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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-09 · Heft 2381 (9.10.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2381 (9.10.1925)
Date
1925-10-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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flfc. 288t Men, Freitag_ klären würden, das Budget sei in Gefahr. Man müßte darum wieder'einen Zimmerman nach Oesterreich schicken. Seine Partei werde die-Mehrheit nicht hindern, die Resolution zu beschließen, aber die Resolution w erde genau so lange bestehen, wie die gegenwärtige Mehrheit. Der Antrag Bauer wurde sodann ab gelehnt und die Resolution, die Dienstag dem Plenum des Nationalrates vorgelegt wird, angenommen. Mirterschnh und Zudenhetze. Wenn es o'tfy ihrem Agltationsbedürfnis zu dienen -der ihren Partoizielen durch billige Argumente den Weg zu bereiten, sind die Wiener Sozialdemokraten nicht verlegen, antisemitische Schlagworte in die Menge zu schleudern und an die antijüdischen Instinkte ihrer Gegner zu appellieren. Zur Verteidigung ihrer. sehr unverständlichen Haltung in der Mietensrage bedienen sie sich der gleichen Taktik. Den Reigen eröffnete die „Arbeiterzeitung", die sich gestern die Gemeinheit 'leistete, eine förmliche Proskript io ns liste mit jüdischklingenden Namen von .Hausbesitzern aus der Taborstraße zu veröffentlichen, um so darzutun, daß der Hausbesitz in Wien überfremdet sei. Aus denselben Ton waren die Ausführungen des Sozialdenwkraten Leuthner in der gestrigen Sitzung des Justizausschusses gesümmt. Um die Mehrheit davon abzubringen, das Mietengesetz zu refornliereu, verlangte er von der Regierung, sie möge die genauen Ziffern angeben, wie viel Wiener Häuser seit dem Jahre 1918 in fremden Besitz übergegaugen sind, wie groß der Prozentsatz der Hauseigentümer ist, die dem Auslande angehören oder die jetzt Wiener sind, aber bis vor kurzem dem Auslande angehört haben, und schließlich, ob es nicht Spekulanten seien, die von dem Ertrage ihrer Schiebereien leben. Er wäre sehr neugierig daraus, ob die Mehrheit dann noch den Mut hätte, für die Aufwertung der Mieten einzutreten, die nur Leute diene, die nicht einmal in privatkapitalistischem Sinne ehrlich ihr Geld verdienen, die sich wie Aasgeier auf das Leichenfeld Wien niedergestürzt haben. Diese sattgefressenen Aasgeier noch satter zu mache n, sei der Sinn -er ganzen Mion. Er könne es nicht glauben, daß die Christlichsozialen an einem Projekt festhalten Kvevden, das die Wiener Bevölkerung i n d i e Zinsknechtschaft des verworfensten Gesindels Europas bringt. Die Position der Sozialdemokraten muß schon sehr wackelig sein,. wenn sie zur Verteidigung ihrer Wiener Wöhnbaupolitik zu derartigen Argumenten greifen. Ihr wüstes Geschirnpfe enthüllt nur ihre Schwäche. * Ei« neuer Direktor der städtischen Sammlungen. Seit der Pensionierung des Direktors Alois Tr o st üt die Direktorstelle in den Wiener städtischen Samntlungen unbesetzt. Auf Antrag des amtsführendon StadtrateZ Speiser hat nun der Stadtsenat beschlossen, den Qben.cn HermannReuther zum Direktor der städtischen Sammlungen zu ernennen. Tirrk« tot Raucher Ft feit dem Jahre 1900 im städtischen Dienst und arbeitet seit 1. Oktober 1904 ca den städtischen Samm'luncren, wo er zuerst in der Stadtoiblwlhek und dann ttn Museum verwendet wurde. __Wiener Morgenzeitung_ So sehe« Ke aus. Das christlich-germanische Schönheitsideal des Herrn Millenkovich. Jener .Hofrat Max Milleukovich, der sich bei feierlichen Anlässen auch Marold nennt, hat am Tage, da der Häkeickreuzvistonär Roth stock freigejsprochen wurde, in einer Versammlung ‘:cr 'Hokcnkre.czlLr eine sittliche Rede geschwungen, >'aei der er sich auch über die Tat des Rothstock ausließ. In einen: gestrigen CpätabeMlatt versucht nun Morold- Millentovich den Anschein zu erwecken, er hätte nie über Nothstick eine Meinung ö; senil ich ausgesprochen und hat dabei das Pech, durch das itot geslnimugsverwandre Organ der Hakenkreuzler Lügen gestraft zu werden, welches über seine Darlegungen zum Prozeß Rothstock und die dabei erfolgten „stürmischen Zuftimmnugskundgebangen für Rothstock" Bericht erstarret hat. Es ist -jedoch rto, das erste Mal, daß der reisige Morold- Millenkov'ch, derrci» einer der Hauptmacher in der Uran'.a, Lügen acktras: wird. M:n e'.'vuert sich ja noch mit schmunzelnder Heilerkeir daran, daß der April des Jahres 1917 mit dem Scherz begann, daß pwtzlich ler Hofrat Max Ritter von Millenkovich aus dem Un:criich!snnnisterinm zum Direkror des Lurgrbeacers ernannt wucde. Einige Tage spater harte er die Wett. so weit sie damals für des Lebens Heiterkensn empfänglich war, mi: der.l geflügelten Wort vom „christlich-germanischen Schönheitsideal" beschenkt, das er in. seiner Antrittsrede als Burgtheaterdire-ktor hochzuhalten versprach. Fünfzehn Monate später flog der Hofrat Millenkovich recht unsanft aus dem Buvgtheater hinaus. Er hatte nämlich erneu: weiblichen Mitglied des Theaters, welches «in seiner Dire'ktionskanzle: über die Verlängerung des eiben Mausenden Eugagementsvertrages vorjprach, wahrscheinlich, weil er sein .christlich-germanisches Schönheitsideal Hochhalten wollte, recht eindeutige, ja sogar handgreifliche Zumutungen gemacht, und als die Dame sich dies vevbat, ihr erklärt, der Vertrag werde nicht nwhr erneuert werden. Die betreffende Dame brachte die Angelegenheit ihres Vertrages und die Zusammenhänge, die Herr Millenkovich daran gelknüpft hatte, vor den Obersihofmeister Grafen Huri yadi; da Herr Millenkovich, wie dcm:als anfkam, auch ei^e zweite Schauspielerin des Burgtheaters zur Betätigung seines chrfftlich-germauifchen Schönheitsideals aufforderte, schielt er vom Qberschchmeffter den Auftrag, entweder die beiden Damen wegen ihrer an das Obersthosnwisteramt gemachter: Mitteilungen bis zum 30. Juni 1918 wegen Ehreübeleidigung zu klagen oder sich mit diesem Tage als entlassen zu betrachten. Au: 30. Juni verschwand Herr Millenkovich aus dem Burgtheater. Meser AtoroldMillenkovich nun inacht jetzt bei -den Halkenkreuz'ler.n in Sittlichkeitsvisionen. Er spekuliert anscheinend dalbei, wie alle diese Gejfellen, ans das kurze Gedächtnis der Oeffentlichkeit. Diese Spekulation ist verfchlt, denn seine Burgcheatertätigkeit ist noch in frffcher EriimercM. Es wäre also Herr Millentovick anzuraten, mit sittlichen EntrüstuuMindgebungen noch etwa zwacczig Jahre zu warten. Rothstock-Feier beim Weigl. Gestern abends veranstalteten die Halenkreuizler eine Versammlung in der Katharmenhalle, in der der Hauptredner, 9. Oktober 1925 -Seite S ... ... 11 ... im i Dr. Blümel, den Mord, den Rotihstockton dem Schrfftstell« Bettauer verübt hat, als sittliche Befreiungstat feierte. Die Bechmmchmg bcheMe heulend ihren Helden. Rot'hstock war in der Versammlung' noch nicht anwesend. Ser Streik bei der Minen. Ergebnislose Verhandlungen. In der Angelegenheit des Streiks bei der Alpinen Montangesellschaft hat der Minister für soziale Verwaltung Dr. Re sch in den letzten Tagen teilweise persönlich, teilweise durch Ministerialrat Dr. Wlcek eine Reihe von Besprechungen mit den Vertretern der Alpinen Montangesellschaft und der Arbeiterschaft abgesührt, um eine neue Verhandlungsbasis zu finden. Da diese Bemühungen zu keinemErgebttis führten, hat Minister Doktor Resch dem Bundeskanzler Dr. Ramek über die ganze Angelegenheit Mittwoch einen genauen Bericht erstattet und ihn ersucht, die Vertreter des Hauptverbandes der Industrie Oesterreichs zu einer Besprechung einzuladen. In dieser Besprechung erschienen Präsident Urban und geschäftsführender Vizepräsident Sektionschef a. D. E h r h a r t. Die Besprechung, an der auch Minister für soziale Verwaltung . Dr. Resch und die Abgeordneten Heinl und Doktor Weidenhoffer teilnahmen, hat gestern früh unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers stattgefunden. Trotz ncehrstündiger Beratungen gelang es nicht, zur Formulierung einer Bergleichsbasis zu kommen. Parallel mit diesen.Verhandlungen fanden unmittelbare Besprechungen des Landeshauptmannes Dr. R i ntelen und des Landesrates Machold einerseits mit den Vertretern der Arbeiterschaft andererseits mit der Generaldirektion der Alpinen statt. Diese.Verhandlungen dauerten ununterbrochen zwei Tage. Es wurde eine Reihe von Vorschlägen formuliert und zur Erörterung gestellt, bezüglich welcher die Alpine Montangesellschaft erklärte, daß sie sie mit Rücksicht auf ihre finanzielle Situation nicht annehmen könne. Da es auf diese Weise nicht möglich wurde, eine Verglerchsbasis zu finden, entfiel die vom Minister für soziale Verwaltung für gestern in G r a z angesetzte Verhandlung. In den späten Abendstunden fand unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers noch eine Besprechung statt, an der Minister für soziale Verwaltung Dr. R e sch, Landeshauptmann Dr.Rintelen, Landesrat Machold, Generaldirektor A p o l d, Nationalrat .Hartman«, Gemeinderat Stein und Sekretär Walz tellnahmen. Die Teilnehmer an der Besprechung erklärten, daß sie über Wunsch des Bundeskanzlers sich zu w eiteren Verhandlungen zur Verfügung halten. * Infolge des Ausstandes in Donawitz hat die Alpine den Betrieb in K i n d b e r g g e f perrt. * Die Wirtschaftspolizei beobachtet die Kaffeehauspreise. Die Kaffeehauseigentümer haben, wie' berichtet, mit Rücksicht aus die Lohnerhöhung, die sie ihren Angestellten gewährt halben, eine Erhöhung der Getränks reise angesetzt. Die Wirtschastspolazei nimmt vorläufig eine beobachtende Haltung ein, erklärt aber, daß sie eine abermalige Erhöhung der Preise in den Kaffeehäusern nicht bewilligen würde.. Das Schachspiel Mer und jetzt. Von I. Miefes. Ein wirklich tief angelegtes Spiel, dessen geistiger Inhalt auch scharfsinnige:: Köpfen Anregung und Befriedigung gÄvähven soll, kann «unmögslich als fertige Sache von einen: einzigen Erfinder zur Welt gebracht werden. Es muß, che es eine endgültige, harmonisch abgeschlossene Form gewinnt, eine mehr oder weniger lange EnttvMungsgeschichte durchwachen. Es ist daher nicht zu verwundern, wenn das Me Schachspiel, das ja an Tiefe und Feinheit von keinem anderen Berechnungsspiel auch nur annähernd erreicht wird, erst im Laufe von vielen Jahrhunderten sich zu dem entwickelt hat, was es heute ist. UebÄgeus. ist. das Atter des Schachspieles früher be- -deutend überschätzt worden. .Adan glaubte, daß das in der Odyssee erwähnte Brettspiel, mit den: sich die Freier der Percetope die Zeit Vertrieben, bereits ein Vorläufer 'Unseres Schachs sei, Äerffo wie jene Brettspiele, von denen man auf uralten ' ägyptischen Papyrus Abbildungen gefunden hat. Bon dieser Ansicht ist man jetzt abgökommm. Me Forschungen der heutigen Schachhistoviker haben ergeben, daß das Schachspiel wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte des sechsten nachchristlichen Jahrhunderts i n Indien erfunden worden ist. Auf Indien, als Heimatland deutet schon der Name hin, den das Schach im Sanskrit hat, nämlich „TschaturaiM". Mörtlich übersetzt heißt dies: ,Ms Vierteilige". Zugleich ist dieses Brot auch die Bezeichnung für das iMsche.Heer, das in vier HauptbestandteÄe, in Elefanten, Wagen, Pferde und Fußvolk zerfiel. Dom indischen. Erfinder hat somit ..die Darstellung einer Schlacht in Form eines Spieles vor Augen geschluckt. Von Indien kam das Schachspiel nach Persien, und dort lernten es ■ die Araber kenmu, als sie im Jahre 642 dieses Land eroberten. Sie scheinen sich sofort mit einen: wahren Feuereifer; auf das geistreiche, wunderbar tiefe Spiel geworfen zu haben, für das mmmchr eine Blütezeit heranbrach. Wird doch schon im achten Jahrhundert von einem arabischen Schachspieler berichtet, der „ahne das Brett, zu sehen, spielen konnte". Das wäre also der erste geschichtlich beglaubigte „Bliudspielor". Die arabische Literatur der nächsten Jahrhunderte ist reich an schachlichei: Werken und enchält eine Menge' handschrfftlicher Aufzeichnungen von Schachprobleineu und deren''^öslUNgen.- Aller. Wchrschemlichkvit nach hat das Schachspiel bereits um das Jchr 700 herum seine erste große Umwandlung durchgeanacht, nämlich den Uebergang von feirrer indischen in die arabische Form. Durch die Araber kam das Spiel zunächst nach Nordafriika und von dort ist es, wahrscheinlich gegen Ende des achten Jchchunderts, nach Spanien gebracht worden. Dann nahm es schnell seinen Weg in das übrige Enwpa, wo es schon im elften Jahchundert allgemein betannt war. Die früher verbreitete Meinung, es sei durch die Kreuzzüge nach Europa gekommen, ist irrig. Gespielt wurde das ganze Mittelalter hindurch sowohl im Orient, wie auch in Europa mch 'den arabischen Spielregeln, die sich wesentlich von den heutigen unterscheiden Schon in der Aufftellung der Figuren war ein kleiner Unterschied. Der weiße König stand Wnlich nicht auf 'dem fünften Feld der untersten Reihe, sondern auf dem vierten, also (in heutiger Schachnotatio::) nicht auf e 1, sondern auf d 1. Ter schivarze König war, deuleutsprechend, Mf d 8 Postiert. Die weiße Dance stand zur rechten, die schwarze zur.linken ihres Königs.^ Sie hieß im arabischen Ferfan Mat), in Europa Fers, und hatte eine ganz andere Gangart als im heutigec: Schach. Während sie jetzt der bei 'weitem mächtigste Stein ist, war sie damals unter den Offizieren einer der schwächsten. Sie tonnte nämlich nur in schräger Richtung auf das nächste Feld ziehen. Auch der Läufer, Fil genannt, zog anders äls jetzt. Er bcherrschte die übernächsten Felder der Diagonaler:, also zum Beispiel aus e4 ftchend, die Felder c6, g6, c2, g2. Der König, der Turn: und der Springer hatten die gleiche Gangart wie im modernen Schach, 'über die Rochade war noch uübekarcnt. Die Gang- und Schlagart des Bauern ist gleichfalls diesokbe geblieben, nur daß ihm der Doppel'schrüt von seinem Ausgaugsfelde aus nicht erlaubt war. Gelangte, er zur letzten Reihe, so tonnte er nicht in eine beliebige Figur, sorckem nur in einen Fersan (Dame) mngewandelt werden. Alles in allem war also die «Kraft der Offiziere bedeutend geringer Äs in cmseron: Spiel, und infolgedessecc übte der König dainals eine weit größere Macht aus. Ihn matt zu setzen, gelang vechältuismäßig selten, weil ja dazu .ein gewisser Kräfteülberschuß nötig ist. Daher gab es im mittelalterlichen Schach , zwei Arten des Sieges, den'M a t tfieg", der als besonders ehrenhaft galt, und den „Beraub ung8s i eg": die Partie war verloren, wenn 'der König aller seiner Steine beraubt war. Die Umwandlung von der arabischecc Form in die moderne hat sich in Europa vollzogen, aber es läßt sich nicht ermitteln^ in welchem Lande. Auch der ZeitpMkt, zu welchem dies geschah, stcht nicht genau fest, jedoch «ist sicher, daß er in die Jahre zwischen 1400 und 147'5 Mt. Natürlich wuvde die alte Spielweise nicht sofort überall verdrängt.. Sie hat sich bis ins 16. Jahchundert hinein neben der neuen bchauptet. Im JtälienWhen nannte «man bezeichmnderweffe das neue Spiel das Schach „alla ralbiesa", also: ,-Schach auf stürmische Art", weil ja hier, im Gegensatz zum arabischen Schach, die Dame mit enffesselter Kraft über das Brett hin- und horraste. Mit der veränderten GangaÄ der Dame nahm die Bedeutung der Bauern enorm zu, denn sie werden ja numnchr, wenn sie zur letzten Reihe gelangten, m die mächtigste Figur umgewandelt. Dadurch echielt das ganze Endspiel einen acrderen Charakter. Der ,Mraübungssieg" w«urde daher bald äbgeschalfst. Da der König aber jetzt weit mchr «gefährdet war als früher, so erlaubte man ihm einmal in der Partie einen Sprung ans das übernächste Feld der untersten Reihe (nach gl, resp. nach ei), eventuell über den Duvm hinweg, wem: dieser bereits nach s 1, resp. nach d 1 gegangen war. Daraus entwickelte sich allmählich die heute übliche Form der Ro chad e. Jcn großen und garczen ist bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach denselben Regeln.wie heutzutage gespielt worden. In manchen PMten aber, wie bezüglich der Umwandlung der Bauern, der Rochade, des „ewPassant"-Schlagens, des Patts usw. haben die Spielregeln noch schr lange Zeit geschlvankt, und erst von der Mitte des vorigen Jahrhunderts alb kann man sie.als allgemein feststehend bezeichnen. Stmcg genommen, ist-sMt heutzutage noch keine restlose Einigung über alle die Spi-Äpraxis betreffenden Fragen erziM worden. So gilt zum Beispiel in England die Regel, daß eine Partie als remis abzubrechen ist, wenn in «ihr dreimal dieselbe Stellung mit demselben SpiÄer am Zuge vortommt, während «man in Deutschland solche Partien als remis evklärt, in denen dreimal diesMen Züge wiederholt worden sind. Auch die Frage, was im Fälle eines unmöglichen oder unerlaubten Zuges Mcheihen soll, wird nicht überall in gleicher Weise entschieden. Um Unklacheiten in solchen Pmckten zu vercneiden, wird in den Pvoigrammeu der intemaiionalerc Durniere und Meisterwettkämpfe stets ausdrMich angegeben, welche Regeln in Kraft treten sollen. Der vor kurzen: gegründete Amateur-Weltschachbcmd ist jetzt damit beschäftigt, eine internationale U^beremstimmung der Gpielgesetze in allen Pun'tten herbeizusühren.

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