Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2370 (27.9.1925)
- Date
- 1925-09-27
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Ms Mm, Änntag Wiener Morgenzeitung .GUMMISCHUHE. Gummimäntel Spiölbälle und Gummiwaren aller Äirt zu!F a b 11 k s p r e i s e n! SPIRMANN & HOROWITZ Wien, ll. Bez., Taborstrasse Nr» l lch — Telephon Nr. 47-0-86 Wien, um seinen aus GesundtzeiiSrücksichten augetretenen Urlaub in einem österreichi s chen Kurort zu .verbringen. Ser Streit um Mossul. Eine englisch-türkische Konferenz? Zimmer neue Giftgase zu erzeugen, die das waffenlose ' Volk und die beldsrucht abtöten. Die technische Kultur ist in diesen hundert Jahren aus eine ungeahnte Höhe gebracht.worden. Aber je höher sie stieg, je encjer wurde das Reich-deö geistigen Kultur. Die Menschheit, insonderheit, die Weiße, ist als Ganzes genommen vielleicht reicher geworden an Gut und Wissen. Mer sie ist nicht freier geworden. Sie ist eingeschnürt in die Fesseln des nationalen und sozialen Radikalismus, sie ist ein willenloses Werkzeug des finsteren und mordenden Geistes des Mittelalters, von dem sie weder Stephenson noch Hertz freimachen konnten. Sie hat nicht gelernt, daß' Voraussetzung alles Seins, alles Strebens und aller Arbeit nur das Leben ist. Sie witt.es nicht schützen, sie verachtet es. Aus dem Blut kommt das Leben, sagt die jiidische Bibel. Die Menschheit hat das Eisen, die Kohle zu schätzen gelernt, und von hier aus dem technischen Wissen tausend neue vielgestaltige Aufgabengestellt. Aber sie will das Mut nicht schätzen und-von hier aus erwächst ihr nmyer neue Verwirrung, die die Technik niemals lösen kann. Re Rcherheltskonferem. DSe Äe«sfche Antwort auf die Konferenzeinladung. Paris, 26. September. WoU.) Der deutsche Botschafter d. Hoesch hat heute nachmittags in Abwesenheit des AußennÄrrstertz Briand dem Generalsekretär im Ministeriumfür auswärtige Angelegenheiten Berthelot die Antwort der deutschen Regierung auf die Einladung der alliierten Regierungen zu einer MnistertbegegMng überreicht. Die Antwort stellt eine Annahme der Einladung dar. Im Anschbrß an die Ueberreichung der Antwort kamen verschiedene mit der Angelegenheit zusammenhängende Fragen zur Sprache. In London wurde die deutsche Antwortnote heute mittags vom Botschafter Dr. S t h a m e r ich, Foreigne Office überreicht. JÜ Brüssel empfing Außenminister Vandervelde heute mittags den deutschen Gesandten der chm von der Annahme -der Einladung der Alliierten Mitteilung machte. Die deutsche Regierung hat die Veröffentlichung der An iw ort-n ote für Die ns tag vormittags in Aussicht genommen. Der für den Zusammentritt der Konferenz von den Alliierten borgeschlagene? 5.*5>I t-o b e t; wurde - von der deutschen Regierung als genehm bezeichnet, doch ist über diesen Termin eine bindende Vereinbarung noch nicht getroffen. Ebensowenig steht der Konferenzort fest. Voraussichtliche Dauer 14 Tage. Paris, 26. September. Ueber die Sichecheitspaktkonferenz wird von einigen MorgeMättern folgende -offenbar offiziöse Auslassung veröffentlicht: In Frankreich ist man nicht der Ansicht, daß die am 6. Oktober beginnende Konferenz - der Vorläufer einer umfangreichen Konferenz sein soll. Man -will in Locarno mit der Frage des Sicherheitspaktes und den zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn vorgesehenen Schiedsgerichtsverträgen zu Ende kommen. Man glaubt deshalb, daß die Konferenz 14 Tage dauern werde. Eine Zusammenkunft Stresemann-Benesch. Prag, 26. September. Wie -die ,Zrrbuna" meldet, -der-, Mt Minister des Aeußern Dr. Bene sch Samstag oder Sonntag Genf. Er wird wahrscheinlich über Wien und Preßburg nach Tapolesanh zum Präsidenten Masaryk reisen. Weiter meldet das Blatt, daß der Berliner tschechoslowakische Gesandte Dr. Krosta den, Außenminister Dr. Stresemann besucht -und mit ihm über - den Schied's vertrag verhandelt habe. Dr. Stresemann habe erklärt, daß er in der nächsten Zeit -mit Dr. Ben esch wahrscheinlich in der Schweiz zusa mmenkornmen tverde. Gesandter Krosta begibt sich M Berichterstattung nach Prag. Mitscherim Reise. Moskau, 36. September. Der Volkskommissar .für Aeußeres Tschitscherin, der gestern seine Auslandsreise angetreten hat, wird während der Dauer seiner Abwesenheit durch Litwinow vertreten. Tschitscherin trifft Sonntag früh in Warschau ein, 'wo er während seiner zweitägigen Anwesenheit -mit dem Außenimmstjer Skrzhnski und dem Mnisterpräsidenten Grabski konferieren wich. Mch der polnische Gesandte in Moskau fft im Zusammenhang mit Dschitscherins Besuch nach - (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 26. Septemlber. Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß'die Türkei sich bereit erklärt hat, an einer englisch-türkischen Konferenz über Mossul unter Vorsitz einer neutralen Macht (die Türkei soll Frankreich in Vorschlag gebracht -haben) tettzunchm-en. Die Unterfuchungskommiffion des Völkerbundes. Genf, 26. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der Wlkerbundrat wird in einer geheimen Sitzung, die am nächsten Montag stattfinden soll, die Mitglieder der llntersuchungskommission über die Grenzverletzungen im Mossnlgeibiet ernennen. Man glaubt, daß die Untersuchungskommission von einem tschechoslowakischen General geleitet werden wird. Sie gescheiterte Marokko-Lfsensive. Lissabon, 26. September..Der von den Spaniern in ihrem Gefechtsbericht selbst zugegeben« Rückzug im Abschnitt von A l h u c e m a s, der, wie gemeldet, durch das verheerende Maschingswchvfeuer der Kabylen erzwungen war, hat für sie ernste Folgen gehabt. Die Lage der spanischen Truppen in diesem Sektor fft jetzt äußerst kritisch, zumal auch die Verpflegung und Wasserversorgung ungeheure Schwierigkeiten macht. „Späteres gemeinsames Vorgehen." Paris, 26. September. Der ,/Lemps" schreibt zur Lage in MaroNo: Mavschall P e t a i n hat am 26. d. die zweite Offensive gegen die Rifleute begonnen. Sie setzte mit dem bereits gemeldeten Angriff bei Kis-sane ein. Auch die Spanier seien entschlossen, aus ihrer Front vorzugehen, um bei'Tetuan mit den französischen,Truppen zufammenzutreffen und so die Möglichkeit eines späteren gemeinsamen Borgehens gegen Abd el Krim zu schaffen. kaillaur in Rm-Hork. Ein neuer ftanzöfifcher Vorschlag zur Schuldentilgung: (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".). NewHork, 26. September. Die Ablehnung des von Caillaux übermittelten Vorschlages, daß Frankreich seine 3 340 Million £n Doll a r.betragende Schuld an die Vereinigten. .Staaten in 02 Jahren in progreff-iv steigenden Jahresraten von 30 bis 80 Millionen abtragen solle, wobei allerdings bei «Zahlungsunfähigkeit Frankreichs die Frist von 62 Jahren verlängert werden könne, hat. eine momentane Stockung in den Schuldenverhandlungen hevvorgerufen. Die Amerikaner erwarten' jedoch einen neuen Vorschlag Caillaux', der für sie annehmbarer wäre. Der amerikanische Schatzkanzler Mello n glaubt,--daß die Schwierigkeiten nicht unüberwindlich seien. -Der ,^-emps" gibt Meldungen -verschiedener englischer Meldungen w'eder, wonach sich die amerikanische Kommission mit JaHreszahlungen von etwa hundert Millionen Dollar zufrieden geben müsse. Während der Zeit eines teilweisen Moratoriums, das heißt während eines Zeitraumes von etwa zehn Jahren, würde Amerika Zahlungen von 45 bis 50 Millionen annehmen. ' Re amerikanisch-zionistische Abordanng in Palästina. Jerusalem, 25. September. (I.' T. A.) Zu Ehren der drei gegenwärtig in Palästina weilenden amerikanischzionistischen Führer, Morris Rothenberg, Direktor des amerikanischen Keren Hastssod, E-manuel N e u m a n n, Direktor -der Palestine Securities, und Israel Goldberg, fand am 22. d. in Jerusalem ein Bankett statt, welchem mehr als 200 führende jüdische Persönlichkeiten Palästinas beilwohnten. Bei dieser Gelegenheit übergab Mr. Morris Rothenberg eine von amerikanischen Freimaurern zuisammengebrachte Spende von 10.000 Dollar als erste Rate des von der New-Aorker Großloge für kulturelle Institutionen in Palästina aufzubringenden Fonds. Diese Gelder werden für die Errichtung eines Gebäudes für das h e b r iyU ifche Lehrerseminar' in Jerusalem verwendet werden. Kolonel F. H. Kisch begrüßte die Amerikaner im Namen der Zionistischen Exekutive und sprach -dabei die Hoffnung aus, daß der Anblick der Fortschritte in der Aufbauarbeit in Palästina sie zu werterer großer Arbeit ermutigen wird. Es sprachen noch Miß Henriette SH o l d, Warschau gereist. Bon Warschau begibt sich Tschitscherin! David Aellin, Morris Rothenbe rg, Richter nach Berlin, wo ebeHM Konferenzen mit den Leitern Bernard R osenblatt, Miß Irene Loeib und Gmanuel der AußenPokW statffrnden werden, Md von da nach '! Reumann. 27. September 1925 ')h,smQ Das Warenhaus Beige hon Nr. 96 Hohemtaufengasse 10, Tel&hs°j liefert Teitaahlnnn ohne Freisaufschläge auf lullirailluUy undohneAnzahlung: Herrenu. Damenbekleidung, fertig und nach Mass, Pelze, Schuhe, Wäsche, Modewaren etc. 6 Monate Kredit! Keine Agentenl »«> Keine Inkassanten! Sie ftommuniftenanaft in Ungarn. Budapest, 26. September, (ll. T. K B.) Im Polizei- Verhör 'bekannte der gewesene Volkskommissar Matthias Rakosi, daß die Vagi-Partei eigens zu dem Zweck gebildet wurde, um in der Arbeiterschaft das Bewußtsein der Notwendigkeit einer k v m m u n i sti s ch e n Bewegung zu wecken. Man, wußte, daß die kommunistische Agitation nicht unter offener Flagge eingeleitet werden könnte, weshalb die Vagi-Partei in den Vordergrund geschoben wurde. Rakosi bestätigte auch den sogenannten Mai- K o n g r c ß und gab an, daß bei diesen: tatsächlich Bela Kun den Vorsitz geführt habe. Auf die Frage, woher er die zu -den Propaganda- und Organisationsarbeiten notwendigen Gelder erhalten habe, bemerkte er, daß er nicht selbst die Parteigelder verwaltet habe, sondern daß diese an einen Vertrauensmann überwiesen wurden, dessen Namen er nicht nennen wollte. Wie die Blätter erfahren, soll jedoch dieser Manu bereits in Gewahrsam genommen worden sein. Ueber die Herkunft der Gelder sagte Rakosi aus, daß sie von verschiedenen Wiener Sowjet Handelsvertretungen überwiesen und dann bei ausländischen G e l d i n st i t u t e n aus falsche Namen eingezahlt wurden. Im- Verlaust des gestrigen Tages erfolgten -weitere Verhaftungen, so daß sich' bis jetzt insgesamt 6 5 Personen im Gewahrsam der Polizei befinden. - Die Polizei führt jetzt die Untersuchung in der Richtung, wo die Moskauer Dollarbeträge placiert wurden. Es wurden heute sämtliche Bauten befragt, ob sie nicht Dollarbeträge-geheimnisvollen Ursprungs in der letzten Zeit erhalten haben. Die Antworten waren aber durchwegs negativ. Ungarische Sleichberechtignng. Aus Budapest wird uns berichtet: Die'Stadt Debreczin hatte zu den Kosten des dortigen jüdischen' Gymnasiums einstimmig 10.000 Goldkronen votiert mit der Begründung, daß die Stadt ja auch zu den Kosten des reformierten und des katholischen 'Gymnasiums' und zünden der staatlichen Mittelschulen beigetragen habe, zudem stammen diese Gelder auch .aus den Steuerleistungen der israelitischen Mitbürger, weshalb es billig sei, daß die Stadt'diese Mitbürger unterstütze. Universitätsprofessor Wilhelm Händel und Genossen appellierten gegen diesen Beschluß an den Minister des Innern, der ihn mit der Begründung annullierte, bafe die Errichtung des jüdischen Gymnasiums unter den jetzigen Verhältnissen keineswegs unaufschiebbar sei; auch könnten die jüdischen Zöglinge in anderen Schulen Unterkommen. Unterkommen wohl, aber die Unterkommen, werden von rassenschützlerischen Lehrern und Schulkameraden gedemütigt und aus der Schule geekelt, indem man ihnen täglich hundertmal unter die Nase reibt, sie mögen in die Judenschule gehen. Nun wollen sie sich die Judenschule machen. Aber der Horthv- Regierung ist auch das nicht recht ... Hnkenkrenrler und Legiiimiften. Oberst Wolfs, der Parteiobmann der kaisertreue»- Volkspartei, sprach Freitag im Wimberger-Saal, iu den sich auch einige Hakenkreuzler eingeschlichen hatten. Wolfs sagte unter anderem: Unser Arlßenmmister Doktor Mataja, der bekanntlich gegen den Anschluß ist,, aber leider zu wenig Mut hat, hatte vor der Genfer Tagung sich mit den Franzosen beraten. Ms dies der deutsche Minister Str es ema n n erfuhr, war er wüteud und sistierte Oesterreich -die Zollbegünstigungen, -die bisher von Deutschland.gewährt wurden. Darob herrscht.nun bei unserer. Regierung und in unserer Export-mdustrie große Bestürzung. Dafür hat aber .Herr Stresemann eine Million Goldmark für eine n ene Zeitung und für Plakate hergegeben. Ein .Hakenkreuzler sprang daraufhin erregt auf und rief: ,Herr Oberst, da's werden Sie verantworten nÄsfen!" Oberst Wo lsf schlug mit der Faust.auf den Tisch und schrie: „Ihnen gegenüber habe ich nichts zu verantworten! Glauben Sie, daß ich mich von Ihnen fortwährend beschimpstn lasse?" Der Stänkerer wurde entfernt und Oberst W olfis beendete sei-ne Rede. Ueberzeugen Sie sich vor der Q i t e der GRÄTZER PELZE Besichtigung zwanglos! Umarbeitungen nach neu- ROTENTURMSTR.22 »TELEPHON 71*4-30 seien Modellen kulantest