Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2352 (8.9.1925)
- Date
- 1925-09-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sekte 4 Dien. Dienstag Grazie entwickeln, bafe das ^»liehen innncr ein Vergnügen Reibt. Denn die Vcn'iserin ifr cn:;ückc.id. Felgt llir auch die weiche Amnut der Italrenerm, so.besitzt sie dasüc eine besondere knabenhafte Grazie, die ihr erlaubt, jede, auch die gewagteste Mode nntzumachen. Man sieht nur sehr, sehr selten ein hübsches Gesiebt. Aber die schlanke, biegsame (Gestalt, die flinken, gewandten Bewegungen, die gut gewälllten Kleidung, kneten immer ein bestrickendes Gesamtbild. Ter fein abwägcnde Geschmack der Pariserin ist eben nicht nur eine Legende. Darum ist — um mehrfachen Anfragen Genüge zu luit — der „Bubikopf", die Garconne, zwar in Paris noch eine Mode, aber nicht lute bei uns eine Krankheit. Widerwärtig und unbegreiflich geschmacklos ist hingegen die groteske Art der Gesichtsmalerei. Eine Tame, die nicht geschminkt, gepudert, emailliert ist, deren Lippen nicht einen Purpurfleck tragen, deren Augenbrauen nicht nachgczvgen, bereu Augen nicht untermalt, deren Arnre, Hals, Nacken nicht geschminkt sind, stellt beinahe eine Ausnahme dar. Alle Welt ist bemalt wie der Indianer auf dem Kriegspfad, die Sechzehn- und die Scchzigjährige, die kleine Midinette, die große Tame, die .Kokotte und die Maschinschreiberin. Bon der Auswahl der Schönheitsmittel bekam ich eine schwache Vorstellung, als ich in eine Parfümerie eintrat, um mir Reispuder zu kaufen. Ich bitte, darunr nichts Schlechtes von mir zu denken, mein Mann hatte sich bei einem unvorsichtigen Bad einen Sonnenbrand zngezogeu, und da ich besser französisch spreche, ward mir die ehrenvolle Ausgabe zuteil, Reismebl zu erstehen. Ich brachte kur; meinen Wunsch vor. „Welche Nuance wünsch Madame?" flötete das Fräulein — ein Farbenstndie in gelb und rosa. „Rosafarben, weiß, gelblich? In den Hellen Augen würde ich „mauresque" nicht empfehlen, ober vielleicht eine leichte Tönung von Sonnenbrand — für den Abend natürlich, „niauve" (ein abscheuliches Lira), oder »venu Madame vielleicht eine kleine Schattierung von blond ins Haar nimmt, wäre blaßgrün-" Madame stand mit offencrn Munde da. Es dauerte lauge, bis ich der ztlugengewaudten kleinen Tame begreiflich machen konnte, daß ich ehrliches, weißes, kühlendes Reisnrehl haben wollte — sonst nichts. Wo man geht und steht, werden einen: Reklamezetteln von Wahrsagerinnen in die Hand gedrückt. Sehr weise ist die Reklame in den „Eabinets" cingeteilt. In der männlichen Abteilung sind Aerzte angepriesen, die „geheime" Krankheiten in unglaublich kurzer Zeit restlos heilen, wogegen in den Kämmerchen der Tameiwbteilung Rechtsanwälte ihre Hilfe anbieten, die in ebenso kurzer Zeit n:it gleicher „Restlosigkeit" — Ehescheidungen durchführen. Uebrigens gehört die bei uns verbotene geschriebene Anzeige in Paris zu den üblichen Anzeigeformen, und auf den großen Boulevards kann man in Schaukästen gegen verhältnismäßig geringes Entgelt für Tage, Wochen oder Monate vom verlaufenen Pudel bis zur Stellensuche des Doktors der ^Philosophie alles zur Kenntnis bringen, was man der Oeffentlichkeit mitzuteilen wünscht. Der große Fremdenstrom, den die Ausstellung anlockt, hat die Preise der Hotelzimmer ziemlich in die Höhe geschraubt, namentlich wenn es Eou coulante (fließendes Wasser) und einen — Kleiderkasten im Zimmer gibt, was durchaus nicht so selbstverständlich ist wie bei uns. Zahlt inan aber fürs Quartier ziemlich viel, so kann man dafür billig, gut und angenehü: essen. In netten, gut gehaltenen Restaurants in der Nähe der großen Boulevards Lostet eine Mahlzeit vier oder viereinhalb Franken. Da gibt es zwar nicht unsere Riesenportionen, die einem von vorneherein den Appetit rauben, aber fünf Gänge, nach Wahl des Gastes zusammengestellt, dazu eine kleine Flasche Wein oder Mineralwasser. Zahlt man auch für manchen besonderen Leckerbissen, wie Langusten oder Austern, ein kleines „Supplement", so bleibt die Rechnung, trotz der wortlos angeschriebenen zehn Prozent für Bedienung, inlmer niedrig und man kann sich an den köstlichsten Omeletten, Artischocken, Krevetten und Muscheln erfreuen, ohne vor den: Augenblick des Zählens zittern zu müssen. Der Milchkaffe im kleinen Cafe ist gut und kostet einen Franken, die Croissants (eine Art Butterkipfel) schmecken köstlich, die Patisserie (Zuckerbäckerei) ist über jedes Lob erhaben. Und zum Petit suisse (eine Art Gervais-Käse) serviert man Staubzucker, was übrigens sehr gut schmeckt. Hingegen bedeuten die großen Warenhäuser eine entschiedene Enttäuschung. Nur wer sehr gut Bescheid weiß, wird dort jene verblüffenden „Gelegenheitskäufe" tun, mit denen man in der Heimat dann alle Welt in Staunen setzt. Der Fremde, der ohne kundigen Führer die heiligen Hatten betritt, wird ziemlich bald zur Erkenntnis kommen, das; alle „Soldes" (etwa Gelegenheits-Ausverkaufsware) nicht besser, schöner oder wohlfeiler sind als unsere heimischen Waren. Jedenfalls aber überzeugt ein Besuch in einem Pariser Warenhaus schlagend, daß die Internationale der Mode ungebrochen allen Zeitströmungen trotzt. Eine hübsche Besonderheit der Modegeschäfte sind die Wachspuppen mit „Charakter"-Köpfen — die reinste Karikaturensammlung. Ein Beweis, daß die Spottlust der Pariser vor der eigenen Person nicht haltmacht. Was die Sprachschwierigkeiteu anbelangt, so bietet die bedeutenste das Grüßen. Meine Lehrer haben mir leider nie verraten, daßman in Frankreich nicht „bon jour" sagt. Aber hat man erst ein paarmal die erstaunten, abweisenden Gesichter der Begrüßten gesehen, dann lernt man, steil aufgerichtet, den Kopf z:: drehen und zu schnarren: „Messieurs — dames!" Ausdrücklich warne ich jedoch vor den: Besuch eines Montniartre-Kabaretts: man versteht dort meistens viel, viel zu genau. Klara M a u t n e r. Wiener Mor-erizektunft HLAPftÖBEL »B: TI WÄSCHE » ML.NL « - ufAYRATSEN tu Pabrlkspfafften Solid* Ausführung SMM. EISLER NACH . JE WIEN. II. BEZIRK, PRAT.RSTRASSE W Oejfründet 1870 _ Telephon 6-1-4 La« Brot tun zwei Groschen billiger. Rach einer Verlautbarung der Österreichischen Bäckerzertung", dem offizielle,: Organ der Bäckergenossenschaft. wurde von den Bäckern der Brotpreis auf 7 4 G r o s ch c n pro Laib herabgesetzt. Ter Preis des Normallaibes betrug bisher 76 Groschen. Die Brotfabriken dürsten im Saufe des heutigen -vages dem Beispiele der Bäcker folget,. Psychotzalhia antisemMca. Ein irrsinniger „Erwachender" ermordet einen jüdischen Irren. Ter Kaufmann Alexander A c § ans Mako, ein hervorragendes Mitglied der Make er Ortsgruppe der „Erwachenden", mufevc vor eineinhalb Jahren, da er anscheinend infolge seiner patriotischen Tätigkeit die fixe Idee bekam, er sei K ö n ig und könne unter seinen Untertanen keinen I u d c n dulden, in die Irr,c n a u st a l t von Szeaedin gebracht iverden. Seinen kranken Anstaltsgcnosseu, die er als Untertanen betrachtete, hielt Aes andauernd j u d e n f e i n d l i ch c Vorträge, und er verbreitete ein förmliches antifemilisches Fieber in der Abteilung. Da sich jedoch unter den Kranken kein Jude befand, bot sich Acs keine lebendige Zickschiebe zur Befriedigung feines krankhafte,: Jnden'hasses. Ein unglücklicher Zufall wollte cs nun, daß vor einigen Wochen der an stiller Melancholie leidende Sohn eines bekannten jüdischen Szcged'mer Großindustriellen, narnes Ladislaus Singer, in dieselbe Abteilung eingelicfert wurde. Bald wußten alle Geisteskranken, zu welcher Konfession sich der junge Mann bekannte, und, durch die sortivährenden Hetzreden des ,,Königs" Alexander Acs angestcichelt. quälten sie Singer ans jede nur erdenkliche Weise. Singer nmßte in einen Sonderrannr gebracht werden, als an: letzten Freitag ein förmlicher Sturm gegen ihn in Szene gesetzt wurde und die Wärter ihn n:it knapper Mühe den tobenden Anstaltskrankei: entreißen konnten. Gegen Mitternacht desselben Tages erhob sich Alexander Acs, der den neuen Aufenthaltsort -des „einzigen Juden" irgendwie aussproniert hatte, völlig neeft von feinem Lager und schlich sich in das Zimmer Singers ein, das in der Nähe des gemeinsamen Schlaßsaales lag. Als er den unglückliche»: Singer schlafend vorfand, wickelte er ein Handtuch um dessen Hals und erdrosselte ihn. Dann schleuderte er mehrere Male den Kopf des Toten gegen das eiserne Bettgestell, so daß der Schädel bis zur Unkenntlichkeit zerschmettert wurde. Nach vollbrachter Tat deckte er den Leichnam mit dem Strohsack zu und wollte sich wieder zur Ruhe begeben, ein Wärter bemerkte ihn jedoch und fragte ihn, weshalb er anfgestanden sei. Acs hielt hieraus wieder eine Ansprache, in der er erklärte, er habe den „em-igm jüdischen Untertan seines Reiches" getötet. Die Leitung der Universitätsklinik wurde sofort von dem Fall verständigt, erteilte jedoch zur „Rettm^g des guten Rufes" der Klinik die strenge Weisung, Acs in besonder« Pflege zu nehmen und außerhalb der Anstalt über die Sache nicht zu sprechen. Der Polizei wurde der entsetzliche Vorfall vertraulich zur Kenntnis gebracht und von ihr ge hei mge hallen. In Szeged»»: herrscht über dieses Ereignis große Bestürzung. Lar Hau« der Aerzte in Lel-Awiw. Aus T e l - A w i w wird uns berichtet: Schon vor längerer Zeit richtete der Verband der jüdischen Aerzte in T e l - A w i w an die Stadtgemeinde das Ersuchen, ihm einen der Stadt gehörenden Baugrund behufs Errichtung eines Hauses der Aerzte unentgeltlich zu überlassen. Bor wenigen Tagen nun hat der Stadtrat von Tel-Awiw diesem Ansuchen einmütig stattgegeben und der Verband der Aerzte wird schon in nächster Zeit au die Durchführung des Baues schreiten. Der jüdische Aerzteverband in Tel-Awiw beabsichigt, eine neue, großangelegte Institution zu schaffen. In diesem Haus werden nunmehr sämtliche Einrichtungen der Aerzteschaft von Tel-Awiw konzentriert sein. Das Haus der Aerzte wird eine Fachbibliothek, einen großen Bortragssaal zur Abhaltung von rein fachwissenschaftlichen, aber auch populärwissenschaftlichen Borträgei: über Hygiene und Sanitätswesen, und einen Lesesaal, ferner eine Station für erste Hilfe enthalten, aus welcher eine über die ganze Stadt sich erstreckende „Rettungsgesellschast" entwickeln soll. Der Grund, auf welchem das Haus der Aerzte errichtet werden soll, befindet sich in nächster Nähe des Krankenhauses in der Balfour- Straße. Lrr Bode« der Pogromopser. Aus Moskau berichtet I. T. A.: Im Marjupol-Distrikt in der Ukraine wurden 10 000 Teßjatinen Land (27.000 Morgen) für die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation zur Verfügung gestellt. Cs handelt sich um den Boden der jüdischen Kolonien Netschaewka und Trudoljubowka, deren Bevölkerung von den Banden des ukrainischen Attamans Machno zur Zeit des Bürgerkrieges 31111: großen Teile getötet, zu einem kleineren Teil vertrieben worden sind. Die Vertriebenen haben sich inzwischen an anderen Orten angesiedelt. S. September 19*5 Nr. 880 6ia Liebesbrief ans Abraham« Seite«. Tie Kuttstzeitschrift „American Antiquarien" bringt Mt» teilnngen über interessante Dokumente, die uns über daS Gefühlsleben der Bewohner des Landes C h a l d ä a zu den Zeiten des Erzvaters Abrahan, unterrichteten, besonders über daS Leben der Frauen vor mehr als 2000 Jahren vor Christi Geburt. Wir erkennen daraus, daß die Frauen Chaldäas zu jener Zeit sehr viele Rechte hatten, ihr Geld allein verwalten konnten, Geschäfte führten, Klagen anstrengten, ja, sogar das Arnt eines Vormundes verwalten durften. Die Frauen lebten damals in einer Freiheit, die sie zum großen Teil noch heute in verschiedenen Ländern nicht haben. Ein ungewöhnliches Interesse erweckt unter allen den Zeugen vergangener Jahrtausende ein Liebesbrief, der mehr als d r e i t a i: s e n d I a h r e a l t ist mtd ungefähr zu den Lebzeiten des Erzvaters Abraham geschrieben fein dürfte. Bei den letzten wisscnschasllichen Ausgrabungen wurden vielfach Liebeslieder gefunden, die sicherlich den Zweck unserer heutigen Liebesbriefe hatten. Die heutige Vorstellung von Liebesliedern, die gleichsam unpersönlich sind, wenn sie auch Gefühle zu einer bestimmten Frau erwecken, trifft auf die damalige Liebeslyrik nicht zu. Die Liebeslieder von damals wurden jedenfalls mir zu dem Zweck geschrieben, um der angedichteten Frau übergeben zu werden, und ihr so in persönlichster Form brieflich eine Mitteilung zu machen. Aus diesem Grunde ist der in Ehaldäa gefundene Liebesbrief von ungewöhnlichem Interesse, da hier zum erstenmal ein Brief auftancht, in dem ein liebender Jüngling seine Geliebte anspricht und ihr allerlei Mitteilungen macht. Der Schreiber wohnte in Babylon, die Empfängerin in Sepharvani (heute Sippara), wo der Brief gefunden wurde. Er lautet folgendermaßen: „An die Dame Kasbuva richtet Gimil Mardu folgende Worte: Möge der Sonnengott und Mardn Dein Leben ewig dauern lassen. Ich schreibe, weil ich Nachricht über Deine Gesundheit haben möchte. O, sende mir Mitteilungen darüber nach Babylon, wo ich lebe und Dich nicht sehen kam:, was mich sehr bekümmert. Sende mir auch Nachricht, wann Du zu mir kommst, dann werde ich glücklich sein. Komme im Monat Marcheschwan! (Das ist ungefähr unser Monat Oktober.) Mögest Du ewig leben um meinetwillen!" In: Monat Marcheschwan fanden in Babylon die großen Gottesdienste und Feste statt. Darum dürften viele Bewohner der kleineren Städte und des Landes in diesen Tagen nach Babylon gekommen sein. Da» Mische Technikum in Wilna. Das jüdische Technikum der Gesellschaft „Ort" in Wilna, die einzige jüdische technische Hochschule außerhalb Palästinas, hat vor kurzem, wie I. T. A. berichtet, die z w e i t e Absolventengruppe entlassen Das Technikum wurde im Jahre 1921 mit zwei Abteilungen, einer mechanischen und einer elektrotechnischen, eröffnet. 90 Studierende, von denei: 75 Prozent nicht aus Wilna stammten, hatten sich als Hörereingeschrieben. Im letzten Jahre haben 26 junge Leute ihre Studien am Technikum beendet. Aus diesem Anlaß wurde in den Sälen des Technikums eine Ausstellung arrangiert, die ein Bild von der Bedeutung der Entwicklung dieser Schule gegeben hat. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Diplomarbeiten der Absolventen zugewendet, unter denen sich manche ausgezeichnete Stücke befanden, so unter anderen ein detailliertes Projekt einer zentralen Elektrizitätsstation samt Netz der Stadt Brest- Litowsk, der Plan einer auf modernen Prinzipien beruhenden Elektrifizierung von Wilna und der gesamten Umgebung und anderes mehr. Der Schlußfeier wohntet: zahlreiche Gäste, hauptsächlich aus Fachkreisen, bei. In diesem Jahre wurden etwa 100 neue Schülerin den allgemeinen Kursus ausgenommen. Dort werden sie je nach ihrer Veranlagung auf die beiden Abteilungen verteilt werden. Wien, 8. Söptsncher. fm redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorgesetztes E gekennzeichnet. * Das Wetter. Nach dem schönen Sonntagnachmittag trat : der Nacht wieder ein starker Wettersturz, ein, der Regen und mpfindl-iche Kälte im Gefolge hatte. Der gestrige Tag war ochst unerquicklich. Die Voraussage kann noch kerne anhaltende kssevung der schwa ulkenden Wetterlage melden. * Die Lebensmittelmärkst. Sowohl der Rindevinavkt wie uch die Großmarkthalle hatten gestern günstigere Zufuhren ufzuiwersen. Die Floischimporte beliefen sich aus 16 Waggons n Gewichte von 91 Tonnen verschiedener Flvischavten. Armechts des heutigen Feiertages Wickel:« sich der Devkebr in ziemlich chhafter Stintmung ab, in den Preisen jedoch ist gegen die torlvoche vorläufig keine Veränderung zu verzeichnen. Auch er Naschmarkt wurde trotz der ungünstigen Witterung mit en meisten Gemüsesorten reichlich bedacht. Für Kohl, Spinat nd Paradeiser herrschte rege Nachfrage, so daß die Preise fest chauptet blieben. Schwämme, die noch »immer in großen llenaen oin'langeu, fanden lebhaften Absatz. Zwetschken verhiedener Herkunft haben sich umer dem Druck der gesteigevten inkünste mäßig in: Preise verbilligt. Eier zeigen konstant stehende Tendenz. Dr. Friedrich Fautl, einer. Primararzt und Facharzt für bugeickra,Meilen, ist von ferner Urlaubsreife zurückgekehrt und üdmiert wwder 3. Be»., Hauptstraße 61 (Ecke Kuiidmcmngasse), »n 2 bis 4 Uhr. Del. 87-6-80. * 75. Geburtstag Eugen GoldsteiuS. Am 8. d, hat, wie k. T. A. berichtet, der hervorragende Berliner Physiker Prof, dr. Eugen GVIdstein sein 78. Lebensjahr vollendet. GoÜVstem ,at schm: als früh verwaister, zehnjähriger Knabe physikalischen wrlssungen beigrwohnt. Er studwvte zunächst Medizin, trat!ber 1873 als erster Praktikant in das von Holmhdltz öegrunete Laboratorium ein. Helmholtz, der große Gelehrt«, )urde ihin von da ab ein treuer Förderer. In seiner DoAorilserdation, „Eine neue Form elektrischer Mstoßung", gelang Idstein seine erste groß« wissenschastiliche Leistung: Di« wich» ige Entdeckung der elektrostatischen Mlenkbarkeit der Kathcden- Iraihlen. Sechs Jahre später (1868) glückte ihr» die Auffindur« er von ihn: so genannte»: „Kanalstvahlen". HcklmhÄtz seW >ar eö, der der Berliner Mademie der Wisiens-chasten Mit» iluttfl von der Entdeckung seines Schüllers machte. SeK 1886 yr ta Berliner Stornworte.