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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-08 · Heft 2352 (8.9.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2352 (8.9.1925)
Date
1925-09-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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~l}44 "[ ■'-W 1!'«„W ^«WWWPWMM-'«» lw-» «w1 ,J^'—■• -*'*•* *. P* ^KI Men, Dkenskag Wiener Mlsraenzelturrs ( Thokera Japan. Wie „DaW) Telegraph" berichtet, ItHtab« aus VoLohama, wo der Büftrch des Prinzen Georg .erwartet wird, in von letzten Tagen 2 0 C h o l e r a f ä N e gevE>et. Die Behörden -artbe-vten Tag und Nacht, um die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Die Cholera wurde in Än aus Schanghai einychchloppt. Auch in Tor io sind : Cholerafälle vorgckmmnen. Wie das Regierungs- TyphuSfäll« in Gieß- - - - an. Mit 14 neuen jallen ist die Zahl der Erkrankungen auf 34 gestiegen. Bn neues Todesopfer ist zu beklagen, so daß Perms sieben /Personen der Seuche erlegen find. * TodrSsturz Leim Fenfterputzen. Gestern nachmittags ist .beim Fenstechuhen tat ersten Stockwerk des Bundesnuniste- >erwesen der 47jährige Fensterputzer Franz F e ■ ffc 8, bri der Arbeit auSgeglirten und in die TiH« „ it blieb bewußtlos liegen und starb im Spital, rtte sich des RettungSgürteLS nicht «bedient. riums sür i n«, iftc» «stl. „ * Die Selbstmörder. Der KSiährige Agent Demhavd Fränkel, Messerschmiedgasi« 36. wurde Sonntag nachts in feiner Wohnung mit Anzeichen von LeuchtgaSvergiflung leblos aufgesunden. Me RettunaSgeselvschaft konnte nur mehr den Eintritt des Todes feststeuen. Das Motiv der Tat ist uübe«! kannt. — Der 4Hjähri«e HiLfsarb^ter Anton Juli nek, der - im Wl'lhelimmenspital in Pflege stand, wurde in einer Baracke [ erdwsssclt aufgesunden. Er dürfte mit einem Berbandtuch selbst i Hand an sich gelegt haben. * Ein vermißtes Lehrmädchen. Seit dent 4. d. ist das j 17ijührüAL Lchrmädchen Berta Nawratil aus dem Elternj Hause. VchottenfoDgasse 67, vermißt. Ihre Angehörigen bringen i ihr verschwinden mit dem Empfang zweier Briefe in Berbin» - düng, die -das Mädchen auf eine Annonce hin erhalten haben j soll. In diesen Briefen tvurde die Be ruriß te für den 4. d. nach j Baden bestellt. Bon dieser Fahrt ist sie nicht mchr zuvückgekchrt.! E (Teppiche, selten so Mig!) Vorhänge, Decken. Günstige Gelegenheit. Orendi, 1. Bez., FKffchmackt 1. * Dke elektrifizierte WientaMnie. Gestern um 4 Uhr 67 ^Minuten früh ist der erste elektrisch« Stadtbahn- /.^ug von -der Station Hietzing abgegangen, dem in der Gogen- «richtiuug um 6 Uhr 32 Minuten der erste Zug vom Haulptzoll- < •aut! folgte. Die Frequenz der neuen StMbahnlinie war gestern i dcn ganzen Tag über sehr schiwach. Die Fahrzeit vom Haupt«! Zollamt nach Hietzmg beträgt knapp 11 Mmuten, wo man nach l Hütteildovf umsteiaen kann. Das Unffteigen am die Giirtol-- lwie und in der Gegenrichtung erfolgt in Meidling. * Eine BottShochschule in der Brigittenau. Dar Verein , VoWheim wird noch im Oktober d. I. in der Brigittenau,! Stromstraße 78 (Madchen'bü rgerfchulc), seine fünfte BoWhochschule eröffnen. Die Arbeitspläne der neuen VoUKhochschm« mnsaffen neben grundlegenden Kursen, Pirach« und technischen Kursen sowie einigen Fertigkeiten eine große Anzahl wissenschaftlicher EinführungSkurse. Die Ku.se beginnen Dienstag den 13. Oktober, 7 Uhr abends. Ab 10. d. werden an jedem Dienstag, Donnerstag und Freitag zw schen halb 7 und 9 Uhr abends Einschreibungen entgogengenomrnen. Auskünfte erteilt und ausführliche Arbeitspläne unentgeltlich auZgegeben. Ein Mitgliedsbeitrag von 3 SchMmg 60 Groschen jcMich E einer Einschreibgebühr von 40 Groschen berechtigt zum unentgeltlichen Besuche' aller Kurse während der ganzen Dauer des Unterrichtsjahres. Sondergebühren für die emFelnen Kurse werden nicht emgchobcn. * Aufforderung. Die nachstehend bezeichneten Personen werden ersucht, in Arvgelegenhet! ihrer beabsichtigten - Auswanderung nach Palästina eyebaldigst beim Palästinaamt während des Partetenverkchvez (täglich mit Ausnahrne von Samstag und Sonntag von 10 bis halb 1 Uhr vormittags) vorzu-- spvechen: 1. Lichtenstein Israel. 2. Sklarozyk Dow, 3. Movdowier Meier. * Nach Palästina und Aegypten mit dem „Peer Ghnt". Wie im Frühjahr, so untern-mmt mich fetzt wieder — zur besten Reisezeit für den Orient, — der Doppelschraubendauiipser „Peer Ghnt" der Reederei Viktor Schuppe, Berlin N. W. 7., Dovothcenstraße 30, eine 26!ägige Reffe nach Palästina und Aegypten. Nach seiner Abfahrt am 39. Oktober in Genua berührt er die berühmtesten Sehenswürdigkeiten und cmdruckSvolfften Stätten des Orients, fährt über .Messina und Athen tzmn Besuch des alten. Hellas, den grandiosen Usberresten einer vergangenen großen Kultur, nach Konstantinopel, der einzigartigen Grenzstadt zwischen Orient und Okzident, um über Haifa (von wo aus Jerusalem, Bethlehem, Nazareth die hei« legen Orte eines tiefen Glaubens, basiucht werden) Aegypten, die Sehnsucht aller Reisenden, zu erreichen. Don Port Said aus geht eS in das Innere, nach Kairo, zu den PuramÄen, den seltsamsten Steinoeukmaleru einer nnS sagenhaft anmutenden Vergangenheit. Don Port Said wird der Ruckweg angetreten über Messina, nach Neapel zu den HandschaftSwundern der Insel Capri, zu den Ruinen Pompejis und endet wieder am 24. November in Genua. Kaum ein Schiff, bietet die Bequemlichkeiten^ die hervorragende Bedienung, die für .den ungestörten Genuß einer solchen Reise notwendig sind lire der Dampfer „Peer Ghnt", der unr desseutwillen '»n der ganzen Welt ve» kannt ist. * Wiener internationale Hochschulkurse. Dienstag den 8. d., vormittags 11 Uhr 90 Min. bis 1 Uhr, Kaser (GrqO: Die Enfftehung des alten Oesterreich mit besonderer Rücksicht auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Nachmi'ttags: Kris (Wien): Führung durch die Gemäldegalerie und daL Kirnsthistorische Museum. Treffpunkt: 2 Uhr 45 Mm. Aula der Universität. Z Uhr 30 Min. bis 7 Uhr: Lassirer (Hanrbnm): Wahrheitsprodlem und Fovmproble.n im philosophischen Idealismus. (1.) 7 Uhr 30 Mm.: Myers (London): Jntroduetion Io the Study of Industrial Fatigue. (1. Industrial Fatigue.) Mit Lichtbildern. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß di'e Lehrkräfte und Hörer, beziehungsweise Schüler oeröffentlichen Lehranstalten Wiens beim Bezrme der Vorlesungs-- karten eine öOprozentige Ermäßigung genießen. * «Nizza in Men." Der Blumenkorso beginnt heute um 2 Uhr nachmittags. Der KarnevailSfestzug der Zirkus Zentral hält um halb 3 Uhr nachmittags seinen Einzug in die Hauptallee. Wagerckarten denn Ein.gang zur Haruptallee. * Auszeichnungen in Wembley. Das Komitee der britischen Reichsousstellung zu Wembley hat. wie I. T. A. berichtet, dem Haupkburau der Zionistischen Weltorganffation in London sowie dem Landwirtschafts-, Industrie« und Hanidelsdopartement der Palästinensisch-Zionistischen Exekutive in Anerkennung ihrer Verdienste um die britische Reichsausstellung zu WenBley durch Organisierung des Paiästi nap av iill o n s rm Jahre 19S4 Medaillen verliehen. Radioproftramm. Heute Dienstag. 11 bis 12 Uhr 60 Min.: BormittagSntusik. — 18 Un 10 Min. blS 18 Ubtt NachM'ttagSkon ert l eüerretchische Klassiker — 30 Uhr- Ali-Wiener Lustigmacher und Lieblinge. Bortrag aus der Lokalge'ch'chte Wiens mit Musik und GekangSvroben von Edmund Gkurawy. — 38 Uhr r Heitere Abendmusik (Kapelle Silvlng.) Mitteilungen ans dem PnbMnm. TAPETEH-V/M.US WIttn, I., Wippllngersfirasse 15 T«*«|>hon 8 <-30/. 00-2-92 UOtC Wiedar xu tixban g »M Bureau: 0ni.(riiu.Zi|areltiiip8|iigi S%JO tn»,mi.nm.gas» 19/2 Möbelfabrik J. Spira Feine °>- ÜM, (II. MM«N 1—2 Wohnungseinrichtungen (Ecke Kari-Schweighorer-üasse) Kultus- und lustis-Talare aowrl« Baraito .n den mannlgtaltigeten Ausführungen erhalten Sie vorrätig oder auch nach Mass nur* bei der altbowährton äpexlalffirma Rudolf üoldstein> Uniformicrungsansfalt Oegründet 1865 WIEN, tl. TASORSTRAS8E 54 Telephon 45-6-23 Lieferant vieler in- und ausländischer Kultnsgemeinden. Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben. Verlangen Sie iltu trlerte Kataloge gratis! 135 KALIS SHAMPOON UNO RASIERSEIFENPULVER aus Kali-Soits, einzig in ihrer An Wr.-Nenii&dter ehern. Induafrie A.-G., Wien, I„ Parkrin^ 4 Vartroter Im In« und Aualande gesuentl 102b 2weiklassige Haoöeliüuls Ernst Oeutscn Wien, IX. HKrlgasso 12 Anmeldungen für die zweijährigen und e njährigen Tages¬ und Aben Kurse, für die elnsemeslrlgen Abiturientinnen und kurzfristigen kaufniänn schen Stenograph e-, Mäschinschreibun.i Sprachkurse täglich 8—12, 3—6. Tel. 17-2-36 liiiifiiitiiiiiiiimui.iiiimmuiiiiiiimiiuiiiiifiiiiitiiiiim'iimiimii / ■ Avis für 1 Herbst und Winter Hb lim .1’ Das besibekannte Wiener Modenhaus zur Blusenkönigin (Inhaber M. Wcimfock) Wien, IX Alsersirasse 32 empfiehlt die letzten Wiener und Pariser Herbst« und Wintermodelle in eleganten Kleidern, Mänteln, Kostümen und Blusen jeder Art Eigene Maßabteilung Solideste Ausführung « Wl . .. M Seteine, Sortrüge unö Bersammümsen. Zionistische Sektion Prater. Wiedereröffnung der hebräischen Schule und des Kindergartens am 15. d. Einschreibungen täglich von 4 bis 9 Uhr abends im Sektionsyeim, 2. Bez., Junastraßc 8. Sitzkarten für die hohen Feiertage von 1 bis 5 S. erhältlich bei: Sektionsheim, 2. Bez., Jungstraße 8, Schuhgeschäft Aschkenasy, 2: Bez., Sterneckplatz 17. * Der Verband hebräischer Akademiker Tarbuth hat ein Jnformationsburcau zur Vermittlung von hebräischen Lehrern siir Kurse und Privatstunden in allen Disziplinen eröffnet. Interessenten wollen sich in unseren Amtsstunden, Mittwoch von 6 bis 8 Uhr abends, in der Lese- und Redehalle, 9. Bez., Türkenstcaße 9, bis spätestens 15. d. eintragen lassen. Kühne und Kunst. Luise Kartausch und die Dieustbotenstage. (Raimund-Theater.) .Jerome I. JewmeL „Lady Fanny und die D io n st boten frage", vom Gastspiel der Durieux her bekannt, ist ein vortvefflichcs Qperettenlibretto. Sohr angebracht, daß man jetzt die Rolle der reizenden jungen Lady, die vom Variete kommt, an Luise Kartolisch übevtrug, die von der Operette kommt. Das Stück wurde zsveckmäßrg gekürzt, die Tanzliedeinlage zweckmäßig verlängert und auch sonst der charmanten Laune de-» unvergleichlichen Operet» tensprühtenfels weitester Spielraitm gegönnt. Sie ist entzückend, wenn sie ein verzweifelt-erstanutes Kiudergcsicht anfsetzt, urdrollig, wenn sie die Dienerschaft in ein altntodisches Matxonenkleid zsvängt, mid unvergleichlich, wenn sie in entfesselter Taniffreude über die Bühne wirbelt. Ihr Partner, der neue Herr Büttner, möchte -(Mögen nnd hinlegen, als wär's ein Hamlct-Monol-og. Indessen gab man ihm fürs erste bloß eine lauliche Lustspie<lrolle) Eine Gemeinheit — aber kein Grund, daß er die Mißachtung seiner Qualitäten seitens der Direktion das Publiknm büßen läßt. Sehr an« genehni Herr Stand als alrer Hausarzt und ganz ausgezeichnet. wieder die Danien F ö r y und L o o s als Tantenpaar. Lnise Kartoitsch wurde bejubelt. O. A. 8. September 1925 Teite 8 Lar hebkäische Aeater in 8rer ghael. Die neiie Thcatersaison des hebräischen Theaterin Erez Israel wind, wie mau uns ans Jerusalenr schreibt, bereits ein reiches Repertoire aufweisen. In der abgelaufenen Saison, die sehr spät begann, konnte man bloß zwei Stücke herauSbringen, „Belsazar" und Beer-Hosmcmns „Jaakobs Traum". Für die ko mimende Saison sind in Vorbereitung: Bergers Komödie „Mabul" („Die Sintflut"). „Sabatai Zewi" von Go l e w 8 k i, eine musikalische Komödie, „M e g i l l a t h Esther", Shakesspeares Kaufmann von V e n e d i g", An—skio „Dhbuk" u. a. Ueberdies wird das Theater an Sams' tagabenden volkstümliche Vorstellungen veranstalten, bei denen Schalom Asch, Scholem Aliefchcm, Peraz, aber auch Mviiere. Maeterlinck und andere zu Worte kommen sollen. Schließlich denkt die THealevgesellschaft auch an die Mbaltung von Vor tragSabenden über die neue hebräische Literatur und Tis>kussionsabenden über verschiedene Theaterprobleme. Die Gesellschaft beklagt es außerordentlich, daß sie noch immer nicht über ein entsprechendes Theatergvbäudc verfügt, was die normale Entwicklung des hebräischen Theaters in Erez Israel stark bmi>:rf. Anderswo. Mährend die Wiener S-taatsoper für die kommende Saison die Aufführung -eines einzigen neuen Werkes ankün'dig>t, nämlich g a n a r e l l" von Wilhelm Grosz, und Direktor Schalk die Nenerscheinunigen mit der Bemerkung abtut, sie seien „mit dem Stigma der Erfolg lostakert «und des baldigen Verscheidens für immer gorenn zeichnet", erkennt die Dresdner S l a a t s o p e r die Pflicht, durch Uraufführung neuer Werke aus eigener Initiative das Musrk'chaiffen zu fördern und kündigt die llram.f Führung folgender fünf Opern an: ,Der Proiago n ist". Text von Georg Kaiser, Musik von Kurt Weilt, „Hochzeit im Fasching" von Eduard P old in i, ,ß\z Hochzeit des M ö n ch s" von Artur O st e r m a n n, „P e u :hes i l e a h" (nach Kleist) von Oihmar Schreck und T n r a d o -1, nach Go;zi, von Giaeomo P u c c i n i. Abschiedsabend Lea Weintrau-b-Graf. Die aus-gezKchnete iüdifche Schauspielerin Lea We int rauh -Graf, eines der bedowiond-sten Mitglieder -der Freien jüdischen Bölksbiürne, wurde für dos Pariser jüdische Theater gewomren und verläßt demnächst Wien. Ans diesem Anlaß findet Donnerstag den 10. d. im Theatersaal „Astoria", 2. Bez., Pvaterstraß-e 60, ein Abschiedsabend zn Ehren der büliMen Künstlerin statt, an welchem hervorragende .Kunstkräfte Mitwirken, Beginn 8 Uhr. Hermann Thimig. das ansgezeichnete Mitglied der Reinhardt-Bühne, hat eine schwere^ Lungenentsündung überstandrn und ist für einige Zeit der künstlerischen Tätigkeit entMen. Herr Thimig, der sich bereits auf denk Wage der Geuesiung befindet. kann'feinen Berliner Verpflichtungen nicht Nachkommen. Die Berliner Premiere von Moughainis Lustspiel „Viktoria" wnvde aus diesem Grunde verschoben. Ein Schreiben Maxim Gorkis an die. Mssische Akademie. Anläßlich der Ziveihunderffährfeier der russischen Mademie, z>n welcher u. a. der deutsch^ javanische, franMische and italienische Botschafter Glückwunchschrekben gesendet hatten, traf auch ein Brief Maxim Gorkis aus Italien ein, in welchem es heißit: .Ich sah, mit welch ' bescheidenem Heldentum _ «und welcher stoischen Tapferkeit die Führer der russischen Wissenschaft in den Jahren 1919 und 1920 eutbehnungsvolle Tage in Huniger und Kalte durchlebten. Ich fah, wie sie arbeiteten und starben. Aus jener Zeit verblieb mir ein Gefühl tiofster umv aufrichtigster Verehrung gegenüber jenen Helden des freien forschenden Geistes. Die rüMchsn Gelehrten hüben während der Interventions- und Blockadejahre^ durch ihr Leben und ihre Arbeit ein hervorragendes Beispiel, stoischer Gefiuiiung gegeiben. Die Geschichte wird , dereinst dies mH den: gleichen Stolze -vermerken,, der mich erfüllt, der ich als einfacher Russe diese Zeilen schreibe." Eine Sammlung chaffrdischer VottSlieder. Der Lodzer Dirigent N. B e ig elma n>n, der sich schon seit längerer Zeit mit der Sammlung von Mischen Volksliedern befaßt, hat soeben eine Studienreise durch die galizischen Städte und Städt chen 'beendet, bei der es ihm gelungen ist, eine große Zahl alter, außerhallb Galiziens völlig am'bskan-nter jüdrscher, büwnders chassidischer Volkslieder aufzunehmen. Herr BeigÄmann wird schon in nächster Zeit seine Sammlung mit Text «und Ot-oten Herausgaben. - Aus den Aeateru. Burgtheater. Morgen, halb 8 Nhr, „Ein idealer G a t t e". Operntheater. Heute, 7 Uhr, „Das Mädchen raus dem goldenen Westen" mit Frau Jeritza. — Morgen „Der Rosenkavalier" mit Frau Lehmann. Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr, „Der Biberpelz". V o l k s o p e r. Heute „C a r m e n" mit Michael Bohnen und morgen „F a u st". Die entfallene „Meistersinger"-Borstellung wird Sonntag den 13. d. nachgeholt. Gerichtssaal. Eine Haarnadel und ihre Folge«. MS die Privatbeamtensgattin Maria P. im Juli 1024 von ihrem Sommeraufelrt'halt nach Wien zurückkehrte, fand sie im Bette ihres Gatten eine Haarnadel. Dieser Fund veranlaßte sie, nach der zu der Haarnadel gchörigen Dame M forschen und sie fragte zunächst die Hausbesorgerin aus. Diese erklärte, niemals eine Daine m die Wohnung des Gatten hina-ffgehen gesehen zu herben. Frau P. 'bat, von dieser ihrer Aniffage ihrem Manne nichts mitMeilen und unterstützte diese Brtte mir einer größeren Geldnote. Daun vernahm sie die nächstyolegenen Hausgehilfinnen. Eine von dreien teilte mit, die Haus'- beliorigerin habe ihr einmal erzählt. Herr P. empfange mehrmals in der Woche eine hübsche, Kun>ge,Dame. Die Hausbesorgerin sei aber zum Schweiget! verpflichtet, denn Herr Phabe sie für dieses Schweigen mit einer Hunderttausendkvonennot« belohnt. Da die HauSgchilfin o>uch wußte, daß Herr P. mit dieser Dame prodien ein Kaffeehaus besuchte, war es durch Nachforschungen in diesem Kaffeehause möglich, den Namen dieser Dame zu erfahren. Eine Komplikation ergab sich noch dadurch, daß diese junge Dame einen Bubikopf trug, ein solcher aber einer Haarnadel nicht bedarf. Allein eine Anfrage 'beiui Friseur ergab, daß dieser Bubikopf erst au einem der letzten Tage mrechtgeschnitten worden war. daß also die Dame zur kritischen Zeit noch ihren vollen Haarwuchs hatte. Zerknirscht durch dieses ihm Vovgchaltene Beweismaterial gab der Gatte den Ehebv'.ich zu. wora-uif die Iran die Ehebruchsklage gegen ihn überreichte. Der Gatt« s«Mt ivendete ein, es liege Berzeihuna vor, W«i1 seine Frau nach ihrer Rückkehr die ehelichen Beßiehnnigen mit ihm fortgesetzt hctbe. Demgegenüber bracht« m Klägerin vor, sie sei Hrem MW •kr ... t-m'fr/rrfaM

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