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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-26 · Heft 2369 (26.9.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2369 (26.9.1925)
Date
1925-09-26
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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< _ Seite '4 Wien, Sonntag die Gesellschaft in der Berichtszeit nach der vocherigen Abseudung von 20 Kisten mit Büchern jetzt wiederum 71 Kisten wertvoller Werke nach Jerusalem abgesandt hat, im ganzen ungefähr 15.000 Nununern. Die Gesellschaft hat sich bemüht, möglichst solche wissenschaftliche Werke zu besorgen, die in einem gewissen Zusammenhänge mit den von der Universität Jerusalem bisher betriebenen Studien stchen. ‘ Aus Veranlassung der Gesellschaft hat Professor Dr. Albert E i n st e i n das unschätzbare Manuskript seiner ,Allgemeinen Relativitätstheorie" nach Jerusalem gestiftet. Ebenso hat er jetzt eine sehr große Aunmluiig überaus wertvoller wissenschaftlicher Schriften der Gesellschaft für ihre Zwecke überwiesen, darunter namentlich die wertvollsten Akademie^schriften aus allen Kulturländern. I.« den letzten Tagen ist aus Veranlassung der Gesellschaft die medizinische Bibliothek von Professor Adolf Lazarus nach Jenvsälem gestiftet worden. Von besonderer Bedeutung ist es, daß Frau Dr. B a e rwald den handschriftlichen Nachlaß ihres Onkels, des berühmten Philosophen und Sprachforschers Professor Hajim S t e i n t h a l der Gesellschaft übergeben hat. Als eine besondere Aufgabe betrachtet es die Goscllschast, den Gedanken der Jerusalemer Universität und Bibliothek zu verbreiten und hat auf diesem Gebiete besondere Erfolge. Namentlich gelang es ihr, diesem Gedanken in Litauen, Lettland, Polen, Beßarabien und Italien, aber auch besonders in Amerika Verbreitung zu verschaffen, nachdem sie in früheren Jahren auch in der Tschechoslowakei, Oe st erreich und anderen Landern hierfür grundlegende. Arbeit geleistet hat. So sandte unter anderem der Vertreter in Amerika kürzlich 1500 Bände direkt nach Jeruifalem ab, und die Library of Congreß in Washington alle ihre Publikationen durch das SmithsoniawJnftitute. Der engere Vorstand besteht aus Sanilätsrat Doktor Gustav Bradt als Vorsitzenden, Professor Dr. Heinrich Lvewe als Schriftführer und Bankier Emil Damm a n n als Schatzmeister. In den Vorstand wurden ferner gewählt: Professor Dr. Albert Einstein als stellvertretender Vorsitzender, weiter die Herren Legationsrat Professor Dr. M. Sobernheim, Professor Dr. Jsmar Elbogen, Rechtsanwalt Dr. Miard Lestschinsky, Kurator der Wolffsohn-Stifturvg, Rabbiner Dr. Meyer Hildesheimer, Rabbiner Dr. Leo B a e ck, Frau Rabbiner Dr. E. E s ch e l b a ch e r, Rechtsanwalt Dr. Benno Walter, Buchhändler Josef Altmann, sämtliche in Berlin. Außerdem Dr. Rafael Chamitzer in Leipzig, Kaufmann Simon Strauß in Kassel, Justizrat M. B o d e n h e i m e r kn > Mn, Kaufmann Ludwig L a q u e u r in Breslau. Wiener Morgenzeitung Mitteilungen aus Sem Publikum. 1SS4 /ältestes Wiener Restaurant KRZIWANEK Kiesiveiter > HSlidier 1088 BERLIN NW 7 Frfedrlchsiraiie — Ecke Mittelstrane S7/38, I. Nur eine Treppe Vorzügliche echt österreichische Küche, Pilsner Urquell, österreichische und deutsche Weine. Bürgerliche Preise Kultus- und Justii-Talare sowie Barette in den mannigfaltigsten Ausführungen erhalten Sie vorrätig oder auch nach Mass nur* bei der altbewährten Spexlalflrma Rudolf Goldsiein,Uiüforaierangsansialt Oegründet 1866 WIEN, II. TABORSTRASSE 54 Telephon 45-6-29 Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden. Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben. Verlangen Sie illustrierte Kataloge gratis! 135 HOTEL CENTRAL Wien, II., Taborstrasse 8 a Stadtzentrum * 150 neu eingerichtete Zimmer * Zentralheizung, kalt- und warmfliessendes Wasser, Telephone, Lift, Cafe-Restaurant » Preise von 8 5.— aufw., Kaufleute 10% Rabatt. 665! nnjjn jnipn ba ow mn ,wi2p tnsc isdd m unna» fv2v 'isxn topn nr2 idwi d'T3» onso rmn N'SDUD — wn brruvp S 8 — NS' 72 112V P—'V.. —I |»ps!>p 3pP' o»'nn-nj)'piy ' maw S 10-50 S 12-30 Mord otts Konkurrenzneid. Ein jüdischer Arzt in einer bulgarischen Stadt ermordet. Aus Sofia meldet. I. T. A.: Vor kurzem wurde in der Stadt Tatar Paisardjik der dortige jüdische Arzt Doktor Moses Levy unter Umstanden ermordet, die die jüdische Bevölkerung des ganzen Kreises in Sorge versetzten. Die Umstände des Mordes sind noch nicht aufgeklärt.' Der Militärkommandant der Stadt, Major Slavov,^ erschien vor einigen Taigen bei Tr. Levy und forderte ihn auf, freiwillig die Stadt zu verlässew, fca er sonst für sein Leben nicht einstehe. Der Major wollte den jüdischen Arzt sorchaibeu, weil seine — des Majors — Gattin Aerztin ist und in Dr. Levy eine Konkurrenz sah. Der einzige in Tatar Pasardjik noch verbliebene jüdische Arzt Dr. D a n o n verließ nach dem Mord an seinem Kollegen fluchtartig die Stadt. Alle Untersuchungen der Behörden über die Urheber und die Umstände des Mordes blieben erfolglos. nähme, die das erste Buch der Trilogie bei den nichtjüdischen Lesern in Polen gefunden hat.) Während Qpatoschu, selbst ein Kind der polnischen Wälder (er stammt aus Mlawa), aber seit mehr als zwanzig Jahren in N ew - Ior! ansässig, in dollster Hingabe seit Jahren daran arbeitet, das jüdische Wesen seiner Heimat dichterisch zu erfassen, formt sich seinem epischen Blick (der ein Mesensmerkmal seiner künstlerischen. Begabung ist) bereits ein anderer Prozeß: Amerika; in dem das Judentum ein Teil jenes im Fluß befindlichen Phänomens ist, das die. Schlagworte als „unbegrenzte Möglichkeiten", „Amerikanisiemng", ,Werden einer neuen Nation" und dergleichen bezeichnen. Eine Reihe von größeren und kleineren Erzählungen und 'Skizzen Opatoschu's, in einem (1018 erschienenen) Band „Unterwelt" vereinigt, formt die spezifisch jüdische Tragik in diesem Prozeß. Darüber hinaus aber gestaltet der Dichter 'bald die allgemeine Tragik des großen Bevschmelzungsprozesses: Qpatoschu hat jene unterdrückten, erstickten Wchlaute gehört, .welche das mechanische Verschweißen jener alten, in Blut und Seele der Menschen übergangenen Elemente der Eigenart hervorruft. Der Schrei des Äenschen aus der Verzweigung der vonr Geist der Mechanik gebotenen Neusormung heraus wird in den Skizzen hörbar, die der Dichter.„Rasse" genannt >hat. Auch <in ihnen >lebt jene seelische Spannung, die sich sofort mitteilt und dem Leser sagt: das ist nicht eine Geschichte, .das ist Geschichte, «der nie zu Ende gebrachte Lebensprozeß. Opatoschu's Werk, soweit ich es kenne (zwei seiner Romane, i b r u" und „A Hei n", sind -mir nur dem Namen nach bekannt), ist dichterischer Ausdruck jenes Prozesses schöpferischer Entwicklung, der Völker schasst und ihre Dichter. Dieses Geheimnis der lebendigen dichterischen Begabung ist «das Geheimnis der Volistümlich'keit des Epikers Opatoschu. Siegfried Schmitz,. ivrvv vi2in i^irw.8' mm — -nnörrmin nim s n >70 *ji2 snii: .i .u V'2N2 8 u — cpijJD — prm "|i3 r— i» *»pD2p^»n pns* S 9 — 12 mn — nnv iD^IÖ .V TU *• PDJ•» 121J2T .1 n'ßö 25 Nüv 39 wev 21 rnvv 2 rnilK2 ID- 48, S 34'- Buctihandtuiig R. lüwlt (Versandahtailung) WienFleischmarkt 1. Der Millinrdeneinbrnch int zwettler Stift. 138 Edelsteine in Parkanlagen am Neuvaugürtel gefunden. Auf der Suche nach den Teilstncken der Beute der Einbrecher in der Schatzkammer des Zwettler Stiftes waren schon gegen 700 Edelsteine ges-rywen worden, teils bei Hehlern, teils bei den Tätern selbst, teils bei Personen, die die Edelsteine übernommen hatten. 'Vorgestern abends und gestern früh ist nun wieder ein namhafter Fund von'Teilen der Beute gemacht worden. An einer Stelle, an der sicherlich Tausende von Pei> sonen vorbeigegangen sind, sind rund 14g Farbehel« steine gesunden worden. Einer der Täter hatte nämlich dem die Untersuchung leitenden Posizeirat W e gl eingestanden, daß er Steine ans der Beute an einer bestimmten Stelle des Neubaugürtels weg geworfen hat. Der Mann ist der Geraster Josef Cerwenka. An der von ihm bezeichnten Stelle, die allerdings etwas abseits vom Wege liegt, haben , schon vorgestern abends Kriminalbeamte durch Stunden gesucht und nach und nach ganz offen siebzig farbige Edelsteine gefunden, bis schließlich die Suche wegen der Dunkelheit eingestellt werden mußte. Gestern zeitlich früh nahm Inspektor Pfleger mit seinen Leuteir die Suche an der in der Zwischenzeit gut b e w a ch t e n.Stelle wieder.auf, und - 26. September 1965 W.' 8889 cs wurden neuerlich zerstreut auf dem Boden achtundsechztg F a r b st e i u e gesunden. Die gefundenen Steine sind Amethyste, Rubine, Saphire, Topase, Smaragde, zwei Türkise und eine halbe Perle. . - .i Evst als man kaum annchmen konnte, daß. noch Edelsteine an der Stelle liegen, wurde vormittags die Suche, dj* eine v i e l h u n d e r t k ö p f j g e M e n,g ,e angelockt hatte, eingestellt. Die ewige Bolkrotzernlrlse. Bor einem Streik. Die neue Aera in der Volksoper .dauert erst ein-i^. Wochen und schon scheint das Theater wieder ans dem toten Punkt aitgelangt zu sein. Die in der vorigen Saison permanent gewordene Krise ist wieder ausgedrochen und droht zur Abermaligen Sperrung der Vollsoper zu führen. Die neue Direktion Gruder-Guntra-m ist dam Personal an Gagenrückstä-nden ettva 80 Millionen schuldig und hat -er* klärt, diese Sumnre, die bei einem Personalistand von 800 Köpfen -nicht übevinäßig hoch ist, in Bälde süüsisig zu machen. Trotz dieser Zusicheruug hat gestern eine Bollversautmlung des Personals stattgeftm-den, in der ein. mit 84 Stunden lbesristetes Ultimatum beschlossen wurde. Sollten bis dahin die Gagenrmckstmrde nicht ansbezahlt sein, so wird in der VoNsoPor der Streik beginnen. Gestern abends trat der Verwaltungs-rat zusammen, um zur Situation Stellung zu nchmen. Die Stünmn-ng wegeit des unnachgiebigen Verhaltens des PersomleS ist sehr erregt -und der Verwaltungsrat ist nicht gesonnen, sich oinent Diktat zu fügen. Man will den verhältnismäßig gerirrgfügigen Betrag nicht flüssig machen und es aus einen Streik aUkvminen lassen. Doch besteht noch die Hoffnung, daß das Personal das.Ultimatum zukückziehen werde. Gegenüber verschiedenen Mitteilungen wird erklärt, es sei Wohl richtig, daß die Gage des Kammersängers Bohnen überaus hoch ist, doch wird die mouvenlane Schwierigikoit mcht ausschließllch daraus zurückgesührt. Im Lause des heutigen Tages wird die Entscheidung fallen. Das Carl-Theater, das gleichfalls der Direktion Gvuder-Guntram untevstcht, ist von der kritischen Lage über- Haupt nicht betroffen. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeMlche Mitteilunge« sind durch ein vorangesehtes E gekennzeichnet. Wien, 26. September. * Das Wetter. Nach der Schönwetterperiode war es gestern bewölkt und wesentlich kühler. Die Voraussage kündigt wieder heiteres, warmes Wetter an. * Zionistisches LandeSkomttee M Oesterreich. Die Fortsetzung der informativen Besprechung findet heute um 8 Uhr a'bends im kleinen Saale des Ingenieur» und Archltekteüvereins, 1. Bez., Eschenbachgasse 9, statt. Die DeÄnchmer der beiden letzteren Besprechungen werden ans diesem Wege hössichst eingeladen und ersucht, Oniktlich such guvepsMich gu erscheinen. l * Das Leichenbegängtüs de» vovgesteivn verschiedenen Herrn Wilhelm I. Brenner, des BaterS unseres FvamdjeS IM Brenner, findet rnvvgen um viertel ILMr vlwmtttaK dom Zentralfüiedhof (1. Tor) aus statt; * Erdbeben. In Hi nt er st oder im Steyrtal wurde am Mittwoch um bLhr 44,Wn. zin starkes Erdbeben vahrgenommen. ~ ' """ Sekunden und t ins dem Schlaf ,— — ——.. - mgerichtet. Die römischen MorgenMtter von gestern berichten non einem Erdbeben, das seinen Mittelpunkt in den Abruzzen gehabt habe. Es war besonders stark in der Umgebung von Isernra zu verspüren, wo die Kuppel der Kirche einsturzte. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt, Menschenleben sind nicht zu beklagen. Auch in Rom waren leichte Erderschütterungen wahrzunchmen. * Mysteriöses Verschwinde« einer IRahrigen Modistin. Seit dem 21. d. ist die Idiähvige Modistin Herma Sommer, 2. Bez., Kaisermüylen, Schiffumhlenstraße 126, bei den Eltern wohnhaft gewesen, auf ganz rätselhafte Weise verschwunden. Sie war gegen dreiviertel 10 Uhr nachts ganz aufgeregt in das nahe gelegene Wachzimmer gekommen und batte dort erzählt, daß sie mit ihrem Bräutigam am Praterstern gegangen sei, als plötzlich ein Mann aus die beiden zugetreten ist und erklärte, er müsse.mit dem Begleiter allein sprechen. Beide seien dann nicht zurückgekehrt. Man LerMgte das Mädchen auf dem Wachzimmer und es erklärte schließlich, daß e8 sich selbst auf die Suche nach dem Bräutigam aufmachen wolle. Seither fehlt von der Sommer jede Spur. Das Mädchen, daß infolge einer Krankheit mitunter an Dämmerzuständen leidet, hatte bereits einmal vor etlichen Monaten das, Haus verlassen, war aber dann wieder aufaefunden worden. Die Vermißte wird beschrieben als mittelgroß, auffallend schlank, mit dunkelbraunen Augen, solchem Haar mit rück- VnoTt8n,»?ntttttttp* Niibikovssrisur. * Ein Dachfeuer in der Leopoldstqdt. , Gestern gegen 2 Uhr nachmittags brach in dem Hause Kleine Pfarrgasse 1 ein Dachfeuer aus, das den halben Dachstuhl sowie sechs Bodenabteilungen mit ihrem Inventareinäscherte. Der Brand, der auf die Stockwerke überzugreifen drohte, wurde nach einstündiger Arbeit von der Feuerwehr gelöscht. Die Entsteyungsursache ist noch.nicht bekannt. Der Schade ist sehr oedeuteno. * Wiederum vier Personen durch Schwämme vergiftet. Donnerstag nachts wurden rm Hause Fetztgasse 18 in Ottakring vier Personen mit Anzeichen einer Vergiftung „durch Schwämme voraemnden. Sie hatten selbstgepslückte Schwämme gegessen. Die Rettungsgesellschaft brachte sie ins Spital. * Der Mord auf de« Schmelz. Wie berichtet, hat am 26. d. die Bedienerin Emilie Deutsch in der Wohnung PouthonMsse 8 den Gatten ihrer Quartiergebevin, den Hilfsarbeiter Babaik. durch Hiebe mtt eimr Hacke,lMnsgefälyrsich verletzt. Babak ist Donnerstag uw 7 Uhr abends seinen Verletzungen erlogen. Gegen die Deutsch wird die Anklage wogen Mordes erhoben werden. * Unaufgeklärter Tod. GOern früh wurde der 28jähpM Chauffeur Mofes Singer in seiner Wohnung, Hollergasse 18, nachdem die Türe des Zimmers ^güwaHcmr geöffnet Wowen war, im Bette siegend tot ausgefunden. Me Dodesirrsache üst bichm miIbelkaMt,..... -.... .- ... x i

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