh beginnt seine auch externen Hörern zugänglichen Vorlesungen über „Die Entwicklung der Shmvhouic;,, feM Beethoven" am ,Neuen. .. Wiener-. Konservatorium Dienstag den 18. d. um halb 6 Uhr abends im Musikvereinsgebäude. Anmeldungen werden in der Schulkanzlei, Himmelpfortgasse Ä, entgegengenoMmen. Wilhelm Busch - nationale Samm Weithaiis für Seidenschais -• (scimlteriilMr) e!g. Emupsi Berichtigen $ie in Ihrem Interesse meine Schaufenster! Die Sehenswürdigkeit besonde s reduzierten Preise Detailverkauf zu Oiiginal*Engrosprdsen große deutsche Humorist Wilhelm Busch, der Schöpfer Max und Moritz", der ,-Abenteuer eines Junggesellen" und der ,Hvommen Helene" väterlicherseits von Jude u abstamnne. Sein Vater sei aus dem Prager Ghetto nach Deutschland ausgewanoert, habe die Taufe genommen und sich mit einer Reichsdeutschen vermählt. Angeblich sollen heute noch leibliche Basen des berühmten Dichters und Zeichners in Prag leben und einen Antiquitätenhandel betreiben. E Wladimir Jabotinsky, der am letzten Ziouistenkongreß so sehr in de». Vordergrunds getreten ist, wirdam. 28. d. im Großen Konzerthaussaal einen Vortrag über den 14. Zromstenkongreß halten. Karten ab Dienstag an der Konzertkasse der Heuerschen Buchhandlung, 1. Bezirk, Bauernmarkt 3. .. Heute Sonntag. Radioprogramm. ^_r_ _. ..~D/. v. wf41, ^fn-nuiuiniuiyituiiy „Der Bockbier von Sevilla". Von G. Rossini. Gras Almaviva —iKamevsänger Artur Preuß; Dr. Bartvlo —7 VÄtor.Madin MaiatSoper); Rosine, dessen Mündel — Lotte Schöne Ma-a-tsvper); Marzemne, ihre Duenna -- Rose Attler; Basilio, MWnetster — Nicola Zec (Staatsoper);, Figaro, Barbier — Hemrann Wiedsmann (Siaalsoper). — Musivaliische Leitung Dr. LMvig Kaiser. Der Fall Prusch«. Morgen Wiederaufnahme des Prozesses. , ÄvWn wird der Mordprozeß Pruscha abermals den Schivurgerichtshof beschäftigen. Wie erinnerlich, warFranMcy Pvuscha im vergangemn Jahre am 29. Novembervon den' Wiener Geschworen des. Mordes an ihrer .Freundin Marie. Eberl schuldig erkannt worden. Die Verurteilung war ans. Grund von Indizien erfolgt. Sie. soll die OHähvige Marie Eberl nach einem Streit erwürgt und hernach, die vorhandenen Barmittel der Toten an sch genommen haben. Cs ist weiter bekannt, daß in dM Prozeß/ chr Student aus Thüringen, Ernst Weiche, derzu ibeldm Frauen, sowohl zur Prufcha als auch zu ihrem" Opfer, wie es in der Awklage hieß, Beziehungen unter-' hatten haben solleine große Rotte sprelte. Die Geschwomen, Mter denen sich auch - eine Frau be-. •fotnib^ halben sie mit zehn Stimmen wegen gemeinen Moades schuldig gespwcheu und FräuMa Pmscha wurde vom Gerichtshof unter Bovsitz des Hosrates Dr. Hott ex zu 15 Jahren schweren Kerkers verurteil. Die 64j riige AiNHÄlagtr nahm das Urteil-nm mit den Worten aus: ,Lch habe es nicht getan!" -Der Oboriste Gerichtshof hat alle Beschtverden gegen bas Urteil erster Instanz zunuckgowrestn und Franziska Prnscha wurde in die Strasanstalt nach Wr.-dterrdors ülbersüihrt. Mitt« lerwokle hatte ihr Verteidiger Dr. Preßburger einen Antrag auf Wiedevaufn-ahme des Verfahrens eingeibracht. Wie seinerzeit bakanntgegeben wnrde, hatte sich eine ZenigiN gemM-t, die eÄären konnte, daß sich Marie Eberl ans ihren Rcvt heiße Hals, um schlüge gegen ihr krankes Herz gemacht habe. Das fand -das Gericht als Anlaß, dem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens Folge zu geben, da viel-leicht ein milderes Strafgesetz bei der Prnscha Platz greifen könnte, wenn man annehme, daß der Lampendocht oder das Halstuch, das in den Indizien so bedmtungsvolt war, von der Eberl als Umschlagtuch' oder Besestiigungsmittol des Umschlagtuches bemtzt wurde. Zur Verhandlung sind 70 Zeugen geladen, so daß der Prozeß -wahrscheinlich acht Tage in Anspruch nchmen wird. Den Vorsitz führt in der diesmaligen VechaMun'g Hvfrat Dr. S ch.a u p p, üffentl-icher Ankläger ist der Erste Staatsmttoalt Dr. Franz Wagner, der schon im ersten Prozeß die Ankletze gegen die Prnscha vertreten hat, Verteiidiger ist Doktor Preß bürg er. Das erste Urteil des Oberlandesgerichtes in den Fwulen- 'Koutermineprozessett. Gestern hat ein Senat des Oberland esge richte s unter .Vorsitz des Hosrates Doktor Etld-er zum erstenntal in einem Franken-Kontermin'^pwzeß eine Entschevdnng gefällt. Die B anksirma Frankl' u. Huttrer hatte uibsr Auftrag des Kauftnannes Oswald Tillinger am 19. Felbntar IM pro Ultmw April IM 10.000 Dollar zum Kurse von 24.06 gegen 250.197 Franken gekauft,-welche. zufolge der Säunmis des Konrmittenten zum Kurse von 16.40 verkauft werden mußten. Nach ZMng der vom Be-klagtell echwltenen Deckung ergab sich ein Verlust vm - veofahren holte das Landesgenicht Wien den von dem Be- Magten erhobenen Einivand von „Spiel und Wette^ zurückgewi-esen. Gegen diese Entscheidung erhob der Beölngte die Bernf-ung. Der Vertreter der klagenden Bankfirma, Dr-. Oskar Hein, führte unter anderem aus: Es fei na>turgentäß, daß der Emwand von „Spiel und. Wette"' nur gegenüber Spiel- . Partnern gMend gemacht werden kömre. Die klagende Bankftmwa, welche sich aingedeckt habe, Wune aber nicht ab Spiel- Partnerin betrachtet werden, da sie auch bei günstiger Kursentwicklung Leinen Gewinn erziett hätte Md daher' auf ihrer Seite die charMevistischen Merlkmäle von ,Mpiel und Wette" fehlen. Uebriigens Mge die A-usftihrüng' von Geschäften im eiltzenen Namen rmd für fremde Rechnung im Oesen des .'Komnnslsionsvertrages und unt-evscheidet den Kommissionär vol,, Agenten. Mch die germMgige Be-rschisdenheit zwischen , -den, AuHührnngspreisen und den dem Kommittenten berech- .n-eten PxÄsen,sei,handtzlsiWich und. durch das. große NisiLo der -Bankfirmä begründet. Das ObeÄandesgericht - bestätigte das evstgerichttiche Urteil des Wiener Äandesgevichtes, mit welchem der,Kommittent zur Bezchlnng des cinjgeiklagten Betrages samt Nebeng'Mhren an die BanMrma v>ernrtM worden war. Pull »vers (Schkupfweste) M elestrümpfe M. Holzer Handschuhe VI., Mariahilferstraße 89 — II., Taborstraße 18 53s BDBDlDlDHDBDHDBDBDBDBDlDBDeDBnBplDBaBD „Ersparnisse" bei Monturliefemngen. Nach v-iertaFiger BechnMung tvnrde. gestern vormittags der Prozeß gegen die Lvegen Demntreunttg angeNa-gten Fmnalinhaber Isidor Fehl und Hormann^ und Nathan Wo'lkowi-ez Zn Ende geführt. Es wurden vom Schäsjfenftnat des LandesgerichteS in Strass-achen 2 unter dem Vorsitze des Hosrates Dr. H aerdtl alle idre.iAngeNa.gten des Verbrechens der Veruntreuung s chuldig erikannt und verurteilt: Nach an Wolkowicz KU e i n e nt. Iahr-e schweren, verschärften Kerkers, HernranN WollkowiezZu nenn Monaten und der kränkliche Isidor Feht M f echs M 0 nate n schweren, verschärften Kerkers. In der BeiMinduna wurde daraus hingewWn, daß die Gesellschafter der Firma Back n. Fchl, uni Ersparn'isfe Kn erzielen, die für me Bundesbahnen bcsiimmten Unisormen selbst noch schlecht ik 0 n f e k t i 0i e r t- und die Stoffreste trotz der bestchenden Verpflichtung incht abgeführt hatten. Die Bert-Mg-er Doktor Her rd eg en und Dr. Rab en l e ch n-e r meldeten die' Nl-chligkeitsbeschwerde an. Frau Moissi.als Autolenkrrin. Die Schauspielerin Frau Johanna Moissi-TerwUi hatte sich gestern vor dem Bezirksrichter Dr. Vanecek wegen unvorsichttgen Fchrens zu Vemrttwovten. Sie lenkte a,nr 31. Mai ihr Antv, in dem sich 'ihr Gatte Alexander Motssi befand, durch die .Wattgasse und soll dabei den Hilfsarlbeiter Karl Hanke, drr^an Kanal- Mübmrgen arbeitete, niedergeistoßen haben und rasch weiter- Msahren sein. Der BernnMickte kam mit rmbedentendeir Brr- I.l.yV0 MlßLVIBV / TRIEST DIREKTE LINIE ■ . .. . LLÖYD I RII: S11 NO SOU J lAi«;iV U'OR 1 Rituelle VtrpffAflBüs Reduzierte Füirpralee ExpresjJinle nach Aegypten, KonstanUnopel, Indien,^ppetltoien tweb // den Schwarzen-Meer-Häfen, Syrien und den fernen Osten ** Oeneralagenfturs Wien, I.Kärntnerring Nr. * Setzungen und einer zerrissenen Hase davon, wofür er 20 Schilling als Schadenersatz beanspruchte. Die Beschuldigte gab an, daß sie in vorschriftsmäßigem Tempo gefahren sei- und Huppenpichen gegebi-n habe. Der Unfall -könne sich nur dadurch ereiWet haben, daß der Arbeiter über den SchiMarreii, der neben ihm stand,,beim Ausweichen gestolpert sei. Da sie sofort Msehen habe, daß nichts passiert sei, will sie we'iteraesahren sein.-Ihr als Zeuge vernommener Gatte bestätigte diese An-- »gaben. Der Richter sprach Frau Johanna MoiN frei. Mr^ xander M-oW gab nach der Verhandlung denr Karl Hauke die 'gosorderten 20 Schilling Ein Nachspiel zu den Waffenschiebungen des Julius Brück. Der bäkalmte Waßfensch'ieber Julius Brück hat im »Jahre 1020 von der SochdemobMsnrtuig 100 .Haubitzen, »36 Stahlrohre und 170.000 Schüsse Artiller-ienmnition Maust, welche nach Polen gebracht tvevden sollten, das darnals 'ogen SowjetruMand Krieg. Mhrte. ^. Um diese Un.tlerftützun/g port und plötzlich stellte sich auch die rnteralli ierte K 0 m m 4 ipi 0 n ein und. b e s ch lag n a h m t.e -d.i e H g fs e n und die Summe wurde Oesterreich auf Reparattonskando gutigefchriehen. Aehnlich ging es mit einer Sendung von 80.000 Granaten und -Schrapnells aus W ö ll e r s d 0 r f und 200Sra- Na-ten der 30i6-MJergeschütze, welche für ^dae'Tschechoslowakei bestimmt ivaren. Auch diese Sendung wurde-von der interalliierten KontwllkommPon beschlaignahmt mrd der Wert dem österrei chilschen Staat auf Repa rat ionsikonto gut- Wchvieben. Brück evlitt infolge der Aufregung damals einen Schlaganfall und starbt 'Seine Erben verlangen nun 0?■ Milttarden Kr onen vom Bnndesschatz. weil die beiden beschlagnahmten Sendu.ngen Eiigentum des Brück und nicht Oesterreichs waren, so daß die Gutbuchung des G e, ge n w e r t e s z u n n r e ch t geschchen sei. Die Finaltzprökuratur wendet dm, daß Bruck die Geschütze, welche' für Polen bOimmt waren, nicht bezahlt habe, und bei. der. zweiten Waffensendung haben d.e Erben ebenfalls -nicht bezahlt, obwohl sie. trotz der Beschlagnahme, .laut Bolkswiü. F Tie Rot des Kai«. Bon Pr. Max Rosezber-. Wer in ibett letzten Wochen'das KaiViertet durchwandert, der muß unwiMriich den Eindruck haben, als sei hier das sonst kröftiEWh'ierende Leben VoMonunen geschwunden und an feine Stäle die Todesstille des Friedhofes getreten. Die Geschäfte völlig kundenlos. Die.langen Geschäftstiische leer, nicht vollbelegt mit Waren, die von starker Beschäftiignng zeugen. Die Versandabteilungen ruhen. Fast jedes achte Geschäft hat eine Insolvenz bereits hinter sich. Die UebrtzgMiMnen fürchten-die koinmenden^ Ereignisse. Die .str.entz vertraulichen Listen!des KreditoreMreins,.- welche gewöhnlich schon Monate vor 'dent forMMit "Jnfolvenzversahren■ die Namen der in Schwierigkeiten geratenen Firmen bvingen, sind in der. letzten Zeft erheblich a nges chwo'llep. Sie führen an einzelnen Tagen bis zu vierlzig Namen an. . Man behaupte ja nicht, daß dies ein notwendiger Säuberungsprozeß sei, bei dem die unges-Mden Uemente zum Weg-, fall kommen. Unter den Gefallenen 'befinden sich seriöse, alt-angeschene Firmen, die bis auf eine Halbhundertjährüge Vergangenheit gurückbltcken können und denen -nie eine nniaufmännifche Handlung nachgesa-gt wurde. Finnen wie Mols H 0 fbauer, Artur Eckstein, Renner u. Band, Kohn u. Hell in, Simon Rubel waren nicht nur im Inland, son-. dern auch außer: markante Namen. Äus -den veröffentlichten Passiven ist ersichtlich, wie arm all, diese Kaufleute.-im Laufe, des Krieges und nachher geworden sind. Eine Firma wie Kohn u. Hellin, die vor dem Kriege eine' Million'Schweizer Franken ihr eigen nannte, ist nur mit 400.000 Schilling in den Ausgleich gegangen. Achnttch ungünstig sind die Bechaltniffe bei all den anderen in der Liste der Gefallenen. angeKhrten Namen. Durch die einander widersprechenden Kriegs- und.Nachkrivgsderovdnlrngen, die nur den' chrttchen Kaufmann schädigen, durch die Pflicht des Verkaufes zum Anschafftlvgspreis während der Inflationszeit, durch die Schikanen der Vetwaltnngsbchövden auf der Grundlage, des PreistreLbereige-setzes ha'ben gerade die besten unter den seriösen Firmen ihr -Vermögen -in Atome tz-evfallen gesehen. Man. kann auch nicht behaupten, daß^die Zahl der Kaifirnteu eine alhzu große gvlvesen ist.' Im Gegenteil, wenn der Zuwachs nach dem Kriege mit zirka 20 Prozent angenommen wibd, so ha'ben bis jetzt im Laufe der letzten zwei Jahre mehr als 20 Prozent sttll liquidiert.. Zehn Prozent sind durch Konkurs, Ausgleich und sonstige ungünstige Umstände zusammengebrochen. Das Opfer der hohen Zollschranken der diationalstaaten war der Kai ebenso wie die Industrie, mit dem einzigen Unterschied, daß die Regierung die Rettung der Produktion sich zur Pflicht gemacht, jM)rend sich niemand mn die Behebung der Schwierigkeiten des Handels ernstlich Nmnrerie. Im Verlaufe der Finanzkrise sind die meisten. Brnffirnren durch ihr eigenes Verschulden, durch verfchlte Spekulationen und ähnliche Umstände Mgrunde gegangen. Nur vm geringer Pwzentsatz der Msammengebrochenen Kaikaufteute hat sei« Unglück verschuldet. Znnt großen Teile ist der Kai ein Opfer der Verhältnisse geworden. Die furchtbare Absatzkrise trifft ihn am schwersten. Unter iden ungeregelten äußeren wirtschastSpMtischen Verhältnissen leidet kein österreichischer. Wirtschaftszweig so schr wie gerade der Handel. Der Zollkrieg Mischen Deutschland und Polen hat dem Zwischenhandel, des Kais, dsr zu 80 Prc^ent nrit Polen Geschäfte machte, furchtbare Wunden ge-- Bielleicht Mren die Folgen nicht so ftrchtbar gewesen, wenn uran denr Kai rechtzeitüg unter .hie Arme gegriffen hätte-