Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2378 (6.10.1925)
- Date
- 1925-10-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ibitiij ^uIvRvRqI WleÄer Morsenzelk««s ■■ -MmOvitMyer des Angrkwytm, der HakelckvenMvokat Dr. Riehl. SRe Lat Rochfivcks sei mit einer derartige» RKtert voWhvt Word«!, daß sie, wenn man die ProLewrische diches Bwffchen in Betracht zicht, kaum «bertwffen könne. Gegenüber de»n Kübül voll Schmutz, mit dem nach semar Tat Äbeyschüttet wurde. Könne man nur ct anwende«, tzas ry EM DM üb« Rostock gewnrde: > Dieses Volk hat ei«« Rochstock gar nicht veMienk." Lar Bsrtvidiger verweist auf den Attentäter Bälervan, der in Berlin Taiaat Pascha ermordet hat und von dm dortigen Ge- Wwrnen ftsigesprochen wmde, ferner aus den Freispruch-des Mörders des SolUyetgesimdton Wowronski, Obersten K o-n- «adi, durch die Goschwovrum von Lausanne. Rochstock habe Mv«ch4 a^>s politischen, sondern aus religiöse« Anschovungen W« Tab begangen. Der Berteödvge-r beschäftigt sich mm Mit . dem Gutachten der Psychiater witb meint, bei aller Hochachtung vor der Fakultät können die Gefchwornen nicht darüber hinweggehen, daß Aerzte, die seit Jchrgchkvwn im Hause tätig sind, den AngeÄagten für geisteskrank erklärt haben. Nach einem solchen Gutachten müßten die Gsschwornon die Zusatzfrage, ob? der AngeKogte der Vernunft beraubt war, bejahen. Auch er, iMchl, stehe aus dem Boden der katholischen Weltavschaunng; er sei konservativ und würde auch w ldieser Strafsache -nicht etwa mit GrmÄsätzeu von Lo mbroso > kommen, «m den Freispruch des AngeMagton zu erzielen. Aber j&e* Angeklagte sei KoeifeAos für seine Tot mcht Veranttvartlich. Dr. Riehl kommt sodann ans die Person des ermordeten Oettmrer M sprechen ünh bezeichnet ihn als einen Schädling ides Volkes, der es davcmf abgesehen hatte, fpegielldie Jugend M verderben.'Sem Buch Me Stadt ohne Stoben" stellt?Äe frechste Verhöhnung der bÄ>enstanbigen Bevölkmmg , Ämch ein fremdrassiges Volk dar, das die Gastfteund- Zchaft genießt. Bettauer Hobe allen arischen Mädchen gevüen, sich jüdischen Liebhaber« hingogckeu. denn nur dich seien vollwertig. Wenn das «in deutscher Jüngling -Vch, so muß er sich in seiner P»ll »vrrs (Kchkupfmstt) Relestrümpfe W. Holzer Handschuhe VI., Mariabllferstraße 89 — 1!., Taborstraße 1$ m gesellschaft verharrt noch immer aus ihrem Vorschlag, den sie in Graz gemacht hat. Da die Arbeitervertrcter dieses Anerbieten abgelehnt haben, ist in politischen Kreisen die Anregung aufgetaucht, den Konflikt bei der Alpinen durch einen Schiedsspruch eines paritätisch geschützten Kollegiums zu beenden. -r. nmnef Mer Ve Vemtmfordmmseil. Fortsetzung der Sparmaßnahme«. — Verringerung des Beamtenkörper-. Das Ergebnis der Streikabsttmmung der Bundesangestellten liegt noch immer nicht vor. In einzelnen.Orten haben, wie es heißt, hundert Prozent der Abstimmenden die Streikfrage bejaht. Zu den Forderungen der Beamte» äußert sich Bundeskanzler Dr. R a m e k im Grazer ,^Zolksblatt" in sehr bemerkenswerter Weise unter anderem: „Das Ergebnis der Urabstimmung der Beamtenschaft kann an der Haltung der Regierung nichts ändern, weil sie ja auch am Budget'nichts ändert. Unser Beamtenkörper ist zu groß geworden und konnte trotz aller Abbaumahnahmen nicht aus das natürliche Maß reduziert werden. Was noch mehr ins Gewicht fällt, ist, daß wir eine Zahl von Pensionisten haben, wie sie relativ vom Stande der Aktiven wohl kein anderer Staat aufweisen könnte. Aus drei aktive komme« zwei peusiouierte Angestellte. Um dieses Verhältnis auf eine natürliche Weise zu verbessern, wird die Regierung weiterhin auf eine Verringerung des Beamtenkörpers hinarbeiten und die Abbauaktion zu Ende führen muffen. Darüber hinaus aber für eine längere Zeit, etwa zwei bisdrei Jahre, wird jede Neuaufnahme zu sperren sein. AarzeNilofer Zahlungsverkehr bei de« Steuerilmlem. GejchlechtSchrr Mf das Mvechte g^rojffen Men. Die Tat Rckrhftocks hckbe such gute Folge« gezeitigt; im Natiomllrat werde demnächst ei« Gesetzentwurf gegen die Schmutzklevatz« ««gebracht Wochen, den nmn -mit Recht als ,&l Rochstock" öezeichnen kann. Die deutsche Ehre müsse gegen die jüdischen Presseangriffe geschützt werden; das könne dmch einen FreHpvuch des Angeklagten E wirksamsten geschehe n. - . Diese Hanswuvftiaden, die sich'als PokitLmn cruMelen wollten, wurden von etlichen Claqueuren Riehls mit Beifall Mttievt. Der Vorsitzende drohte mit der Räumung der Galerie. Der Freispruch. : Nach mehr als einstündiger Beratung verkündete der Obmann der Geschwornen das BerdAt. Die bewen Hauptfwgeu auf Mord und Uebevtrotunig des Waffonpateutes wurden. iwt zwölf Stimmen Ja beantwortet. Me Znsatzfrage, ob er bei AAsführung der Tot des Gebrauches der Ber-nnnft ganz beraubt war, mit sechs Stimmen Fa gegen sechs Stimmen Nein bsMllwrtet. Im Sinne dieses Verdiktes verbündete der Vorsitzende den Freispruch des Angeklagten, den dieser ohne sichtliche Zeichen von Errogrmg auftrahm. Der Staatsanwalt stellte de» Antrag, Otto Rochstvck, der nach dem Wohchpruch der Geschwwnen «Nd nach dem Gutachten der Gorichtspsychiater als gemeingefährkicher Geisteskranker zu betrachten fei, in einer HeNcrnstailt zu internieren. Vevteidiger Dr. Riehl sprach sich'gegen den Antrag ans, du man in diesem Faste das (von ihm vorher bekämpfte — De Red.) Fakuitätsgutachteu zu Rate ziehen muffe, das den AugeWagten geistig normal betzeichnet. Nach einer kurzen Beratung schloß sich der Gerichtshof der Ansicht des ÄaatsanwaHes an und ver- Dgte die Aeberstellung RothstockS in eine Heilanstalt. Er wird Äfo trotz des Freispruches nicht enihoM. . Drohende SerschSrfnug der ArMr bei der Mine«. Ueber Auftrag des Ministers für soziale Verwaltung Dr. Re sch trat gestern vormittags der zuständige Referent Ministerialrat Dr. W l e z e k mit der Generäldirektrou der Alpinen in Fühlung und hatte eine längere Unterredung mit Generaldirektor Dr. A p o l d und den Direktoren Dr. Herz und Z a h l b r u ck n e r. In dieser Unterredung wurde das stritüge Lohnproblem im Zusammenhänge mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens neuerlich erörtert. Die Besprechungen werden demnächst fortgesetzt. Die Alpine will den Betrieb am Erzberg nur noch bis zum Mittwoch führen. Ab Dönnersbag besteht die Gefahr, daß der Betrieb am Erzberge ingestellt werden muß, da eine längere Lagemng der Erze unmöglich ist. . Die Betriebseinstellung würde einer Entlassung von 3000 Arbeitern gleichkommen. Morgen werden im Ministerium für soziale Verwaltung die Ei.nigungsVerhandlungen fortgesetzt, denen erhöhte' Bedeutung Zukommt, da bei längerer Dauer des Streikes bei der Alpinen eine Anzahl steirischer Eisenwerke infolge' Mangels an Rohmaterial zur E i n sch r ä n'k u n g ih cer Beirjede Weiten müßte. Die Alpine Uontan- Bei der Reform des staatlichen Kassendienstzes hat sich die Finanzverwaltung die Förderung der an die Steueramter zu leistenden Einzahlungen im Wege der Postsparkaffe und im Wege des bargeldlosen Zahlungs- Verkehres besonders angelegen sein lasten, weil sich diese Einzahlungsarten erfahrungsgemäß in einer wesentlichen Ersparnis an Personal- und Sachaufwand auswirken. Diese Bestrebungen fanden allerorts bei den beteiligten Bevölkerungskreisen verständnisvolles Entgegenkommen. Das Finanzministerium hat daher im Hinblicke auf die günstige Entwicklung, die bisher die angeführten Einzahlungsarten bei den Steueramtern genommen haben, die Anordnung getroffen, daß vom 1. d. angesangen, die Einzahlungen, die an die Äeuerämter in den Bundesländern: Burgenland, Kärnten, Salzburg und Vorarlberg zu leisten sind, in der Regel nicht mehr d u r ch B a r e r l a g bei den Steueraintern geleistet werden können, sondern nur im Wege der Postsparkasse auf das Konto des zuständigen Steueramtes oder im Wege des Giroverkehres der Nationalba4tk oder im Wege des Erlagsvermittlungsverkehres des Giro- und Kassenvereines in Wien nach den darüber bestehenden Vorschriften zu erfolgen haben. Für die Steuerämter in den übrigen Bundes- , ländern ist die Ausschaltung der Bargeldannahme für die nächste -Zeit in Aussicht genommen. Die auf das zuständige Steueramt lautenden Posterlagsscheine sind bei diesem Steueramt, bei der dem Steueramte Vorgesetzten Steuerbehörde erster Instanz und bei den im Steueramtsbezirke befindlichen Post- und Gemeindeämtern u n e n t g e l t l i ch erhältlich; die zur Abgabeneinzahlung ausgelegten r o t e n P oft e r l a g s ch e i n e, auf denen die zuständige Ein- - hebungsstelle erst vom Einzahlenden einzusetzen und genau zu bezeichnen ist, sind bei den Postämtern und Wien .in den meisten P)stwertzeichenverschleißstellen (Trafiken) käuflich. Wien, 6. Oktober. * Das Wetter. Gestern gab es einen klaren mw svumgen, .wen« auch Lühlen Tag. Die Voraussage meldet heiteres McheS Wetter. * Meder ein Wehrmannsselbstmord. Sonntag nachts hat sich der 19jährige Wehrmann Rndollf Koias des Infanterieregiments Nr. 2 nächst -des Pulvermagazins in Stammersdorf durch einen Schuh aus seinem Dienistgewrhr erfchoffen, Ms Motiv der Tat wich unglückliche Liebe!bezeichnet. * Ein Elfjähriger verschwunden. Seit Freitaa ist der Bürgerschüler Gustav Schirmer, aus der elterlichen Wohnung, 5. Beg., Geigergaffe 12, verschwunden. Der Juuge war um etwa halb ü Mr nachmittags vom Hause weggegangen und ist nicht mehr nach Hause gekommen. * Die Lebensmüden. Der Nsährige Zahntechniker Karl L >i e d i sch aus^ Krems hat Fich Sonntag m der Wohnung seiner Mutter in der Fasangasse wegen AvbeitsloisWit mit Leuchtgas vergiftet. — Gestern nachmittags hat sich die Zahntechnikerin Amalie Lang in in ihvom Atelier am Hietzinger Kai 199, wo sie auch wohnt, aus bisher nübelannter Ursache erschössen. Sie!hat einen Bries mit der Aufschrift ,Mem Testament" zurückgelaffen. — Der 68jährige Riomermeifter Johann Svetlh, Stuinpergasse 39, hat sich acktem nachmittags .in seiner Wvhwun-g echängt. — Die gleiche Todesart wählte der 46jährige Postbeamte Aitgust Da net. Er stand vor der Ghescheidung. . * Selbstmord eines Börsebesnchers. Samstag hat per - frühere Bankier Leo Thein, emstmaliger Rittmeister, im Hotel de France SeMsstmvch begalwn, deffen. Ursache m seinen tristen finanziellen Verhältnissen 6egt. Thein war scholl vor ' Ms Jahren insolvent und wurde-an der Börse, die er regelmäßig beuchte, durchdas vor kurzem zusammeirgebrocheiu! Bank- »hüus Döpper in Mitleidenschaft gezogen. In der letzten Zeit Mr Theins Lage überaus prekär. Er war verheiratet und hat #. Motzer m Kr. 8M den SeWmord außerhalb seiner Wohnung begangen. An tk Bors« genoß er sonst einen guten Ruf. * Sperre der Heilanstalt Alland. Infolge eines Somtta früh ausgebrochenen Streiks der Angestellten wird w .Heilanstalt Alland gesperrt. Der Abtransport der Patientei ist im Zuge. Die Geschäftsführung beabsichtigt, die Anstalt «t vier bis sechs Wochen vollständig zu sperren, das Per so na l zu entlassen und den Betrieb nach entsprechendei Adaptierungen wieder zu eröffnen. » Das Studium in Italien. Das in Florenz (Bia bei Servi 17) befindliche Komitee für ausländische jüdische St«, denten in Italien (Comitatv Jtalrano pro studenti Gbret Gbrei straniert) gibt allen jüdischen Studenten, welche ih« Studien in Italien fortfetzen wollen, bekannt, daß laut Verordnung vom 4. September d. I. von nun ab die aus« ländischen Studenten an den itaiienlichen Universitäten uni anderen Hochschulen nur von der Hälfte der StudiengMhre» befreit werden. Damit werden alle früheren Kundmachungen in der Angelegenhett der Studiengebühren widerrufen. * Jüdische Familiensorschung. Soeben bringt die G esellschafi für jüdische Familiensorschung das dritte Heft ihrer Mitterlungen heraus. Aus dem reichen Inhalt seien folgende Beitrage erwchnt: Rabbiner Dr. A7 Löwenthal Kerlin): Me Quellen der Mischen Mamlliensorschung". Dr. jur. D. M. Kauschanskv Werlm): ,Die Rechtsstelluna des natürlichen Kindes im jüdischen und im orientalischen Recht". L. MoseS (Wien): .jüdische FamrlieMamen" L. Horwitz (Kassel): ,^amilrennamen aus Wsstpreußen". Generalkonsul KaÄ Simon (Mannheim): ,Ms der Geschichte der Familie Dinkolspiel (MMrcheim)." Rabbiner Dr. Heinrich Flesch (Dolni Koumce): „Die Famllie Bloch in Neu^taußmtz". Für alle Interessenten kann vre Zeitschrift, die allen Mitgliedern der Gesellschaft kostenlos zugcht, wärmstens empfohlen werden. * Ei« betrügerischer Juwelier. Irr Graz ist der Juwelier ^aul Kaiser wegen Beruntvouung verhaftet worden. Kaiser .vernahm von verschiedenen Kunden wertvolle Schmuckgegenstände zum Verkauf, die er dann weiter veräußerte. Er wkgte den Parteien nur einen geringen Teil des EMes aus. Kaiser war im Begriffe, «ach Argentimen auszuwandem. * Ei« uuaarischer Gras als Führer einer Betrügerbande. Aus Lodz wird gemeldet: Samstag wurde hier eine Betrügerbande verhaftet, an deren Spltze der ungarische Graf Tsaky steht. Graf Csccky war im Weltkrieg in Lodz als Gendarmeriehauptmann tätig und ist nach dem Umsturz in Polen verblieben. In der letzten Zeit organisierte Graf Csalh eine Bande, deren Dtttglieder gegen gefälschte Polizeilegitimationen bei verschiedenen Persönlichkeiten Hansdurmsuchungen Vornahmen und dabei größere Geldbeträge entwendeten. * Ein jüdisches Waisenhaus für Karpathorußlanv. Der von der amerikanischen HUfsgesellschaft Joint gegründete Waisenverein hat mit dem Bau eines Modernen jüdischen Waisenhauses für Karpathorußland begonnen. Die auf 250.990 tichech. K. berechneten Kosten dürfte» aus eine halbe Million steigen, da der Verein den ursprünglichen Plan erweitert hat. Die Kosten werden einerseits vonr Joint, anderersetts durch Sammlungen in der Tschechoslowakei gedeckt weroen. In Karpathorußland gibt es 1100 jüdische Kriegswaisen, von denen die größere Hälfte unter der Obhut des Waisenvereines steht. Am projektierten Waisenhaus soll das größte Gewicht aus Lchrliuaswerkstätten für die Waisen beiderlu Geschlechtes gelegt werden. Bühne und Kunst. Zfidor Simsmmm als MvUer. Bon Oskar Roftvsekd. W ich jüngst einige Werke Isidor Muftnanus betrachtete, ward ich zu einem Rückblick in jene Epoche gezwungen, der Kaufmann als schaffender Künstler angehörß Und ich empfand, daß im allgemeinen mit der Zuweisung eines Malers in die sogenaunte bürgerliche Wiener Epoche eine Degradierung ausgchprochen sein soll, eine Rangordnung affo, die selbst für den anerkannten Künstler gilt, also auch für den, der die Wertschätzung seitens seiner Zeit überdauert hat. Das Stoffliche ist Milieu, i» dem sich die Eigenart des einzelnen nicht ausleben kann; es ist der Kreis der Menschen und Dinge, die dem alltäglichen Verkchr angchören, verschönert, mit einem Goldrand versehen, sentimentalisch verzuckert und in. einer Pose dargHellt, die dem Objekt Würde, Ehrsamkeit, Anstand verleiht. Das Malerifch-Handwerkliche ist festgelegt im Grundsatz sollider Malerei, die jeder, der etwas auf. sich M, zu respektieren hat, es besteht eine unausgesprochene Konvention im Zuendesuhren der diildnerffchm Aufgabe. Die-Bilder dieser Zeit erscheinen bis zum äußersten Rande fertig, sie leben in einer Sphäre, die als Harmonie — vor allem für den genießenden Laien — sichtbar wird. Und es bestcht eine Konvention des GefHnackes, der der Komposition, der Farbe, ^dsm Inhalt sein Gesetz oktroyiert. Auch die impulsivsten Künstler dieser Zeit, die exzentriischesten Naturen fühlten sich an die Grenzen ihrer ZeiÄunst (in Mitteleuropa) gebunden und stellten eine Gemeinsamkeit der Leistungen dar, die man als ,/ckademifch" bezeichnen könnte. In dieser Ordnung, in dieser Gemeinsamkeit ist bis zu einem gewissen Grade auch Isidor Kaufmann gestanden, aber was chn von ihr trennte, was ihn Äber sie ompochob, war die seelffche Einsamkeit seiner Person. Sie war es, die ihn in den Zustand vevsetzte, unbekannte Schön-, heilen im Leben des Menschen zu entdecken, und zwar im Leben des jüdischen, des religiösen, des extatischen Men- ■ scheu. Wenn er auch einen kameradschaftlichen Geist neben sich wirken sah, die Entdeckung des ostjWschen Menschen fiir den Bereich einer darstellenden Kunst ist sein -Eigenes. Das Ersaffen dieses Menschen und seiner seelischen Atmosphäre verlangt eine Erregung, eine Dibration des Herzens, die über die natürliche Spannung des produktiver Künstlers hinausgeht. Hier stcht ein'sittliches Element einem ästhetischen gegenüber. Und wer Mnnte leugnen, daß um der Kunst willen diese beiden Elemente sich durchdringen. müssen, um. das . reine Kunstwerk, schaffen? Däs Stoffliche bei' Kaufmann f^eini-' veMch.' W Malerische. Und welche Ueberraschung! . .Die sittliche SHäre P so rern'und die malerWe SuWnz so gevWU