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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-01 · Heft 2373 (1.10.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2373 (1.10.1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Gvik 6 Wien, Donnerstag fr. - •— Schranke Ifttzt. OL im Rahmen dieser ünßersten 'BMtnng unserer BoMvirtschast, also tat Rahmen des BMW rn «seiner vorliegenden Veranschlagung — Lei einer BerWerung unserer voWwirtschaWchen, Situation, die Mv erhoffen^ sind ja vielleicht Möglichkeiten 'Zeichen — durch Erzielung weiterer Ersparnisse He Möglichkeit vorhanden sein wird, den Wünschen der Bunde'sangestellten emtgegenzükoaumeu, ist im gegenwärtigen Augenblick noch nicht e u t s ch e i d b a r. Bor dem Wiedereintritt der Christlichjozialen in den Fünfundzwanzigevausschutz. Jnr Wufundz'ivanzigerausschuß -teilte der Vorsitzende!Divettor Held mit, daß er Äenstag nachmittags auf Wunsch des Bundeskanzlers Dr. Ramek Lei diesem erschienen sei. Der Bundeskanzler ließ sich über den dergMgen Stand der Beamtenbewegung imsormieren. Zn tagend welchen Verhandlungen hat die gestrige Aussprache kernerlei Anhaltspunkte geLoten. Mährend der Sitzung des Exekutivkomitees sandelt sich zwei Vertreter der Gewerkschaft christlicher Angestellter irr öjssent'lichvn Diensten, die mit der Provisorischen Geschastsführung betraut sind, ein und -'brachten offiziell zur Kenntnis, daß die Bertrauensinrännerversaimmlung der christlichen Gewerkschaft He Abberufung des bisherigen Zeutralvo rstandes und die Einsetzung einer provisorischen Leituiig beschlossen und letztere -beauftragt hat, «Mit dem Fünfundzwanzigerausschuß wegen des Wiedereintrittes der Gewerkschaft in denseVen in Verhandlung zu treten. Der Vorsitzende des Wnsimdzwanzigerausschusscs nchni diese Mtteilung zur ^Kenntnis. Ane Gedenktafel für Waller Aatheaau. ) Aus Berlin berichtet I. T. A.: Der Verein ehemaliger Kameraden der Kriegsrohstoffabteilung hat über dem Portal des Hauses verlängerte Hedemannstraße 10 eine Gedenktafel für Walter R a t h e n a n anbringen lassen. Im zweiten Stock dieses Hauses befand sich das Bureau, in dem Rathenau während des Krieges arbeitete. Von hier aus leitete er die K r i e g s r o h st o f f a b t e ilung. Die Gedenktafel ist aus braunem Kirchheimer Marmor geschlagen. Der Entwurf stammt von dem Baumeister Jessen. Das einfache Rechteck trägt die Worte: „In diesem Hause, arbeitete 1914 bis 1919 die von Walter Rathenau begründete Kriegsrohstoffabteilung des königlich preußischen Kriegsministeriums." Der Name „Walter Rathenau" ist stark hervorgehoben; die großen, steilen Buchstaben beherrschen die Tafel. Am Sonntag den 27. Äptember wurde die Tafel enthüllt. Abwehr Pieliltloser Bubenstreiche. Aus Montreal wird gemeldet: Am B«ex[lö«hriungstage sammelten sich ungefähr 3000 Juden vor dem Gebäude des im Juden-viertel gelegenen kommunistischen Klubs, um gegen die kommunistische Organisation zu demonstrieren, die unter Mißachtung des «religiösen Charakters des Tages einer Anzahl jüdischer K i n d e r ein Festmahl geben wollte. Die Mitglieder des Klubs konnten nur durch das Eingreifen der Poltzei vor dem Eindringen der Menge in Sicherheit gebracht werden. . krnmünug eines Pogromifteu. MnGchrffe des berüchtigten, Pogromijft-eu Petljura, der nkramische Ataman Zipun, hat tat Jahre 1919 in bestialffcher Weise gegen die Juden gewütet. Im Städt- °chen Hvruastahpol allein ermordete er «mit eigener Hand achtzehn angesehene Wische Bürger. Als nun den JuÄenmördex, von der Sowjetregierung amnestiert, in sein Heimatdorf zurückkehrte, wurde er von drei Juden mit M-men Alewskh, Dumerskh und Spitznitzkh niedergeschossen. - Nunmehr fand, wie I. T. A. berichtet, vor beut DistrMsgericht in Kiew der Prozeß gegen-die drei GenaMten statt, welche an Zipun für die. Ermordung ihrer Angehörigen ans sölche Weise Vergeltung geübt hatten. In der^ Vachandkmg, idie sich sehr bewegt gestaltete, wies unter anderem der Angeklagte Spitznitzkh nach, -daß vierzehn Mitglieder seiner Familie durch Zipun zu Tode gemartert «worden lwaren. Das Gericht . vemrtMe Alewsch, Dumersky und Spitznitzky bedingt zu je acht Jahren Gefängnis 'Die wuvdeir auf freiem Fuß belassen. Die Verurteilten meipeten B.e r u if u n g an. * Gepäckiransport der Palästinawanderer. In der letzten Zeit mehren sich die Klagen vm Emi-Mmten darüber, daß -ihnen, oibwchl sie von der betreffenden Gesellschaft, der sie den Transport ihrer Güter übergeben halben, eine , genaue AusstestuD der Transporffpesen erhalten haben, ihnen in Palä- . Ma noch echMiche Kosten entsichen. Es scheint -nötig-zu sein, rmranf hmzuweisen, daß fast alle Gesellschaften den Transport nur bis.Bord Jaffa, t#. Haifa ü-bwn-chmen, und daß für den Transport vom Schiff zum Kai «und pnt endgültigen Madchlatz noch weitere echMiche Kasten enfftchen, die nicht in fäert mKmnMchen Preis eingerechnet sind und Mch je nach der-Jahreszeit variieren. Diese Kosten werden vm dem be- IrKendon Vertreter in Palästina separat nachher zu den allgemeinen Transportkosten dazugerechnel. Das kuMich evWrete I-nftMattansbureau «Kr Transpovtsvagen der Palestme Ex- -Weß Company in Jaffa fft gerne bereit, über DvansPMyechMrisse nsiv. in den Hdftn Auskunft zu «gelben.; . * Jüdischer.Schnlvereta. Au BegiM des Wintersemesters Mitte Oktober) eröffnen wi«r neue Hebräischknrse für Erwachte Anfänger und Fortgeschrittene. Tag und Stunde nach Bereilcharulng. Sümmche «Kurse stehen unter Leitung des HÄrn^Dr. A. Birnbaum. Schriftliche AnmelduiMN sind m riMn an: Hebräisches Pädagogium, Wien/1. Oez., Draht- Wiener Movftenzeituu- SRitteitaeti am Hem Pablikam, KUNSTMÖBELFABRIK 520 JOH. GRÜNWALD'S WS Fleischmarkt 17 I„ Weihburggasse 11 Wohnungen, Geschiitslokale, Ctdt*, Kinos, Thetier, nach eigenen Entwürfen. Sieb gros*es, assortiertes Lager Kultus- und Justiz-Talare sowie Bareste in den mannigfaltigsten Ausführungen erhalten Sie vorrfttlg odei auch nach Mass nun bei der altbewährten Spealalflrma Rudolf Qoldsfein, Uniformicrungsanstalt Gegründet 1866 WIEN, II. 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Alle wichtigsten jüdischen Fragen, die uns heute bewegen, die hebräische Universität, er Kongress, Probleme der Galuth werden mit unerbittlicher Offenheit behandelt und kritisiert. Alles, was unecht ist und verlogen — vor der Schärfe seines Blickes kann es nicht bestehen. Klarheit und Wahrheit tut not! Ein wichtiges Buch in ernster Stunde! Preis S 1.80 , Zu beziehen durch ■ 6193 WaDiiig R. IM, H L Flei&Ht 1 Sott Der Mische« SationnlHHtotftel. Eine Aktion der italienischen Regierung. Aus Jerusalem wird uns geschvieben: Die von der italienischen Regierung analle Verleger, Bibliotheken und gelehrten Gesellschaften Italiens gerichtete Aufforderung, Bücher für die 'JeruMmer Universitätsbibliothek zu stiften, <hat «einen sehr starken Erfolg gehabt. In Jerusalem sind «bereits zivka 500 Bände eingetrojffen und viele Hunderte von Bänden befinden sich in Rom bei den unter Vorsitz von Rabbiner Dante Latt es arbeitenden Komitees. Unter anderem sandten die Gesellschaft Dante Alighieri zur VerbreiltMg der italienischen Sprache und Kultur eine vollständige Sammlung italienischer Klassiker, der bekannte' Botaniker und Leiter des botanischen Instituts in Rom, Pros. Romuäldo Pir-otta, seine Schriften und die vollständige Serie der von ihn: hevausg-ege'benen botanischen A n u a l e n; die -Familie des verstorbenen Mkro'biologen M. B. Grassi, des Entdeckers der Malaviaübertragung durch die Anophelesfliege, sämtliche kleine.Schriften Grassis, «die fchr selten sind. Die katholische Universität Sacro Cu-ore in Mvilauld übersandte sämtliche von ihr heraüsgegebenen, sehr wertvollen Arbeiten.. Die Verleger Winari, Zanichelli, Mondadori, Omperia u. a. übersandten .sehr/wertvolle Püblikationen. Die Sammlung -wird fortgef-ührt. - Auch durch Zuwendungen aus anderen Ländern hat sich die BMothek in dev letzten Zeit stark vergrößert. Durch die. Bemühungen des Herrn Guiftav S t e i n e r in Prag w«urde die gesamte Bibliothek des Herrn Dr. F i s ch l über die Erziehung s ch w a ch--^ sinniger Kinder für die NationälbMothek augekauft. Ebenso gelang es mit Hilise von Herrn Prof. Heinrich Citron in Berlin, die medigiutsche Bibliothel des verstorbenen Herrn Lazar Bortz zu erwerben. Die Familie «des vevstorbenen Dr. Leopold Kahn in W r e n, einer der «ersten Mitarbeiter 'Herzls, hat dessen Büchersammlung .der. .Universität zum Geschmk. gemacht. Vom Keren Hajessod erhielt die BMothek «die Glück- «wunschtci^gramm'e und Briefe an Mendel Be.ilts nach seiner Freilassung, darunter ein interessantes Schreiben von Schalom Alejch-em. . . Ferner wurde die -Bibliothek um ein mteresstmtes ManuskriPt des Rabbi Ezechiel >L.andau aus Prag, des Verfassers von „Roda Bijehudah", Änd -mr ein solches von David. Friedländ-er, dem Begründer der 'AtaformlböweAÜ^ng, bereichert»-' - ik/Oftobev lW Vrr.M8 ... .... .. Das PaWinabudget für 3888. (Schluß.*) Eine Frage, die im vergangenen Jahre Anlaß zu mm chen Schwierigkeiten bot und auch einen Streik der Lchrev veranlaßte, war die Forderung der Lehrer, die Palästinaexekutive, 'beziehungsweise der Keren Hajessod solle auch Ar jene Ansprüche der Lchrerschast auftomwen, die daher mhren, daß der Jrschuw in Palästina seinen Teil der Schuli osten nicht immer voll getragen hat. Der Kongreß hat zu die«-, er Frage nicht mit voller Klacheit prinzipielle Stellüng gekommen; einen Vorschlag der Kulturkomntission, wonach die Zionistische Organisation die Ei-gentümerin des Schnlwosens und für dasselbe verantwortlich «fein solle («was implicite die Uebernahme der Verantwortung für das gesamte Budget der Schulen bedeutet hätte), hat der Kou-;reß abgelehnt, andererseits aber hat er nicht erklärt, welche uristische Person für die Echaltung der Schulen und für )ie Sicherung der Zahlungen von den verschiedenen Kontribuenten verantwortlich «sein soll. Er begnügte sich damit, >en Jffchuw dringend zur Beteiligung an den Ausgaben Ar das Schulwerk aufzusordern und die Exekutive zu ermächtigen, die Schulen solcher Gemeinden und Kolonien zu schließen, die ihrer Pflicht nicht uachkonrmen sollten. Dagegen hat der Kongreß mit Bezug aus die Forderungen der Lehrer auf Grund ausgebliebener Zahlungen des Jöschuw in den letzten 5 Jahren, ohne einen grundsätzlichen Beschluß zu fassen, 4000 Pfund ins. Budget eingesetzt, als evfte von vier Jahresraten zur Deckung dieser Ansprüche -in der Gesamchöhe von 16.000 Pfiind. Die Ausgaben für Universität, UnivcHtätsbibliochek und Technikum, insgesamt 10.090 Pfund, lsollen zmn letzten Dtal «im Budget des Keren «Hajessod evschöinen und vmn nächsten Jahre ab vom Universitätssonds getragen werden. Ein Betrag von 3000 Pfund -wurde für den Ban der Tachkemoni-Schule, einer hochorganisierten Mittelschule des Misrachi in Tel-Awiw, bestimmt. 3. Die Ausgaben des Arbeitsdepartemauts decken die Erfordernisse der Arbeitsbeschaiffnng für neue Einlvauderer und gelegentlich solcher Arbeiten, die der Vermeidung von Arbeitslosigkeit dienen. Da es tat letzten Jahre iso gut w-ie keine Arbeitslosigkeit in Palästina gab, dürsten, wenn die Entwicklung stetig bleibt,. das heißt, Ivenn das Budget i«n «den übrigen Posten gedeckt wird Mid alle Arbeiten planmäßig vor sich gchen, auch tat kommenden Jahre günstige Berhaltüisse aus dem «palästinensischen Arbeitsmarkt herrischen. Die Posten von 7000, bezichungsiveffe 3000 Pfund ' sind zur Erwerbung von Anteilschetaen der Baukoopemtiven Solel Boneh (der ällgeineinen ArbeiteroMnisation) und Otim Bomm (der Poale Hautisrachi) Lejftnnmt. 4. Die Leisttmgen für sauitäre Arbeiten bestehen tat wesentlichen aus einem Beitrag .an die SanitätsorganilsatiM H a d a sis a h (etwa 23.000 Pfund) und an die palästinensischen Arbeiter'kraulkenkassen (etwa 17.000 Pfund). Die Gesamtausgaben der Hadassah 'sollen sich nach dem Entwurf der Sanitätskoimnission des Kongresses auf etwa 105.000 Pfund, die der Kupath Eholim aus etwa 59.000 Pfund beilausen; die Hadassah soll außer dem Zuischuß des Keren Hajessod einen Beitrag von etiva 60.000 ' Pfund von der gleichnamigen amerikanischen Frauenorgantsatlon isowic einen Beitrag des Barons Rothschild erhalten/daneben etwa 27.000 Pfiind an Zahlungen vonl Aifchuw einnehmen; die Kupach Ehol'mr rechnet mit Einnahmen aus dem Laude 'in der Höhe von rund 38.000 Pfund. Somit soll der Keren Hajessod vorn Budget der Hadassah Wender als ein Viertel, von demjenigen der Kupath Eholim nahezu ein Drittel tragen. » ‘ 5. Von den Ausgaben des Departements für Handel und J-ndustr ie ist zunächst ein Betrag von 25.000 Pfund für e'iue Beteiligung an der jetzt zu gründenden Industr iebank bestimmt; eine Beteiligung in gleicher Höhe 'beabistchtigt die Anglo-Pälchine-EoMpany. An werteren Beteiligungen sind vorgeschen: 6000 Pfund für die . Misrach«ibanIk und 2000 Pfund für die Hand- W erkerbank; ferner «werden 2000 Pfund als K r ehite für Handwerker als AnsieMngchilfe in .Städten, wo bisher keine jüdischen Handwerlker 'wohnen, vorgeise'hen. Dem Handelsdepartemeut feWst «werden .4000 Pfund zur Verfügung gestelltgrößtenteils, wie bisher, znm Zweck kleiner Darlehen an einzelne Untevnch- .mungen. ' Die Post von 4-000 Pfund für perifchiedone Unternehmmrgen (5, 2) «bezicht sich auf vorbe.reitende Arbeiten zur Durchführung von Konzeffionen am« Toten Meer und am Meromsee (Hule). 6. Wr Einwanderung Ihatte der Exekutive im vergangenen Jahve ein Budget von 27.800 PfMd zur Verfügung gestanden; angesichts der gewaltigen Steige- «rnng der Immigration «wurde dieses Budget erheblich «überschvitten, so -daß «die «wirklichen Auslagen etwa 42.000 Pfund betrugen. Der Kongreß wollte nun nicht nur dev erhöhten Einwanderung Rechnung tragen, sondern faßte auch eine Reihe weitgehender Beischlüsse zur Ausgestaltung, -es Transportwesens, der Tomistik sowie der Hachschavch. In bezug « aus die Bewilligung der Mittel dafür verhielt sich der Kongreß aber sehr zurückhaltend; gegenüber einer Forderung von 68.200 Pfund seitens -des Jmmjgrationsdepartements. und.48.000 Mud seitens der >Jstnmigrationskommission -wurde ein Budget von 39.000. Pfund bewilligt, also weniger als die tatsächlichen Ausgaben des . letzten Jahres. Das bedeutet keinen Ausbau, sondern Ein- . schränkung And'Ersparnisse;- es SMiM daß dieses'gekürzte Budget unbedingt aufgebracht werden muß, > *) Eiche -,/Wiencr MorgenzoiinW" vom M. Dchiieinb«i 1925.

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