Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2346 (2.9.1925)
- Date
- 1925-09-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. S340 Wien, Mittwoch Wiener 9. Sevtember 1925 Seit« 7 Das Verhältnis der Kolon isielr zu jüdischen Dingen 'und zum Zionismus läßt nichts zu wünschen übrig. Ich stehe noch unter dem Eindruck der W'vku-ng, die meine vor zwei Jahven unternommene Keren-Hajessod-Kampagne hervorgemfen hat. Die Stimmung war enthusiastisch. Die Mischen Kolonisten besitzen in ihren Siedlungen alle Einrichtungen einer jüdischen G e m e in de: Schule, Synagoge, Bibliothek, zionistische Vereine, Volkshäuser und in der Mehr.zahl der Kolonien eigene Krankenhäuser. Ein sehr großer Teil der Kolonisten führt ein religiöses Leben. Aber auch für die, die nicht religiös sind, ist die Tradition der Feiertage, des Sabbats usw. aus dem Gefühl nationaler Tradition bindend. Es ist keine Uebertreibung, wenn inan sagt, daß 90 Prozent aller jüdischen Kolonisten Argentiniens dem Zionismus zumindest nahestehen. Es ist notwendig, bei dieser Gelegenheit die tveit verbreitete Ansicht richttgzu stellen. als ob die Jltlden Argentiniens nur dann Landwirtschaft betreiben, wenn sie von der I. C. A. angesiedelt werden oder daß sie sie bei dc>r ersten Gelegenheit aufgeben. Beides ist unrichtig. So haben 600 b is 800 jüdische Familien ohne die Hilfe der I. C. A. auf eigene I n i t c c t i b c in den entlegensten Winkeln Siedlungen begründet. Eine aus eigener Initiative geschaffene Kolonie ist die von Meü a n o s, die unter allen jüdischen Kolonien die wohlhabendste und in jeder Beziehung musterhafteste ist. (In Parenthese ist cs interessant, daran zu erinnern, daß die jüdischen Kolonisten von Medanos seinerzeit bei einer allgenreinen argentinischen Feier geschlossen sich als Juden mit eigener jüdischer Fahne manifestierten. In der neueren jüdischen Geschichte ist wohl diese Manifestation mit Betonung des Jüdischen die erste gewesen, Ivas der heutige (Nhefvc'daktour Ihrer Zeitung, damals leitender Redakteur der ,Melt", Julius Löwh, in einem Leitartikül wüvdiefte. -Las den anderen Vorwurf betrifft, daß die Juden, solwie cs ihnen nur möglich ist, die Landwirtschaft verlassen, muß festgestellt ivevden, daß das Gegenteil der Fall ist. So sind die Söhne der Kolonisten gezwungen, gegen die I. E. A. zu protestieren, weil diese ihnen nicht die Möglichkeit der Anstchlung verschafft. Das Verhältnis der I. C. A. zu den Kolonisten ist rucht so, wie es zu wünschen wäre. Ich bin kein Kolonist, kann also iu dieser Frage objektiv fei«; Die' J. C. A. bat gewiß Großes und Schönes geschaffen. Die. Vollstrecker der Idee des Baron Hirsch aber haben große Sünden an den Kolonisten begangen, tvas ans dem unlängst in B n e n o s Aires stattgefundenerr Kolonistenkongreß in vielen berechtigten Klagen zum Ausdruck kam. Erstaunlich und ungehörig war es, daß das Pariser Direktorium der I. C. A. es nicht, für nötig fand, der Einladung zum Kongreß Folge zu leisten. Dieser Kongreß war für die argentinischen Juden von großer Wichtigkeit. Aus der Reche der auf ihm gefaßten Resolutionen sind besonders zwei hervorzuheben, die eine, die besagt, daß dem Rate der I. C. A. eine K o m m i s s i o n, bestehend aus Kolonisten, Leizuziehen sei, die andere, die im Namen der Kolonisten den Eintritt in die erweiterte Jewish Agency fordert. . ' •. > Es wäre längst Zeit, daß die Vertreter der Berliner, Brüsseler und Londoner Kehilah im I. C. A.-Rat mit den Kolonisten direkt in Verbindung treten und als Studienmaterial nicht nur die Dokum-ente ihrer bureaukratiischen Administration benützen. In B u e n o s A i r e s, der Hauptstadt Argentiniens, leben 70.000 Ibis 80.000 Juden. Sie sind auf allen Gebieten tätig, speziell in der Konfektion, der Möbeltischlerei, in dar MetaMoarenerzeuguug ustv. Eine fühvende Stellung nehmen die Juden von Buenos Aires im Handel ein. Im G e t r e i d e e x p o r t sind die ersten Firmen jüdisch, ebenso im T n ch w a r e n i m p o r t und in allerlei ausländischen Waren. Die jüdische Jugend dieser Stadt beginnt in neuerer Zeit sich intellektuellen Berufen zuzuwenden. Es versteht sich, daß alle-Institutionen, die eine ansehnliche jüdische Gemeinde besitzt, auch in Buenos Aires zu finden sind, vom großen Spital bis. zur jüdischen Kreditkassa, Kooperativen, Bibliotheken, Talmud-Thoras, Waisenhäusern und Altersversorgungsheimen. Alles dies wurde in den letzten 10 Jahren begründet. Man geht jetzt daran, eine jüdische Gemeindeorganisation zu schaffen, welche der: Brennpunkt des jüdischen Lebenä bilden soll. Es gibt auch eine große jüdische Presse in täglichen und wöchentlichen Ausgaben, die jüdisch und spanisch erscheint und durchaus auf dem Niveau der größten jüdischen Zeitungen der Welt steht. ti , s / KRBPPEL JUDEN UND JUDENTUM VON HEUTE 912 Seiten Grossoktav mit 200 Porträts Geheftet $42.50 / Ganzleinen $ 51.— * Ein Handbuch von Weltbedeutung! * Zum ersten Male ein großangelegtes Werk, das in rein sachlicher Pare-tellung ein alle Lebensgebiete umfassendes Bild des zeltgenSssisehen Judentums aufzeigt. Der Verfasser blickt auf eine SOjährige publizistische Tätigkeit zurück, hat wiederholt jüdische Zeitungen in hebräischer, jiddischer und deutscher Sprache geleitet und am politischen Leben der fudeit aktiven und führenden Anteil genommen. Er kennt somit wie kaum ein zweiter alle erdenklichen Seiten des Problems aus eigener Anschauung und darf beanspruchen, im Streit der Meinungen über dieseh aktuellsten aller Gegenstände als Autorität gehört zu werden. Wer immer sich in Hinkunft mit dem weltumfassenden Problem des Judentums als Freund oder Feind auseinar.dersetzen will, muss dieses Werk befragen AMALTHEA-VERLAG, WIEN 111. Zu beziehen durch: Kongressbuchhandlung (Wiener Kooaerthau») und durch jede gute Buchhandlung &os Me Hagada der Familie Heine. Aus der rheinischen JahrtausendauKstellnng in Köln, der auch eine überaus wertvolle Abteilung sausend Jahre chemisches Juden tunt" angegliedert ist, lbefmdet sich unter den vielen Denkmälern jüdischer KullÄrr auch ein künstlerisches Denkmal, welches nicht nur als kostbarer Kulturwert bode-utsam ist, sondern auch durch seine Herkunft. Es ist die Pessach-Hagada der Familie van Geldern, jenes jüdischen Patriziergeschlechtes, dom der große Dichter Heinrich Heine entstammt. Heine hat dieses alle Buch in seinem Fragment „Der Nä'bL-i von Bacharach" selbst ge schildert: „Ein hülbsch in Sammet und Gold gebundenes Pergament,, ein altes Erlbstück mit verjährten Wetnslecken aüö ‘ den Zeiten des Großvaters, und Ivorin so viele keck und bunt bemalte Bilder, die allerlei biblische Geschichten dar- Ws. ei? da fiA: wie Abraham dijteaW5M KStzW seines Vaters «mit de.m Hammer, entzwei klopft, wie die ■ Engel zu ihm kommen, wie Moses den Mizr'ch totschlägt, wie Pharao prächtig ans dorn Throne sitzt, wie ihm die. Frösche bei Tische selbst keine RUhe lassen, wie er, Gott sei Dank! versäuft, wie die Kinder Israel vorsichtig durch das Rote Meer gehen, wie st« offenen Maules -mit ihren Kühen, Schafen und Ochsen vor dein Berge Sinai stehen, «dann auch wie. der fromme Köllig David die Harfe spielt, und endlich wie Jerusalem mit den, goldenen Zinneir seines Tempels ibeftnchlt wird vom- Glanze der Sanne." Dieses Kunstwerk ist auf Pergament geschriebeir und mt prächtigen, reich ornamentierter Juitialien i.n frischen Farben versehen. Die den Text begleitenden Malereien, allch die traditionelleir Illustrationen zum Ehad-gadja- Liede, sind in Komposition und Farbe vorzüglich gehalten. Das Bnch wurde im Jahre 1723 von Moses :Juda (genannt Löb) Broda, Sohn des Wolf Broda aus Treb i t s ch, geschrieben; wie aus dem Buche selbst ersichtlich, wurde es für den „reichen, hochachtbaren, ausgezeichneten E lies er, Sohn des in Gott ruhenden Borstehers I o se pH a us D ü s se I do rs nn-d SchwieHersohn^ des verstorbenen Herrn S i m o n Preß b urg a u 's W i e n" angefertigt., Der'Elieser, Sohn des Vorstehers Joseph aus Düsseldovf, für den diese Hagada geschrieben wurde, ist Lazarus van Geldern, der Urgroßvater Heinrich Heines; sein Vater Ivar der berühmte Vorsteher -der Düsseldorfer jüdischen Gemeinde, Juspa oder Joseph van Geldern. Der iu der Widmung erwähnte Schwiegervater des Lazarus van Geldern, Simon Preßburg aus Wien, war der durch kaiserliches Dekret im Jahre 1706 zur Niederlassung in Wien zugelassene und im .Jahre 1716 von Kaiser Karl dem Sechsten in landesherrlichen Schutz genommene „privilegiert« Jude" Simon Michael au's Preßburg. In dent Privilegium Karls des Sechsten erscheint neben dent Namen des Simon Michael auch noch der Name seines Sohnes Henoch Michael und seines Schwiegersohnes Lazar Joseph, der als Buchhalter angeführt wird. Dieser Lazar Joseph .war der oberwähnte LazavuS van Geldern, der in feinem 21. Lebensjahre Sarah Lea. die Tochter des Joseph Michael ehelichte. Sarah Lea Michael ist also die Urgroßmutter Heinrich Heines, dessen Vorsahrenschast 'damit vom Rhein nach Wien führt. Ihrer Ehe mit Lazams van Geldern entsprpß im, Jahr« 1*720 ein Knabe, Simon, Heines Großvater. Die Hagada, die jetzt in Köln ausgestellt wird, ist demnach nicht nur ein Wert künstlerischer Tradition, sondern auch ein Symbol jüdisch-patrizischer Ahnenpvobe für den Dichter, der zum jüdischen Adel seiner Herkunft den Adel der .GotMgnadung fügt«. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. W i e n, 2. September. * Der Lhesredaktenr der „Wiener Morgenzeitung", Herr Julius L ö w Y. hat einen kurzen Urlaub angetreten. * Das Wetter. Gestern mittags trat ein Witlernngs- «Umschwung ein. Die Bewölkung nahm rasch ab und es gav bald vollständige Ausheiterung. Der Abend war schon am» mild. Die Voraussage meldet noch keine wesentliche »lenderung 'des herrschenden Wettercharakters. * Die Lebensmittelmärtte. Trotz Monatbegnmes hielt llw der Verkehr aestern in der Großmarkthalle, wo l.°, verschiederter Fleischgattengen im Gewichte von Tonnen einlangten, im engsten Rahnien. In der Preislage lst vor läufig keine bemerkenswerte Veränderung .zu konstaneren. ^er Naschmarkt wurde mit allen Gemnsearten rnchttch veliofert. Paradeiser rmd Zwiebel wie auch Pr ze ".nd E'er> schwämme haben sich mäßig im Prer,e An^m Qbistmarkt, der gleichsalls eme reichliche Äuswahl Hat, häbe i sich Weintrauben, die während der letzten Zert unter dem Einkaufspreis verkauft wurden, mäßrg ver.erlert. Butter uno Eier waren in geiiügeiideii Mengen auf allen .utarlten. » Goldene Hochzeit. Stadtrat Speiser überreichte in -Vertretung des Bürgermeisters in die>er Woche dem Ehopaar 'Isaak und Julie Pollak, 20. Be;., Bauerlegas,e 24, btt Ehrengabe der Stadt Wien zur golderren Hochzeit. * Verhaftung des Lembcrger Bankdisponeuten Dr. Kolnik. In der Angelegercheit der Wechselseitigen Kreditibauk, die in Polen großes Anssehen erregt, hat die Polizeidivektion m Lemlberg das Wiener Sicherheitsbllreau um die Verhaftung des 32j8>hrigett Disponenten der Wechselseitigen Krodlöbam rn Lemberg Dr. Adolf Kalnik, zu Stanislau geboren, wegen Betruges au der Bairk mit einer Schaderissumme von 5 0.0 o 0 Dollar lmchr als 3,6 Milliarden Kronen) ersucht. Vorgestern wurde Dr. Kolnik im 9. Bezirk verhaftet. Er behauptete, daß kein Betrug durch rhrr vorliege, sondern daß der große Fehlbetrag durch eine K o n t c r m i it c a 11 t-o tt in Dollar entstanden sei. die die Bank ohne Wissen der Zentrale eingegangen sei. Durch diese Aktion sei sie nicht weniger als 800.000 Dollar schuldig. Da die polnischen Bchövdcn die Auslieseruiig des Dr. Kalnik verlaitgen. wurde er dem Landesgerichte eingc'liesert. * Opftr der Badezeit. Aut 14. August wurde bei Hainburg die Leiche eines Knaben aus der Donau gczogeil, der als der IZsäihrige Schüler Richard Schulz erkannt wurde. Er ist am 10. Auigust in Krems beim Baden ertrunken. e (Teppiche, selten so billig!) Vorhänge und Decken. Günstige Gelegenheit. Orendi, 1. Bez., Fleischmarkt 1 * Der Staat kauft das Rainerspital. Der Bund hat das im 13. Bezirk gelegene Rainerspital vom Baumeister Rons um den Betrag von 3.5 Millionen Schilling käuflich erworben. Das Rainevspital gilt als eines der schönsten Krankenhäuser von ganz Oesterreich. Nach Beendigung des Krieges wurde es ziml Zentralsipital der österreichischen Kriegsopfer bestimmt, Ivelchem Zlvecke es auch jetzt noch dient. * Brand der Prager Nikolaus-Kirche. Wie aus Prag gemeldet wird, ist dort gestern im Hauptturm der Nikolaus- Kirche auf der Meinseite ein Brand ausgeb rochen, der wahrscheinlich von Spenglern, die dort mit Reparaturen beschäftigt waren, verursacht worden ist. Das feitet verbreitete sich -so rasch, daß schon nach wenigen Minuten der ganze Oberbau des Ttrrmes in Flammen stand. Das Jimere des Turnres ist voll ständig vernichtet. Deit Bemühungen sämtlicher Feuerwehren von Prag, die an der Brandstätte erschienen waren, gelang cs, des Feuers Herr zu werden. * Wertvoller Antikenfund im Aegaischen Meer. Eine ungewöhnlich schöne Bronzestatne aus der Blütezeit der griechischen Kunst wurde in der Nähe von Marathon ans einer Tiefe von 70 Fadell von Fischern heraufgelbracht. Die mchrere Fuß hohe uird 170 Pfund schwere Statue ist ein nackter, vierzehnjähriger Knabe, der den Kops nach liniks wendet^ und die rechte Hand über das Haupt hält. Äbgeisohen von einem bcschlidigten Fllß ist die Statue gilt erhalten urtb die Kunsthistoriker vermuten, daß sie ans dem Jahre 400 v. Chr. stammt und der Schule des Praxiteles augehört. Ihre Anssindung in so großer Tiefe läßt den Schluß zu, daß sie bei einem Schissbruch verloren ging oder als Benzieruug eines untergegangenen Schiffes gedient hatte. . * * Die Entdeckung von Amerika — ein italienisches Nationalfest. Das italienische Amtsblatt veröffentlicht ein unter Nummer 1342 geführtes, vom 26. Juli 1925 datiertes königliches Dekret, wonach von nun an der 12. Oktober jeden Jahres, als die Jahreswende der Entdeckung Amerikas, als amtlicher Festtag in Italien begangen werden soll. Diese Verfügung klingt schon an und für sich eigentümtich und dürfte ihren Ursprung vielleicht in den Verhandlungen über die — Schulden Italiens an Amerika haben, tvobei Italien wahrscheinlich den Zweck verfolgt, in Amerika gewisse sentimentale Gefühle für dasjertige Land zu erloeckeu, dein es seine — Existenz ureigentlich verdankt. Nur ist zu bedenken, daß Italien sich da einer Tat rühmt, die schon lange vor bcu Italienern Bcspueci und Colo m b o durch die Por tugiesen und durch Normannen — diese sogar schoic im Jahre 1004 n. Chr. — vollbracht wurde, so daß Portugal und Skandinavien viel mehr Recht auf einen solchen Nationalfcsttag besitzen als Italien. Ja,, sogar Deutschland dürfte sich viel eher einen derartigerr Festtag gestatten, da es ein Deut scher, Martill H y l a c o m plus (Waltzenmüller), war, der auf Grund der stark übertriebeneir Aberitenergeschichten des Anlcrigo Bespucci im Jahre 1507 den Vorschlag machte, den nnentdeckten Kontinent nach diesem zu benennen. Trotz alledem bleibt es aber doch ein interessanter und bei Finanzoperationen bisher unbekannter Versuch, das starre Gläubigerherz mit Hilfe einer Geschichtskorrcktur zu erweichen. * Der türkische Gruß verboten. In der modernisierten Türkei ist der unlständliche alttübkische Gruß vevboten worden. Er ist so: die nach dem zu Bcgrüßeieden offene rechte Handfläche Iveift erst zu Boden, wirb dann an den Fes und darauf au die Stirn gedrückt. Die Gebärde bedeutet, daß n«m ein Hand - voll Erbe, aus der der Gegenpart steht, aufhebt, airs Herz und an die Stirn drückt, wie das m der Wüste noch güschieht. Ganz früher stürzte sich der Grüßende devot zu Boden und preßte Brust und Stiru aus die Erde. „Weg damit!" befiehlt Keinal. Das ist altertüntlich! Das ist Zeitverlust. Er fordert auch fein Hutschwenke», sondern ein kllrzes Be tippen des Hutrandes. * Amerikanische Entfettungsanstalten. In London ist ein Herr Auer emgetroffetc, der in Amerika eine gewisse Berühmtheit darstellt, da er Instruktor voll ,licht lvoirtger als 70 Entfettnngsanstalten ist. Er asivährte der eiiglischeu Presse ein Interview, worin er ankülchigt, daß die Zahl seiner Eui fettrlngsanstolten sich im nächsten Jahre mehr als verdoppeln würde. Er bezeichnet als unerläßlich für jede anlerikanlsche Frau, sich wenigstens 14 Tage iu jedem Jahr in einer seiner Entfettmlgsanstalten behandeln zu lassen. Mr. Auer verwirft sowohl besondere Diätmethodell loie ailch^ Glpttnastik, svnder>l glaubt, durch pshchische Eiuloirknug und Stählung des Willens das Gewicht reduzier.',l zu f&imen r -'it