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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-20 · Heft 2333 (20.8.1925) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2333 (20.8.1925)
Date
1925-08-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Sorte 2 Wien, Donnerstag 1^. WEIN rÄ” Wien, L, Kämhtersirasse Nr. 27 Eleganteste Herrengarderoben nach Mas« aus nur feinsten englischen Stoffen Sämtiic&c Herrenmodeartikel in reichster Auswahl 2,« " 1,1 - I .... 1 .. Ml. 1 |i Redner bespricht sodann die Frage der B c r g r ö ß cr " n g der A r b e i t e r k o l o n i s r a i o n und die von S v s k i n ausgearbcitetcn Pläne der intensiven Kolonisation, über welche Soskin noch ein separates Referat halten ivird. Für diese Pläne soll zunl Zwecke des Versuches, ob cs möglich ist, den Typus einer Kolonisation durchznführcn, die auf der Grundlage von 1 0 D u n a m pro Familie aufgebaut ist, während gegenwärtig die Bodenfläche für eine Fainilic in den zionistischen Kolonie 100 Tunam, in den Jca-Kolonien 200 bis 300 Dunam beträgt, ein geeignetes Terrain gefunden werden. Die Absicht, ein solches in der Nähe von Tel-Awiw zu erwerben, wurde dltrch die dort herrschende Bodenspekulation unmöglich gemacht. Nach diesem Referat wurden die gestrigen Perhandlungen des Kongresses um 8 Uhr 15 Min. abends geschlossen. Die nächste Sitzung findet heute um halb 11 Uhr vormittags statt. Rüben Brainfn, Vizepräsident des Kongresses. Sie jüdische Kolonisatiomarbett. Aus dem Bericht der Zionistischen Exekutive Die Berichtsheriode zwischen dein 18. uild 14. Kongreß war im wesentlichen eine Fortsetzung der in der vergangenen 'Kongreßperiode begonnenen kolonisatorischen Expansion, die vor ollem durch die systematische Besiedlung des Emek Josrcel und des Nuris-Geländes gekennzeichnet ist. Es wurden in dieser Zeit acht neue Si edlu irgsp u nkt e geschaffen, davon sechs int Emek — die Moschawint Tel-Adas- und die i r a n s s y l v a u t j d) c Siedl n u g und die Ktvuzcch A chwah (Giugar), Marken Hof, Z r i f i n. Cheszibah (Beth-Alpha) — ulld zwei in Galiläa, nämlich die Moschawim H i t t i n und R a m a h. In weiteren Kolonien wlirde von der Abteilung eine Siedlungsaktion auf neuer Grundlage in All- Tflrtff genommen, u. zw. in Gederah und Decr-Tuwiäh in Judäa. Ksar-Saba im Emek Haischarou, solvie iu Baisour iah im Emek Josrcel. Damit wurtde die Zahl der von der Zionistischen Organik sation mit den Mitteln des Koren Ha-jessod seit dem 12. Kongreß neu errichteten Siedlungen aus 17 gebracht, die A nsiedlerzahl in unseren Siedluttgspunkten (ähue Ober- Galiläa) von 580 aus 2 8 00 erhöht: die angobaute Fläche von 20.000 auf über 0 0.0 0 0 Tunam ertveitert. Der Zuwachs dieses Berichtsabschnittes ist nahezu gänzlich auf Rechnung des Jahres 6684 zu stellen. Im Jahre 6685 (1924-1926) ist die Ansetzung neuer Siedlungsgruppeu zürn Stillstand gekommen, alle Mittel wurden dem Ausbau der begonnenen Anfänge zugewandt. UiL’fer Siedlungöetat betrug in den zwei Jahren 115.000 (5681), resp. 125.000 Wund (6086), zusammen 240.000 Pfund. Dell ersten Platz im landwirtschaftlichen Budget nehmen unsere Anstvendungetr für S i e d l n n gsaul eiIhen M ___Wiener Moegenzeitung_ ein. Sie werden m 90. SepteWber ö. I. den Gesamtbetrag voit 467.420 Psiiiid erreichen (wovon 364.630 Pfund die Zn nähme der letzten vier Jahre davstEett). Das .^anptgobiet unseres Siedluidg-lvevkes bleibt uach wie vor die Ebene von Jasreel — der Emek. Die.Klvuzah Achwah-Iadsur steht etwas vereinzelt ain Westeingang zum Emek, aber von Kfar-Nahalal ait erstrecken sich die von uns finangierteil Siedlungen in nahezu u n n n t e rbrochener Kette — Wer Gingar, Markenhos, Moschaw Hatransylvanim, Tel-Adas, Baftouriah, Krfar Jahes-kiel, Givah, En-Charad, Tol-Joseph, Lhafzi'bah und B-ath-AbPha — bis an die Grenze von Beth-Ghean (Beisan). Nur die KlMtzah Mcrchaviaih, der Pionier des Emek, ist vor dem Kriege begründet. A l I c andere n Siedl u lt g c it ft it d das W e r k der Z i o n i st i s ch e n O r g a n i s a t i o n u it t» des Kereh Hajefsod tu den letzten vier Jahren. Sie stehen sämtlich flntf dem Boden des Jüdischen N a t i o n a l s o n d s, nur Balfouriah wurde voll der Zion EontmolUvealth erworben, die' a-uch den SicPungskrcdit für Wohn- und Wirtschaftsgchäude beschafft, während das Inventarmrd Betriebskapital aus den Mitteln des Kercil Hajessed beigestcllt wurde. Ter Dtatld der lartdwirlschaftlichcn Siedlung in den von unser-ein Kolonifationödepartemcnt finanzierten Betrieben tvar nach der Zählnug vom Mai 1926 4 4 Siedlungen nrit eitler Secle»- zahl von 4 363 Personen, von denen 2866 landwirtschaftlich Tätige waren. Die bearbeitete Fläche betrüg 94.672 Dnnam, die Pftauzungsftäche 9496 Dllnant. Bott unseren neuen Siedlruigen sind in ihrer Entwicklung am meisten vorgeschritten die zwei großen Moschawim Ksar-Nahalal und Ksar-JeheSkiel, die tit ihrem dritten Wirtschaftsjahre siltd und in deneil, das Jahr 5686 mitgerechnet, rund 700 Pffllld pro Familie investiert tvttrden, sowie die Ktvnzoch Givah, Giilgar, Dagalt iah B und Kiriath-Anawim (bei Jerlffalem); die erste aus alten erprobten Lauidarbcikern, die anderen aus Chaluzitn, der sogenannten dritten Alijah (1010 bis 1920). Diese Siedlungen bedürfen noch relativ g eringer Investitionen, die Mouzoth vor allem für Gebäude, und könnten schon im trächstcn Jahre in ihrer Anlage vollcitdet seilt. Die gleichfalls tut Jahre 1933 begründeten genossenschaftlichen Großbetriebe En-Charod und Tel-Joseph aus Nuris, hüben im Verhältnis zu ihrer Fläche und Ansiedlerzahl wcsctltllch weniger 5lapital verbraucht mtd sind erst in bcu letztetc zwei Jahren, nad) der Teilung int Sommer 1923, aus dem Okkupatioilsstadiunt heraus uitb zu einem halbwegs gerogelteir WirtschaftSbctrieib gekommen. Alle auderett Siedlungen siltd in ihrem zweiten Betriebsjahre.. Die Ansiedler halffcrl dort vorläufig in Baracken, in Tel-Adas in dett Häusern der früheren',arabischen Haratetr. Ebenso. provisorisch, ja. noch Primitiver, sistd'die neuen Kwuzoth -untergebracht, die Zimt großen Teil bisher noch nicht in'der Lage waren, mit: dcul Altsbau, ihrer. Wirtschaften zu. beginnen. Bei den Kwuzoth Achwah Jadjür, Ächwah-Giugär, Markenhos und' Zerifin ist noch nicht die ganze, für sie iu Ausisicht genonnnene Boidettfiäche vorhanden. In geordneteren Znställden siltd die Genossciffchastcn Chefzibah mtd Beth-Alpha (Haschotner-Hazair), die Qst-Nuris in 6683 gmteillsam in Beisitz genomnien haben und seit 5684 als gosollderte Betriebe bestehen. Jnr Zusannnenhallg mit dem Zukauf von K u m i und der Neuvcgeluug der Grenzen der Nnris-Siedlungen tverdctl sie die erforderlichen Bodetlflächen erhalten. Alle diese Siedlungen erlvartett die Realisierutlg der vom TMionskonl-itee beschilossetlen Keren- Nerrl, 6rsb nuk ck«m Vvhiinüer Friedhof ln Wien. f 4 ’ti •py**- •■st**t:Y" SO. August 1928 Nr. 2883 ' »UIt0lS5«K.l.IKSs»l feinste Cremet und polnisch« Schnflpse Stammhaus: Lembarg ZweifnledMlaBsunf s Hi Wlan, XVIII., StaudgiiM Nr. 13 TaUphon Nr» 36-3-33 Hajcssod-Anl eihc von 60.000 Pfund und den Beginn ihvet Bauperiodc. Die zwei Diedlungs-formett Moschaw und Kwnzah, die unserer KoloirisatioitstätigEeit das Gepräge geben, haibeir beide ihre Eignung beltviesen, die Allst edler an die. Scholle zu binden, den jüdischett Landarbeiter bodenständig zn machen. ES wird überall mit großer Hingabe gearbeitet und die An- » Zeichen des Fortschrittes sind allen Halben unverkenitbar. ' Dke'! KwnzoH, die der Mau geil an Unterkunft für Monschelt und I Vieh, die ständige Geldknappheit, sowie die langjähvige 11 tu i sichechc.il auf eine besonders harte Probe stellten, Hab eil die \ landwirtschaftliche Tüchtigkeit ihrer Mitglieder bedeutend er« höht urtid den Wechsel iu ihrem Bestände, der ihre Konsolidierung ernstlich bedrohte, mit Ausdauer bekämpft. Das Ansiedlermaterial besteht vorwiogeltd aus erprobten L a rr d a r b e i t e r u, di« seit zehn, bis 15, Jahren i-m Lande arbeiten, sotvie aus E h a* l u z i m, die seit fültf bis sechs Jahren im Lande sind und vor« cvst bei öffenOchen Arbeiten, wie Wegebau und ländlichen Ameliovationen, im Bangewevbe uttid als Lohnarbeiter in Koloitien beschäftigt waren. In einigen Orten haben wir eS mit Ansiedlern aitderer Art versucht. In der T r a u S s y l v a n i e r- Siedlung haben wir 4 0 Baucrnfawiitieit aus Siebenbürgen angesiedelt; im Moschaw Merchäviah 30 Familien, die sich in Tel-Awiw mit Milchwirtschaft be- Sejmdeputierter I. Griinbaum. faßten; iu Beer - Tovi ah wtlrdcn au Stelle der Kivuzah, die nach.dem Emek abzog, 11 Familien aus der Ukraine angesetzt, die gewisse landtvirtschaftliche Bookenntitisse nvitgebracht haben; in Gederah schließlich haben wir mehreren Kol.ouisteusöhneu neben älteren Arbeitern zur Ansicid- 1 tllig vecholllfe.lt. Ebenso siird unter den Ansiedlern in Chit» 't in gegen 20 Familien dieser Art. Fortschritte und Hemmungen. Es ist bekannt, daß uufere Siedlungen vorwiegend auf g e m i s ch t e r Wirtschaft beruhen. Während der G et r e i d e b a u liahezu überall auf die S e l b st v e r s o r g u n g voll Mensch und Bieh beschränkt wird — der Sturz iu den i Weltmarktpreiseit u>nb die ausländische Konkllrrouz begültstigcn! diese EinstelltUtg —, zeigt die M i l ch w i r t s ch ast einen star- | len A usstie g. Wir haben iu den letzten zwei Jaihren gegen l 26.000 Pfund für Kühe auSgegeben uttd unseren Milchviehbestand (samt dtachwllchs) auif 3 0 50 Köpfe gelbracht. Tie Attilchproduttc bilden derzeit, dank den hohen Preisen, eilt« wachsende 'Einnaihmequelle für unsere Betriebe. Zur Organisation des Absatzes haben Wir die Schäftung einer autonomen Mteilung innechM des Konisumvereins .Hamaschbir ftir deu Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse gefördert. Diese Abteilung hat in den erstm sieben Monaten dieses Jahres. Produkte unserer Wirtschafteit im Werte von 20.279 Pfund verkauft, davon 17.432 Pfund für Milch, Butter und Käse. Ein. elbeiffo erfrelliiches Aniwachsen weisen die Pflanzungen auf. Die Ausbreitung des Gem üfeba ues wird vielfach durch den Mangel an Wasser gehindert, ebenso durch das Fehlen einer Konservenindnstrie. Aber die Auftllerksanlkeit nuferer Siedler ist dem Gemüsebau. ebenso zuge-wandt wie der Geflügelzucht und der Biene n z u ch t. Der T a b a k b a u hat im letzten Jahre durch die Mavktschwierigkeiteu einen Rückschlag erlitten und' die Goldkilappheit mehrerer Siedlungett verschärft. Alber es ist zu erwarten, daß unsere Siedlultgell im. Emek an der Lösung der wichtigen Sortenfrage ihren Anteil haben werden, Illustrierte Rundschriften zum Verkauf ausgestellt von der Firma I. KAUFFMANN LKM^kL? FRANKFURT AM MAIN K9NZERTHAUS; l>OQm°OYCK / II. STQV

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