Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2365 (22.9.1925)
- Date
- 1925-09-22
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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W- Wi88 (ÖM-ett, Didnstag -• -.- ■■■-■■ , . ., —, Der Mrr>derHeitsschittz. tjyit . Isechfteu Kommission Gchttrsche Fvagen) kam i&cuite nochmals d-t-e Frage des Schutzes d e r M i nd e rlhvLLen zur Dis-knsst-on. Der höMMsche Delegierte Ban Lyluteu «da,n Saudeu.'burg erstattete den Berichtzu Händen der Vollversammlung. Er schloß mit folgender Refo-liutton, die der Versammlung zur Annahme Mlpfohttn wird: . Die EWebfruudversa-imnlung ftim.nM: dem Teile des NechenfchaMerichtes -über die Tätigkeit des Rates und des Sekretariats :frei, welcher das zun: Schutze der Miiuderhe iteu eingeschlagene Berfahren bcha-nde-tt. Ter Numerus clausus vor dem BMerbundrat. Mitteilungen Lüsten Wolfs. Geich 19. September. (I. T. A.) Mr. Äucieu Wolf, Iber Vertreter -des Joint Foreign Eommittee (Komitee für Auswärtiges) m Genf, -machte dem Vertreter der Judischeu Telegraphenagelltur die folgenden WLittettungen über die aus Anlaß der Tagung des Völkerbundes aktuell gewordenen, jüdischen Fragen und über die «bisher erreichten Resultate: „Der Appell des Joint Foreign Eommittee an den Internationalen -Gerichtshof gegen den g efetzl,iche n Nnmeru's clausus tu Ungarn wurde soeben von einem ans drei Persönlichkeiten 'bestehenden- Komitee geprüft. Noch im La u f e d e r n ä ch ist e u W o ch e wird sich der Vö-ltkerbundrat wahrscheinli ch m-i t der A ngelegenheit ibe faffe n. Ae Schule« der Minderheiten in Polen. Ein Memomndunl der Mnderhcitsschulorganisationen an den Unterrichtsminister. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 81. September. Die gemeinsame Schul- ^ommission der nationalen Minderheiten Pollens hat an den Unterrichtsminister Stanislaw Grabski ein Memorandum gerichtet, das unter anderem besagt: Eine Reihe von Lehranstalten (16 davon in der: Ortete Wilna, Swiencany und Radoszkowitz^ werden in dem Memoran- Ämn uamentlich aufgeführt, darunter die jüdischen und hebräischen Mittelschulen und Lehre-rseminarion in Wilna) 'hat ein Schreiben des Wi'luaer Schu-lkuratoriums vom 26. Juni 1926 erhalten, in welchem die Anstalten unter Berufung auf die Verordnung des Unterrichtsministeriums aufgefordert werdet:, lden Unterricht *iit der allgemeinen Geschichte und Geographie ausschließlich in polnischer Sprache zu erteilen. Diese Verordnung des Ministeriums — führt das Memorandum aus, hat nicht nur bei der direkt interessierten Lehrerschaft und den Ettern, sondern auch in den'wette-, stett Kreisen aller nationalen Minderheitelt des Gebietes von Wilna gedrückte Stimmung hervorgerufen; die Verordnung, daß die oben erwähnten Gegenstände in politischer Sprache gelehrt werden müssen, -halben die Weißrussen, Litauer und Juden als einen Schlag gegen das -wichtigste Gvnndpriinzip ihres Schulwesens äüfgchaßt, da diese Verordnung geeignet sei, dem Grundsatz der Schuilerziehung in der Muttersprache, welcher durch die Verfassung garantiert ist. zu vermchten. Die nationalen Minderheiten sehen daher in der Verordnung des Unterrichtsministerimus eine große Gefahr für ihr Schn-lwesen, das im Laufe der Jahre mit großer Mühe anfgebaut wurde. Das Memorandu-ln weist sodann auf die Pädagogischen Schwierigkeiten hin, die sich frei Durchführung dieser Verordnung ergeben, und schließt mit der Bitte an den Unter- Mtsminifter, die Vlerordnung zurückzuzichen und zn gestatten, daß der Unterricht in allgemeiner Geschichte und Geographie in der Muttersprache der Minderheiten erteilt werde, oder, wenn der Minister dieser Bitte nicht Rechnung tragen wolle, die Durchführung der oben erwähuteu Mtnisterialverordnimg ' bis zur E n t s ch e i d u n g d e s V e r Walt u n g s g e r i ch t 's h o f e s zu verschiebenan den die Sch-ulorganiisationen der Minderheiten appelliert halben. Dos Me-momnduln ist von der w e >i ß r u ssis ch e u Schulorgauisation in Wilna, der l i t a u i s ch e n Nn-terrlchtsgelsellschaft „Ritas" in Wilna, der Gesellschaft „T a rbuth" in Wiltta und dem zentralen jüdischen BAdnltgskomltee dortsellfrst gezeich-net. Wie Ihr Korrespondent erfährt, wird am 2Z. d. eine D e l e g a t i o n aller na-tionalen Mindecheiten in dieser Ailgelcgetcheit im Polnischen Unterrichts-Ministerium voosprochen. An Friedensangebot Add el Krim»? Paris, 21. September. „Daily News" verösfentlichen eine . Meldung, >lvo-nach in R a!b a t am Freitag ein Emissär Abd el Krims angehalteu wurde, der dem Sul-t-n von Marolkko ein Schrei -fr e-n Abd elKri -in 's übevbracht haben lsoll, das F r i e d e u s v o r s ch l ä g e auf Grundlage der von Spanien vor Beginn der gegen- - wärtigen Osssensive . angÄotenen B e d-i n g n n aen enthalte. * ' Nach Meldungen aus Madrid -bereiten die in der Bucht voll Mhnce-mas gelandeten s p a n i f ch e n 'Truppen eilten Vormarsch vor. Ihre. Lage, ist, wie aus etiglischen MÄdungen hervorgcht, außevordeittlich heikel. Sie stchen u-nter' de-nr F e u e r d e r K a b y l e n, die die benachbarten stark befestigten Hohen besetzt halten. Eine Verwundung Albd el-Kri ms wird in den engUfchen Berichten u i ch t ertvähnt. ScheschauetH ist, wie Havas meldet, von der Bedölke- ^9tg geräumt worden, / Wietter MoegLnrettuM 62. Seplember WS ^eiteS *md- Das altbewährte Krästigaagsmittel für Körper und Nerven ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Proben und Broschüren kostenlos durch Bauer & Cie., Berlin SW48, Friedrichfiraße 231 Las amerikanische kiuwanüerungsgesetz gegen die Kommunisten. Washington, 21. September. (Reuter.) Der dem Staatssekretär für Arbeit beigeordnete Ratsantvalt hat dem Staatssekretär das Gntachtell abgegeben, daß das E i n w a n d e r u n g s g e s e tz der Vereinigten Staaten in klarer.Weise bestimmt, daß em Ausländer, der sich zu den kommunistischen Ideen bekennt, dem Gesetze nach weder die Vereinigten Staaten betreteil noch daselbst verbleiben könne. Gegen ihn könne das Verbot der Ein r c i s c ausgesprochen, freziehlmgswe'se die Ausweisung verfügt werden. (Dieses Rechtsgutachten soll das Einreifeverfrot, das vor einigen Tagen gegen -das kommunistische Acitg'lied des englischen Anker- Hauses ausgesprochen worden tvar, rechtsgültig begründen. Die Red.) Sie Jude« ein AMvum Amerikas. Ein Rosch-Haschanäh-Grutz des Gouverneurs von New- Aork. Ans Anlaß des jüdischen Neujahrsfestes, Rösch Haschanah 5686, ersuchte der Gouverneur von New-Dork, Mr. Msred R. Smith, die Jüdische Telegraphettagent-m, den solgettden NettijahrslvU'tt-sch zu verbreiten: „Die heilige Stimmnug des jüdischen Nenjahrsfestes hatte mich -schon in den Kindhettsjahren, die ich im Osten New-Norks verlebt habe, gefangengeliotttmetr. Ich erinnere m-iä) noch an den Zug der jüdischett Patriarchen und ihrer Fa-miliett iu die Synagogen, wo die Tage in ernstem Gebet verbracht w-ttrd-en. Ein Volk, für welches die R >e l i g i o n das Brot des -Tages, die Nahrung des Lebens ist, ist in jedem Laude, in welch es lebt, ein A k t i -v ib e st a n d. Tentnach sind die I uden ein starkes Aktiv um des ame-r.iranische-n Volkes und Landes. Mein Neujahrswunsch gilt insbesondere der ju ngen jüdischen Generation, von der ein Teil zuweilen vergißt, daß das j ü d i s ch e V o l k Großtaten in der menschlichen Geschichte vollbracht hat. Je mehr der Jude seinen Prinzipien treu bleibt, ein desto besserer Amerikaller ist er. Zum Unglück gibt es bei uns Leute — zmn Glück sind sie eine Minderheit —, die in der Intoleranz gegen andere Rassen und Bekenntnisse eine ainerikanische Tugend sehen. Das Gegenteil ist der Fall: Diese Leute sind unamerik a n i s ch u n d u n p a t r i o t i s ch. Ich wünsche nleilten jüdischen Bürger-Genossen der Stadt Neiv-Iork ein frohes neues Jahr und schließe mich ihnen im Gebete an, daß der Allmächtige sie darin unterstützen möge, die echt.atnerikanischen Prinzipien der Völkertoleraitz und der religiösen Freiheit stark zur Geltuttg zu bringen." Fca-Kalonisatton in Argentinien. Wie eine offizielle Darlegung des Pariser Jca-Hauptbureaus besagt, haben sich int Laufe des Jahres 1925 eitrige hnirdert jüdische Familien zur überseeischen Ausiedlung durch die Jea gemeldet. Davon wurden 35 0 Familien bereits für die Kolonisation in Argentinien bestimmt. Mehr als 100 Fatnilien habetr bereits nach Liqüldierung ihrer bisherigen Geschäfte die Aebersiedlnng vorgenommen und sind in den Jca-Kolonien installiert worden. 8rlst«tem«gen znm SfteneichMen Budget. . Wiegen der Schtembertagu-ng des Völkerbundes hat die Regierung bMnnttich das FinanUefetz für 1926 in aller Eile im Nationalrat' eingebracht. Nuirntchr läßt sie den trockenen BudgetMern Erläuterungen sösgien, denen manche interessante Daten zn eittnehmen sind. Bon den Gesamtausgaben, d:o für 192-6 mit 891 Million en Schilling prMmtmert werden, entfallen nicht weniger als 3 7 6,4 4 Millionen für die aktiven B it n-- Ä e s a n gestellt en. Für d:e Penfionist-en -wendet der Bund 223,65 Millionen aus, also für Aktive und Pentsiomsten zusammen fast drei Viertel der ge-- .«samten Bundesausgaben. Die Bundesbahnen einschließlich der Südbahn zahlen ihren Angestellten und Pensionisten zusammen 366,16 Milliolten, so daß die G es a m t l a st des Bundes und der Bahn e u für aktive und pensionierte Ange-stellte 9 6 8,4 5 M i l l i o n e n, also fast eine Milliarde Schilling ausmacht. Diese P e r s o n a l l a st e n sind gegenüber dem Vorjahre um 58,24 Millionen Schilling gestiegen. Da die 'Bund'esbetriebe die Ausgaben für ihr Personal aus den e-igenen Mitteln bestreiten, ist das Budget noch immer rechnungsmäßig aktiv. Der S t a a t s s ch u I d e n d i e n st erfordert 126,9 Millionett, um 13,4 Millionen weniger als Heuer. Der S t a n d d e r S t a a t s fch u I d e n wird für den 31. Dezember d. I. nach dem Nominale mit 233 8,3 Millionen angegeben. Nach dem Nominale würde sich der Schuldenstand um 7,5 Millionen verringern, doch weist er nach dem Kurswert der Schuldentitel eine Steigerung ii m 5 7,6 MillionenSchi l ln g auf, weil die Kurse der nrei'ften ausländifchen Wähmngeit und namentlich der PfnMttrs wesentlich höher als im Vorjahre veranschlagt werden mußten. Für den Schuldendienst (Verzinsung und D'lgung) sind insgesamt 141,8 M i l li o u c it für 1966 vorgesehen. Für die soziale Verwattung sind u-m 16,1 Millionen inehr vemnschlagt, was hauptsächlich in der S t e i g er u n g der A r b e i t s l o s e n z i f f e r feine Begründung Las Frauenstimmrecht in der Berliner Wischen Gemeinde. Berlin, 20. Se-ptentber. (I. T. A.) Wie stiuerzoi-t -berichtet, hat die 9i>c'präsentanteuversa.ttttnlmtg der Berttner jüdischen Ge,meinde mit bon Stimmen! der liberalen' und volkspartettichen Repräsentanten gegen die Konsorvativ-en das aktive n n d P a \\ s -t v e F r a u e u w a ch l r e ch t a ng e n o nt mt e n. Die G e n -e h m i g -n u g der A u f f i ch t s- Ifrehö rde zu dieser Statutenättderung ist jetzt bei der jüdischen Gemeinde eingetrossen. Es werden deshalb die für diesen Herlh-st in Aussicht genomlnelten Repräfe ntantenWahlen um einige Monate verfchoben lverden, da neue Wählerttsten an-szustellen sind., die auch den gesam-i-en weiblichen Teil der Berliner jüdischen Gemeinde untlsass-en werden. Sie Bombe in Indien. Simla (-Indien), 21. Septentber. (Wolfs.) Während das dritte Gurkha-Negimeut durch die Stadt marschierte, explodierte eine von nnbekaunten Tätern geworfene Bombe, wobei drei Personen getötet/ ibrcö f chw e x und sechs leicht v e r letzt wurden-. Durch das Attentat sind hallptsächlich Soldaten zn Schaden gekommen. Die Steuer- und Zolleingäuge sind sehr vorsichtig PrAnniniert. Für die Körperschaftssteuer werden um 5 M-llionen weniger veranschlagt, da die' Eingänge dieser Steuer durch die Auswirkungen des Goldbtlattzengesetzes beeinflußt werden. Der Bund ist gegenwärtig mit Kapital an 3 7 Gesellschaften beteiligt. Bei drei gemeinwirtfchaftilichen Anstalten (Blnmau, Oesierreichische Werke, Fischa-mender Werke) besitzt exalle Anteile, bei der Heilmitte'lstelle 60 Prozent. Von den 2 5'Aktiengesells ch ästen, an denen der Bund bete-'.Itgt ist, seien erwähnt: Das Oesierreichische Kredlitinstitut für öffentliche Unternehmungen, die Wöllersdorfer Werke, die Alpine Montangesellschaf t, die Ne tv a g, die O w e a g, die S te we a g und die Wolfsegg-Trauntaler Kohle nwerks- A.-G. Für das H e e r w e f e n werden im komtnenldeu Jahre rund 67,5 Millionen ausgegeben werden, hiervon entfallen allein 49,76 Millionen ans den Personalaufwand. Der Perlsonalstand der Bundestheater soll um 61 auf 1303 vermindert werden. Die staatlichen Dheaterbetriebe erfordern .einen Nettozuschnß von 4,3 Millionen Schilling, d. i. um 2,4 Millionen mehr als Heuer. Dr. Baernreither gestorben. Irr Teplitz ist Samstag der cheunaliae österreichische Minister Dr. Joses Maria Buernreither, fast 81 .Jahre alt, gestorben. Er verkörperte den längst dahMgüschwundenen DenMiberattsmus. der sich die unmögliche Aüfgabe gchetzt hatte, aus Oesterreich einen deutschen Staat zu machen. An dieser Idee ist zuerst der deutsche Liberalismus und dann der ganze. Staat zugrunde gegangen. Mit der Sichtung und Veröffentlichung seiner Lebenserinuermtgen hat Dr. Baernreither seinen ehemaligen Ministerkollegen Dr. Urban letztwiMg betraut. Streik bei -er Alpinen. Wie dev „Grazer Arlbe'itevwille" meldet, ist gestern nachmittags die Arbeittvschaft dev Alpinen Ätc-utangesellfchaft in D o n a w i tz wegen L o h n f o r d -e rung e n in den Aus stand g-etreten. Sie zog um 12 Uhr mittags vor das DiMionsgebäude und wollte durch eine Aöordnung ihr Begchven Vorbringen. Da kein verantworKcher -Beaulftragter der Di-velktion anwesend war, beschloß die Arbeitevschast, nachmittags im Ausistand zu verharren. Alle Abterluugen -mit Ausnahme.der Hochöfen sind vom Streik lfrettofsen. Gestern abends hielten die Ausständigen eine massenhaft besuchte Versamimliwng ab, -iu der beschlossen wurde, die Betriebsräte unter Führung des Grazer Sekretariats des Motallavfreitevvcrbaindes heute früh zur Direktion nach Wien zu entsenden. Letzte Kurse. New-Aork, 21. September. (Tel.-Komp.) Berlin 23.80, Loudor Kabel 4.84»/,, London Scheck 4.80*«/„, Amsterdam 40.19, Paris 4.74, Brüssel ^407,, Rom 4.09^, Madrid 14.40, Zürich 19.3V, Stockholm 26.83, Oslo 21.25. Kopenhagen —, Wien —, Budapest —Prag , Belgrad —, Athen Buenos Aires —, Rio de Janeiro —. Bukarest —^ New-Aork» 21. September. (Tel.-Komp.) Weizen rot Winter 166, Weizen hart Winter 164, Mais 103V,. Hafer 46*/*, Roggen 92V*. Ehikago.21. September. (Tel.-Komp.) Weizen per September, 152. Dezember 162, Äiai 154^; Mais per September 87% Dezember 81% Mai 85% Hafer per September 38, Dezember 41, Mai 45^,; Roggen per September 82*/*, Dezember 86'/*,