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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-14 · Heft 2358 (14.9.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2358 (14.9.1925)
Date
1925-09-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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fette 4 Wien. Montag Wiener Morgenzettuna f4. September 1925 von tont 82,30 Prozent verdaut werten, tem Bedarf« des Landes entsprechend zu erzeugen. Auch Buttermilch aus Süßrahm, die Keim Geflügel vorzüglich wirkt, ferner .Knochen sch rot find leicht zu beschaffen!. Diese Eiweißgaben boten nicht nur eine höhere Leistung zur Folge, die Eiablage verteilt sich Feicbmäßiger auf das ganze Jahr und eS werden Tier gelegt werden auch zu einer Zeit, -wenn höhere Preis« üblich sind. Ein weiterer Fortschritt ließe sich auch so erzielen, daß nicht mehr jeder Kolonist als Geflügelzüchter auftritt, sondern sein« Junghennen etwa im Alter von drei Mo- Mten aus geeigneten Zuchtstationen bezieht, sich so die verlafftrerche mch zeitraubende Aufzucht erspart und dafür auS den kontrollierten Leistungszuchtstati-onen wirklich lerstungsfahige's Geflügel bezieht. Das ist die Art und Wßkft, wie in den für Geflügelzucht maßgebenden Staaten zum Erfolg geschritten wird. Bei einer Leistung von IM Giern Md Erhöhung des Durchschnittspreises um nur 1V Prozent bringt eine Henne dann ein« Einnahme von jährlich 18 Pfund, also einen Unterschuß, selbst wenn man den höheren Preis des Kraftfutters tn Betracht zieht. Dies« höheren Einnahmen fließen zudem nicht auS der Tatsche des konsumierenden Städters, sondern werden durch höher« Produktivität und durch Ovgantsation erzielt. Der Weg, der in allen Ländern gegangen werden muß, di« Geflügelzucht zu einem ertragreichen Zweig« der Landwirtschaft zu gestalten, ist überall der gleiche: Dauernd kontrolliert« GeMgelleistunMuchtstotionen versorgen den Landwirt mit Bruteiern oder Junghennen. Die landwirtschaftlichen Versuchsstationen gehen dem Farmer bezüglich Pflege und Fütterung sowie beim Ausmerzen der Drohnen mit Rat und Tat an die Hand. Der Verkauf der voin-n, frischen, gleichmäßig sortierten Gier muß genossenschaftlich durchgeführt werten. Dann wird man in der nächsten Auflage von RuppinS Merk nicht mehr lesen können, daß die Geflügelzucht fast in alle« Kolonien verlustbringend war. ‘stnBM1? no’i5 n,*j KEREN KAJEMETH L’ISRAEL (Jüdischer Nationalfonds) WlgN, 1., Kfimtnerstmise 28. Tel 77486, 77488. -?o,tsparkasaenkonto 100.208. MOveiS Rr. 17. kefamtsmmne der Eingänge vom 1. dir So. August . . S.fsiuS Summe der Eingänge von Rosch Haschanah 6686 . . SS.688.S5 Zentrale 101S.11. .Phönix', 664, Smlg. in den Sophiensälen 126, Leo EliaSjohu 4b, durch Man Tastet: Smlg. Barbasch 10, Dr. Julian Blatt 10, Dr. Oskar Freudenheim 30, Frau Laura Diamant 60, Meier Teichberg 26, Dr. Benno Schwoner 10, Maaß 10. Anonym 10, Prof. Dr. Rosenfrld 6, Uscher Schächter 6, Anna Kintisch 7, Mose» Wiesen 5, Bezirket 1. Bezirk: 94r Robrrt Adler 20, Mar Ernst 62, Josef Hirsch 10, Engel 6, Dr. Siegfried Frankel 6; 2. Bezirk: 11.75: Beth Israel 6, Dr. Klaoer 5; SeNtiou Prater: 267 : durch Gerstl; I. L. Goldberg, Tel-Awiw. 250, Dr. Theodor Schäfer 16> 8. Dexirk: 495: Der. isr. Fleischhauer d. Fleischwerk 800, Dr. Emil Schmitz 129, Ing. Gustav Wolf 20, Doktor Adolf Reich 5; 8./S. Bezirk: 60: Dr. Paul Berger 60, M. Friedman» 7. L0./11. Bez.: 8: Isr. Temtzelverem für de» 10. Bez. 8 L2./LS. Bezirk: 10 r Dr. M. W. Sirew 10- 1V./17. Bezirk: 69: durch Adolf Böhm: Dr. Schmarrahu Ler wi» 69. 19, Bezirk: 25: Dir. Hermann Scharf 15, Professo- Dr. Ludwig Werner 10. 20. Bezirk: 6: Bernhard Stein, klein 5. Vereine und Sonderverbänte. I. A. 93. i 18: Ing. I. Blum: Smlg. zum Andenken an ben 8. H. Dr. Karl Wagner der I. A. B. Emunah Wien- Bielitz 18. — A« B. Kadlmahr 166- Ing. Paul Zuckermann. 165, Leopold Sitzmann 10. Lese- und Revehakle: 10: durch Dr. Karl Jelltnek: Dr. Heinrich Kallmann z. A. an Mosche Ber- 10. I. A. D. Unitas r 147 r Aktion Kaltenleutaeben 147: Z. M. B. Rehemia: 30: für Büchse« 80. Zßo«. Baak, denmte« t Blau-Weitz r 185: Smlg. Chomet-Braun 147, Smlg, Braun 18, Max Schwarzwald 10, Smlg. Leo Shomet 6. Fvuuenu or-anisattonr 222: Smlg. Rosa Weinstock 142. Smlg. Fra- Dr. Tattaiower 78: Dr. ZetSl 7. Hitachdnthr 68: Isar Herr! berg 20, Zitron 12, ReiSttnn 6. Jugendgruppe der LeopolöflaStr 15: Smlg. im Kongreßfal 16. «Mturgrnppe 20: 17. Smlg. 17. Mtsrocht: 174. Moses Hersch Landau 155, Smlg d Kammer 20. Poale Zion r 16: Smlg. 10. Dr. Eduard Bloch 5. Tcheleth Lawan Prnter-Drorr 42: Büchsen 25, Smlg. 17. Provinz: Krems: 50 r Wasservogel 50. veohenr 88: d. Simon Sewing 30, Jettt Spieß 8. Mödling r 40. durch B. Seiden r Alfted Moser 40, Bund jüd. Jungwanderer, St. Pölten» durch Bruno Eltbogen 100. Selbstkontingentler: Dr. Eduard Bloch 5, Adolf Böhm 69, Felix Brann 69, Leo Chomel 71. Laura Diamant 60. Dr. Gireoe 10, Leo EUeofohn 46, Max Ernst 52, I. A. Gerstl 250, Dr. Isidor Kilnbrr b. Jakob Metzger 300, Dr. Adolf Brich 5, Adolf Bstbner 84, Maurycy Seaatt 5, Leopold Sltzmann 10, Doktor Theodor Schilfer 16. Hermann Schürf 15 Max Schwaoz» »alb 10, Dr. Benno Schwoner 10, Bernhard Steinklrin 6, Nista« Taffst 50, Hrau Tr. Larlakower 80, Dr. Ehaim Tartakower 18, Max Teichberg 26, Frau Rosa tzVefnNych 112. Prof- Dr. Merner 10 Moses Wiesen 5, Ing. Gustav Wolf 20, Ing. Paul guckermann 155, Rudolf Wafservogel, Leoben, 60, Jetti Sptoß, Leoben, 8. Nene Telbstkonlingenle. Bis jetzt haben 712 Personen Kontingeute im Gesamtbeträge von 977 Alillionen Kronen übernommen. Aufgebracht haben davon 407 Personen 370 Millionen Kronen (38*/,). An den Gesamteinqäiige» des Keren Kajemeth l'Jsrael von Rosch Haschanah haben d e ^elbstkontiuqentler mit 97% beteilig:. Mitteilungen aus Dem Publikum. ERI-ARTIKEL für die feine Schuhpflege Wr.-Netuildter dient. Induitrie A.-Q., Wien, I., Parkring 4 Vertreter im Auulande eetacht I 102a Me politische und toirttchafttiche Lage der Süden in der Bukowina. Bon Dr. Mayer Ebner. Di« Zahl der Juten der Bukowina betrug vor Ausibruch des Weltkrieges etwa 180.000. Heute dürften 150.000 Juden in der Bukowina leben. Der Weltkrieg brachte mit sich eine Bölke «Wanderung im kleinen und auch viel« Taufende von Juden haben die heimatliche Scholle verlassen, um in fremden Ländern ein neues Leben zu beginnen. Ich gehe nicht fehl, wenn ich die Zahl dieser namentlich nach dem Westen des alten Oesterreich ausgewanderten Bukowinaer Juden auf 20.000 schätze, so daß in «der Bukowina etwa 100.000 Juden auS der Vorkriegszeit ihr Domizil haben. Die neu hinzugekommenen 50.000 Juden setzten sich teils aus galii-ischen Flüchtlingen, teils ans beßarabifchen Juden zusammen, die in größerer Zahl ihre Heimat verlassen und sich im ganzen Lande und zumeist in Ezernowitz angesiedelt haben. So hat das Bukowina« r «Judentum im Lauft von wenigen Jahren sein Antlitz geändert. Dieser Zufluß von etwa 50.000 nicht bodenständigen «Juden hat auch politisch und wirtschaftlich sich ausgewirkt. Rumänien will unbedingt seinen Charakter als Nationalstaat wahren, und faß alle rumänischen Parteien sträuben sich gegen die Tatsache, daß der Staat, dessen Bevölkerung zu einem Viertel aus nichtrumänifchen Nationalitäten besteht, eiten kein reiner Nationalstaat mehr ist. Man bemüht sich, diefts Viertel zu entnabionalisieren. Offiziell werden die Juden nicht als Minorität anerkannt, das heißt man will nicht zugesiehen, daß sie Anspruch haben auf die im Frieden-Vertrag den Minoritäten zugesicherten Rechte. Dies hat zur Folg«, daß unser Schulwesen vollständig vomantstevt worden ist. Immer mehr schwinden die Reiste einer nationalen Mischen Schule. Die starke nationalistische Bewegung im Lande ist im allgemeinen gegen alle „Fremden" gerichtet, das ist gegen die ethnischen Minoritäten, und in diesem Sinne wird uns der Charakter als Minorität Anerkannt. Unsere Lage ist um so prekärer, als Wir nicht nur Minorität schlechthin, sondern auch Juden sind. Der starke Zufluß von Juten aus den ehemaligen österreichischen Ländern aber gab der nationalistisch-antisemitischen Richtung einen starken Impuls, den Erwerb der rumänischen Staatsbürgerschaft an Bedingungen gu knüpfen, denen die neuansäfligen Juden zu entsprechen nicht vermögen^ obwohl sie nach temFvietensdertrag einen mittemReichsgesetze vom 25. September 1920, Moniit. Ofioial No. 140, anerkannten Anspruch aus die rumänische Staatsibürgerschaft haben. Wie die Dinge gegenwärtig stehen, ist es im höchsten Maße wahrscheinlich, daß ei« ansehnlicher Teil der Bukowinaer Jutenfchast dom Rechte derStaatSbürgerschaft ausgeschlossen seil« wird. Diese Juden werden, da sie in andere Länder nicht abgeschoben werden können — ihre Stellung ist die von Staatenlosen —, rumänische „Untertanen" ohne politische Rechte sein, und auch in zi^ilvechtlicher Hinsicht werten sie Ginschränkungen unterworfen sein. Allerdings hoffen wir, daß nach einem Wechsel der Regierung unter einer mehr demokratischen Herrschaft sich das LoS dieser Unglücklichen wesentlich verbessern wird. Die Juden waren tn der österreichischen Zeit ein politischer Machtsaktor in ter Bukowina. Heute sind sie es nicht mehr, Auch die anderen Minoritäten teS LanteS haten ihre politische Bedeutung vevloren. Die Wahlordnungen für Parlament und Gemeinde sichern ter vorherrschenden rumänischen Ration die überwältigende Mehrheit, so daß unser politischer Einfluß auf ein Minimum gefunken ist. Unsere jüdischen Parlamentarier, namentlich ter Deputierte von Ezernowitz, verfolgen die Politik einer bedingungslosen Unterwerfung unter dem Machtwillen der Regierung, ohne daß diese Politik ter völligen Selbstentänßernng irgendwelche politische, national-kulturelle oder wirtschaftliche Erfolge bringt. Wir Bukowinaer Zionisten stehen in l a n d e s p o l i t is ch e r H i n s i ch t in Opposition zur Regierung und w i r unterstütze« jede demokratische Richtung innerhalb des Rnniänentnms, weil wir nur von ter Demokratie ein politisches und wirtschaftliches Aufblühen deS Dantes und eine Bevbessevung unserer Lage erwarten. Gegenwärtig hängt unser Himmel voller Wolken. Der Antisemitismus macht reißende Fortschritte im Lande, obwohl die Jutenschaft dem Staate gegenüber loyal ist und alle Bürgerpflichten getreulich erfüllt. Nach meiner Meinung gehen wir trüben Zeiten entgegen, weil gewisse Kreise ein Interesse daran halben, die allgemeine Unzufriedenheit in die Richtung gegen die Juden zu lenken. Wir sind uns keiner Schuld bewußt, das rumänische Judentum kennt keim Jrredenta und die Verhältnisse in Rußland und in U n g a r n sind so wenig verlosend, daß ivir keinevteii Interesse an einer Aenderung ter Reichsgrenzen haben. Im Gegenteil, w i r wünschen ein starkes Rumänien und ein großes, weil m größeres Land auch größere wirtschaftliche Möglichkeiten hat. Uusere wirtschaftliche Position im Laude ist vorläufig im großen und ganzen nicht erschüttert und dies ist eine Hauptursache des wachsenden Antisemitismus. Nienrand kann sagen, daß wir unsere wirtschaflichen FÄhigsteiten zum Schaden te's Landes verwenden, im Gegenteil, die Bukowina ohne Juden würde ökonomischzusammenbrechen, denn was a« Handel, Gewerbe und Industrie im Lande geschafft« wird, ist zum sehr überwiegenden Teile jüdische Leistung. Do« nationalistischer Seite predigt man E m a n z i p ationvon dem ökonomischen Einfluß der Jude n. Der Antisemitismus ater propagiert «weniger die ökonomisch zulässige Konkurrenz, sondern mehr die nackte, brutale Verfolgung, ter gegenüber wir so ziemlich machtlos find, zumal die öffentlichen Getvalten gegenüber antifemttischen Uetevgrifftn sich mehr oder weniger passiv verihalten. Es gibt «im Laute eine starke StrömuyafÄrden Numerus clausus, der zwar nicht gesetzlich, ater von Jahr zu Jahr immer mehr zur Tatsache «wird. Die Staatsteanftenkarriere ist unseren Kindern tatsächlich verschloffeu, tee freien Beruft sind überfüllt, das akatemffche Studium ist aussichtslös. Noch gilbt es in ter Bukowina eine alte und sine Mittlere Generation jüdischer Intellektueller, ater nach etwa 20 Jahren wird die jetzt geistig noch so hochstehende Bllkowinaer Jutenschaft auf einem sehr niedrigen Niveau stehen — wenn wir in kluger Voraussicht nicht alles tun, um Bildung und Wisftn tu allen Kreisen Schichten des jüdischen Volkezu vechveiten, damit jüdische JntellektualitSt nicht an di« Voraussetzung freier akademischer Berufegeknüpftsei. Die Verfallserschemungen im Bukowinaer Jutentuu: wären noch viel stärker, wenn nicht ter Zionismus unser natio>nales Bewußtsein gestärkt Md unsere Seele« mit ter Hoffnung aus bessere Zeiten erfüllt hätte. Pole» ««d der tzlcherheltrvaft. Paris, 13. September. (Wolfs.) Der Sonderberichterstatter deS „Matin" in Genf hatte gestern mit hem polnischen Außenminister Grafen Skrzynski eine Unterredung, in der sich dieser über die Haltung Chamberlains gegenüber Polen äußerte, wobei er erklärte: Der englische Außenminister sieht vollkommen ein, daß eS in Europa ohne Polen keine Sicherheit gebe« kann. Obwohl das Programm seiner eigenen Partei und die Meinung der Dominien ihn daran hinderten, irgendwelche Verpflichtungen hinsichtlich der polnischen Grenzen einzugehen, bin ich doch sicher, daß Chamterlain mit seiner ihm zur Verfügung stehenden Macht den Abschluß des polnischen Schiedsgerichtsvertrages mit Deutschland fördern wird. Nach ChamberlainS Auffasiung müßten die Verhandlungen über den Rheinpakt unddie über denOstpakt zum gleichen Zeitpunkt und in derselben Stadt stattfinden. Sine Diamantendiebsbaade. Paris, 14. September. ,-Petit Paritsien" meldet aus Amsterdam, daß die Polizei eine international« Bande entdeckt hat, die sich mtt Diamantendiebstählen befaßt unddie in Portugal und Angola Komplicen hatte. Die Gesamtdiebstähle, die n-u-r zum Schaden einer einzigen belgischen Gesellschaft begangen wurden, betragen mehrere Millionen Franken. GS wurden sieben Verhaftungen vorgenommen. Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. UeHer Schutz vor Typhusinfektion. Die Aulftnerksanckeit der Wiener Bevölkerung ist augsnbliMch auf eine JnfeiktionskraNkhsit geleM, deren explosionS* artiges Auftreten in einer nahen Sommerfrische von Wien bereits mehrere Opfer gefordert hat. Es hat sich der Bevölkerung eine gewisse Furcht bemächtigt, daß ter Bwuchtyphus um diese Krankheit handelt es sich — auch nach Wen verschleppt werten könnte. Diese Befürchtung isi für Wien völlig grundlos, wenn man weiß, wie derlei Jnifektionen zustande komme«. GL isi heute als sicher festgestellt, daß sine Ansteckung mit Unterleibstyphus entweder durch kvimhaltiges Trinkwasser oder durch sogenannte Kontüktinfettion herbüigeftihrt wich, llnftre herrliche Hochquellenwasserleitung, die auf ihren: langen Wege keinerlei Jftktionskeime von Senkgruben und Abwässern aufnehmen kann, gibt uns eine sichere Gewähr, daß das Wiener Wasser keine Quelle der ErkraMmg Mden kann. ES sind somit Massemrkrankungen saft ausgeschlossen. Ganz anders verhält es sich mit den Kontakkinfe-ktionen. Solche finden in Großstädten jederzeit in beschränkter Zähl statt. Besonders gegen Ende des Sommers bringen die Memr stets aus den Sommerfrischen einige KranGoitSfälle mit, die meist durch infiziertes Trink- oder Mtztvasser entstanden sind und hier bisweilM durch Uebevtragen der Kein:« von Mensch zu Mensch weitere Erkrankungen erzeugen können. Bei den strengen Wiener sanitären Vorschriften und ter sofortigen Jspsierung der Kranken bleibt eS auch immer nur bei einzelnen Erkrankltngen. Die Krankheit kommt ausschließlich dllrch Verschlucken lebonter Typhusbazillen zustande. Diese werten massenweise mit den Stlchtgängen oder mit dem Harn abgesetzt und gelangen mit durchsickernder Flüssigkeit as Senkgruben in eitlen benachbarten Brnnnen oder aus einem Flusse in eine Wasserleitung und infizieren alle Personen, die von dem bazillenhätttgen Wasser getrunken haben. Typhnsinfektionen können sich mich ereignen, wenn infiziertes Wasser zum Mspülen roh verzehrbarer Nahrungsmittel, zum Verdünnen der Milch, zur Sodawasserfabrikation, zur Ai.sspiilung und Reinignug vnn

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