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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-10 · Heft 2382 (10.10.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2382 (10.10.1925)
Date
1925-10-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6682 Wien, Samstag, Wiener Myrgenzeitung Vereine, Bortriige und Versammlungen. Z i o n i st i s ch e Sektion P r a 4 e r. Heute und «En (Feiertage) iiu Selktionsheim, 2. Bez^ Jungstraße 8, Michaim. Hecke ab 6 lHr abends intime Simchath-Thvrak?e'ier, zu welcher alle Mit>gli,eder eingeladm werdend — Zionistische Kulturgruppe Brigittenau, A). Beiz» Kan-Meisl-Straße 6. Hecke, 1/a5 Uhr nachmittags, AnsschuMtznug. Morgen, 9 Uhr Wh, Minfani im Vereinslokal. Mr die in der nächstm Woche beginnenden hebräischen llnrse und jüdischen Göschlchtskurse werden an jedem Abend oon 7 bis 10 Uhr Anmeldungen entgegengenommen. Leopoldstädter Volksheim, 2. Byz., Zirkus-, gasse 46. Heute, 7 Uhr: Prof. Dr. Gustav Maier: Das aeiit* gMüssische ftaiWsilsche Thecker. Eintritt ftei. — Akademüscher Maler Joses Wawva: Zeichnen und Maten nach der Natur. Briaittenauer Volksheim, 20. Bez., Stromstratze 76. Eröffnungsfeier Montag den 16. d., 1lal Uhr abends. JMscher Schulverein. Zu Beginn des Wintersemester!» ' v Mitte Oktober) tverden neue Hebrälsch-Kurse für Erwachsen, Anfänger und Fortgeschrittene, evölffnvt. Die Kurse stehen unter Leitung des Herrn Dr. A. Birnbaum. Schriftliche Anmeldungen Avelche bis Mi 16. d. eckgegengenammen werden) sirrd zu richtm an Hebräisches Pädagogium, Wien, 1. Bez., Drchilgasse 4. Die Zionistische Begirkssektion Msevgrmw vvrcrustaltet nwvgen um 5 Uhr nachmittags im Cafe Metr0p0l, 9. Beg., Berggaffe 83, eine S-imchathÄlhora-Feier fiir die jüdischen Kinder des S. Begivkes. Mittvirkende: Festredner Herr Rabbiner Prof. Dr. Z. A. Schwarz; Herr Oberkantor Postolow; Herr Leo Balagm (JoseMdterthe-ater); Herr Lad. Hajos (Violinvirtuose); Wetters wird eine Mädchengruppe unter Letttmig der Frau Lehrerin Haber viu-ige Mische VoWRieder, GMchte Md Klavierstücke zum Vortrag bringen. Gäste willkommen. Dimchath-Thora-Feier. Die jüdische VoWbMotheik Zion veranstaltet, wie alljährlich, auch Heuer im eigenen Lokal, 2. Bel;. Glockeugaffe 30, eine Simchach-Dhora-Feier. .heute, 4 Uhr n'achmiitmgs, gelselligeS Beffanrnwnsein, anschließend Hakaifoch. Morgen, 9 Uhr vormittags, Minjvm. Alle Mrtglioder und Freunde der BMiochckk werden gebeten, zu erscheinen. Maimonides-Jllstitck, 3. Bez., Hetzgasse 40. Im Wickersemester werden solgeu>de, regelmäßigen Vorträge Matten tverden: Leiter Rabbiner Dr. A. Kaminta jeden Montag von 6 bis 7 Uhr ErWrung des Buches Hiob, von 7 bis 8 Uhr More Nobuchim; jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr Talmud von 7 bis 8 Uhr More Nebuchim; jeden SaEag von 4 bis 5 Uhr Midrasch zur Thora. Herr Dr. N. Goldstein wird ^beginnend tm November) Vorlesungen über .Halacha haken. Die feierliche Eröffnung findet Mittwoch deir 14. d., t/,7 Uhr abends, statt. Herr Hosivat Dr. E. Riesenfeld wird eine Ansprache namens des Vorstandes und Herr ’ Dr. Kamicka einen Bortrag halten über: „Die dreizehn ' Glaubensartikel, ihre Vorgeschichte und die Frage , ihrer absoluten Geltung im Judentum". , Bibelschule. Der Vorstand der Israelitischen Kubtusgümoiüde Wien gibt hiermit bekannt, daß die Einschreibungen in die Bibelschule, 2. Bez., RenErauidtsttaße 32, Mittwoch den 14. d. von 2 bis 4 Uhr nachmittags und Sonntag den 16. b. von 9 bis 11 Uhr vormittags im obgenancken Lokal ltattfinden werden. Der Uckervicht ist umntgeMch. Bühne und Kunst. „Judith." Burgtheater. Jda Roland ist eine interessante Judith. Wenn sie den Dolch gegen den verschmähten Liebhaber Mt, weiß mau, daß 'ihr die Ermordung des Holofernes gelingen wird. Und ahnt, daß sie vocher mit großem Bevgmigen der starken Männlichkeit des Barbaren unterliegen dürfte. Die Judith, welche Frau Roland spielt und der Hosofornes, den Hebbel meint (nicht jener, den Herr Höbling anfsagt),' sind zur Paarung geschaffen. Sowie sie in seine Arme gerät, ist ihr das Schicksal der Ballsgenossen Hvkulba. Ein gefährliches Weib, diese zarte, süße Wittib. Ihr angetrauter Gatte hat sein Instinkt davor beNvahrt, die legitimen Ghesreuden zu genießen. Jndith-Moland erschlägt den Holofernes, weil er Zeuge ihrer jubelnder: Hingabe, weil sie Dcilhaberin seiner Lust war. Herrlich die Kultur der Sprache in ihrem Munde. Ihr starker (allzu starker) Intellekt hat den Part restlos durchgearbeitet. Me eine Perlenkette reiht sich Wort an Wort. Immer wieder zu bewundern ihre Knust der Kleidung. Diesmal scheint sie die Ausstelluug des jüdischeir Malers Abel Pann zu Rate gezogen zu ha'ben. Für das Abenlcucr mit^ Hdlofernes wußte sie sich tatsächlich berückend zu kostümieren. Die edckste Judith, die ich bisher sah, war die der Maria Fein, die eigenartigste die der Frau Roland. Sie zeigt, wie Heroinnen entstchen. Durch die Sehnsucht eines Weibes nach Bereinigung mit kongenialer Männlichkeit wurde Judith zur Die Gesamtdarstellung des Buvgthea-ters ist sorgfältiger als sie es früher war,, aber durch einige Neubesetzungen schlechter gelvordem Herr H ö b l >i n g bringt für den Holofernes das äußerde Format und — seine staunenswerte Unbekümmertheit mit. Es ficht ihn nicht an, daß in der Brust des Wüterichs ein Genius wirkt, daß er sich tvährend des blutigen Tagewerkes Gedanken macht und ihnen Ausdruck gibt. Hv'ülings Holofernes ist bloß Menschenschlächter, Weinisanstr und im letzten Akt — hier, hier allein wird die Hobbch'che Gestalt sichtbar — ein superber Weibiepbezwinger. Kein Fünkchen Geist sprüht von diesen Lippen, die klobig -den Text hacken und die Konsonanten^ pressen. Unmöglich Fräulein Glossy, Herr Seydelmann, Herr Hub er und eine weitere, nicht geringe Zahl von Gpisodisten. Trefflich Herr Heine (ohne an seinen Vorgänger Treßler h>eranzureichen), tauglich Herr Z e § k a, der Jüngere, bvmerkenAvert Herr Prange r, EßeMdentlich FM,lein Maier. O. A, Mitteilungen ans de« Mbliknm. I ^Hausfrauen4! iiiiiiiiiiiiiniiiniiiniiiiiiiiiiiiniiiniiiiinniinniiiiiiiiiiiiiiiimtiiMtiiiiiinmmiiii BRATET UND BACKET nniiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiliimiliiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiimiiii.m II OHNE BRATROHR II min«»«,'" iiniimiiiil,.i>iiiiiiiiimiiiiiiiitiiiiiii!iiiiitMiiiiiiiiiiiii!immn Vorführuns: V8IM Haria> hllfferstrasse 56 im Restaurant «z. Grünen Baum« von 9 bis 12 Uhr vormö| und von 3 bis 6 Uhr nachm Eintritt fr ei! Kostproben gratis! Oie Kasserollen können gleich mitgenommen .■■Werden.'- «g, Kultus- und iustiz-Talare sowie Barette in den mannigfaltigsten Ausführungen erhalten Sie vorrätig odei auch nach Mass nur bei der altbewährten Spezialfirma Rudolf Goldstern, Uiuformierungsansfalt Oegründet 1866 WIEN, II. TABOR8TRAS5E 64 Telephon 45-6-29 Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden. Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben. Verlangen Sie illustrierte Kataloge gratis! 135 HOTEL CEHTRAL Wien, II. Taborstrassfe 8 a Stadtzentrum * 150 neu eingerichtete Zimmer * Zentralheizung, kalt- und warmfliessendes Wasser, Telephone, Lift, Cate-Restaurant » Preise von S 5.— aufw., r aufleute 10®/o Rabatt. 665 PERUMIN die Spezialseife nach Prof UNNA, gegen Mitesser und Wimmerin unübertrefflich. Ein Versuch überzeugt. Ueberall erhältlich. Mr. Blumenfeid, Wien, XVII., Hemalser Hauptstiasse 7Y, Telephon 2ä-6 18. «e*r. 1834 Ältestes G«jr. 1SS4 Wiener Restaurant KRZIWANEK Kiei*votier - Hölsdier 1088 BERLIN NW 7 Friedrfdisiraise — Ecke Mittelstraße 57/58, I. Nur eine Treppe Vorzügliche echt österreichische Küche, Pilsner Urquell, österreichische und deutsche Weine. Bürgerliche Preise „Mein Freund Teddy." Theater in der Josefstadt. Dieser Teddy hat sich nun auch als Freund des Jojefstädtcrtheaters erwiesen. Ein Amerikaner, der beim ersten Anblick einer verheirateten Frau erklärt, daß er sie heiraten werde, was er zum Schluß (wenngleich durch eine etwas unsanfte Lösung in BoxeHellnng) auch durchsetzt, ist zweifellos eine gute Theaterfigur. Die dentsche Limonade in englischer Mixtur, wie sie nur Franzosen treffen, hat auch gestern dem Wblikum geschmeckt. Das Stück hat dankbare Rollen. Herr Romberg versuchte mit Mick den Schatten Korffs zu verscheuchen. Sibylle Binder fand in steigender Wandlungssähigjkeit immer den richtigen Ton. Herr V o e l k e r und Frau Terwin stellteil ein erheiterndes Paar hin, dessen groteskes Maß richtig dosiert war. Nowotny und in einigem Abstand die Herren Hilbcrit und Frank bemühten sich mit Erfolg, außerdem ein Damcnslor, der weniger sprach, aber besser gefiel. Man amüsierte sich. . ' a. s. Ans de» Aeatern. B u r g t h e a t e r. Morgen, nachmittags 3 Ui)i', „Ä n mp azivnga bnnons"; halb 8 Uhr abends: „Judith". A k a d e m i e t h e a t e r. Ätorgen, 3 llhr: „D i e F r a u Rat"; halb 8 Uhr: „2X2-5". Operntheater. Morgen, halb 7 Uhr: „Tannhäiuser". Redout e ntja a l. Morgen, 8 Uhr: Ballettsoiree „Coupe r i n - R a v e >l - R a m e a u" — „I o h a n u S t r a u ß". Deutsches Bolistheotcr. Btovgen nud Montag wird „Wal le n siein s Lage r" und „Die Piccolomini" mit Albert B-assermann wiederholt. Sari Fedak tvird nur noch dreimal die Aritonia spielen, und Mar heute, morgen. 3 Uhr nachmittags, und Donnerstag den 16. d. ' N e n e s W i euer S t a ü t t h e a t e r. Heute, halb 8 Uhr abends,; Uraufsiihrung von Johami Ferchs Komödie „Im Liebesnest". R a i m n n d - T h e a t e r. Ntorgen, nachniittags 3 Uhr: „Der Kreidekreis". R o l v.nld-B ü h n e. -Montag, 8 lchr abends. Erstansführnug der erotischen Satire „Wie werde ich meine Fron los?" Theater in der Jos esst ab t. Mittwoch den 14. d.: „D e r D i en e x z w e i e r Her r e n" mit Hermann Thimiig; Freitag den 16. d.: „Mein Vater hat recht gehabt". , Jda Roland und das Burgtheater. Zwischen Jda Roll anh und dein Bnogtheater bestehen seit längerer Zeit Di.ffe- - rennen Wer die Dauer ihres Vertrages. Die Differenzen 'beziehen sich nicht auf die Gage ns ra g e; dagegen macht Frau Roland ihr Verbleiben am Bnrgtheater davon abhängig, baß die DiMion ihr Gelegeniheit gibt, im klassischen Repertoire arffzntreten, .'insbesondere die ihr zugeisagte Rolle der „PHÄdrä" im Äanife des Jahres 1926 zu spmen. Die Enischeibmtg darüber ist jetzt in den Händen des BimdeS- GeatevprMenten^'Drp P rüg er. ' „Der Kreidekreis" von Kllalbund ging Donmrstag im Raimund-Theater zum 25. Male in Szene. Das Stück, bas in teilwLiser dteuibesetzüng gegelben wird, hat uWermünberten Erfolg' und dür'ste noch lange den Spielplan bchevrsch'enp 10. Oktober 1925 Seite 3 Re MSischen Kinverireunöe in Rot. Ter Verein Jübjsche Kinderfreunde schreibt uns: Mit Anspannnng all nuferer Kräfte haben wir bis nun den Kampf um die Erhaltung nnsorer Jnistitckionen' erfolgreich geführt. '9hm aber droht uns der Zusammenbruch, wenn unsere jüdischeii Mitbürger uns nicht zu Hilfe kommen werden und uns emiögtichen, die schwere Zeit der kommenden Wintermonate zu übordlmern. In unterer Bedrängnis wenden wir uns hiemit an alle Inden mit der Bitte, bei deir Dhoraspenden anläßlich der Feiertage unserer armen Schützlinge zn gedenken, und uns so zu verhelfen, unsere Institutionen auch weiterhin aufrecht echalten zn können, damit: nicht diüse armen Kinder wieder der Straße preisgegeben werden. Spenden sind an das Sekretariat der Jüdischen Kinderfrennde, 2. Bez., ' Obere Donanstraße 91, Postsparkassenkocko 184.197 (Tel. 41-207), sowie an die Administration der ,/Wiener Morgenzeitung" zu richten. % In den Kindergärten des Vereines Jüdische Kinder-- freunde, 2. Bez,, Obere Donanstraße 91 und Prater 66 (Gasthaus „zur goldenen Rose^, werden noch Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren und in den Heimstätten des Voreines, 2. Bez., Obere Donanstraße 31, und 16. Boz., Wuvlitzergasse 11, im Alter von sieben bis dreizehn Jahren ausgenommen. Anmeldungen werden in den betreffenden Heimstätten entgögengenommen. Radiovrogramm. Heute. Samstag den 10. Oktober. 16 Uhr 10 Min.: Konzert. RemmWengen aus dwr Wiener Opernrepevtmre der Woche (nach Ansage).. Mitwirkend Gertnulde Donath (Rezitation). — 18 Uhr 20 Min.: ,/Bonr Herbst." Gerttulde Lasch. Hans Sonnen Wal, Hilde DchmÄ. — 20 Uhr: „Die lnstige WiÄve." Operette von Viktor Leon und Leo Stein. Mnsik vov Franz Lehar. — 22 Uhr: Heitere Abendmufik. Gerichtssaal. Das Hausreckst des Gastwirtes. Ein bemevkenÄvertes Urteil fällte gestern beim StralfbMrlksgerichte 1 . OboÄanoesgerichtsrat Dr. Weiß in einer GhrenbcleiÄMNgskla,ge, welche der PrMrist Dr. Oskar Fritsch gegen den Gastwirt Samuel Grün emgelbracht hatte. Am 12. Juli kam Dr. Fritzsch in Gesellschaft deiner Frau und seines Kindes in das GasthMs des Herrn Grün zum Abenbessvn. Da Herr Grün als Kinder-- freund das Kind des Dr. Fritsch streichelte, kam es Krischen den Eheleuten Fritsch und dem Restaurateur Grün zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf Dr. Fritsch dem Restaaratrur zuger-nfen hckben soll: „Jüdische F r e ch h e i r,. f ch a u e n Sie, daß Sie verschwinden." Wegen dieser Aenßerungen wurde auch Dr. Fritsch kürMch vom Gericht zu einer GeWrafe von 50 Schilling verurteilt. Am Tage nach dem Vorfall kcnn Dr. Fritsch, als ob nichts geschehen wäre, wieder in bas Gasthaus des Herrn Grün zum Mittagessen, wartete jedoch vergebens, daß ihm der Kellner die bestellten Speisen serviere. Als er schließlich den Kellner fragte, warum er die Speisen nicht bringe, echrelt er zur Antwort, baß Herr Grün verboten habe. dvm'Fragesteller zu servieren. Der Restaurateur gab auch, als Dr. Fritsch einen Wachmann holte, ohneweiters zu, daß er dem Kellnerpevsonal verboten halbe, dem Dr. Fritschzu servieren. In diesem Boraohen des Gastwirtes erblickte Dr. Fritsch eine empfindliche Verletzung seiner Ehre, weshalb er gegen den Gastwirt Grün eine Privatklage überreichte. In der gestern durchgefschrten Verhandlung erklärte Herr Grün, verteidigt . von Dr. Norbert B i x, daß er in Wahrung seiues Hausrechtes dem Kellner verboten habe, dem Dr. Fritsch, der ihn tags vorher so schwer beleidigt hatte, zu servieren und baß der Kellner -in ruhigem Tone dieses Veübot den: Dr., Fritsch M, Kenntnis gebracht habe. Der Richter lchcke alle weiteren Beweise ab und sprach Herrn Grün von der Uebertretung der Ghrenbeleidigung!s r e i. der Uvteilsbegvinidmig führte der Richter aus, baß Herr Grün im vorliegenden Falle Miglich,,vMl feem ihm als Gastwirt zustohenden ' H a n s recht gegenüber seinem Gast, der ihn Tags vorher beleidigt hatte, Gebrauch gemacht habe. Der Inhaber eines öffentlichen Gewerbes, wie der Gastwirt und der Kaifsechausbeisitzer, müssen es sich nicht gefallen lassen, Frotzelleien oder Beleidigungen von Gästen über sich ergehen gp lassen »üb haben in diesem Falle wohl das Recht, den betreffenden Gästen p sagen: „Ich banke für Ihren Besuch." Wenn der Kläger trotz des vorausgLglangenen Vorfalles ^mit dem Gastwirt am nächsten Tag wieder in demfeNen Gasthaus erschienen ist, so hat ex cs sich scW zNWschvviben. wenn der Gastwirt, der mit vollem Recht von seinem, Hausrecht Gebrauch gemacht hat, ihm leine Speisen servieren ließ. Veruntreuung durch — Ersparnisse. Die Firma Back u. Fehl war seit vielen Jahren mit der Verfertigung von ALontumt für Angestellte verschiedener Bchörden beschäftigt. Durch geschicktes Zuschneiden gelang es der Firma, bedeutende Ersparnisse an Stoffen zu eiMÄen, die sie für eigene Zwecke verwendete. In den ersten NachEriegchahren wurde dieses Vorgehen stillschweigend zur Kenntnis genommen, da es sich ja ziuneist um minderwertige Stoffe Ihandette. Im Jahre 1922 -aber, als der im Dienste der Firma stchende Hauslbesorger Hermann Hladil in einer Anzeige an die PMzei von bebenteuden Stoffresten berichtete, die von der Firma für große anderweitige Belieferungen verwendet wurden, beschloß die Bundesbchndivektion, diese Stoifftchx zurückzuverlangen, und es wurde in Wei IM abgeschlosienen Lieferungsverträgen eine Vertragsiklausel ausgenommen, nach der verbleibende Stoffreste an die Direktion abzuführen find. Trotzdem lieferte die Firma Back u. Fehl nach wie vor keine Stoffreste ab. Ms nun auf Grund der polizeilichen Anzeige eine Hausdurchsuchnuc bei der Firma vorgenommen wurde, fand man dort bedeutende Stoffmengen, die von derartigen ,Mparungen" herrührten und zwar 1244 Meter Mantelstoff und 18,8 Meter MnsenstM. Dieses Ergebnis der UntMsuchnng führte zu einer Anklagi wegen Verbrechens der Veruntreuung. In der für drei Tagt vor einem Schöiffensenat des Landesigerichtes 2 Mter Vorsitz des Hofrckes Dr. Haerdtl anberaumten Vechandlung^fHrtr Staatsanwalt Hofrat Dr. Wachsmaun aus, <s seien durch die Manipulation der Firma Stoffe im Werte von 2 0.0 0 C Schilling erspart worden, die im Sinne der Vertvagsklanisel cm die Bundesbahndirelktion hätten abgelieset't lverdet müssen. Die Offerten der Firmg waren in bMg, aus/die Preffr so niedrig gehalten, daß bei dieser Kalkulation die Firma einen Beckuft von 4600 Schilling hätte verzeichnen muffen. .Diese An von Konkurrenz, die die reell kalikckiereuden Bckverber um dii Lieferungen amfchlbar ans dem Felde schlagen mußte, müsse alt Schnndlonlnr renz beFeichnet werden. Die Verautwovtlichen Gesellschafter der Firma haben sich des Verbrechens bei Bemntreuunig schuldig gemacht. Der von Dr. Herrdegei verteidigte Angeklagte Fehl berief sich ans eine Unterreduni mit dem Leiter des OekonoiMts der Bundesibahndirektioi OöeMuvat Pelzl, der ihm gesagt habm soll: „Wenn di, anderen Ersparnisse abliefern, dann müssen Sie es auch tun.' Er hat sich dechalb berechtigt gchülhlt, die Ersparnisse zurück Malten. Das Urteil wird heute gefällt werden,

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