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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-17 · Heft 2361 (17.9.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2361 (17.9.1925)
Date
1925-09-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ESI Wien: im Abholen in der Expedition, iE, Taboistr. 1-3, oder in einer Verschlelsstellc n'ralik) monatl. 6 Schilling Strassenverkaüt in Wien durch die Kolporteure der Firma Q o I d sch mied, 1, Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreicl Belgien: Mon. Frcs. 1 Naduahlangen bei Prel*», erbehängen vorbdulin «r. 2361 t 8ien, Bonnetsttta, 17. September 1925 Eng I a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLew*. Schweiz und das übrige Ausland monatlicn Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborshv 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 7. Jahrgang Die IS-Millionen-Dollar-kampogue des Foint. Sie Resolution der goint-ffonierenz liber PMftinaausbau «ad gewish Agench. Wie wir bereits gestern berichtet.haben, hat die über Initiative von Felix Marburg abgehaltene Konferenz des Joint Distribution Committee in Philadelphia den Beschluß gefaßt, durch Aufbringung von 15 Millionen Dollar unter der Judenheit Amerikas die Wiederaufnahme und Erweiterung der Hilfs- und Aufbautätigkeit für die jüdische Bevölkerung Ost- und Zentraleuropas zu bewerkstelligen. Ueber den Verlauf dieser Konferenz berichtet nun I. %. A.: Der Einladung zu der Konferenz, die von Felix M. W a r b u r g, David A. Brown und 200 anderen Persönlichkeiten der amerikanischen Judenheit unterschrieben worden war, folgten 750 Vertreter aus allen Teilen der Vereinigten Staaten. Die Delegierten vertraten alle sozialen, politischen und religiösen Organisationen. Auch die Zionistische Organisation Amerikas hatte Vertreter entsendet. Die ersten Ansprachen hielten Felix Marburg, David A. Brown und Louis Marshall. Nach zehnstündiger Diskussion wurdett die folgenden Entschlüsse angenommen: Die vom Joint Distribution Committee und den ihm angeschlossenen Organisationen am Sonntag den 13. September 1925 in Philadelphia abgehaltene Konferenz beschließt hiermit, einen A u f r u f an die amerikaniM Judenheit zu erlassen, dtzmit die von der Konferenz feierlich eröffnete Kampagne für die . Aufbringung einer Summe von 15 Willionen Dol la r, die vom Joint Distribution^ömmütee für H ilfe und Wied erau.fbau eingeleitet worden ist, möglichst früh durchgeführt wird. Die Konferenz drückt die Ueberzeuguug aus, daß es nötig und unumgänglich ist, die vom Joint Distribution Comittee vor vier Jahren auf den Gebieten der in du- , striellen und landwirtschaftlichen Siedlung begonnene Arbeit zu erweitern. Die Konferenz glaubt, daß die notwendigen politischen und moralischen Garantien erreicht werden, und daß die amerikanische Judenheit' der praktische» und. verdienstvollen Erweiterung der bereits begonnenen Arbeit sicher ihre Unterstützung leihen wird. Das Joint Distribution Committee wird bevollmächtigt, seine erfolgreiche Hilfsarbeit auf dem Gebiete der sanitär-medizinischen Versorgung der Kriegswaisen sowie des Gesundheitsschutzes unserer unglücklichen Brüderflüchtlinge, fortzusetzen. Insbesondere soll den in den Häfen Europas gestrandeten Flüchtlingen geholfen werden, ebenso den notleidenden Handwerkern und Handelsleuten. Die Konferenz ersucht die Männer und Frauen der amerikanischen Judenheit, durch Freigebigkeit und Opferwilligkeit das Joint Distribution Committee instand zu setzen, die auf den Gebieten der s o z i a l e n Fürsorge und der Wiederaufbautätigkeit seit Jahren geleistete hochwertige Arbeit zu vollenden.. Nach einer längeren, sehr erregten Diskussion, in der der Präsident des amerikanisch-jüdischen Kongresses Rabbi Stephen S. W i s e (wie bereits gestern eingehend berichtet. — Die Red.) den Plan der Krimkolonisatiou als gefährlich , bekämpfte, wurde ferner folgende Resolution angenommen: Die Konferenz betrachtet es als selbstverständlich, daß die amerikanische Judenheit das Werk der jüdischen Siedlung in Palästina freigebig unterstützt und ist überzeugt, daß die Juden Amerikas durch die Jewish Agency und andere Institutionen zu der Erreichung dieser großen und historischen Ausgabe ihre Kraft und Unterstützung in vollem Matze leihen werden. Im Verlauf der Diskussion erklärte der Präsident des amerikanisch-jüdischen Komitees Louis M a r s h a l l, .er habe mit dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Weizmann in Genf den Plan der jüdischen Kolonisation in Rußland besprochen, und Dr. Weizman n habe diesem Plan zugestimmt. Bei einem an die Konferenz sich anschließenden Bankett wurden große Summen für das Aufbauwerk des Joint gespendet. Der bekannte Philantrop Mr. Julius R o s e n w a l d verpflichtete sich, aus eigenem eine Million Dollar zu spenden, sobald die ersten nenn Millionen Dollar aufgebracht sein werden. Die Zionistische Organisation Amerikas und der amerikanisch-jüdische Kongreß über die Krim-Kolonisation. New-Iork, 14. September. (I. T. A.) Das Zentralkontitee der Zionistischen Organisation Amerikas und der Rat des. amerikanisch-jüdischen. Kongresses hielten eine gemeinsame Sitzung ab, die der Aktion des Joint Distribution Committee gewidmet, war. Es wurde beschlossen, die Tätigkeit des Joint, soweit sie sich auf Hilfe und Aufbau' bezieht, zu unt erstü tz en, jedoch das Projekt.der Krimkolonisation als schädlich zu bekämpfen,- Das administrative Komitee des amerikanisch-jüdischen Kongresses hielt unter dem Vorsitz von Joseph Baro ndeß eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, die Frage der jüdischen Kolonisation in Rußl-a n d. einer, eingehenden und sachgemäßen.- Prüfung. zu unterziehen, um dann die „öffentliche Meinüyg AnzerikcH genau informieren zukönnen. Cs wurde 'ein' Komitee eingesetzt, das aus den Krrey Dr. K. Cöralnik, Doktor A. I. Rongh und Karl Sherman besteht. Mtzli» Mit nach PalSftina. Genf, 16. September. Der Präsident des Zionistischen Aktionskomitees Dr. Leo Motzkin, wird am 12. November nach Palästina abreisen. Mne Stubienkommiffion amerikanischer Zionisten in Erez Israel. Jerusalem, 15. September? ($.; %. A.) Am 14. b. sind hier der Vorsitzende des amerikanischen Keren Hajessod Morris No ich enb erg, der Direktor der Palestine Securities Emanuel N e w m a n, und das Verwaltungsmitglied der amerikanischen Zionistischen Organisation Israel G o l d b e r g ciugetroffen. Sie werden zwei Wochen lang das Land bereisen, unt die. Lage der jüdischen Kolonisation an Ort und Stelle zu studieren. Whlt Meldung über ein russifch-französifches Abkommen. Paris, 16. September. Der zu lvissen, daß zwischen F r q.n k r e i ch und R u ß l au d ein finanzielles E i n Verne h m e n über . die B o rk r i e g s s ch u l d e n zustande gekommen sei. K r a s s i n habe namens seiner Regierung vorgeschlagen, den russischen Titresbositzern in Frankreich 50 Prozent ihrer Forderungen in n e u e n O b l i g a t i o n e n zu zahlen. Als Gegenleistung solle Frankreich auf jede Forderung wegen der in Rußland konfiszierten Güter v e r z i ch t e n und die Schiffe der H a n d e l s f l o t t c an die Sowjetregierung abgeben. Die'französische Regierung habe b-iefcu günstigen Vorschlag Krassins angenommen, aber das Verlangen gestellt, daß die Bedingungen in endgültiger Form schriftlich festgelegt würden. Der Botschafter habe sich nach Moskau begeben, um die Zustimmung seiner Regierung einzuholen und das Angebot in schriftliche Form zu kleiden. Es fei anzünchlnen, daß nach seiner Rückkehr das Abkommell zuslandekomnten werde. Die Wrangel-Flotte werde der Sowjetregierung nach Unterzeichnt!ng des Abkommens übergehen werden. ' J.A.Baczewtki iiiiiiiiiiiiitiiiMiiiiiiimimiiitiiiiiiimiiiiiiinmiiiiiiimiiiiitiiiiiiiimmiiimiiini Schnäpse Liköre Spezialität: Baczewski ■ Stanlslauer Doppelt rekttfiztert und öcftiliiert Seit 1782 weltbekannt Tie MnonMenklmjerenz. , - y. W i e n. 17. September. Die Einberufung eines Kongresses oder einer Konferenz der 'nationalen Minderheiten ist seit geraumer Zeit ein von der. deutschen Rechtspresse gern abgewandeltes Thema. Diese Parteien, die sonst für Minoritäten fehr wenig Interesse zeigten, haben das alte Spiel mit dem demokratischen Gedanken wieder ausgenommen und werden nicht müde, ihren Lesern immer wieder das Schicksal der Volkstrümmer und Volksteile zu schildern, die durch den Friedensvertrag ihrer natürlichsten Rechte beraubt worden sind und eine armselige Verbannungsexistenz führen müssen. Wem: von solcher Seite der Ruf nach Recht und Billigkeit laut wird, so muß das Mißtrauen wecken und es entsteht die Frage, ob nicht die. Beschwerden der Minderheiten dazu benützt werden sollen, daß sich irgend eine Hakenkreuzgesellschaft ihr Süppchen aus diesem.Ofen kochen will. Wenn die deutschen MtioMistAf'MWernationale Note anschlagen, dann ist höchste Vorsicht Nun ist für die Mitte des nächsten Monats nach Gens eine Konferenz von Vertretern der nationalen Minderheiten einberufen. Als Anreger dieser Besprechung treten zunächst ein Deutscher aus Lettland, ein Slowene aus Neu-Jtalien und ein Magyare aus der Tschechoslowakei auf. Die Gesichtspunkte, von denen die Konferenz ausgehen soll, sind in dem Einladungsschreiben in folgenden, einstimmig beschlossenen Forderungen niedergelegt: Gesetzliche Sicherung der Freiheit des nationalen Gewissens, der staatsbürgerlichen Rechte aller Angehörigen der Minoritäten, freie kulturelle Autonomie und ungestörte Organisierung der Minoritäten. Diese Postulate erscheinen auf den ersten Blick einwandfrei. Aber eben nur scheinbar. Sie sind wieder geeignet, Mißtrauen zu wecken. Die ersten zwei Punkte würden.von Seite der kritisierten Staatsnationen und Regierungen mit der einfachen Feststellung abgetan werden,, daß ihr Inhalt bereits in die Verfassungen ausgenommen worden ist. Mas könnte die Konferenz denn anderes beschließen, als daß die Freiheit des nationalen Gewissens staatsgrundgesetzlich zu gewährleisten fei oder daß'alle Bürger vor dem Gesetz gleichzustellen seien? Verletzungen dieser selbstverständlichen Forderungen kommen in Menge vor, und es wäre lediglich darauf zu bestehen, statt sich'in allgemeinen Redensarten zu ergehen und offene Türen einzurennen, daß'der Völkerbund feine vor der Welt übernommene Funktion, ein treuer Garant aller Minoritätsbestimmungen in den Friedensverträgen zu sein, pünktlich und streng erfülle. Der Völkerbund trägt das Vertrauen der Minderheiten und es ist leider zu konstatieren, daß er bisher noch, nicht die Kraft aufgebracht hat, sich den Tendenzen des Staatsfetisches entgegenzustemmen. Der Völkerbund hat nicht die Autorität, die ihm zustehen müßte. Wer das beklagt, muß sich aber auch darüber Rechenschaft geben, daß die Demokratie nichts oder blutwenig dazu getan hat, die Sache des Völkerbundes zu stützen, seine Ideen in die breiten Massen zu tragen und mitzuhelsen, den toten Buchstaben des Völkerbundstatuts Leben zu geben. Dies erscheint aber als das natürlichste und notwendigste. In einer Menge von Staaten bestehen bereits Völkerbundligen mit der dankenswerten Aufgabe, eine Internationale des Rechtes zu schaffen, und den Boden für die friedliche Verständigung über die Liquidierung des Unglücks vorzubereiten.'Aber mit alleiniger Ausnahme Englands arbeiten diese Ligen Hne offizielle Unterstützung. Soll ihr ' Wirken > die erhoffte Entgiftung für liimtliche Herbkwaren im Warenhaus II. Taborstraße 48 Telanhon 47-I-7? En greis En detail 5249

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