Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2345 (1.9.1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2345 Wien, Dienstag Wiener Morgenzeit,ing 1. September 1-28 Leite 7 geschmackvoll ist auch der Damensalon. Der Rauchsalon ist mit bequemen Möbeln auSaestattet und wirkt vornehm und gemütlich. Auf musikalische Paffagiere wird da» Klavier, das nn Speisesaal aufgestellt ist, die größte Anziehungskraft anS^ "ben. In diesem großen Svetsesaal werden auf hübsch gedeckten Tischen die vier Mahlzeiten des Tage» gereicht. Sie sind reichhaltig und abweckslungsvoll und übertreffen bei Sammelpunkt des geftlligen Bordlebens. Die bekannten Bord, spiele werden dort fleißig geübt. Wer an ihnen nicht teil» nehmen will, bat viel Raum, sich anderweitig Bewegung im freien zu machen oder sich im bequemen Liegestuhl von der ludlichen Sonne bescheinen zu lassen. Im Wohndeck sind große lustige Räume zur Aufnahme der Paffagrere angeordnet. Getrennte Abteilungen für Familien und ledige Frauen und Männer dienen der Unterbringung der Reisenden. Auch ihnen werden im luftigen Speisesaal an sauber gedeckten Tischen die Mahlzeiten gereicht. Für genügende Wasch- und Badegelegenheit ist vollauf Sorge getragen utib die Bewegung in der frischen Luft durch ein geräumiges Freideck ermöglicht. Wenn wir uns nun vergegenwärtigen, mit welchen Torturen vor noch nicht allzu langer Zeit eine Seereise für die Mehrzahl der Auswandernden verbunden war, so werden wir einen solchen SchiffStyp, wie ihn der „Artus" in der Vollerrdung darstellt, in gleicher Weise als technischen wie wzialen Fortschritt freudig begrüßen. Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ei» vorangesehteS E gekenzeichnet. Wien. 1. September. * Das Wetter. Es ist andauernd trüb und kalt wie im Spätherbst. Auch di« Voraussage meldet keine A e n d e r u n g des vorherrschenden WettercharakterS. _ * Die Lel'enSmittslrnLrkte. Der Verkehr auf den gestrigen Mar len stand im Z tchen de» MonarLrchlunes und tuen sich auj alle» Gebieten in den bescheidensten Grenzen. Namentlich die Großmarkthalle wo gestern 11 Waggons mit bs Tünnen einlangten, wies spärlichen Ve'uch auf. D»e wenigen oorge ommenen Verkäufe 'and>n auf Bast der Eemdtaa-Notierun en statt Auch aus dem Rachmarkte, der mit allen GeniÜiepiokükten bedarfdeckend beschickt wurde, war der Absatz ganz belanglos. Die Preise zet ten gegen die Vorwoche keine Veränderung Ob r langte in genügenden Mengen ein. Die Nackfrage war eine mäßige, kreise anhaltend stabil. V nch L xttter und Eier langten für den i edaif auS E Der Zweifler an der Lebenskraft und dem Kunstsinn unseres Wien verstummt bei dem Besuche des am 1. d. nach Planen des Professors Architekten Otto Pruticher eroffneten Colonnadeneafe, 1. Bez., Dr.-Karl-Lueger-Platz 4. Eine Sehenswürdigkeit nicht nur nach den Hauptlokalitäten sondern auch nach den an der Straßenfront gelegenen VeremS- und Klublokal i täten wie auch bezüglich des Spielzimmers, wohl des schönsten Wiens, dabei doch in erster Lime oen Geschmack und Charakter des Wiener Kasfeehausez wahrend Die verabreichten Speisen und Getränke sind das Beste vom Besten bei zivilen Preisen. Als Neueinsührnng kombinierte Frühstücke. Mrttags- und Abendkasfeehausmenüs zu verschiedenen Preisen. Eigene Zentralhetzung und Entlüftungsanlage machen das Kaffeehaus zum angenehmsten Au-fenihalt. Die Leitung liegt in den Händen des von seiner Tätigkeit tm Cafe Dandimcmn bestbekannten Direktors Hans Chtamtatsch. bei welchem Beschiverden nicht Vorkommen dürsten. Wenn noch erwähnt wird, daß eine große Auswahl in- und ausländischer Tages« und illustrierter Zeitungen als auch Modejournale anfliegen. so dürste sich der Besuch lohnen ' und das Kaffeehaus bald zuw StämmloM werden. " * Die Selbstmörder. Der 7Ssährige Friseur Josef P r e« gundt, der sich im Spital der Barmherzigen Brüder als Patient befand/ hat sich am Sonntag aus eurem Fenster seines .Krankenzimmers im ersten Stock aus die Straße gestürzt. Er blieb, am der Stelle tot. — Sonntag früh wurde aus dem Süd. bahngelekle zwischen Meidling und Hetzendorf die verstümmelte Leiche eines jungen Mannes gefunden. Der Tote wurde als der 27jährige Hausierer Leopold Kapella, Khrmgasse 19 wohnhaft, eÄannt. Offenbar liegt Selbstmord vor. E Höhenkurort Semmering. 2 Stunden von Wien, 1060 Meter Svchyhe, herrlichster Arvftnlhalt mit Höhenluft. Mast- und Liegekuren, Sport (Tennis, GoVf, Reiten, Auto und Touristik), Hotels, Sanatorien und Pensionen in allen Preislagen von 10 Schilling aufwärts für Zimmer und Verpflegung. * Tod durch Schwämmevergiftung. Die Mjährige Hilfsa übeiterin Anna Uher ist an den Folgen einer Vergiftung Lurch Schwämme, die sie am 20. August auf dem Markte ach dem Viktor-Mdler-Platz gekauft hat. am Damstag im Spital gestorben. E Klider- und Gmnmiinäntelfabrik Georg Mäher, Wien, 2. Bez., Taborstraße 89. Telephon 40-0-46 Engros-Export. * Knochenteile einer Kindesleiche in einem Ziegelleich. Kinder, die Sonntag in einem Teiche des Ziegelwerkes 6 in Favorrten badeten, fanden darin das Bein eines neugeborenen Kindes. An verschiedenen Stellen des Teiches wur^n noch Teile der KindeSleiche gefunden. Nur der Oberkörper und der Kopf fehlen. ES ist zweifellos, daß die Leiche deS Neugeborenen zerstückelt und dann vergraben worden ist. — Auch aus dem Zentvalfriedhofe wurde am Samstag eine Kirrdesleiche gesunden. Eine Arbeiterin faitfe sie bei einem Grabe verscharrt. Infolge fortgolchrittener Verwesung konnten Spuren von Verletzungen nicht fostgastM werden. Auch diese Lerche wird gerichtlich beschaut. E (Teppiche, selten so billig!) Vorhänge und Decken Günstige Gelegenheit. Orendi, 1. Bez., Fleischmarkt 1. * SchlffSkarten nach Palästina. Im Laufe der nächsten zehn Tage kehren mehrere Hunderte Äongreßdelegierte und Gäste nach Palästina zurück. Auch ein beträchtlicher Teil der amerikanischen Delegation begibt sich zu den Feiertagen nach Palästina. Da fast alle Dampfer bereits ausverkauft sind, ersucht unS das Nelsebureau „Contiirent", mitzutvilen. daß eS noch einige freie Plätze auf dem Dampfer „Trrer" gibt, der am 8. d. ab Genua abgeht. Preis der 1. Klaffe (Kabinen) ist 80 Pfund Sterling nrrd 2. Mittelklasse 14 Pfund Sterling. Näheres tut Roisoburean „Continertt", Wien, 9. Bg)., Spltalgasse 3. Tel. 26-4-69. * Riefenbrand in Japan. Nach eitlem Funkspvuch des „Berliner Tageblattes" aus Nagasaki wmer« dort ein Riefenbrnnd, der das Krankenhaus, die ärztliä>e Lehranstalt der Universität Kynfhu zerstörte sotvie das llnterrichtskolleg für die Studenten der Medizin in.Fukuoka. Der Materialschaden wird auf eine Million Pen geschätzt. * Unverbesserlich. Im Parlament hatte Fox den Wert des amerikanischen Schießpulvers beztvelselt. Der Kriegssekretär Adams schickte ihm deshalb eine Fächerung. Das Duell fand statt. For erhielt eine leichte Fleischwunde, Adams blieb unverwunder. Nach der Beendigung des Kampfes stürsten sich dre beiden Gegner versöhnt in die Arme. „Adams," rief Fox aus. „ich tväre bestimmt gestorben, wenn Sie nicht daL RegierungSschießpnlver verweist hätten!." Radloprogramm. Heul« Dienstag. 11 bis 1 Uhr: VormittaaSmullk — 4 bist Ubr r Nacymiltagsko't ert. Rosenkranz r Wallenstein- Lager. Ouvertüre. Kienzl r Borgtet > nd Szenen aus der Over .Der Eva qelimann". W tteborn - E>n Fest tm («nomenreich. Oskar Strans r Do fmnstkanten, Walzer. — B bl« 6 Um: Humoerdincks Ge u t-ta-, 1. S v'ember 1854: Hänsel und Gre el. — xul Ubt: A'forlaimc §t rn: Ha lb rmachuna ne, LebenSm'ttel für den Winter. — 8 Ubr r F ühere Berbä tniste. (Polte in einem A.t von Johann Nestroy. — Heuere Vorlesung, Anton Amon. Bühne «nd Kunft. Fra Diavolo im Schönbrunner Schloftheatrr. Anders kölnische Oper „Fra Diavolo" besitzt nicht das dramatische Feuer seiner „Stummen von Porttci", deren Ausführung in Brüssel im Jahre 1830 bekanntlich den Auf' takt zur Revolution und zum Abfall Belgiens von Holland gab, gleichwohl ist ihre Melodik jener der „Stummen" nahe verwandt. Freilich vermeidet „Fra Diavolo" jede musikalische Überspannung und bietet leichteste eleganteste Konversation aus den: französischen Musikisalon. Die entzückende Szene Zevlinens rm zweiten Mt und all die zierlichen Ensemblesätzchen sind sprudelnde, charmante Lirstspialmusik, die niemals inS Stocken gerät und stets geistvoll und unterhaltend bleibt, ohne süßlich zu werden. Ueberaus amüsant find die m-usikalischen Spitzbübereien der beiden Banditen. Diese EpHodengestalten, die im Grunde Träger des Lustspieles sind, tvurden unter der Regie Rainer Simons' von den Herren Bäudler und Hille ausgezeichnet charakterisiert. Herr Bandlcr dampft förmlich von Komik und Herr Hille spielt mit quecksWerner Beweglichkeit die bösen Max-und-Moritz-Buben auf dem Theater! Frau Helene Polo war ein reizendes Zerlinchen, die mit Geschmack ihre Ariosos sang und in der pikanten Nachtszene mit Anstand aus ihren Kleidern schlüpfte. Herr H e y, der vielversprechende Baßbuffv, findet sich auch mit dem Dprachidiom des reisenden Engländers ab, die gesanglich tüchtige Frau Perard-Demmer bemühte sich um eine Opernlady und Herr Schmieter nahm als schuvucker Räulbechauptmann alle Hindernisse bis auf einige hcihe Töne. Auch die Herren Falb!, Woh-lmuth und Rhoden fügten sich willig dem gewissenhaften Kommando des Kapellmeisters Ludrvig Löschetitzky, das, mitunter zu laut und zu bedächtig, die leichten, vorwärts Menden Melodiechen mit zu gewichtigen Akzenten belastete. — Die Anekdote erzählt, daß Außer einst hoch zu Roß durch das Gewimmel des Pariser Marktes sprengte und dabei unter den Marktleuten ein heilloses Durcheinander anrichtete. Zur Rede gestellt, habe er sich damit entschuldigt, daß ihm im Reiten immer die schönsten Ideen oirvfielen. Wenn dem so war, so müßte „Fra Dia- \ volo", welche AüberS allerschönste Ideen in sich birgt, die [ Frucht manchen Pavforceritles sein, dessen rasendes auch nock in den Anffi'chrungen von heute nachwirken sollte. sD. «m de« Neatern. Vnrgt-eatet. Morgen V*8 Uhr abends. .Jaatob ß Drau m". Overntheater. Heute. 7 Uhr abends, „D i e Königin von Sab o\ Morgen. 7 Uhr abends, „D i e Z a u b e r f l 6 t e*. . Atademietbeater. Morgen. '/%S Uhr abends »DieFahrtin» Blaue". V o 11 9 o u c t. Heute »Carine n". Morgen „D e r flieaendeHolläuder". RenatriancebÜnne. TaS Tbeater wird heute unter der Tirektion Jolef Jarno mit dem amerrkantschen Kinodrama „DteletzeWarnung" eröffnet. «mpfeh en wir Jedem Kongressteilnehmer den Besuch des führenden Leopoldstädter Warenhauses Wien. II. Taborstrasse 48 En gros t« ephon 47-1-79 En detail Billigste Einkaufsquelle kür sämtliche Text! Bettwaren, Mmul WiDiwra Herren- und DH-WollMe Herrenmir .,Ti ReSenmflntel etc. etc. ENORMES LAGER Infolge kleiner Regien ausserordentlich billige Preiselt Im Theater an der Wien wird weilergefpielt. Die Krise rm Theater an der Wien ist beigclegt. Drrektor M ar i s ch k a hatte schon vor längerer Zeit erklärt, das Theater;u schließen, da der Betrieb trotz guterr Besuches infolge der Lustbarkeitssteuer und der großen Regien passiv sei. Da Drrcktor Marischka beim Stadtrat Brertner erne Herabsetzung der Lrrstbarkeitsabgabe nicht erreichen konnte, verlangte er vom darstellenden und technischen Personal sowie von den Musikern größere Zugeständnisse. Nach längeren Kompromihverharrdlungen, in öenen diese Forderungen auf ein erträgliches Maß herabgedrückt tvurden, willigten die Organisationen . ern. Jmnrerhin wurde in allen Angestelltenkategorien ein ernpjindsicher Abbau durchgeführt. Die Gefahr einer Schließung des Theaters an der Wien gilt also als beseitigt. Das Georg-Reimers-Jubiläum. Anr 10. September begeht Georg Reimers das I-rrbikäum seiner 40jährigen Zugchörigkeit zum Durgtheater. Aus diesem Anlaß findet arr diesem Tage eine Fostvorstellnng des „Richter von Zalam e a" statt, in der der I-uvilar den Pedro Crespo spielen wird. Am Vormittag des gleichen Tages tviüd auf der Bühne des Buvgcheaters eine Vorifeier veranstaltet. Anläßlich des Jubiläums gelangt eitle Georg-Reimers-Festschrift zur Ausgabe. Die A''sstell,mg jüdischer Pvrtxäis ans drei Jahrhund'r- J<Mt, die in, J. Stock 2's Ast "ennschen Ghmnasiums ausgestKl: ist, tvar während der Kongreßdauer zahlreich besucht und fand allseits verstäirdnisooll^ Interesse. Eine bokannte Verlagsfirma beaibsichtigt eine Veröffentlichung aller Porträts mit erläuterndem Text. DK AuSstellmrg wivd heute um 7 Uhr abends geschlossen. Das Heft 8-6 der „EurovAschen Revue" schließt, das erste Halbjaihr der „Europäischen Revue" ab, die es in dkser kurzen Zeit verstanden hat, sich ihren Platz unter den besten deutschen Zeitschriften zu sichern. Aber nicht nur unter diesen, denn die Wirkung der „Europäischen Revue" im Ausland beweW, daß es sich ihr tatsächlich um Europa handelt. Das Septcnrbecheft bringt eine realistische Zukunftsvision des Historikers Ferrero und eine mteressante zeitgeschichtliche St-ndie „Angst" des Berliner Professors Wilhelm Haas. Der belgische . Außenminister und sozialistische Führer Vandervelde gibt einen UebeEck über dk Geschichte« des Sozialismus, der Engländer Harris spricht über Sklaverei. Der literarische Teil enthalt wieder Namen von großem Klang: Thomas Mann, Zstrati, Hausenstein. Romains^ Der Horizont bringt unter vielen anderem einen schr bemerkenswerten Essay des römischen Professors Balli über italienische Kultür i uu n gen. Serichtssaal. ' „Waldl" als Hüter der Moral. ,-Waldl" ist ein Dackel, der cs dick hinter den Ohren hat. Er hat seinem Herrn, dem verheirateten Chauffeur W., ein feine Geschichte angerichtet. Wohin immer W. ging, wurde er von „Waldl" begleitet, auch dorthin, wohin W. eigentlich nicht gehen sollte. Das Ziel der unerlaubten Wege des Herrn W. hieß Mavie. Die Gattin des W. war schon einmal ^dahinter gekommen, der Gatte tat damals .zerknirscht, versprach Besserung, so daß Frau W. ihrem Gatten verziehen hatte. Das Ehepaar lebte seitdem wieder in ungetrübtem Fvieden. Aber der verflixte „Waldl" w.lßbe es besser. Er begleitete ja seirren Herrn täglich. Eines schönen Tages ging nun Frau W. mit „Waldl" spazieren. Plötzlich blieb der hundsgsmeine Dackel bei einem Haustor stehen und war von dort nicht mehr wegzudringen. Frau W. drohte, aber „Waldl" lies plötzlich hinauf ln den.jMiten Stock oes Hauses, blieb bor einer Wohnuugstür stehen, winselte, kratzte, bellte. Der Frau W. stiegen böse Ahnungen auf. Sie wandte sich an die Hausbosovgerung und erfuhr: Ein gewisser Herr W. (es war der Name des Gatten) komme nahezu täglich mit einem Hund ins Halls zur Inhaberin der Wohnung, vor deren Tür „Waldl" gekratzt habe. Äe hieß natürlich Marie. Er sei Witwer, meinte die Hausbesorgerin, und die beiden wüvdelr demnächst yoiraterl. Frau W. wußte genug. Sie reichte neuerlich die Ehcscherdlmgsklage ein und brachte auch „Marie" wegen Ehebruches vor Gericht, die vom Richter zu fünf Tagen strengen Arrests, jedoch bedingt mit einjähriger BewährlmgSfrlst. verurteilt wurde. Wie aber die Sache für „Waldl" allsgegangen ist, darüber schweigen die Akten. Ein Totschläger. Gestern hatte sich vor einem Schwurgericht des Landesgerichtes 2 unter Vorsitz des Obcrlandesgerichtsrates Dr. W i l h e l m der Hilfsarbeiter Anton S t u ch l a, der im Verlause einer Gasthausraufcrei den Kellner Johann C h l e b n i c e k erstochen hatte, wegen Totschlages zu veranvtvorten. Der Angeklagte brachte zu seiner Entlastuirg vor, daß er zur Zeit der Tat stark betrunken gewesen sei. Die Geschlvornen beantworteten die Hauptfrage auf Totschlag mit zwölf Ja und verneinten die Zusatzsragen auf Sinnesverwirrung «nd Nottvehr. Auf Grund dieses Verdiktes wurde Stuchla zu drei Iah ran schweren Kerkers verurteilt. , , Schadenersatz für Ehebruch. Aus Glmmderr wird uns berichtet: Der Gmundcner Kammann A. Sch. harte gegen den Handlungsroisenden St. eine Schadenersatzklage in der Höhe von 1600 Schilling angestrengt. St. har sich in die Ehe des Sch. cinflebränf ~ r L - - ' Gattin in der Han! nun aus, durch die zishung fernes Kindes feien ihm bedeutende Mehrauslagen und Unkosten erwachsen, die übrigens noch andauern. St. fei die Ursache für diese Ausgaden und daher zum Schadenersatz verpfsichret. — Der Gmundener Bezirksrichter, Oberlandesgerichtsrat Dr. Höpler, gab dem Klagobvgehren in vollem Umfange statt und begründete das Urteil damit, daß derjenige, der m einer.gegen die guten Ritten verstoßenden Weise absichtlich Schaden zufügt, das«r v?rarl!worttiw -st »nd dern GesclMaten vollste Gcnngiu!'»^;• n, 515 870