Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2334 (21.8.1925)
- Date
- 1925-08-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite i_ Dien, Freitag_ stände kam, muß man mit Gruppen und Parteien der verschiedensten Richtung gesondert verhandeln und der einen Gruppe Versprechungen machen, welche der anderen ihr entgegengesetzten Gruppe nicht genehm sein können. Es ergeben sich hier wohl Schwierigkeiten, die aber nicht unüberwindlich sind. Auch die von uns stets gewünschten Verhandlungen mit der Agudah werden hoffentlich zu einem guten Ergebnis führen, auch wenn sie gegenwärtig leider fast an einenn toten Punkt angclangt sind. Die Hauptschwierigkeit bei diesen Verhandlungen besteht darin, daß -wir auf eine einheitliche Spitz« der gesamten Gemeindeorganisation in Palästina, repräsentiert durch das autorative Oberrabbinat, nicht verzichten können, währendie Agudah eine Separation bis in die höchste Spitze anstrebt. Was das Budget anlangt, so muß man mit der vierter Mjah als einer gegebenen Tatstuhe rechnen. Der Misrachi setzt sich aus Angehörigen von verschiedenen Wirtschaftsschichten zusammen. Die Meinungen innerhalb der Fraktion in bezug auf WirtschaftSfragen können daher nicht einheitlich sein. Da unsere Fraktion aber zum überwiegenden Teil aus Angehörigen des Mittelstandes und des Kleinbürgertums besteht, nehme ich an, daß die Ma-jorität des Misrachi auf weitestgehende Berücksichtigung der halbattifchen Elemente im Budget dringen wird. Wir werden daher auch die vom Mitglied des Finanz- und Mrtschaftsrates Dr. Halpe rn dom Kongreß vorgelegten Anträge unterstützen und uns insbesondere für die Schaffung der Jndustriebank einsetzen. Noch einen wichtigen Punkt will ich hervorheben: Wir fordern eine ausreichende Dotierung des Misrachi-Schulwerkes. (Bekanntlich mußten wir unser Lehrerinnenseminar in Erez Israel bisher aus eigenen Mitteln erhallen.) Wir fordern aber auch, daß in das Lehrprogramm aller Schulen Erez Israels die Unterweisung in den Mischen Quellen und in jüdischer Kultur in genügendem Maße ausgenommen wird. Ein Blick auf das Diagramm, welches im Pavillon des Msrachi in der Palästinaausstellung des Konzerthauses zu sehen ist, belehrt darüber, wie sehr eö mit diesem Zweig -der Erziehung unserer jüdischen Jugend jetzt noch im argen liegt. Zur Frage der Leitung hat unsere Fraktion bisher keine Stellung genommen. Mchseuaufftellungsaktkou de» kere« kalemeth Die bereits mehrfach angekündigte Aktion findet vom 26. bis 30. August statt. Sie erstreckt sich diesmal auf die Bezirke 1, 2 und 20. Zwecks glatter und rascher Durchführung werden für diese Mtion an den genannten Tagen eigene Sprengel errichtet, und zwar: Im 1. Bezirk: 1. Bureau des Keren Kajemeth, 1. Bez., Körntnerstraße 28, Leiterin E. Schwarz. 2. Bureau der Austro Palostine Trading Company, 1. Bez., Rudolfsrplatz 6, Letter eapd. für. Willy Scharr. Im 2. Bezirk: 1. Zionistische SBtion, 2. Bez., Zirkusgafle-33, Leiter Ing. Deszö Königstein. 2. Bolksbibliothek Zion, 2. Bez., Glockengüsse SO, Leiter Emil Fischmann, Kaufmann. 3. Hcrkoah, 2. Bez., Schiffamtsgass« 18, Leiter Felix Braun. 4. Sektion Prater, 2. Bez., Jungstraße 8, Leiter Chaim Meilen. Im 20. Bezirk: 1. SÄtvon 20, Karl-Meißl-Straße 8, Leiter Leo Menczer. 2. Zwischenbvücken (Lokal wird noch bekanntgegeben), Letter H. Pohorylles. Kongretzbüchsenaufstellung. Heute nachmittags Verteilung der Büchsenslugzettel. Material im Bureau zu holen. Tagesdienst stellt das Kartell der technischen Verbindungen. Morgen um 6 Uhr nachmittags findet im Heim des Kartells technischer Verbindungen, 8. Bez., Lerchenfelderstraße Nr. 120, eine Generalzusammenkunft aller Mitarbeiter (nicht nur der Führer der Gruppen) statt. Tagesordnung: Organisation der Kongreßbüchsenaufstellungsaktion. Re Witwe Perer SmolenrA« Morr«». Wie uns in später Nachtstunde mttgetoi-lt wird, ist gestern Frau Leontine Smolensky, die Witwe nach dom berühmten Schriftsteller Perez SmolenSky, welcher an der Neutbelebung der hebräischen Sprache und Kultur großen Anteil hatte, im 73. Lebensjahre gestorben. Frau Smoelnsky, die ihren Manu um mehr als eiu Bierteljahrhundert überlebte, hat den Idem Perez Smolenskkys getreu an allen Bestrebungen der jüdischen Moderne rührigen. Anteil genommen. Mit ihr verliert das jüdische Wien, wo auch ihr Gatte so lange wirkte, eine werwoll« Frau.. Bo» der Natloualiibltothek in Setxfolet». Katalog der pädagogischen «-teil»»-. Die National- und UnidersitätsbMrothek in Jerusalem hat soeben einen Katalog ihrer Bücher auf dem Gebiete der Pädagogik herausgegebm. Der Katalog umfaßt 44 Setten, Gemäß einem Abkommen mit dem ErzichungSdepartemenk der Zionistischen Organisation werden nunmehr auch pädagogische Bücher an hehrer in ganz Palästina verliehen werden. Ser Kongreß der zionWchenFraue». Heute Freitag, den 31. d., 3 Uhr nachmittags, findet im Sitzungssaals des Gremiums der Wien« Kaufmannschaft, 1, Bez.. Schwarzenberg platz 16, di« feierliche Er- SffnmigSsitzung der dritten Konferenz der Weltorganisation zionistischer Frauen (Wizo), statt. Wiener' Moeftenzeitung 21. August 1925 Nr. 2334 Hlkolasch-Likör«! f«lntt« (rtinci und polnisch« Schitäps Stammhaus: Lambarg Z«*tfaf«detI»nuB|t 15 MI««. XVIII., Staudgatte Nr. iS Talaphen Nr. M-ft.8* Am Vortage der dritten Konferenz der Wettorgaaisattoa zionistischer Frauen. Von Erna Patak, Präsidentin der österreichischen Zionistischen Frauenorganisation. Jüdische Frauen aus allen Teilen der Welt, aus allen Landen kommen zu unserer Konferenz, Menschen aus den verschiedensten Schichten der jüdischen Gemeinschaft und doch alle einig in dem Gedanken und Wunsch, mitzuarbeiten und beizutragen zum Aufbau unserer alten und ewig neuen Heimat. Wir heißen sie auf das herzlichste willkommen. In dieser herrlichen Stadt, in der der wunderbare Mann gelebt und gewirkt, der Millionen gedrückten Menschen ein Ideal gegeben und einen Träunr — der nun Wirklichkeit geworden —, sollen sie alle in freundschaftlichster Aussprache Beschlüße fassen, wie wir Frauen, die Hüterinnen der Menschheit, beitragen können, Los und Zukunft unseres Volkes zu gestalten. Schon zu Herzls Zeiten hat es hochgemute Frauen gegeben» die mit zur beginnenden Organisation gehörten und des Führers Ruf zur Einheit und zum Zusammenschluß in die Ferne trugen, Frau Perez Smolensk! und Sidonie Kahn waren diese ersten treuen Kameraden und Dienerinnen am Licht. Und wenn jene erste, eine ehrwürdige Frau von größter Lebhaftigkeit und Frische, Rückschau hält und aus ihren Lebenserinnerungen erzählt, klingt e8 wie ein Märchen, dem wir kindergläubig lauschen in unserem Frohgefühl des Erreichten. Zweiundzwanzig Staaten sandten ihre Delegierten — Frauen, vom Vertrauen Tausender getragen —. Voran vor allem jene, die schon den Weg ins Land gefunden haben, Elitemenschen und Pionierinnen, Frauen hoher Kultur, die gewohnte — manchmal auch bequeme — Lebensverhältnisse getauscht hatten mit Jahren schwerster Arbeit und Entbehrung. Es ist ein schweres Land, unser Heimatland. Rauh und steinig sind seine Weiten und das Leben dort — eine harte Nuß. Alles haben sie ertragen und alles haben sie überwunden und hell leuchtet ihnen nun die Sonne aus gesegnete Fluren. Nicht minder Heldinnen und leuchtendes Vorbild wie die unserer großen Historie, doch eben so tapfer wie jene. Naüten, wie die von Frau Henritte Szold, Channa Maisel-Schachats, der leider allzufrüh verblichenen Sarah Thon und Ada Fischmanns sind innig verknüpft mit allen Fortschritten unserer Arbeit und unseres Landes. Alle jene, die das Glück hatten, unsere Heimat mit Augen zu sehen, sind erstaunt, was Frauenarbeit in kurzer Zeit dort zu leisten J imstande war. j Die' Weltorganisation zionistischer Frauen (W. I. ] Z. O., das heißt Womens International Zionist Organisation, Histadruth Olamit Lenaschin Zionith) wurde im Juli 1920 begründet. Hervorgegangen aus der allgemeinen Zionistischen Organisation, der wir angehören, in der wir uns betätigen und gemeinsame Arbeit mit den Männern, als Gleichberechtigte, leisten, hat -sie in der ganzen Welt ihre Mitglieder. Die Zentrale ist in London unter der Präsidentschaft der Frau Dr. Dora Weizmann, eine Exekutive hat ihren Sitz in Palästina. Die Aufgabe, die wir uns gestellt haben, ist: spezielle Frauenarbeit für Palästina. Wer das Hostel, ein Heim für junge, weibliche Einwanderer, in Tel-Awiw gesehen, mit seinen Ausbildungseinrichtungen, ist begeistert von der Schönheit des Hauses und entzückt von der Art, in der die Schülerinnen unterwiesen werden im Garten- und Gemüsebau und in der Bienenzucht, wie sauber und nett die dem Hostel angeschlossene Küche für Arbeiter geführt wird und wie tüchtig die Mädchen in allen Zweigen der ländlichen Hauswirtschaft ausgebildet werdin. Das Hostel ist ein Muster für alle kommenden Heime, die noch gegründet werden. Die Säuglingsfürsorgestation in Jaffa, eingerichtet aus den Mitteln der neuseeländischen Zionistischen Frauenorganisation, ist eine Notwendigkeit für dys. Land. Palästina soll uns die Regeneration des jüdischen Volkes bringen. Deswegen richten wir auch unsere volle Aufmerksamkeit der Ainderfürsorge zu. Ein Strom' von Müttern und Kindern pilgert zwei Mal wöchentlich nach den Fürsorgestellen, wo sie mit Rat und Tat unterstützt werden. Angeeifert von dem Erfolg, den die Frauen von Neuseeland mit der Fürsorgestation in Jaffa hatten, beschlossen „die Frauen unserer Organisation in Frankreich, eine ebensolche Fürsorgestation in Kaisä zu errichtem Unser Stolz aber ist: ‘ , , ti< LandwirtschaMchrile in Rahalal für Frauen und Mädchen. Wie in jedem ackerbautreibenden Land, hängt auch >er Fortschritt Palästinas von der' Mitarbeit 'gut geschulter Frauen ab, hie die Führung der Wirtschaft im großen Stil, ' die Arbeit in Hof, Stall und - Garten verstehen. Diesem Zwecke soll die Schule in Nahalal dienen, die einzig dastehend in ihrer Art im ganzen Orient ist. Die Mädchen erhalten Unterricht in allen landwirtschaftlichen Fächern, um befähigt zu werben, Mitarbeiterinnen ihrer männlichen Kameraden zu sein. Noch vor vier Jahren war dort, wo die Schule steht, sumpfiges Land und eine Wüstenei. Heute gibt es bebaute Felder, blühende Gärten, ein wunderhübsches Hans und Ställe für die Tiere. Arbeit in Hülle und Fülle, überall Blühen und.Gedeihen. Diese drei Beispiele nur, die ich aus dem Rahmen unserer Aufgaben anfüyre» zeigen» was Einigkeit» Wunsch und Wille vermag. In dem kurzen Zeitraum von fünf Jahren hat unsere Organisation gezeigt, wie nützlich unser Zusammenschluß war und wie notwendig die Erweiterung unseres Kreises in bezug auf Menschen und Arbeit. Jede Delegierte, die ein Land vertritt, hat die Verpflichtung, den Bericht ihrer Arbeit im Galuth zu gebe«, und cs wird nicht uninteressant sein zu erfahren, was unsere Frauen in den einzelnen Ländern insbesondere noch geleistet haben. Große Aufgaben stehen unS bevor. Wir sind uns klar, daß wir jüdischen Fronen nicht nur der Familie gegenüber Verpflichtungen haben, sondern auch den Forderungen der Gemeinschaft genügen müssen und die Pflicht haben, unserem.Volke mit aller Kraft zu dienen. Welche jüdische Frau kann sich diesen Forderungen verschließen, welche hat den Mut, müßig beiseite zu stehe« und stumm und untätig zu bleiben, wenn das Volk und die Heimat ruft. Im Zeichen dieses Bewußtsein begrüßen wir die Konferenz, die erprobten Arbeiterinnen, die erfahrenen Führerinnen. Ser 3. zionistische Stndenten-Weltkonsreb. In der Montagssitzung erstattete Herr Dr. KqrpeleS (Wien) das Finanzreferat: Die Studentenschaft gehört heute zu den wirtschaftlich schwächsten Gruppen. Trotzdem wäre vorzuschlagen, die provisorische Einrichtung des Studenten sch ekel s zu einer dauernden auszugestalten. Dieser Studentenschekel (ein Drittel des Normalschekels) würde schon einen ansehnlichen Betrag einbriugen. Zur Durchführung dieser Mtion wären die Landesverbände heranzuziehen. Diese Aktion würde unterstützt werden durch die Institution der S tu d e u t e n m a r ken in der Höhe eines monatlichen geringen Betrages. Bon diesem Betrage würden 60 Prozent auß de« Palästina-TtudiensondS entfallen. Dieser Fonds hätte die Aufgabe durch Gewährmrgj eines 50prozentigen Kostenbeitrages einer Anzahl von ©tu* . deuten die Möglichkeit zu geben, eine Reise nach Palästina zu unternehmen, andererseits palästinensischen Studenten eln? Reise nach Europa zu ermöglichen. Die verbleibenden: , 50 Prozent würden dem Vorbereitungsfonds zur Errichtung des Studentenheimes in Jerasulem: und Unterstützung der Bibliotheksaktion dienen. ' Nach kurzer Debatte über das Finanzrestrat, hält Herr Himmelfarb (Warschau) das Palästinarefer at. 30.000 Immigranten wanderten im Jahre 1924 nach Erez Israel. Das erfüllt uns mit Stolz und legt unsl gleichzeitig neue Pflichten auf. Der Stand der Jewish Agency läßt keine Hoffnungen zu, auf Grund deren man neue Positionenn im Budget aufstellen könnte. Diese Tatsache macht es zur Hauptaufgabe, eine intensive Arbeit zugunsten unserer Finanzinstitutionen aufzunchmen. Vom Anfang an war die akademische Jugend eine Stütze des Kere«! Kajemeth und des Keren Hajessod. Nichts beweist das besser^ als daß die akademischen Organisationen Warschaus mehr zu den Fonds beitragen als alle anderen Organisationen zusammen. Die Arbeitsmöglichkeiten in Erez Israel sind heute bedeutend erweitert. Es soll unsere Aufgabe sein, unseren Genossen Arbeitsmöglichkeiten ausfindig zu machen, damit sie ihren Beruf ausübeu können. Zu diesem Zwecke muß! beim Weltverband ein Jnformationsburequ entstehen und " Berussberatungsstetten in den verschiedenen Ländern. Durch diese Maßnahmen wirb! der Studentenstanh sich eng, fast persönlich mit dem Lande und mit der Bewegung verknüpfen. Es folgt das Univ ersi tä tsr e fe ra t, erstattet von Herrn Grynstejn (Warschau): Bisnun hat der jüdischen Jugend, welche nach dieser Universität strebt, um dort ihre Studien fortzusetzen, die Eröffnung keine Lindernng gebracht. Die äußeren Berhältuisse dränge«: aber danach, d»^ Lehrtätigkeit schon jetzt auszunehmen. Eine Sache steht lest: es muß eine Universität und nicht nur ein F o r s ch u u g s i n st i t u t, das nur für Auserwählte zugängig ist, geschaffen werden. Es wird Aufgabe der Zukunft sein, Institute und Seminare als Keime weiterer Entwicklung aller anderen Fakultäten ins Leben zu rufen. Und das so rasch als möglich, um den jüdischen Studenten, die an ausländischen Universitäten studieren, die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Universität zu besuchet:. M wird niemand leugnen, daß die Arbeit zur Realisierung der jüdischen Universität dll rch d en im m er drohe nd eu N n me ruS clausus irr den Vordergrund geschoben wird. .Wir wollen es festhalten: Der Grundsatz unserer Universität ist und bleibt die Lehr- «nd Lrrnsrelhett. HANNA " ... .... ■ ll....—Min. ist das sensationelle Konservierungsmittel» welches das Breehen und SDringen de» Lackschuhe verhindert m Zu haben in allen Schuhgesehiften u. 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