Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2361 (17.9.1925)
- Date
- 1925-09-17
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelte L Wien/Donnerstag Wiener Mvrgenzrttuttü . 17. SePiemter 1SS6 Nr, SSSlt L ÄiN^KO «A-XiiPOL» %Mm SL*»SL.ÄÜ - E m WÄSCHE MATRATZEN xu Faöriks?>*->.son Solide Ausführung SiGM. SiSlER NAC241F. WIEN, II. BEZIRK, PRATERS RASSE GegrQtide' 187 0 Telephon 46-1-40 der Atmosphäre zeitigen, dann müssen sich alle, die es, mit dem Frieden ernst meinen, den Ligen anschließen und ihre Arbeit auf die breiteste Basis stellen. Vor kurzem erst hat in Marschau ein Kongreß der Völlerbundligen stattgefunden, dessen Beschlüsse dem Völkerbund vorgelegt, worden sind. Wenn sie'durchgeführt werden sollen, dann muß eben jeder daheim die L''ga unterstützen oder an der. Bildung einer solchen Vereinigung. Mitwirken. Gerade in dieser Frage ist vor einer Zersplitterung. der Kräfte zu warnen." Es gibt nicht gar so viele Menschen, die sich der Sache des Friedens widmen. Für jeden Fall ist der Sinn und Zweck der nach Genf einberufenen Konferenz sehr unklar und cs fällt auf, daß die Ausländsdeutschen, wie mitgeteilt wird,. gleich mit elf Delegationen auftreten. Auch an die jüdische Vertretung 6dm Friedenskongreß ist eine Einladung ergangen, die, wie es heißt, angenommen werden wird. Die jüdische Minorität hat sicherlich das stärkste Interesse an der Ordnung aller Mmderheitsfragen, und sie wird die Arbeiten dieser Konferenz sehr aufmerksam beobachten und auf ihre Seriosität und ihren friedlichen Charakter prüfen. Ne Sutsen in der Achechüslowskei. Dir Entscheidung des Verwaltungsaerichtshofes über die nationalen Minderheitsrechte der tschechoslowakischen Juden. Wie wir am 15. d. bereits kurz meldeten, hat der O b e r st e Verwaltungsgerjchtshof der tschechoslowakischen Republik eine bemerkenswerte Entscheidung bezüglich der nationalen Minderheitsrechte der Juden in der Tschechoslowakei gefällt. Dazu berichtet nun I. T. A. aus Prag: Das Oberste Verwaltungsgericht hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob die jüdischen nationalen Minderheiten in den einzelnen Gerichtsbezirken als sprachliche Minderheiten im Sinne des Sprachengesetzes aufzufassen sind oder ob diese Minderheiten, da nach dem heute noch geltenden alten österreichischen Hosdekrete vom 23, Oktober 1814 der Gebrauch der jüdischen (hebräischen) S p r.a ch e vor den Gerichten u n d B e-. h ö r d e n u n z u l ä s s i g ist, zu einer anderen sprachlichen Gruppe'zugezählt werden können. Grund hierzu gab die Beschwerde deutscher Einwohner in einem Gerichtssprengel, denen das Recht aberkannt wurde, Eingaben in deutscher Sprache zu überreichen, da in diesem Sprengel statt der vorgeschriebeney 20 Prozent Angehöriger der deutschen Minderheit nur 19 Prozent , wohnen. Es fehlten 115 Personen. Nun wohnen aber in dem gleichen Gerichtsbezirke 616 Personen, die sich zur jüdischen National tat bekannt haben, aber sich der jüdischen oder hebräischen Sprache nicht bedienen können, und zwar, aus Grund des erwähnten Hofgesetzes. Es wurde nun beantragt, diese 616 jüdischen Bewohner zu befragen, wie viele von ihnen sich der deutschen Sprache bedienen, um so festzustellen, ob nicht mindestens 115 sich zür deutschen Sprachzugehörigkeit bekennen würden, wodurch die vollen 20 Prozent Deutscher erreicht werden würden. Das Oberste Verwaltungsgericht entschied gegen diese Beschwerde und begründete dies damit, daß Sprache und Volkszugehörigkeit Synonyma sind und daß die Verkehrssprache für die Zwecke des Sprachengesetzes vollständig irrelevant ist. Es sei auch gleichgültig, ob irgend ein Bruchteil der in einem Gerichtsbezirk wohnenden Personen, welche sich bei der Volkszählung zur jüdischen Nationalität bekannt hat, seine eigene Sprache entweder nicht verwendet oder unter dem Einfluß seiner historischen Entwicklung verloren hat oder eine solche überhaupt nicht besitze, weil die nationale Sprache zwar ein normales, aber n ich 1 da s einzige Merkmal der V o l k s- Zugehörigkeit ist. Daran kann auch die Tatsache' nichts ändern, daß heute noch die Bestimmung aus dem > Jahre 1814 in Kraft ist, nach welcher die Anwendung der , hebräischen Sprache vor den Behörden verboten ist. ' Diese Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes stellt also fest, daß die nationalen Minderheitsrechte d^r i Juden nicht aus dem Sprachgebrauch an- oder aberkannt - werden können. * Oberrabbinerwahl i« Subotica. Zum OberraMner" von Subotica, der zweitgrößten MisckM Gemeinde in Jugoslawien, wurde nach Abstimmung dergesamten Gemeinde — wi-e bi? - von Martheff herausgWcbene Zeitschrift Israel" miti teilt — Dr. Josef Gerson gewählt. Seit zehn J-ayrey versi. A ' Oberrabbiner Dr. Josef Ger-son die - Rab'binatsagenden dictser' wichtigen Stelle. Anläßlich der Wahl bereitete die Gemeinde i Hrem Oberrabbiner eine Huldigung. - . . Zie Konferenz der nachuale« Minderheiten in «ruf.; lEigeiwienlt der ..Wiener Morgenzeitims,".) Genf, 16, September, Die ursprünglich für den 15. d. 'in Aussicht genommene, Konferenz der nationalen Minderheiten wurde 'nunmehr für den 14. O k t o b e r an» gcsctzt und dürfte bis zum 16. Oktober dauern. Im Namen , des Organisationskomitces, das diese Konferenz vorbereitet, ist, aus Dresden datiert,, eine von Dr, Paul . S chl e mann (deutscher Deputierter, im. lettischen Parlament), Dr. Jossip Wilson (slowenischer Deputierter im italienischen Parlament), und Geza de' Sulja (Präsident der ungarischen Völkerbundliga in der Tschechoslowakei) gezeichnete Einladung an die Repräsentanten der nationalen Minderheiten in allen Ländern ausgesendet woxdejl. . .. : In der Einladung wird betont, daß die Konferenz p rivat.cn u n d v o r b e r e. i t e n de n Eh a r a k t e v tragen soll; bei genügender Anzahl von Vertretern soll sich ein öfsent! icher Kongreß anschließen. Wie das Organijationskomitee weiters mitteilt, wird k e i n e D i skussiön über Fragen zugelassen werden, welche die besondere Lage bestimmter Minderheitsgruppen betreffen. Tie Verhandlungen werden ausschließlich die Frage berühren, wie aus der Grundlage des öffentlichen Rechtes das friedliche Zusammenleben der Minderheiten gesichert, und die Konflikte beseitigt werden könnten, die den europäischen Frieden und die Sicherheit des Staates bedrohen. Das -Organisationskomitee schlägt für die Konferenz folgende Tagesordnung vor: 1. Begrüßungsansprachen der Einberufer. 2. Internationale Toleranz als . internationales juristisches Prinzip. 3. Die Bedeutung des Autynomieprinzips — vom Standpunkte der national-kulturellen Interessen — für die Erhaltung des nationalen Friedens, 4. Die Aufgaben der internationalen Organisationen, besonders des Völkerbundes. Wie bereits berichtet wurde, werden auf dieser Konferenz die Deutschen, durch elf Gruppen aus-elf Ländern repräsentiert sein. Nach den bisherigen Anmeldungen dürften sich überdies etwa d r e i ß i g national e G r n p p e n aus den verschiedenen europäischen Staaten an der Konferenz beteiligen. Von dem ursprünglichen Gedanken, die Vertreter der jüdischen Minderheit nicht einzuladen, scheinen die Veranstalter dieser Konferenz abgekommen zu sein; es sind Einladungen an die Iüdischen Minderhei 1 en in.Polen, Litauen, Lettland und Rumänien ergangen. Auch das Komitee der jüdischen Delegationen in Par vs halleine.EulladüngWMenr wie verlautet, wurde diese angenommen, und der Präsident des Komitees, Leo M otz k i n, beabsichigt, an der Konferenz teilzünehmen. 8!ue internationale Konferenz der Krieasopker. Genf, 16. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Am nächsten Freitag und Samstag wird in Genf auf Anregung des Verbandes der französischen Bereinigung der Kriegsver- Mmmolten und früheren Frontkämpfer eine internationale Konferenz der Kriegsverstümmelten und Fwntikämpfervereinigungen derjenigen Länder zusammentreten, die unter dem europäischen Kriege besonders gelitten haben. Der Zweck dieser ersten Zusammenkunft besteht darin, Mittel und Wege zu suchen, durch welche die O P f e r.d e s K r i e g e s gemeinsam ihre Interessen verte idigen und. an der Organisation des Friedens Mitwirken können. An diesem Kongreß werden französische, deutsche, italienische, österreichische, Polnische, rumänische, serbische und tschechoslotoakische sowie andere Vereinigungen teilnehmen, deren Anmeldungen noch nicht eingetroffen sind. Die Sicherheitskonferenz. Berlin, 16. September. (Tel.-Komp.) Der Wortlaut de.r Einladung zur Ministerkonferenz wurde nunmehr bekannt gegeben. Tie Note besagt unter anderem: Nach den nunmehr abgeschlossenen Besprechungen der Juristen in London glaubt, die französische Regierung und ihre Alliierten, daß der Augenblick gekommen sei, um einen ■; Zeitpunkt für die geplante Zusammenkunft festzusetzen. Für diesen Zweck dürfte das Ende des Monats September oder spätestens die ersten Tage des Monats Oktober eine, geeignete Zeit sein. Tie Konferenz würde auf n e u t r a l e m G e b i e t e, zweckmäßigerweise in der Schweiz, stattfinden, und zwar an einem.Orte, über den sich die Negierungen noch zu einigen hätten. Die französische Regierung und ihre Alliierten hoffen zuversichtlich, daß dieser Vorschlag den Wünschen der : deutschen Regierung entspricht und daß diese in der Lage ist, ihnen alsbald ihre Zustimmung mitzuteilen. Die fraazW'ch-'vanische Marolkooffenfivr. Es geht niHt vorwärts. Paris, 16. September. Heute vormittags wurde die fra n z ö s i s che O ffe n s iv e im mittleren Abschnitt der Märokkofront in der Richtung auf das Bi baue- —SPIELBKUE— Gummimäntel, Gummischuhe und Gummi« > waren aller Art zu Fabrikspreisen! SPIRMANN & HOROWITZ Wien, II. Bez., Taborstrasse Nr. 11 b - Telephon Nr. 47-0-86 massiv, das in den letzten Tagen von den Riflabhlen wieder erobert worden war, wieder ausgenommen. Das Bergmassivwurde von den Franzosen g e no m nt en, die nun das Gebiet vollständig beherrschen. Die spanischen Offenisivbswcgungen haben bisher •mit Mißerfolgen geendet. Die Situation der in der Alhucenasbu cht gelandeten spanischen. Truppen ist ungünstig. Die Kabylen bereiten gegen die spanische Fvont in der Nähe von Tetnan eitlen neuen Angriff vor. Belgrad, 16. September. (Tel.-Komp.) Wie in hiesigen politischen Kreisen mitgeteilt wird, sollen sofort nach Beendigung der Völkerbundtagung umfassende Verhandlungen zwischen den Balkan st aaten eingeleitet werden. Die unterbrochenen Bündnisverhandlungen zwischen Jugoslawien und Griechenland werden wieder ausgenommen und Verhandlungen zum Abschluß eines Freundschaftsvertrag.es mit derTürkei eröffnet werden. Bulg a r i e n wird mit Jugoslawien, Rumänien und Griechenland, Rumänien außerdem mit Griechenland diplomatische Verhandlungen eröffnen, die über eine Reihe von Differenzen, die zwischen den genannten Staaten bestehen, eine Verständigung herbeisühren sollen. Die in Gens gepflogenen Vorbesprechungen unter den Völkerbunddelegierten der Balkanstaaten sollen zu einer optimistischen Auffassung über den Erfolg der Verhandlungen berechtigen. Wtederanfmihme der benlsch'pMlsche« Wirtschastsverhandluogen. Berlin, 16. September. (Wolfs.) Heute wurden maß den im Juli getroffenen Vereinbarungen die V e r- Handlungen über den Abschluß des deutsch- > polnischen Handelsvertrages m gemeinsamer Sitzung beider Delegationen im Auswärtigen Amt wieder ausgenommen, wobei .beiderseits der Wille zu einer möglichst baldigen Verständigung betont wurde. Deutscherseits wurde der Abschluß eines definitiv e n, poluiischerseits der Abschluß eines provisorischen Handelsvertrages vorgeschlagen. Es wurde vereinbart, vot - Beginn der offiziellen Kommijsionssitzungen durch unverbindliche Besprechungen zwischen je zwei Bevollmächtigten von beiden Seiten eine Klärung der bestehenden Differenzen herlbeizuiführen. Srabski über die Wirtschaftslage Polens. Warschau, 16. September. (Tckl.-Komp.) Minister. Präsident Grabsli gab im Finanz- und Haüshaltungsausschuß des Senats Aufschluß über die Wirtschaftslage in Polen. Er vertrat den Standpunkt. daß die Hilfsaktion für die Banken durch -die Banken Mst und unter' Teilnahme der Regierung erfolgen müsse. . Dringend notwendig fei jiitc Herabsetzung der Ausgaben im Budget.. Die Einführung von neuen Valuten oder von Hilfsgeldern sei ausgeschliossen, da eine Deckung für diese nicht beschafft teerten könne. Das einzige Mittel zur Sanierung d e r Po l n i s ch e n Valuta sei mir in einem gvoßen ausländischen Kredit zu suchen, für dessen Erreichung die Regierung bereits Schritte unternehnre. Die MMaeMchen Araber für die Draseu. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem» 15. September. Das arabisch-nationali stische Exekutivkomitee von Palästina sandte an den Oberkommissär von Syrien und Nord-Libanon, General Sarrail, ein Schreiben, in welchem eine Amnestie für die in Haft genommenen aufständischen Drusen und ihre Führer gefordert wird. In dem Protestschreiben wird behauptet, daß der Drusenaufstand eine natürliche Folge des unausgesetzten, auf die Vernichtung des nationalen Geistes gerichteten Druckes der Mandatsmacht sei. Die Mandatsregierung habe durch die ungerechte Behandlung der Bevölkerung diese zür Verteidigung ihrer nationalen Existenz getrieben. Das grausame Verhalten dvr französischen Armee habe alle Völker des Orients den Bewohnern der drusischen Berge nähergebracht. Großer Zorn habe das Heilige Land ergriffen, als bekannt wurde, daß die^ französische Regierung den Ueberfall der Drusen auf Damaskus zum Vorwand für die Einkerkerung, der völlig unschuldigen syrischen N o t a b e l n benützt habe. L Die Zionistische Bexirkssektion Leopoldstadt veranstaltetwährend dcrhOhen Feiertage ein mit vorzüglichem in den Sälen dies Cehtral-Keliersi II., Taborstrafle 8 K a r t * H Si Schllliuc aufwärts im CentraUKeller, 11., Taboistraßc 8, Josef Slngci, Jl„ Taborstr.^V Brüder Scliiffmann, II.. Taborsfr, 43, n. lm'Sektlönsh'elm, U., Zirkusgasse 33 m