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Wiener Morgenzeitung · 1975-09-23 · Heft 2366 (23.9.1975) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2366 (23.9.1975)
Date
1975-09-23
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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/ Gerte S Wien, Mittwoch Wiener Mvrgenzeitung 23. September 1925 N r. 2866 die seine Aktivität zu lähmen geeignet wären. Das ist für den Zionismus ein unerwartetes Hemmnis, da den Führern des amerikanischen Judentums Ln der zukünftigen jüdischen Vertretung eine sehr bedeutsame Rolle, zugedacht ist. Unter diesen neuen Schwierigkeiten kann für das zionistische Werk irreparabler Schaden erstehen, wenn nicht bald eine neue zionistische Leitung eingreist. Es ist keine Zeit zu verlieren. PMstina wartet und das Budget muß bald zu wirken beginnen.. Ein weiteres, nicht' weniger aktuelles Moment für die möglichst lbaldige Beendigung des Vakuums liegt darin, daß der Kongreß der syrisch-palästinensischen Araber an.den Völkerbund eine Eingabe gerichtet hat, die nächst anderen Forderungen auch die nach Aufhebung des Mandats über Palästina und nach Abzug der britischen Truppen enthält. Man braucht diese Angelegenheit nicht tragisch zu nehmen, zumal die Bezeichnung'der Petitionsführer als Kongreß etwas zu weit gesteckt ist. Wer die Sache ist wichtig, genug, um ihr das vollste Augenmerk zuzuiwenden und zu verhüten, daß etwa zu den schon vorhandenen Interpretationen des Völkerbundmandats noch eine neue sich gesellt/ die von dem jüdischen Recht noch ein. Stückchen äbzwickt. Die zionistische Stimme muß überall gehört lverden, wo es um die jüdische Sache gcht und wir dürfen uns nicht daran genügen lasten, daß die Mandatsmacht für uns spricht. Der Völkerbund wird in dieser-Woche seine Beratungen schließen, aber der Rat des Völkerbundes bleibt länger versammelt und Mtte Oktober wird dann die Palästlnasrage vor der Mandatskommission wieder ausgerollt werden. Es ist notwendig, daß das Zionistische Aktionskomitee die Wahl der Exekutive bis dahin vorgenommen hat. - Set Lmseukrieg. Beirut, 21. September. Davas.)' Die Drusen hoben am 17. d. in der Gegend von M e s f i If r e h (19 Kilometer von Sneßda) eine blutige Niederlage erlitten. Durch emen Massemngriff versuchten sie die Spitze der französischen Kolonne einzu-rücken, wurden aber gurückgeworsen, wobei sie fünfhundert Tote am Platze ließen.. ' ’ . Re MM der BöllerbMdverMM' femi. Gens, 22. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) An der heutigen Vollsitzung der Böyerbundivechlmmluns wurde bezüglich der Lage in China folgende Entschließung angenommen: „Die Ve rsammlung hat mit grosiem 'Jnderesse. von der Anregung des chinesischen Delegierten betreffend die Mglichkeit, die gegenwärtige Lage in China im Geiste des Vvlkerbundpaktes zu studieren, ^Kenntnis genommen. Sie ist glücklich, zu erfahren, daß demnächst in China eine Konferenz der interessierten Staaten istattfirwen werde, um die aufgeworfenen Fragen zu prüfen. Die Wersamnüung gilbt dem Wunsch Ausdruck, daß die Fragen demnächst in befriedigender Weise gelöst werden." ■ Sodann sprach Bundesrat Motta Äs Berichterstatter über folgende Resolution: „Die Versammlung nimmt mit Bchnedigung Kenntnis von der Tatsache, -aß bis jetzt 15 Staate n die fakultativen Bestimmungen -es Statuts des Internationalen ständigen Gerichtshofes bezWich dev obhgatorrfchen Schiedsgerichtsbarkeit -es Gerichtshofes angenommen haben, Sie stellt fest, daß einige Staaten sich nur /für eine 'bestimmte Periode verpflichtet haben, die nächstens Maust. Sie ersucht den Generalsekretär des Völkerbundes, die Aufmerksanckeit dieser Staaten auf die betreffenden Verfügungen zu lenken, wenn sie es für gut finden, innerhalb der nächsten Frist ihre Vevpflichtungen zu erneuern." V - Bericht und Resolution wurden, ohne Debatte g enehmigt. Zu 'dem Gegenstände Schutz der Mindecheite« Nahm die Versammlung folgende Grtschließung an: „Die Versammlung billigt den Teil des Berichtes über das Werk des Rates, über die Arbeiten des Sekretariats und über die Maßnahmen, welche er-' griffen wurden, um die Beschlüsse der Versammlung durchzuführen, ' welche auf das in der Frage des Minderheitenschutzes artzuiwendende Zerfahren Bezug nehmen. Da der Vertreter Litauen s den von ihm am 14. September eingereichten Antrag zurückgezogen hat,- ersucht die Vevstmmlung den Generalsekretär, dem Rate die Diskussion, welche in dieser Frage in der fünften Kommission .stattgefunden hat, mitzuteilen." Graf Apponyi (Ungarn) erklärte, Liese Resolution ibeftiedige nicht allgemein.und sein Land müsse sich der Stimme enthaltem Bericht und Resolution wurden nach Erklärungen H Y man H'' und dde Jvnv enels angenommen. Als letzter Punkt der Tagesordnung gelangten die Marrdatssragen zur BchaMung. An eimr RosoilutiM b tili g t die PechMMng M jogg tzm Mmdatsmächtzn Wachsender Widerstand in Amerika. I- * , N e w' N o r k, 20. September.' - ■; Das von der Moskauer Sowjctreg'ierung propagierte .Projekt der Kolonisierung 'der russischen Juden in der Krim stößt auf den immer wachsenden Widerstand der amerikanischen Zionisten, welche jeden Anlaß benüyen, um ihrer Ansicht von der Schädlichkeit des Pla. ncs Ausdruck zu geben: Die Zionisten erachten es einerseits für ein aussichtsloses und gefühlvolles Beginnen, Juden auf konfisziertem Boden inmitten einer antisemitischen und gegenrevolutionär gesinnten ländlichen Bevölkerung anzusiedeln, andererseits scharren sie darauf,, daß alle Bestrebungen, geschlossene jüdische landwirtschaftliche Siedlungen zu bilden, aufdas Endziel Palästina gerichtet sein müssen. Schon aus der Konvention der amerikanischen Zionisten in Washington welche vor dem. Wiener Zionistenkongreß abgehalten wurde, machse sich einmütiger' Widerstand g e g e n d a s Krimprojekt geltend. Alle Redner, welche zum Krimprojekte Stellung Nähmen, bekämpften es heftig. Wenn die von diesem Parteitage schließlich angenommene Resolution einen konzilianten Charakter trug und nur die Forderung nach Priorität des nationalen Aufbauwerkes in Palästina enthielt, so ist dieser Umstand lediglich auf taktische Erwägungen zurückzuführen. Die Führer in der Krimfache sind Marshal, Marburg, Brown, das heißt dieselben Männer, mit welchen in der künftigen erweiterten Jewish Agency die gemeinsame Arbeit für Palästina geleistet werden soll. Ein Kampf mit diesen Männern in der Krimfrage würde die Mglichkeit einer Zusammenarbeit in Sachen des Palästinaaufbaues in Frage stellen. Diese Erwägung war der Grund für die Mäßigung. Auch die Londoner Zionistische Exekutive hatte es für nötig befunden, in diesem Änne auf den Parteitag der amerikanischen Zionisten einzuwirken und die Rückstellung der beantragten radikalen Resolutionen zu veranlassen. Das-Bestreben, einen offenen Bruch zu verhindern, hat auch dazu geführt, daß die amerikanischen Delegierten, Dr. Stephen W. i s e ausgenommen, davon Abstand nahmen, aus dem Wiener Kongresse über das Krimprojekt zu sprechen. ' Aber in Amerika selbst mehren sich die Anzeichen dafür, daß die aus taktischen Erwägungen beruhende Zurückhaltung nicht mehr lange zu wahren sein wird. Aus der Tagung des Joint Distribution Committee (Joint), welches das Krimprojekt durchführen soll, kam es bereits zu heftigen Vorstößen der Zionisten. Stephen Wise und Jakob de Haas forderten die Rückstellung des Projektes. Aus allen Teilen Amerikas laufen Nachrichten ein, daß die lokalen zionistischen Organisationen dm Kamps gegen das Krimprojekt beschlossen haben und sich weigern, ihre Repräsentanten in die vom Joint gebildeten lokalen Arbe.it Skonti te es zu entsenden. .Den lokalen Kundgebungen ist Nunmehr die Kundgebung einer zentralen Instanz gefolgt. Das Zentralk.omitee der Zionistischen Organisation Amerikas und die Exekutive des amerikanisch-jüdischen Kongresses sind zum Zwecke der Stellungnahme in der Krimfrage zuscnnmengetreten und haben den offenen Kanchf gegen das Sowjctprojekt proklamiert. Die von der Sitzung angenommene Knnbgcbutzg besagt, daß die Aktionen des Joint insoweit zu unterstützen seien, als sie sich auf allgemeine Hilfe und wirtschaftlichen Aufbau im jüdischen Osten beziehen, daß aber die Bestrebung des Joint/ d i e Juden i n d e r K r i m g e m ä ß d e m S o w j e t p l a n an zu siede ln, als schädlich erachtet und bekämpft werden müsse. Es wurde auch ein permanentes Komitee geschaffen, welches die jüdisch-suiierikanische Oeffentlichkcit in diesem Sinne aufzuklären hat. Noch einige' Tage früher hat das offizielle Organ der amerikanischen Zionisten „New Palestine" die Möglichkeit eines friedlichen. Ausgleiches betont und geschrieben: „Das Krimprojekt stellt nicht nur ein Hindernis der Entwicklung unserer..finanziellen Kraft dar, es kann möglicherweise ein zerstörendes Clement für die Propaganda bedeuten, welche wir in den Vereinigten Staaten entfaltet haben. Das Krimprojekt kann den Anlaß für den Beginn einer uns Zionisten feindlichen Bewegung geben, gegen welche unsere Propaganda sich wird wenden müssen. Aber da die -Männer, welche an dem Projekt interessiert sind, der Palästinabewegung sympathisch gegenüberstehen, hoffen wir, daß die Schwierigkeiten im Geiste der Freundschaft und des guten Willens überwunden werden können." Die nunmehrige Kampfansage zeigt, daß sich die Hoffnung auf eine ftiedliche Lösung stark herabgemindert hat. Die gegen das Krimprojekt gerichteten Beschlüsse der Zionisten werden sicherlich im Lager der Nichtzionistcn ein Echo Hervorrufen. Marsch al hat bereits dezidiert abgelehnt, der Palästinasache einen Vorrang vor anderen jüdischen Hilfsaktionen, also auch vor dem Krimprojekt, einzuräumen. Es ist auch bekannt, daß er seinen Eintritt in die erweiterte Jewish Agency davon abhängig macht, daß von zionistischer Seite in der Sache des Krimprojektes keine Schwierigkeiten bereitet werden. Noch eindeutiger hat. sich der Manager des Joint, .Mister B r o w «/.geäußert, der, bisher..unwidersprochenen Meldungen zufolge, etwaigen Widerständen'der Zionisten damit zu begegnen beabsichtigt, daß er der Agitation für die Krim ' den Charakter einer Agitation gegen Palästina geben will. .Seine Parole in diesem Kämpfe' soll dann lauten: „Ein Mischer Kolonist in der Krim hundert Pfund — c;n Palästinakolonist zwölfhundert Pfund." Angesichts dieser Situation muß damit gerechnet werden, daß das Krimprojekt Kämpfe innerhalb des jüdischen Amerika entfesseln wird. Die nationale Sache wird siegen und das trügerische Krimprojekt wird zerflattern. Aber bis dahin wird das Judentum schwere Schäden in den Kauf nehmen müssen, Werk sowie die Arbeiten der permanenten Ä!andatskommilfsion und des Bölkerbundrates. Ferner wird der Hoffnung Ausdruck, verliehen, daß die verschiedenen und besonders die internationale n K o N-. ventionen auch auf die unter Mandat stehenden Geibiete angewendet werden. Die Versammlung stimmte den Schlußfolgerungen und de): Resolution stillschweigend zu,' woraus die Sitzung aus Donnerstag vertagt wurde. Die Abrüstungskonferenz. Gens, 22. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) In der iUnterkommission der dritten Kommission des Völkerbundes wurde eine Einigung über die Abrüst uNgskonserenz erzielt. Die Konferenz wird vom Volkerbunheinberufen werden, wenn er den Augenblick für gekommen hält, d. h. wenn die Sicherheit genügend gewährleistet ist, daß man an die Abrüstung denken kann. Die Vorbereitungen für die Konferenz, die Ausstellung des sehr komplizierten Programms' und das Studium der verschiedenen: technischen - Probleme werden schon heute auf g e n o inmen werden. Der Führer der französischen Delegation Paul Boncout gab in der Kommission einen allgemeinen Üeberblick über die gegenwärtige Lage des Abrüftungsp r o b l e ttt s/ Er wies darauf hin, daß die die s j ä hrige Bblkerbundversammlung mit Recht als eine Versammlung der inneren Sammlung und des Abwartens bezeichnetworden sei. Sie spiegle mit Notwendigkeit nicht nur in ihrer' Aktion, sondern sogar in ihrer Atmosphäre die aktuellen politischen Verhältnisse Europas wieder. Es liege jedoch kein- Grund zu irgendwelcher Mißstimmung vor. Die Zusammengehörigkeit und die gegenseitige Abhängigkeit von Schiedsgericht, Sicherheit und progresf i v c r Abrüstu n g wurden auch in diesem Jahre; anerkannt. Ob das angestrebte Ziel in erster Linie durch Men. gilt-emeinen Gicherhejt§tzcxtxgg, vxie dies im letzten Jahre gewünscht wurde, oder durch eine Reihe von S o n d e r a b k o m m e n, wie es dieses Jahr vorgeschlagen wurde, erreicht wird, ist gleichgültig. Die Hauptsache ist/ daß der W e l t f r i ede durch die Garantierung der Sicherheit der Staaten sowie durch die Beschränkung der militärischen Rüstungen ^gewährleistet werde. ' Die Mettivirtschaftskonferenz. ■ In der zweiten Kommission der Völkerbundsversammlung kam heute nachmittags der französische Antrag Loucheurs auf Einsetzung eines besonderen Komitees zur Vorbereitung einer großen Internationalen Wirtschaft s k o n f e r e n z zur Verhandlung. Der Antrag wurde mit einem englischen Zusatz angenommen, in dem der englischen Regierung Zeit : gelassen wird, den Antrag noch zu P r ü s e n. . Sie Mumung der Kölner gone. Mitte November? Berlin, ^2. SchterMr. Die von einem BeMne>r' Blatt vor einigier'Zeit'.gebrachts Meldung,.wonach bei den Iu-. sandMMküniften der,Aüß euminist er Frankreich s, E,ug>lau>ds nnh B.e>t$\ens V'ere>inbavungen über die R aumu ng d e'r K öln e<t Zone getvchfen worden Pen, wird nunmehr vom „BeMner DLgMatt"/bestächt. Dieses Blatt will an lleiLender Stelle der Rheins, fandst am Mission in Koblenz erlsahven häben, daß die Räuimüngder'Muer Zom- bis.. spätestens Mitt'e Nov embe r dürchgeführt sein soll.'' ' Sie BaterMdier gegen Aresemann. ‘ Berlin, 22. Septenrber. Der „Lokalanzeiger" verüsseuWcht eine Vom Grafen von der Goltz gezeichnete EMnung der Bereinigten 'ValerkÄndifche«, Verbände De.utschlands, in der es unter anderem Die Reichsregievnng stchk vor^der BeMwiovtung K 8 Mjsk MMV'Kss " ' ..

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