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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-17 · Heft 2361 (17.9.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2361 (17.9.1925)
Date
1925-09-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2961 Wien, ©wrner$to# Litauen während der ganzen Zeit , befunden hat, haben die Kuben von Litauen weit mehr als ein Prozent der gesamten Einnahmen der Fonds betgetragen. Gewiß ist diese Erscheinung in der Gech.chie des litauischenJudentums überhaupt begründet, aber ebenso sicher ist, daß die natio-' nale Autonomie die zionistische Energie nicht nur nicht geschwächt, sondern im Gegenteil den natlonai-en Rahmen geschaffen hat, dem sich die zionistische Idee bei uns völlig angepaßt hat und die schon in ganz kurzer Zeit das leitende Motiv des jüdischen Lebens geworden ist. Auf Grund all dessen können wir sagen, daß, wenngleich auch andere jüdische Parteien das Losungswort von der nationalen Autonomie ausga-ben, die Hauptarbeit auf diesenr Gebiete die-Zionisten leisteten, denn die nationale Autonomie ist rin Teil der Zionistischen Organisation. Austritte aas dem Zndeutllm. P o r d e S Paula, peb. 26. September 1894, Wien, Privat* Seamtin. 2. Bez., Cbcie Toriauftiaße i2/2l. «Steiner Adele, geb. 24. FeLinar 19( 0, Wien. 19. Bez., Linnöplatz 3. Markst e t n Siepfiieb, geb. 5. Februar 1580, Wi n. 16 Bez., Herbststraße 30 Itdittn Egon, geb. 5. April 1897, Nowosielka, H. S3e^ Horn«-goss 23. Iok 1 Svw. l^eb. .7. 3)1«* 1900, Wien. p. Bcz., Schute tgasie 16/9. L u r i e Karl, peb ^8 Avril 1 86, Nimbur,', 9. B.z. Lncktersteiiisttaße 3 . L e v r E d nie. «b. 11. Dezember 1899, Setnbtr«, 9., G a'ergosse 16/1 i. W o! c n ft c t n Alfred, geb 16. v Srz >89b, Wien. 9. Bez., Por.ellangasie 49 s G a 8 Liuno, geb. 23. Jänner 1844, Wien. 9 Bez., Leegaß e 26/16. Fm redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes L gekennzeichnet. Wien, 17. September. * Wiener Internationale Hochschnlkurse. Progranim für heute: Vormittags 11 Uhr 90 Min. bis 1 Uhr, Ka inz /Wien): LaS iunge Deutschland und die r eudenzdicktung di. nachmittag von 3 bis b Uhr. Besuch der BundeSerztebungsanftalt im 13. Bezirk Treffpunkt: '/, Uhr in der Aula der Universität. 5 Uhr 90 Min. bis 7 Uhr: P e t e r s e n (Berlin): Da» Theater des Mittelalters Mit Lichtbildern). 6 Uhr 1b Min. bis 7 Wir: Tuqendh at (Wien-Lonoon): Der Einfluß der öffentlicheu Meinung in England auf die Finanzierung der Industrien. (I). < Uhr 15 Min bis 8 Uhr: Will c o x iNetv-Aork): American Race Problems <lb. 8 Uhr »5 Min. bis 9 Uhr: T a w n e y (London-: The Evolution of Socialism and che Labour Party in Engla d (!!'. * Das Wetter. Die Bawölkmtg hat in: allgemeinen abgenommen. Die Temperaturen sind sehr niedrig. die Nacht ist -kalt. Die Voraussage meldet: Wenig verändert^ wahrichernlim etwas wärmer. . * Touristenunglück aus dem Ortler. Zwei reichsdoutsche Aerzte wollten am 14. d. die Ortlerspitze von der Peherchutte aus besteigen. Als geübte Touristen gingen sie ohne Führer nnd gerieten in einen Schneasturm. Auf dem halben Wege land man den einen von ihnen, Dr. Liebenstein, bereits tw auf. Sein Begleiter, Dr. Laubenberg, wunde in erschöpftem Zustande nach Trasoi gebracht. ,..^^/ Bter Personen bei einer Autofahrt in der Schweiz tödlich verunglückte Gestern nachmittags ereignete sich auf der Furkastraße unterhalb des Hobels Belvedere am Rhonegletscher ein schweres Autounglück. Cm mit fünf Personen be- 'letzter Kraftwagen aus Chn r, der über die Obevatp gekommen war, stürzte etwa 100 Meder tief ab, worauf das Fahn eug auf der unteren Straße zerschmettert liegen blich. Bon den Insaffen konnte mr Dr. Lichtenhahn aus Arofa nechtzemg abspringen, so daß er unverletzt blieb, während die übrigen Inlassen, Frau Dr. L i ch t« n h a h n. Hcrr und Frau Dr. Grob aus Chur und Dr. Plattner, Äenfalls aus Chur, in die Tiefe stürzten und sofort toi waren. Dr. Lichtenhahn fuhr in einem Automobil nach Gletsch. um Hilfe zu holen Der auS Andermatt herbeigevusene Militärarzt konnte jedoch nur noch den Tod der Bcrunglitckten seststellen. * Der „AHSzkower Rebbe" gestorben. Dieser Tage ist in Wvigkow. wie I. T. A. meldet, der berühmte RE Zevi Arje Gelbard, dessen Anhänger in ganz Polen nach vielen Tausenden zahlen, einem Herzschlag erlegen. Der Verstorbene genoß einen Ruf als großer Talmudist und Gelehrter. Zu der Bestattung trafen zahlreich« Ghassidim aus Warschau und auS vielen anderen Städten ein. In der Stadt waren alle Laden geschloffen. * Die Affäre des Wnnderrabbi von Olasz-Aszka. Der Oberrabblner von Olasz-Liszka im Kvmitat Zemplen, Friedlander, der unter dem Verdacht «der BanknotenM-- schnng verhaftet worden war, wurde gestern von der Staatsanwaltschaft in Debreczin gegen eine Kaution von 600 Millionen ans freien Fuß gefetzt. * Eine Wienerin aus Klausenburg durchgegaugen. Nach einer Anzeige, die die InlerkontinLNtale A.-G. für Transport und Verkehrswesen^ 4. Bez., Argenttnievstraße 29, im Sicherheitsburean erstattet hat, ist die Prokuren ihrer Filiale in Klausenburg (Cluj), Lea First ik, nach Unterschlagung von 230.060 8er zum Nachtdl der Gesellschaft durchgegaugen. Die Fluchtige heißt eigentlich Lerpoldine Fnsttt, ist in Wien geboren, 91 Jahre alt und unförmlich dick. * Ei» vermißter Lehrling.. Der 16jährige Zuckerbäckerlehrling Karl Feh ringer wird seit dent 12. Juni d. I. unter eigenartigen Umständen vermißt. Er war bei einem Konditor in der Glasauerstraße bedienstct und wurde am 12. Juni mit zwei Kartons Bäckereien in die Stadt liefern geschickt. Zuletzt wurde er von einem Straßenbahnkontrollor weinend g.ischen. Aus die Frage, warum er weine, sagte der Knabe, daß ihm sein Karton und das Geld gestrhlen wurde. Micher fehlt von ihm jede Spur. * Die Selbstmörder. Der 54jährige Straßenbahner Franz Pany hat sich mit Leuchtgas vergiftet. Dieser Tage ist seine Gattin gestorben, wobei der Verdacht eines verbotenen Eingrisses und die Schuld des Mannes geäußert wurde. Pany durfte aus Kränkung darüber in den Tod g.gangen sein. — Der 62;ahrige.Hausdiener Lukas Redl wurde am Sonntag abends von seiner Frau an einem im Türstock eingeschlagenen Nagel erhängt aufgesuudLN. * Vom Keren Kasemeth. Die Leerung der Keren-Kafenreth-Büchsen m ganz Oesterreich findet m der Zeit vom 21. bis 29. September statt. Sämtliche Muarbeuer sind mit einer Legitimation des Keren Kasemeth versehen und stellen über den vorgefund.nen Btt rag ein« fortlaufend numerierte Quittung ans. Beträge über 6 Schilling werden in der Montaguummer der,,Wiener Morgeiizttinng" namentlich a-uAgttviosen. Alle Büchseninhaber, deren Büchsen seit mehr als drei Monaten nicht geleert wurden, werden .ersucht, dies der Ke reu- Kajemeth-Sammelstelle entweder schriftlich oder telephmrisch. (Nr. 77*4-85 — 774=86) bttanntzugeben. * Hübners Kursalonrcstamant. Wegen Regüevermindemng wunden die Preise int Wiener Restaurant unt 85 Sitz Wiener Morgenzeitung t- ■[■kü Kochet Backet Braiet nur mit dem altbekannten KUNEROL Kunerol ist 100% reines Fett aus Kokosnüssen und wird unter streng ritueller Aufsicht Sr. Ehrwerden des Herrn OoerrabbinersS. B. Ehrenfeld, Mattersburg, heigestellt Es sollte in keinem Haushalte fehlen! KUNEROLWERKE A.-G., WIEN 30 Prozent herabgesetzt. Im fra-nzösischen Restaurant Koryert. NadMittags Fünfuyrtee. * Er kann keine Schlamperei leiden. Der amtliche Funktionär für Kanalisationswesen in Flemington, N. I. (Berelntzte Staaten), erläßt folgende kräftige Kundinachung: „Bon Zeit m Zeit hübe ich die Beivohner der Stadt bezüglich der Abfälle attvarnt, die in die Ab.zui7«skanale geworfen werden. Alte Klemer, Haare, Stosfabfalle usw. kommen fortgesetzt durch die AbflußtaMe . . . Mährend der letzten sechs Monate sind sogar zwei Leichen Neugeborener durchgeschwemmt worden. Es ist an der Zeit, daß oiefem Zustand ein Ende bereitet wird, wenn wir nicht eines Tages eine Kanalverstopfung hüben wollen, die unter Umständen eine ganz neue Kanaliskrung unter großen Ausgaben zur Folge haben ikann." Es sind energische Worte, aber sie entspringen einer f snnden Leoensanschauung und einem sehr^ ausgebildeten inn für Ordnung und Oekonomie. Keine Küchenabsälle in di« Leitung werfen, k.nne Kinder in den Kanal stecken, denn darunter leidet die Kanalisation! E (Teppiche, selten so billig!) Vorhänge, Decken. Günstige Gelegenheit. Orendi, 1. Bez., Fleischmarkt 1. * Ein jüdischer Handwerkerkongretz in Polen. Am 6. und 7. Oktober findet in Warschau ein Kongreß der Mischen Handwerker Polens statt. * Von Menschenschmugglern ermordet. Aus Riga mttd«t I. T. A.: Am 10. September wurden die beiden aus Leningrad stammenden Juden Finger uud Flen an der russtsch-lettländischen Grenze aus lettländifchem Territorium ermordet aüfgefunden. Sie..versuchten« mit Hilse von Schmugglern die Grenze zu überschreiten, wunden aber von diesen ermordst.und beraubt. * Ranbüberfall im Osträuer Revier. Aus Mährisch- Ostrau wird gemeldet: Gestern um 7 Uhr abends überfielen vier maskierte Räuber ans dem Wege von Peters.wald noch Orlau den Postwaaen. Mit Revolvern zwangen sie den Kutscher, anzuhalten und ihnen die Schlüssel auszuliefern. Die Männer raubten aus dem Wagen 88.000 Kronen m barem und PMendungen, worauf sie in der Finstevn'is gegen Schumbarg verschwanden. Die.bisherigen Nachforschungen bWben ergebnislos. * Kem Geld für das Stinnes-Mansoleum. Bekanntlfch hat der Kvlüner Architekt Franz Brantzky im Aufträge der FamMe Stinnes ein Mausoleum für Hugo Stinnes entwovien, dessen Baukosten rund zwei Millionen Mark erfordern würden. Mit der Ansfühvung >des Entwurfes ist angesichts des Zusammenbruches im Stinnes-Konizern natürlich nicht zu rechnen. Das Mausoleum ist als riesiger KuppÄbau gedacht, dessen Außenwände von 27 massigen Säulen getragen werden. Vor dem Bauwerk sind drei ülbereinaudergttager'te Teiche mit Wasscrspielen. Fontänen und Parkanlagen vorgesehen DaS ganze Bauwerk ist m der Art des Invakidendomes in Paris gedacht. Das Mausoileium, dessen Knppolbau aus gewaltigen Steinquadern errichtet werden sollte. )var zugleich auch als Grabstätte für die Angehörigen Hu>go Stinnes' gedacht. * Riesendesizit in Wembleh. Aus London wird ielegrapl)iert: In der letzten Komileesift^ng von Wembley wurde festgestellt, oaß das Deiftzit der Altsstellnng, die in den nächsten Taöfin geschlossen wird, gegen 3 Millionen' Pfund S'erling (gegen 500 Millionen tschech. K.) beträgt. Als eine der Hauptursachen des finanziellen Mißerfolges wurde die mißliche wirtschaftliche Lage in den KouimentaVstaaten bezeichnet, die es nur wenigen Angeihörigen die er Länder gestattet hätte, die britische Reichsausstellnng zu besuchen. Das Defizit wird von dem aus mchreren angesehenen Finanz- und Jndustrieleutsn bestehenden Garantiesyytdrkat gedeckt werden, nachdem die Regievung jeden weiteren Zuschuß verweigert hat. * Die bezahlte Rückantwort. As Caillaux mit Churchill wegen der Schittidensvage vechandrlte und die' armen Journalisten gar nich's zu evsahron bekamen, womit sie die Neugierde der Zeit'nngsleser befriedigen knmtten, kam einer auf den Gedanken, ein T^'egramm an den alten Clemonceau zu schicken und ihn um feine Ansicht über Caillaux zu fragen. Clemenooan und Caillaux sind bekanntlich Todfeinde und es wäre nicht uninteressant gewssen, die Ansicht des „Tigers" zu vorn'chmm, um so . mehr als dieser sich seit seinem Rücktritt von der Politik in hartnqckiges Stillschweigen hüllt und um keinen Preis mit sioinen Ansichten an die Oeffentlichkeit tkitt. Ms er das TelegraMN erhielt, war sein erster Impuls, es aar nicht zu beaniüvorten, und in den iPapierkorb zu werfen. Aber die RückaiMvort tvar bezahlt und so antwortete Clemencean, um der Post nichts schenken zu uiüssvn, folgendermaßen: „Meine Ansicht gcht dahin, daß der Talagrapil) eine sehr bequenve Cufilldung ist für zudringliche I-ournailisten. Denn dadurch ersparen sie sich, daß man ihnen die Türe weist." Die Antwort war nicht die. welche die Pressevertreter erwartet hatten. Aber w-er die Geschichte vernahm, hat doch seinen Spaß daran gehäbt. ___™_ Nadiovrograrnm. Heute Donnerstag den 17. September. 11 lU)r bis 12 Uhr 50 Minuten: VonmliagSnnisit. -- Uhr 1» Mm. bis 17 Uhr: NachmtttagSkottzert. — V llljr 10 M it. bis 18 Uhr Aus Heinrich SetdlS Märchen. Glfvrochen von Dora Miklosich - 18 Uhr 80 Min.: Fachkonsistent Joe Reihberaer: Die volkswitt'üiaftliche ^Ldentnng der Aeingartenbewegung. — 20 Uhr r Orchefterkonrert des Wr. Symphonieorcheuers unter Leitung von Dr. Luowtg Kaiser. (.Ludwig von Beethoven). 17. Septsmiber IMS Seite b Leo Fall gestorben. Gestern.ist Leo Fall, einer der erfolgreichsten modernen Wiener Lperetten'komponisten, nach kurzem Krankenlager von einem unhei>lbaren Krebsleiden durch den Tod erlöst worden. Der Patient wußte nicht, wie schwer seine Krankheit, ist und hat noch am Abend, vor seinem Tode von Znkunflsplänen gesprochen. Er hatte keinen schweren Todeskampf zu bestehen, schlummerte sanft hinüber. Fall wurde als Sohn des Militärkapellmeisters Moritz Fall, am 2. Februar 1874 zu Olmütz geboren, genoß seine musikalische Ausbildung in Wien und wurde mit 19 Jahren Kapellmeister in Hamburg. Er trat dann als Sologeiger in das Orchester des Berliner Metropolttantheaters ein und schrieb zunächst. Mi Opern „Paroli" und „Das Irrlicht", die beide ausgeführt wurden, aber keinen Erfolg hatten. Dann begann er Operetten zu schreiben , und stieg rasch empor. Mehr als zwanzig Operetten hm er geschaffen und einige von ihnen, insbesondere „Die Dollar- Prinzessin", „Der fidele Bauer", „Die geschiedene Frau", „Der liebe Augustin", hatten einen Dvlterfolg. Seine engeren Freunde ri'chmen dem. Verewigten ausgezeichnete menschliche Eigenschasien nach. Fall hmterläßt eine kinderlose Witwe,' die Tochter des MusiVverlegers Jadassahn, mit der er in glücklichster Ehe verbunden war. .ver Mann, da« A« und die Lngrnd." Renaiffaneebvhne. Dieser neueste Pirandello könnte „Die spanische Fliege" heißen und von Glinger u. Tanssig sein Nach einigen überflüssigen und gequälten Expositionsszenen (die keine sind) spielt sich — meine Verehrten — folgende Handlung ab: Der Professor hat was mit der Seemannsfrau. Es zeigen sich die ersten, untrüglichen Folgen. Der Seemann kehr: heim und muß — damit er später als Vater gelten, kann — zur Erfüllung der ehelichen Pflicht gebrach: werden, die er schön lange und konsequent vernachlässigt, weil er. anderswo reichliche Liebesfreuden genießt. Man reicht ihm eine mit „anregenden" Mitteln versetzte Süßigkeit, die er behaglich verzchrr. Die Seemannsfrau hatte dem Professor versprochen, einen Blumentopf ilns Fenster zu stellen, zum Zeichen, daß die erhofft« Wirkung eingttreten ist. Das Fensterbrett bleibt leer und der Pwsessor erfährt zu seiner Bestürzung, daß di« Animiertorte den Seemann mit der alten Kochin zusammenbrachte Aber die letzte Sgene bringt die Rettung Die Soemannssrau kommt mit arger Verspätung und beglückend müde aus des Seemanns Schlafzimmer. Sie kann nicht veportieren, was geschah, denn der Seemann ist Mgvgen. So drückt sie's denn symbolisch mts und trägt fünf Blumentöpfe zum Fenster. Uöberdies die Köchin... Herrgott, war das eine kräftige Mixtur! — Herrgott, hat der erfolgreiche italienische Dichttrphilosoph sein Opus mit Zweideutigkeiten garniert und mit Zoten gepfeffert! * Zwecks reinlicher Scheidung zwischen Werk und Anffühvung brachten wir obiges Slernchen an. Joses Jarnos Proftffor ist eine Prachtleistung, sein nervöser, feiger, egoistischer, herzloser Mucker eine, Charaktevgestalt. Gleichwertig Frau Waldner, welche ln witziger Maske die dumme unglückliche Gans von SeMannsfrau mimt. Ihr stumme- Spiel nach der bewegten Nacht ist zwerchfellerschütternd. Jarno führt das gute Ensemble, Ms dem noch besonders Herr Schuh und Frau Ioseffy hervorzüheben sind, zum Sieg über die StopM. Sitz ist eine fragwürdige Posse, auch wem sie der Autor vielsagend „ein Gleichnis" nennt. O. A. Au« dm AkNem. Bnrgtheater: Morgen ,Milholm Dell". Akademietheattzr: „Die Kinder". Schönbrunner Schloßtheater: Heute EvstMst ftihrung von ,F)er Waffenschmied". Operntheater: Morgen „Cavalleria Rusticana" und „Basazzo" mit Jeritza und Piccaver. Deutsches Volkstheater: Samstag, fmdet die deutsche Ur-cmfsührung des Lustspieles ,/Der gläserne Pantvffel" von Franz M o l n a r statt. Carl-Theater. Heute und nwrgen blei'bt das Theater wagen Vorbereitung zu der Samstag stattfmdenden Prem irre der Operette „Solar enb r a u t" von Willy Engel-Berger, Buch von Hans Kottow und Beda, geschlossen. Roland bühne: Heute blei'bt wegen der Generalprobe zu der morgen stattfi'UdMden ErstMssührung von ,Hrancesca" das Theater geschlossen. Johann-Str auß-Theater: Heute 100. Aufsühvunig von „Cloolo". Franz Leihar wird Mt dirigieren. Neue Werke Panns in der Sezession. G ste-rn wurden elf der bedeutendsten Werke Abvl Panns, di« erst jetzt aus Paris hier eingeirofftn sind, der Ausstellung neu einverleibt. Die Ausstellung wird am Sonntag den 27. d. geschlossen. Im Drei-Masken-Verlag, München, erscheint unter .Heute und morgen" eine Serie von Büchern, die der Schauplatz eines spanneirden geistigen Kampfes unter deü si'chren>den Denkern Englands sind. Es gcht um die Zukunft des Menschen. Mi: mutiger Vorurteilslosigkeit sagt der Professor für Biochemie I. B. S. Haldane im,^)aedalus" die Wege voraus, die der Mnfch nach Unterwerfmig von Raum, Zelt, Mater?« gehen wird. Haldmies kühnem Zukunftsbild haben Bertraud R ufsol, der.Mathematiker, und F. G. S Schil- - le r, der Philosoph, schwerwiegende soziale und psychologische Bedenken entgegengesetzt^ Dies« drei englischen Denker werden zum erstenmal dem deutschen LZ er zugäMch gemacht. Weiten: Bände, wie A. M. L o w „Drahtlose Mglichketten", sind m Vorbereitung. Leo Tolstojs letzter Sekretär, Valentin Bu lgakov, der. aus Rußland verbannt, gegenwärtig in der Tschechoslowakei lobt, wird heut« Donnerstag im kleinen Uraniasaal über seine persönlichen ErinnevnMn an Leo Tolstoi sprechen.

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