Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2342 (29.8.1925)
- Date
- 1925-08-29
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2342 Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung 2!). August 192.') Seite 9 Zahleiwechältnisse zuiammenwirken. — Das sind Probleme, -die nicht vom Forscher am gönnen Tische, sondern nur in der Werkstütte des national fühlenden Komponisten mit der Zeit «gelöst werden können. Immerhin könnte hier eilte inter- «nationale Znisanmrenaribeit von Theoretikern und Praktiker,« 6)ousra,gen lösen und dem wachsenden Verfall der Synagogalmmisilk rechtzeitig Vorbeugen. Handelt es sich doch nm nichts Geringeres als um weiteres Sein oder Nichtsein der nur dem Orient eigentümlichen freien Beweglichkeit in Melodik und Rhythmik, welche einer falsch ausgelegten Mehrstimmigkeit nicht zum Opfer fallen darf. Erwin Felder. Aus dm Matern. StaatSoper. Morgen. 7,ö Uhr abends, Erstaufführung „T r a D i a v o 1 o". Montag den 31. d. geschlossen. Dienstag den 1. September. „$> 1e Fledermaus". Bnrggarten (bet ungünstiger Witterung tm Festsaal der Hofburg). Heute, 9 Uhr abends, „AbbL Jnnecent" Oper in zwei Akten von Johannes Brandt. Musik von Max W. A st. Schönbrunner Schlvßtheater. Die Erstaufführung von „F r a D i a v o 1 o" findet nckrgen statt. VolkSoper. Heute „Catalleru rusticana" und „Der Bajazzo". Morgen „Die B o h k m e". Montag den 81. d. als letzte Vorstellung der Mailänder Opern- Stagione „T o s e a". . . R a i «n u n d - T h e a t e r. Der Schwank „Die vertagte Nacht" bleibt nur noch bis nächsten Freitag auf den« Spielplan. Samstag den 5. September beginnt Louise K a r t o u s ch in „L a d y F a n n y u n d d i e D i e n st b o t e n f r a g e" ihr Gastspiel. , Johanrr-Strauß-Theater. Freitag den 4. September Erstaufführung der Operette ,C l o c l o" von Frauz L e h ü r. _ Ausstellung jüdischer Portrats. Die von uns gestern vusfühölich besprochene Ausstellung jüdischer Porträts (1600 bis 1850) im Akademischen Gymnasium erfreut sich zahlreichen Besuches der Kongreßteilnehmer. Die Ausstellung bleibt ,«ur noch Herste und morgen geöffnet. Gerichtssaal. Sine phantastische Schmuggel- und Schatzgräbergeschichte. Der in B l a f o v a in Polen gebürtige, nach Wien zuständige 34jährige Samuel Chaim Mantel hatte sich gestern vor einem Schöfferstenat unter dem Vorsitz des Hofrates Dr. Karnert wegen Veruntreuung von 3400 Schilling, die ihm z««m Ocinlaitf von Kokain übergeben worden waren und wegen Unterschlagung von 47.000 Tschechokronen. die er von Brünn einem Kaufmann nach Wien bringen sollte, zu verantworten. Chain« Mantel batte am 13. März abends bei der Polrzeiinspektion des Ostbahnhofes die Anzeige erstattet, daß er auf der Fahrt von Brünn nach Wien im Klosett 70.000 Tschechokroneu verloren habe und der Mitreisende Kaufmann Georg B o n d y das Gclo vermutlich gefunden Labe. Man durchsuchte Bondy, fand aber nichts bei ihm. Tagsoarauf niußte Mantel bei der Polizeidirektion seine Darstellung infolge einer Anzeige des Kaufmanns Siegfried in wesentlichen Punkten ändern. Der Kaufmann gab nämlich an, daß Mantel ihm aus Brünn 47.900 Tschechokronen, den Erlös aus dem Verkauf von Feingold, bringen sollte. Darauf erklärte Mantel, er habe das Geld «n« Eisenvahnzug hinter einem Heizkörper versteckt, als er es beim Aussteiaen nehmen wollte, sei es verschwunden gewesen. Mantel verdächtigte den tschechoslowakischen Schaffner Johann Winkler, sich das Geld angeeignet zu Haber«, «seine widerspruchsvollen Angaben über den Verlust des Geldes, die sich alle als erdichtet erwiesen, waren von Mantel nur zu dem Zweck erfunden worden, r«m das Geld für sich behalten zu können. Es kam hervor, daß Mantel auf ähnliche Art den Kaufmann Salo Schapira um 3400 Schilling geprellt hatte. Für diese,« Betrag sollte er in Berlin Kokain entlaufen, nach Aegypten schmuggeln und dort veräußern. Er erzählte dem Schapira, daß er in Jaffa bei der Paßrevision den Koffer mit den« Kokain aus Furcht vor Entdeckung in« Stich gelassen habe. Bei Gericht gab er an, in Jaffa einen Tag in Haft gewesen zu sein. Eine Auskunft bei der dortigen Polizei ergab, daß ««ichts bekannt sei. Schließlich ist Mantel verdächtig, sich an einen« Schahgräberschwindel zweier Reichsdeutschen Namens Fritz Hase und Oberleutnant Gustav Müller beteiligt zu haben. Beide behaupteten, im Kriege hätte die zurückgehende deutsche Armee zwei Mill«onen Goldmark in Goldmünzen in Palästina vergraben und Müller kenne das Versteck. Die Kaufleute Leo Granierer und Julius Scheininger streckte«« zur Auffindung des Schatzes Geld vor und Mantel fuhr aus Kosten Scheiniuaers nach Palästina. Da Mantel feinen Mitreisenden Georg Bondh «lnd den Schaffner Johann Winkler bewtlßt fälschlich verdächtigte, das von ihm veruntreute Geld sich angeeianet zu habe««, hat er sich des Verbrechens der Berlcumdnng schuldig gernacht. Der Angeklagte, ein kleiner, schmächtiger Mann, sprach von seinen weiten Reisen, von seiner angeblichen Tätigkeit für die zionistische Partei, von seine««« bedeute««den politischen Einfluß in Palästina und dergleichen nrehr. Vom Schicksal verfolgt, habe er sich schließlich genötigt gesehen, in Koffern mit doppeltein Boden Kokain zu schmuggeln, Nach längerer Dauer wurde die Verhandlung zum Zwecke weiterer Erhebungen vertagt. Mitteilungen aus dem Publikum. Wieder zu heben! Orig, tragt. Zigarellinpaplir JOB Bureau: Wien, Ulli. SkodaQasse 19/2 / ächsische Strümpfe und Handschuhe Sngros Export Adolf Tarier Wien, I. Kohfmeseergeeee C Telephon Nr.66-7-w Regine Auerba:h Leo Silber Lesznlow, dz(. Wien, XIV. Rzeßzöw, dzt. Wien, XX. Verlobte August 1925 530 ixporl nach allen Ländern 1NCEL ALLER ART liefern preiswert BECK, KOLLER & Co. 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September Exkursion nach Marlenbad, Karlsbad und Franzensbad Gesamtprels Inkl. erstklassigen Aufenthaltes SS Dollar Julius MeiuTs Kaffee-Mischungen für Kenner 4» Palace-Hoiel Während des ganzen Jahres geöffnet Hotel Riviera - Uilla S. Lorenzo Sommer- und Wintersaison oer vornehme Kurort hei Triest Strandbäder, Kuranstalt für Solbäder und Fangopackungen Auskünfte durch die Portorose 8. A. in Portorose und durch die Agenturen derCosulich Line, Wien, l. Parkring 26 u. IV. Prinz Eugenstr. Radioprogramm. Heute Samstag. 4 Uhr 10 Min. bis b Uhr 40 Min.: Nachmtttagstonzert. Strauß: Bürgerweise««. Snppär „Paragraph 3". Elgar: Salut d’amour. M. I. Beer: „Volkers Träumerei zu Bechelarn". Verdi r Aida. Morena: Walzerflut. Lehar: Gold und Silber. R. Fall: Harmonika. — 3/46 bis %7 Uhr: Aus Hermann LönL Tiergeschichten. — 6 Uhr: Der Rastelbtnder. Operette von Viktor Leon. Musik von Frauz Lehar. — 10 Uhr: Heitere Abendmusik. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Z i o n i st t s ch e K u l t u r g r u p p e Brigittenau, 20. Bez.» Karl-Meißl-Straße 5. Heute, 1/iS Uhr abends, Referat über „Die Emanzipation und ihre Folgen". ArllchUeßeud Diskussion. Morgen, 8 Uhr früh, Nationalfonds-Büchsenaufstellnngsaktion. Erscheine«« aller Mitglieder ««nbedingte Pflicht. Eine aus Erez Israel nach Wien verschlagene Frau. die sich in bitterster Rot befindet, «nächte nach Palästina zurückkehren, »vo sie ihr Hab und Gut hat. Findet sich «riemaud, der sie nach Erez Israel bringen tvürde? Auskunft erteilt die Redaktion der „Wiener Morgenzeitung", 2. Bez.,. Taborstraße 1—3. . Unentgeltlicher Armenausspeisungsverein Seuvath Eabalh, Wien, 2. Bez., Malzgasse 2, Oesterreichisches Postsparkassen» konto Str. 150.831. Aufruf! Die hermtnahenden Feiertaae ««nd die trostlose Lage unserer annen Brtider veranlassen unsere Veretnsleitung, die Oeffenlichkeit um Hilfe anzurtlfen. Die von uitferen« Vereine befürsorgien Witwen. Walle««, Greise und arbei sunfähige, habende Leute, welche noch vor kurzer Zeit wohltätiger Institutionen waren ««nd infolge Wirtschaftskrise jetzt in drückender Not leben, fahrende Chaluznn die für den Aufbau unserer Heiinat ihr Leben aufs Spiet setzen und bis zur Fortsetzung ihrer Reise oft Monate in Wien verbringen müssen, sind Hunger und Elend preisgegeben. Besonders hart ist das Los der Fansilienc'äter, die klebte Kinder zu ernähren haben, vo«« keiner öffent ichen Einrichtung unterstützt «vcrden, ausschließlich auf die Mildtätigkeit edler Herren angetviesen sind und an unseren Verein um Hilfe avvelieren. Letoer sind «vir, trotz Anspannung aller Kräfte nicht Imstande, überall wo es nottnt, helfend einzugreifeu. I ü d i s ch e B r ü d e r! E d l e H e r z e n! H e l f e t u n s d i e s e «« U n g 1 ü ck l i ch e n zu beweisen.dast s t e n i ch t v e r g e «s e i« s i n d! Helfet diesen Aermsten der Arrnen, das primitivste Bedürfnis, das Allernotwendtafte, befriedt e>« zu föiaicit und gebet «ins die Nlöglichkeit, diew >Notbedürft'gen zu den l)ercm«uil)e«ibcu hohen Feiertagen auszufpeise««. Wir hoffen «ind erwarten, daß trotz der schlechter« Zeit die jüdische Mildtätigkeit auch in diesem Falle nicht versagen wird und «prechen im Na«««en all der Armen, denen Ihre hochherzige Spende zugute korninst in« voraus unseren innigsten und wärrnsten Dank aus. Spenden sind ar« den Verein oder an die Verwaltung der „Wiener Morgenzettrmg" zu le'ten. Unentgeltlicher ArmenauS'pellnngSverein Sendath Sabath. Notbedürftigen, ehemals «vohlielbst Förderer der allgemeinen futnie vorüber- Die „Ko ngress zeitung“ das Organ des XIV. Zionistenkongresses, die während des Kongresses täglich erscheint, enthält die wortgetreue Wiedergabe der Kongressverhandlungen! Zu beziehen durch alle Trafiken, Kolporteure und die Verwaltung der „Wiener Morgenzcltung" 6010 Residenz-Atelier! i