Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2347 (3.9.1925)
- Date
- 1925-09-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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TWI'lf" Sk. 2347 Wien, Donnerstag Wiener Moraenzettuns «eure DAS RADIOBETT GASTSPIEL: Franz Glawaltch Hlzzi Fralhardt ROLAND-BUHNE Sie gnnenelurichtungen der Stlnnee-Sampfer. Da die Hugo-Stinnes-Linien als deutsche Weltreederet zu einer Zeit entstanden sind, als die deutsche Not allen Formen die Gesetze vorschrieb, finden wir iu ihrer Flotte nur solche Schiffstypen, die, dem Ernst der Zeit entsprechend, allein wirtschaftlichen Erfordernissen Rechnung tragen. Einfachheit, Zweckmäßigkeit, Rentabilität, das sind die Gesichtspunkte, unter denen die Einrichtung der Dampfer sich vollzog. Aber im Nahmen dessen, was die jetzige Lage Deutschlands an Beförderungsmitteln nach Uebersee verlangt, finden wir in der Flotte der Hugo-StinneS-Lmien alle Typen vertreten: daS Schiff mit 1. und S. Klasse sowohl, wie den Cinkajütendampfer und das 3.-Klasse-Spezialschiff, außerdem den kombinierten Fracht- und Passagierdampfer und einen ganz vorbildlichen Typ von großen Frachtdampfern. Der Dampfer „General Sau Martin", der durch feine Erholungsfahrten nach dem Norden und nach dem Süden rühmlich bekannt und beliebt ist, entspricht allen Anforderungen moderner Schiffstechnik und Innenausstattung. Er ist mit Funkentelegraphie versehen, behaglich und geräumig und hat weitläufige Promenaden- und Sonnendecks, vornehm ausgestattcte Fest- und Gesellschaftsräume. Ein Turnsaal mit Apparaten für Traben, Kamelreitcn, Gelegenheit zum Boren und Massagecinrichtunaen gibt dem Fahrgast die Möglichkeit einer genügenden Bewegung an Bord. Eine große Anzahl der I.-Klassc-Kabinen haben fließendes Wasser und alle sind äußerst behaglich eingerichtet. Ganz besondere Sorgfalt ist auf die Luxuskavinen mit den schönen Badezimmern verwandt worden. Der helle Speisesaal der 1. Klasse ist mit 122 Sitzplätzen ausgestattet, und einen eigenartigen Reiz geben die grünen Fensterkreuze dem mit hellen Marmor ausgekleideten Wintergarten. Als ungenicin ansprechend ist der Damensalon mit seinen bequemen Damastsesseln und den reizend gerafften Fensterbehänaen hervorzuheben. Die in seinen Nischen aufgestellten Schreibtische bieten willkommene Gelegenheit zur Erledigung der Korrespondenz. Einen würdigen Charakter hat der Rauchsalon, der ebenfalls mit marmornen Wänden ausgestattet ist, mit seinen schönen Klubsesseln. Ganz hervorragerw gut ist auch die Schiffsbibliothek. Was an moderner Literatur in den letzten Jahren erschienen ist und wirklich starken Inhaltes ist, ist dort zu finden. Keine 1. Klasse, wohl aber eine Mittelklasse sowie 3.-Klasse-Kammern und Wohndeck, weist der „General Belgrano" auf. Die Mittelklasse ist mit aller Behaglichkeit und Wohnlichkeit ausgestattet und kommt den Lebensgewohnheiten des deutschen Bürgertums in jeder Weise entgegen. Hübsche Gesellschaftsräunie gewähren eine angenehme Unterkunft, wenn der Aufenthalt in frischer Luft nicht gewünscht wird. Schlicht und vornehm ist das Rauchzimmer, das mit geschmackvollen Korbmöbeln eingerichtet ist, und das gemütliche Damenzimmer mit seinen traulichen Nischen lädt direkt zum Verweilen <in. Besondere Sorgfalt ist den 3,-Klasse-Kammern zugewan-t. Ganz der Neuzeit entsprechend find die Kabinen zwei- und vierbettig. Die Weißen Bettstellen und die praktischen Waschtoiletten machen einen ebenso zweckentsprechenden wie behaglichen Eindruck. Zum Lesen, Schreiben und Aufenthalt bei ungünstigem Wetter sind bequeme Gesellschaftsräume vorhanden. Ein ausgedehntes Freideck bietet dre erwünschte Gelegenheit zum Verweilen in frischer Luft und zu den beliebten Bordspielen. Eine reichhaltige Schiffsbibliothek verhindert das Auftreten von Langeweile an Bord. Der Dampfer „Emil Kirdorf" und die ihm ähnlichen Dampfer der nach ihm benannten Kirdorf-Klasse, die im Ostaficndrenst verkehren, sind in erster Linie Frachtdampfer, befördern , aber auch eine größere Zahl von Passagieren in der Kajüte. Eine 3. Klasse ist nicht vorhanden. Die Kabinen mit frerstehenden Betten sind behaglich eingerichtet und die Luxuskabinen lassen vollständig vergessen, daß man sich nicht auf einem allein der Passagierbeförderung dienenden Dampfer befindet. Schwere Möbel geben dem Rauchfalon ein ernstes, ruhiges Gepräge. Der Damensalon entzückt durch die Gefälligkeit seiner Möbel und deren Anordnung fowie die außerordentlich günstigen Raumverhältnisse, und der Speisesaal mit den kleinen runden Tischen und den graziösen Stühlen ist ebenso einladend wie behaglich. Die oben beschriebenen Schiffe sind wie sämtliche Dampfer der Hugo-Stinnes-Linien mit weittragenden Funkapparaten, Unterwasserfchallsignalanlagcn und Schotteneinrichtungen versehen, die für größte Sicherheit die Gewähr tragen. Buhne Md Kunst. Bolksoper. „Carmen" als Eröffnungsvorstellung. Nach', der von Egisto Tango mit bestem Erfolge geleiteten „Stagrone" hat nun Generalmusikdirektor Leo Blech mit „Carmen" die Wintorspielzeit eröffnet. Der Dirigent machte aus „Carnren" eine wahrhafte Tragödienmusik im Sinne Nietzsches: „Endlich die Liebe, die in die Natur zurückversetzte Liebe! Nicht die Liebe einer höheren Jungfrau! Keine Senta-Sentimentalität! Sondern die Liebe als Fatum, als Fatalität, zynisch, unschuldig, grausam — und eben darin Natur!" Wenn der kleine von Temperament durchschüttelte Mann am Dirigentenpult aus echter Leidenschaft die Rhythmen hämmert, vernimmt man wahrhaftig die ganze Tragik des Tothasses der Geschlechter, so wie Nietzsche die „Carmen" anslegt. Leo Blech, der durchaus nicht Blech dirigiert — er straft seinen Namen Lügen —, sondern auf jedes Pianissimo und auf jede ihm wohlvertraute Nebenstimme achtet u»t> immer neue, sonst im Dunkel gelassene Einzelheiten der Partitur beleuchtet, ist sicher der richtige Mann für den Neuaufbau der Volksoper, vorausgesetzt, daß der geistvolle Theaterdirrgent in seinem Arbeitsfanatismus nicht locker läßt. In der Titelrolle debütierte Frau Karin Branzell, deren bildhafter Erscheinung man das Zynische, Unschuldige, Grausame, all das Triebhafte des Weibchens nicht recht zuiraut. Ihre wunderschöne, weiche, dunkle Stimme voll edler Gesangskultur ist für die Wiener Opernbühne ein wertvoller Gewinn. Mit großer, anscheinend ein wenig müder Tenorstimme sang Herr Rudolf Laubenthal den Don Jose. Der Sergeant führte sein Letztes au Kraft und Energie ins Treffen, um Carmen zu gewinnen, mußte jedoch gegenüber dem Torreador des Herrn Michael Bohnen, der mit ungeheurer Vehemenz und kinomätzigen, übergroßen Gesten loslegte, den Kampf verlieren. Der große Schauspieler hält den Hörer ununterbrochen in Atem — sein Pianogesang klingt freilich tonlos und maniriert —, ein richtiger Stierkämpfer, der von seinem Endsieg in dem hitzigen Gefecht überzeugt ist. Neben den Stars wirkten Frau Gerö, ein wenig verschüchtert, wie es sich für eine Mieaela ziemt, doch ungemein reizvoll, und die Damen Bäck und SzücS-Jelmar, welche im Terzett mit Frau Branzell ehrenvoll bestanden. Auch sonst hinterließ die sehenswerte Aufführung den allerbesten Eindruck. Nicht nur Chor und Orchester wurden von Leo Blech zu Höchstleistungen aufgepeitscht, auch die lebhaften, von Gustav Neuber einstudierten Tänze, die bewegten, geschmackvollen Bühnenbilder, überhaupt die Präzision, mit welcher der ganze TheatermechaniSmuS arbeitete, kündigten eine neue Aera der Bolksoper an. Hoffentlich verbraucht sich die Direktion Gruder-Guntram nicht vorzeitig im Starnnd Virtuosentum und in ganz unangebrachter Rivalität mit der Staatsoper, sondern erzieht sich durch Pflege der alten und neuen VolkSopern ihre Theatergemeinde und gibt damit der Mnstkstadt Wien in musterhaften Aufführungen zu erschwinglichen Preisen jene volkstümlichen Meisterwerke wieder, für welche in der Staatsoper der Stil verloren gegangen ist. flb. Sa» «e«e Bundestheaterprvgramm. Die Bun>desthc atcrverwaltung hat ein neues offizielles Programm für das Opern-, Burg- und Akademietheater aufgelegt, welches in Broschürensorm erscheint und reich illustriert ist. Die erste Folge ist durch Geleitworte des Bundestheaterpräsidenten, Sektionschef Dr. Präger, ciivgclciiet. Die mit dem ersten Heftchen inaugurierte Form der Bundes theaterprogramme sei ans der Erkenntnis entstanden, daß es vor allem nötig fei, Publikum und Theater einander nahe zu bringen, damit die beiden Teile einander aufs Neue verstehen lernen. Franz Schalk «führt in einem Aufsatz „D a s neue Spiel fahr" aus, daß die Oper am Beginn einer neuen Aera stehe. Mancherlei Krisen feien übevtvunden und der Weg nach verschiedenen Richtungen.fveigelogt. Das Problem der Erhaltung des Mener Qperncheaters bleibe, rein von der künstlerischen Seite gesehen, . die Mmntechvochene Erneuerung der wivkendcn Kräfte. Mit Vergnügen nimmt man zur Kenntnis, daß der Direktor der Staatsoper an eine reichlichere Pflege der modernen> «nd . ganz modernen Opernlite ratu r denkt. Gr macht die Einschränkung, daß der sehr kostspielige Apparat des Opovntheaters nicht alle Augenblicke -für jene Nonevschoinungen in Bewegmrg gefetzt werden könne, die mit dem Stigma der Evfolgslostgikoit und des baldigen Berfchevdens für immer geJeichnet find. Im Bewußtsein der Pflicht absoluter Objektivität lvvrde die Direktion in den diesijährrgerr Spielplan ein Werk ans der Gruppe der Modernsten anfnehmen. Neben Neuvinstudievungen von Gluck, Weber, Verdi, Rossini, Donchetti, Bellini, Massenet (,/Der GauMer unserer lieben Frau"), Saint Saens, Bizet <,Mjamileh"), Gharpentier und Richard Strauß werden als Nenanssührungen erscheineu: Mussorgskis „Boris Godonnow" und die Oper „Sganarell" von Wilhelm Grosz. Franz Hort «er ich, der Direktor des Bnrgtheaters, schreibt über ,/das Bnrgtheater und seine Äus- «gabe»r". Es lvevde ünmer die vornehmste Aufgabe feiny eine Ensernlbleikunst lebendig zu erhalten, die befähigt ist, das dramatische Gut an älterer und neuerer Dichtkunst würdig auf die Bühne zu stellen, denn nur so könne das Burgtheater seine Bestimmung znm Nationaliheater rechtfertigen. Das Heft enthält ferner ein Fragment aus Hugo H o f f nt annstha l s Trauerspiel „Der Turm", einen Aufsatz, ,M)as augenblicklich wichtigste Bedürf«nis u«nserer Staat so per", von Ludwig Karpath (als welches dem Autor „ruhiges, zielbewußtes Arbeiten, Güte und Nachsicht von allen Seiten" erscheint) und eine Stu.ve von Josef Gregor» Theater als Erleb n i s", welche durch zahlreiche treffliche Mblldungen erläutert ist. Theater an der Wien. Die neue Spielzeit wurde Mt der zugkräftigen Operette „Der Orlow" eröffnet. Im Hause «herrschte Prennerenstimmuug, es «gab unzählige Hervorrufe und Blumenspenden, die der ausgezeichneten Darstellung, vs>r allem Betty Fischer, Hubert Marischka, dem Komiser •niiswrra nnm MlLbmi. ßBerbet Abonnenten sürdie ft Lffiietter Morgenzeitnng" I 3. September 1985 :cit€ 7 Fritz Steiner und nicht zuletzt Hans Moser galten, dessen Improvisationen als Logenschließer mr«u nt erbrochen Lachstürme entfesselten. Renaissance bühne. Das iu der vorigen Saison im Lust spiettheater gegebenen amerikanische Kinodrama „Die letzte Warnung" eröffnete die neue Spielzeit in der Rcnaissaucebühne. Direktor Josef I a r n o tourde sehr gefeiert und sein Ensemble nahm an dem Erfolg des Abends teil. Die Abel-Pann-AuSstellung. welche großen Zuspruch findet, wurde bis zum 27. b. verlängert. Aur Den Theatern. Burgtheater. Morgen, Va8 Uhr abends, ,!?« rto lflitul". Akademtetbeater. Morgen, V*8 Uhr abends. „Mama Nicole". BolkSover. Heute „21 i d a". Morgen „M a d a m m e Butterfly". DeuttchoS Volkstheater. Heute findet die 180. Aufführung von „Antonia" mit Sari F e d a k statt. Wiener Bürgertheater. Morgen findet die 880. Aufführung von „Gräfin Mariza" statt. Radrovroarmnrri. Heute Donnerstag. 11 bis 12 Uhr 60 Min.: Vormittagsmusik. (Programm nach Ansage.) — 4 bi» 5 Uhr: Von Sonne, Regen und Wind. (Märchen von Sopbie ReinSbeirner.) Gesprochen von Irene S «h n a l und Gertruds Lasch. — 5 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. — 8 Uhr: Kammermusik (Quartett Hugo G o t t e S m a n «). — 9 Uhr : Populäres Orchesterkonzert der Kapelle Ganglberger. Gerichtssaal. „Schreien Sie nicht, sonst schieße ich Sie nieder V Der Raubanfall eines Sechzehnjährigen. Die 66jährige Private 2lin>na Bock «befand sich am 22. DLai ganz allein in ihrer Villa i-n der Hintevorühl, als plötzlich, cs war gegen 4.Uhr nachinittags, der Haushund im Schlafzimmer bellte. Sie ging hinein imlb sah sich einem Burschen gegenüber, der an«f die F-ra«gc, was er hier wolle, eine Pistole aus der Tasche zog, die Waffe der Frau an die Bviist setzte und sagte: „Schreien Sie nicht, sonst schieße «ich Sie nieder, g«eben Sie mir Ihr Geld". Frau Bock nahm aus ihrer Handtasche «eine Zehntatlsendkron-ezuvote, der Barische entriß der Frau aber «die Tasche mit insgesamt 20 Schilling. Mit vorgehattener Waffe zwang «sie «der Räuber in das Kabinett, das er absperrte. Zilvei Frauen, die .zufällig zu Besuch kamen, befreiten sie. Als Täter wurde -der 16jährige Spenglcrle-Hrling Joha«nn Sourada ermittelt. Er hat das Geld -noch am Abend in Gesellschaft einiger Männer, denen er die Zeche zahlte, durchgebracht. Gestern -stan-d ex vor - den Gesch-wornen des Landesgerichtes 2 unter Vorsitz des Hofrates Dr. H a e r d 11 unter Anklage des Verbrechens des Raubes und Ginlschränknug der Persönli«chelt Freiheit. Sourada ist «twtz seiner Jugend zweimal vorbestraft. Als er viepzehnei-nhaW Jahre alt ivar, hat er eures Tages «auf offener Straße ein Mädchen überfallen und vergewal-tl«gt. Er tvurde danra«ls für unzur>echmm«gsf«ähig erklärt. Jur Jahre 1934 wurde er wegen Diebstahls und Erpressung zu iföttif Monaten schweren Kerkers verurteilt n«n«d die Zulässigkeit feiner Abgaibe in eine Zwarrgsarlbeitsanstalt ausgesprochen. Damals haben die ärztli«cherr Sa«chvorstä«ndigen evklärt, Sourada sei nicht geisteskrank. Auch im vorliegenden Falle habeic sich keine Anhaltspunkie dafür ergeben, daß der Beschuldigte geisteskrank oder zur Zeit der Tat sinnesve-rwirrt gÄveisen wäre. Zn seiner Verantwortung gab Sourada au, daß er durch das Lesen von Kriminalromanen n«nd Jndianvrbüchoru zu der Tat veranlaßt wurde. Ueber 2luff«ovderuitg des Borsitzc-ivden stellte der Vater des Angeklagten «den Betrag von 27 Schilling der Beraubten tvährend der Verhandlung zurück. Die Goschivornen bejahten einstimmig die Hauptfragen auf das Verbrechen des Rauibes und der Eiirschränku«ng der persön«lichen Freiheit mir« 12 Stimmen. Me Züsatzfrage ans Simrcsverwirrung wurde gleichfalls mit 13 Ja beantwortet. Ans Grund dieses «Verdiktes verkündete der Vorsitzende den Freispruch «des Angeklagten, den dieser teilnahnislos anhörte. Seine Mn«tt«er tvnvde von« schlveven Weinkrämpfen befallen. Beschimpfung der Kinder durch tue Mutter cheidunysgrnnd. sryeivunysgruno. Der Handelsanaeftellte z^ranz -u. oracyie gegen some Gattin Anna die Ghefcheidungsklage ein, weil sie die kein Ehe- Franz K. brachte «Kinder Mblos behandle und nvit „Fraheir", ,/Rabenvich" ustv. lbefchrmpfe; sie äußerte auch tviederholi, sie rn-öchte die Kindor gem los sein. Als weiterer Scheiduivgsgvund macht der Kläger geltend, daß seine Frau sich dritten Personen gegenüber über «ihre airgebuch :nvglückl«ich«e <N)e beklage und dabei abfällige ÄeußerulMn Über ihren Mann mache. Die Geklagte bestritt, daß die Schimpfworte gegen ihre Kinder ernst zu nehmen wären. Eine Mutter wird «bock ivöhl das Recht haben, die Kinder, wenn sie unartig sind, schlimme Fratzen usw. zu «nennen. „Rabenvich" sei allerdings ein etwas stärkerer Ausdruck, aber doch auch nicht geeignet, kleine Kinder in ihrer ,/Ehre" zu kränken. Noch viel weniger sei der Ausdruck des Unmutes: „Wenn «ich euch lmr los wäre!" ernst zu nehnien. Es rvnte-rli-ege auch keürem Zweifel, daß auch ihr Mann diese Dinge nicht ernst -nehme, der wahre Grund ferner Scheidungsklage se> vielmehr der, daß ihn: seit letzter Zeit eine große, blorrde Frau besser gefalle als feine Gattin. Sie halbe ein Tagebuch ihres Gatten aufgofunden, in welchem sich an einem Tage die Auszeichnung findet: Mit Frau (folgt Name) spazieren gegangen". Sie sei «der Sache nachgegangen und halbe erfahren, daß ihr Mann nicht Über ihre Ehe öeclagt habe. DaS Landesgericht wies die Ehescheidungsklage des ManneS ab. Gegen dieses Urteil brachte der Kläger «die Äeruftmg an das Oberlandesgericht ein. Der Berufungssenat (Vorsitzender Dr. Haberder) gab der. Berufung keine Folge «und bestätigte das evstrichterliche Urteil. In der Begründung wird hervorgehoben, daß die Beschimpfung der Kinder durch die Gattin fernen Ehescheidungsgvund vüde.! I i ,> 'V «"■* - -an.-' "«««MM fi£