Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2362 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Sejm Men, iFreAg- Wiener Morgenzeitung _ 18, September 1925_Sette 5 Irr Mutersahrplan der Flugzeuge. Die GrropEntom wich mit 1. Oktober d. I. den Winterflugplan in Kraft treten -lassen. Es werden soLge-nde Mrüen auftechtevhatten Meta: RuhrgMeb-Ham-' IblW—Mailmö, Mhrgelbiet--Amstechanr, Vevlrn-^Mlimö, Berlin-Dresden, München-Wlem. Diese Strecken werden weMiglich geflogen 'werden; wahvscheiMch außerdem -noch Ruhrgwiet-Berlin, Berlin—KeWg, Berlinebenfalls sämtlich werktäglich; bis -nr Bereifung der Elbestrecke der WafsevlnMenst Mona-Hamburg-Magdeibnrg^-DveSden wevWglich, nach Bereifung der Ostsee Gt^olm-HeR^ Auch die Nachtluftpoiststrecke VeMn—^mä-iKopenKagen wich dis zum 1. Dezember Acker gejliogett. Wien, 18. Ssptencker. * Verlobung. FrärMn Ken« GenLell, die guketzt an %t Geyer-Bühnen töfcfo war, hat sich «ck Herrn Adolf /B«andw einer. Gesellschafter de-r Firma S. Bvandweiner % SAhne, vEbt. * Prof. Wlllstiitter Ehrendoktor des Züricher Technikums. Pros. Dr. Richard Willst ölt er, der infolge des antb iemitbschen Kurses im Lchrwrper der Münchner Universität auf seinen Posten als Lehrer der Chemie in München verzichtet hat, hat von der Technischen Hochschule in Zürich die Wurde eines Ghvenhaktors der technischen Wissenschaften er». ' hatten. * Simmviterkurse der Rettungsgesellschaft. Am Sonntag de« 4. Oktober, um 6 Wr vormittag, bsginnt ht der SamaMevschule der RMngSMeUchasi, 3. Bez.. Radetzkyjstvaße 1, der Vamavib^rs Nr. 381 für Männer aller Stande. Derselbe wird an acht acheinanderfolgenden Sonnbasen von 9 Vis 11 Uhr fortgesetzt. Am Dienstag den tz. Oktober beginnt daselbst der Samariterttws Nr. 362 für Frauen und Mädchen, der an Mm Dienstag und Freitag von 8 bis 7 Uhr abends abgchal-ten werden wird. BormeMngm für diese beiden Samartterlurse, die nur perßönsich vorgenommen werden sollen, werden in der Zentval- Äjtei dar RettunWesellschast, 3. Beg., RvdeMtraße 1, 1. Stock, zwischen 19 und 1 Uhr und 3 nnd 6 Uhr entgsgengenommen. * Das Weiter. Gestern gab eS enMch einmal einen schönen SpAsommertag mit einer MttagKtempevatur von A Grad. Nachmittags trat wieder Bewölkung ein und spät ahendS begann ein leichter Regen. Die Boraussage meldet: Noedalpen föhnig, etwas wärmer; Südaüpen leichte Trübung, wärmer. * Die Lebensmitielmärkte. Die Fleffchimpovte in der GrotzmartthaLe beliefen sich gestern aus 27 Waggons verschiedener Herkunft im Gewichte von 179 Tonnen. Trotz wesentlich gesteigerten Angebotes konnten sich die Preise angesichts der regen KacherbetÄligung auf dem vortägigen Stand vchaltm. Aus dem Naschmarkte beginnen die Gärtneramiefevungen der IchveStzeit entsprechend abzunchmen. Mit Ausnahme von Paradeisern, Zwiebeln und PMugen, namentlich letztere, die mäßig im Preise augezagen haben, zeigten alle anderen GemiMo-vten kein« Preisveränderuugm. Ans dem Obstmarkte verfolgen die Preise von bosnischen ^Zwetschken weiter die auMgende Richtung, Weintrauben sind gang vernachlässigt. * Hübners Kmfickonrestaurant. Wegen Rsgievermindemng wurhen die Preise im Wiener Restaurant um 26 bis 80 Prozent herabgesetzt. Im französischen Restaurant KvMvt. Nachmittags Fünlsuhvtee. * FAschung jugoslawischer Anleiheobligationen. Wie die Grazer Blätter melden, wurde hier über Ersuchen der Marburger Polizei bei Leopold und Anton Kunschke eine Hausdurchsuchung Vovgenommen, wobei ein« lithographische Maschine sowie tausend FaWkate der Obligationen si'rr die' jugoslawische Kriegsanleihe beschlagnahmt wurden. Zweitausend solcher Falsifikate waren in Bölgrad entdeckt tvovden. Weaen WewrMng dieser Falsifikate ist in CM ein gewisser Rotel vechaftet worden. * Abhanden gekommene Wechsel. In der Zeit vom 14. bis 17. d. find dem Kleidechändler Smnuel Schacht er, MMinaer Hauptstraße 26, Ävei ausgefriUe Wechsel auf je 4899 Schilling, zahlbar am 3. November und 16. Dezember d. I. aus unerklärltche Weiße Abhanden gclkommen. * 13. Atewoichische Klassenlotterie. Bei der gestern abgehaltene» Ziehung der IV. Klasse gewannen: 50.000 S. das Los Nr. 65.637; 20WOO S. das LoS Nr. 66.878; 10.000 S. das Los Nr. @8.878;. je 8000 S. die Lose Nr. 31.324, 84.662; je 2000 Schilling die Lose Nr. 3378, 21.189, 30.771. 82.168 und 86.168; je 1000 S. die Lose Nr. 1215, 10.094, 36.788, 37.648, 42.548 55.378, 57.542. 60.064, 82.657 und 98.446; je 600 S. die Lose Nr. 5777, 14.740, 18.637,18.777. 28.049, 34.833, 34.637,34.901. 39.860, 89.682, 40.094, 41.771, 58.278, 59.860, 60.224, 61 346, 72.588, 76.189, 96688 und 99.183. Außerdem wurden 2460 Gewinne zwischen 400 und 130 S. ausgelost. * Innerhalb acht Wochen drei Haupttreffer gewonnen. Bei der gestrigen Ziehung der Klvssenlotterie wurde aibevmals der Hauyttretffer, und zwar diesmal von 50.000 Schilling leine halbe Milliarde Kronen) mit dem vom Bankhaus Schechammer u. Schaltera, Wien, 1. Bez., StePhanSplatz 11, verlausten Los Nr. 36.087 gewonnen. Originell ist es, daß binnen acht Wochen schon das dritte Mal der erste Hauptreffer aus ein Schelhammer-Los entfiel. * Seltsame Ursache einer Eisenbahnkatastrophe. Ans dem Bahnhos von Le uze in Belgien ereignete sich Mittwoch ein schwerer Eilsenbahnunsall aus merkwürdiger Ursache. Ein Reisender öffnete vor dem Anhalten des Zuges die Türe eines Abteils, die dom Weichensteller an den Kops flog. Dieser ließ vor Schmerz, den Weiche.ichckel los, was eine Entgleisung der letzten Wagen zur Folge hatte. Zwei Reisende wurden getötet, zchn schwer verletzt. * Das abenteuerlustige Schulmädchen und der Zirknsarttst. Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: Die Schülerin Edith C. war sett dem 11. d. aus ihrer elterlichen Wohnung verschwunden. Durch eine ihrer Mitschülerinnen erfuhr mm die besorgte Mutter, daß sich das Mädchen wiederholt geäußert habe, bei «totem Zimts Artistin zu werden und bereits mit einem Artisten des ZtÄus Gautier, welcher tot Ebenfurch gastierte und den sie häuslg besuchte, in Untechaudluugen gestanden fit. Ms nun dieser Zirkus am 12. d. hm zu einem kurzen Gastspiel Mras. ließ die Mutter nachforschen und das Mädchen wurde tatsächlich in der Wohnung des Artisten Friedrich Escherich angetroffen. Dieser bestritt entschieden jede EntsührungsaWcht und will auch lveiter mit dem Mädchen nichts zu tun gehabt halben. Gegen den Artisten wurde die Arrzeige eOatiet. '* Me Synaaogeneinbrüche in Berlin. Nachdem erst vor wenigen Dagen in drei Berliner Synagogen, Eiubrilche verW wurden, wurden gestern ueueÄich zwei Synagogen von Einbrechern beiuWuM. Es tMvde eine AnzM silberner Geräte gestchhen. m MM Mme« w$ßWk Mitteilungen aus dem Publikum. kNI-NKIINUI. für die feine Schuhpflege Wr,«Neo*iödter chem, Induitrie A.»a, Wien,!., Parkrln* 4 Vertreter lm Auclaade getuebt I 102a MODENPAIAIS “j JULIUS KRUPNIK VII, Kaiserstraße 7 7 7—7 75 bleibt morgtn Samstag den ganzen Tag geschlossen Bühne und Kunst. „2et UllidÄreis." lNckmund-Theater.) Die Me Dscha>n>g-Haitang geriet aus der Bühne des NaimMd-Theaters unverzüglich in den Kreis der Bodenwieser-Schülertomen. Die tanzende Schar verließ das liebe Geschöpf nicht mehr. Abgehärtet durch die dichterische Geävbeituug von Klabund hat die chinesische Dulderin auch dies ertragen. Die singenden und rhythmisch hchchwingten TauHschulmädchen führten sie ins Freudenhaus des Kupplers Dong, dem sie sich veMljft, um ihre arme Mutter zu ernähren. Geschä>ft-ig trug die Klasse Bodenwiaser Kulissen herbei, zag an roten Bändern aus dom Schnürboden bunte Bersatzstücke aus die Bühne herab und entsemte Bochängv, hinter denen uackte Mädchen lebende Bilder stellten. Als die zarte Mädchenknospe aus dom Freudenhaus weg an den Mandarin Ma devkaufi wurde, ga>ben sie chvom Bedauert stummen und doch allzu beredten Ausdruck und machten, ohne eine Einladung abzuwarten, ine Uebevsiedtotirg in den Palast der Mandarinen mit. Dortselbst betanzten sie eingchend das unerwartete EhoMck samt den Muttersreuden ihres Schützlings und begleiteten hinwiederum die Intrige, welche des Mandarinen erste Gattin gogen die Nebeübuhlerin spann, reichlich mtt mimischem Entsetzen. Bei Gericht — die arme Dschang-Haitang wird Mchlich der Kindevunterschiobung nnd des Gattemnordos gezichen nnd von einem 'bestochenen Richter zum Dode verurteilt — sind die Bodenwiese-rinnen auch dabei und gÄelten die Heldin durch eine Winterlandschafi, die sie vorerst tänzelnd herboitrugen, zum Richtplatz. Dann kommt die EÄösulrg der Geprüften durch die. Liebe. Der Kaiser erkennt die Unschuld des reinen Weibes an einem salomonischen Gericht und findet in ihr die Geliebte seimr Jugend wieder. Diese freudige Ereigmng läßt sich natürlich daS Dutzend jurrger Damen nicht entgchen. Ein mehrstvophiges Tanggedicht betschließt den Wend."Aus zahlreichen Podien, chinesisch ausgemacht und inemandergvschachtelt, ging daS droistürrdige halsbrecherische DMZtvergltügen (Schule Bodenwieser) vor sich. Gottlob ohne die kleinste Fuß-Verstauchung. * Auch Schauspieler wirkten mit. Herr Forest als Mandarin ist zu rühmen. Er vollzog den Wandel vom barbarischen Weibergenießer zunr lie'benden Gatten mit großer Gestalit-ungskünst. Sonnik-Rain er in der Haputvolle fiel nicht sonderlich aus. Das chinesische Kind hat viel Inniges zu sagen. Die neue Schauspielerin nahm unser willig Ohr und Ange gleichwchl nicht gefangen. Vielleicht trägt die üppige Arls-- machung des VÄkstsPieles schuld, die von der Hauptgestalt ablenA. Warterr wir ihre weitereir Bühnentateu ab. AuÄgezeichnet Hans Rhoderrberg in der Rolle des Rebellen, den Klabund, der Bearbeiter, bolschewikisch rnoderniistertc, charakteristisch Herr Varndal als abgeiseimter Gauner, fein Herr Feldhamm er als Prinz (nur unerfindlich, warum er zwischen je zwei Worte je einen Gedankenstrich legt), nratt Else Bass ermann als Gattin, hingegen wirklich poet-isch der Poet des neuen, anscheinend sehr begalbten Herrn Ung er. Die zunächst besprochene, weil de-n Abend ^herrschende Boderrwiöser-ProdMio-n ist der Haupttrunrpf der Jirszenierung des Werkes durch Karlheinz Martin. Roch bunter, schreiender, siniivevwirrender als Wedekinds „Franziska" (die doch wenigstens einen veritablen Variete- und T-anzdielenakt, überdies ein Theater aus den: Theater enthält) hat er dieses schlichte chinesische Volksmärchen an-fgenracht. Ich beuge mich vorder ernsten hin-gebende-n Arbeit, die zu leisten ist, bevor ei-ne solche Premiere zustande komnrt. Und ich überseihe n'icht, daß einige Szenen (insbesondere die Passionswandernng >der Ver- > urteilten^durch die Winterlandsd>aft) außerordentlich gelangen. Aber die Uimkreurpelnng eines VoKssPieles in eine lärmende chinchische Revue, irr eine Schaustellung amt Nackttängen und Gliedevverrenkungen, nrit Vorführung von Mänuernabeln und Frauenbusen aus bemalter Pappe scheiut mir ein Mßbrauch zu sein. Es geschah ja doch nicht ausschließlich aus künstlerischen Motiven, sondern auch ein wenig ton Hiüblick aus den zu erwartenden günstilgen Kasseurapport. Das PuAiAm amüsierte sich wie >bei Rouacher und lspendete starken Beisall. Otto Ab el es. Aus dm Aeatem. Burgtheater. Morgen, Vs® Uhr, „D e r R i chter v o» Zalamea". Akademtetheater. Morgen. V-8 Uhr abends, „Die Karawane". O v e r n 1 h e a t e r. Morgen, 7 Uhr, „C a r n e v a l", „K lein Idar B lum en", „I o s e f 8l e g end e". Redoutensaal. Morgen, Hz8 Uhr, neu inszeniert, „Di e E ntführun g au8 d em S erail". Deutiche 8 V o l k 8 r h e a r e r. Morgen, */,8 Uhr, deutsche Uroussührung von Franz Molnars Lustspiel „D o r gläserne Pantoffel". Sonntag, 3 Uhr nachmittags, as weite Land". Ny landbühne. Heute, 8 Uhr, Erstaufführ u n a von „F r a n e e 8 c a" von Benno Bigny. R e n a i s s a n e e b ü h n e- Ab heute beginnen die Abendvorstellungen um 8 Uhr. Johann-Strantz-Ausstelluna der Stadt Men. Anläßlich der in den Räumen des Historischen Museums zum hundert' sten Geburtstag Johann Strauße (25. Oktober IM) veranstalteten Gedächtnisausstellung der Stadt Wien werden.alle Besitzer von Lannerun.4 Strauß-Erinnerungen eingeladen, das Mterial -der Ausstellmtg durch Leihgaben zu bereichern. Selbstlverständlich übernimmt die Stadt Wien jegliche Haftung für die zur Ver« filgnng gestellten Objekte. Die Drrmion der.Städtischen Sammlungen befindet sich im Neuen Rachaus, 4. Stiege, 1. Stock. Zweite Deuischlcurdsreise der Philharmoniker. Aars Grund der außerordentlichen EMae, welche die Wisner Phil- . havmon'iker anläßlich ihrer diesjährigen Deutschllands.reiise erzielten. ist an die Wiener Künstler die chrenvotte Einladung zu einer äbevmal'igon deutschM Mnzevtschrt ton Sommer IW ergcnrgen. _ Radioprogramm. . Heute Freitag den 18. September. 16 Uhr 10 Win. bis 18 Uhr: Nachmittagskonzert. Nordtiche Meister. 18 Ubr 90 Mm. ots 19 Uhr 20 Min.: Aus Heinrich Laubes Theatererinnerungen. I. „Vom Burgtheater". Gesprochen von Theodor Weiß. — 20 Uhr: Populäres Orchesterkonzert der Kapelle A. W. Gang!- Lerger. __ SerichtsW. Die Sommerwohnung kein Luxus. Dem Grasen Rudolf BawarowsLi in Wien wurde für seine Villa am Semmering die für LuMswohnungen vorgeschriebene dreiiache MietKnssteuer vorgelschrie'ben, weil diese Villa sich mit Rücksicht aus ihre äußere Md innere Ausstattung als Luxusgebäude oaHelle, was von zwei einvernomimnen Auskunftspersonen bestätigt worden sei. UÄer die dagegen vom Grasen Bawarowskr einge!brachbe Beschwerde sano vor dem Verwaltungs- Mrichtshvf unter Vorsitz des VizeprDdenten Henny die Vechanvlung statt. Der Büschwerdevertreter bestritt den Luxuscharakter diejler V>illa, die bloß gut ärgerlich eingerichtet und für eine siebenWpfM FamAe bestimmt sei. Die Villa werde nicht nur vorübergehend, sondern so lange es die Witterung erlaubt, bewohnt.' Der VerwcMunasgerichtshos, gab der Beschwerde Folge und hob die angesochtene Entscheidung wegen mangelhasten Verfahrens aus,. In der Beigvündnng hob der Borisitzende hervor, das Bezichen einer Sommer^ Wohnung könne dermalen nicht mehr als Luxus angesehen Werden, ebensowenig könne die regelmäßige Benützurrg während des Sommers als eine bloß vorübergehende angöschen werden. Auch die große Anzahl der Wohnraume sei, wenn die Zahl der Bewohner außer acht gelassen wird, an und sür sich noch kein Luxus. „Es wird gebeten, die Zettschrift an Jugendliche nicht ab» zugeben." Bor dem Schwurgericht unter Vorsitz des Ober- . landesgerichtsrates Dr. Os io hatte sich geistern der verantwortliche Redakteur des Mattes „Adam und Eva", Ioiws Karl Schlegel, wegen Vergehens gegen die öffentliche Sittlichkeit zu verantworten. Ansangs Juni 1924 evsMear die rllustrierte Wochenschrift für LchenÄultur und Ewtil „Adam und Eva". Als Eigentümer und Herausgeber der Zeitung war ein gewisser Artur Kraus ängSführt, dessen Anfenchaltsort bisher nicht ausgeforscht werden konnte. Cheifredaikteur und verantivortlicher Schriftleiter war Josef Karl Schlegel. Die Anklageschrift Ährte aus, daß die Zeiffchrifi nur daraus bedacht war, Siunlichleit auch bei Jugendlichen zu erregen. Obwch'l der Vermerk: „Es wird gelbeten, die Zeitschrift an Iugendlrche nicht äbzugMn!" darauf stand. Gerade deshalb wurde sie von IugeMichen stark gelesen. Die Geschwornen beantworteten die ihnen vorgelegte Frage aus das Vergehen gegen die Sittlichkeit -mit neun Stimmen Ja und drei Stimmen Netor., Der GerichtÄM verurteilte den Angeklagten Schlegel bedingt mit einer dreijährigen Bewährungsfrist „ zu einem Monat. strengen Arrests und erkannte aus den Verfall ö-ct in Rede stehenden Nummern und aus Vernichtung der diesbezüglichelr Platten. Hasardspiel in Baden. Aus Bade n bei Wien wird, uns berichtet: In einer mehrstündigen Verhandlung beschäftigte sich gestern Landesgerichtsrat Dr. O rast ein mit einer Anklage wegen Hasardspieles.' Im Sommer vorigen Jahres wurde ton Cafe Schöps ganz öffentlich ein neuartiiges Hasaridipiel mit Einsätzen von einem bis zu zehn Schiltong betrieben. Es war eine ’ Art Roullettetisch ausgestellt, aus, dem nach achtzehn Nummern ein Ball getrieben wurde. Auf jede getrosfene Nuurmer entfiel ein felstgesetzter Gewinri. Angeklagt waren wegen Dnldung des Spieles der Besitzer des Ka ffee- Haches, Gustav Schnitzler, der Unternchmer des Sweles, der Reali'täteuagent Heinrich Leiser, der Kaufmann SWmnnd Goldberger, I. Ujhazy, der Croupier Rudoff Eisinger, ein Baron Van der Borch,, gegen den das Berfahren ansgeschieden war, und die Kassierin Marie l i n g e r. Leiser verantwortete sich dahin, daß das Ballspiel ausdrücklich die Genehmigung der Landesbehorde und der übrigen Bchörden erlangt habe. Bürgermeister^ Kollnr a ir u habe ihm nach erfolgter Anzeige das Halten des Spioles erlaubt rmd ihnr versichert, daß die OrtspolWi nicht intervenieren werde. Die Gemeinde habe von den EMk nahmen des Spieles 25 Prozent erhalten. Der Beschuldigte legte Beistütignngen vor, loonach die Geimeinde m zehn Tagen e'ls Millionen erhalten habe. Die Gemeinde habe auch ständig eine Auffichtsperlson im Spielsaal gehabt. Außer der 26prozentigen Abgabe habe er separat suns Millionen Kronen sür den Seipel-Fonds ach ausldrucklichen Wunsch der Gemeinde gespendet. Eisinger gab an, , daß die Spielnnternehnluug aus den Erträgnissen des Spieles Steuern zahlte und dies der„Steuerbchorde bekannt war. Bürgermeister K oll mann erklärt in seiner Zeugenaussage, daß'er das Ballspiel für kein Hasardspiel hielt, aber vevanlaßte, daß eine Eingabe an die Staatsarrwaltschaft gemacht wurde. Da diese unerledigt blick, habe er zugestinrmt, daß das Spiel beginnen dürfe. Die Angcklagte Fellmger erklärte, daß sie lediglich den Kassendienst versehet, habe. Der AlligMagte Schnitzer sagte, er habe kein Bedenken gchabt, da alle Behörden das Spiel bewilligt hätten. Nach durchgeführtenr Boweisvenfcchren verurteilte der Richter den Angeklagten Heinrich Leiser zu zehn Tagen strengen Arrests und zu einer GoWrase von acht Millionen Kronen, den- Angeklagten Siogmurw Goldberger zu acht Mafien streu ge n Arrests und einer Geldstrafe von sechs Mill i o n e n, den Angeklagten Rudolf E i s i n >g e r zu, d r e i Tagen strengen Arrests und zu einer Geldstrafe von e i n'e r M i l l i o n, den Calfetier Mfftav Schnitzler,zu fünf Tagen strengen Arrests und einer Million Geldstrafe. Die Mitangeklagte Marie Fellinger wurde f r e i g >e s p r o ch e n. Sämtliche Strafen wurden b edingl unter Eimünmung einer zw einährigen Bew ährungssrist aMgesprochen,