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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-20 · Heft 2333 (20.8.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2333 (20.8.1925)
Date
1925-08-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Tckts S Men. Donnerstag Kr. SS» DANVBIA International* Tran»portsP#«H«chfft m. b. N. Mitglied des Rhenania-Rhelnschlffahrts-Konzern (paytrluM *o)iifr»»rb|rwpM) Wien, I. ftolenturmstraMt 11 Telephon 68*3*32, 69-4-8!. ie!sgra«ma6r.: „TrtnsdanubU“ Rhein-Main-Donau-Schlffahrt, Mawentramporte, Sc|iiff.tsammelUdttn^en, Reexpcditionen, Verioltuheeri, Einlagerungen in Magazine mit Oeltlteanscnluss >14 Ipezialverkahr nach trlaal und Uabertae Diese politische Haltung der Exekutive hat auch nach innen verderblich gewirkt. Sie hat in weiten Teilen der Organisation eine politische Indifferenz großgezogen, die letzten Endes zu einer E n t P o l i t i s i e? rung des Zionismus und damit zu einer Ertötung des Politischen Willens der Organisation und ihrer Exponenten führen mutz. Schon machen sich in weiten Teilen der Or« \ ganisation Tendenzen bemerkbar, die die zentrale politische Zielsetzung des Zionismus fallen lassen und den Aufbau denationalen Heims in Palästina als eine ausschließlich ökonomische Frage betrachten. Die Konferenz >var daher dzr Ansicht, daß die Einleitung einer aktiven zionistischen Politik notwendig ist, die durch einen energischen Kampf für hie Verwirklichung aller uns im Mandat zuge* sicherten Rechte, durch nw großzügige konsequente Aufklärungsarbeit innerhalb der öffentlichen Meinung der Welt, durch eine entschlossene Vertretung unserer -Forderungen vor der Mandaturmacht und dem Völkerbund dafür Sorge trägt, daß die politischen Voraussetzungan für den Aufbau des nationalen Heims geschaffen und garantiert werden. . In ihrer Stellungnahme zu den Problemen des A u fbauez Palästinas war die Konferenz der Ansicht, daß der entscheidende Gesichtspunkt für die Beurteilung und Läfung dieser schwierigen Frage der Gedanke der nationalen Renaissance.sein muß. Diese bedingt die Notwendigkeit der P r o d u k t «j v i e r u n g des Mischen Volkes in Palästina, die berufliche Umschichtung größerer Teile des Volkes, die Fundierung des Mischen Palästina auf einer tragfähigen jiddischen Landwirtschaft und die gesunde Verteilung der Bevölkerung zwischen Stadt und Land Die Konferertz oixir der Ansicht, daß bei der Beschränkung der nationalen Mittel, die uns zur Verfügung stehen, dieselben in erster Reihe für die Schaffung und Sicherung derjenigen Positionen im Lande vertuendet werden müssen, deren Ausbau dem privaten Kapitale nicht zugemutet werden kann und die lediglich durch die Mittel der nationalen Fonds zu schaffe« sind Es ergibt sich daraus, daß bei der Verteilung des Budgets die Unterstützung der landwirtschaftlichen Positionen an erster Stelle stehen muß. Es muß hiebei 'berücksichtigt werden, daß die landwirtschaftliche Kolouisatiou sich noch vielfach im Stadium des P i o n i e r t u m c s befindet und auch noch fiir lange Zeit befinden wird und dqß daher bei der Beurteilung der Bedeutung der landwirtschaftlichen Positionen nicht der Gedanke der R-euta- LWät entscheidend sein kann, sondern ihre Bedeutung unter dem Gesichtspunkte der Schaffung neue r Positionen einerseits und dex .Heranbildung eines Kerw H upps von opfersähigen und ausdauernden Pion i ere y andererseits. Weiterhin müssen genügende Mittel zur .HehrLisiernng des palästinensischen Judentums bereitgkstzllt werden. Was die vierte Ali sah betrifft, so njgx die Konferenz der Ansicht, daß ihr im Mitöstgeheudem Maße Förderung zuteil Werder; muß, und zlvar vor asiern in der Hinsicht, daß denjenigen Elementen, die zur Landwirtschaft überzugehen bereit sind, möglichste Unterstützung zr; gewähren fft, daß aber auch hinsichtlich der städtischen Kolonisation alles getan werden muß, um eine Produktivj-erung der Einwanderer in die Wege zu leiten. Die Konferenz war der Ansicht, daß die bestehenden und noch zu errichtender; Institutionen, sowohl diejenigen, dievon der Gesamtheit des palästinensischen Judentums geschaffen find, als auch die spezifischen der Arbeiterschaft und anderer Te-ilgruppm unterstützt Werder; müssen, daß ober die Zionistische Organisation mit aller Energie dafür Sorge tragen muß, daß die Kontrolle —- b u r ch eventuell hiefür zu schaffende Institutionen —> über die von ihr zur Verfügung gestellter; Beträge in ausreichenden; Maße ausgeübt wird. Hinsichtlich der P r o ble me der R eo rga ni sation 'war die Konferenz der Ansicht, daß der heutige Zustand der Organisation unhaltbar ist. Es gab in der; letzter; Jahren kaum noch eine Exekutive als organisatorisches Hrasr Zentrum der Betvegurrg, und auch der orgämsatorilche Zustand vieler Landes- und Sonderverbärrde ist M hohem Maße unbefriedigend. Die Konferenz war der Ansicht, daß es von entscheidender Wichtigkeit sei, den Geist der N e u be le b u ng der Organisation zu erwecken aus dem Bervußtsein heraus, daß für lange Zeit die Zionistische Organisation die Verantwortung für den A u f b a u P a l ä st i n a s wird tragen nrüssen. Auf der Grundlage einer solchen Erkenntnis, werden auch _«Htim verschiedene organisatorische Maßnahmen WMWOßß um die Organisation wieder ,t*u aufzubauen Wck fU i»ßte Lage zu versetzen, alle Telle des Judentum-, H* M G-e lästinaanfbau Mitwirken wollen, zu sich hermW-iWW W-b um sich zu gruppieren. Auf hex Grundlage aller dieser Anschauungen wich die Fraktion der radikalen Zi-vfften auf hem Kongresse konkrete Dpxschläge unterbreiten und ch« Stellung gu dW einzelnen Fragen einnehmen. Es ergab sich iyr Verlaufe -er Debatte, an der auch Vertreter der revisionistischen Gruppe teilMom* men haben, daß trotz weitgehender Uelber^iMmmung in der Frage der Icwffh Agenry die ans anderen Gebieten vorhandenen Differenzen es angebracht erscheine« lasten, von einen; organisatorischen Zu samm e n f ch l u ß Abstand zu nehmen. Die radikale Gruppe hat sich michin ohne die Anteilnahme der Revision lstß« endgültig konstituiert und nimmt als solche an dem Kongreß teil, ' - _____ Eoglish and Aanertean Press Ooksssp-wd«ts ar© requested to coniinurjl^ate yith Mr. Agronsfcy». Room 214, Hotel Imperial, from 10-^12 and datfy. rie Juden f« Südafrlks und in Rhodcheu. Dr. Alexander G oldst ein, der Mrzeit Vorsitzender des Keren Hajessod m England rst und in Wien als Kouaretzoelegierter für Südafrika weilt, machte emsm unserer Wt-rbetter über seine Keren-Hajessod-Propagandareise in j Südafrika folgende Mitteilungen. In Südafrika und Rhodesien leben §0.000 Jude n, deren Anteilnahme an der WiederaufrichtMg des jüdische» Volkes in seinem Heinratlanlde aus den Leistusgen für d'U Keren Hajestod zu ersehen sind: Das Resultat unserer Be* nrühungen unter dex südafrikanischen Iudenfchüft für den Keren Hajestod im Jahre IWt war die Zeichnung Ppfl 7 5.0 0 0 P f u n d, die durch die sogenannten B-nk-rders, eme Verpflichtung, ein Zwölftel der Suibflrlptto» Monatlich elnKuzahleu, restlos sichergestellt sind. Außerdem wuvde die Propaganda unter den Fran e n. von Frauen durchgeführt, mit dem Erfolg, haß §000 Pfund eing'.ngen, die unabhängig von de>n Leistungen der Wnnar ausgebracht wurden. .In allen Teilen Südafrikas war ein überaus freundliches Kerhaftou der allgemeines Presse zu konstatieren, die meine Propagandatätigkeit dur>jh spalteulänge Informationen Über PaWina und den ZipMwus M allgeuwinen und den Keren .Hajestod im bejpnderev unterstützte. Auch die Beziehung 'der Behördesi M''Hns-rer Sache ist eine über jedes Loh erhabene. In Pprt Elisabeth 'beispielsweise spar M der Swdthallv tpahrend des Massenmeetings, auf dem ich sprach, hfe hlau-weiße Fahne gehißt. In I oha n u e s p u r g gäben der Pürgexmeistex und die Gemeinperäte nns-rer,Sache m Ehren e':,n Patlkett, zu den; aste angeseheuef; jüdischen Bürger geladen waren, Das Ergebnis für den Keren Hajessod wqr«s 66M Pfund. Beinerkeuswert ist die zionistische Jugenhb e w e g u n g in Südafrika, die ungemein wertvpste Arbeit leistet und von Jahr zu Jahr intensiver wsrch. In Rhodesien gibt es drei jüdische Gemaim' den: Bulavayo, Salisbury u-M» Livingstpne. Es wöhuen in diesen.drei Gemeirchem insgesamt 1000 j ü d i s ch e S e e l e n. Das Resultat dex Keren-chajessod- Kainpagne waren 3 0 0 0 P f u n d. Jeder Jude hatte also 3 Pfund beigesteuert. Die 130 jüdische Familien zählende Gemeinde B u l a v a y o hat einen eifrigen Zionisten, Reverens C ohen, zum Raibbiner, dev es dexstanden hat, eine festgefügte Mische Gemeinde zu schaffen und eine hebräische Sch u l e zur Erziehung ihrer Iugprch begründete. In LiviMtone, am User des Zambssi, wo feilterzoit Livingftone dem mächtigen Victoria-Wasterfall gegenüberstand, gibt es zwölf jüdische Familien, di« eimn zionistischen Be.rem besitzen, wo ausgezeichnet oMuksievto Keren-Kajemeth-Mribeit geleistet wird. Rhodesien HM erst nuläMst ein Parka ment bekommen und ist so das jüngste Mitglied des britischen Imperiums. Dex Pvemierminister begrüßte auf einem KsrM'chajessod-Meeting sin Ätamen des Wlgsten Mitgliedes der VoMrsamilie dar Ideal der Wwderaufpichkmg des ältest« n ziviliji<;r-- ten Volkes der Welt. Das eigenartigste Evlebuis war wohl per Besuch von Nairobi, der Hauptstadt des chemaligen Uganda (jetzt Kenyo Eolony), dos durch das Angebot Großbritanniens an Herzl, dort Mische Kolonisatimr durchzttführen, bekannt wurde, und auf dom sechsten und siebenten Zionistentongveß eine 'bedeutende Rolle spielte. In dieser Wcht an; Aequator, in einer Höhe ygn 0000 Fuß. wohnen zwischen Tausenden von Schwarzen und Indern 4000 Weihe. Darunter sind hundert jüdische Seelen aus Rußland, England« Arabien, Indien, Kongo usw. Das einzige, was dich Inder; aus aller Herren Länder vereinigt, ist «ine Synagoge. Ein Robbstm fft allschings nicht S0. «uguft 1886 Ei««a« Modell - Werkstatte Voraehmrte Pelzltonfeldion Josef Sonnenschein & Ge. rELZOESELUCHAFT WUm, Vit MAriAhilferstauie Nr. 70 ... TBLBPUON 91.140 pkß m<*$ 317 6N DETAIL anzutvefftn, ebensowenig om Chastau oder Schachet. Ich wme der erste jüdffche und zionistische Delegierte, dsx die Jude« in dichnr Erden-Winkel besuchte, und die von mir abgehalltenen zwei Dersammlüngen waren wohl die ersten jüdischen und zionistischen überhaupt. Und doch hat dieses nnzusammLNhäflge-nde Häuflein von Juden im Verhältnis mehr für den Keven Hajessod geleistet als manches Land Europas oder Amerikas. Auf einem Meeting wurden 800 Pfund gesammelt. Es wurde auch von den BevsammÄten einstimmig und mit gwßer Begeffternng beschlosten, einen zionistischen Verein ,Me Zionist Astoaiation of Kenyo Dokony i»nd Uganda" zu gründen. ES klingt gewissermaßen symbolisch, daß die einzige Mische Gemeinde in Uganda fitzt eine zionistische Orgacksation gründet und skr Palästiua arbeitet. ii Ofn Pro-PMWo-KomUee in fiiffobon. SiffoDon, 18. August. (3- T. 81.) Auf gniliattot Mt Herren Dr. Benzion, Moses Amzalak und Dr.Adolf« BenaruS wurde Mitte August in Lissabon ein Meeting alg h .lten, bei welchem eine Pro-Palätzina'-'Gesell> schuft auS Juden und Nichtjuden gebildet wuroo. Dem Meeting wohnten der Unterrichtsminister, Vertrete« der drei großen Universitäten Portugals, femer mehrere angesehene Dichter, Gelehrte und Publizisten sowie hervorragende Mitglieder der portugiesischen Aristokratie bei. ES wurde beschlossen, die hebräische Univerlktüt in Jerusalem zu fördern. * 4'w' < Sämtliche Mitglieder der jüdischen Ge»neinde Portugals haben in diesem Jahre den zionistischen Schekel ge* kaust, ebenso zahlreiche.Abkömmlinge der M.aran«>en. Kranlkeichs Kolonialkriege. Erfolgreiche Verhandlungen zwischen dien Franzosen und den Drusen. Papi-, IS. August. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) .Jp Syrien Ist , eine Entspannung der Lage eingstreten. Pie Mischen General Sarrail und den au-fftälwWer; Druse«- stämnwn geführten Bechandlungen sind erfolgreich abgeschlossen rvorden. Der französische. Gouverneur des Dschsbel DvuS. Hauptmann Carhill et. dessen strenges Vorgehen ÄS eine der Haupturfachen des Aufftaudes augeschen wird, wurde seines Postens enchoben und durch Ha>uptmann Reinaut ersetzt. Daraufhin haben die Drusen die Belagerunig der Zitadelle von Sueida ansgegchen. Eueida war seit Anfang dieser Monats zernievt und alle Berfuche. der bedrängten Besatzung Hilfe gu bringen, waren bisher Mgefchlagen. Sofort nach dem Abzug -er Drusen marschierten auch die Franzosen nach Damaslkus ab, während in Sueida eine neue Garnöso» einzoy. General Sarreil ließ dann die gefangenen aufrührerischen Stammeshäuptlinge frei, Nunmchr werden neue Berhandlnngrn zur voMndigs;; Pazifizierung dos Landes beginnen, Französische Erfolge in Marokko. Fes, 18. August, (HavaS.) An der Front von Taza sind die französischen Kolonnen bet de»; lokalen Angriffshandlungen, die zur Vorbereitung der im Plane des Marfchalls Lyauteh und de- Generals Ra ul in vorgesehenen großzügigen OPeratiEN dienen, erfolgreich gewesen. Westlich von ll«an wurde» zwei Posten errichtet, di« die französische mit der spanischen BerteidigungAinie verbinden sollen. Die Operativ« zur Säuberung des Gebietes der Ts u l entwickelt sich unter günstigen Umständen. Die französischen Truppen heben die ihnen al- Ziel mWbvn^; Objekte erreicht und gehen in normaler Weis« vor. Sie zwingen dabei de»; Feind, gegen SLorden zuvückzugchen, verfolgt von dem Bombardement dop MWeuagefchtvador. Abd el Krim hat nach MeMngm mrs Fes veranlaßt, daß zur Abwehr der «avarteten franMisch-sPanffche» DUvnstve RertgidigungSwerke angelegt tvevt««. SnMaor silhtt «ach London. »*,W, 19. August, m- .Ü ..Ar. »Mnciufa.") Wie «unn^t feststeht, fährt Caillaux am Sonntag ohne besondere Begleitung nach London, um dort über die franzöfisch«; Schulden zu verhandeln. Die erste Berhandkuna zwischen -aillaux und Churchill wird am Dienstag stattsinden und van ihrem Ergebnis wird es abhängen. ob »ffizielle Verhandlungen zwifchAt beiden Staaten überhaupt''werden stattsinden können. > , . SÜHDERAIIKTIDH UHr im Dorotheum, I. Oorotheergasse 17 nachm. w*rlvoiie Ob]*m« >«>,«>«» wr VantiiHrwi Heute PUSSBALLNATCH «Port. m PALÄSTINA-ÖSTERREICH«' UltV TH a t i k Krioau rachm* 8Ä«."

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