Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2373 (1.10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981459--24220-3011742- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
/ Nr. MS Iw, Donnerstag '.——"7-■„ ■ ‘ --- Ifott nicht bk Einwanderung in ernste Schwierigkeiten geraten. 7. Für V e r w a I t u n g, das heißt für /die Erhaltung des gesamten Apparats der Pallästinaexekutive -mit allen ihren Departements, die für die lhestünmungsgemäße Verwendung =bcS Palästinäbudgets zu sorgen hat, tvar im Vorjahre eine Post von 16.000 Pfund veranschlagt. Dieser Betrag reichte nicht aus und es wurden tatsächlich 21.000 Pfund ausgegeben, etwa 5 Prozent des ' Budgets, das durch die Hände dieser Administration geht. An das neue Budget ist, trotzdem es im allgemeinen erhöht ist und wesentliche Erweiterungen des Arbeitsgebietes. vorsieht, wiederum nur ein Betrag von 19.000 Pfund oder etwas über 3 Prozent des Budgets eingestellt worden. Es entspricht der Neigung der Kongresse, die Budgets für Ad-, nlinistvation so niedrig als möglich zu halten; es mag auch erwünscht sein, Ausgaben auf diesem Gebiet mit möglichst viel moralischen Hemmungen zu versehen; schließlich aber wird sich -auch nufere öffentliche Meinung. und unser PMikum mit der Tatsache vertraut machen müssen, daß ein Budget von 600.000 Pfund Sterling nicht von .Amateuren verwaltet werden kann, sondern einen 'wohlorganisierten Stab von Fachleuten erfordert, der seinen Preis kostet, sich aber auch bezahlt macht. -Natürlich ist die Exekutive bestrebt, dieise Ausgabepost wie alle anderen so' sparsam als möglich zu halten, wie auch das Direktorium des Keren Hajessod den Speisensatzseiner Zentrale und seiner 'Landesstellen -mit allen Kräften und immer wieder, auch mei'st mit bestem Erfolg, herabzudrücken trachtet. 8. Die b e s o n d e r e n A u s g a b e n der Gruppe 8 stellen Auslagen für iwichtige politische Arbeiten >dar, die eine vitale Voraussetzung für die Möglichkeit kolonisatorischer Anfbauarbeit.in ksülästina bilden. 9. Die Post religio s e A u g e lege u heit e u erscheint. zunl ersten,nral als solche tm Budget eines Zionistenkongresses. Bisher kannten wir die Post Misrachi. Nunmehr sind die Aufwendungen für die vom Misrachi begründeten oder im Interesse seiner Angehörigen wirkenden Institutionen in den Budgets der betreffenden Ressorts uutergebracht: Immigration und Arbeit (etwa 5(100 Pfund), Erziehung (7000 Wund), Handel und Industrie (5000 Pfund); auch innerhalb der sanitären Arbeit hat der Kongreß bestimmt, daß die Krankenkasse des Hapvel Hamisvachi im Verhältnis zu ihrer Mitgliederzahl berücksichtigt werden muß. Neben all dem wurde , nunmehr eine besondere Budgetpost für religiöse Angelegenheiten eingesetzt, um die religiösen Institutionen der Siedlungen zu sichern; >die Ausgabe erfolgt durch den .Misrachi im Einvernehmen mit dem Oberrabbinat in Palästina. 10. Dev Betrag von 4500 Wund ist die erste von zchn .Jahresraten zur Rückzahlung einer alten Schuld an den I. C. T., die.noch aus der Zeit der Zionist Commission in Palästina (zur Zeit Ker' MMäMvwaltüng während >des Krieges und kurz nach .dom Waffenstillstand)' stammt. * Mit diesen Darlegungen glauben wir gezeigt zu haben, daß das' Palästinalbudget für das Jahr 6686 einen Arbeitsplan darstellt, der mit großer Umsicht, mit Solbstbeschränkung und nüchterner sachlicher Ueberlegung ausMrbeitet . ist. Das Budget ist, gemessen an den biHerigen Eingängen des Keren Hajessod, hoch, gemessen an den Erfocherniffen der Palästinaarbeit und der gewaltig anwachsenden Gnwanderung bedeutet es die untere Grenze des eben noch Möglichen, um einen Rückschlag zu vermeiden, der die Frucht der großen, in den letzten fünf Ia.hren gerächten Opfer zum Teil wieder zerstören Würde. Es muß daher alles darangesetzt werden, -dieises Budget voll und rechtzeitig zu decken und den Keren Hajessod in die Lage zu bringen, allmonatlich die fälligen.50.000 Pfund Sterling an die PaläftiNaexekntive zu überweisen. M interessmtes Vermächtnis. Das Testament eines jüdischen Richters in England. Aus London, 25. Sept., wird uns geschrieben: Justizrat Samuel Henry Ernennet, einer der angesehensten Richter Londons, ist hier verstorben und hat ein Vermögen von etwa 19.000 Pfund Sterling hinterlassen, was ungefähr dev Summe von 650.000 Schilling entspricht. Großes Aufsehen hat sein Testament in der englischen Presse hervorgerufen, in dem er unter anderem erklärt: „Da ich als frommer Jude gelebt/habe und sterben werde, und da ich wünsche, daß meine Kinder strenge dem orthodoxen jüdischen Glauben folgen, ist es mein Wille, daß m eine Tochter uur einen frommen Juden aus frommem, jüdischem Hause heirate, widrigenfalls sie ihren Anteil an dem Erbe verlieren soll. Desgleichen will ich, daß m e i n e S ö h n e nur Jüdinnen heiraten Md daß sie beide fleißig, arbeiten mögen, wie ich es für sie getan habe, sowohl um ihr väterliches Erbe zu vermehren als auch für das Judentum zu wirken, dem sie die Fähigkeiten, die sie besitzen, zu verdanken haben. Sie mögen für das Judentum .wirken, zur größeren Glorie des Allmächtigen, und seines. wunhevvollen,'.und äusevwählten Voiles/ .- Es folgt sodann die ausdrückliche Bestimmung, daß das Erbteil, das auf seine beiden Söhne' Henry Lewis Herschel und Charles Ausell entfällt, ihnen nur dann zukomme, wenn sie die letztwilligen Bestimmungen beachten. * Helfet den Blinden. Die am 3. und 4. Oktober stattfindende Blindensammlung bietet Mnschenfrennden Gelegenheit'zur Betätigung ihrer wchltätiüen Güsinnung. Mögen sie der Aktion durch Spenden oder durch werktätige Mitarbeit als Sammler auch heuer zu einem durchWageuoen Erfolg verhelfen. Sie fördern danrit wichtige Wohffahrtsetnrichtrmgen, die den Blinden in allen Lebenslagen Trost und Hilfe bieten. Wiener Morgenzeitung i i >,«> ii ■ >"... 1 ■■■" Austritte aus dem Zudentum. >' Freudenheim Jtabella.'geb. 17. Februar 1898, Odessa, 3. Bez., Erdbergerlände 22. Brandwetner David/ geb. 11. Februar 1975, Wftrl, 2. Bez.,' Springergasse 8). S ch ä p i r a Amaliä' geb. T r a u r m a n n. geb. 3. Dezember 1893. Mannkeim, Artistin. 2. Bez.. Ausstellungsstraße 43/28, L e ly b e r a,e r Heinrich, geb. 26. Oktober 1901, Budapest, Diener, 10. Bez., Waldgasse 15/17. Turnotvsky Margarete, geb. 10. Juni 1894, Baden, Private, 2. Bez., Ltchtenauergasse 1/7. Hirsch Leopold, geb. 8. Jänner 1898. Holleschau, 14. Bez., Märzstraße 189. Werner Regi auch Rest geb. 5. Dezember 1865/ Größ-Bittsee, 7.' Bez.. Kaiserstraße 96. Hätschlet Elisabeth geb. S z a n t o, geb. 11. Mär., 1898, Budapest. 7. Bez.. Schottenfeldgasse 85. T a usz i g Emmerich Jmre, geb. 17. Jänner .1889, Veszprem, 2.. Bez., Wolfgang-Schmälzl-Gasse 18 R ei t e r Berta, geb. 24. April 1900, Chozenitz, Comptoiristin, 10. Humboldtgasse 81. Ro 8 dol ' Margit geb. F e l,p st e i n, geb. 20. September 1895, Wien. Musikersgattin, 2. Bez., Taborstraße 39. ,M i ch e l o z z o C e s o l i Margarete geb. Hermann, geb. 26. Oktober 1900, Wien. Beämtensgattin, 6. Bez., Mollardgasse^ 19. -M i ch e l ö z z o Ruth Agathe Adele, geb. 1. August 1925. Wien, 6. Bez., Mollardgasse 19. Stern' Maximilicut, geb. 3. September 1918, Wien, Schlossergebilfe, 3. Bez., Untere Augartenstraße 37. W eis z Josef, geb. 14.Jänner 1894, Wien, Schlossergehilfe, 19. Bez. Jglaseegasse 28. Fischer Fritz, geb. 17. Juli 1894. Wien. Kaufmann, 9. Bez. BernliartSioonie geb. Bauer, geb. 27.Juli 1896 Wien, 2. Bez., Stuwerstraße 34 K r o n b e r g e r Leopold, geb. 19. Mai 1896. Wien, 6./Bez.,Mbgasse/3. R u n d t Recha geb. Wollmar: ü, geb. 19.' März 1885,' Krotschtn, 8. Bez., Albertgässe 3. Bloch Hilda, -geb. 1903, Wien, 12: Bez., Rohrbacherstraße 15.- : Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes L gekennzeichnet. Wien, 1. Oktober. / * Das weiße Haus. Es ist nicht das weiße Haus in' Washington guneint, sondern das gram Haus. In. Wien. Seit mchrcren Wochen wird es beständig angestrichen, obgleich nie- ' wand hier den Vorwurf erhciben wivd, dies , wäre eine Jnv'csti-.! tion zckn Zwecke der Erhöhung-des Zmsbeitrages auf Kosten der Miete. Das graue Haus ist in Ehren ergraut, und man' Wird nicht behaupten können, daß es sich beeilt hätte, seine Favbe zu wechseln. Ja, man kann sagen, daß es auch jetzt die Aufbesserung seimr äußeren Erscheinung nicht gerade rasch vollzieht. Man ' hat 'selbstverständlich mit' der Ausstattung der Landesgerichtssträßensront begonnen, wo die Bureaus des- Präsidiums und der UntersuchMgsrichter liegen, während der- Seitentrakt in der Mserstraße, wo bloß die Couloirs zu -den: BechaMungssälen laufen, bevor er endgültig weiß wird, war-- ten kann, bis er schwarz wird. Man kann keineswegs salzen, -daß das Landesgericht üiberffüssiigen Luxus treibt; ein Haus, das so sprichwörtlich und volkstümlich grau ist oder grau war/ hat das ehrliche Recht -darauf, frisch angestrichen zu werden.- Dennoch wäre es vielleicht weiter in feitoem traditionellen düsteren Zustand geiblieben, wären nicht die Häuser nebenan ge- . weißt worden, so daß das Landesgericht plötzlich nicht mehr' grau, sondern kohlschwarz aussah. Es wäre übertrieben, wollteman das nun .dreiviertel Mövierte Gebäude einen „Feen-' Palast" nennen,-obgleich in letzter Zeit daraus Häftlmge-mit Hokuspokus verschwunden sind. Tatsächlich aber sicht es, bei' obLüflächlicher Betrachtung, nun nicht mehr wie ein Strafhaus, sondern wie eine VerfoUMNgsanstalt des. Landes Nivderösterreich aus,, Bei oberflächlicher Betrachtung. Man muß . nämlich gar kein „artsmerlsamer Beobachter" sein, um die Häftlingseskorten zu sehen, die in die Arbeit und von der Arbeit geführt werden, die Transportommbusie, foie, immer frisch beladen, Vorfahren, auch ^hörte man, daß Bechandlungen dom Wachepersonal „laut StreWsschluß" bewacht werden, man weiß, daß in diesem Hause,, das nun mit eünein heiteren, einem düsteren Auge, um Shakespeare zu variieren, zur Koketterie schielt, die Pmscha vemrteilt wurde und noch immer sitzt. Es gibt Menschen, die reduziert aussehen, auch wenn sie sich vom ersten Schneider bedienen lassen. Das graue Haus mag noch so weiß angestrichen werden — es bleibt das graue Haus. D—n. * Ab 19. Oktober Stadtbahnvevkehr auf der Donaukanallinie. Die Elektrifizieruua Ms der Stadtbahn ist vollendet. Am 19. d. wird oer Verkehr auf der DonaUkanallime und Ms dem Verbmdungsbogen von der lDonaukanM^ie zur Gürtellinie Misgenommen werden. Gleichzeitig werden an djesem Tage auch die ersten StMbcchnBge auf die Straßenbahn übergoleitet. * Wien—Preßbura in 40 Minuten durch Gleitboote? Prag, 30. September. Das „Pmgor Tagblatt" meldet: In der letzten Preß Iburg er Stadtratssitzung wurde der Plan besprochen, eine neue Verbindung mit Wien aus dem Wasstrwage mittÄs Gleit booten MWrlchten. Diese Gleitboote — ein für Mitteleuropa neues Verkchrsmittel — sind auf ein Mindestmaß-von Diesgang gebaut und so befähigt, unter Verwendung von FlUlgmotoren und Auistschrauiben, auf dem Wasserspiegel gleitend/ die Geschwindigkeit eines Eilzuges zu erreichen. Es wäre also möglich, die Fahrzeit Wien—Preß Iburg auf 4 0-Minuten herabzudrückeu. * „Merkels Blitzfahchlan", Winterausgabe 1925-26. Ein guter Rei>se>beAeiter und sicherer Zeichweiser hat sich wiüderMn eingestellt. SänMche Linien der österreichischen Bnndesbahnen sind - in ihm verzeichnet und. die Auslandsanschlüsse bestens vermerkt. Reben den Pofftlinien sind nun auch die Linstfahrstrecken hineingearbeitet. Der Wiener Lokalvevkehr' hat auch in der vorliegenden Ansgajbe BerüchiWgung gesunden. . In allm einschlägigen Geschäften, wie Bnch- und Papiechandlungen, Trafiken, aus den Bahnhofen nsw. ist dieser Fahrplan zum Preise von 1.20 Schilling zu haben. *. Das, Wetter: Gestern gab es wieder Rogen und dichten Röbel.' Die Wöraussage -kann noch , keine gründliche Besserrmg des Wetterchärakters melden. * Die LebenSmittelmärkte. Die Flöischimpovte in der Großmarkchalle wiesen zwa-r gestern einen merklichen Ausfall ans, allein angesichts' der noch vorhandenen größeren Vorräte und des schwachen Verkehres Äberwiegen die Anbote die Nachfrage. Die Preislage bli^b vorläufig unverändert. Auch der Naschmarkt. .Wunde gestern schwächer beschickt, allein in -Anbetracht bes insolge der -ungüststigen Witterung schwächeren Besuches, langten die Vorräte zur Bedarfdeckung Ms. Haliamsch, die in größeren Mengen'auf dem Markte waren, würden im Preise herabgesetzt. Mit Obst, wie auch mit Butter und mit Eiern, waren die Märkte ausreichend versorgt, _i, Oktober 1905_Seiic Z * Zahnärztlicher Lchrgana an den medizinischen Fakttjtäten. Zum Zwecke der Ausbildung des Arztes für seine Tatigkeit als Zahnarzt wird vom Studienjahr 192LM arrgefangen an jeder medizinischen Fakultät. m eigener zahnärztlicher Lehrgang emgericktet, dessen Leitung dem Vorstande des zahnärgtlichen Universitätsinstituts Miegt. Die Ausbildung in diesem Lchrgang, der ausnahmslos für die fach- ‘ liche Ausbildung von Doktoren der gesamten Heilkunde auf - dem Gsbiete der Zahnheilkunde lbestinvmt ist, dauert vier Semester. umfaßt eme theoretische und eine prccktWe Ausbildung und erstreckt sich auf folgende Gegenstände: Konsevvie- ' rende, chirurgische und prothetische ZahnheWMde, einschließlich der technischen LaboratoriuMsarbeit und Orthodontte. Der Lehrgang schließt mit einer Prüfung ab, die aus Awei Klausurarbeiten auf üeni. .Gsbicte der Zahntechniik und einer prak-! tisch-thcoretilschen Prüfung aus den obbezeichneten Gegenständen besteht. * Der Einbruch im Zwettler Stift. Die Untersuchung bezüglich des Einbruches, der in der Nacht-zum 3. September in der Schatzkammer des Stilftes Zwettl begangen wurde, ist . abgeschlossen. Dreizehn Schnldige wurden dem Landesgerichte eingvlief-ert. Den Tätern konnte noch eine Reihe von : Einbrüchen,' darunter in Mener Mllen, mit namhaftem Schaden nachgewiesen lverden. * Steuerhinterziehung eines Wiener Hoteliers. Der In-; Haber des Hotel Köbe in-der Pramevgasfe im 9. Bezirk, Bruno Kö'b e, würde verhaftet und dem Landesgericht eiugeliestrt, - weil er seilt dem Jahre 1621 durch falsche Buchungen bei der ' Verrechnung der Fremdeuzimmerwbgabe Ste-u-echinterzichungen bMngen hat. : ' * „Der Tierfreund." Der Wiener Merischutzverein läßt die vom Dichter C a st e l ll i i-ck Jahre 1846 gegründete Zeitschrift „Der Mersreuud"- ab 1. Oktober d. I. in ganz neuem Format, reich illustriert, easscheinen. Sie soll nicht nur die enragierten Tierfreunde, sonldevn auch das große PuWkum für die Sache des Tierschutzes iinteressieven und die' Propaganda des TierschutzweiMs in die große Oesfentlichkeit tragen. Der Wiener Tierschutzverein läßt diese Zeitung 33.000 Mitgliedern zwölsMal jährlich ckostvnM' Angehen 'und verkauft dieselbe in den Straßen und Traftiken um 60 Groschen, d. h. zum Selbstkostenpreis. Zum Inhalt des ersten Heftes haben Mannte Fvuilletoiristen und Schriftsteller interessante Beiträge gell-iefert. I * Der Kraftaufwand beim Klavierspiel. Schon nrancher Spieler hat empfunden, daß das Klavierspiel eigentlich mcht eine „leichte Sache" ist und daß cs.einen -nicht unerheblichen 'Kraftaufwand erfordert, um laut. erklingen zu können. Jeder, der mchr als eine Stunde konzertiert hat, rennt die Schinerzen. die Finger, Arme und Schultern empfinden. Nun hat ein Pian-ist das genaue Maß dieser Arbeitsleistung errechnet. Um eine Taste gerade herunteMdvücken, so daß sie einen pianissi>mo Ton erzeugt, braucht der Finger einen Druckaufwand vo>r 110 Gramm. Der fortissimo Anschlag dagegen erfordert schon den stattlichen Druck von 9000 Gramm. Durch das gleichzeitige' Anschlägen mehrerer Tasten wird diwses Gewicht allerdings um ein Wesentliches vermindert. Jmmechin erfordert nach dieser Berechnung die 'letzte Etüde von Chopin in C-Moll einen Krastauistvand von 3130 Kilogramm. Wenn also ein angehender Pianist ftchs Stunden täglich Mf diese Weise studiert hat, dann hat er eine Arbeitsleistung vollbracht, die etwa eist Kran im Hafen leistet. _ Schulrmchricht. E Neue Stenographie- und kaufmännische Kurse sowie Maschinschreiben. Beginn am 6. Oktober. Schule Weizmanm 1. Wollzeile 5. - Berekne. BortrSge «nd Bersammluage». Verband derZi o ntst en - R ev if i o nisten, 8. Bez., Bennoplatz 1. „Die Krise im Zionismus". Beginn 8 Uhr, abends. — HebraischeSchule, 2. Bez., Große Mohrenaaffe 16/22. Einschreibungen für Kinder uno Erwachsene, Anfänger und Vorgeschrittene täglich von 4 bis 5 Uhr no^>- mittagS. _ Bühne und Kunst. Hundertjchrfeier des Todestages Beethovens. lieber Eml>rdu<ng des Bundespräs-identen Dr. Hämisch fand gestern in der Präsfdentschaft'Skcrnzjlei eine Besprechung statt, deren Gegenistand die würdige Begehung des 100. Todestages Ludwig van Beet Hovens -bildete. Es wurde beschlossen, am 26. März 1927, dem 100. Todestage des großen Tonkü-nstlers, eine Zentenarfeier großen Stiles in gaM 'Oestevveich zu v eranstailten. Zur Vorbereitung der Feier wurde 'ein Arbeitsausschuß. gewM-, der unter Leitung des Universli« 'tätspvoifessors Hofvates Dr. Guido Adler stchen md seiinen Sitz im Unternichtsmi-nistevium haben wich. , „Re Bar auf Montmartre." (Lnstsprelthoater.) Ein Jüngeling aus der Provinz, gar nicht uubemittell und daher schr literatmbeflissen, kommt nach Paris und halt sich in einer Bar auf Montma-rtve einen ,-Stoff". Die einzelnen Kapitel des Opus, eines Romians im billigsten. Kollpovtagestil, lassen die fröhlichm nnd geistreichen Autoren Maurice Hennequin und Pierre Veber auf-das Ergötzlichste vor dem TheaterpMiVum entstehen. Neben den üblichen Pariser Schwanksiguren, die aber von den Autoren mit Geschmack und Anm'Ut in Bewegung ges'etzt sind, ist dieser Dichterling Savinien eine ÄustspveilgestM besonderer Prägung. In seiner AhnuugAlosiMit, Leichtgläubigkeft: und liebenswerten Dummheit wird er von allen verlacht und kriegt doch — was mich sehr freute — die Fäden der Handlung in die Hand. Ja, dieser unbegabte, einen LiteraM-rpveis ersehnende Rowanschrviber ist von Poesie umflosien. Josef Jarno hat nicht nur das Verdienst-in dieser öden Theatepzeiit ein gutes Stück nach Wien gebracht zu haben. Die fanros-e Komödie ivt-rd unter seiner Leitung auch famos g-esPiÄt. Es ist kein Akt der U-nhöslichkeit gegen di« routinierte Bevliner Gastm Herta'Ruß (die ein wenig auffallend und daher nicht sehr erfolgreich 'die Gläßner kopiert), weim wir Mtellen, daß-sie in dem Msgezeichneten Ensemble nicht im BordvvgMnd stcht. Der König des Abends ist ein ganz junger Schauspieler, Hans Kammauf, der in dvx -Rolle des blöden