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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-24 · Heft 2367 (24.9.1925) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2367 (24.9.1925)
Date
1925-09-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Kr. 2M Wen, Donmr'Ztag ,, MMtWMdnMüttq K. September 1925 .'. Beite 7 * Di« B'nai-B'rith-Gartenstadt in Palästina. Die Icrufchalaji-m-Loae zu. Jerusalem hat sich an den deutschen Ordeit B'nai B'vich gewandt mit der Vri-tteilung, daß sie eine GeseUchast zur Errichtung.einer B'uai-B'rich-Garteustadt bei Jerusalem begründet habe. Die Gesellschaft, die 100 Mitglieder zM, hat an der Peripherie von Jerusalem in guter Lage ein Grundstück von über 20 Hektar erworben, das Aussicht aus die Kolonie Moza hat. Es wird die Teilnahme der deutschen. Logen und der deutschen Logenbrüder an diesem B'naiE'rith-Werk erbeten. Nach DurWhrung des Planes in der NW von Jerusalem soll versucht Lverden, ähnliche Uniernchmungen in anderen jüdischen Zentren zu verwirklichen. (I. T. A? * Müsch in der Hckfaer Talnmd-Thora-Schule. Der Nat der jüdischen Gemeinde zu Haifa beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit einem Protest Men die Mische Unterrichtssprache in einer Haisaer Talmud-Thora-Schule. Es wurde ein Ausschuß Mr Prüfung der. Angelegenheit . eingesetzt. (I. T. A.) * Eine jüdische Wochenschrift in arabischer Sprache. In Beirut erscheint unter dem,Namen ,M Calam el Israeli" eine jüdische Zeiitung in arabischer Sprache. Die tetzte Nummer, die als JubNMrs-Sondemummer anläßlich des fünften Jahres seit Gründung des Mattes herausjgegebeu wurde, ist sehr reichhaltig. Diese — wir asau'ben omsige — jüdische Wochenschrift in arabischer Sprache wird von SÄim Glijahu Man redigiert und erfüllt hauptsächlich in Syrien, Mesopotamien und anderen Ländern des Orients eine wichtige politische und Mische Kulturmission * Verloren gegangene Briese. Die amerikanische Postbehörde veröffentlicht eine Statistik, die dem Amerikaner vor Augen führen soll, in welch leichtfertiger Weise Briefe falsch adressiert werden und so verloren gehen. Nach der Zahl der unbestellbaren Briesienoungen im Jahre 1923 wurde jede fünf Minuten ein Brief in den Kasten geworfen, der überhaupt keine Adresse trüg, und jede Minute gaben 42 Personen Bvftft aus, die ungenügend adressiert wamn, dabei befanden sich unter diesen Briefen auch solche, die Geldbestellungen und Schecks enthielten. In diesem Jahre entnqhm aus diesen Briefen die Postbehörde nicht weniger als 5500 Dollar, die, da unbestellbar, einem öffentlichen Unterstützungssonds zugeführt werden. * Die Briefmarkensammlung des Zaren. In London wird in den nächsten Tagen die Briefmarkensammlung des letzten russischen Zaren, die zu einem Preise von 50.000. Pfund Sterling erworben wurde, zur Versteigerung gelangen. Die Sammlung enthält eine Rtzche seltener Ausgaben der russischen Postverwaltung, die für die Romanows gesammelt wurden, darunter auch esne große Anzahl von Marken, deren Ausgabe geplant war, aber durch das Dazwischentreten der Revolution nicht mehr durchgeführt wurde. Die Sammlung trat zum ersten Male im Verlaufe der Revolution in T obolsk auf, blieb dann in den Händen der sowjetistischen Behörden in I e ka t e r i n en bnr,g. .Die .Vertretung eines fremden Staates erhob schließlich darauf Anspruch, der auch nachträglich anerkannt wuroe, und wodurch schließlich die Sammlung außer Landes kam. * äftcftc Firma der Welt. In einem in der Nähe von Norfolk, gelegenen Dorfe betreibt, wie Londoner Blätter melden, eine Familie das Korbflechtergewerbe, eiüe , Fainilie, die Mer ist, als das britische Reich und das reale- ', rende Königshaus. Der Fall, der vermutlich einzig in oer Weltdasteht/kennzeichnet an einem klassischem Beispiel den konservativen Sinn des Engländers, .der mit beispielloser Zähigkeit am Althergebrachten sesthält. Die Werkstatte der Famuie ist die älteste englische Firma, da sie vor.817 Jahren, im Jahre 1198, in demselben Hans, in dem sie noch heute besteht, gegründet wurde. Seit jener fernen Zeit erbt sich das Handwerk vom Vater auf den Sohn fort, und nie ist es einem der Mitglieder dem Familie in den Sinn gekommen, sich einem anderen Beruft zuzuwenden. Sie flechteil die Körbe yente vermutlich noch -genau nach dem Verfahren, nach dem 'schon ihr Ahn und Begründer des Handwerks gearbeitet hatte/ Allen Neuerungen gegenüber, sowohl, in ihrer Lebensführung wie im Betrieb ihres Gewerbes, verhalten sie sich völlig ablehnend. __ Bühne und Kunst. HM Mefe füllt' i n 'bet Renaissanoebühne drei Einakter a>us. Nicht nur mit ihrer Wohlbvtekbcheit. Man läßt sich die ältesten Ladenhüter gefallen; lvenn die große Hunw-riftin und Eharakter- .darstellerin ans der Szene steht. Sogar Fansavons „Posfenspick" ans der Vackhendelzeit „Treu, ehrlich und fleißig".' Ja sogar den Schwank „Eine angenehme Perfdn" von Rudolf Oesterreicher. In Saltens Komödie „Schöne Seelen" ist die Künstlerin auch sehr amüsant, aber Ifür die Statistin Mizzi, die sich im Äparee, den eingeschlasenen Prinzen ans denr Schoß, mit dem Zählkellner verlobt, 'hat die Niese eine zu schöne Seele. Sie verzuckert den bitteren Kern des Einakters. Für das Gemeine hat sie nichts übrig. Der neu engagierte Herr Gustav Wagner ist in der Rolle des säubern Kellners vortrefflich, als Attwiener Partikulier in der Fa-nsaron-Posft bloß routiniert. Echt bis in die Fingerspitzen «wieder Josefine Jose ffy und verdienstlich Viktor Franz in einer Episode. Nicht glaubwürdig hingegen fcec Prinz des Herrn Treib itsch. * ' ' O. A. Sarl>Aeater. „Bojarenbraut" von Willy Engel-Berger. Ein. getsährliches EMriment für einen Schlagerkomponisten, eine Operette zu schreiben. Gewöhnlich fthlt's am Atem öder — der «Konkurrenzring ist nicht zu durchbrechen. Der Komponist heißt WillyEngel-Berger Und das Experiment gelang. Gelang so.außerordentlich, daß man von. einem neuen Stern aus denr Operettenhimmel sprechen (sogar schreiben) darf. Enftmblesätze, dnrchkompomert, klar und rein, Einfälle zu Dutzenden Und originell, wenn auch Erinnerungen anstanchen an ... andere. Gngol-BeDers Musik hat Schmiß, Tentperament, Wärme, DÄrkatefse. Gö'legenheit hiezu bot das naivsenümentele, romantische Buch von Kottow und Beda: das sackige Rumänien und lder Fiedchar! Das Car'5-Dheater hätte sich seiner glanzvollen Tradition erinnert und darstellerisch und koftüMlich ersEassiges Theater geboten/ Tairoslfs Einfluß ist warm zu begrüßen, da steckt der Künstler Treiumann' ,dahinter! T r e u m a n n: t endlich konnte man 'ihn wieder einmal in einer großen Molle sehen, er stand im Mittelpunkt, (auch wenn er sich Hinter den Kulissen aufhieli); neben ihm brillierte Christl Ma rdayn als Bojarenbraut, an dir Zeiten der Rassischen Operette erinnernd. Mmi Wessely tanzte somos. Ein Kapitel für sich der jugendliche Komiker K a r l w e i s, der sogar in der Kopierung' Lreunmnns Original Rieb. Der neue Tenor Herr Riedel hat alle Qualitäten eines Säugers und Darstellers, se>iu «blühendes Organ klang aPevnhÄdeuavtig. Die feenhafte Ausstattung, das Msterte Bühnenitild fesselten. Es war ein Abend voll Stimmung und Enthusiasmus.. Den «Künstlern >des Earl-Dhea-ters und dem rührigen Guder-Guntram ist der durchschlagende Eüfolg nach den vielen Krisen und Durchhalteroien zu gönnen. Gei der hundertsten Mojarenbwut" sehen wir uns «Widder!. o. r. . Aus de« Theatern. Burgtheater. Morgen, V*8 Uhr abends, „P v g. malion". Akademietbeater. Morgen, zum ersten Male „Unverhofft". V,8 Uhr abends, S t a a t s o p e r. Morgen, 7 Uhr abends, ,F i d e l i o". BolkSoper. Heute „C a r m e n". Morgen „(S a» v alleria rustieana" und „D e r B a j a z z o". ... JP f Bolkstheater. Heute und morgen tritt Sari F e d a k wieder in „Antonia" auf. Raimund-Theater. Sonntag. ljÄ Uhr nachmittags, „D i e v e r t a g t e- N a ch t". L n st s p i e l t h e a t e r. Als nächste Novität wird die französische Komödie „Die Bar ans Montmartre" von Maurice H e n n e q u 1 n und Pierre V e b e r, deutsch von Bruno Frank, vorbereitet. Johann-Strauß-Theater. Sonntag nachmittags „D a S H o l l a n d w e i b ch e n". Bnudestheatevverwaltung und Ravag. Die Bundes^ theaterverwaltung Hai, Wie die Ravag mitteÄt, den Opernsängern und Schcvuspröleru die MAvirMug an den MuMhvungeu der Ravag untersag 1. Sektionschef Dr. P r ü g e r erklärt dich« Mitteilung als unrichtig. Es werde lediglichvon der RadiounterneihMMg geifovdevt, daß sie Wegen der Mt-. Wirkung der Künstler vom Burgtheater und von der Staatsoper Machst ordnn.ngsmäßrg Verträge mit der Bundesiheaterverwa!ltung äbschließe, da sonst die Mitwirkung der der Biuindescheaterverwaltung unterstehenden KunstkrDe nicht gc-duldet werden^ «könnte. Dre Mitglieder der Bunoesthrater sind sehr lbmnvuhigt, da sie ein eventuelles Radiovewot um einen guten Nebenverdienst brächte, «uis den sie bei ihren kargen Bezügen angewiesen sino.. Nach einer BersaMMlung in der Staatsbper haben sich die MnsÄer an den Bühnenverein gewendet. Eine Trauerfeier für Professor Emil Stern wird heutet um halb 11 Uhr vormittags vom Direktorinm der Wademie Mr daüstellende Kunst im Mademiechoater. vemnstaltet. Die Gedenkrede hält Hosrat Professor Joseif Höfmann. Der Scheidungsprozeß Reinhardt—El> Heims. Gestern nachmittags hat vordem PreWurger Gerichtshof die Ver- Handlung der Kla ge statt gefunden, die Theaterdirektor Max Reinhardt Men seine Gattin We Heims aus Scheidung der Ehe angestrengt hat. In dieser Angelegenheit haben bekanntlich bereits mehrere Vechandlungen stattgesunden, die jedoch stdesmal vertagt wurden, da KviMn den Streitparteieü Cinigungsversuche eingeleitet wurden, ifteber Verlangen des Klägers wurde unter Ausschluß der Oefsentlichkeit verhandelt. Nach den Plaidohers verkündete der Richter den Beschluß, daß. die Verhandlung bis zum 7. Oktober vertagt wird. An' diesem Tage wird LMrmtgegeben werden, ob den vorgebrächten Bewei'scmträgen stattgegeben öder der Gerichtshof das Urteil in dieser Anigelegenheit verkünden wird. GRKTZER PELZE J'J‘ ■ HAVeuviiniufvn am veiehuam |i(|u l.i ROTENTURMSTR. 22 TELEPHON 71-4-30 Sie finden Richtige Copyright 1924 by 16. Fortsetzung. Kurt Wolff Verlag A.«0. München Nachdruck derbotkn. Herr zrttvanft. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. In diesen Tagen zeigte ich mich nicht oft in der Gesellscha!ft dev ündlow. Streeter. Die Bande ist gewachsen und ihat eineit lbestlmmten Charakter angenommen. Sie ist nichts weiter als ein Nest von Dieben. Ich dachte schon einmal daran, die Gesellsichcht ganz auszugebett, viZ mir einftel, daß sie immerhin ein gewisses „Halben" ans dem Konto eines zukünftigen Advokaten dapsiellte — eine Anzahl von potentiellen Verbrechern vor.den Schranken des Gerichtes! Von «mm an sah ich jeden der frechen Narren als Spots «und Trank für mich an — noch ungeschlacht und ungegoven, aber doch schon: mein!... Boolkie kannte -meitt Ziel, Ä-dviokat zn werden. Er erklärte, das sei ein ge-, sundenes Fressen für die Bande, öinen aus ihrer Mitte zum Mundstück zu haben... Also halte ich mich an's dem Lausenden über ihre GeheiMisse und'ihre Schliche und Kniffe. - .Davie Solomon beschäftigt silch ernsthaft mit Poeisie. Sein «Gesicht ist melancholisch und ängstlich, und er ist wie einer, der im Tmum «wandelt. Er ist AnhäWe.r eines gewissen Walt Whitman geworden, der eine Art Freibeuter unter den Dichtern dapstellt. Wenigsten'S charakterifterte ihn so einer unserer Sprachprofessoven im City College. Ich versuchte Davile davon a>bzubvingen, aus der Dichterei einen Löbensbevch zn machen. Es macht sich nicht bezahlt, und seine Mutter hat es svwieso schon schwer genug, mit ihrer MeervMchmühle ihr. Lebe-u zu verdienen..Freilich mag er ans der. Poesie ebenso herauswachsen, wie-er aus. der Religion herausgewachsen iist. Jetzt ist er Atheilst und prahlt gern damit. Seine Mutter, ist sehr unglücklich darüber, und MelamÄ Mordecha«: ist überzeugt, >daß er dom iböiseln Geist besessen ist. Liebo 'P. E-.Wtin/ W' der. Dydie «betet, und Schönheilt ist ihre Mwmevdienerin. Er ist entweder in Esther Bvinn verl>iebt oder benützt sie> wenUtens als die Schießscheibe seiner Gedichte.Ein Gedicht an sie'zu schreiben, scheint ihn zu WviMgon...'Änch Awrum pländert stundenlang Mt Esther. Auch er «ist «wahrscheinlich in isie verliebt und ist schon zufrieden, wenn sie nur seine Theorien über das Leben, wie e's gelebt werden sollte, anhört. Er i st ein e Art Kren Mg zwischen einem philosophischen Anarchiste.n und einem Sozialisten. Solche Doktrinen vertragen sich nicht miteinander, versichern ihm die katholischen und dogmatischen Diskussionisten, diese DoKvinen und Formeln und Weltvevbesserungspläne widersprechen einander, aber Awrum hört nicht und bleibt dabei... Ich höre mir Davies Gedichte und Awrnms Ergüsse an, ertrage sie u?m Esthers willen; denn auch ich habe meine Leidenschaft, und die ist weder Poesie noch These. Meine Leidenschaft ist einfach: etwas erraffen. Esther behauptet, .sie verstehe Davie und Awrnm; ich aiber sei ihr ein Rätsel. Esther Brinn ist ein Mädchen von' etwa sechzehn Jahren, das wir alle respektieren. Sie ist natürlich. Sie' fürchtet sich u«icht davor, mit Iungens zn reden, aber «man kann sich nur schwer vorstellen, daß einer mit ihr frech werden könnte. Sie steht taut im Beginn ihrer physischen Reift und ist nicht der Typ, der mich im ge- «Mechtlichen Sinne unruhig macht. Als Rätlftl fand sie mich interessant. Ich bedeutete ein Rätsel für sie, weil ihr Kopf durch die poetischen und theoretischen Ansichten verwirrt war, die sie von den Davies und Awrum's übernahm, die wie die Fliegen um sie summten. Sie glaubte .an eine Welt, die nicht existierte und nicht existieren konnte. Ich dagegen versuchte im Leben etwas zu erreichen Esther Wutr nicht begreifen, daß ich mit Boolkie und seinen Nachläufern ans freundscha'ftlichem Fuße stand und stellte mich auch darüber zur Rede, daß ich den Mädchen ftech käme... Und doch machte es mir Freude, in ihrer Gesellschaft zu sein. . . Ich glaube, wir -Egoisten liebten sie, weil sie gut zuhören,konnte... Damals war sie nichts mehr als ein kleines, unreifes Kind. Erst ein paar Jahre später schlüpfte sie aus der Puppe des linkischen Alters und -machte imt§, durch -ihre außergewöhnliche Schönheit .hcrlb^narrlsch;.' eine /Schönihe'i.t, die Davies Herz zerriß, an Awrnms Seele rüttelte und utich in jedem bewußten Augenblick quälte... Davie aber war ihr Prophet, denn schon damals-schilderte er'sie''als die Schönheit, die sie teinst werden^ vielleicht sah er sie schon damals... I Dichter si'.w e rr ^-'' :i;nnis für mich... Aber «wenn er auch I 'da-mäls ihr Gesicht sah, an ihren Körper dachte er nie. Er sprach von ihren Zügen als denen einer zart geschnittenen Gemime, einer Gaume, die in dem schwarzen Rahmen ihres Haares doppelt leuchtetet., von ihren Augen sprach er, die Mhten und schimmertm wie Achat... von ihrem Glicht sagte er, daß es die Blässe des Marmors lhabe im ersten Frühschein. Er sah ihre Hände, schmal und durchsichtig; wie chinesische Lilien^ wem sie ruhten, und wie die Schwingen der Schneevögel im Mondenschein, wenn sie sich bewegten. U-Nd er hörte ihrer Stimme .Klang... wie der Kuß des Zephirs ans silberne Glocken. Ich bin überzeugt, daß es Lillie Rofeufeld, „der QuäMst", «war, die Escher erzäW hat, ich fei frech. Lillie ist eines der Mädel, die absichtlich kokettieren und sich dann bitterlich beschweren. Sie gchört in die Klasse der Sünjderinnen, die ihr Gewissen dadurch beruhigen, daß sie stets die Rolle der gekränkten «Unschuld spielen. Lillie ist außergewöhnlich^. Ihre Gegenwart ist «wie ein sommerlicher Sonnenstrahl in kühlen, dunklen. Zimmern... Goldenes Haar, dunkle Augenbraue-n, dmUe -Wmpern, meergrüne Augen, ein rosiges Gesicht und wolllüstig'e, rote Lippen haben ihr den Namen ,/French Baby Doll" eingetragen, und ihr gefährliches^ neckisches Wersteckenspielon den anderen: „Der Quäligeiift" Sie ist kaum mehr als sechzehn Jahre alt, ist jedoch schon in voller BWte, mollig und mit runden Formen. . . Sie wirst ihren schimMvnden Schopf, so eigen, öffnet ihre seltsaMn Augen und schließt sie wieder halb — man beginnt sein Gleichgewicht zu verlieren —, und die geschmeidigen Wellen ihres ebenmäßigen Körpers machen einen erst recht schwitMg. Und so lockt sie und naslsührt, Und flieht, flieht aus «der QefftMchteit dev Stiegen, die nach der Haustür hinaufsühren, flieht in das Halbdunkel'des Hgusslurs,' begibt sich freiwillig in die Menschenlfalle unter der Treppe. Da wird MN trunken Pow Ei-natmen eines Wohlriechendeu, betäuibenden DnfteZ, während ihre «keuchende Brust «dem Munde nahe -ist... Aber das ist altes... Sie schimpft 'und Wägt einen in die Flucht; und, nüchtern geworden, «bekommt man all die «Gesten' der beleidigten Unschuld zu sehen... Und nach jeder Niederlage schwöre ich mir: ,$$■ krieg' dich schon noch, French Baby Doll, «du verdammte. Verführerin, ich kriege dich schön noch!... Und ich bin nichi' der einzige." :: ’ Fortsetzung folgt.) 0001310801

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