Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2371 (29.9.1925)
- Date
- 1925-09-29
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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, Nr. 2871 Wen, ÄenSt-g i I i I—i II i i i n ■■ I ■ » .n,.,.'1..... hineinreichten, denn nachher kam, hat mit Pionier- ,tM sehr -wenig p tun. 'Als nach -er Balfour^Deklaration der Pckästinaaufban reale FoMen' anMnchmeü 'begann, > - Wien sich viele Führer verschiedenster Schattierungen in ihrer Tätigkeit eingeengt und ideshakb nnüßte der Rahmen ' per Ovgamsativn gesprengt werden; es entstanden die Fraiktionen, eine typische Göluserscheinung. Eine Weile ^schien es, , daß dieser Prozeß ein Enttvicklungsprozeß -ist, .daß er geeignet ist unsere Organisation zu stärken, daß die Arbeit durch die. Fraktionen sich frei und ungehindert wird entwickeln.können, daß sich die Neibungsflächen vermindern werden und die Idee leichter nnd schneller indie breitesten Massen eindringen wird. Man gab sich, der trügerischen Hoffnung hin, daß der Misrachi die weitesten Kreise der Orthodoxie, der Hitachduth und die Poale Zion die ganze jüdische Arbeiterschaft ins zionistische Lager hineingiehen werden. Nach mehrjähriger propagandistischer Tätigkeit dieser Sonderverbände konnte Präsident Weizmann auf dem letzten Kongreß sagen: Wie Arbeiter 'verhandeln tatsächlich lieber mit der Zionistischen Organisation als mit Ben-Gurion, genau. so, w'e die Agudah lieber mit uns verhandeln äls.mit dem MMchi.' Die Labour Party in England hat mehr Verständnis für die Tätigkeit der CHaluzim im Emek Jesreel ichne Ansehung ihrer Parteistellung'als für die soziaiWsche Tätigkeit der ziorustrschen.Linksparteien. Wer weiß, Hb das Gemeinde- .gesetz in Palästina .nicht schon längst durchgesührt worden lvärc, wennE nicht die „fördernde". Intervention unserer -MiIrachisten wäre. Wie hemmend und schädigend jedoch das ^.Fmktionsunwesen ans die ganze zionistische Arbeit wirkt, hat der 14. Kongreß mehr als deutlich bewiesen. Das ivas Sokolow. als „Uebel" bezeichnet,hat,,.ist ein Krebs-, schaden für unsere^ Organisation, gerade jetzt, , wo wir daran , gehen, 50 Prozent unserer Stärke freiwillig abzugeben, wo die Kräftigung im Innern unserer Organisation eine Schicksalsfrage ist, die Sein oder Nichtsein entscheidet... lin muß der Ansicht entgegentveten, 'daß die Differenzierung nach Fraktionen, einem Bedürfnis-der jü-, bischen. Volksmassen Rechnung trägt, denn die prokla- > mierten priißzipiellen Unterschiede finden in der jüdischen Adasse kein Vevständnis und die Schlagworte, .die hinausgerusen werden, verhallen spurlos; das Volk verficht sie nicht. Was haben d'e vielen tausende Einwanderer in Palästina mit diesen „Parolen" zu tun? Was "haben die 'Fraktionen für die Zehntansende des letzten Jahres in Palästina genracht? Woist der organische' Zusamnwnhang MWn den' Immigranten und diesen? Man würde ihn : vergebens suchen. Die Einiva n derer halben sich vielmehr^ gezwungen gesehen, hier in Palästina Landsmannschaften.- Wr-HÄNdett,nm sich - gegenseitig' Hl' ljelsen) ohn e Unter-' Med der Parteizugehörigkeit nnd^Mltänschiluüng, und 'so entstand der Hitachduth Olei Polanja, Hitachduth Ölet Maina, Hitachduth Olei Eston'ä w'Litha, sogar der Zernbabel als Lnadsmannschaft der Olim aus Altöster- -rcich Die Fraktionen haben den Zusammenschluß aller arbeitswilligen. Elemente eher gestört als gefördert. „ Natürlich ■ kann diese Frage nicht von heute auf .morgen gelöst werden.' Der Organisasionsapparat der Mderationen .-st. Welt ausgebaut. Es sind neben der Monistischen Organisation ' Weltvevbände geschaffen worden, die schon ihre eigene Tradition haben. Das läßt sich selbstvevstäM'ch nicht mit einem Ruck umstoßen. Aber eine Umstellung der. Ansichten istnotwendig, eine neue Einstellung zür neu, geschaffenen Lage. Wollen wir gegenüber unseren nichtziomstischen Partnern in der Iewish Agency geschlossen auftreten, so müssen wir. erst unsere eigene Organisation von den Schlacken säubern. Es werben sich Mittel und Wege finden, wie der Fraktionsapparat abzubauen und. den Forderungen der Zeit anznpassen tväre. Der Einheitssche'kel, den der Kongreß beschlossen hat, hat eine Bresche geschlagen.'- Der Weg -'st frei zu weiteren Reformen. Je früher' wir ihn gehen, um so schneller erfolgt unsere Gesundung. - .... - - ' ' Weg mit den Fraktionen! Durch den fraktionslosen Zionismus „zurück zu Herzl!" Re Sitzung Oes Komitees der Jerusalemer Hebräischen Universität. Alls München wirduns berichtet: Am 26. und - und 24. d. fand' in -München eine Sitzung des Komitees der Jerusalemer Hebräischen Un-ioevsität statt, an der -die folgenden Mitglieder des Komitees Teilnahmen: Professor Albert Einstein, der Präsident der Zionistischen Exekutive Nahnm Svkolow, I. L. Mag n es, Judge G. M a ck, Professor E h rmaNn (Berlin), Professor Landau (Berlin),. Professor Horowitz (Frankfurt), Professor Landau (Göttingen), der Direktor des Chemischen Instituts der Jerusalemer Universität Professor Fodo.r,-Dr^ Schlössinger ('Haag), Professor Ornst e i n (Utrecht) sowie' der Sökretär des .Univevsitätskomjtees Dr. Leo. Cohn.. ' Zur Beratung standen außer Fragen der Admi n islrgt'ion und des Budgets die Fragen der Gründ U'N'g u-eue r U n.i der f i t ci t s inst i tute' sowie des Ausbaues der bestehenden-Inftttute; unter anderem wurde beschlossen,^ ein -ori en-talisches Institut zu eröffnen. Die Sitzung yahm einonsehr befriedigenden Verlaus. ' '-i:I'. * Konferenz der jugoslawischen Zionisten. Nu 14. und 19. Oktober findet >in Zagreb (Agram) eine Landeskonferenz der Kgostalwischen Zionisten statt. Mener Morgenzeituna Dm Satte« aus Eifersucht mit Salzsiiure überschüttet. Nach Kol Nidre. 7- Die Tat. einer Irren? Gestern in den ersten- Morgenstunden spielte sich, im Hanse. Rne-ppgasse - 24 in der Lckpo-ldftadt zwischen den Eheleuten Moskowiei eine mcheimliche Ghvtragödie>ab. Die 44jährige rumänische Staatsangehörige Holde Feige M o siilv tzo t c -i. ü b er sch üt t e t e nach einem vorangegaisgenen Streit ihren Mann, den 43jährigen Kaufmann Salomon Mbskowici mit SaHzsänre, wodurch er im Güsichte schwere. Versetzungen erlitt. Wir erfahren über den Hergang; der Tat folgende EinzoHeiten: " 'Das' l^ehpaar' Me schon seit Jahren m Streit, der seine . Ursache in der ^iserslicht der Frau hattet Vor den Feiertagen war Salomon Moskowioi .von einer längeren Göschästsreise i znnickgekehrt und Mischen den beiden schien cmgenblicklich das beste Einvernehmen zu herrschen. Sonntag abends besuchten zfie.das...Betha.us im Ze..nrträlkino. Ms sie nach s Hanse kamen und sich zu Beste gelegt hatten, 'soll e8 nach Aus-' } sage, dev, Frau' wiederzu StreitiMiten gekommen sein. Plötzs sich soll der Mann seiner Frau einen Stoß versetzt haben, -woraus sie aus,dem. Bette sprang und sich in der Küche ein '. Nachtlager bereiten wollte."Sie fürchtet«-sich jedoch vor ihrem; Manne und begab sich deshalb in die HansmeistevtvplMng. Wie Hausbesorgerin beruhigte die Frau und veranlaßle sie, : wieder -in die Wohnung zurückMkehren. Als sie allons in der .Küche war,, kam -ihr Mtzlich her Gedanke, sich an ihrem Mann zu rächen. Sie nahm -eine' Flasche mit Salzsäure - und Mittete den Inhalt ihrem im Bette -liegenden Mann ins - G e f t ch t., Der Mann schrie laut um HWfe und versuchte -chfenbar, die Eingangstür in die -Küche zu erreichen, die er - aber-infolge des'drtrch die"CinwiMng der FlMgkeit arg ein-- t geschränkten Augenlichtes nicht fand. Nun entsPa-M sich ,zwischen den. beiden Ehegatten ein förmliches Ringen '.-und die Mseruft drangen bis aus -die Straße. Ern Wach- - mann, der dcrranshin in ^ie Wohnung eilte, fand beide bliut-- ' übevstrom-t Mls -dem Boden liegend. Die-Frau wurde ms das Pokizeikommissariat überstellt nnd der arg zugerichtete Mann -ins -Allgemeine Kranketrhaüs gebracht. Räch Aussage des Mannes hat die Frau, di« bereits einmal wegen einer Nervenkrankheit in Pflege im Dt ein- Hof gewesen sein soll, auch schon vor zwei Jahren versucht, ihn durch Leuchtgas zu vergiften. . ' . Dougla» Wrbauks. lUn-ter den Großen des Frl-ms in Amerika -ist er der -Manndessen Popularität eigentlich gang ohne künstliche 'MitteleBstanh, der auch chne große,-ReName gu einem wirklichen Webling Her Schichten des MawteN ^tbliku-m^ ni cht nur 'Her .Bereinigten Staaten, sondern ^äuch' der gan-' zen Mlt tvuche/ 'Sein' sympathisches Hefen, da's sich' wi asten Feinen Rolltzn immer siegreich. Bahn lbricht,. seine ungMÄstelte Natürlichkeit, seine kolossale Gewandtheit und nicht zrtletzt eine^ Unmenge von Anekdoten, die sich M seiner Ärbeitstätigkeit und seinem Pvipatleben befassen, Wchten ihn zudem bekanntesten. Mann Amerikas und —.das.hängt nun drübeneinmal unbedingt zusammen — auch gn einem der g-röß-ten Steuerzahler der Bereinigten Staaten/ . Die meisten -Geschichten, die über seine Person kursieren, berichten über die kolossale Enet^ie, mit der alle Hindernisse bewältigt, die sich ihm hei der Produktion seiner Filme entgegenstellen. Er -scheut, dabei nie Gefahren für seine eigene Person, aber fordert auch von seinen Mitarbeitern, idaß sie ihm. in dieser Beziehung, ebenbürtig seien. So wenig er für feine Sicherheit besorgt ist, so sorglos ist er auch finanziellen Hindernissen gegenüber. * '' 'Hier, einige Beweise dafür: - Für die Aufnahmen des .Films Mhen' t h e Ciond's Roll By" verlangte' die Handlung eine kleine Stadt. Da keine passende zu finden lvar, ließ er eine «bauen. So entstand am Fuße eines Hügels eine kleine Stodt, die sich über zwei Quadratme-ilen erstreckte. Dann sollte die. Stadt vernichtet werden. Zu diesen: Zwecke wurde aus dem Hügel ein Reservoir gegraben, in das -man mehr als fünfzigtanseud Hektoliter Wasser pumpte. Unerwartet für mehrere tausend Statisten, die sich in der Ortschaft befänden,'ließ Fairbanks den Damm, der das Reservoir begrenzte, sprengen und die gewaltige Wassermasse ergoß sich in das Tal.. Die nun entstandene Panik wurde von an verschiedenen Stellen postierten Operateuren ausgenommen . und so ergaben sich Szenen von nnbestteitbar-er Natürlichkeit. Ändererseit's aber war alles derart organisiert, daß -die Komparserie chne Verletzungen mit dem sehr naturgetreuen Schrecken davo-nkam,'den sie spielen sollte und densie bestilmnt nicht besser hätte spielen können. Ein andermal, als Fairbanks das Kasino von Monte Carlo für,, ein-e Aufnahme benötigte, ließ er wochenlang , Mch' e;ner" AeHneterr. Msterigegend suchen, die der Riviera völlig gliche! Diese wurde endlich dreihundert Meilen von Los Angeles, entfernt gefunden. Der Weg do-rthin' führte «durch eine achtzig Meilen.breite Wüste, -die fast -ungangbar!war. Wochenlang wurden hier die nötigen Baumaterialien, Menschen nnd HeWsite:: transportiert, u-m eine Metrage zu drehen,, die in: Kin-o in nur wenigen Minuten all dem Auge des Publikums vorübervollt. Diese kleine Episode if)a:tic tidaticnbc. iti:b t<iu^nts-c ^oltcir Sb hak dannFairibanks auch,für den Film ,A0 rro", -^der, in der nächsten' Zeii in Wien erscheinen wird, die 'Stadt'Lös Angeles zur. Zeit der spanischen Herrschaft rekonst-vu-ievt;' ein« Arbeit, die. allein eine zchnmonatige Forsch-ungstätigkeit in- Dokumenten nnd Papierenans dieser Kit K-rsorderte, 39. Septentber 1935 Seite -7 Aber -nicht nur die Akrobatik in vi-elstelligen Dollar« -summen gab den St-oßs für die unzähligen Anekdokm nm di« Person Fairbanks, sondernauch die, die er ziui Fuß nnd zu Pferde und auf jeglichem anderen Gebiets des Sports in 'seltener Vollkommenheit ausübt. In seiner Villa in Hollywood hat er einen Turnsaal eingerichtet, in dem kein Gerät Ischlt und dener einige Stunden täglich auf das eifrigste benützt. Hier bildet, er auch seine SchAer heran, aus denen sich neuerdings die besten Sensationsdavsteller rekrutieren. In der nächsten Zeit wird nun auch Wien nach einer mehrjährigen Pause Gelegenheit haben, diesen außerordentlichen Darsteller und Menschen in mehreren Film»- wiederznsehen. Wien, 39. September. . * Der internatiMale Städtekongretz ist gestern, wie ans Paris gemel,det wird, dort unter dem Vorsitz des fra-nzöstschen Min-isiers des,Innern Schrameck er-öfsnet worden.- Unter änderen ergriffen auch die Vertvet-er von Wien und Prag das Wort. B-ei dem Konigr-eß, auf dom hundert Delogierte 34 Staaten und 24 Haivplftädte. repräsentieren, ist Wien durch VMbüvgerme-ijster Emmerling, Staidtrat Weiber und La-ndtagspräsident Dann«borg vertreten. * Reorganisierung der Lchranstalt für orientalische Sprachen. Seit dem Jahre 1867 bot die Lchr-a-nstalt für orientalische Sprachen allen Lern-beflissienen die Mögl-ichkei-1, fast ün:- sorvst Persisch, türkisch, arabisch, russisch, önugarifch, sevbilsch, spanisch, ru'mänilsch, .griechisch und Manisch zu erlernen. Der Bund will nun die ans ihn entfallenden Kosten verringern, weshalb die Anstalt reorgan-isiert und dem Direktor der Kö-nsnlar-a'kademie, SMionsches Dr. Winter, unterstellt wird. Gl-oichzettig wurde di« Lehranstalt aus -de>m Ghmnasialgobäude m der KanAgasse in die K 0 n s u l a r a kä d e m i e (Boltzm-anngasse 16) verlegt. *„ Internationaler Aerztebe'uch des Semmering. Ucker . Einladung der Kurkommission, der Hot-cko-eveinigung und der Aerzte -des Semmerings unternahmen 1-50 Teilnehmer des 18. internationalen Fortbildungskurses -in Wien aim Sa-mstaig und Sonntag eine Exkursion aus den Höhenkurort. 18 Nationen und «eine groß-e A-nzahl von deutschen und österreichischen Landärzten befanden sich in der Gesellschaft. Am Sonntag wurden die großen Heilanstalten, Kurhaus und Palace-Sanatorium, besichtigt; -die ChefaHte, MedizinÄrat Dr. Hansy und Dr. Hecht, gäben alle gewünschten AuMnste. Beim gemeinsamen .Mittagessen im SWbcchnhot-el begrüßte der Leiter des VEsgasundheitsamtes, SMonsches Dr. Scherer, die V-ers-ommlung. * Begrüßungsabend für I. Opatoschu. In dem unter diesem Titel in der Son-nta>gsnumn:er erschienenen Bericht über die Begrüßung des in Wien weilenden jüdischen Dichters Opatoschu durch eine Reih« von Freunden der jiddischen Literatur ist durch einen Satzfehler die Mitteilung entfallen, -daß unter den Rednern sich auch Herr M. Singer befand, der den Dichter im Namen der Wiener OMnisätion der ,/Po-ale Zion" begrüßte. * Loisl Ungrad, der -arme Teufel von Stegroissän-M, -ist am Sonntag geftorb-en. Er hat viele 'tausende Menschen erheitert - und' feinen nicht unibettächtlichen Humor üder-äll wirken lassen, wo sich 'beim HeuriMn «weinsrohe Mons-chLn zufammen- -sanden. Damit soll nichts, gegen den Man-n gesiagt sein, der gerne von d-er in den Kreisen seines Publikums änerk-aunten Tribüne seiner. Harmilos-Wigen Lieder StroittiMten schlichtete tlnd keinen Radau duldete. Er ist 68 Jahre -allt Mworden, war als Bnb — er hieß eigentlich Alois Kahn — veMüPPolt und mit zchn Jahren aus eigene Faust in die Welt gM-n-gen. Erst war er Pserdehivt aus einer unMrischelr'Pußta, dann lief er mit einein Zirkus davon, mit dem er »in fast ganz Europa herumka-m. Der Bucklige war ein viel beVliatschter „heiterer Turn-er", später Clown und Possenreißer. Mt eme.w guten Schuß Selbstironie ausgestattet, konnte er in seinen Versen, -die er durch tauge Jahre i-n Grinzing oder Sievering des 'lieben Brotes willen fang, nicht die Wcktverachtung und den Schmerz unterdrücken, -aus die er ein so großes Anrecht hatte. Das Volk hörte ihn gerne Md maß -chm auch eine gewisse Autorität zu. Es nvag besonders angemerkt werden, daß die verstehende Güte des Wiener Volkes chm niemals die VevMung -übel nahm -und den sich und die Welt ^lächelnden Juden mem-alls durch ein antisemitisches Wort gekränkt hat. Dieser Alois Kchn, der sich selbst seines Höckers wegen Loisil Ungvad nannte, -ist -der letzte eines Typus Mvesen. Das PuibMum, das er erftent hatte, ist gesto-rben und'heute -lvird -auch der Spaßmacher auf dem jüdischen Friedhof begraben. Er starb in bitterer Not und hinterläßt ein« mit ihn: alt nnd arm gewordene Frau. * Blindensammlung. Plakate in sbcn Straßenbahnwagen und Trafiken fordern iü Wichter CindrinKchkölt die Bevölkerung aus, am 3. und 4. Oktober der Blinden zu gedenken. Mögen alle, die sehenden Ang-es die schönen Herbsttage aen-ießen, des -harten Schicksals eingedenk sein, das den Lichtlosen beschitzoen ist. Spenden tun not, um Einvichttmaen zu schaffen und auszubanen, dazu bestimmt, den Blinden in . allen Lebenslagen Hilfe zu bringen. Wer auch Sammler werden gesucht, die sich durch freiwillige. Mtarbyit an dem Wohlfahrtswerk beteiligen. * Mit dem Msser gegen Organe der Retiungsgesellschaft. Im Cafe Rosen-berg in der Schme^galle saß Sonntag nachmittags eine Gesellschaft von etwa 20 Personen, zum größten Teil Italiener. Die Gäste tranken Schnäpse, am meisten trank der 27jährige -KansmaM Giovanni G a t t i. ein Neapolitaner. Er soll nicht weniger als dreißig Gläschen Kogn-ak genossen haben. Es traten die Wirkungen einer MoholvergUung ein Md Gatti stürzte zusannmn. Nun berief man div' Rettungsgesellschasi. Der Jnspektionsarzr Dr. Erwin Junger kam mit der Ambulanz all-ein seine Mühe wurde übel belohnt. Gatt-i war unterdessen von einem Tobsuchtsausall heimaes-ucht worden und schlug mit / Armen und Be-men um sich. Damit er nicht sich oder die anderen gefährde, mußte der Arzt die Samtätsg-ehWf-en aniveisen, ihn an die mitgckrachte- Tragbare aHuschnöllen. Er stieß aber dabei nickst nur auf den Widerstand Gattis, sondern auch seine 20 Freunde wollten diese Maßregel nicht durchführen lassen. Sie wendeten sich gegen Dr. Junger und die Sa-ni-tätsgchilffen, umdrängien sie, streßen sie mit Füßen, und sogar M-cher. wurden gezomn. Erst nach Intervention von mehreren Wachebeantteu gelang es, den tobenden Italiener abzutransportieren. Dr. Jmger und zwei San-itätSgchilfen haben bei den stürmischen Sßenen mehrfache Veri-ehungen erlitten. * Doppelselbstmord eines Liebespaares. So-nntag früh wurden ein Oberwachma-nn der Mteilung „Mariahilf,' der 24jährige Georg 8., und-die 21jährige Verkäuferin Josesme P., Hü'tt-eldorferstvaße wühnhat. in der mit Leuchtgas erfüllten Tabaktrafik, Gumpendorferstraße 63, in der die P. als Berkänsevin anaestellt -ist, tot aufgefnnden. In zurückgelasienen Briefen kündigen beide Selbstmord an. Die Ursache :st unglückliche Liebe. Der Oberwachmann hätte gestern zu seiner Hochzeit mit einer anderen -nach MiermgÄ Men sollen.