Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2353 (9.9.1925)
- Date
- 1925-09-09
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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-DE d Men, Mittwoch Wiener MuraenHettunfl gascha She'er Kr dar hebrSiiche Kon ervatorinm in Srer Israel. Aus New-Dork wirb uns berichtet: Wie -bereis gemeldet, hat sich in Amerika unter j&em Präsidium Jks bokannteir Dirigenten Boris Moros eme Gesellschaft zur Errichtung eines heb rä ische n Ko nse rv a to r in m s in Erez Israel gebildet. Moros hätte schon vor einiger Zeit nach Tel-Awiw übersiedeln sollen, 'doch zog er cs vor, zunächst irr Amerika selbst die Errichtung des Konservatoriums finanziell sichevzustellen. Cr wandte sich zu diesem Zwecke an die bekanntesten jüdischen Sänger, Tondichter. Tonlünstler und Dirigenten, bei denen er bereits die besten Erfolge eyzielt hat. Bor einigen Tagen erschien Moros in Begleitung des jüdischen Komponisten Josef A ch r o n bei dem weltberühmten GoigenEünstler Jascha Chefez uud lud ihn ein, die Stelle eines Viz.präsidentcn in der Gosellschaift zur Erhaltung und Förderung des hebräischen Konservatoriums anzunehinen. Jascha Chefez war von dieser Auszeichimng so gerührt, daß er nicht nur das Ehrenamt anncchm, sondern als Zeichen dafür, wie nahe Erez Israel und dir jüdische Musik seinem Herzen stünden, sich auch verpflichtete, im Rohmen des zu erbauenden Konservatoriums auf eigene Kosten einen großen Konzertsaal bauen gu lassen. Er sprach den Wunsch aus, daß der Konzcrtsaal den Namen Joses-Chefez-Saal erhalte. Chefez will bei der feierlichen Grundsteinlegung in Tel- Wo iw anwesend sein und erklärte überdies, bis zur Fertigstellung des Konservatoriums jährllch fünf Konzerte zugunsten des Baufonds zu veranstalten. Jascha Chefez gehört zu den wenrgen großen Künstlern, die in ihrer ftüMen Jungend als Wnndelkmder allgemeines Erstaunen erweckten, aber auch die Hofrnungen, die in ihre Kunst gesetzt wurden, erfüllt haben. Chefez, ein Schüler der -berühmten Geigerschule der Wiener Musikakademie, ist nicht nur ein hervorragender Geiger, sondern ha: sich auch durch seine Bearbeitungen klassischer und altjndlscher Musik für die Geige berühmt gemacht. Aas den Theatern. Burptbear er. Heute y,8 Ufo abends. «E i n idealer Gatte*. Morgen «D e r R t ch t e r von Zola m e a*. Operntheater. Heute, 7a7 Uhr abends, .Der Rosenkavalter". Morgen «Don Gil von der grünen Hose*. Arademietbeater. Heute. V,8 Ubr abends, «Der B l b e r p e l z". Morgen «Der Liebhaber*. Schönbrunner Schlotzlbeaier. Morgen Erstauifüdrung von Maillarts «Das Glöckchen des Eremiten*. Volksover. Heute „Margarete* (Faust) mit Kammersänger M chael Bohnen als Mevhisto. Den Fan . singt Herr Laurenz Hofer von der Staatsooer, das Gr tchen Frau 'Lunte Kley. Morgen „H o f f m a n n s Erzähluitoeit*. Deutsches Volkstheater. Samstag den 12. d. findet die deutsche Uraufführung des Lustspiels „Wenn ich wollte" von Paul Geraldy und Robert Spitzer statt. — Sari Fedak spielt noch dreimal in „A n t o n i a". Thearer tu o - r Z o > e: n a d :. Morgen findet die 25. A istübrung von F.anz Werfels «Juarez und Maximilian* statt. Renat'iancebübne. Heute beginnt Hansi Niese ein kurzes Gastspiel in «Mein Mann, der große K ü n st l e r*. Johann-Strauß-Theater. Sonntag gelangt die erste Nachmittagsvorstellung «Der Frauens r e s s e r* zur Aufsthrung. R o l a n o - B ü b n e. In Vorbereitung steht Francescos «Sieben Kapitel von Benno Vigny* unter der Leitung Friecrch Fehers mit Magda Son.a, Eugen Jen en und Anton Teller in den Hauptrollen. Die Musi! stammt von Lela L a 3 k y. _ Wgar Schisfmann wurde als Dirigent für die Wiener Volksoper gewonnen. Der junge Künstler hat sich als feinfühliger Dirigent an hervorragenden Prüvingbn/hnen bewährt und ist aus den Konzert'sälen vorteilhaft bekannt. Drei Pirandello-Urausführungen in Deutschland. Ein neuer Piraudello wurde im Berliner Kleinen Theater aufgeführt. Das Stück heißt .Messer als srüher", ist eine dramatisierte Novelle und schildert recht verzwickte Famiilienverhättnisse: Eine Frau wird die Gattin ihres — Witwers und die Stiefmutter ihrer leiblichen Tochter. Solche ungewöhnliche Ereignung ist dadurch ermöglicht, daß die Frau lief sank, ihrem Mann vor 13 Jahren davon! ie-s und für ihn gestorben ist. Das Schickst bringt sie jetzt wicker in das Haus des Gatten und der Tochter. Da sie totgesagl ist. wird sie ,Stiefmutter". Maria Orska spielte in der Novität, die geteilte Ausnahme fand, zum erstenmal eine Mutter. — Die Zahl der Pivandello- Urauifführungen in Deutschla-itd wächst stark. Ungefähr gleichzeitig mit dieser Berliner Premiere ging in Frankfurt Pirandellos „Das Leiben, das ich dir gab" in Szene und in Mannheim steht die Uraufführung von „Spiel der Parteien" bevor. Radroprogramrrr. Heute Mittwoch den 9. September: 11 Uhr bis 12 Uhr 50 Min.: Bo!Mlltagsmu,ck — 4 Um lü Min. v>s .5 Uhr 2o toan.t Nachmi tags onz-rt 5 Uhr 30 Min bis 0 Ubr 5 Min.: «A S Grimms Märchenwelt", gelpro^ en von Ille Jta — 6 Udr 30 Min. bis 7 Uhr: Vortrag Dr. Franz Deutsch: «Gemudheit und Svort.* —- 8 Uhr: Opernauffütnung r „Tannhäuer*. Muwirkenvr Karl Norbert ' Staat?over), Kammersänger Richard Schubert. Artur Wolke cStaatsover). Malvine Szterenyi StaatSwer), Klotilde Wenger. Musikalische Leitung: Dr. Ludwig Kaiser. Vereine. BortrSge und Versammlungen. Zionistische SettionPrat er. Wiedereröffnung der hebräischen Schule und des Kindergartens am 1b. d. Einsch eibungen rag ich von 4 bis 9 U r >m Sektionsheim. 2. Dez.. Jungstiaße 8. Sitzvlltzkarten für die hohen Feiertage von 1 bis 5 Schlllma erhältlich betr Sekt'onshetm. 2. Bez, Junglraße 8, Schuhgeschäft Aschkenaiy, 2. Bez.. Sterneckplatz 17. 9(itffo”cn Der Redak loa. f. Wolf» 2. Bez., «Hechaluz*, Wien, 1. Bez., Bauerni. 8erichtssaal. Va> Wort «Fade" al» Khmibetelvisung. Ein bemerkenswertes UrtctI 'älltt kürzl.ch der Strafrichter -es Bezirksgcrich:s Fünfhans, Bezirksrichter Dr Barr ec-ek, anläßlich ein.'s .5!,cen beleidi gungsprozesscs, in dem der Ausdruck „blöde Jüdin" i.rlrimirn.'rt war. Als Kläg.ri:' erschien die Möbclischle sg.rttiu, Frau Grsel.r R u ck c r, als Beschuldigte Frau Marte Mauer. Gisela Rücker war van Rechtsanwalt Dr. Roben Klein, Fran Mayer von Rechtsanwalt Dr. Wolter Rieh I, dem bekannten Hakenkreuzadvokaren und Verteidiger des Mörders Rothstock, vertreten. Der Tatbestand ist fo-gerder. Fm 'l. Fntri ging Fron Rücker zur Hausbesorgerin, Iran Mari' Müller, uns bat um den Schlüssel zur Waschküche. Die Hansnieistcrln erklärte, daß sich der Schlüssel bei Frau Mayer befinde und mochte sich erbötig, ihn zu holen. Frau Mayer äuß^rre sich zu der Hansvosor-gerin, als sic um 'den Schlüssel bei ihr vorsproch: „Der Schlüssel liegt schon feit 8 Uhr hier, sie hätte sich ihn holeir kömren. Machen Sie doch nicht dieser blöden Jüdin den Trottel." Frau Rücker, -der diese Aeußerung hinterbracht wurde, klagte auf Ehrenbeleidigung. Die Hausbesorgerin Marie Müller wurde beeidet und erklärte, der Ausdruck „blöde Jüdin" sei gefallen, sie wisse es ganz bestimmt, ein Zweifel sei ausgeschlossen. Der bei der Beschuldigten wollende Student, der Hörer der philosophischen Fakultät Oskar Lange n, der der ganzen Szene zwischen der Beschuldigten, seiner Tante, und der Hausbesorgerin boigewchnt hat, gab an, daß irgend eine Beleidigung von seiner Tante nicht gefallen sei. Es wäre ihm dies jedenfalls ausgefallen und er hätte sich dies auch gemerkt. Das Wort „Jüdin" sei von der Beschuldigten gebraucht worden, aber „blöde" Jüdin ganz gewiß nicht. Dr. Robert Klein wies darauf hin, daß die Aeußevung der Beschnldrgten die Klägerin hätte herabfetzen und verächtlich machen sollen. Sie habe ihre Gegnerin in der Zugehörigkeit,zmn jüdischen Bolksstamme treffen und beleidigen wollen. Rechtsanwalt Dr. Riehl führte aus, daß es sich lediglich darum handle, wem inehr Glauben beizumessen sei, dem Studenten der Philosophie oder der Hausbesorgerin. Ersterer erklärt im zuversichtlichsten Tone, das Wort „blöde Jüdin" sei nicht gefallen, lediglich das Wort „Jüdin", was doch kein Mensch als Ehrenbeleidigung ansfassen werde. Für das Gericht könne kein Zweifel bestehen, daß die Aussage des Studenten der Wahrheit entspreche. Dieser Auffassung des Dr. Riehl, die um so feiger und hinterhältiger ist, als Dr. Riehl und seinesgleichen das Wort Jude stets nur in herabsetzender und beleidigender Absicht gebrauchen, konnte sich natürlich der Richter nicht anschließen. Er verurteilte auch di>e Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 10 'Schilling und führte in der Urteils'begründung aus, daß es gleichgültig sei, ob das Wort „Jüdin" oder die Worte „blöde Jüdin" gefallen seien. Eine Beleidigung liegt schon vor. wenn das Wort „Jude", beziehungsweise .^Jüdin" allein ohne nähere Bezeichnung erfolgt, wenn nur die Absicht der Beleidigung, die Verächtlichmachung, bezweckt wird. Volkswirt. Genen dke Bodenspekulation in VaMina. Zusammenarbeit zwischen „American Zion Commonwealth" und „Meschek". - Eine „Palestine Farmer Bank". Vom 25. bis 30. August 1925 fand in Wien eine Konferenz der Vertreter der „American Zion C o m m o nwealth, Jnc." und des „Meschek. Palestine Building Company L r d." statt. Die Konferenz befaßte sich mit einer Reihe wichtiger Probleme, die mir der großen, stetig steigenden Alijah der letzten Zeit und der: komplizierten Kolonisaiionsverhättnissen zu-sammenhängen. Es wurden besprochen: die Notwendigkeit der Berbessertlng der Geschäflsverbtndtlngen zwischen Galulh und Palästina; die Notwendigkeit, die Bodenspekulation durch Konzentrierung sämtlicher Bodengeschäfte in den Handelt eines starken mit dem Naltionakfonds und mit der Zionistischen Organisation zusammen arbeitenden Institutes zu bekämpfeir; die Notwendigkeit, die Gelvährung voll kurz- und langsristigen Krediten für die Landwirtschaft in Palästina stcherzustellen; die Notwendigkeit, eilt Gleichgewicht zwischen den Interessen der Privatinitiative und denert der Nation herzustellen; — schließlich die Notwendigkeit, die uugerege-lt vor sich gehende Immigration nach Patästilia rationell zu organisieren >lnd für die Kapitalien der Jnunigranten eine zweckmäßige produktive Verwendung zu schassen. Auf Grund der wirtschaftlichen Erfahrungen, die die beiden Gesellschaften in Palästina gesanmrelt haben, hat die Kottserenz einen Platt der gemeinsamen Tätigkeit entworfen, der zur Lösung der genannten Probleme beitragen soll. Der Plan geht aus folgenden Hauptbvschlüssen klar hervor: 1. Die beiden Gesellschaften vereiltigen ihre Tätigkeit und bilden eine gentciltfame Körperschaft die die Ausgabe hat, Poden in Palästilta zu erwerben, dessen Ameliorationen vorzunchmen, ihlt zn bebauen und den ümeliorierten und bebauten Boden für Siedlungszwecke zu verkaufen. Die neu zn gründende Körperschaft unterwirft sich freiwillig der Beschränkung, bei der Zahlung der Dividende an die Aktionäre nichtüber 8 Prozent jährlich hinanszugehm: alle übrigen Reingewinne und Reservefonds der Gesellschaft stehen nicht zur Verfügung der Testhaber, sondern müssen vielniehr als Gemeingut angasehen und für Zwecke der jüdischen Kolonisatlou in Palästina verwendet werden. Im Falle der Liquidation der genannten Körperschaft gelangen die Rrscrvesonds m Bertvoltung eines besonderen Komitees, das mit der Beteiligung der Zionistischen Organisation zn bilden fein wird. 9. Septenrber 1935_Nr. 2353 2. Die Gesellschaften „Nmerican Zion Commow | wealt h" in Amerika und „M e s ch c k" in Europa Werder zu einem System ansgebant, das als Netz von Kommissions> agenturen für die neue Körperschaft fungieren soll. 3. Wie man aus Erfahrung weiß, sind die bisher vorgesohenctl Maßuahmett vergeblich, falls nicht gleichzeitig fi'n ein Finaliziustiuit gesorgt wird, das die Beschaffung von Krediten befriedigend regeln kann. Die beiven Gesellschaftev gründeir deshalb die „P o I c ft t it c F a r nt et B a n k", dir der Laildwirlschaft Palästittas kurz- und langsristige Kredite getvährcn soll. Tie „Palestine Farmer Bank" wird mlt einem Gesamtkapital von 105 000 Pfund gegründet und soll teillveise nach dem Typus enter Hypolhekenbaist, teilweise nach Muster einer Genossenschastsbalt'k arrfgebant lverden. Jeder Siedler soll ein Teilhaber der Bartk werden, wobei ihn: das Recht gewährt wird, Kredite zu erhalten. Die Gewinne der Aktionäre dürfen nicht über 8 Prozetu jährlich hinausgehen, die Relservefonds sollet: für nationale Zirccke der Kolonisation veotvendet werden. sie mMelmropNsche W'rtschasistagung. Zahlreiche Bcrtreter der Finals- und Wirtschaftswclt versammelten sich gestern im Zerc-motnetlsaale der Ne-nen Hofburg, «au an der Eröffnungssitzung >der mitteleuropäischen Wirtschaststagung teilzunehnten. Ällat: sah im Auditorium hervorragende Männer des In- und Auslandes, darunter Hcrvn P a i s h aus Lvttdon, Mitrister a. D. G o t h e i u aus Berlin, den holländischen Berater in Wieir Ban G Y n, den Präsidente:: de-r Oesterreichischen NatlionaLbank Reisch usw. Aus >dcnr Ausland waren zahlreiche Sympathtekultdgebungett, darunter vom General-kommissär Z i ni m e r m a tt, von Mae Dona ld, N i 11 i und Gcheimrat Wolfs, eingelansen. Kommerzialrat R! c i tt 1 eröffnete die Versammlung mit e-inor hevzlichen Begrüßung und gab seiner Genugtuung darüber Ansdrttck, daß so zahlreiche Vertreter der Wirtschastswelt ar: der heutigen Tagung tcilnchtnen. Er betonte auch, daß die einzige Rettung für das kranke Europa in der Wiedecherstellung des Freihandels liege. Sondann ergriff Vizepräsident Binzl im Namen der Kaufmannschaft das Wort. Ein längeres Referat erstattete Herr Paish über die Wiedecherstellnng des intcrnationalen Kredits ab. Er führte unter anderem aus, daß einzelne europäifchc Staaten seit einiger Zeit bemüht sind, ihre Schulden in Ordnung zu bringen. Was jedoch bisher geschehen sei, kann nur als bescheidener Artfang gewertet werden. Es müssen zunächst die Grtlndlagrn für das internationale Kreditgeschäft geschasfer: werden,.um den Schnldertabban restlos durchführen zu können. Die Voraussetzting für ein irlterrralionales Kreditgeschäft ist aber die Beseitigung aller Verkehrsschranken, die den Verkehr der europäischen Staatet: untereinander heute behindern. Der Direktor der Niederösterreichischerr Estomptegesellschaft, Dr. Sprung, hielt ein eingeihendes Referat „über die Möglichkeiten und Grundlagett eines mitteleuropäischen Fi^ nanzParlaments". Das intenmtionale Komitee für allgemeinen Freihandel. Das Jnternatiottal Committee to Proinobe Universal Free-Trade London, das sich ans don Vcrtreterir aller nationalen Freihandelskorporatiorlen zusamntettisetzt, hält seine HaWjahrsvensanrmlttit.gen jeweils in einer anderen ettropäilschetl Hanptiftadt ab Diesntal irar Wien ausersohett, und zwar tagte das Komitee im Rahnren der nntt'elenrcpäischen Wirtschaststagntrg. Die bei der Tagung aus diesom Anlaß aitgetwmntene Errüschließuug lautet: „Das Jnterualioual Committee to Promote Universal Free-Trade Londotl gibt nenerdings seiner festen Ueberzengnitg Ausdruck, daß nur durch die allgemeine Annahme der Freihandelspviuztpien unter den Nationen die gegenwärtige beklagenswerte Welttvirtschaft endgültig beseitigt und internationaler Wohlstand und dauernder Friede begründet werden kann. In erster Linie bezieht sich diese Kundgebung speziell auf die beklagenswerten Schranken, die seit dem Weltkriege im Handel und Verkehr aufgerichtet wurden. Als erster Schritt für die Wiederherstellung des Wcltwchlstandes »n-d die Schaf jung normaler Beziclhnnget: zwischen den Nationen verlangt das Komitee die Beseitigung aller dieser Schranken." Der gestrige Privatverkehr. Da infolge des Feiertages gestern die Börse ebenso wie in Prag und Budapest geschlossen war, spielte sich der Essektenhatwel nur von Geschäft zu Geschäft ab. Nach wie vor bestand gesteigerte Nachfrage nach den pronnnenten Werte»:, welche durchwegs höher als die vorgestrigen Schlttßnotiermtgen bewertet wurden. Vor allem waren Kreditaktien, Staatsbahn, Krupp und Karpathen gesucht. Die Umsätze blieben unbedeutend. Steigerung des österreichischen Säsillings gegenüber dem Dollarknrs. In der letzte,: Zeit hol der Dollar in Wien eine leichte Ernnäßigung erfchren. Bis vor knrWn war die Notierung des österreichischen Schillings an den Dollarikurs fixiert. Ätachdem von der Nationalbarrk die-se fixe Kursbestimmung aufgehoben wurde, notiert jetzt der Dollar qum erststunal schwächer. Didse Abfchwächnng ist auf das gesteigerte Anbot von Dollar znrnchnführcn, welche bis jetzt durch den vevstättten Handel gegenüber Ztoty in Polett ge'bunden waren ttnd nnnmchr nach der letztei: Stützungsaktion des Zloty toieder auf den Markt goworfel: werden. Die Schlossergenossenschaft gegetl die Eisenzölle und die Alpine Montangesellschaft. In einer Delegicrtenversammlung des österreichischen SchlossergewerbeS referierte Dr. Griensaß über die Tätigkeit der Eiseukartelle und begründete die Ablehnung des Notstandszolles, der von der Alpin e n M o nlangefellschaft gefordert wurde, damit, daß dieses Unternehmen trotz des Zollschutzes noch immer bedeittend höhere Preise verlange als die deutsche Konkurrenz. Nach einer längeren Debatte wurde eine Resolution angenommen, welche die Auflösung der Eisenkartelle und die Aufhebung der Eisenzölle verlangt.