Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2336 (23.8.1925)
- Date
- 1925-08-23
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981422--23807-3011292- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
N r. 2336 Wien, Sonnlug Wiener Morgenzettung Teitze 11 23. August 1928 tafeln in griechischer und römischer Sprache untersagten Nichtsuden das Betreten des inneren Borhofes. Eine solche Warnungstafel mit griechischem Text (sieben Zeilen, durch Hiebe mit einem scharfen Instrument, -wahrscheinlich einer Axt, zum Teile beschädigt) wurde seinerzeit in der Wand einer Moschee in Jerusalem gegenüber dem Bab-el-atam-Tor eingemalrert gefunden. Ihre Inschrift beweist, daß es sich um eine Warnungstafel vom jüdischen Heiligtum zu Jerusalem handelt; sie lautet in deutscher Uebertragung: „Kein Fremdstämmiger betrete die Innenseite des Umgangs um den Tempel; wer -dabei ergriffen wird, wird selbst daran schuld sein, daß er wegen der Ueberschreitung den Tod erleidet." Diese Warnungstafel ist nebelt der Kl-agcmau-er der letzte Ueberrest der Teiupelpracht. Nie Juden von Kaisongsu. -Das Schicksal der jüdischen Kolonie in China. Die Jüdische Telegraphenagentur brachte vor kurzem die Nachricht, daß der dänische Forschungsreise«!« Dr. Holm nach seiner Rückkehr aus China über die Auffindung einer alten jüdischen Kolonie in Kaisongsu (am Hoangho in der Provinz Honan) berichtet hat. Der bekannte Chinaforfcher Oberst Gudowius berichtet nun über die Geschichte der jüdischen Siedlung in China folgendes: Die jüdische Gemeinde in Kaisongsu, welche den Volkskundlern bekannt ist, bildet den Rest einer einst großen jüdischen Kolonie. Nach jüdischer Ueberlieferung und den Forschungen der chinesischen Jesuitenmission müssen die ersten Juden um das Jahr 70 der heute üblichen Zeitrechnung auf dem Landwege üoer Samarkand eingewandert sein — anscheinend aus Persien, worauf zahlreiche persische Worte in ihrer Sprache und Literatur sowie vielfache Anklänge an persische Gebete in ihren Gebetbüchern schließen lassen. Während des Mittelalters breiteten sie sich sehr aus; es gab zahlreiche Gemeinden im ganzen Reiche, deren religiöser und geistiger Mittelpunkt sich in Kaisongsu befand. Dort wurde im 12. Jahrhundert eine Synagoge erbaut, die später noch mehrfach vergrößert worden ist. Verschiedene der berühmten Reisenden des Mittelalters, zum Beispiel der Araber Jbn Valuta und der Venezianer Marco Polo, berichteten über die chinesischen Juden, über ihre beträchtliche Zahl, ihren Wohl- Klndersanatarlora deaiii ieii füt Kinder ohne Beleih»* ULflU LI LU Prospekte auf Wunsch 33 stand und zeitweise« politischen Einfluß. Noch im 15. Jahrhundert gab es eine Menge jüdischer Gemeinden — außer in Kaisongsu auch in Hangchou, Ningpo und anderen Städten Südchinas. Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts war ihre Existenz — trotz der Reisebeschveibung Marco Polos — dem europäischen Judentum unbekannt. Erst durch die eingehenden Berichte der Jesuiten, die sich von Anfang au aus wissenschaftlichen Gründen für die jüdischen Gemeinden interessierten, drang die Kunde nach Europa. Verschiedene namhafte Jesuiten haben im 17. und 18. Jahrhundert Kaisongsu besucht, um sich über die dortigen Juden, ihren Glauben, Kult und ihre Sitten zu orientieren, und sind mit ihnen in geistigen Verkehr getreten. Aus ihren Berichten ergab sich, daß die Juden nur noch geringfügige Kenntnisse im Hebräischen besaßen, trotzdem sie noch im Besitz zahlreicher hebräischer Urkunden waren; auch die Lehren und Erzählungen des Alten Testaments waren vielfach in Vergessenheit geraten — ihr Kult allerdings war unverändert geblieben. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts setzte ein immer stärker werdender Verfall der jüdischen Gemeinden ein, was wohl in der Hauptsache auf die Verarmung der Gemeinde in Kaisongsu, ihres geistigen uüd kultischen Mittelpunktes, zurückzuführen ist. Die Lockerung des geistigen Zusammenhanges hatte die religiöse und schließlich auch rassenmäßige Aufsaugung des Judentums durch das Chinesentum zur Folge. Die gänzlich verarmte und zahlenmäßig auf wenige hundert Juden zusammenges-chvumpfte Gemeinde in Kaisongsu verzichtete nach der letzten großen Ueberschwemmung 1849 und den furchtbaren Verheerungen des Jaipingausstandes auf einen Wiederaufbau der Synagoge, deren Platz nur noch durch einen das jüdische Besitzrecht anzeigenden Gedenkstein bezeichnet wurde. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen namhafter abendländischer Juden, mit der jüdischen Gemeinde in Kaisongsu in Verbindung zu treten, kam es I960 in Schanghai zur Gründung einer Gesellschaft zur Rettung der chinesischen Juden, der es 1901 gelang, eine Anzahl jüdischer Männer aus Kaisongsu nach SchanAai zu ziehen. Das Schicksal der jüdischen Kolonie in China ist nicht nur in religiöser Beziehung, sondern auch rassendialogisch interessant und bedeutungsvoll. Alle fremden Bolkerbestandteile in China — ob sie nun aus friedlichem Wege eingewandert oder als Eroberer gewaltsam eindrangen — sind, sobald eine Rassenvermischung eintrat, dem Chine s e n t u m erlegen und von' ihm fast spurlos aufgesogen worden. Selbst die rassezähen.Juden bilden keine Ausnahme; die Bilder der nach Schanghai gekommenen Juden aus Kaisongsu, die äußerlich völlige Chinesen geworden waren bis auf die Zopftracht, zeigen nur bei einem einzigen noch einige jüdische Rassenmerikmale. Ser PalSftina Lloyd Ltd. ist eine Organisation, die sich ausschließlich mit Transporten nach Palästina und angrenzenden Ländern beifaßt. Ein ausgedehntes Filialnetz ermöglicht ihm die reibuwgslose Durchführung aller Transporte von und nach Palästina. Der Hauptsitz der Gesellschaft befinde t sich in Tel-Äwiw, P. O. Box 146, das kontinentale Hauptbursau in Berlin W 16, Joach imsthalerstraße 36, unterhält Niederlassungen in Hamburg, Bremer:, Stettin, Danzig, Antwerpen, Lottdön, Paris, Marseille und Triest. Der Palästina Lloyd Ltd. übernimmt vermöge feines Filialnetzes Transporte aller Art alb Haus des Absenders bis Haus des Empfängers, ohne Dazwischen treten eines den Transport verteuernden zweiten Spediteurs. Die Ausbootung in den palästinensischen Häsen erfolgt unter eigener Regie, wodurch die infolge der eigenartigen Hasenverhältnisse sonst üblichen Beschädigungen der Guter vermieden werden. Nachnahmen werden prompt und schnell zur A u s z a h l u n g g e b r a ch t, auf Wunsch ist der Palästina Lloyd Ltd. bereit, Sendungen unter günstigen Bedingungen zu lombardieren. Durch kulante und prompte Bedienung hat es der Palästina Lloyd Ltd. verstanden,'führende Werke der deutschen Großindustrie zu seinen dauernden Kunden zu zählen. Wir empfehlen Ihnen daher, bei Vergebung Ihrer werten Transporte den Palästina Lloyd Ltd. in Berücksichtigung zu ziehen, damit Sie sich von der Leistungsfähigkeit desselben überzeugen können. Palästina Lloyd Ltd. Internationale Transporte. Spezialverkchr nach dem Orient. Berlin W. 15, Joachimsthalerstraße 30. E Für die hohen Feiertage bestellen Sie rechtzeitig Ihre Ornate. Talare in weiß oder schwarz schon von 80 Schilling aufwärts bei der bekannten Spezialfirma für Synagogenornate Rudolf Gold st ein, Wien, 2. Bez., Taborstraße 54., di. Schillingwoche Die Schillingwoche bietet eine nicht wiederkehrende, äusserst günstige Kaufgelegenheit! Die Restbestände des Sommerlagers werden zu jedem annehmbaren Preis abgestossen; ausserdem gelangen Herbste und Winterartikel unglaublich billig zum Verkauf I Voreinkauf für den Herbst! Benützen Sie die seltene Gelegenheit! Einheitspreis s1 WäschecMffon, Blaudruck, Gläsertücher, Strümpfe, Socken, Seidenselbstbinder, Dirndlschürzen, Spitzen- Brise-Bise, bedr. engl. Batiste | Einheitspreis 5 Kostümstoffe, 140 cm; Herren-Anzugstoffe, 140 cm; Seidenbrokat für Futter, Damen-Nachtnemden, Wäschegarnituren, zweiteilig, Ia Flanelldecken, Herren-Gradlunterhosen, Matratzengradl, Reinleinen, 120 cm; Dekorationsstoffe, 150 cm Einheitspreis 2 Wollstoff-Schotten, Atlasgradl, Sei enersatz, farbiges I Bettzeug, Damenhemden m. Stickerei, Frottierhandtücher, Wirtschaftsschürzen, Badetrikots, Milieuk. (Tüll mit Applikation) | Einheitspreis 6 Reinwoll - Cheviot, 130 cm; englische Wollsto fe, 140 cm; Herren-Anzugstoffe, 140 cm; Reinwoll-Blusenstoffe, Crepe de Chine, Richelieux-Garnitur, Rohseiden-Blusen, Hosenkombinationen, Herren-Nachthemden Einheitspreis 3 Bedr. Futtersilk, Mode-Kleiderstoffe, Voll-Etamine, französ. Schafwollvoile, Satin de Chine, Eponge, Kloth-Halbschürzen, Datnenchiffonhosen.Etamineblusen Einheitspreis 00 C*4 Reinwoll-Gabardine, 130 cm; Reinwoll-Damentuche, englische Kostümstoffe, bedruckte Seidenmarocains, Seidenpopeline, Cr£pe de Chine, Damen-Reinwollwesten, Wäschegarnitur (zweiteilig, Madeira), Herren- Modehemden mit 2 Kragen Einheitspreis 4 Kunstseidenmarocain, Kammgarncheviot, Kostümstoffe, Gartenkleider, Batist-Kombinationen, Klothunterröcke, original englische Homespune, 140 cm; Strohhutformen, guter Matratzengradl, 118 cm Einheitspreis S 10 Mantelvelours, reine Wolle, 130 cm; Mantelcovercoats, 140 cm; feine Kostümstoffe, 140; Ia ReinwoU-Schotten, 130 cm; Waffeldecken, Reinwoll-Kleiderrips, 130 cm; Wäschegarnituren, dreiteilig, Damen-Filzhtite, Schirme mffMuwnn Konfektion Einheitspreis S O Schösse in allen Stoffarten, Etaminkleider, reich bestickt, Seidentrikotkleider, feine Opal-, Etamine- und Harocainblusen Dienstag, 25. August v. 9 bis 12 Uhr ■ —s> Einheitspreis S lZ Crepe-, Eponge» und Wasch-Marocainkleider, Epongekostüme Montag, 24. August v. 9 bis 12 Uhr * Einheitspreis s20 Mittwoch, 28. August v. 9 bis 12 Uhr _ Mäntel aus gutem Wollstoff, englische ReinwoU* und Marocainkleider, Wollkostttme gestrickt, Rohseidenkleider, Herren-Tennishosen gns jss Donnerstag, 27. August v. 9 bis 12 Uhr Jl-ju—- - ——--► Einheitspreis S dv Covercoat- und Winterflausch-Mänteln, Reinwoll-Gabardine-, Kammgarn- Duvetinjacken, Herren-Regenmäntel M || Freitag, 28. August v. 9 bis 12 Uhr Einheitspreis s4Q Veloursmäntel feiner Qualität, engl. Reisemäntel, Ripsu. Covercoatkostöme, aparte Crepe de Chineu. eieg. Wollripskleider, Herren-Lüstersäkkos mit Gilet M&riQLhilferstr&ße^HM Ecke der Webgesse »