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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-11 · Heft 2383 (11.10.1925) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2383 (11.10.1925)
Date
1925-10-11
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Md 8 Dien. Gonckag_Wiener Morgenzeitung 11 PELZMODENIAUS 1 miiHnttmMHimiuufinnüiniuiH'iiuiiifflmmmHiiiHmiuMtuuiii Preirstmr iw TeptzWims fiienül E Das Teppichhaus Orenbt hat sümüiche Preise um 20 Prozent hera-gesetzt.. Teppiche. Decken. Vorhänge usw., die einen reduzierten OkkasionspreiS haben, find rot markiert. Auch von diesen ONasionSpreisen erfolgt ein Nachlaß von 20 Prozent. 1. Be;., Rotenturmstratze 2V und Fleifchmarkt 1. ZUM SIBIRISCHEN ZOBEL Wiej^Vl. Mariahilferstrasse 101*108 K4rscbnemieister // I |N4r letzte Neuheiten I I * I in beiter Ausführung 11 Ocgrüidet 1196 Telephon Kr. irr Ab mute täglich ZORRO gespielt von UoaglM Falpbauks Im Maria Theresien-Kino Mariahilferstrasse, Ecke Neubaugasse / Tel. 35 5-IS Vorsidlun(en(ab halb 4 Uhr nachmittags 9164 A P O L L O-F I L M-A..Q., W I E N, VII. Die hieratische Pracht alter Synagogen Die festliche Welt der Feiertage Die schwermütige Schönheit der Jtid. Frau Die Poesie der Jüdischen Qelehrtenstube offenbart Isidor Kaufmanns Mappenwerk das in. Format 60X48 cm mit 14 originalgetreuen, farbigen Lichtdrucktafeln, 2 Kupfertiefdrucktafeln, einem Textteil von Hermann Mennes und Geleitwort von Oberrabbiner Prof. Dr. C h a j e s soeben erschienen ist. Isidor Kaufmann war der monumentale Künstler unter den Darstellern des jüdischen Lebens, ein Maler von ur gewöhnlicher Menschenkenntnis, ein Realist, der auch dem Elend und der Armut Reiz und Schönheit abzugewinnen verstand. Menschen und Tvpen wusste er festzuhalten mit der Kraft des gestaltenden Künstlers, und tote Gegenstände zu beseelen mit der visuellen Plastik eines modernen Malers. Diese Blätter aus seinem reichen Lebenswerk, in Reproduktionen, die mitden besten Mitteln moderner Technik auch die zarteste Farbennuance wahren, zeigen den künstlerischen Entwicklungsgang Kaufmanns. 4011 Preis S 100. Preis der Luxusausgabe in Ganzleder S 300. H SlMMW R. IM, Oien, 1. Fleischmarkt 1 Rolenturmstrasse 22 Wegen Umbau und Vergröberung forttirejt Sie am heften und billrgften in der ganzen Leopoildstcrdt nur im Warenhaus Brüder Schiiffmann, 2. Bez., Tabor st roße 48. Brüder Schiffmann — Sachen stets nur in großen Mengen gegen Kassa dirÄt vom Enzsngsr. Brüder SchMmann — haben großen Umsatz — begnügen sich mit geringem Nutzen, sind daher in der Lage, billig zu verkaufen. Erneu Etanien Beweis für die besondere Leisiungs- MMt und KcmöurrenMigkeit dieser Firma in Qualität und Preis der Waren bietet die allgemein bekannte Tatsache, daß ungeachtet der verminderten KaMrcvft des Sochuimerenden PuA-MMs täglich immer neue Käufer den Wey zu Bruder Schififma-un finden. Wer einmal Sacht, kommt immer wieder und empfiehlt diese gute und billige Bezugsquelle seinen Freunden und Verwandten. Stark gekauft werden jetzt Hetbstwaren aller Art, welche in ungemein reichhaltiger und geschmackvoller' Auswahl voriliegen und zu besoMrs ÄlligM Vorsaison-Preisen abge-gchen werden. Das La-ger in Stoißfen für Damen und Herren, fertiger Damen- und Herrenwäsche, Leinen, Weben, ÄrM Kr Bett- und Leibwäsche, Strumpf« und Wirkwaren, Re-gemnänteiln, Teppichen, Vorhängen, Bettdecken chw. usw. wurde errängt und bietet jedem das Gewünschte. Niemand versäume die BesichiMmg der MGreichen Schachechter und der auch jeden Sonntag zu sehenden, äußerst geschmackvoll arrangierten InnLndÄoration, welsche besonders bei starker Abendlbelöuchtung sehr schön, wirkt und einen interessanten Ueber'blick über die ungemein reichhaltige Auswahl und die allerneuesten Modewaren bietet. * Im altbekannten Tapezierermöbelhaus M. Weitz, 2.Bez., Darwingasse 39 (Ecke NoMchnstrvße), kaufen Sie eMlassige Ottomanen, Eisen-, Messing-. Patentmöbel usw. in evsÄlassiger Ausführung zu außerordentlich billigen Preisen. * Die Firma Schuhhaus Dorn, 2. Bez., Tabovstraße 8, 'hat die weltberühmten Schweizer ,Mlly"-Schlche und die englischen HaMchuhe in neuester Form Kr den Herbst erhalten, wÄche mch weiter Kr meine werten Kunden billigst abgegeben Werdern * Die Dvmonstrationsverfmmulung des Zeniralverbandes der Hausbesitzervereine findet heute vormittags in der Volkshalle des Rathauses statt. * Palästinarrifen mit den Dampfern der französischen Linien ab Marseille und Cochta-M. AnSkuchte und Billetten Compagnie Generale Transatlantique. Men, 4. Bcg-, Wiedener Gürtel 24. * Zionisten, Misrachisten und Agudisteu müssen nur unter Nr. 41-700 die Firma Grün Wald anvchen, wenn sie Altpapier. Men oder sonstiges Stampfmaterial bestens verkachen wollen. _ Bereiue, Bortröge «ud Bersammluugeu. Frauengruppe der Zionistischen Bezirkssektron Alserarund. Dienstag den 13. d. um 6 Uhr nachmittags findet rm Lokal, 9. 58% Liechtensteinstraße 11/13, eine Plenarversammlung statt. Alle Mitglieder werden gebeten, bestmnnt zu erscheinen. -- Zionistische Jugendgruppe Leo p old st ad t. Morgen um 7 Uhr abends Fortsetzung der Generalversammlung' in der ,/Scholle", 2. Bez., Lilienbrunngasse 1 (Dianabadhaus). — Jugendgruppe der Zionistiischen Sektion Zwischenbrücken. 20. Bez., Leystraße 81. Heute um halb 7 Uhr abends findet die zweite ordentliche Generalversammlung statt. Drd Vertreter -der einzelnen jüdischen Jugendverbände sind auf diesen: Dege höflichst emgeladen. q- Wohltatigkeiislotterie. Die Ziehung der Wchltatigkeits- -effdktrnlotterie der Ortsgruppe Traiskirchen des Landesverbandes Niederösterreich der Kriegsinvalrden, -Witwen und -Waisen zugunsten des Unterstützungsfonds wurde mit Bewilligung der Dienststelle der osterreichhchen Staatslotterien auf Sonntag den 17. Jänner 1926 um 3 Uhr verschoben. Lose zu 50 Groschen sind nach wie vor in den Trafiken und bei der Lotterieleitung, Traiskirchen, Badenerstraße 61. zu haben. i I uas neue oucn von nuppm: ■ ■ Das neue Buch von Ruppin! SOEBEN ERSCHIENEN: Preis geheftet Mk. 3.—, in Halbleinen Mk, 5.- / um Zu beziehen durch die Buchhandlungen oder direkt vom Verlag AUFBAU, G.m.b.H. Berlin W 15, Meinekesirasse 10 Die Zionistische Bemrkssektton Alsergrund veranstaltet heute Sonntag um 5 Uyr nachmittags im Cafe Metropol, 9. Bez.. Berggasse 33. eine Simchach-Dhora-Fever Kr die jüdischen Kinder des 9. Bezirkes. Mitwirkende: Festredner Rabbiner Professor Dr. Z. A. Schwarz; Herr Oberkantor Postolow; Herr Leo Balagur, JosMädtertheater; Herr Lad. Hajos, Violinvirtuose. Deiters wird eine Mädchettgrichpe unter Leitung der Frau Lehrerin Haber einige jüdische Volkslieder, Gedichte und Klavierstücke zum Vortrag bringen. Gäste herzlichst willkommen, x Kinderspiele für den Jüdischen Nationalfonds. Wollen jüdische Eltern ihren Meinen eine besondere Freude machem so kaufen sie ihnen die modernen Spiele des Keren Kajemech. Das iKeren-tKajemeth-Domino stellt vre Verwandlung des Kr Erez Jisrael aufgebrachten Geldes in eine blühende Kolonie dar. Unter den geschickten Krnderfingern entstcht aus den Ausschneideibogen' eine .der ältesten Kolonien, Merchawiah. . Das Büchlein biblische Pnppensprele" von Albert B a e r, «mit Figuren von Mte Baer-Freyer, das im Verlag Aufbau erschienen ist, enthält folgenoe kindertümliche Darstellungen: ,Aases und seine Brüder", „David und Goliath", ,-Salomo und die Königin von Saba". Die Spiele sind zu billigsten Preisen in folgenden Buchhandlungen erhältlich: 7 Bücherstube Moses Rath, 2. Bez., Tabovstraße 20a; Josef Belf, 1. Bez., Rabensteig Z; Buchhandlung Hirschler u. Co., t Bez., Rabensteig 6. An dem Erlös dieser Spiele ist der Keren Kajemeth beteiligt. Der jüdische Wohltätigkeitsverein „Brüderlichkeit" für Bekleidung armer Mischer Schulikinder Wtz Cafe Menibrandt, Untere Augartenstraße) veranstaltet heute um 8 Uhr abends im Saale des Hotel .Mhrischer Hof" eine Simchalh-Thora- Feier, deren Ertrag der für Ghanuka geplanten Kinderbekleidungsaktion gewidmet ist. * ■ . * ZSdiicher Ratiouatsonds. An die Judenheit Wiens! .Unser Ruf an die Judenschaft Wiens, aMßlich der hohen Feiertage des Keren Kajemech oeim Thoraanfrns zu gedenken, hat Erfolg gehabt. Dem Bodenfonds des jüdWm Volkes^ wurden neue Freunde aewovben und das Interest für ihn wird in die weitesten Kreise getragen. , l Die unvergänglichen Leistungen des Keren Kajeme-th in Ereiz Israel, die jeder Palästinareisende mit' eideneu Augen bewundern kann, beweisen immer weiteren Schichten, was ^oer Fonds . Kr unser Volk und das Land unserer^ Väter und^ Kinder bedeutet. ‘ Der Keren Kajemech Wendel sich - jetzt aw die Juden Wiens, am Simchath Thora beim Thoraaufruf des Keren Kajemech, des lebendigen Kindes dieser Hora/zu gedeniken. Der Keren Kajemeth in Yestcrreich. H. Oktober 1926 Nr. 2383 »filme unD «unft. „WMnftklns Lager." — ..Ae Plcrolomiai.' Deutsches Bottstheater. Das erste Wort dom Spielleiter. Karlheinz Martin hat einige hervorragende, zahlreiche mittelmäßige und einzelne mirkdevlvertige Blchnenkräfte zu einer lebendigen AuWhrung gebunden. Eilt prächtiger Abend, trotzdem die Kapnsinerpredigt Hans Hommas (auf den ich mich so freute) nicht zu hären war — er scheint dem Publikum das urkräftige Gedicht nicht gegörmt zu haben und verschluckte sie ganz und gar —, trotzdemsich Jakob Feldhammer als Octavio Piccolo mini (wie es mir scheint) entz'etzlich verhaute und trotzdem der BuMer an einen Herrn Walter Brandt geriet. Wenn ein Wille am Werk ist und Berantwortungsge-fichl, wenn küirstlerischer Instinkt die «Szene formt, dann kommt's nicht auf Emzelleistungen an. Die Vorstellung kriegt ein Antlitz und es ist eine Freude, im Theater zu sitzen. Der Höhepunkt der scharf profilierten Szenenfolge, bis auf letzte' Nuancen geglückt, ist das Bild in Terzkhs Weinkeller. Wallensteins Lager tvürde in der Anlage und Aufmachung Karlheinz Martins im Freien voll wirken. Auf der Guckkastenbühne verschlang der Mvbel der Menschen, Stimmen und Trompeten alles. Unsere Reverenz dem Wachtmeister Alfred Schreibers, der Marketenderin der Clisabech Markus und dem Tronrpeter Eduard Loibners. In den: zweiten Knfaktigen Vorspiel zu .Mallensteins Tod" war Hans Ziegler ein vollsaftiger, springlebendiger Jsolani, Werner Schotts (Max Piccolominis) Antrittsrede war feurig und Sonik Rainer gefiel uns als Thekla wert besser als MM im ,Meidekreis". Sie verfügt über starke tragische Akzente und scheint euchytmisch geschult zu sein. Kurt Lessen als Queftenberg war ein Höfling von kalter, diplomatischer Klugheit. Die Gestalt ist scharf erfaßt und überlegen, durchgeführt. Eduard Loäbner als Tiefen'bach sicht rm VordergruiÄ«. Der Ritt auf dm: Weinfaß (ein erquicklicher Regieeinsall) war amüsant. Und einen Akt lang stand Albert Bass ermann als Wallenstein auf der Szene. Oft haben wir den großen Künstler bewundert — diesmal konnten wir de» allgemeinen Jubel über diese Leistung nicht teilen. Sein Herzog von Friedland ist natürlich eigenartig. Und in dieser Eigenart echt bis in die Fingerspitzen. Nur scheint er uns nicht die Spur von Schillers Wallenstein zu sein. Ein frischer, eleganter Generalissi>mus, ein charmanter Sterngucker. So gar nicht von mystischem Innenleben verdüstert, so gar nicht durch den unsichtbaren Panzer des Eigenlebens von der Außenwelt geschieden. — Ein helläugiger, kindli'ch->gütiger, teniperamenwoller Militär. Wie zum Höhn stcht im Programmheft des Deutschen Volkstheat-ers eine Stelle aus Schillers Geschichte des Dveiß-igjähvigen Krieges. Und dort ist Wallenstein also porträtiert: „Er lachte niemals und den Verführungen der Sinne widerstand die Kälte feines Blutes. Ein furchtbarer, zurückschveckender Ernst saß auf ferner Stirn, und nur das Uebermaß seiner Belohnungen konnte die zitternde Schar seiner Diener feschalten. . ." Solange man Wallenstein nicht iut Frack spielt oder in moderner Generalsuniform, wird auch ein Bassermann befremden müssen, wenn er sich so grundsätzlich von dom Wallenstem entfernt, wie ihn ■ Schiller sah und gestaltete. Der geschätzte Gast wurde außerordentlich gefeiert und zerrte mit feinem Takt Karlheinz Mao rin vor die Rampe. O t t o A b e l -e s. Reue Musik im Kouzertsaal. Zu den interessantesten Persönlichkeiten der russischen Musikmoderne zählt Samuel Feinberg, der als Kompo° nift wie als Pianist mit seiner tragischen sechsten Klaviersonate beim internationalen Kammermusikfest in Venedig er-, folgreich bestanden hatte und nun auch im Wiener Konzertsaal Proben einer ganz bedeutenden Begabung ablegte. Als Pianist vermag er die Tiefen eines Stückes aufzuwühlen, mit reifer Technik und starkem Ausdruck dessen Gestalt zu erfassen, und in gleicher Weise ist er als. Tondichter ein Kämpfender. Fernab von der Schablone weiß er gleich seinem Vorbilde Alexander Skrjabin in prometheischem Ringen Gesichte zu formen und wie Skrjabin strebt, er in seiner Leidenschaftlichkeit den Höhen und Tiefen Beethovens zu. Im Klavierfatz und in der Morde! gemahnt ,cr, oft genug an Chopin. Auch die kleinen Piecen, deren Romantik sich mitunter mit der Lyrik des Schnmannschen Klavierstückes berührt, sind von Explosivstoffen übervoll, Nirgends gibt es eine leere Hülle, überall einen reichen musikalischen Kern. Auch dort, wo an dem Uebermaß des Experimentes in der Akkordik und Modulation die Klarheit leidet, spürt man das grundehrliche Empfinden eines warmblütigen. Musikers, in dessen echt russischem kraft- .und loidensvollen Ausdruck gleichsam. der ganze Kraftüberschuß und die ganze Melancholie der russischen Landschaft Klang wird. *'• Neue Musik brachte auch der Liederabend der bekannten Konzertsängerin Nuzena H e r l i n g e r, deren Programme stets vorbildlich zufammengeistellt sind.' Altitalienische Arien, klassische Lieder und moderne Gesänge der Jungsranzosen Ravel, Roussel, Poulenc und Satte sang sie mit der gleichen Kunstbegeistevung und mit gleich hoher Gesangsknltur. Doktor Ernst Bachrich, der sie anschmiegsam am Klavier bdgle'tete,. führte sich mit drei empfundenen Gesängen, welche den Liedem des jüngeren Schönberg geistesverwandt sind, erfolgreich als Komponist ein. Sängerin und Tondichter ernteten lebhaften Beifall; noch lebhafteren freilich der berühmte Pariser Flötenspieler Louis Fleury, dessen Vortrag einer alten Sonate von Benedetto Mareello schlechthin vollendet wc^ flb. /

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