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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-27 · Heft 2370 (27.9.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2370 (27.9.1925)
Date
1925-09-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I Polen: iWten: ZumAbholen in der i Expedition, II., Taböistr, 1-3, oder in einerVerschlelsstelle (Trafik) monatl. 5 SchilUng Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Go I d sch mied. I.. Wollzeiie U Mit postversand für Wien iirid Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakel: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachaahltuigeit bei Preis» erhflbangen Vorbehalten xt.ni« lener England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire,' Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien'MomlOOLewa, Schweiz und das Übrige Ausland monatlich Frcs. 5 t ' _ ToESetten allerersten Ranges (franz. und Wiener Modelle) Wien, I. Graben 17 (Mezzanin) Sehr mässige Preise! bs, JABaczewiki iiiiiiMiiiiiminiiiiitiiiiiiiiiiiiimitiiiiimiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiniimii Schnäpse Liköre Spezialität: Baczewski - Stanlslauer Doppelt rektifiziert und destillier: Seit 1792 weltbekannt Bcrlto W sr, Kywftotenztr. 1Z3 / Tel. 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Me bereits berichtet, hat eine Deputation des jüdischen SeijmMbs in derselben Angelegenheit auch mit dem Außenminister S k r z Y n s t i konferiert. — Die Red.) Der Untervichismickster erklärte, er habe soeben ein ait die Senate sämtlicher Hochschulen gerichtetes Zirkular unterfertigt, in denen er die Aufmerksamkeit der Senate daraus lenkt, daß bei der Anwendung von.Ausnah nt s!b e sch r ä n k u u gen an den Hochschulen .keine nationalen oder religiösen Gründe, sondern nur die des Unterrichtes maßgebend sein ' Im werteren'Verlauf der Konferenz erklärte der Unterrichtsminister, daß den Studenten, die infolge der Anwendung, des Numerus clausus aus Gründen des Unterrichtes die Ausnahme an den Hochschulen nicht erlangen konnten, P aß e r I eicht er un gen für das Studi u m im Au'§ la nd gewährt werden sollen. Redaktion, Administration: Wien,II.Taborstr. 1 Telephone: 44-0.38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Diuckerei. lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150,693 Sie», Sonntag. 21 September IM «t fnSRe SilletbunDfemsn BeWeift». Wahl der nichtständigen Mitglieder des Bölkerbundrates. — Dandurands Schlußrede. Gens, 26.' September. jSchweiz. Dep.-Ag.) In ihrer Heutigen Plenarsitzung schritt die - Völkerbundversammlung zur N e u w ahldersechs n i ch t st an d-igerv Rat s- -mitgljeder. Die -Auszählung der Stimmzettel ergab Ifolgendes Ergebnis: Gestimmt haben 4 9 N a t i o n e n, ein Stimmzettel Mar weiß-eingelegt worden. Die absolute Mehrheit'beträgt somit 25. Es haben Stimmen erhalten: Brasilien 43, Uruguay 40, Spanien 35, die Tschechoslowakei 35, Schweden 34, Belgien 32. Diese Staaten erhielten die sechs Sitze. China, das 25 Stimmen erreichte, Persien und Holland, auf die 9, beziohungsweise 8 Stimmen entfielen, bleiben unvertreten. Hierauf legte Z n m e t a (Venezuela) eine Resolution vor, die besagt, daß vom nächsten Jahre an in der Besetzung der utchtftändigen Ratsitze ein Turnus cintrcten soll. Die Resolution wurde mit starkem Beifall ange n o m m e n. Der Präsident der sechsten VölkLM'ndvevsammlung, D a n d u r a n d, hielt sodann seine S ch l n ß r e d e. Ex dankte zunachjt der schweizerischen Eidgenossenschaft, dem Kanton und der Stadt Genf, dann dem Generalsekretär des Völkerbundes Sir Erik K r.u m m o n d, den verschiedenen technischen Organisatiweu', den sechs Komm i s s tonen und namentlich auch der P r e s s e für ihre 'wertvolle. Mitarbeit, und führte hierauf M, wmtz Mch? d t e s j; df) rH p wen tger glanzvoikl gewesen sei als frühere, so habe sie doch wertvolle Arbeitauf /sozialem, finanziellem, wirtschaftlichem und politischem GeAete geleistet-. Er erinnerte auch an das Hilfswerk für die.Flüchtlinge, den Schutz der Frauen und Kinder, an die Erfolge auf-dem Gebiete der Bekämpfung -der Sklaverei sowie an das Werk der Hygieneorganisation. Zum Minderheitenschutz äußerte sich Dandurand unter anderem: Durch die aufrichtige' Zusammenarbeit von Völkerbund, den interessierten Regierungen und den Minderheiten -wird mit der Zeit ein Gefühl der Brüderlichkeit geschaffen werden, so daß das M>inderhei4enproblem weder auf . dem internationalen noch auf dem nationalen Gebiet anehr Besorgnis erwecken werde. Bezüglich der Grundsätze der Schiedsgerichtsbarkeit, der Sicherheit und der Abrüstung führt Redner aus, die Beratungen hätten zur Feststellung geführt, daß der G e -i st des letzten -Jahres ausgearbeiteten Protokolls intakt blieb.. Es bildet zurzeit ein Ideal und eine -Richtlinie. Dandurand stellt fest, daß man letzten Endes nur die Wahl habe zwischen Schiedsgerichtsbarkeit und Willkür. Im klaren Bewußtsein ihrer Mission und ihrer Verantwortung habe dte sechste Bölkerbundversammlung das Programm der kommenden großen Werke ausgestellt und der Menschheit einen lichtvollen Blick in die Zukunft eröffnet. Um 17 Uhr 10 Minuten wurde die Sitzung und die Session geschlossen. Die armenischen Flüchtlinge. Genf, 26. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) In der heute abends albgehallenen Sitzung des Bölkerbundrates wunde beschlossen, K o m tu issäre zu ernennen, die unter der Leitung von Dr. Frichjof Nansen das Hilfswerk für die Niederlassung armenischer Fluchtüttge im Kaukasus in die Hand nehmen i genommen. GeU Md Technik. ] - y. Wien, 27. September. - ' Am 27. September 1825 fuhr zum erstenmale ein Eisenbahnzug über die Strecke. Die Lokomotive „Active", hie Georg Stephenson als eine von drei, erbaut hatte, setzte sich in Stockton, einem Städtchen im nordenglischen Kohlenbezirk, in Bewegung und führte zwölf Güterwagen und 21 Personenwagen nach Darlington. Eine ungeheure Menschenmenge, war zu diesem Ereignis erschienen; nicht so sehr, weil sie die Größe des Tages erkannte, als vielmehr aus dem Grunde, weil sie diese neuartige Reisemaschine, die als ein Teufelswerk beschrieben worden war, in die Luft fliegen sehen wollte. Das trat nicht ein. Aber Stephenson hatte vier Jahre lang.zu kämpfen, ehe sein Gedanke endgültig siegen konnte.. Am 8. Oktober 1829 führte er seine „Rakete" bei Liverpool auf. einem. Geleise zum.Wettkampf gegen fünf . Maschinen und siegte mit der Geschwindigkeit von 56 Kilometern in der Stunde. Llber erst der 15. September 1830 brachte ihm den Triumph, als die Bahnstrecke Manchester—Liverpool unter großen Feierlichkeiten eröffnet. wurde. Die Eisenbahn war entstanden und'damit ein Kulturwerk geschaffen,.das sich in seiner Bedeutung nur noch mit der Buchdruckerkunst messen kann.. Mit diesem Tag wor hundert Jahren hat die Epoche begonnen, die wir stolz das technische Zeitalter nennen. Zwischen großen, weitgedehnten Gebieten menschlicher . Geistesarbeit war ein Zusammenwirken erfolgt, hem'die Külturwelt nicht bloß die technische Vollendung Wvr.Herrschaft über die Erde-H danken Hat.-Auch hie. ' Weltanschauung wandelte sich ins Weitet' Geistige und materielle Kraft, Arbeitslust und Eroberungsfreude im schönsten' Sinne dMWvrtes schlossen ein enges Bündnis miteinander, lenkten den Flug der Gedanken ins Unbegrenzte. Erst unseren Tagen war es Vorbehalten, auch die Luft dem Menschen und seiner Maschine zu unterwerfen. Der Verkehr beginnt auf die Schiene zu verzichten, so wie der Gedanke sich von: Draht des Telegraphen freimacht und auf den schwingenden, unsichtbaren Wellen durch den freien Raum eilt. Die Eisenbahn war es, die diesen Sieg der Technik einleitete. Sie hat den Rhythmus des Denkens belebt, sie hat den Begriff der Verbindung der Menschen und Völker mit neuem stürmischen Leben erfüllt und uns die Erde, die Welt, die Arbeit lieben unh schätzen gelehrt. Rasend rollen^ die Räder über die Geleise, tragen Güter und Menschen, schwingen sich über Berge, durch die Tunnels, überschreiten trennende Flüsse, siegen über die Materie. Aber die Hoffnungen der Glückseligkeit, die sich an diese Erfindung wie an jeden anderen großen Erfolg des technischen Wissens schlossen, sind nicht in Erfüllung gegangen. Englische Philosophen waren es, die an eine kommende Umwertung der ethischen Vorstellungen, an eine gute Einwirkung auf das allgemeine und künstlerische Leben glaubten. Das ist nicht emgetreten. Die Eisenbahn ist ein Kind des Geistes; sie ist vielleicht der größte, weil sinnfälligste Erfolg des technischen Sinnens. Aber die Technik ist niemals frei; sie kommt aus der Welt des Denkens und bleibt in ihr, den Wandlungen von Macht und Besitz stets untertan, Und so ist alles, was sie schafft, nur Diener. Sie entfesselt gewaltige, himmelstürmende Kräfte des Ausbaues und sie wird zum zerstörenden, weltenstürzenden Riesen, je nach dem Willen ihres Herrn, des Geistes.. Er selbst ist nicht frei in der Welt der Tatsachen. Er ist an Stimmungen, an die Imponderabilien kleinlicher Nüchternheit gebunden und teilt jeden Impuls seinem Diener mit. Was dieser erfindet, entdeckt, ersinnt, wird Mittel der schlimmsten Entartung, wird Werkzeug der Machtgier, die gegen Menschen und Dinge.in gleicher Weise sündigt. Sie hat die Triebkraft, die das Netz der Schienen belebt und die feinsten Regungen der Gehirnwindungen hinaussendet, zum'Sklaven des Mordes und. des Hasses herabgewürdigt, sie legt Zollinien über, die Geleisstränge, rüstet das Flugzeug mit Bomben aus und zwingt das Wissen, HÜBNER5 KU R SALON- Im Wiener Restaurant sind die Preise wegen Regieverminderung II M 25 BIS 30 PROZE NT H ERABG ES ET Z TI // Im französischen Restaurant Konzert avavavaväva Nachmittags s-Uhr-Tee 94

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