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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-22 · Heft 2365 (22.9.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2365 (22.9.1925)
Date
1925-09-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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, Seite 4 _Wien, DienStag . Reichrkanzler a. L. Ir. Mark über Schulsragen. Die Elternvereine sind undemokratisch Der Zentr-unl-abgeordnet« ReichSküngjler a. D. Doktor W. M a r x, -der gegenwärtig -in Wien weilt, sprach gestern in der Katharinen'halle als Gap der katholischen Schulorgan sation über die SchNlifrage. Der Redner trat für die konfessionelle Schule ein und bezeichnete die E l t e r n o r g a n i s a t i o n als Weg zur Lösung der Schulfvage. Dr. Marx sprach dabei auch über die Elternvereine und führte unter anderem aus: Die in Wien bestehende Evziehungs- und Schulorganisation hat im großen ulid garten genau dieselben Methoden, wie wir ste in Deutschland verfolgt haben. Ich habe M'r sagen lassen, daß man hier in Wien an den einzelnen Schulen E l t c r n v e r e i n e eingerichtet hat. die dann ihrerseits wohl das erfüllen -sollten, was bei uns der Elternbeirat ist. Was ich über diese ©Itenttoeirnc gehört habe, läßt in mir den Schluß erwachen, daß diese Einrichtung möglichst u n« zweckmäßig ist. D'e Sache ist nicht einheitlich gemacht und dann scheint es mir überaus bedenklich zu sein, die ganze Elternschaft einer Schule zusammenzunehmen und Beratungen Pflegen zu lassen. Wo :it der Welt Pflegt man ei« Parlament aus allen zu bilden, die überhaupt in Frage kommen? Ich hatte die regelmäßige Beratung der Elternvereine für unzweckmäßig und un» he lvoll. Man soll aus den Eltern heraus in freier un.) geheimer Wahl Ausschüsse bilden, wie es in einem demokratischen Staatswesen vorausgesetzt werden muß. Das sollte doch in einem demokrat'schen Staate nicht möglich sein, daß diese Wahlen öffentlich - vorgenommen -werden. Dagegen muß vom demokratischen Standpunkt angegangen werden, denn gerade die gche-me Wahl ist seit scher das Palladium der Demokratie gewesen. Die rm>,«e. Die projektierte Raxbahn — eine Gefährdung des Wiener Hochquellenwasirrs? Entgegen anderslautenden Mitteilungen teilt das Sani- ^älsdepartement der Landesregierung mit, daß sich der Stand der Typhusepidemie in Gießhübel nicht geändert hat. Bis jetzt sind dort 2 7 erwiesene und zwei verdächtige Fäll« von Typhus in Behandlung gestanden. In Brunn am Gebirge wurden zwei Fälle konstatiert. In beiden Orten wurden umfangreiche Vorkehrungen zur Desinfektion getroffen. Die in Wien ausgetretenen TyPhusfätte werden auf 4 0 geschätzt, eine Zahl, die nach den Mitteilungen des StadtphysikatS für eine Stadt wi« Wien als nicht besonders groß anznschen ist. Auch die Gesamtzahl der in Niederösterreich konstatierten Erkrankungen ist nicht besorgniserregend, Das Gefährliche ist nur, daß die Fälle in zahlreichen verstreuten Orten Vorkommen. T-er Vorstand des Hygienischen Instituts, Prof. Doktor Graßberger, erstattete mit Bezug auf die geplante Errichtung der Raxbahn ein Gutachten, wonach die Gesundheitsverhältmsse in Wien durch die Verunreinigung der Hochquellenwasserleitung gestchvdet werden. Der Landessanitätsrat war aus diesem Grunde von Anfang an gegen eine Konzoßsionsgewährung sowohl für den Bahnbau als auch für den geplanten Bau eines RiesenhotÄs im Quellengebiete. Tie Konzession wurde jedoch mit Rücksicht auf die dadurch bAingte Hebung des Fremdenverkehrs gewährt. Dem Gutachten Pros. Graßbergers stchen die Gutachten der Bakteriologen Pros. Dr. Waagen und das der Beamten der städtischen Wasserversörgungsanstalt gegenüber, die von einer Gefährdung der Gesundheitsvechältnisse Wiens nichts wissen wollen. Um diese'Frage endgültig zu bereinigen, wird Bürgermeister Seitz eine Enquete von Fachleuten einberus:.' - 8in Frauenmörder. Aus Prag wird gemeldet: Die Polizei -hat einen gewissen Georg Ba za nt ans Pardubitz verhaftet, der gestanden hat, vor drei Wochen in der Tatra feine Geliebte durch Reoolverschüsse getötet, ihr die Wertsachen abgenommen, .das Kleid ausgezogen und den Leichnant in einem Steinhaufen verborgen zu ^haben; am nächsten Tage. dortselbst durch zwei Revolverschüsse eine zweite Geliebte getötet zu halben; auch ihr habe er alles abgenommen und den-Leichnam hoch in den Bergen vergraben, und am 17. d. in einem Felde bei Z r u t s ch (bei Kutienberg) einen M o r d an Anna R i h a v e r s u ch t zu -haben. Er .halbe ihr vier Schläge mit einem Hammer auf den Kopf Versetzt, zwei Schüsse ans sie abgegeben und sie dann mit Be n zi -n b egosse n und angezündet. Die Riha Regt im Krankenhaus in Bohandlinng. * Ein« Bluttat in Kornenburg. In der Nacht vom Sonnig auf Montag rief die Frau des in Kornenburg wohnhaften Hausbesorgers und Kohlena-usträgers Josef Eber an die stc^l-i-sche Sicherte itswache zu Hilfe, weit ihr Mann in der Wohnung exzedierte und sie mit dem Revolver bedrohte. Eberan, der betrunken war, schoß ans die einischreitenden Sichecheitswachorgan; hiebei wurde der Obevwachmann Leopold Artner getötet und der WaLmann Schilling -durch einen Steckschuß in der Nähe der Lunge schwer verletzt. Der Täter wurde dem Kreisgereichte eingeliefert. * Durchgegangene Waggons. Die Gennaldire-ftion der Oefterreichifchen Bundesbahnen teilt mit: Im Bahnhof Steinach (Tirol) entrollten am 20. d. um 22 Uhr 45 Min. beim Verschieben eines Güterzuges zwölf beladene'Güterwagen auf die Strecke. Im nächsten Bahnhof Matrei,' wo sie durchrollten, entgleiste ein Magen; wahrend alle anderen Wagen an zwei verschiedenen Stellen der Strecke zwischen Matrei uwd Pa lisch ebenfalls zur Entgleisung kamen. Dadurch wurden beide 'Hauptgeleise verlegt. Verletzt Mucke niemand. Di« Erhebungen sinh oingol-eitet. ' Wiener Morgen-eitung ~ Mitteilungen aus dem Publikum. TAPETEN-WAIIIS Wim, I., Wipplingaratraua 15 T«l«phen 67-307, 60-2-98 11090 A Me MMt eettim fit tie wi-Iichn Sta-t-t. Die Zionistische Sektion für die Nxstlichen Bezirke Wiens feiert in ihrer heute stattfindenden GelieralversammiL-ung das Jubiläum ihres 2üjährigen Bestandes. Die Sektion wurde rnter denn Eindrücke des vierten Zionistenkongresses im Jahre 1900 als Einzelverein Mariahilf des Verbandes „Zion" durch Wiener Student eu ins Leben gerufen. Als Gründungspräsident fungierte Herr Hermann König, der gleichzeitig auch den ersten Wiener jüdischen Turnverein ins Leben rief und damit den Anstoß zur Wiener Makkabi-Bewegung gab. Nach ihm leitete das Präsidium Dr. Ernst Franz Weist, zugleich Präsident des österreichisch-ungarischen Kolonialvereines. Ars der Reihe-der ersten Präsidenten wäre noch zu erwähnen der gleich Herman König seither verblichene Dr. Leopold Kahn, der zugleich mit Herz! dem Zionistischen Aktionskomitee angchörte und ungeachtet seiner außerordentlichen Jnarcspmchnahme durch diese Tätigkeit noch Zeit und Muße fand, sich den Geschäften der Sektion zu widmen. Unvergeßlich sind sein« berühmten Bersammlungsreden im Kampfe gegen das damals übermächtige Wiener Assimilantentrm. Ihm zur Seite stand gleichfalls in unzähligen Versammlungen und Sitzungen seine sei-cher ebenfalls verstorbene Gattin Sidonie Kahu. In die Gvück>ungszeit gehören auch die Präsidenten Dr. Martin Engländer und Dr. Sofer. Zahlreiche Wiener Studenten beteiligten sich tverktätig an den Arbeiten der Ortsgruppe, die nunmehr seit langer Zeit im bürgerlichen Leben stchen: so Dr. Paul Berger, der durch viele Jahr« rnermüdlich als Schriftführer fungierte, Ing. Äu-dwig Klug, heute Vizepräsident der Ortsgruppe,' Dr. Max Bernhardt, der heute der Ortsgruppe als Präsident Vorsicht, Ing. Leo Schön, der jahryehntellang als NationalfondskonMissär fungierte, Dr. Adolf Brand, Doktor Heinrich Glanz, Dr. Fast, Dr -Norbert Hoffmann, Dr. Simon Holdengräber, Dr. JmimevMck, Dr. Schubert und Architekt Otto Kolisch (dessen Vater schon dem Gründungskomitee angchörte). Zugleich mit Kolisch sen. wirkte der seither ebenfalls verstorbene Kassier Ludwig Spira, der Schwiegervater, des seither als Dichter zu starker Anerkennung gelangten Walter Eidlitz, der bereits zu wiederholtemnalen Gelegenheit nahm, seine Dichtungen in der Sektion vorguttragen. Unabsehbar ist di« Reihe ausgezeichneter Gesinnungsgenossen, welche als Versammlungsredner und Vortragende in der Ortsgruppe erschienen: so vorerst alle Mitglieder und Mitarbeiter des Mionsko-mitees des Kongresses, ki ersten Linie, wie bereits erwähnt, Dr. Leopold Kahn, zugleich mit ihm Architekt Oskar Marmorek, sein Bruder Dr. Alexander Marmorek, Johann Kreimenetzky, Dr. M. T. Schnierer, Dr. Alexander Mintz, Dr. Berthold Feiwel, Professor Kellner und andere mehr. Allen voran aber Theodor H e r z l, der das Aufblühen der Ortsgruppe mit steter Auifmerlk-samkeit verfolgte. Noch bevor Hertz! von seinem tückischen Herzleiden ans Krankenbett gesesselit wurde, unter dem schmerzlichen Eindruck der Charkow er Kämpfe, hielt er bei der MMabaer-Feier der Ortsgruppe vor vielen hunderten Gesinnungsgenossen seine berühmte Abschieds rede, in der er die Wiener Zionisten zur Einigung und Ansdauer mahnte. Zugleich mit der Ortsgruppe entwickelte sich eine zwinistische Fvauenfektivu, welche von Eleonore Smosten s-ky, der jüngst Hingeschiedenen Ghrenpräsidentin, und Berta Hermann, nachmals verehel. Berger (der Gründerin des ersten Wiener jüdischen Mädchenveremes „Moriah") vorbildlich geleitet wurde und sich vornehmlich sozialen Aufgaben, insbesondere der Einrichtung von Kinderheimstät-ten widmet. In der Nachkriegszeit beteiligte sich die Ortsgrupps unter Führung von Stricker und Dr. Plaschkes in zahlreichen Massenversammlungen an den Kämpfen um die Vertretung in der Kultusgemeinde und den politischen Vertretungskörpern. Einen Wendepunkt in der Entwicklung der Sektion bedeutete dann im Jahre 1921 die Erwerbung eines eigenen Heimes' aus dem Benno-Platz, dank den opferwilligen Bemühungen der Vorstandsmitglieder Architekt Kr uh, Lissianskh und Rix. Die Ortsgruppe dehnte damals ihre Wirksamkeit, welche bis dahin auf den 6. und 7. Bezirk beschränkt war, auch auf den 8. Gemeindebezirk aus. In unverdrossener Arbeit schuf die Sektion seither mehrere mustergültige Institutionen, so eine Art jüdisches Volksbildungsheim mit regelmäßigen wöchentlichen Vorträgen, eine von 30 Kindern besuchte hebräischeSchule, eine Fürsorgeaktion für Chaluzim (Nähschule usw.), eine sorgfältig vorbereitete Sprengelorganisation, die „Brücke" als 14tägig erscheinendes Nachrichtenblatt der Sektion, Arbeitsausschüsse für Keren Kajemeth, Keren Hajessod, Jugendbewegung usw. Die Sektion versendet über ihre Tätigkeit einen umfassenden Rechenschaftsbericht und -lädt gleichzeitig zu der heute, 8 Uhr abends, im Sektionsheim stattfindenden Generalversammlung ein. Alle Mitglieder und Freunde der Sektion, aber auch die ihrer Schwesterorganisatioueu und gesiunungs-, genössischen Vereinigungen werden es sicherlich nicht verabsäumen, die rührige Sektion für die westlichen .Bezirke Mens 82. September 1625 3805 z» ihrem Jubiläum zu beglückwünschen Urck durch die Tekk nähme an der Generalversammlung ihre Freude an de« schönen Resultaten emsiger zionistischer Arbeit zu HMMk Mur Simon fünfzig Sabre all. Am 19. b. >hat einer der wertvollsten Komsten sein 60. '.Lebensjahr vollendet; dies gilbt Gelegenheit, dankbar Juii-us Simons zu gedenken, der in den Letzten Jahren, in der zionistischen Bewegung emigevmaßen m den Schal* ten getreten ist. Simon, der lange Zeit in Mannheim ansässig war, wo er ein Bankgeschäft 'betrieb, rückte in jenen Zeiten, da die „Praktiker", Weizmann an -der Spitze, gegen Wolssohn's Widerstand eine Aendemng der zionistischen Arbeitsmethoden verlangten, in die erste Roiha vor. Seine klare Art zu denken, Gedanken KU formulieren, machte ihn c'benso wie sein unermüdlicher Arbeitseifer und seine reale Meihotik «bald Kn einem wichtigen Exponenten in der zionistischen Beivegung.' Dazu kam sein vornehmes, offenes Wesen, das ihm schnell allgemeine Sympathie erwarlb. Simon als Obmann des Permanvnzausschusfes auf dem 10. Kongreß, als Referent über die «Finanzfragen, der in sachlichster Weise die — bis heute noch nicht beseitigten — Fehler -der ziönistischm Bank- Politik davlegte, war eine der interessantesten Evscheinnngen der Kongresse. Rach dem Kriege, als es galt aus den durch die Bahsour-Deklaration gegebenen Möglichkeiten reale Tatsachen zu machen, -wurde Julius Simon i-n die erste E x ekutive nach London berufen, welche die Jahreskonferenz eingesetzt hatte. Er erhielt den Auftrag, den w irtschaft-li chen Gesamtplan des Palast inaauflbaus auszuavbeiten. Si-mon hat damals .sich gegen die Schaffung eines Spende n s o n d s für den Aufbau Pa'läftiuäs ausgesproche>n, da er das Ausbau- Werk auf eine festere finanzielle Grundlage geschälstlicher Natur stellen wollte. Dadurch geriet er zur Mehrheit der führenden Personen der Bewegung im Gegensatz, der durch die in solchen Fällen übliche Srnsationshafcherei noch vermehrt wurde, als man den Bericht Simons, den er als Mitglied der im Winter 1980 nach Palästina entsendeten Reorganisationskommission verfaßte, durch Gerüchte aller Art gewaltsam zu einer ,^defaitistischen" Sensation aufbaufchte. So kam es dazu, -daß Simon -nach IkuMr Tätigkeit a-us der Leitung schied. Er übevsiedelte nach N e w- Nork, wo er bis heute wohnt. Aus dem 12. Kongreß legte er seine Gedankengänge über den Poläftinaauslbau in einer aufsehenerregenden Rede dar. Mt der Sezession der amerWaniischen Brandeis-Gvuppe schied auch Sinron aus der aktiven zionistischen Tätigkeit aus. Hoffentlich wird es bald möglich sein, ihn -wieder in der ersten Roche zu sehen, in die er seinensachlichen und menschlichen Fähigkeiten nach, unstreitig gehört/Das ist der erste unter den herzlichen Wünschen^ die anläßlich des 50. Geburtstages .Julius Simons, ihm und der Bewegung zu« kommen. Leon Ehasanowitsch gestorben. In dem Dorfe V a l ch o v e e bei Tjacowo in Karpathorußland ist, wie I. T. A. berichtet, am 17> d. der bekannte jüdische Schriftsteller und soziale Kämpfer Dr. Leon CHasan owit sch im Alter von ungefähr 40 Jahren eines plötzlichen Todes gestorben. Leon Chasanowitsch, der aus der Gegend von Wilna stammt, war einer der Mitbegründer der zionistischen Arbeiterpartei Poale Zion, in deren Verbandsbureau er mehrere Jahre lang tätig war. Die Poale Zion hatte seiner glänzenden organisatorischen, rednerischen und schriftstellerischen Begabung viel zu danken. Chasanowitsch war es, der den Anschluß der Poale Zion an die internationale Arbeiterschaft erstrebt und die Ausnahme des Verbandes Poale Zion in die Arbeiter-Internationale durchgesetzt hat. In späteren Jahren wandte sich Chasanowitsch von aktiver politischer Tätigkeit ab und widmete sich mit Leib und Seele praktischer jüdischer Aufbauarbeit, insbesondere der Förderung des Ackerbaues unter den Juden. Im Jahre IM unternahm er eine Reise nach Argentinien und brachte längere Zeit in der Mitte der dort lebenden jüdischen Kolonisten zu. Ueber diese Reise veröffentlichte er ein Buch, welches in der jüdischen Welt großes Aufsehen erregt hat. Er bekannte sich darin als ein begeisterter Verfechter der Rückkehr der Juden zum Boden, bekämpfte aber auch mit Leidenschaftlichkeit die Methoden der Jca. Chasanowitsch war einer der ersten, die, als die ersten Nachrichten über die grauenvollen Judenpogrome in der Ukraine in den Jahren 1919-20 kamen, denen Zehntausende jüdische Männer, Frauen und Kinder zum Opfer gefallen waren, bemüht waren, das Gewissen der Welt wachzurütteln. Er sammelte und sichtete die den Pogrom betreffenden Materialien, die er dann auch veröffentlichte. In den letzten Jahren setzte Chasanowitsch seine ganze Persönlichkeit für die Verwirklichung der Ideen und Ziele der Gesellschaft Ort ein. Er war sozusagen der „Entdecker" des jüdischen Bauerntums in Karpathorußland. Er wies als erster die jüdische Oeffentlichkeit darauf hin, daß in diesem Ländchen ein aufrechtes jüdisches Bauerntum ohne jede Hilfe von außen einen schweren Lebenskampf führt und daß diesem Bauerntum geholfen werden muß. Er war Mitglied des Zentralrates des Verbandes Ort und leitete im Aufträge desselben eine Aktion zugunsten der karpathorussischen jüdischen Bauern- und Heimarbeiterschast ein. Er begründete auch in der Tschechoslowakei einen Landesverband der Gesellschaft Ort. In Verfolg seiner Pläne suchte er auch das Dörfchen Valchovce, ivo jüdische Bauern leben auf und erlag dort, unüelannt und einsam, einem Herzschlag. Er hinterläßt eine Frau und zwei Mdex in MMliMm Mer,

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