Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2348 (4.9.1925)
- Date
- 1925-09-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seit« 4_Wien, Freitag Kn Bott als Geheimgefevfchaft. Aus dem Leven der Drusen. Die folgenden Einzelheiten ans den: Leben der Drusen sollen das Wesen dieses jetzt in Ausru'hr lhesinnlichen Volksstamme s in Syrien beleuchten. Fast in jeder bedeutenden Drrrfcust-ccht bestehen ,-Lvnderausschüsie", in welche nur die „Vernünftigen urü» Guten" Eingang finden. Die Znsamntenkünfte dieser Komiteegleichen in ihrer gehennnisvollen Aufmachung den Zusammenkünften der Freimaurer und ähnlicher exklusiver Organisationen. Sie haben auch ihre geheimen Erkennungszeichen, durch welche jeder, der nicht zun: Kreise der vernünftigen und Guten" gehört, von den Konventikelu ferngehalten werden soll. Ihr religiöser Glaube ist gleichfalls nebelhaft und geheimnisvoll. Als Begründer des Drufenstammes und der Drusensekte gelten H a ur.s a h «b e n Ali b e n Achmed und Hassan den Sa bah, ferner der Herrscher „laut Gottes Ratschluß", A l ma n s o r, der sechste Kalif und der Druse Na -schtikon, der nach Syrien gekommen rvar, uni die Einheit Gottes zu verkünden. Nafchtikon wurde im Jahre 411 ermordet, weil er sich „das Schwert des Glaubens" nannte. Obgleich die Trusen ihn hassen und in ihren Gebieter: verfluchen, wich er auch heute noch mit 'dem Bemaium -benannt, den er sich selbst beigelegt hat. Rach -der Ermordung Naschtikons -begannen die Drusen eifersüchtig darüber;u wachen, daß kein -Fremder Einblick in ihre religiösen Riten und Bücher gewinne. Sie gingen darin so weit, daß sie heute mehr als eine geschlossene Geheimgesellschast denn als eine Relitzionsgerneittschaft angesehen werden können. Organi-satorisch ist zwischen geistiger und gesellchaftlicher Schichtung zu urrterscheidrn. In geistiger Hinsicht teilen sie sich in Häuptlinge, Vernünftige und Gute, drei Grade der Beivahrer der Geheimnisse der Nation. Gesellschaftlich teilen sie sich in Fürsten und Bolk. Die geistigen .Häupter sind im Besitze der allgemeinen Geheinllehre, b-eu Lernünstigon sind die inneren Geheimnisse der Nation zugänglich, während die Guten bloß die mehr äußerlichen Geheimnisse kennen. Die Fürsten, in der Regel gleichzeitig die geistigen Häupter, sind in die geheimsten Gedanken der Führer eingeweiht; die Laien, das gemeine Volk, hingegen haben die Pflicht, über den Fortbesta-nd der Nation zu Wachen und zu ihrem Schutze zum Schwert zu greifen. Der Laie, der Mann aus den: Volke, und mag er noch so viel Studien betrieben haben und im Besitze der höchsten Zeugnisse sein, bleibt aus «den gefeinten Versammlungen ausgeschlossen; seine Aufgabe ist die Außenwache. Und so wird der Druse als Druse geboren und stirbt als Druse, ohne von: Drusentu-rn -mehr zu wissen, als daß seine Ettern Drusen waren. Auch die D r u -f -e n f raue n sind iu vier Klassen geteilt: Vernünftige, Gute, Au-fgeÄürte und Laien. Die „Vernünftiigen" unter den Frauen nehmen an den Besprechungen des geistigen Rates der Scheichs teil; die Guten rMtevw>eisLN ihre Kinder in den Satzungen der Relegion; die Aufgeklärten sind die gelehrten Frauen, von denen es aber in den drusischen Bergen lern volles Dutzend gibt. Die Laien, die Frauerr aus dom Volke, verrichten Arbeiten auf dem Mde und im Hause, hohen aber in Kriegs- Seiten eine äußevst wichtige Aufgabe zu erfüllen: sie sorgen für den Proviant ihrer an der Front kämpfenden Männer, tragen ihnen Brot und Wasser zu und versehen alle im Felde und im Hause erforderlichen Arbeiten. Furchtbar ist das Los der geschiedenen, von ihrem Manne vertriebenen Dvnsenfrau. Sie kann nie mehr einen Monn bekommen, aber auch nicht mehr zu ihren: ersten Mann zurückkohven, selbst wenn sie zehn Kinder 'bei ihm -znrückgelassen hat. Da in den -letzten Jahren die Mißhandlung und Vertreibung der Frauen selbst in den sogemrnnten guten Familien immer häufiger swurd-en, wurde, um wenigstens einer Ursache dieses Mißstandcs zu steuern, ein allgemeines nationales Alkohol- und Rauchverbot für das ganze Drusenvolk eingesührt. Unter den Drusen lherrscht strengste Inzucht, so daß die einzelnen Familien bloß unter einender „standesgemäß" heiraten. Die Drn-sen sind außerordentlich gastfreundlich. Selbst der angesehenste Druse bedient seinen -Gast persönlich, auch wenn dieser einem niedrigeren Stande angelhört. Der Haus- 'herr beginnt nie früher zu essen als sein Gast. Der Druse ist :nurig und bis zur Todesverachtung tapfer. Für einen verläßlichen Freund opfert er feine Habe und selbst sein Leben. In ihren Gast- und Einkehvhäusern in den Städten u:ü> Dörfern bilden die kriegerischen Taten ihrer Helden den einzigen Gesprächsstoff; ihre Lieder sind durchwegs Heldengesänge. Werden sie znn: Kampf gegen den Feind aufgerusen, so besteigen sie ihre feurigen Rosse und rasen, keiner Hindernisse achtend, wie der Wind gegen den Feind. Werden sie des Feindes ansichtig, ftim-mcn sie ihre KriegEeder Mit furchterregender Stimme an; lver nicht nüttsingt, gilt als furchtsam und feig. Ihr Heldenmut steigt, wenn ihre Frauerr mit un-verhüllter: Gesichtern vor ihnen vobeizichen, sie durch feurige Lieder zurr: Mut r:nd Furchtlosigkeit an« spornend. In der: Druserrgebirgerr gibt es etrva 30 au verschiedener r Stellen befindliche heilige Stätten des Drusen« Volkes. Nach den Angaben der geistigen Häupter «liegen dort ihre Propheten und.Heiligen begraben. Als daS Heiligste gilt die Kulistätte von Eju Alasman, südlich von Suaida. Diese Stätte gilt bei den Drrr-sen als so heilig, daß es geradezu als gesellschaftliche Pflicht angesehen wird, -daß ein Ausländer am ersten Tage seiner Antrrrrft, dieser Stätte einen Besuch abstattet. Die Religion der Drrrserr ist ihrenr Ursprung und innere u Weser: nach islamitisch. Ihre Lebensphilosophie klingt an die Weltanschauung an, die M _Wiener Morgenzrltuns _ Mitteiluosen aus dem Publikum. W)«d«r tu habftn | Bureau: JwP Bni.mi.tmmn»» m ERI'ARTIKEL für die feine Schuhpflege Wr^Neaiiidter cfaem. Imkutri« A.-G., Wien, I., Parkrind 4 Vertreter Anriaadr es acht I lt)2/> Zeit der Grüudmrg des Islams in jenen Gebieten -die vorherrschende war. Moscheen gibt es in den Drusenbergen keine, dagegen fünf katholische Kircherr, welche von Missionären errichtet wurden. Grobe Branvstistimsen i« Berlin. Aus Berlin wird uns gemeldet: Trotz der verschärfte:: Vlaßnahmen der Polizei gegen die seit einiger Zeit in Berlin tätige Bande von Brandstiftern wurden heute wieder vier Brände gelegt, die alle gleichzeitig ausbrachen. Während zwei der Brände.rechtzeitig entdeckt und im Keime erstickt werden konnten, nahnlen die beiden anderen große Ausdehnung an und gefährdeten infolge des orkanartigen Sturmes, der heute nt Berlin wütete, ganze Häuservicrtel. Bei den Löschrrrrgsarbeiten erlitt ein Fenerwehrmarrn eine schwere Rauchvergiftung. Gestern fand im Polizeipräsidium eine Konferenz über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Brände statt. Es soll ein L u f t ü b c r w a ch u n g s d i e n ft eingerichtet Werder:. Weiters soll die für die Ergreifung der Brandstifter ausgesetzte Belohnung ans 10.000 Mark erhöht werden. _ Strobenvrmonstrationeu der Pariser Bankangestellten. Aus Paris wird gemeldet: Im Verlaufe -des Bank« beamte nstreiks kam es gestern zu turbulenten SzeneEine Gruppe Streikender st ü r n: te eine Bankisiliale, wobei s ä n: t l i ch e F e n st e r s ch e i b e n 'des Bankgebäudes z c r t rüm wert wurden. döcrchmittags veranstalteten die Streikenden vor einer Bank in der Nähe der Großen Oper eine Kundgebung, die einen stürmischen Verlauf nahm. Es wurden Steine gege-n dieBank geschleudert und sämtliche Fensterscheibeu zertrümmert. Polizei schritt ein. Es kam zu einem Handgemenge zwischen den Polizisten und den Streikenden, vor: denen einige verhaftet wurden. 'Schon heule nachts waren die Fassaden einiger Pariser Banken mit Tinte verunreinigt worden. Aalokataftrophe bei Wiener-Neustadt. Zwei Tote, eine Schwerverletzte. Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: Das Auto der Frau Lisa Schrantz, das vom Chauffeur Karl Suske gelenkt wurde, fuhr in einem Tempo von 60 Kilometer, von Nermtirchen kommend, gegen Wiener- Neustadt. Jim Wagen saßen außer dm Genannten das Ehepaar Feucht inger und Frau Meta Huber aus Wien. Ms der Wagen in die Nähe 'der Fabrik Di<kfovd ai. Co. kam, fuhr ihm vor: rückwärts ein Auto der Daimler-Wercke, das vom Techniker Richard Stahl gelenkt wurde, in eimom Tempo von 70 Kilometer vor. Gleichzeitig kam den beiden Automobilen eine Motorradfahrer mitten aus der Straße entgegen. Es kam zu einem Zu sa m men stoß, durch den das Motorrad vollständig zertrümmert wurde. Das Auto der Frau Schrantz fuhr mit voller Geschwindigkeit gegen einen Baum. Me Insassen wurden aus dem Magen geschleudert. Der Chauffeur war auf der Stelle tot. Frau Feuchtinger und Frau Schrantz erlitten sehr schwere Verletzungen. Frau Feuchtinger ist unterwegs gestorben. Die beiden anderen Insassen Franz Feuchtinger und Frau Meta Huber kamen mit idem bloßen Schrecken -davon. Frau Schrantz, die im -hiesigen Krankenhaus liegt, schwe'bt in Lebensgefahr. Var Fagdvergnügen des Herr« Steriimter». Aftern schreibt «uns: Oberförster Reitsamer von der der Metallwarenfabrik Artur Krupp A.^G. gehörenden Herrschaft Merkenstein erfreut sich in der Umgebung Vöslans keineswegs hohen Ansehens, doch was er sich in den letzten Tagen ar: offenbar vom -Judenhaß geleiteten Uetbergrisfe-n 'leistete, muß festgehalten werden. Am 28. August vergnügten sich die 130 Zöglinge deS jüdischen Kindererholurrgsheirns Böslau unter -Leitung von Lehrpersonen auf dem zu Gainfar-n gehörenden Teil der Heleneühöhe, einem allgemein zugänglichen Erholungsort. Ein Hund aus dem Rachbarhause des Kinderheims hatte sich den Kleinen ange-schlossen und «mehrere von -ihnen spietten -mit ihm. Da kam Reitsamer. Ohne ersichtlichen Grund, ohne die Kinder zu -warnen, schoß -er in ihre Mitte nach dem Hund. Ir: -welcher Gefahr sich die jüdischen Kinder befanden, ersieht man aus der erstaunlichen 'Zielunsicherheit des Oberförsters, der aus einer Entfernung von zehn Schritten zweimal schoß und dennoch das Tier nur durch einen Streifschuß verletzte. Daß dem edlen Mann» die Gefährdung des Lebens jüdischer Kinder kein 'besonderes Unbehagen verursachte, kann -man Wohl daraus schließen, daß er zum Weinhüter sagte: ,Menn die noch einmal da Herkommen, harrst ihnen mit dem Stock den Schädel eir:, -daß alles kracht", und einzelne Kirr-der unter wüstem Geschimpfe mit den: Stocke bedrohte. Auf demselben Platze lagen am nächsten Tag« drei jüdische Knaben, Kinder einer privaten Sommerpartei. Der Oberförster bewarf von dem nahen MelnGrtVR 4U* 4. September 1926 Sk. 80« die Junger: mit Flaschen und Glasscherben. MS eiltet von ihnen dagegen protestierte, sperrt« der KinderfrvuMt die drei Kleinen über eine halbe Stunde -kr die Wächter- Hütte ein. Dieser Menschenjäger, der Von der Ideologie des Hakenkreuzes ebenso umnebelt ist wie von dem reichlich konsumierten Wein, bedeutet für die Umgebung BöSlauS geradezu eine Gefahr. Der: Behörden und der Firma Artur Krupp ist -ringend zu raten, sich mit diesem Oberförster, der jüdische Kinder als Jagdziel nimmt, na>h«r zu befassen. Ser Kamvk um dar «ad. Sine Mutter entführt ihr Kind von Dien nach Amerika. Bor mehreren Jahren wurde die Ehe des Chauffeurs Edgar Munk und feiner 36jährigen Gattin Mroline, geborenen Muschel, geschieden. Der aus -der Ehe stammende 7jährige Knabe Max MeV im beiderseitigen Einverständnis bei der Großmutter Klara Muschel, die in der Oberen Donaustraße wohnt. Die Mutter des Kindes wanderte -nach Amerika aus un-d heiratete im Jahre 1923 in Philadelphia den Magistratsbeamten S m 11 h. In: heurigen Frühjahr kam Frau Smith zu Besuch r:ach Wien und Munk befürchtete, die -Frau wolle das Kind nach Amerika entführen. Auf seine Veranlassung mußte Frau SmiH ihren Paß beim Polizeikomrnisiariat Leopoldstadt de -p-o nieren. Sie versprach, nichts;n unternehmen und -sich -der eben fälligen gerichtlichen Entscheidung ibetraffs des Kindes zu fügen. Sie -wußte sich aber Len Paß unter dem Borwand einer Reife nach Berlirr w i e d e r zu verschaffen und verschwand, wie erst später festgostellt wurde, mit dem Kinde. Am 4. August war die Mutter mit dom Kinde in N e w - Z o r k g e l a n d c i. Frau Smith hatte sich schon rm JuU hier dein: amerikanischen Konsulat für ihren Sohn ein Visum außerhalb der Einwandererquote erschlichen, da sic vorgab, der Vater des Kindes sei unbekannten Aiufent'hattes. Die anfangs August schriftlich eingelangte Gerichtsentscheidm:g hatte das Kind dem Vater zugcsprochcn. Die Großmutter des Kindes und ein Brrrder der Frau Smith stehen im Verdacht, an der Entführung des Kindes mitgewirkt zu haben. krösfnnog der Wientallkuie der elektrische« Stadtbahn. Montag den 7. d. wird der Betrieb auf der StMbahn» llinie zwischen Hietzing und Hauptzollamt aus-genom» men. Dies« Linie führt -die Bvzeichnrmg ,M" zum Unterschied von der Linie ,MG", die zwischen Hüttsldors und Heiligenstadt verkehrt. Der erste Zug der Linie „Sß" geht von HüMdorf ab um 4 Uhr 67 Minuten, vom Hauptzollarnt ab in der Gegenrichtung um ö Uhr 32 Min., der letzte Zug ab Hietzing am 33 Uhr 12 .Min. und ab Hauptzollaint um 33 Uhr 38 Min. Die' Fah rz-e-it -beträgt zwischen Hauptzollamt nnd Hietzing 18 Minuten. Um das Umsteigen von der Stvahenbahn zur Stadtbahn bequemer zu -gestalten, werden bei den Stadtlbahnstationen Margaretengüvtel und Karlsplatz Strahenibahnha-ltestellon errichtet. Die Züge vevkchren von Montag ab sowohl auf der Linie ,M" als -auch aus der Linie ,M8" tagsüber in Zeitaöschnitten von sechs Minuten. Der Fahrpreis 'beträgt 30 Groschen. Die Arbeiten an der EleLtrisizievunig der Do naukanal-linie schreiten fort. Man rechnet damit, in: Oktober das ganze Stadtbchnnetz dem Verkehr -Kbergöben zu können. _ Wien, 4. September. * Hurra, wir sind lebensfähig!" Ein Stein fällt uns vom Herzen. Zwar unsere Tasche bleibt öd und leer, aber jetzt wissen wrr's wolngstens: Wir sind Lebensfähig. Der Modergeruch des Wortes ,-Sankrnng" weicht der glücklicheren Variante: lcibens. fähig. Freilich, noch ist kein Mbau des Abbaues zu verspüren, a>ber -die günstigen Zeichen mehren sich. Wenn die Kurse im Garckraum nichts mchr taugen, steigt das Kaffschauslokal im Kurs. Der Kreislauf vom Tschoch über Bankhaus zurück zum Wschechevl hat sich evjAllt und vervollständigt den Beruf de-4 WierrerS, Stammgast zu fein. Die tägliche Semmel ist kein Problem mchr, höchstens ein Rechenexempvl. Ihre Verbilligung kämmt paarweise vor. Und die LustbarPcätSsteuer? hör' ich einen Miesmacher fragen. Mein Lieber, wer hat heute noch Lust zrr etwas -und wo gibt'S heute noch „bar"? Den Dheatem: könnt« die Steuer nicht ermäßigt werden, sagte de>r Hem: Referent weil sonst auch die Fußballfpieber gleich damit romnrerr. Jetzt, wo die Theater größtenteils nicht mchr aufsperren, karm man allerdings die Fußballspiele höher besteuern. Wir sind eben lebensfähig. Bitte, nur zu beachten, was für kvästige Zeicher, geradezu überschäumender Lebenskraft zum Geiljipiel die braM bodenständige Bevölkerung des Kamptal-eS neulich gegchen hat Wie schwer muß eS für den biederen Menschenschlag in Schbw bevg während des gantzen Gommers gewesen sein, sich gsf-aller» lassen zu müssen, daß jüdische Sommerfrischler dort Geld auS- -geben. Aber am Ende der Saison ließen sich die vSVischen Belange nicht vtchr zurückhatten. Der Schönberger Landst-urnl ev goß sich männiglich Wer jüdisch« Frauen mrd Kinder mtd be, wies schlagkräftig sein« Lebensfähigkeit. Kehren wir wieder narj -der Stadt der Lkder HL) Katharina" ufw.) und des verschwi» denden Dienstmannes zurück. Wie schön ist es da, schon an Bahnhoff. Wan wich von freuMichen Chauffeuren empf-angty Man fährt durch die Stadt, <m grellen Plakaten vorbei, die ty frisch-rfromm-fvöhlich^freiem Ton entweder völlige Austreibung der Juden oder zumindest einen NmneauS clausus in allen Bei rufen Mischen sterbendem Fiaker und Wagentürlaufmachü verlangen. Barbe: an frisch lackierten Kaffeehäusern (an derert Kloftttwänden die neueste Hakenkreutzliteramr prangt), vorbei ar: Ansamnllunger: Jugendlicher, die schon um den Preis vor 3 Schilling aufwärts „Offensiven für den Fvemidenverkchri emtemchmen. Strotzt da, frage ich, Mt allevon Lebens