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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-13 · Heft 2357 (13.9.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2357 (13.9.1925)
Date
1925-09-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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fMfc 4 Wien, Sonnkag derart, das alles ausgeschlossen erschien. was mit Liesen strittigen Fragen im Zusammenhang sein konnte. In diesem Absolutorimn war nur die Rede von Ler politischen Führung der Geschäfte und 'besonders von dem historischen Ereignis der Eröffnung der Universität, das natürlich als politisches Faktum ersten Ranges zu werten war, so daß denjenigen Parteien, die im wesentlichen mit der Führung der Geschäfte durch Weizmann einverstanden waren, Gelegenheit gegeben ivar. für daS so gefaßte Absolutorkum zu stimmen, ohne zu ihren sonstigen religiösen oder sozialien Anschauungen in Gegensatz zu geraten. Es wäre verständlich gewesen, wenn der orthodoxe Flügel oder die sozialistischen Parteien Erklärungen abgegeben hätten, die die Wahrung ihrer speziellen Anschauungen zum Ausdruck gebracht und dabei betont hätten, daß fie im großen und ganzen damit einverstanden seien, daß die Politik so wie bisher geführt werden muß und nur durch Weizman geführt werden kann. Das ist nicht gestehen. Die Parteien der Rechten erklärten, trotzdem sie im großen und ganzen mit der Politik der Exekutive einverstanden seien, sich der Abstimmung zu enthalten, weil sie mit der religiösen Führung nicht einverstanden feien. Eine ähnlich gefaßte Erklärung gab — aus anderen Gründen — der sozialistische Flügel ad, von dom ein Teil noch während der Generaldebatte einen Hymnus auf Herbert Samuels Politik angestimrrtt Hatte. Unter diesen Umständen ivar es durchaus billigen, daß Weizmann daraufhin erklärte: „Ich kann die Geschäfte nicht weitersühven, weil ich in den Augen der gesamten nichtjüdischen Welt und in den Augen der jüdischen Welt, die jetzt mit uns verhandelt und mehr oder weniger in unsere Reihen eintveten will, als der Vertreter der Organisation erscheinen muß; wenn jetzt eine . Rechnung ausgestellt wird, die 'beweist, daß weniger als -die Hälfte des Kongresses sich fiir meine Politik ausgesprochen hat, so ist mir die Möglichkeit genommen, als Vertreter der Zionistischen Organisation zu erscheinen." Was in Staaten möglich ist, die auf einer festen Grundlage ruhen, daß, wie noch vor kurzen m England, eine Minoritätsregievung die Geschäfte führt, ist bei uns nicht Lenkbar. Darum mußte Weizmann sagen, er könne nicht die Verhandlungen. führen, da die größere Hälfte des organisierten jüdischen Volkes chm Las Vertrauen nicht ausdrücklich votiert hatte. Wäre dies zum erstenmal der Fall gewesen und wäre nicht schon Jahr um Jahr an dem Vertrauen, Las die jüdische Oefsentlichkeit zu Weizmann als Vertreter des Zionismus hat, gezerrt worden, so wären auch die oben angeführten Tatsachen noch nicht ausreichend gewesen für den Beschluß Weidmanns und der Exekutive. Aber es war nicht das erstemal. Kurz vor der bereits erwähnten Aktionskomitees! tzung m London, am 30. Juni, erhielt ich einen Brief von Weizmann, in dem er erklärte, er sei nicht mehr in der Lage, die Geschäfte weiterzusühven. Er »führte dafür persönliche Gründe an, die man respektieren muß, daneben aber auch Gründe Politischer Natur. Er schrieb unter anderem: „Ich kann nicht die Verantwortung für die Arbeit 'des nächsten Jahres übernehmen, für die Aufbringung der Mittel, für die Verhandlungen mit den Juden, die in den Städten und oft in den Dörfern den Hauptteil der Bevölkerung bilden. Sie leben stets eng beieinander in geschlossenen Gemeinschaften, an den Wegen, die anderen Stämme nicht stets in geschlossenen Dörfern, sondern oft über das Waldland zerstreut in vereinzelten Bauernhöfen. So bekommt man den Eindruck eines slrekkenweift ganz jüdischen Landes. Wir fahren den langen Serpentinemveg bis zur Höhe des Gut: langsam empor, nicht ohne dabei einen Ochsenkarren in den Graben zu werfen, dessen Deichsel sich hoch aufrichtet, so daß die vorgespannten weißen Ochsen — wie zur Hinrichtung bestimmte Verbrecher — an ihrem Ochsenjoch in der Lust schweben. Mit orientalischem Gleichmut nehmen die Führer, die sich aus dem Straßenstaub aufraffen, ihr Schicksal hin. Wir fahren höher und höher und überschauen rückblickend dieses schöne, fruchtbare Land, das zu einem Garten Gottes gemacht werden könnte. So weit das Auge reicht, Bergzügc, welche die Ebene» trennen und sich keineswegs an den Atlas halten, der ihnen vorschreibt, Siebenbürgen in eurem Halbkreis zu umgeben. Aber im Osten ist man nirgends gewohnt, sich fo streng an die Vorschriften zu halten, und von der Natur kann man es schließlich am wenigsten verlangen. Auf der Höhe des Passes wird unser Auto von einigen herumluugernden Kerlen angehalten, die stürmisch verlangen, mitfahren zu dürfen. Die Lage wird bedrohlich, da sie die Trittbretter des Wagens erklettern. Aber der Chauffeur rettet die Siiuation: „Was wagt ihr", schreit er sie an, „der Minister im Wagen wird euch bestrafen lassen." Er benützt den Augenblick entstehender Verwirrung, um -schnell davon zu fahren. Jenseits des Bergsattels ein überraschendes Bild: Maisfelder, umrahmt von unermeßlichen Wäldern, hinter denen gewaltige Bergrioftn auftagen. Rechts am Horizont die weißen, mit Schnee bedeckten Spitzen des Pietros und links in der Feme die weißen Türme einer Stadt: Marmaros^Sziget. 'M In diesem Lause ist alles voll Holz — die Häuser der Dörfer, die Brücken der oft verfallenen Straßen, die Kirchen aus den Hügeln, oft selbst die Pflüge der Bauern. Und diese Bauern tragen die malerischesten Trachten aus selbstgewebten Stoffen. Die Frauen blaue, rote uub schwarze Tlickereien auf weißem Grunde, die Männer bestickte Müder aus braunem Leder und darüber langhaarige Schafpelze. Die Stiefel trägt man meift in der Hand, wenn utau Sie dienen »uv als Schmuck beim Sonn Wlener Morfteir-eUrrnst_ hOcA €ut erdfeäM! Durch Dr. Hoffbauers fl Entfettw -TiiMii I m Beste Wirkung, ohne Diätzwang, “ garantiert unschädlich Vom Volksgesundheitsamt bewilligt (Nr. 911) Kain Abführmittel Kein« SihlltfdrUse Depot . APOTHEKE .ZUMRÖMISCHEN KAUER" WIEN, I. WOLLZEILE 15/4 1106 Nichtzionisten und der Mandatarmacht, wenn mein Ansehen auf dem Kongreß irgendwie geschmälert wird." Schon damals rechnete also Weizmann mit der Möglichkeit, daß /ms diesem oder jenem Grunde eine schärfe reKritik, alssiesachlichberechtigtist, an ihm geübt werden und daß diese Kritik dazu beitragen tverde, in den Augen derer, mit denen er verhandelt, seine Autorität zu schmälern und seine geschwächten Nerven zum Zerreißen zu bringen. Ich habe mich damals mit anderen Freunden in London bemüht, Weizmann von seinem Entschluß abzubringcn, und das einfach aus dem Grunde, weil wir eben jetzt diesen Mann brauchen. Wie ich schon einmal öffentlich erklärt habe, wäre es vielleicht im beiderseitigen Interesse sehr gut, tvenn lvir Weizmann für ein Jahr Urlaub geben könnten. Nun sind wir jedoch in der merkwürdigen Situation, daß wir auf Weizmann nicht verzichten können. Nicht nur weil Weizmann eine außerordentliche Kraft ist, auf die kein Volk verzichten könnte, sondern auch wegen der besonderen Mischung seines Charakters, die es ihm und nur ihm ermöglicht, mit England zu verkehren. Es gibt — vielleicht Clemenceau ausgenommen — fast keinen kontinentalen Politiker, der «mit England so verkehren könnte, wie man mit England verkehren muß. Gegenüber Englands politischer Tradition sind die kontinentalen Politiker Parvenüs. Nun haben wir das erfreuliche Schauspiel, .daß der Jude Weizmann, der nach;bcm jetzt aktuellen Ausdruck fi'fth-fifth zu 50 Prozent ein englischer Staatsmann und zu 50 Prozent kein solcher ist, gerade durch diese Mischung weit mehr Möglichkeiten als fchbft englisch-jüdische Politiker wie Sir Herbert Samuel öder Sir Alfred Mond Hat, auf die englischen 'Staatsmänner denjenigen Einfluß zu üben, den er üben muß, weil wir der Macht Englands nicht mit gleichen Machtmitteln gegeuübevstehen. Der Mann nun, der mit Mitteln, die wir nicht analysieren können, solche Wirkung übt, der es dazu brachte, daß bei der Uuiversitätseröffnuug die ganze Welt, über auch die t u g l i f ch e R e g i e r u u g durch acht Tage G a st des jüd i s chen Volkes war, hat nun das Bedürfnis, daß man ihm ehrlich sagt, ob man wünscht, daß er Zweiter das -jüdische Volk vor der nichtjüdischen Oefsentlichkeit vertrete oder nicht. Deshalb war cs berechtigt, daß Weizmann, als diese Antwort nicht einwandfrei erfloß, erklärte, er könne in die neue Exekutive nicht eintreten. Nun kam da» Erwachen. Die Gruppen und Parteien, diesich der Abtagsstaat oder beini Besuch in der Stadt. Die Bewohner des Waldlandes sind stille, fleißige, demütige Menschen, mit scharfgeschnittenen Gesichtszügen und wallendem Haupthaar, wie man es bei uns im fernen Mittelalter zu tragen pflegte. Aber in diesen! bunten Gewimmel von Trachten sieht man viele hohe und 'langbärtige Gestalten in ärmlichster europäischer Kleidung, die auf den Feldern arbeiten. Mais bauen, Gemüse pflanzen, Holz aus den Wäldern fahren. Sie alle sind Juden, die in harter körperlicher Arbeit ihre.Tage verbringen, genau wie die Rumänen und Ruchenen rings umher. Vor den kleinen Veranden der Blockhäuser aus unbehauenen Baumstämmen sitzen graue Mütterchen und spinnen Garn aus selbstgebautem Flachs am Rocken, wie einst wohl die Frauen der Patriarchen, und weißbärtige Patriarchengestalten sitzen neben ihnen und lernen im Lichte der sinkenden Sonne aus dem Talmud und der mittelalterlichen Weisheit der Kabala. Denn von einem weisen Manne wird verlangt, daß er neben seinem Studium ein .Handwerk treibe, und von dem Bauer, daß er neben seiner Feldarbeit in der Schrift lese. Jüdische Schmiede beschlagen die Bauernpferde und schmieden Radreiftn, und ringsum spielen eine Unmenge dürftig gekleideter kleiner Buben, den breitrandigen Hut auf dem Kopfe, unter dem lange Schläfenlocken herunter fallen. Das gleiche Bild in jedem Dorf, viele Stunden lang, bis hinauf nach Borsa, der letzten bewohnten Ortschaft, wo der Hochpoß nach Dornawatra beginnt. Hochalpeula ndschasl. Das große Dorf, von Schneegipfeln überragt, zählt 3000 Juden, die hier am Fuße des Pietros in Weltähgeschiodenheit leben. Sie sind sehr fromm, Chassidim, Anhänger des „Baal Schont", der einst vor 200 Jahren in den Karpalhenländern lebte und lehrte. Sie üben alle Berufe ans, die ihre Waldeinsamkeit erfordert, arbeiten in den großen Sägewerken und wälzen die schweren Eichönstämme, schleppen mit den Händen die schweren Felsstücke aus den Steinbrüchen, arbeiten unter Tage als Bergknappen und reiten auf ihren kleinen Bergpftrdchen, von deren Seiten die Melkkübel 'herabhängen, hinauf auf die Alpweiden zu ihren dort grasenden Horden. Ihnen sind die Urwälder anvertraut, in denen heute noch Bären und Wölfe, Wildschrveine und Wildkatzen in Mengen hausen. Sie wachen auf beim Klang der Alphörner, welche die rumänischen Schafhirten droben auf ihren Alpen blasen und deren langlMeude, klagende Tone immer wieder die stillen Täler dnrziehen. Und ihr Sterben ist so bescheiden wie ihr stilles Dasein, das in täglich zwölfstünviger Arbeit und 13. September 1936 fff?. AM stimmung über das Absolutormm enthalten halten, musste! zu einer Erklärung gebracht werden: Man wünscht, das die Politik, die bisher geführt wurde, weitergeführt wir- und nran wünscht, daß sie durch Weizmann geführt wird Als Weizmann sich nach langem Zögern entschloß, zun Permanenzausschuß zu kommen, der ihm die erwei 1 e r t e Vertraucnsresolution vorlegte, drängt, ich Weizmann, dieses Vertrauensvotum und die dann verbundene Betrauung anzuiveb.men. Ich sprach znn Zionisten Weizmann, der, wie ja di« allgemein bekannt» Vorgeschichte der Baffvur-Deklaration beweist, zum Führe, eigentlich nicht gewählt, sondern in gewissem Sinne aus. erwählt war. Dieser Führer mußte, wenn ihm die Mög> lichkeit gegeben wird, vor der Außenwelt mit verstärkte, Autorität zu erscheinen, das Mandat wieder übernehmen Nun kam jedoch ein zweiter Zwischenfall! dieser «bezog sich auf die Wahl der Exekutive. Ir unseren Reihen herrscht ohne Unterschied der Partei, richtung schon seit einiger Zeit die Tendenz, zu verlangen daß der Kongreß, wie es in den meisten parlamentarisch regierten Staaten der Fall ist, den Premierminister de. signiert. Nach der allgemeinen Hebung stellt der Pvemie, sein Kabinett zusammen, und das Parlament, dem er ei vorstellt, votiert beim Regierungsantritt ihm und seinem Kabinett das Vertrauen. Daß es in einem Ministerium in einen, parlamentarisch hoch entwickelten Staate auf die Person -der einzelnen Minister wenig ankommt, -dafür gibt gerade in dem klassischen Lande des Parlamentarismus, in England, das gegenwärtige Kabinett Baldwin ein Bei« spiel, in welchem der Innenminister, der einer unbedeu. teuden Fraktion der konservativen Partei angehört, mehr als drei Vierteln des Unterhauses nicht genehm «ist, ahne daß für das Kabinett dadurch irgend welche Schwierig, keiten entstünden. Aber «diese parlamentarische Uebung können wir nicht ohnelveiters übernehmen. Da die Wahl erst am Schlüsse des Kongresses erfolgt, -hat unser designierter Premier nicht mehr die Möglichkeit, ein weiteres Vertrauensvotum zu erhalten. Deshalb war es «bei uns üblich, daß alle Mitglieder der Exekutive vom Kongreß gewählt wurden. Wenn nach dem Kongreß gesagt wurde, daß die Schwierigkeiten sich «daraus ergaben, weil eine ganze Reihe von Personen, an die Weizmann hcrantrat, es a«bge lehnt hätte, in die Exekutive einzutreten, so muss demgegenüber erklärt werdendaß die's -nicht der Fall war. Bon keiner Seile, an die Weizmann 'herantrat, ist eine Absage erfolgt; auch ich «habe, als Weizmann mich $uim Eintritt in die Exekutive aufforderte, nicht abgelehn-t; -ich habe mich vielmehr prin- - zipiell bereit erklärt, in die Exekutive einzutreten. Die Schwierigkeiten, die sich ergaben und die den Kongreß veraulaßten, nur die beiden Präsidenten zu wählen und «es ihnen zu überlassen, sich ihre Mttareiter auszusuchen und dem Aktionskomitee, in dem sämtliche Parteien, des Kongresses vertreten sind, zur Wahl vorzulegen, hatten ihren Gvund darin, daß im letzten Augenblick, in den letzten Stunden de's Kongresses, als die Klärung erfolgen mußte, Weizmann nicht mehr in Wien und es nicht möglich war, m seiner Abwesenheit jene Veränderungen -vorzunehmen, die auch von den in die Exekutive designierten Mitgliedern und nicht ■'■■■«■■aHWWWWS, IJJ'J.e 11!iü_i 1 I unter Entbehrungen aller Art verl«äust. Denn sie kennen nicht einmal einen Sarg und betten schon zwei Stunden nach dem Tode den Leib des Abgeschiedenen in den Schoß der Mutter Erde. Und sie haben nur eine Hoffnung: nämlich, sich aller Bedrückung und Vereinsamung zu entziehen, indem sie ihre Felder im Stiche lassen und das gleiche bescheidene Dasein und die gleiche harte Arbeit in dem wiedcrerstaudenen Palästina fortsetzen. Die ganze Marmaros «will wandern, Dorf bei Dorf, Städtchen bei Städtchen. Nur hinaus nach dem blauen Süden, nach dem Lande Israel, das sich aus seiner Verwüstung erhebt. „Denn wer Boden erwirbt «im heiligen Land, der bricht dem Messias den Weg, sagen die Weisen." „Und es sind messianische Zeiten," so jagt der Rabbiner, indem er die verträumten Augen von dem dickleibigen Talmudfolianten erhebt. * Theiißabwärts rollt unser Zug Sziget entgegen. Das Ufer drüben ist tschechisches Land und der Grenzfluß bricht! durch tieft Bergschluchten seinen Weg. Gr braust und! schäumt zwischen den Felswänden, und durch die Wirbel' schießt Floß nach Floß, ganze Wälder, die man hinab-! steuert zur Donau. Biele der Holzknechte sind Juden, die! mit ihren Kameraden 24 Stunden lang aus den gebrechlichen Fahrzeugen Mühe und Gefahr teilen. Bis nach Belgrad geht die Fahrt, oft mit der Schnelligkeit eines Eilzuges, zwischen Klippen und Felsen. Gegen Abend taucht S«ziget vor uns auf, gelagert an grüne Bergmatten. Eine' Stadt der Armut und Erwerbslosigkeit, denn die neue Grenze scheidet den Ort von seinem natürlichen Hinterland., Von den 26.000 Einwohnern sind mehr als 32.000 Juden und die Hälfte davon besteht aus sogenannten ,^Lu ft Menschen". Niemand weiß, wovon sie leben. Sie gehen in Lum-! Pen und wohnen in Häusern, von denen es ein Rätsel ist, - weshalb sie wicht zusammenbrechen. Und doch haben diese Menschen Hoffnungen: Gott und das heilige Land, das aus der Ferne winkt. Und Gott besonders nahe steht der Wunderrabbiner, der die Seelen dieser Stadt beherrscht. - In der Akrrmaros gibt es noch heute viele Heilige; in den Wäldern wohnen katholische und griechisch-orthodoxe Gin-! siedler, zu denen man mallfahrtet und die die Wunder tun. Für die Judett wirkt sie der Nachkomme des Baal Scheut,! des armen Fuhrmannes, der vor dem Rtvs Gottes in die! Schluchten der Karpathen flüchtete und dort von dem Herrn der Welt mündlichen Verkehrs gewürdigt wurde. 'Seine Schüler und Nachfolger lehren, daß man sich dem Urquell des Seins durch Versenkung uätzern Könne und daß -

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