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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-22 · Heft 2365 (22.9.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2365 (22.9.1925)
Date
1925-09-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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SM "" Mn, MnStay Plastisches Hören. Die ueueston Erfolge der Wissenschaftlichen Technik liegen «uif dem GM et der drahtlosen Tonreprodnktion. Hier ist cS1 einem .Berliner Erfinder nach viehährigem Mosophisch-technffchem Studium gelungen, das akustische Problem zienckch evschöpfend zu lösen. Er nennt seine Erfindung U ltraphon. Sie beruht aus der WirKmg der naturgetreuen Wiedergabe fernübertragener Musik oder menschlicher Stimmen. Während bisher dem uns durch Radiowellen zugetragenen Ton oder der Gramnwpho-nmHk ein uMnder Mang archaftete und Obertöne so gut wie ganz auLgeschMt waren, ermöglicht die neue Erfindung eine An- ' Näherung der LauMertragung bis zu 96 Prozent der natürlichen Klangsülle. Eine Vorgleichsmöglichikoit besitzt man schon lange in der stereoskopischen Photographie, wo zwei Aufnahmen, optisch auf eine Fläche geibannt, das plastische Bild Hervorrufen, bei dem die Fläche verschwunden ist und Raum und Diese wirklichkeitsgetreu hervortrston. Auf dem Mchen Prinzip beruht das Mraphon. ES gewinnt aus der Summe der faradischen und SenuLwelle eine Wiedergabe, die man als Plastisches Tongebilde von größter Naturtreue bezeichnen kann. Wie man Leim stereoskopischen Bild das Körperliche sicht, wird hier das Persönliche mit allen Eigenheiten und Feinheiten hörbar. Me Versuche sind zurzeit noch im Gange. Mer schon in naher Zukunft dürfte das Lelegraphentechnische VersuchSlaboratorium in Berlin mit'diesem neuesten wissenschaftlichen Erfolg des plMchen HßvenL vor eine Mßere OeffeMDeit treten. . miii-iaau. Wien, 22. Schternber. * Berichtigung. In dem am Sonntag erschienenen Artikel von Adolf Böhm „Die Ausgaben des Ksren Kajemeth" soll es richtig heißen: ,Dein Besitz an ländlichem Boden war bis dchin 2000 Hektar (nicht 1000)." * Dr. Gustav Jellinek, Facharzt für innere Krankheiten, lift von seinem Urlaub zurückgakchvt. * Das Wetter. Nach zwei überlastend schönen Spätsommertagen beaaM der Mtvige Tag gleichfalls mW und warm. In den Abendstmden setzte nach zunehmender Bewölkung ein leichter Regen ein. Die Voraussage lautet: Bei Andauer des vorwiegend heiteren Wottercharaktors leichte Störungen zu gewärtigen; warm. * Die Lebensmittelmärkte. Die Meifchimporte in der GroßmaMAle waren gestern zwar schwächer, emgelangt sind bloß zwölf Waggons, allein Rindfleisch tendierte noch flauer als in der Vorwoche «nä> verfolgte weiter die rückgängige Richtung. In allen anderen Meischgattunigen hielt sich der Verkehr bei schwach behaupteten Preisen in den bescheidensten Grenzen. Der Naschmarkt wurde ziemlich bedarfdeckend dotiert. In allen Gemüschovten wie Mch in Kartoffeln wissen did Preise gegenüber der Vorwoche kein« nennenswerte Veränderung auf. Der Absatz Ä8 sich ziemlich lebhaft. Obst langte gleichfalls in genün Mengen ein. Außer Zwetschken verMrdener Herkunft begegneten auch Aepfel und Birnen reger Nachfrage. * Menu internattonale Hochschulkuvse. Progranm für Heuler DorMtags: 11 Uhr 16 Min. bis 12 Uhr: Kainz (Wien): Das junge Deutschland und die Tendenzdichtung (3.). Nachmittags: 3 bis 6 Uhr: Haberlandt (Wien): ueder österreichische Volkskunde, (3.) (Museum für BoMunde, Men. 7. Bez., Laudongasse 16-19). 6 Uhr 30 Mn. bis 7 Uhr: Dessorr (Berlin): Die neueste Entwicklung der Psychologie (2.) 7 Uhr 80 Mn. biL 9 Uhr: Srbik (Men):'Metternichs europäische PMtA. , * Unentgelttiche Arbeitsvermittlung des Jüdischen Hochschulausschusses. Hofmeister, HauÄchrer mit Kenntnissen fremder Sprachen, auch für Nachhilfeunterricht in allen Mittelschnlfachern (Philosophen, Pädagogen), erstklassige Kräfte für kommerzielle Unternchmungen und ÄovokatmÄanzleien (Hcmde-lshochschüler, Juristen), Privaffekretäre, vermittelt prontpt und unentgeltlich Indischer HochschulauSschuß, 9. Bez., Zimmermannplatz 8. Du. 2o-2-28. Telephonischer Anruf oder Postkarte genügt. * Kurse für EinhyitSknrzschrist. Die vom Stadtschulrat anigeordnete Emheitsknrzschrift wird gelehrt in der Orts- Ö e 3 des Verbandes der ArbeiteMmographen, 3. Bez., , traßer Ha^uptstraße 99/101. Beginn des Ansangerkurses Freitag den 25. d. nur halb 7 Uhr abends, anschließend UmlernkMs für Kenner des Systems Gabelsberger. Beginn 8 Uhr. * Eine Katzenausstellung in Men. Am 26. und 27. d. veranstaltet der Erste Oestevreichische GchlügelWchtverein in den Sälen des Vereinshauses im Prater, Große Zufahrtsstraße 26 (Straße des Ersten Mai), die dritte internationale Katzena u s st e l l u n g. Hundertfünfzig Katzen der verschiedensten Rassen aus allen Zonen, Haus- und Wildkatzen, sind an,gemeldet. Eine .gang besondere Schenswürdigkeit werden die schweislosen Katzen von der Insel. Man bilden. * In den Tod gestoßen. Samstag gegen Mitternacht hat der Wchrmann Reingruber in Dörnbach von einer Henri gellschenke den in seiner Gesellschaft befindlichen 23jährrgen Anstwichergchilsen Bodhadskh durch einen Faustschlag in das Gesicht verletzt, so daß dieser auf die Straße stürzte und hier von einem eben vorbeifahrenden Auto getötet wurde. Reingruber wurde gestern dem Landesgericht eingeliesert. * Selbstmord auf. den Schienen. Der 17jähri>ge, bei seinen ClterU in Linz wohnhaft gewesene Praktikant Hermann G e rl.in der hiesigen Filiale der Wiener Weinhandlüna Rotzer hat sich Sonntag mittags aus der Bahnstrecke Linz—Horsching unmittelbar vor den heranbrausenden D-Kug 223 aus das Geleise gestürtzt. Er wurde als furchtbar verstümmelte Leiche geborgen. * Todessturz beim Fensterputzen. Gestern mittags ist die 50jährige Bedienerin Antonia Meiringer im Hause 1. Bez,. Herrengasse 21, wo sie Fenster putzte, plötzlich äbgestürzt und Meb tot liegen. * Selbstmord eines Artisten. Gestern früh gegen 7 Uhr ist >der 41jährige Artist und Varietedirektor A. Hopp in seiner Wohmmg, 16. Bez., Kannegasse 4, tot in seine-m mit Leuchtgas erfüllten Zimmer, im Bett liegend, aufgefunden worden. Er hatte >don Gasschlauch in -den Mund genommen. Offenbar liegt Selbstmord vor; Mache ist biHer unbekannt. Hopp war Barletekonzessidnär. Er hat, eine kleine Nummer mit einem Partner unter dem Titel „Pep! und Adolf" da und dort aufgeführt, war aber in Varietekreisen wenig bekannt. * 330 Betrngsanzeigen gegen einen Bauldirektor. Aus SzLg ed wurde das hiesige Sichecheitsbnreau verständigt, daß von dort der vormalige Generaldirektor der Verkchrsb'ank in Szeged, der 3Sjä'hrige Ignaz Bardos, dmchgcgangen ist. Gegen ihn wurde:: als Mitglied des. DirÄtoriums der Bank nichts weniger als 330 Betrugsanzeigeit'erstattet. Der MMMchen wirtz aus M Mm UW. Kronen geschätzt. Wiener Morgenzeitung »Ich lasse mich mit Diana-Franzbranntwein massieren!« »warumgerade mit Diana-Franzbranntwein?«; »weil ich mich überzeugt habe, dass nur Massage mit DIANA Franzbranntwein mit Menthol solche Schmerzen Hndeit, welche von Ueberanstrenguog und schwerer Arbeit herrühren. Ebendarum kaufe ich nur Diana * Franzbranntwein und nichts anderes.« Ueberall erhältlich Dlano-Franzbranntuein-Produktion - Ges. WIEN, II. PRAG, VIII. Ongerthstrassa 160 Lieben, Drahobeljova 1073 * Die tödliche Bermtiigungsfahrt im Feuerwehrauto. Aus Gvatz wird berichtet: Ein von einem Nichtfahrbevechtigten gelenktes Dienstauto der Kaiindorfer Feuerwehr, dessen zehn Insassen an einem Fest teilgenommen hatten, fuhr -bei Lebring ans der Straße nach Leionih an einer Kurve gegen einen Baum. Der Wagen wurde umgeworfen und die Insassen aus dem Wagen geschleudert. Eine Petton wurde getötet, eine Frau schwer, mehrere Personen leichter verletzt. . * Ein bulgarischer Student will itnöedlrmt sterben. Der 24jährige Musikstudent S t r a ß k o w - S ch i p k o w aus Bulgarien hat sich im Studentenheim in der StroUigasse, in dem er lochnte, ttt seinem versperrten Zimmer in selbstmörderischer Wicht Schnittwunden an den Armen beijgeibracht. Erst mit Hilfe der Feuerwehr gelang es, zu dem Bulgaren eimu' dringen und ihnr trotz seiner Gegenwehr Hilfe zu leisten. Die PrüfiUng seines GeisteszWandes wurde veranlaßt. * Ein berühmter jüdischer Kantor gestorben. In New- Nork verstaib, wie I. T. A. berichtet, nach kurzem Leiden der unter den Juden Osteuropas und Amevikas berühmte GhasM Arje Leib Sch losberg, den man meist unter dem Namen „Schaagath Ari" gekannt hat. Er stammte aus dem Kurland und weilte feit acht Jahren in Amerika. * Eine sephardische Synagoge in Berlin. Die jetzt über 500 Mitglieder umfassende sephardistische Organisation Wechte, wie I. T. A. berichtet, ihr neues Gotteshaus in der Lützowstraße mit einem fe-ierlichen Akt ein. Der Chacham Katariwas sprach in spamolischer Drache. Der erste Vorsteher, Herr U s t cC, berichtete über den Werdegang der IM mit zehn Mitgliedern begründeten Berliner seplhavdifchen Gemeinde und danüe mmenttlch der jüdischen Gemeinde Berlin für ikve stete Förderung. Im Namen der letzteren antwortete RechtsanSvalt Dr. Alfred Klee, der auf die'Bedeutung der Sepyavdim in der jüdischen Geschichte hinwies und der Hoffnung Ausdruck gab, daß im Zusammenhang mit dem eben stattgchabten sephardischen Koumeß in Wien neues jüdisches Leiben im Kreise des sephardlstischen jüdischen Volksterls im Anschluß an die jüdische Gesamtheit entstehen müsse. * Ein verband jüdischer Landwirte und Gärtner in Litauen. Wie aus Kowno berichtet wird, hat sich dort dieiser Tage ein Verband jüdischer Landwirte und Gärtner gebildet. Der Verband hat den Zweck, seinen Mitgliedern juridischen BePand und — besonders in der Arbeitssaison — Migen Kredit zu gewähren. Letzterem Zweck dient d:e bereUs ins Leben gerufene Genossenschaftskasse. In Litauen gibt e8 eine ansehnliche Zahl Mischer Landwirte und Gärtner, die in der Landwirtschaft des Landes einen geachteten Platz einuchmen, da sie als mustergMge, moderne Landwirte'gelten. In die Verwaltuna des Verbandes wurden gewählt: I. G. Müller, Vorsitzender; ferner die Herren Ch. Ehrenbura, P. Bendetsohn, Ch. D. Blum um I. Suva rski. * Ausorabunaen auf dem Schlachtfeld von Armageddon. Dr. Clärenc,e S. Fi>fher vom Pennfylvauta-Universitätsmuseum hat sich nach Palastiina begeben, um Ausgrabungen an der Stelle vorzunchnren, wo die Schlacht von Armageddon statt gefunden hat. Die Finanzierung der Ausgrabung, die fünf Jahre in Anspruch nehmen dürfte,' hat Jchn D. Rockefeller übernommen. Berekne, Bottröge und Versammlungen. - Frauengruppe der Zionistischen Sektion P r a t e r. Heute um 8 Uhr abends int Sektionsheim, Jungstraße 8, ordentlich^ Gelleralversannnlung. Diejenigen Mtglieder, die keine Einladung erhalten habest, werden auf diesem Wege eingeladen. * Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. 2. Bez., Taborstraße 59, Tel. 40-3-16. In der Zeit vom 13. bis 19. d. waren angemeldet: 1007 männliche und 668 weibliche Stellensuchende aus den verschiedensten Branchen. Männliche offene Stellen: 3 Vertreter, 1 Schlosser, 3 Lehrburschen, 2 jugendliche Laufburfchelt, 2 Verkäufer. 1 AUstreicher, 1 Schuster, 1 Monteur, 1 Tischler, 29 Praktikanten, 3 Schlteider. Weibliche offene Stellen: 1 Schneidevin, 4 Hilfsacheiterinnen,' 7 Hausgehilfinnen. 5 Comptoiristinnell, 1 Kindermädchen, 3 Lchrmädchen, 3 Köchinnen, 1 Verkäuferin, 2 Kinderftäulein. In derselben Zeit lvnrden vermittelt: Männliche Stellen: 2 Vertreter, 1 Lchrbursch. 1 Verkäufer, 1 Monteur, 2 Laufburschen, 6 Praktikanten, 2 Schneider, 1 Tischler. Weibliche Stellen: 1 Schneiderill, 5 Comptoiristiltnen, 2 Kinderfräuleill, 1 Kindermädchen. 2 Hausgehilfinnen, 2 Lehrmädchen, 3 Hilfsarbeiterinnen, 1 Köchin, 1 Verkäuferin. Die P. T. Arbeitgeber werden höflichst ersucht, -sich im Bedarfsfälle an obige Wesse zu wenden. Radioprogramm. Heute Dienstag den 22. September. 11 Uhr: Vormittagsm'usik. — 16 llhr 10 Min.: Nachmitta.gskonzert. — 17 Uhr 30 Mn.: Aus Peier Hebels Schatzkästleilt. Gesiprochen von Atlna Kainz-Schrött'er. — 20 Uhr: SM-en aus Wagner-Opern. 22i September 1925 9 Bühne und Aust. „Der Merne Pantoffel." (Deutsches BolkStheater.) Der Küchentrampel hat sich sterblich in den Zimmerherrrt verliebt. Die dumme Gans treibt allerlei Unfug und wird grausam verlacht. Alle wissen eS schon, daß sie in ihrer Verrücktheit dem Hauskätzchen die Brust gibt, nackend in den Hof ging, um im Regenfatz zu baden, den Angebeteten in Versen anschwärmt und diese Verse vom „süßen Piloten" dem dreijährigen Hausmeisterbuben vordeklaytiert. Aber die blutjunge einfältige Magd ist gar nicht zu verlachen. Sie ist besessen wie das Käthchen von Heilbronn und ich grüße ihren Schöpfer Franz Molnar. Dies jüngste Werk stammt wieder von dem Dichter, her seit seinem „Liliom" geschwiegen hat, während Franz Mylnar, der erfolgreiche Bühnenautor, fleißig angenehme „süffige" mitunter brillante Publikumsstücke lieferte. Der Zimmrherr, ein vertrockneter, selbstsüchtiger Junggeselle, pedantisch auf seine Ordnung bedacht und auf ein gutes Papperl, knurrt die verrückte Magd an und kümmert sich nicht weiter um sie. Mit der Pensionsinhaberin, einem Fräulein gesetzteren Alters, hat er seit zehn Jahren ein Verhältnis und zahlt ihr ebensolange weder Kost noch Quartier. Der Pensionsinhaberin ist er zuwider, aber sie will endlich unter die Haube kommen. Wie cs»ihr gelingt, ihn einzufangen, trotzdem er die Einladung zum Traualtar brüsk abgelehnt hat, dieses Frauenkunststück wird in einer sehr feinen Szene gezeigt. „Rette mich," flötet sie, „ich M' mich in den 83jährigen Kommis vom Nebenzimmer vernarrt." Da regen sich.. in dem alten Tisch- und Bettgenossen Eifersucht, Eitelkeit, Sorge um gesicherten sexuellen Besitz (Molnar kennt die' Männer), und der Gimpel geht auf den Leim. Blutenden Herzens bedient die Magd bei der Hochzeitsfeier, trinkt sich einen Rausch an und überrascht die Festgäste mit dem Geständnis ihrer heißen Liebe zu dem neugebackenen Ehemann. Diesen aber noch weit unangenehmer durch, die. Mitteilung, daß die soeben geheiratete Pensionsinhaberin zu dem besagten Kommis längst in engsten Bezichungen stand. Dann rennt sie mit ihrer gemordeten Liebe in eine Kuppelei. Am nächsten Morgen hat man sie dort aufgegriffen, wohl schon „eingekleidet", aber noch unversehrt, die frisch geschloffene Ehe geht in Brüche und die Dienstmagd kriegt den „süßen Piloten". Ihr Schwarm vom Prinzen, zu dem sie gehört, wie das arme Ding im Märchen vom gläsernen Pantoffel, geht in Erfüllung. Im prachtvolleü ersten Akt sind Längen auszumerzen, 'gegen Ende des zweiten wird billiges, schmissiges Theater gemacht (opernhaftes Operettensinale) und der Abschluß dedritten Aktes ist nicht gerade glaubwürdig. Tut nichts zur . Sache. Gleichwohl endlich wieder eine Dichtung. Die Gestalt der einfältigen, unverderbten,' liebesrasenden Hausgehilfin Irma wird leben wie die des Hntschenschleuderers Liliom. Freilich: In Men hat Hedwig Keller mitgedichtet und — Verzeihung für das häßliche Klischee-Wort, es ist diesmal einzig am Platz - „eine Gestalt aus dem Vollen geschaffen". Ihre (österreichische) Dienstmagd Irma Sza'bo ist närrisch und herzensrein, blitzdumm und doch mit Bauern- Pfiffigkeit bedacht, sie ist urkomisch und trägt doch die Glorie des Duldertums und es ergibt sich, daß einem in dieser lustigen Komödie die Augen feucht werden, nämlich, wenn die Irma (wie sie die Keller mimt) ihren Kummer nicht mehr tragen kann und, einen Laib Brot erfassend sowie ihr Umhängtuch, fortrennen möchte aus dieser Welt. Ihre Partner und Partnerinnen sind zu loben. Frau Woiwode, resch und anmutig, übertaucht mit Glück die toten Punkte ihrer Rolle . (Pensionsinhaberin), Herr Homma als Zimmerherr und Herr Sima als Kommis sind gleich ergötzlich. Das Ensemble, von Direktor Beer geleitet,, verfügt über Episodisten vom Rang des Herrn Kirschner und der Frau Hetsey. Es war ein starker Erfolg. _ Otto. Abeles. Magda Sonta Wird in der Roland-Bühne Gelegenheit gegeben, Tragödie zu spielen. Sie zeigt in dem schlecht dialogisierten Filmwerk „Franeesea" („Die Kurtisane von Venedig"), ein. Liebesroman in sieben Kapiteln von Benno Vignh, solche, künstlerische Qualitäten, daß man ihr und dem Publikum wünscht, sie vor würdigere dramatische Aufgaben gestellt zu sehen. Das ganze Elend der Theater und der Bühnenkünstler wird an diesem Abend offenbar. Nicht an der Aufführung, die sich unter Friedrich Feh er s Regie erfolgreich bemüht, Niveau zu halten. Sondern an dem Theaterzettel. Er weist eine ganze Zahl hervorragender Schauspieler auf, die scheinbar nirgends bessere Gelegenheit haben, ihre Kunst zu üben und in „Franeesea" austreten müssen: Neben Magda Sonja Eugen I e n s e n, Georg Kundert, Alice L a ch. Am dm Lheatem. . Burgjh'eater. Morgen, halb 8 Uhr, „ftitUu* ^as s?|idemi etheater. Morgen, HM 8 Uhr, „Unsere Morgen, 7 Ulhr, „Margarete" Bolksoper. Heute „To8ca" mit Mchael /Bohnen. Deutsches VoUstheater. Sari Fedak, die vor Msolviemug ihres Prager GaUpiMs auf ^wei Tage nach Wien kommt, spielt Donm-rstag den 24. Mb Freitag den 25. d. die Metvolle in Antonia". Renaissaneebühne. Heute werden zum.Men Male die drei Einakter Aren, ehrlich und flerßrg von Fansaron, ,-Schöne Seelen" von Felix Salten und „Eine angenehme Person" von RupoLf Oesterreicher, gospiebt. In allen drei Stücken spielt Hcnffi Nt ese die Hauptrolle. Carl-Theater. Heute, 7 Uhr, Uraufführung der Operette. ,Ooja.renjdlrant" von AWy .EnoÄ'Wvget, . Buch v on Kottow Md Beda.: ■ '

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