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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-29 · Heft 2371 (29.9.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2371 (29.9.1925)
Date
1925-09-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Jfe HM_ Wien, Dienstag__ -er Sol der Pogromlken. -rach einer antisemitische Rede vom Schlag getroffen, i Budapest, 26. 'ScPiEber. Der''rässensHutzlerrsche'^ Abgeordnete Geprg Hegedüs, der auch Präsckent d>es , Vereines der Erwachenden Magyaren ist, ist gestern in Zar-odar, wo er anläßlich eines Rechen-' schastsberichtes des Vizepräsidenten der Nationalversantnt- 'litWH Karl Hu'szar weilte,' plötzlich gesiorhen. Hegedüsl ' «hatte in, der Versammlung noch e i n e a n t i s e m. j t i sch e! r Rede gehalten. Nach der Rede stürzte erzusammen und- ' konnte Nur noch sagen: .„MeinSott, mix' ift so schlecht.",M-N-ige Mümten daräus tvär er tot. Die Aerzte konstatierten HechWag.'Hegedüs war ein Führer des militanten Antisemitismus und hatte in der National- >ersammliung eine rege antisemitische Tätigkeit entfaltet. Bayerns wichtigstes Problem. Münch««. - 28. Septcwber. <WoGf.) Da in der ersten Oktobrr^Füstwoche zahlreiche Klageit wegen schlechten Ein-, scheutens in den großen Bieckuiden nns der Ottobersestwiche laut galoorden waren, ließ die Poltzei gestern Es der Festwiese in den Bierbuidcn Nachschau halten. Dabei tvnvde fest- - gestellt, daß in'oinMen Buden die Schanktal lneraus. den großen Fässern bis zn 50 Liter mehr anÄschenkten, als. diese an Ranumuaß enchielteu. ' ' - Wie oimge Blätter wissen wollen,' soll man bei dieser egenheil auch daraus gokoimmn sein, daß zwischvit den Kellnern und den Brauereien eine Art.von Bert r a g vorhanden tvar, wonach die Schankkellner einen ÄtchranLschark! ans--den Fässern erzielen mußten/ Die Potizelbeschlogn-ahmie die Kassen der SchanKellner. Gegen die Bet./.ligt-en wird das Verfahren wegen Betruges Lingeleitet. -er Kampf gegen das Pabvisnm. Alls -Berlin wird uns berichtet: Die deutsche Regierung hat Luxemburg vorgeschlagen, deil Vrsulnzwang abzuschalsfen und im Innern zwischen Deutschland «nt» Luxemburg die Regelung so zu gestalten, wie sie seit kurzem z w i s ch c n D c u tschlan d ll n d O e st e r r e i ch besteht. Die italienische Regierung hat beschlossen, alle Beschränkungen der Einreise von Schweizer Angehörigen nach Italien aufzuheben. Bitte RieseuLberschwemiUlmg in W. Zwei Millionen Menschen betroffen. Peking, 28. September. Reuter.) Infolge eines neuerlichen Dammbruches ant Südufer des Hhwanghe (Gelber Fluß) ist ein Gebiet von 1500 Q n a brätln eil en übersch w c-iumt. Zw ei Millionen Bewohner sind durch das'Unglück betroffen. Hunderte von Personen dürften ertrunken sein. Eine internationale Hilfskommission hat sich gebildet. * Das Wetter. Seit Sonntag ist es bei großer Bewölkung wieder ziemlich kühl. Die Voraussage meldet: Veränderlich, trüb, kühl. Wiener Morgenzeitung Das Warenhaus I., HöhehstaüfengaiSe 10, TeÄ.Nrliefert auf ohne Preisaufschläge und ohne Anzahlung: Herrenu. Damenbekleidüng, fertig und nach Mass, Pelze, Schuhe, Wäsche, Modewaten etc. 6 Monate Kredit! Keine Agenten! aoo Keine Inkassanten! Die RatWrruug der BSUerbundresoltttion. We nunmehr seststeht, wird di^Degiorung die Völker- ' bundresolutwn über Oesterreich, tu deren Annexen 'bekannt-; lich die Möglichkeit der WiodereinlMstuug der Kontrolle in den nächstell zehn Jahren und die Verlängermrg des Man-! dats des Beraters der Nationalbänk um weitere drei Jahre vorgesehen ist, vomNatiönÄrat und Bundesrat ratifizieren lassen. Das wich in der Form geschehen, daß ' die, Regierung dem Nationalrat m 1. Oktober einen Resolutionsantrag vovlegt, worin die Volksvertretung erklärt, ' der V ö l k e r b n n d e n t s ch l i e ß u n g. samt dem Annex unter der Voraussetzung z-uzustimmen, daß die Kontroll-. iätig'keit Dr. Z i m m e r m a n s auf die Verwendung der' Kreditreste der Völkerbuudanleihe und.auf den Zinsen- und Tilgung'sdienst eingeschränkt wich. Nach Verabschiedung des Budgets für 1926 .und Vorlage des Rechuungs-. abschlnsses für 1926 müsse dann die Kontrolle aufhören. Da die Chriftlichfozialen mit, dem Kanzler eines Sinnes sind und die G r o ß d e u t s ch e u von ihrer Parteileitung^ gestern beauftragt wurden, der Resolution z u z u st i m-' ni e u, ist a n ihrerA n n a h m e n i ch t z u z w e i Is e l u.. * Bauchthphus im Burgenland. Aus Potzneusiedl (Buvgenland) wird berichtet: In der hiesigen Gemeinde wurde vom Amtsarzt konstatiert, daß zwölf Personen, an Bauchtypyns erkrMt sind, von denen bereits drei ins Spital nach Kittsee überführt werden mußten. Die Kraßheit! dürste aus verseuchtes Wasser zurückzuführen sein. Letzte Kurie. Nrw-Bork,u8. September (Tel.-Komp.- Berlin 23.80, London Kabel 4.84%*, London Scheck 4.80E/S, Amsterdam 40.20, Paris 4.73, Brüssel 4.37, Rom 4.05, Madrid 14.80, Zürich 19.30. Stockholm 26 8ß Oslo,' 1980. Kopenhagen. 24.—. Wien, 14V4, Budapest U% Praq 296V.. Belgrad 177^, ÄAn! 1.48, Buenos Aires 40.19^ Rio de Janeiro 19.75 Bukarest 48V« New°Nork,28 September. lTel.-Komv.t Weizen rot Winter 148. Weizen hart Winter 148 Mais 93%. Hafer 43»/4, Roggen 841v Chikago. 28. September. fTel.-Komp.) Wetzen per September. 135, Dezember 136, Mai 138'/.; Mats per Sevtember 77V«, Dezember 76^, Mat 80l/2; Hafer ver Sevtember 35^, Dezember 33‘/4, Mai 43l/g Roggen ver Sevtemb?r 73^, Dezember i Mat 843/4. 29. Se-Ptemlbev 1926 Seite 8 ... >»,«»»» '“'i;?. ...»«— i ■ i Die StkeMrohtmg der vattdesaugeftMe«. Notständsunterftsißung oder Erhöhung -es REalbudgets. Da die RegiövMg sich geweigert hat/mit dem Füufmidzlvanzi'gerauAsch'uß der Beaurten zu vechacheln, setzt dieser die Vo-vbereitiu.ngen sür die Urabstimmung über die Frage „A n w e n d « n g g £ w e r k's ch a s t l i ch e r K a m p s m i t t el" fort. Wie der Obmann des Bundes der öfferMchen Angestellten gchorrl nritteitte, solle diese Urabstimmung die Becuntenschaft nicht anfvltfen, um zu entscheiden, ob sie. wegen des MinisterrMbeschlusses zum letzten. Mittel des gewenkischastUchen Kampfes greisen sott, sondern sie ist eine d er Voriber eit eien Maßnahmen, die für der^ Fall geplant .waren, als sich die Regierung den ntaleriellert Fordevnttgeu der Beamtenschaft gegenüber ablehnend verhält. t Irgend etwas wird .für die Beamten: geschchen, das geht schon.daraus hervor, daß der der RegiernUlg nahestchetDe Geitvertschastsverbartd der nichHozialistischon Post- und, Telegraphenangestellten die Forderung nach einem dreizehnten Monatsgehalt erhoben hat. Die Großdentschen wieder verlangen zlvecks Ermöglichung einer Besserstellung der Bea.mten, daß die Regierung in Gens eine Erweiterung des Nvrmalb.ud.gets betreiben und binnen kürzester Frist ciitr einmalige N o t sta u d s u n t e r st ü tz u n g ^gewähren tnögc. Gleichzeitige Erhöhung der Invaliden- und der Beamtendezüge. Zn der BWtra.U'ensmäMlewers.ammlnn>g des,, Landes> Verbandes' der Kviegsitwaliden berichtete 'gestern der Obmnmi B r a ndeisz ülbor die Zuterventimr einer östHrwichischen , Jiwalidenorganisation beim Bölikerbund in Gens. Der ehemalige Präsident der fvanMischen Jnvalidenorganisation, . Prof. Cassiu, nahnr. als Mitglieid des BWerbmides mü Finanzminister Dr. Ah rer Fühlung und erhielt vom Vorsitzenden des FirmnTkomitees des VMe-vbnndes die Zn'fa^, daß, im Falle Fm anMninister Dr. Ah rer zur Befviediglurg de'r 'dringendsten Bedürfnisse der österreichischen Kvirgsopstr eine Erhöhung des NoMätbubgets verlangt, diesem Berlanorn entsprochen werden würde. Dr -Ahrer l-ehnte jedoch die Forderungen der, Fnvalidert mit dem Hinweis ab, daß dann die Bunbesang-estellten gleichfalls aus der Erfüll u n ,g ihre r F o r d e r u n >g e n böstchen würden. Professor C assin hatte darauf am 13. d. mit Bundes tanzler Dr. Ramel eine Aussprache, zu der er von den: Präsidenten der - französischen Delogarion P a i n L e o e und Briand ermächtigt wurde. Dr. RameL erklärte, er sehe die NotweMgLeit, die Lage der österreichischen Kriegsopfer zrl ver. bessern, ein, seine Regierung werde sich bemühen, bei den erste!: Ersparnissen im Budget die Besserung der Lage der Invaliden 'durchzuführen. Die E rhöh u ng d e r R e nie u werde gl e t chzeitig mit der Erhöhun.g der Bezüge der Bun desangestellten evfo'tgen, doch sei der Bundeskarrzler in Abwcheichsit des.FinmrAministers nicht in der Lage, die Höhr der Summen, die für diese Zwecke auslMebeu werden können. bÄMntzugeben. Diß Zr-ittleren Kategorien der Bundesang: stellten und die mittleren Rentensätze der Kriegsopser werden die ersten sein, die erhöht werden. Der BundeskaiHler erbat sie' schließlich die Unterstützung des Professors Casfm und -des Sr kretärs des ViMerbundes, um beim Finanzkomitee die Durch führung dieser Maßnchmen bewilligt zu echälten. Für heute sind die Jnvalidenvertreter zum Minister fitsoziale Verwaltung, Dr. Re sch, zu einer'Aussprache geladen. Giesen von zehn... Bon Julian L. Meltzer (Ierusa-lom). . . dann starb wieder einer und es waren nur noch fünfzehn, dann Mkitxm vierzehn Mann, dann zwölf — und dann blicken kaum ein Minjan übrig. . 3oitjant sind die Geschichten, die die alten Männer erzählen, wenn sie abends vor den Hütten sitzen, über die sich von deri verglühenden Bergen her die Nacht senkt. Grotesk, phantastisch sind diese -Geschichten von Palästina, als cs erst neu zu werden begann, als die heute alten Kolonien gebaitt lvurden. Die Erzähler, Veteranen des ersten Pionierzeita-lters, trifft -man in vielen der blühenden Siedlungen, und man kann immer wieder neue Geschichten voil ihnen hören. Neben der Wirklichkeit und der Geschichte bleiben von jeder heroischen Epoche die Geschichten. Halb Wahrheit, hack Sage, ungchormtes Epos, gebeil sie doch in ihrer inneren Wahrheit eine Ahnung von d?r 9!mnaniik., ititb Größe einer entschwindenden Ber- --.'.-.lgenheit. Dämmerung war cs auch, als die jungen Leute vo --.sagen wir —- Meah Tikwoth bei -einem Alten säße und still znhörten, was er von der Gründung der Ko'loni berichtete. „Es ist eine Nlevkwürdige Sache, die ich citt .rzäheu will", sagte er „uild ihr iverüet sie vielleick nicht glauben. Dber ich habe sie von nleinem Vater, de sie erlebi hat, die ganze Sache -erleibt hat. Und mein Bäte erzählte keine Märchen. Er, war ernst urld stolz »md vo eiserner Nechtlichk-cst, ein Pionier im wahren.Sinne de Wortes. Das waren'die Leute, die nach Palästina kanie! als ich iroch ganz, gallz klein' war. Sie kamen ans de 'chrecklichsten.Hölle voil Rußland. Ich war damals z ■ jung, um lNich noch eri-nneru zu i'önneu; welche Grünt meine Eltern-beivogen hatten, mit dieser GulM. — e lvaren etwa siinfzig erwachsene Männer und Frauen - hinllltterMchen:-A-ber^-es' ivarden schon gewichtige Grünt g-etvesensein,'-denn damals gab es nicht eine ständige Eii ' wanderutlg-'näch Evez Israel wie herite.-Man wird nicl üück ixlM-miMn. Es^ waren wohl Pogrome, ',uld die N- -'--der 'Aliisi'ödl'lijlgsräyons, -von denbilsieflüchteten. Meir ' Erinilerlln^üsbeginnen mit:-einem' dunklen übelriechendc . Mnmüw tzmomti schmutzigen schallkelnden Schiff. Ich fcl uudcütlich scheinest Vater' und meine Mutter beten, 'de galiHe^Tag belen.-Gch länumlichder-Landnug in.PMstin nicht entsrnnen, in meinem Gedächtnis folgt eine Lücke von ein paar Jahren. Was damals geschehen ist, weiß ich von meinem Vater, der mir's erzählte, als ich älter und .unsere Kolonie schon auf dem Wege zum Gedeihen war. Das war so vor sechzig Jährett. ' Damals war natürlich das Land keineswegs in ^dem Zttstand des Aufblühens wie heute. Und -was den Iischnw betrifft, da ga!b es gerade mtr eine Gemeinde in Jerusalam, eine kleinere in Jaffa und einen Rest in Safed, daneben nur ein paar verstreute Juden, alle zusammen Schnorrer. Meine Eltern und ihre Genossen aber kamen/ nur eine Kolonie zu gründen. Sie legten ihr ganzes Geld zusanttmett und kauftet! ein Stück Land an der Küste, bei Haifa, hier. Das Land war suulpfig und fieberverseucht, es'gab MoMios und viele andere Uebel. Es gab kein frisches Wasser, und der Brunnen, den Utan schließlich entdecktes lag eilt paar .Wometer weit entfernt und das Wasser utußte in großen Fässern heckeigeschafft werden. Kerne Schwierigkeit, die nicht gefehlt hätte. Aber unsere Väter hatten sich entschlossen, ihr Heim zu bauen; und wieder wegzrrgehen, davor schreckte sie die Erinnerung an Rußland zurück. Aber bald Packte sie das Fieber und sie begannen zu sterben. Als erster starb Mosche und ließ sein Weiib mit ein P.aar Kinderrt zurück. Das war noch in der allerersten Zeit, als die Baracken gebaut wurden. Ich erinnere inich an viel Weinen -und Wehklagen und daß mich meine Mutter immer wieder küßte. Alan begrub den Mann auf einem Platz, ettvas höher gelegen als die Hütten und daun ging man wieder an die Arbeit. Man zog die Ent-j su'mpsttngsgräbeu und arbeitete den ganzen Tag,' und wenn einer das Fieber spürte,- so riß er sich zusammen und arbeitete weiter ohne Rast, ibis auf den Sabbat. Mer dann wurden weitere zwei vo,in Fieber dahingeraisft. Die ^Männer bissen die Zähne zusammen, als sie vom Begräbnis zurückkamen, und luav/cn sich um so wilder in die letzten noch fertigzustellenden Gräben. Doch dann kam der .Zusantutenbruch. Jedermann/ schien es, hatte. Fieber und tvar dom Tode verfallen. Männer, Frauen und Kinder. Bald waren es nur - zwan-zia, die -morgens zur Arbeit hinauegingen. Und eiben auf dem Hügel -der Friodhost wuchs und wuchs. - ' . Dann starb wieder einer' und.-es waren nur noch fitpfzehn, dann blieben vievzchu Mann, dann zwölf. Bald wird kein Minian mehr sein, dachten sie unäblässig -- und dann -blieb kaum ein Aiinjan übrig, und schließlich war kein Minjan mehr.da, der zelhnte. war gestorben. Der Mut der anderen 'fiel. Die Frauen weinten Dag und Nach». Die Frauen hatten, solche Ironie lefftet sich das Sch-icksa?. . fast alle ihre Männer verloren, und die Männer, die noch Äbvig waren, ihre Gattinnen. Aber auch die Frauen arbeiteten weiter und betreuten inbrünftig uns Kinder, fünjßchn an der Zahl. Ich spielte immer besonders gern mit Schlojmele. (Dein Urgroßvater, Channe, heute ist er auch schon tot.) Dann starb sein Vater, von den neun ivieder einer. Da hatte der -Rost genug. Sie sagten, sic wollten die iKolonie vevlassen, die ihnen so viel Leid gebracht hätte, nnd.es schien bereits wirtlich so, als ob sie damit Ernst machen wollten. Sie hatten ihre Paar Sachen - und den Hausrat ausgepackt und wollten nach >Jaffa oder Jerusalem abzichm, mn dort irgendwie von vorn anzulfangen. Das Fieber steckte m uns allen: als wir so bei den Wagen standen, fiel einer um und rührte sich nicht mehr. Da begann mein Vater, der alte Mann, der er in diesen schreMchen sechs Momten geworden war, Plötzlich zu schreien und sich wie im Tanze zu wiegen: „Wie können wir diesen Ort verlassen!" rief er, und alle dachten, er sei wahnsinnig geworden. Aber es war doch eine Art Methode in seinem Wahnsinn. Denn er führte sie hinauf zunt „guten Ort", lvo die begrabenen Kameraden 'lagen. „Da liegen eure Männer und Frauen", sagte er zu der verschreckten Schar, „und wir halben keinen Mnjan, den nächsten, der stirbt, würdig zu begraben. Es kann sein, daß ich es bin, oder du, Herfchel, oder Mosche, der Rote. Wir haben schon' Chatjim und Josel ohne Minjan begraben nnd getveint und geweint. Aber, Räbojsai, können wir sie hier liegen lasten und das, ivas sie uns vermacht haben, mit ihnen? Können wir- -lveggchen und zusammen unsere Leiden vergessen, und hier werden die'heiligen Opfer verfaulen und unser Leben lang ein Vorwurf sein für uns?" Die Leute drängten 'sich , näher heran und begannen drtrcheinander zu reden. Mein Vater hatte die Grenzen der ' Besonnenheit verkästen. „Kommt", sagte er, „wir haben alle Fieber. Morgen können wir alle tot sein. Bevor wir noch aus dieser schrecklichen Gegend weg sind. Bevor wir gehen — herbei! — wollen wir tanzen und fröhlich sein! Der Boden soll sich nicht als unser Herr , gezeigt haben. Tanzen/tanzen wir ein Hochzeitstänzel!" Ah, muß das ein Leichentanz gewesen/ sein. Ich kann mich nicht erinnern >daran. Wir Kitcher sind wohl mit aus-

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