Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2359 (15.9.1925)
- Date
- 1925-09-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981445--24076-3011584- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Mc. 2980 Men» DrenStag rmd Fremder, die auf Qualität, Reinlichkeit, appetitliches Service urid bürgerliche Preise reslokiieren. Der Na-nre Hotel Guth allein bürgt schon für Erstklassigkeit, um so mehr, als das Hotot^Gn:h-Rcst au rcnt nur durch feine Söliicität zu dem populärsten Restaurant im 2. Bezirk geworden W. * Bon Zigeunern ermordet. Aus Ob er -Pullendorf (BuMni.and) wird uns berichtet: Die Zigeunevmusiker Rudolf Horvath und Michael B e r g e r halben auf dem Wege zwischen Mittel- und Untrr-Pnllcndcrf den Zigennermustker Julius Hodossy mit Zaunlatten erschlugen. DaS Motiv der Tat ist Rache. Der Schn des Getöteten hat nämlich im vorigen Jahve den Vater des Michael Berger durch einen Messerstich getötet. Horvath nuo Berger wurden verholstet und frcm Bezirksgerichte Ober-Pullenü-orf eingeliüfert. * Typhus in Regensburg. Wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" aus RegeEuirg matden, wurden in der dortigen Heil- und Psleaeanstalt dreißig Erkrankungen an TyphuS sestgestellt. Von diösen Fällen verliefen bisher vier tödlich. * Ausgebrochene HäfÜinge. Gestern in -Len frühen Morgenstunden spielten sich in der Alserstraße, in der Umgebung des Landesgerichtes, aufehenerregerde Sgeuen ab. Drei Häftlinge unternahinerr den Versuch, aus der landeSge-richtlichen UnlMpchungLhaft zu entkonrmen. Sie wollten iiber die Dächer der umliegenden Häuser flüchten und «lachten Anstalten, vom Dache eines Hauses an der Ecke der Lllsevstvaße-Wickcnburggasse in einen Lichthof zu springen. Ihr Vcvhäben wuvde äler bemerkt und cs gelang zwei von ihnen wieder eingnbringen. Der Dritte, der wegen EinbvuchsdlöWahles ciugeli-eferte Bäckcvgehilfe Friedrich Mahr ikonn-to enkkonruren. * Modenpattris Julius Krnpnik, 7. Kcz., Kaiserstvaße Rr. 111 Ibis llo, bleibt Samstag den 19. d. geschlossen. * Einsührnng der Einhe'tsstenvgraphie an den Wiener Mittelschulen. Don: Henri,gen SchUlfahre angefangen, wich in sämtlichen Schulen des Deutschen Reiches unter Ausschluß aller ü'brigen Systeme die EinheitÄsteuogva>phic gelehrt U>erden. Der Stadtschulrat für Wien hat nun verfügt, daß int kommenden Schuljahr an särnttichen Schulen seines .Amts'bereiches clbenfalls nur die EircheitSstenogvaphie .zu lehren ist.. * Meldepflicht für türkische Staatsangehörige. Die Meldezeit der türkischen Staatsanigehörigen Merks Erneuerung ihrer N a>t i o na l i t ä't e ns che in e und Pässe Hst neuerlich bis auf .den 16. Qktciber verlängert worden. Diejenigen Staatsbürger, welche sich bis heute nicht gemeldet haben, werden i,n ihren! eigenen Interesse ersucht, sich im türkischen Konsultale zu nickden. * Die Umsteigemöglichkeiten von der elektrischen Stadtbahn auf die Straßenbahn. Bei den Stationen der neueröffneten Linie der Wiener elektrischen Stadtbahn ist ein Umsteigen, auch mit Zurücklegung einer Gehstrecke zu den zunächst gelogenen Haltestellen der Straßenbahn, auf nachstohenden Linien «gestattet: Bei der Station Margaretengürtel auf die Linien 16, 118 und 63; bei der Station Pilgram gas.se aus die Linien 3, 13, 61 und 63; bei der Station K e t t e n b r ü ck e n g a.s s e auf die Linien 61 und 63; bei der Station Karlsplatz auf die Linien 68, 59, 61, 63, 65, 66, 67, 71 und D, außerdem bei dieser Station und bei ,den Stationen Stadtpark und Hauptzoilkamt aus alle über den Ring und die L a st e n st r a ß e derkehvendewLinien. Schließlich beider Station Hauptzollannt noch auf die Linien F. I, O und H. Bei diesen Fahrten muß das Fahrziel auf kürzestem Weg erreicht werden und sind dalboi Rückfahrkarten unzulässig. E (Teppiche, selten so billig!) Vorhänge und Decken. Günstige Gelegenheit. Orendi, 1. Bez., Fleischmavkt 1. * Krieg im Frieden. Am 10. d. wurde der Artillerieschießplatz bei Kaisevstembruch von einer Geschoß-Such- und Sprengpartie, bestehend aus einem OffMersstellveVtreter, einein Bovmeister und vier Kanonieren, nach Geschossen und Blindgängern äbgchucht. Hiebei fanden die Kanoniere Theurer und W i t t m a n n einen Alindgegangenen GranatschrapnieMopf, der in das Erdreich eingebrungen war. MS Kanonier Theurer den Blindgänger, den bestehenden Vorschriften entsprechend, vovsichtög bloßlsgen wollte, um die Auflage einer Sprengpatrone zu ermöglichen, explodierte der Granatschrapnellkopf Kanonier Theurer erlitt fchwere Augenverletzungen, Kanonier Wittmann Verletzungen leichten Grades. Die verletzten Kanoniere wurden mit Sanitätskraftwagen auf die Unfallstation des Wiener Allgemeinen Krankenhauses gebracht. Kanonier Theurer, bei dem bereits ein Auge operativ entfernt werden mußte, befindet sich gegenwärtig auf der Augenklinik des Allgemeinen Krankenhauses. * Wiener Internationale Hochschulkurse. Programm für heute: Vormittag: 11 Uhr 16 Min. bis 13 Uhr, Kaser (Gvaz): Die Entstehung des alten Oesterreich mit besonderer Rücksicht auf die ioirtschaftlichen Zmfauvmenhänge (1). 12 Uhr 15 Min. bis 1 Uhr. Fehr (Zürich): Entwicklungslinien der englischen Literatur seit 1900 (2). Nachmittag: 3 Uhr 30 Min. bis 5 Uhr, Haberl andt (Wien): lieber österreichische Volkskunde (1). Mit Lichtbi'dern. 6 Uhr 30 Mm. bis 7 Uhr, Tietze (Wien): Die Knust Oesterreichs im 19 Jahrhundert (2). Mt Lichtbildern. 7 Uhr 30 Min. bis 9 Uhr. Leg ras (Dijon-): La vie de provinee en Russie, au temps des Isars. Vereine. Vorträge und Beriamminnse«. Vereinigung Jüdische Moderne. Morgen Mittwoch um halb 8 Uhr abends im großen Saal des Cafe Josesinum, Wien, 9. Bez., Währingerstraße 83, Vortragsabend Oberbaurat Robert Stricker: „Die Bilanz oes Zionistenkongresses" mit Diskussion. Gäste willkommen. -~ G remium österreichischer Handelsvertreter. Morgen Mittwoch um 6 Uhr abends Besprechung im Cafe Gartenbau, 1. Vez., Parkring 10. * Ottakringer Volksheim, Kosler- ' senden ussisch 3 für Vorgeschrittene. Leopold st ädter Bolksheim, L. Bez., ZirkuSgasse 48. Heute Beginn des Winterhalbjahres mit folgenden Kursen: 7 Uhr: Französisch 3 für Vorgeschrittene, Latein für etwas Vorgeschrittene. 8 Uhr: Englisch für Anfänger. 16. September 19Lö GM L Das Warenhaus Beige c I., HohenstaufengoMe 10, Td&£&>Nrliefe? t auf TaiWshlnniV ohne Preisaufschläge lullZullillliy undohne Anzahlung: Herrenu. Damenbekleidung, fertig und nach Mass, Pelze, Schuhe, Wäsche, Modewa en etc. 6 Monate Kredit! Keine Agenten 1 Keine Inkassanten 1 Hmmmmmnmmmmnmmm Landstraß er Bolksheim, 3. Bez., Kundmanngasse 22, und Brigittenauer Volksheim, 11. Bez., aaße 22, und Brigittenauer Bolksheim, 20. Bez., Stromstraße 78. Einschreibungen Dienstag, Donnerstag, Freitag von halb 7 bis 9 Uhr abends. S i m m e r i n g e r V o l k s h e i m, 11. Bez., Gottschalkgasse 21. Einschreibungen Montag, Mittwoch und Freitag von halb 7 bis 9 Uhr abends. Der Mitglredsbeitrag von 3,60 S. berechtigt zum unentgeltlichen Besuch aller Kurse in allen Bolkshermen. Sondergebühren werden nicht cingehoben. Gottesdienst. In dem dem Verein zur Versorgmrg hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien gehörenden Knabenwaisenhause, 19. Bez.. Probusgasse 2, findet an den Feiertagen ein Gottesdienst statt. Vormerkungen für Bethaussitze werden daselbst bei der Direktion angenommen. Die Talmud Thora Misrachi wird heute Dienstag um 4 Uhr nachmittags eröffnet. Die Einschreibungen finden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 4 bis 6 Uhr nachmittags tut Schullokal, 2. Bez., Praterstraße 43, statt. Nadlor-rogramm. Heute Dienstag. 11 Uhr bis 12 Uhr 50 Min.: Vormittagsmusik. — 16 Uhr 10 Min. bis 18 Uhr: Nachmittagskonzert. Die deutsche Oper. — 18 Uhr 30 Min.: Dr. Franz Deutsch: Gesundheit und Sport. (2. Teil.) — 20 Uhr: „Armut." Em Trauerspiel von Anton Wildgans. Bühne und Kunst. »Wenn ich wollte." (Deutsches BÄllstheater.) Der Madonnenikultns ist den Frauen nicht willkommen. Sagt man einer Dame aber gar mit Kratzfuß und Stirneneigen: „Du bist verchrungswürdlg schön, nie wagten meine Sinne deinen Lew zu begehren", dann ist die Hoheitsvolle tief gekränkt. Die Herren Paul G e r a l d y und Robert Spitzer widmen diesem Stoff ein artiges französisches Spiel. Fast wäre es eine Komödie mit bitterem Kern geworden. (Und, wie ich glaube, bestimmt ein Drama, wenn das Problem „die hochgeehrte, nicht begehrte schöne Frau" eine Autorin behandelt hätte.) Die Heldin des Spiels, in einer wohltemperierten Che restlos glücklich dahinleibend, entdeckt plötzlich, daß sie auf die im Hause verkehrende Männlichkeit keinen Reiz auSLbt und ist sehr bestürzt. In einer Aussprache mit dem Gatten — der zartosten und anmutigsten Szene — erfährt sie, daß sie auch ihn, als er um sie warb, nicht toll machte. Nun versucht sie, ob es ginge, wenn sie wollte. Beim erklärten FrauenliMing und Herzensbrecher mißlingt es, ein dummer, geschwätziger Junge beißt an. So rechtzeitig, daß es der Gemahl sieht und nun seinerseits — nach zehnjähriger Ehe das erstemal — ans dem Wege über die Eifersucht richtig heiß wird. Fast, sagte ich, wär's eine wchmütige Komödie geworden und hätte es folgerichtig werden müsien, denn die Gabe, verführerisch zu sein, bringt man in die Wiege mit. Die Probe auf das Exempel hat cs ülbrigens erwiesen. Zum Glück ist der Lustspielgatte ein Hornochs und zum Unglück der von den Dichtern ersonnene Schluß laulich und matt. So ward es ein Lustspiel". Gute, beliebte Schauspieler wurden für die Älovttät eingesetzt und sie gefielen sehr. Indessen scheint mir das Stück besser zu sein, als es die Besetzung war. Annemarie S te i n s i e ck — hoffentlich nimmt sie das Leib nicht krmnm — hat die äußeren Qualitäten, welche für die Hauptrolle erforderlich sind. Aber für die entscheidenden Dialogstellen mangelt eine Dosis geistiger Beweglichkeit. (Uoberdies bliob sie streckenweise unverständlich.) Herr E d t h o f e r (der immer intereffant ist) sollte den Part des philiströsen Gatten mit Herrn Schall vertauschen, dem man den Schwerenöter gab. Und Fräulein Koeppke, die herbsüße Mädchen-knospe, ist zu eigenartig, zu innig für die a tempo auf Männeraugen reagierende, oberflächlich flirtende, geschiedene Frau. Witzig Herr Sima und angenehm Herr Jarai als Lebejüngling, der es noch feucht hinter den Ohren hat und sich doch schon „auskennt". Die Premiere hatte sehr starken Erfolg — trotz der bedenklich abfallerlden Schlußszene. O. A, Aur den Theater». Burgth-eater. Morgen, halb 8 Uhr, „Dcr Kaufmann von Bened ig". Opernthoater. Heute, 7 Uhr, „Der fliegende Holländer". Frau Je ritz« wird noch inovgen in „Sa-!o me", Freitag zum letzton Male Vox ihrem Urlaub als SaA tWza in „Cavalleria r u st i c a n a" auftreten. Ak adem i-etheater. Morgen, haW 8 Uhr, „Di* Lok-alb ah n". Raimund-Theater. Morgen Erstanfführnng von „Der Kreidekrei s", ein Spiel nach ^em Chinesischen von Klab und. Regie Karcheinz Martin. Die v-oükcmmeniden Tänze werden von der Tanzgruppe der Frau Gertrud Dudenwieser ausgesührt. Renaissancebühne. Heute Premiere von „Der Mann, das Tier nnd die Tugend" vm: LuiK P i r a n d e l l o. Deutsches Bolkstheater. Als nächste Neuheit geht Samstag den 19. <b. Franst Molnars Lusts'pwl „D c t gl äs eine Pa n-tos sei" in Szene. Johann- Strauß-THeater. Donnerstag findet die hundertste Ausführung dor Lcharschen Operette „Cloclo" statt. Carl-Theater. Samstag dcur 19. d. findet die Erst- , ausführung der Operette „Bojarenbraut" von Mlly Cttgel-Berigör, Buch von HanS Kottow und Beda, statt. Der Dank Georg Reimers. Ober-rsgissaur Professor Georg Reimers ersucht uns um Ausnahme folgender Zeilen: „Da ich außerstande bir^ -die zahllosen Glückwünsche, die nrich anläßlich meines Jubiläums so sehr erfreuten, gleich zu beantworten, spreche ich allen, die ^meiner gedachten, vorläufig aus diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus. Georg Reimers." „Die Siebzehnjährigen." Jnc Lustspieltheater gab ittait Sonntag nachmittags Max Drehers ,A)i? Siebzehnjährigen", ein Stück von Lieibesnot in der Pubertätszeit, das nach heutigen Begriffen wohl, schon antiquiert anmutet. Gespielt wurde sehr brav. Heinrich. Nekamm, Maria W a l d n e r, das quietschvergmigte Backfischchen Lucie Englisch und cm Neuling, Herr Willy T r e b: t s ch, wurden oftmals gerufen. R. S. Ein „arisches" Theater. Wie eine Wiener Theaterkorrcfpondenz meldet, will die deutsche K u n st g e m e t n schaft noch im Monat Oktober ihren Plan, ein arisches Theater ins Lüben zu rufen, verwirklichen, zu welchem Zwecke diese Koche eine Werbeaktion entfaltet wird. Bisher sollen sich bereits 6000 Mitglieder angenreldet haben. Um jedoch das Theater zu verwirklichen, benötigt die deutsche Kurrstgemeinschaft 15.000 Mitglieder, die sich zu 16 verschiedenen Voristellnngen verpflichtell müßten. Ist diese Zahl erreicht, so soll das Stadtchoat^r gepachtet werden und ausschließlich Stücke von arischen Dichtern und durch arische S ch a u f P ie l e r zur Ausführung gelangen. Als Direktor des TheaterS der deutschen Kunstgem^nschaft ist der bisherige Leiter der Einzelveranstaltungcn, Herr Lampe, in Aussicht genommen. — In diesem neuen, rasjenreinen Wiener Theater wird natürlich Juden der Eintritt verboten sein. Die zur Auffühmng gülangmden Werke und die Darsteller werden der Wnenprobe unterzogen. Vorläufig sind bloß 9000 Mitgliede.r erforderlich, dir sich verpflichten, 15 Vorstellungen anzuschen. Gerichtssaal. Der mißhandelte Hakenkreuzkolportenr. Ende Juli und arrfangs August, vor Beginn des Zi on istenkon gresses kan: es fast täglich in der Umgebung des Pratersterns infolge der Provokattanen durch hakenkrenzlerische Zeit-ungskolportcilre zu Zusammenstößen, bei denen auch Passanten oft in Mtleidenschast gezogen wurden. Am 28. Juli' wurde der Kolporteur (Ligen Pecksa, der Zeitschriften naiisnalsozialMscher Richtung ausgerusen hatte, wegen Exzesses arretiert. Auf dem ^Kommissariat wurde Pecksa nach Inhalt einer polizeilichen Meldung von den Pferdehändlern Josef und Leopold Glase r mißhandelt. Gestern waren beide beim Strafbezirksgericht 1 wegen leichter Körperverletzung angeklagt. Josef Glaser erklärte, daß der Kolporteur ihn fortwährend gehänselt und durch antisemitische Zurufe provostiert habe, weshalb er chm eine Ohrfeige versetzt habe. Der Richter Dr. Narz verurteilte nach durchgefühvteni Büweisversahren Jofif Glaser zu einer Geldstrafe von 16 Schilling. Leopold. Glaser zu einer Geldstrafe^ von 10 Schilling. Improvisationen eines schlagferttgen Sängers. Am 31. August kam es während der Generalprobe zur Oper „Carmen" ans der Bühne der Bolksoper Mischen dem Kammergnger Michael Bohnen und dem Mitglied des Cbores rchelm Korber zu einem Streit, in dessen Verlauf Bohnen dem Chorsänger zw er kräftige Ohrfeigen versetzte, so daß dieser eine Verletzung des Trommelfelles erlitt. Gestern ist beim Strafbczirksgerlcht eine Eingabe Körbers eingelangt, in der einerseits der Antrag aus Bestrafung des Kammersängers Bohnen wegen tätlicher Ehrenbeleidigung gesteM, andererseits eine Stvafanzei,,qe gegen Bohnen wegen boshafter S a chbelsch äd lgun g und wegen vorsätzllich'er Körperverletzung erstattet wird. Nach der Bchaupttrng des Anzeigers soll ihm Kammer- 3r Bohnen zunächst einen vchamenten Schlag ins Gesicht;t und chm auif die Bemerkung des Anzeigers: .Was err Sie sich?" einen zweiten, noch stärkeren Schlag versetzt haben. Ferner soll Bohnen den Anzeiger bei der Brust gepackt und chrn dabei das Hemd zerrissen haben. Der Anzeiger beansprucht in der Eingabe von Bohnen ein Schmerzensgeld von 10.000 Schilling, weiters einen Ersatz für das zerrissene Hemd und für Berdlenstentgang. Seitens dcz Gerichtes wurde die Anzeige Korbers zunächst an den staatscmwaltschaftlicheil Fmcktionär zur eventuellen Antragstellung in der Richtung der angezeitzten Delikte übermittelt und wird dann bezüglich der (Hrenbeleidigung an >das Vermittlungsamt geleitet werden. Eine Kindesmörderin. Die 23jährige Hausgehilfin Emma Brosch hatte sich gestern vor einem Schwurgericht unter Borsitz des Hoftates.Dr. S ch a u p p wegen Kindes-Mordes zu verantworten. Die Angeklagte hatte ein Kind zur Welt gebracht auch es in den brenuenlden Zimmevofen geworfen. Ihre Dienstgcberin, die das Gewimmer des Säuglings horte, kam darau'fyin ins Ziwmer und deckte so -den KirvdeSmoro auf. Die Brosch gab an, daß der Vater des Kindes ein verheirateter Schlossermeister sei. In der gestrigen Verhandlung sagte sie zu ihrer Verteidigung aus, daß sie sich nicht bewußt gewesen sei, tvas sie damals getan habe. Dw Geschwornen beantwortetell die Hauptfrage auf KindeSmord mit sechs Ja und sechs Nein und die Eventualsrage auf Geburtsverheimlichung mit zwölf Ja. Der Gerichtshof verurteilte daher die Angeklagte nur wegen des zweiten geringfügigen Delikts zu vier Monaten strengen Arrests, eme Strafe, dre durch die ausgeftanden-e Untersuchungshaft als verbüßt erscheint. Maborftrafte 17b ist im Bezirk das flltettbt SpeMhmtt