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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-22 · Heft 2365 (22.9.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2365 (22.9.1925)
Date
1925-09-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien, Dienstag_Wiener Morgenzeitimg L. Septein'ber 1925 Nr. 8365 , Opatoschu kommt nach Men. Der bekannte jüdische Romctttlet I. Opatoschu (den Lesern der „Wiener Morgen« zertung" durch den in unserem Blatte erschienenen Roman Polens Wäldem" bekannt), trifft, wie wir erfahren., in den nächsten Tagen aus Warschau, wo er in den letzten Wochen seiner Europareise weilte, in Wien ein. Wie uns mitgetellt wird, ist beabsichtigt, dem Dichter zu Ehren eine Veranstaltung abznhalten. Gerichtssaal. Mit BersShuaaiistag ln der Berliner Sreuadierstratze vor Gericht. K» die eigentümliche Bchandlungsform. der die jüdische KeSMemng Berlins ausaesetzt ist, erdffnete c-in Prozeß Einblick, der vorgestern vor dom Berliner Landgericht verhandelt t würde. AngeÄagt war der Repräsentant L. der Berliner jüdischm Gemeinde. Es lag fdftettbcr Sachverhalt zugrunde: Am BersÄhnnngstage, als in einer Pause ant Nachmltttzl einige Gottesdienswesucher der Grenadievstraße, um Lust -u schöpfen, ins Freie traten, wurden sie von einem Polizeiwachtmeister in schroffster Weife zun: Weitergehen aufgefordert. Ein -jüdischer Bürger, Herr Liebermann, >bat den Wachtmeqter um Rücksicht, es sei höchster Feiertag, der Gottesdienst beginne gleich wieder und die Leute täten ja nichts Unrechtes. Darauf folgte die Antwort: ,^Jch sch... . auf Eure jüdischen Feiertage", und Herr Äiebermann wurde Zur Wache geführt. Der oben genannte Repräsentant begab sich darauf zur Wache, um sich Wer den Beamten zu beschweren und Liebermanns Freigabe zu erreichen, pmat Lrebermamn in einer der Synagogen vorzübeten hatte. Er kam gar nicht dazu, aus der Polizei ordnungsgmmß seine Wünsche vonzutragen. Es sielen dort Amßerungen, wie „d i e Juden müßte man alle ansräuchern, schmeißt die Juden 'raus" «sw. Der Repräsentant L. wurde dann auf Veranlassung des diensthabenden Beamten aus dem Polizeirevier „txnt zwei Beamten heransgesührt und bekam eine Alt- Hage wegen Hausfriedensbruch. Wahrend er in erster Instanz zu 100 Mark Geldstrafe Verurteilt .worden war, wurde er. wie I. T. A. berichtet, bei der Berusungsvcchandlung fr eigefp rochen. 'Der omtrererÄe Staatsanwalt pflichtete den Äusführnngen des Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, bei, daß die Beamten als voll glaubwürdig nicht anznsehen seien, zumal einer der Beamten behauptete, trotz der Vorhaltung, daß doch alle Geschäfte geschlossen aeivefen seien und die Menschen in Feiertagskleidnng waren, er habe nichts von'einem Feiertag gemerkt und er habe vom Polizeirevier Auftrag, mit Mcksicht auf die vielen Hchlereigeschäfte, Tevisenschieibungen «sw., sch durchzugreisen. Auch der -Hinweis, daß ja zur Aufrochtechältnng der Sicherheit Polizolboantten an diesem Versohnungstage äbkommandicrt waren, die Beamten also doch vom Bersöhnnngstage etwas wissen mußten, veranlaßte beide nicht, unter Eid ihre Behauptung zurückgunehmen, baß sie vom Versöhnungstag nichts gewußt hatten. Der Verteidiger geißelte in sehr scharfen Ausführungen das WechÄten der Beamten, das nicht einen Schutz der Bevölkerung darstellte, sondern geradezu eine Bedrohung, ganz abgesehen von der schwer beleidigenden, für Beamte unerhörten Form der Aeußrungen über jüdische Feiertage und die jüdische Bevölkerung. Die Angelegenheit tvird vermutlich noch eine Nachuntersuchung im Wege, des Disziplinarverfahrens gegen die PÄizeiorgcme nach sich ziehen. Brutalitäien eines Hausbesorgers. Die n e u n j ä h r i g e Bolksschülerin Gisela Finke l st e i n hatte sich eines Tages, als sie vom Regen überrascht wurde, unter die Einsährt des Hauses Heinzelmanngasjs,e 22 gestellt, um sich vor dem strömenden Regen zu schützen.' Kaum war sie einige Minuten in der Hausflur, als der Hausbesorger Karl La watsch aus seiner Wohnung hinausstürzte, das Mädchen beim Genick faßte und mit den Worten: ,-Schau, baß du wegkommst" auf das Trottoir schleuderte. Auf die Hilferufe des Mädchens sammelten sich ■ vor dem Hanfe fehr viele Passanten an, die gegen den Hausbesorger Stellung nähmen. Die Mutter des Kindes, die den Hausmeister nachher zur Rede stellte, wurde von chm in der gröblichsten Weise beschimpft und sogar bedroht. Gegen Lawatsch. wurde beim Sträfbezirksgericht 1 die Anklage wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit erhöben. Wir haben über die vor dem Bezirksrichter Doktor I e l l i nek schon einmäl stattgehabten, aber vertagten Verhandlung berichtet. Gestern verurteilte der Richter den Beschuldigten, der seine Roheit ablengnen wollte, zu 21 Stunden Arrest. Das Mieterschutzgesetz darf nicht durchbrochen werden. Der Hauseigentümer Dr. /Karl Sch e i n pflüg hat vor einiger Zeit auf Anregung des Zentralverbandes der Hausbesitz er Vereine Wiens gegen die in feinem Haufe wohnhafte Partei. Frau Regine Fischer, Inhaberin einer Pensivrr, eine Klage auf. teil w e i!s e B a l o r isieruna des Mietzinses eingebracht. Teils aus dem'Titel der Geldentwertung, teils als Entschädigung ftir die von ihm als Hausbesitzer der Mietpanei während eines Jahres gewährten verschiedenen Leistungen, wie Sorge für die- Verwaltung und InstandhaltlUig der Mietobsekte, Abfuhr voll Steuern, Haftung bezüglich des Mietobjektes und K Gleichen, verlaiigte der Hausbesitzer von der Partei, die in seinem Hanse fünf Wohnungen gemietet hat, BWrUnng eines erhöhter Mietzinses, .und zwar des fnnftanse« -fachen Friedenszinscs. In feiner Klage hatte der' Hrtusbeisitzer untee anderem ausgeführt, daß trotz des Grundsatzes Krone ist Krone wiederholt die geänderten Wcrtvechäl-tnisse biirch die Gesetzgebung berücksichtigt worden sind. Der Vertreter der beklagten Partei batte in der vor dem Einzelrichter Doktor D o s k o l s ck i l stat-tgchäbten. Verhandlung die Eimvend.mg der Unzulässigkeit des Rechtsweges erhoben uud darauf verwiesen, daß die eingebrachtc Klage deii Versuch darstelle, den Mieterschutz nnt er U an g e h u n g des M i e t e iigesetzes zu durchbrechen und den Hanscigentümern wieder ein arbeitsloses Einkommen zu sichern. In Streitfragen lbezügtich des Mietzinses seren die Metkoinmisswtten zuständig, die Anrufung der ordentlichen Gerichte daher unzulässig. Der Richter hat' nur dem im schriftlichen Wege den Parteienvertreterll zugestell-ten Beschlich zu Recht erkaunt, daß der von der beklagten Partei erhobenen Einwendung der Unzulässiglkeitdes Rechtsweges Folge gegeben und die Klage zurnckge wiesen wird. In der Begriindmig des Beschlusses wurde ausgeführt, daß es nicht angehc, durch Anmfuug der ordentlichen Gerichte das Mieterschutzgesetz, welches der Indikatur der Bertvaltungsbehörden YSchlichdungsstelle und Mietkommission) unterworfen ist, 31t durchbrechen. PROTOKOLLE des Wollen Sie über die Verhandlungen des 14. Zionistenkongresses genau unterrichtet sein? Dann lesen Sie alle erschienenen Nummern der >KONGRESSZELTUNG« (offizelles Organ des 14. Zionistengresses) und die »KON¬ GRESSAUSGABEN DER WIENER MORGENZEITUNG« Offizielle Kongresszeitung: Oest. S 3.50, Zloty 3.—, Schw. Frcs. 3.— Kongressausgaben der „Wiener Morgenzeitung“ (18. August bis 1. September) und Festnummer: Oest, S. 3 50, Zoty 3 —, Schw. Frcs. 3.— Beide Ausgaben zusammen zum ermässigfen Preise: Oest. Sch, 6.—, Zlo y 5 —, Schw. Frcs 8.— Bestellungen sind an die Adm nistration der „Wiener Morgenzeitung“, Wien, II. Bez., 1 aborstrasse 1, zu richten Volkswirt. Seine krmiißiguug der österreichischen Bankrate. (Von einem maßgebenden Mrffchaftsfüktor.) In vcrschieoenen Wirtschaftskreisen wird die Nistcht der« tveten, daß in der nächsten Zeit eitle weitere Herabsetzung der österreichifchen Vankrate voll 9 auf 8 Prozent vorgenommeit werden würde. Wie wir a ll th ent isch erfahren, wird in den Kreiseii der Nationälbank an eine solche Herabsetzung nicht gedacht. Die Zinsrate von 9 Prozent wird bis in die späte Novenrbcrperiode reichen. Es .ist sogar nicht aus geschloff eit, daß, wenll nicht «besonders günstige Wendungen tu der Situation der weltwirtschaftlichen Bechältnissc gerade in bezug auf die Erleichterung der GeMechältnisfe eintreten sollten, der Zinssatz von 9 Prozent bis zum Jänner andanerii köimte. Für die itächste Zeit rechnet die Bankleitung eher mit einer geringen Berkilappullg, die durch die HeMstbvdürfnijfe hervorgenifelt werden und das Wechselportefeuille cher verstärken dürfte. Doch selbst lvenn der norinale Herbstbedarf fehr glatt erledigt werden sollte, was nnt großer Wahrscheilllichkeit zu erwarten ist, so wird anch bann die Ncitioiialbank keine Ermäßigung vornchnieii, dänvit lioch immer eine große Spannung zwischen deni österreichischen Zinsfilße und den eitglischeu und amerikaiii,scheu Sätzen bestehen bleibe, um auf diese Art weiter ausländisches Geld für Oesterreich zli inleressieren, das sonst bei einem weniger günstigen Satze Aii'lageniöglichkeit in wirtschaftlich besser fuudierteu Wirtschaftsgebieten suchen könnte. Die Wietier Presse hat sich auffallenderlveise über die Bchaiidlniig de^ österreichischett Bankproblems in Genf ausgcschloiegctt, trotzdem darüber innerhalb und außerhalb der offiziellen VerhaMmigen ziemlich viel diskutiert wurde. Die Genfer Bankfachlente, die auf der Verlängerung der Nattonalbankkontrolle für drei -veitere Jahre bcharrten, haben das Problem geilall studiert ulid aus der Ansicht kein .Hch'l gemacht, daß Oesterreich vorläufig bei der hohen Bank rate bleiben solle. Damit nicht die BaMeitung in dieser Hmsicht sich vielleicht allzu sehr von den Wünscheit der Regierililg und der politischeir Parteien ilach einer stärkeren Herabsetzung der Rate beeinflussen lasse, wurde die dreijährige Verlängerung in Genf diktiert. Mit der jetzigett Leitullg der Baliik ist Genf einverstandclr, wünscht aber weiterhin die E l i m i n i e r il n g jeden Einflusses der österreichifchen Regiernng, liamentlich des Jinaiizminiftevinnis. Berpachiuugdervoinischenziindholzmonopolrr Eine 12-Mllionen-Dollar-Anleihe. (Eigendienft der „Wiener Morgenzeitullg".) Warschau, 31. September. Wie Ihr Korrespondent voll gut ^informierter Stelle erfährt, tsoll die polnische Regierung bas .. Zündhölzchenmonopol einem englischen Ko.ns o r t i u Nt, der Internationalen ZündhölZerkompWi-ie,. für 20 Jahre in Pacht geben und dafür von deul Kousorttum eiite Anleihe von 12 Millionen Dollar erihalten, wovon die Hälfte sofort nach Jukräfttreieit des Vertrages flüssig geimcht lverden soll. , Reue Industrien in krez Israel. -In Cheberah winde.dieser Tage, ein neues gvoßed Sägewerk eröffnet, das hauptsächlich die Herstellung voll Kisten aus Eiiikalyptusholz für derr Orangelivevt-vieb 'besorgt. Die Fabrik beschäftigt zunächst fünfzig Arbeiter. Copyright 1924 by 14 Fortsetzung. Kurt Wolff Verlag A.-G. München Nachdruck verboten. Herr Fettwanft. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Orniß. Etwa zu der Zeit, als ich die ersten laugen Hofen trug, begann ich die jungen Damen zu bemerken, die neben, mir anfwnchsen, und -mein Aufmerksamwerden fiel mit der schönen Mhenden Frühlingszeit ihrer Adoleszenz zufaimnen. Meine Erlebnisse in der Allen Street iMgen nicht gerade -dazu bei, mein Interesse an Mädchen dem zu. machen, was es in der Regel bei einem fünfzehnjährigen Bürschchen fft: ein vages, unibestimmtes, verfließendes Gefühl. Ich sah lockende Büstetr und Hüften, den Rhythmus der Körperformen und der Bewegungen. Mein Intereffe ward genährt durch die Geschichten von Liebschaften mit Mädchen, die die Don Juans der Ludlolv Street praihlend erzählten. Ich war nicht nur meines Geschlechtes bewußt, ich war auch geschlechtlich empfindlich. Es war ein unbarmherziges Begehren. Anständige Mädchen verabfcheüten meine Horde. Sic gingen in weiten Bogen um die Eckensteher herum. Boolkie und seine Anhänger begrüßten sie mit offenherzigen -Ansprüchen und vertrieben sie. Aber auch diese Horde hatte ihr weibliches Gefolge, die bewundernd „tough babies" genannt wurden. Aber wiewohl ich verrückt nach Mädchen war, konnte ich diese „tough babies" nicht ausstehen. Das -waren univeibliche kleine Kerlchen, ungewaschen, roh und vollkommen ohne jenen scheuen Charme der Blume, die im Begriffe stcht, zu erblühen, jene seltene Eigenschaft, die mich an Mädchen bezauberte./Das war vernmtlich darin begründet, ,daß die „tough ^babies" -mir zu nahe waren und ich stets, nach dem schwer zu Erlangenden aus -war. Die guten Mädchen waren schrecklich besorgt, sich nicht in schlechten Ruf. zu bringen. Mütter ließen ihre Juugens lalufen, wohin sie wollten; die Mädchen aber mußten über jede Minute Rechenschaft ablegen.-. Das' äußerste, «was ich erzielen konnte, lvar ein kurzes Gespräch von einigen Minuten Tauer ans den Treppenstufen. Ich war nicht nach einem besonderen Mädchen verrückt — nach Mtädchen int allgemeinen. Sam Rakowsky, Hhmie Rubin und ich 'bildeten eine geheime Clique von Mädcheujägern. Aber wir hatteu bald verlorenes Spiel, als die braven Mädchen einander erzählten, daß wir uns leicht zu Frechheiten Hinreißen ließen. Frechheiten hieß, daß wir versuchter^ sie zu küssen. Wir küßten nur manchmal, aber wir versuchten es oft. Sain bekam eine Stellung als „Alldah Tra-mp", ein Name, den wir für Botenjungen erfunden hatten, Telegraphenboten mit ihren soldatenntäßigen Mützen mit den: Messingschild A. D. /£. (American District Telegraph). Seine weltliche Erziehung wuchs zusehends. Er kannte jeden Schlupfwinkel in der ganzen Stadt. Er war ein lebendes Adreßbuch von Spelunken, Bordellen, Lokalen und Theatern. Er erzählte gepfefferte Geschichten von Kneipen und Menschen. Ein Tetegraphenjtltrge steht alles und weiß alles, was interessant ist. Sam war von Natur aus liebenswürdig und war ebenso neugierig, eine Kombination, die zu Resultaten führen muß. Wenn er in Schwicrigkeiteu geriet, fang er ein Lied. Er kannte die neuesten Schlager der Burlesk- und Barietebühnen, und lvenn es notwendig lvar, komm er auch dazu tauzeu. Sein Ehrgeiz war, Sänger und Tänzer zu werden. Seine Fürwitzigkeit verursachte einmal in dem Hinterzimmcr einer Kneipe in Mulberry Bend ein -fürchterliches Durcheinander. Die Kneipe war das Hauptquartier einer Mörderbaude. Mau beargwöhnte uns. Es sah schlimm genug aus für uns „Sheeuies,,, als sich Sam mitten tu das Lokal stellte und laut, ein Lied zu singenbeganit, ein -mehr als anzügliches Lied, das er in einem Negerlokal in Hells Kitchen anfgeleseu hatte. Er stellte das. Lokal auf den Kopf. Wir wurden als Artisten tvillikommen geheißen. Glücklicherweise halte uns Sams Ehr.-. geiz dazu bewogen, .'die' langen Sommerabende -dazu zu veriocnden, uns die letzten Ragtime-ÄNelodien einzuüben. Durch Sam!s Erjolg kühn gemacht und durch die Tatsache ermutigt, daß die Halsabschneider Sam Münzen als sicht- -bares Zeichen ihres Beifalls vor die Füße geworfen hatten, 'steckten wir unsere Köpfe in der beliMen Art der Quartette zusanunen und veranstalteten ein Keines Konzert. Wir verließen das Lokal mit .mehreren Gläsern Bier in unserem Magen und mit 60 Cent in der Tasche. Und dann erinnerte sich Sam an tog Lokal, in das er uns hatte sührenwollen, als wir versehentlich in das Hinterzimmer gerieten. Es war eines der Five Points KellerlMle, wo früh gealterte Aufwaschweiber, schmutzig, faltig und besoffen, für die schmalen Geldtäschchen von Lanschnugeir parat waren. Später, als die Trinkgelder wuchsen, führte uns Sam i-lr die Fünfzig-Cent-Häufer in der Mott und Elizabeth Street ein, wo sich ebe eine beträchtliche italienische Kolonie anzustedelu begann. Zu'hälter aus den Straßen, die uns. znsammenpackten, in -den Hausflur zerrten und ihre Attraktion anpriesen: „Importierte Mädchen, jung — ganz jung." Und ihre Rellawe ent-, sprach der Wahrheit. Die Mädchen waren jung, sehr jung, 10 ibis 14 Jahre alt >nud importiert, von italienischeir Padrones importiert, ' den ■ Händlern mit lebendigem Fleisch: Freudenmädcheu, 'kindliche Straßenmnstkanten, kindliche Akrobatett, verkrüppelte und defornrierte Kinder znm Betteln. Und als diese elttsctzlicheir- Verhältnisse infolge ihrer übertriebenen Exzesse unterbunden wurden, sah man sie bald als respettäble Importeure von versklavten Bertverks- und Eifenbahnarbeiteru. Die Lokale in der Elizabetli Street lvaren rohe, schmutzige Löcher, und Hymie Rubin, der ein wenig sensitiv und üveichherzig war, wandte sich entrüstet von ihnen ab und erklärte, er 'könne die eißen, verängstigten Gesichter der jungen Mädchen , nicht mehr ansehen. Er beleidigte Sam Rakowsky sürchGar, als. er erklärte, die kleinen Mädchen erinnerten ihn an Sams Schtveftern, von denen Sam nicht weniger als sechs sein eigen namite. (Etwa zehn Jahre später heira.tete Hhmie eine von Sams Schwestern.) Hymie zog die Five PoiM Drecklöcher und ihre Waschweiber vor, erstens,^ >weU M billig waren, und zweitens, weil es sich>dort mcht NWtz um menschliche Wesen zu h>andeln schien. Oovtfetzung folgt.)

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