Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2333 (20.8.1925)
- Date
- 1925-08-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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?*£m& Wien,' Donnerstag Mehrer Morgenzeiturrs SO. August 1985 E>eüe 8 L&C HARDTMUTH* KOfl'I-NOOR BLEISTIFTE ZEICHEN« UND FARBSTIFTE ANERKANNT UNERREICHTE FABRIKATE ZU HABEN IN ALLEN BESSEREN PAPIERHANDLUNGEN Trotz dieser erfreulichen Vielseitigkeit, trotzdem ' > 1 die Produktion der von uns bisher angesiedelten rund 1000 Familien im Jahre 6684 schätzungsweise den Wert von 120.060 dis 130-000 Pfund betrug, und in diesem Jahre eine noch höhere sein dürste, sollen die zahlreichen Schwierigkeiten und noch ungelösten Fragen nicht Morschen iverden. Die Ernteerträge der wichtigsten Kulturen sind über den ortsüblichen Fellachen-Durchschnitt noch wenig und mancherorts gar nicht hinaus. Daher die Unrentabilität des reinen Ackerbaues, die geringen Gewinne und oft Verluste der Milchwirtschaft, die auf «teures Futter angewiesen ist. Die anderen Zweige sind zu jung (namentlich die Pflanzungen) und §u wenig entwickelt, um diese Nachteile wettzumachen. Die Ursache ist überall mangelnde Düngung infolge ungenügender Stallviehhaltung, während der Boden, insbesondere im Zentrum des Emek, unseren Ansiedlern in einem ausgesaugten Zustand übergeben wird. Daneben übergroße, allgemeine Ausgaben. Steuerdruck, häufiger Wassermangel, zehn 1)$ achtzehn Prozent Krankheitstage, starke Abschreibungen infolge Preissturzes in Len letzter! Jahren; all dies macht Betricbsdesizite in den ersten Jahren der Vorbereitung unvermeidlich. Darum weisen sogar die älteren Kwnzoth oft buchmäßige Verluste aus. Dazu kommt die ungenügende und nicht rechtzeitige Zustellung unseres Etats, die viele Leiden und Verluste mit sich brachte. Unsere Ausgabe muß es sein, die alten und die neuen Siedlungen, die aus dem Borbereitun-gsstadium heraus sind, utt Jahre 6686 endgültig ausznbauen, alle anderen Betriebe 'ln den nächsten zwei Iahren zu Ende zu führen. Die 'Summe der dazu erforderlichen Investitionen wird derzeit von der Leitung des Departements genau berechnet und wird die Grundlage des >l a n d w i r t s ch a s t l i ch e n Etats bilden, der dem Kongreß vorgelegt wird. Es ist jedoch anzunchlnen, daß die für ländliche Kolonisation verfügbaren Barmittel dazu kaum ausreichen werden, inslbesondere wenn man auch neue Siedlungen schaffen will. Darum ist die vom M- IbnMomiicc im Juli vorigen Jahres in London beschlossene Keren-Hajessod-Anleihe von 50.000 Pfund zum Ausbau der Landwirtschaft von so vitaler Bedeutung. Es besteiht die begründete Erwarturig, daß es uns gelingen wird, einen B a u m a t e r i a l i e n k r e d i t in erwähnter Höhe für fünf Jahre zu erlangen. Die Abteilung beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Ausarbeitung der S i e d l u n g s- und B a upläne unserer meisten AusiMungen und der Bewässerungs Pläne für Nahalal, Nuris und die Jordantal-Betriebe. Es werden bald alle Voraussetzungen für die JnangriGnahme eines großzügigen Bauprogrammes gogchen sein, das in den Jahren 5686-5087 zur Ausführung gelangen und im Wirtschastsgange unserer Petriobe eine entscheidende Wendung bringen wird. Die Tagung der österreichischen Bundesländer. Die Tagung der österreichischen Ortsgruppen aus den Bundesländern beginnt h e ul e um 6 Uhr abends im Sitzungssaal des Landeskomitees, 1. Bez., Kärntnerstraße 28. Zutritt halben nur Mitglieder der Ortsgruppen. Die Hitachduth-Fraktion am Kongresse. Die Kongreßsraktiou der Hitachduth, die 22 Delegierte zählt, hat ihr Präsidium in folgender Weise gebildet: Bovowoi (Rußland), Dr. Ellenberg (Polen), Ing. Friedland, Doktor Katzenelenson (Erez Israel), Prof. Lazevson (Lettland), Leviachow (Erez Israel), Tatza (Polen). Lord Plumer kn Jerusalem einge troffen. (Eigeudienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 16. August. Heute mittags ist der neuernannte britische Oberkommissär ^für Palästina, Lord Plumer, in Jerusalem e i nge tröffe n. Auf dem Bahnhöfe wurde er von Vertretern der Landesbehörden und der Bevölkerung feierlich empfangen. Eine Konferenz des Oberkommissärs mit dem englischen Overravbiner. London, 18. August. (I. T. A.) Der neue Obevkominissär von Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, empfing am 13. d. unmittelbar vor seiner Abreise nach Palästina dm Oberrabbiner dcs britischen Reiches Dr. I. H. Hertz und konferierte mit ihm längere Zeit über wichtige ßwflw Baron ßdmmtd Rothschild achtzig Bahre alt. Der Glückwunsch der Judenheit von Erez Israel. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Jerusalem, 19. August. .Anläßlich des heute fallenden 8 0. Geburtstages des Begründers des ersten jüdischen Jischuw in Erez Israel, Baron Edmond Rothschild,^ die gesamte Judenheit des Landes 'dem Pariser Baron eine Begrüßungs- und Glückwunschadresse übersendet. In einer Reihe von jüdischen Kolonien werden anläßlich des Geburtstages Baron Rothschilds, bem das Judentum von Erez Israel größte Verehrung zollt, Feierlichkeiten abgehalten. * Baron Edmond R o t h s ch i l d, der gestern seinen 80. Geburtstag Hegehen konnte, ist gegenwärtig der Chef des Bankhauses Rothschild in Paris. Wie nahezu sämtliche Mitglieder der Familie Rothschild heiratete auch Baron Edmond James eine Angehörige der Familie, seine Nichte Adelheid, eine Tochter des Chefs des Frankfurter Hauses, Wilhelm Karl Freiherr v. Rothschild. Baron Edmond Rothschild ist Mitglied der französischen Akademie. Für die Juden der ganzen Welt aber ist Baron Edmond Rothschild mehr als ein Mitglied der großen und angesehensten jüdischen Familie der Welt, denn Baron Edmond hat durch sein jüdisches öffentliches Wirken sich unendlich große persönliche Verdienste erworben. Er ist nicht nur als Rothschild mythisch verehrt, sondern als Jude, als jüdischer Philanthrop beliebt. Sein Hauptverdienst um das jüdische Volk, ein Verdienst, das ihn in der Geschichte des Judentums unsterblich macht, besteht darin, daß er durch großzügige und weitherzige Spenden schon vor vierzig Jahren de G r ü n d u n g d e r e r st e n und heute ältesten großen jüdischen Siedlung ermöglicht hat. Stolz nennt sich diese Stadt der Weinpflanzungen ,/Rischon le Zion", der „Erste für Zion", denn in der Tat war Baron Edmond Rotlschild der erste jüdische Magnat, Philanthrop und Finanzmann, der mit seinen reichen Mitteln Arbeitsgelegenheit in Erez Israel schuf und durch die von ihm gegründete Musterfarm der großen weiten Welt und allen Zweiflern den Beweis lieferte, daß Erez Israel unter günstigen Vorbedingungen in ein Land hoher Bodenkultur verwandelt werden kann. ■ j ■ Pelzwnren / Fürs / Fourrures Hautes Nouveauies Moriz FLEISCHMANN WIEN, L, GRABEN 28 Telephon^Nummer 68-4-79 51 Gewiß, das was Baron Edmond de Rothschild in Erez Israel schuf und besonders wie sich das von ihm Geschaffene auswirkte, war reine Philanthropie und konnte in der Art der Verwaltung dieser großen Siedlung nicht als Muster des nationalen Wiederaufbaues von Erez Israel gelten. Aber auch hierin mutz der Wahrheit die Ehre gegeben werden, daß alle die großen Kämpfe und Auseinandersetzungen, die sich in Rischon le Zion Mischen ''den Kolonisten und dan Verwaltern der Rothschildschen Siedlungen während der vierzig Jahre ihres Festandes fast ununterbrochen abgespielt hatten, nicht in der Absicht des großen Begründers gelegen waren, sondern durch den Unverstand und in vielen Fällen auch durch den bösen Willen der im Namen und in Vertretung des Barons handelnden Verwaltnngsbeamten verursacht wurden. Als Baron Rothschild im heurigen Frühjahr an der Schwelle seines 80. Lebensjahres Erez Israel bereiste und durch seine schier endlosen Besitzungen zog, soll er einem damals veröffentlichten Berichte zufolge erstaunt ausgerufen haben, daß er gar nicht gewußt hätte, wieviel er in Erez Israel besitze. Auch von den vielen Leiden und Schwierigkeiten, welche die Kolonisten von Rischon le Zion und die Arbeiter seiner Kellereien und Pflanzungen ^Jahrzehnte hindurch zu ertragen hatten, besaß Baron Edmond de Rothschild, der in Paris saß und bloß aus die Berichte seiner Verivalter angewie>sen war, keine Kenntnis. Das wußten die Juden von Rischon le Zion und von ganz Erez Israel und sie hatten keinen sehnlicheren Wunsch, als mit ihm per- Letzte Kurse. New'Bork, 19. August. (Tel.-Komp.) Berlin 33.80. London Wel 4.85V*. London Scheck 4.82, Amsterdaw 40.37, Pyris 89, Brüssel 455. Rom 8.60»/*, Madrid 14.43. ZW 19.50, tockholm 26.89, Oslo 18.57. Kopenhagen 33.95, Wien 0.14. udapest 0.14, Prag 3.96V*, Belgrad 1.79, Athen 156, uenoS Aires 40'/,„ Rio de Janeiro 12.35, Bukarest 51»/.. Amerikanische Getreidernärkte. New-Borst, 19. August. (Tel.-Komp.) Weizen rot Winter '0V„ Weizen hart Winter 177*/,, MatS 131»/., Hafer 49*/*, Qgacu 114'/,. Chikago, 19. August. (Tel.-Komv.) Weizen per September 10'/,, Dezember 160, Mai 1688/*; Mais per September 105»/,. ezember 88%, Mai 91; Hafer per September 40»/*. Dezem- 43%. Mal 47%; Roggen per September 108»/.. Dezember Mai 113%. Altesse-Ghaza A. K. Wim, 111^ Raiuiwag »9-91, Tal. 91479,91473 Zigarettenpapiere u.*Httlsen Sämtliche Kartonnagen und Drucksorten für die Zigarettenindustrie »n> sönlich in Berührung zu kommen und ihm ihre Wünsche vorzutragen. Wie tief die Ueberzeugung von der Güte und den edlen Absichten Baron Edmouds in den Inden von Erez Israel eingewurzelt tvar und noch ist, zeigt schon das Prädikat, das ihm das jüdische Volk von Erez Israel verliehen hat. Er wind kurz ,Iiadwan Hajadua" (der bekannte Wohltäter) genannt, weil ihn jeder als den Wohltäter von Erez Israel verehrt und es niernandem in den Sinn kam, ihn für die Haltung seiner Beamten verantwortlich zu machen. Heute ist eine große Zahl von Straßen und Plätzen, von Institutionen und Einrichtungen in Erez Israel nach ihm benannt. Die Huldigung sür diesen „bekamtten Wohltäter" haben die alten rrnd die neuen Kolonisten von Erez Israel zum Ausdruck gebracht, als er letzthin das Land besucht hatte. Selbst von religiösem Geist erfüllt, hat Baron Edmond de Rothschild auch die Herzen der frömmelt Siedler in Erez Israel zu gewinnen vermocht. Unter den vielen hübschen Anekdoten und Legenden, die um die Perfdn Edmond de Rothschilds im Lande Israel erstanden sind, ist vielleicht die folgende Erzählung die am wenigsten anekdotenhafte. Bei einem der vielen Abschiedsbesuche, die Baron Edmond vor seiner Abreise ans Erez Israel abstattete, kam auch sein hohes Alter und sem Entschluß, fot diesem Alter d:e immerhin beschwerliche Reise zu unternehmen, zur Sprache. Baron Rotlschild anwortete: //Es ließ mich nicht ruhen, bis ich reicht mit eigenen Augen gesehen habe, was nach dem ,Ersten in Zion" (Rischon le Zion) aus diesem heiligen Boden emporgeschossen ist. Dieses erhabene Gefühl wollte ich mir selbst als Geburtstaggeschenk für mein 80. Lebensjahr gönnen." Es ist >in der Tat em fürstliches Geschenk, das sich der ,Madwan Hajadua" leisten konnte, und er mag sicher sein, daß an seinem 80. Geburtstag die besten Wünsche des an dem Aufbau von Erez Israel arbeitenden jüdischen Volkes für sein weiteres Wohlergehen sich vereinigen, I. Kr. Eine Ehrung auf dem Zionistenkongretz. In der gestrigen Vormittagssitzung des 14. Zionisten-' kongreffes lenkte Präsident S okolow die Aufmerksamkeit der Versammlung auf den 80. Geburtstag des Barons Rothschild. (Lebhafter Beifall.) Er erklärte, daß die Exekutive Erwägungen anstelle, um -den Namen Baron Rothschild mit einer großen Stiftung des Zionismus zu verbinden. Per acclamationem wurde beischloffen, Baron Rothschild die Glück w ü n s ch e des Kongresses zu übermitteln. Erste Welttonferenz der hebräischen Lehrer. In Anwesenheit von 50 Delegierten aus Palästina, Polen, Rumäniett, Amerika, Oesterreich, England, Litauen, Bulgarien, Griechenland, der Tschechoslowakei und Deutschland' wurde Sonntag den 16. d. um 8 Uhr abends in der Mufikakademie die erste Weltkonserenz der hebräischen Lehrer eröffnet. Unter den Gästen befanden sich der Präsident des Großen Aktionskomitees Prof. Dr. Z. P. C h a j e s, M. Ussischki n, das Mitglied der Zionistischen Exekutive Sprinzak, der Leiter >der Tarbuth in Polen Sejmdeputierter Dr. Osias Thon sowie Vertreter der palästinensischen Bi'ldungsorg>anisationen. Im Namen des Organffationskomitees erösifnete die Kanfereniz Proif. Abraham Arno n, der Vorstand der palästinensischen Lehrerorganisation. Er hebt den Gedanken der Vereinigung aller hebräischen Lchrer in der Galnch und in Palästina hervor, welcher zur . Einberufung der Konferenz geführt hat. Sodann hält David Y e l l i n (Vizebürgermeister der Stadt Jerusalem) eine Ansprache, in der er auf den Unterschied zwischen dem Palästina von heute und dem Palästina vor 20 Jcchren hinweist; Palästina geht jetzt von dem „Empfänglerstadium" in das „Gebeystadium" über. Redner weist auf die Verdienste der Lchrerschaft um die Ernmerung des jüdffchen Lebens in Palästina und aus ihrer: schweren Kampf hin, der zum Sieg der hebräischen Sprache geführt hat.! ' - Es folgen Begrüßungscmslprachen 6er Herren Ing. Ussischkin, Dr. Thon, Asarjahn, Sprinzak, Prof, Slouschg (im Namen des palästineuifischen Schriftstellerverbandes), Obervaibbiners Chajes (im Namerr des Zionistffchen Mtionskomitees und der Wiener Kultusgemreinde) u. a., welche aus die in unerwartetern und urraUshaltsamem Tempo vor sich gehende Entwicklung und Beleibung der hebräischen Sprache hirrwiesen und die opfervolle Arbeit der Lchverschast i»r der Epoche der jüdischen Renaissance hervo-rhoben. Eirvige Redner besprachen die Gefahren, die durch die große Immigration der unvorbereiteten VMsnmssen der hebräischen Kultur und Sprache in Palästina droht, weshalb es wichtig sei, das Schulwesen im Lande zu stärken. Nach den Begrüßungsreden wnrde zum Ehrenvorsitzenden der Konferenz Herr David Dell in (Jerusalem) gewählt. I» das Präsidium entsandte die Konferenz die Herren Dr. I. Kaha« (Polen), Dr. Die seudr u ck (Wien), Pros. Ar non . s (Palästina), H. Goldber g (Amerika), G r n n bl at t i i j j i I: i I i i t : mmmm mm mm