Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2338 (25.8.1925)
- Date
- 1925-08-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Dienstag Nr. 2338? M ' % 23. August 1325 is“ L. WEIN r« Wien, I., Käminerstrajse Nr. 27 Eleganteste Herrengarderoben nach Hass aus nur feinsten englischen Stötten Sämtliche Herrenmodeartikel in reichster Auswahl am Zur zweiten Frage der Beherrschung der Immigration sagen auch wir, daß man die Immigration regulieren muß. Aber nicht durch eilt Examen, das die Einwanderer bei der Machlakah Awodah bestehen müssen. DaS Recht auf Immigration und das Recht auf Arbeit hat jeder produktive Mensch. Redner wendet sich gegen die Weiterbclassung Professor Picks auf dem Posten des Jmmigrallonslcitcrs, da er zur Leitung dieses Amtes nicht befähigt sei, ferner gegen die Führung der Paliistina8«tter, die ebenso tvie die A r b e i t s t e r vom Klassenst a rr d p u n k t e geleitet werden. Wir haben zu viel Aulonomie, auch in: Gesundheitswesen und der Kulturarbeit. Die Exekutive muß im Sinne der Majorität des Kongresses arbeiten und Fachleute berufen. Am zweckmäßigsten wäre ein Diktator der Kolonisation. Zur Frage der Jewish Agency erklärt Redner, daß wir mit aller Gewalt Menschen heranziehen müssen, denn mit einem Budget von 500.000 Pfund können wir nichts anfangen. Schon die Konstitution des Keren Hajessod zwingt uns dazu. Wir müssen überall die produktiven Kräfte des jüdischen Volkes zur Mitarbeit heranziehen. Delegierter Fishman, Mitglied der amerikanischen Organisation, erklärt zur Frage der vierten Alijah, daß die Amerikaner in dieser Frage weder rechts noch links stehen. Dies stehe im Einklang mit den im letzten Jahre fo stark vergrößerten Keren Hajessod-Eingängen aus Amerika, die hauptsächlich vom jüdischen Mittelstände herrühren. Wenn die Mittel einseitig verwendet werden, so besteht die Gefahr, daß der Mittelstand fordern wird, alle durch ihn aufgebrachten Mittel nur für den Mittelstand.zu verwenden; man müsse sich daher vor einseitiger Politik hüten. Nach Ansicht des Redners könne die vierte Alijah noch ein Segen für den Aufbau von Erez Israel werden. In der Frage der Jewish Agency seien die Amerikaner der festen Ueberzeugung, daß die erweiterte Jewish Agency in der nächsten Zeit Tatsache werden wird. Der poale-zionrstische Delegierte Remez (Palästina) hebt die Verdienste Tr. N u p p i » s um den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas hervor. Ruppin hat den Weg für den privaten Bodenkaus und die Privatintiative sreigemacht. Die Einwanderung, die Verwurzelung der Einwanderer mit dem Lande, ist — führt der Redner weiter aus — eine nationalsoziale Frage. Zwischen der Arbeiterschaft und dem Mittelstand, der produktive Arbeit will, gibt es keine trennende Wand. Die Arbeiterschaft wird jedoch auf ihre Autonomie nicht verzichten und die landwirtschaftlichen Arbeiter haben düs Recht, Kredite zu bekommen wie jeder andere. Redner bemängelt auch die Bodenpolitik des Keren Kajemeth, durch die Millionen Pfund in Palästina verloren wurden, weil Boden nicht rechtzeitig gekauft wurde; jetzt müßten 15 bis 20 Pfund für städtischen Boden bezahlt werden, der vor zwei Jahren mit 5 Pfund pro Dunam. zu haben war. Eine Bemerkung des Redners, daß der Misrachi durch die ihm angeschlossenen Arbeitcrgruppen Stretkbrecherei betreibe, ruft l e b h a f t e P r o t e st e der misrachistischcn bürgerlichen und Arbeiterdelegierten hervor, in deren Verlauf unter lebhafter Unruhe der rnisrachistische Arhelterdelcgierte Wassermann aus Palästina und Remez in Replik und Duplik gegenseitige Beschuldigungen erheben, die sich auf Berechtigung des Streiks oder des Streikbruches beziehen. Eine Erklärung des Sejmdeputierten Farbstein (Misrachi) wird von der Linken des Hauses durch stürmische Zwischenrufe vielfach unterbrochen. Auch seine Interpretation, er habe mit der Bezeichnung ^Kostkinder" für die Arbeiter in Palästina nur Lieblings-« kinder der Leitung gemeint, wird mit Gelächter abgelehnt. Die Sitzung wird sodann um 2 Uhr 20 Minuten geschlossen. Der Rest des gestrigen Tages sowie der heutige Vormittag sind den Kommissionslberatungen gewidmet; die Plenarsitzung des Kongresses beginnt heute um halb 3 Uhr nachmittags. Union der Zionisten-Revisionisten. Heute Dienstag den 25. d. findet im Hotel Bayrischer Hof, Wien, 2. Be;., Taborstraße 39, ein jüdifch-es Massenmeeting statt, bei welchem die Herren Wladimir Jabotin s k y, Dr. I. Brutzku s, Mark G r o ß m a n n und Dr. I. Schlecht mann über das Thema: „Der Weg zum Jndenstaat" sprechen lverden. Beginn pünktlich 8 Uhr abends. R-egiebeitrag 1 Schilling. Festaufführung „Mose" im Carl-Theater. tvagödie ,Mose" von Israel Auerbach statt. Ein hochqualifiziertes Ensemble, dem unter anderen HanS M a r r, Jakob F e l d h a m nt e r, Franz Scharwenk a. Jenny Reingruber angehören, bringt das Werk unter der Leittlng des Oberregissenrs Emil Feldmar zur Darstellung. Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation, mit den Präsidenten W c i z nt a int und Sokolo w an der Spitze, wird dieser Ausführung, welche nur am nächst folgenden Tage (Mittwoch) wiederholt wird, b.'iwehnen. Das Reincrträgnis dieser Ausführungen fließt indischkulturellen Ztvecken zu. Autor;,rrdfahrien. Im Rahmen der vom Beranskaltungölomiiee geplanten Führungen finden auch Antornndstchrten statt, die allen Teilnehmern gttte Gelegenheit geben werden, alle jüdischen Sehenswürdigkeiten W.enö in übersichtlicl-er und bequemer Weise kennen zu lernen. Alles vom jüdischen Standpunkte aus Sehenswerte wird auch berücksichtigt sein. Das BeranstaltnngSkomitee stellt auch zu jeder Rundfahrt einen evsahrenen Führer bei. Ausgaugspilnkt der Rundfahrt, die einigemal täglich itt der Dauer von dre' Stunden stattfindet ist der Platz vor dem Kongrehgebäude. Die erste Rundfahrt findet heute um 10 Uhr vormittags statt. Karten 10 Schilling (für Kongreßbesilcher 10 Prozent Räeal!). Die Tagung des Verbandes jüdischer Ingenieure findet morgen Mittwoch um halb 4 Uhr nachmittags statt. Ort: Rede- und Lesehalle jüdischer Hochschüler, Wien, 9. Bez.. Türken straße 9. Beginn der Führungen: Donnerstag den 27. d. Anmeldungen und Auskünfte bei Architekt H. Sobel foh n, Kongreßgebäilde (Konzerthaus), Stiege 10. Dar Leichenregiingn!» der Frau Sinoleiisly. Sonntag vormittags haben die Wiener Zionisten Frau Leonore Smolensky zu Grab geleitet. Zu der wehmütigen Feier tvaren alle erschienen, die die Verblichene gekannt und geschätzt hattet:. Das Kongreß- Präsidium war durch die Herren Oberrabbiuer Doktor Niemirower und Dr. Jakob Ehrlich vertreten. Am offenen Grab sprachen Niemirower und Iran. Erna Patak als die Vertreterin der zionistischen Frauen. Ae EütvjelprovagandN für Ae gudevkolonisation in Rußland. Zionistische-„Politik" des „Gmetz". (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Moskau, 23. August. In seiner letzten Nummer veröffentlicht „Emeß", das Organ der jüdischen Kommunisten, einen Aufruf an den 14. Zioniftenkongreß, der von Doktor S ch l a p o s ch n i k o f f, dem Charkower Delegierten auf den ersten sechs Zionistenkongressen und langjährigen Mitarbeiter des inzwischen eingestellten, seinerzeit sehr angesehenen russisch-jüdischen Tagblattes „Rahwjet", gezeichnet ist. Schlaposchnikoffs Aufruf wünscht denl gegeNwärtigell Zioniftenkongreß besten Erfolg seiner Arbeit zum Woh'le des Weltjudentums; er richtet an freit Kongreß einen Appell, den Verleumdungen gegen die jüdische Kolonisation in Rußland engtegenzutreten und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß neben der Palästinaarbeit die Unterstützung der Kolonisation in der Ukraine geleistet werde, wo die Inden bereits 1500 Jahre ansässig seien. Die Redaktion des „Emeß" kommentiert Schlaposchni- .toffs Aufruf in der Weise, daß sie seine Worte als die eines ehrlichen Zionisten hinstellt; im Gegensatz hierzu schlägt das jüdisch-kommunistische Parteiblatt Fisteltöne der Entrüstung gegen den Zionismus im allgemeinen an und zieht in unflätiger Weise gegen die Zionisten in Rußland los. Der Kommentar zeigt deutlich, p welchem Zwecke der wahrscheinlich unter Zlvang gelieferte Aufruf Schlaposchnikoffs ini „Emeß" abgedruckt ist: zur Propaganda des Sowjetkolonisationsgedankens, dem das auf die Erez-Jsrael-Kolonisatton gerichtete Empfinden der russischen Judemnassen ablehnend gegenübersteht, woran auch die von der Sowjetregierung für ihre wirtschastspolitischen Zwecke demanagte „Hilfe des ausländischen Judentums" nichts ändert. Wessen sich die übrigen jüdischen Banernsiedler, welche die Soiojetrogierung für ihre Zwecke schaffen will, zu Versehen haben, geht unter anderem daraus hervor, daß die jüdische Kolonie „Krasnaja Zarja" bei Berdyczew sich an die Jewiseikcya, die jüdische Sektion der kommunistischen Partei, gewendet hat, damit die Sotvjetbehörden veranlaßt werden, der von Agitatoren unter den russischen Bauern betriebene Hetze gegen die jüdischen Siedler entgegenzutreten. Diese Propaganda hatte zur Folgedaß die Bauern die Ernte auf den Feldern der benachbarten jüdischen Siedler s h st e m a t i s ch vernichten und ihnen offen mit P ogrom drohen. Bon den Sowjetbehörden sind bisher keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen worden. Exportartikel für Kontinent und Uebersee sind unsere Stempelwaren-Er Zeugnisse Elngefiilirt bei Papier- und Spielwarengeschäften, sowie Graveuren »irrt Stempclerzcugern Für (IrOMlitan nahen RiUtl nichtisie brnnc!iekunili‘,,i* Vertreter mit prima Referenzen r;esuclit Stempelwarentabrik M. Hammer, Gei.m.b.H. Wien, II Uufflflleiihnerplaiz Z > Empfang Ser l ad aschaft Innsbrucks durch 6fr Herbett Samuel in Igls. Aus I n » s b r u ck wird uns berichtet: Ain 13. 5. wurden Sic Bcrlreler der zionistischen Ortsgruppe und der übrige« jüdischen Institutionen Innsbrucks von Sir Herbert Samuel und seiner Familie im Hotel Jgler-Hof empfangen. Ter Präsident ocr zivmstischen -Ortsgruppe, Herr Siogfried Graubart, begrüßte den Qberkommissär m englischer Sprache und gab der Freude der Jnnsbrttcker Jufreirschaft 'Ausdruck, den ersten jüdischen Statchatter Palästinas in ihrer Nähe zu wisset!. Das gesamte Judentum wisse die Bedeutung des Wirkens Sir Herbert Samuels für die Zukunft der Juden zu schätzen. Nach einer kurzen UÜbersicht über den Stand der zionistischen Bewegung in Zitusbruck und die großen Erfolge, die hier für die Aufbaufouds erzielt wurden, gab .Herr Graubart der Hoffnung Ausdruck, das; es Sir Heribert Samuel auch in Hinkunft möglich sein werde, der Sache des Judentums zu diene«. Sir Herbert Sainuel gab in feiner Antwort seiner Freude über den überaus herzlichen Empfang Ausdruck, den ihm die Jufreit in den vielen Stationen seiner Reise bereitet haben. Er sagte: „Diese Zustimmung und diese Dankbarkeit haben mich um so angenehmer berührt, als meine Politik noch vor kurzem Gegenstand mancher Kritik golvesen ist. Ich bin aber überzeugt, daß nur von eitler Politik der Mäßigung die Realisierung der nationalen Heimstätte zu erwarten ist. Im Geiste Josuas zu verfahren, wäre sehr unheilvoll. Aus diesem Grunde ist es daher zu wünschen, fraß die Führung der Zionistischen Organisation weiterhin in den Händen gemäßigter uitfr doch hingebungsvoller Männer vereinigt bleibe." Ans die Aussichten des Palästinaanfbanes übergehend, äußerte sich Sir Herbert Samuel: „Ich habe mein Amt irr Palästina mit großer Zuversicht für das Gelingen des Aufbanwevkes augetreten. Nach den Leistungelt des Judeutums in Palästina ist aber diese Z uv e r s i ch t am Ende meiner Amtszeit uilr noch gewachsen. Die Leistungen der jüdischen P i o n i e r e sind tun so bemerkenswerter, wenn man . die großen politischen, sanitären und wirtschaftlichen Schwierigkeiten devücksichtiigt, die dem Aufbauwerk cntgegenstehön." Sir Samuel schloß: „Ich weiß noch nicht, wie meine zukünftige politische Tätigkeit beschaffen sein wird, ich versichere Sie aber, daß ich die Sache des Judentums und P al ä st i n a s immer im Herzen tragen werde." Büchsenaulstellungsakllon des Keren Kaiemeth. Die Büchsenanfstellungsaktion findet in den Tagen vom 86. bis 30. August statt. ES werden zu diesem Zwecke neben der Zentrale SprengelbureauSi u den Bezirken 1,2 und 20 errichtet. Das Zeutralbüchlenburean befindet sich im Keren Kajeureth, 1. Bez., Kärntnerstraße 28, ititb wird geleitet von Dr. Leo Fuchs, med. Ehanina Verständig und Zwi Kanner. Folgende Sprengelbureaus werben errichtet r Im 1. Bezirk: 1. Kärntnerstraße 28 (Leitung E. Schwarz), 2. Büro der Auntro Palestine Trading Company Rndolfsvlatz 0 (Leitung Willi Schar); Z m 2. B e z i r 11 1. Zionistische Sektion, Zirkusgasse 33 (Leitung Ing. Deszö KSntgstein), 2. Volksbibliothek Zion, Glockenßaffe 30 (Leitung Emil Fichmcum), 8. Hakoah, Schiffanrtsgasse 15 (Leitung Felix Braun), 4. Sektion Prater, Jungstraßr 8 (Leitung Thahim Meilen); Zm 20. Bezirk: 1. Sektion, Karl-Meißlüraße 5 (Leitung Leo Menczer), 3. Zwischenbrücketl (Lokal wird noch bekanntgegeben) ^Leitung H. PohorqlleS). Die Durchführung der Aktion im 1. Bezirke wurde dem „Blau-Weiß" übergeben, im 2. Bezirke den Gruppen: Esra, Jedtdäa, Neheinia, Grez Israel, Haschomer Hazair, JstdischeS Sioalgymnasiuiu, Jugendgruppe 3. Kadimah, Kartell der techu. Zerbindungen, im 20. Bezirke (mU Ansliahmo von Zwtschenbrücken) der Kulturgruppe 20, i » Z w t s ch e n b r ü ck e n, der Jugendgruppe Zwischenbrücke». Devise bet der Aufstellung: Der Bttchleninhaber spende täglich 10. G., das ist ein halber Quadratmeter Boden. Die Adresse des BüchsentnhaberS muß deutlich und sehr genau sein, auch Dürnummer l Täglich im Sprengelbureau abrechuen! * Das Debrecziner Schachturnier. In der vorlotztelt Rnnfre des Meisterschachtllrniers siegte Kmoch (Wien) gegen Havasi (Budapest), Przepiorka (Warschau) gegen Bajfra (Budapest), Tartakoiver gegen John-er. Prokes gegen Seitz. Die Partien Bnkovic—Steiner rmd Naay —Maltison blieben in Schlveb^ Mittwoch wird die letzte Runde aibsolviert. In der ersten Gruppe des Hauptturniers spielten Paul Rethy und Savlözy (beide aus Budapest), die die gleiche Punktezahl erveichten, ihre Entsrheidungöpartie. die Rethy gewann. Er gewarnt damit das Meisterdiplonr, das ihm feierlich überreicht wurde. Sürnlliche Partie» des Debrecziner Schachnlelsterturuiers lverden vont Dr. Tarlakvwer analysiert rrnd unter dein Titel „Das entfesselte Schach" veröffentlicht lverden. Heut«, halb 8 Uhr abends, findet im Cavl-Theater b:e Festalffführnng, zugleich Urausführnnst der Bolks- Keren Kajemeth allfgestellt werden sollen. Redner: Prof. Otto Wachurg. . GRBTZER PELZE t.i. 71.4.30 |. Rotenturmstrasse 22 t«. 71.4.30 m DAS GUI EMPFOHLENE HAUS für moderne Pelze aller Art