Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2333 (20.8.1925)
- Date
- 1925-08-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981419--23746-3011228- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
** 20 Groschen Redaktion, Administration: Wien« ll.Taborstr. t Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Ign. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Bezugsbedingungen für Oesterreich monatlich 5 S Rr. 2333 KONGRESSAUSGABE Wiener orgeiyemmg I. Kärntnerstr. 11-15 MENU S 4.- FÜNF-UHR-TEE BONBONS eic. AMERICAN BAR am .MBGSBHH Men. Donnerstag, 20. Anonft 1929 7. Jahrgang , WELCHE UBER GUTEN WIENER k GESCHMACK SOWIE NEUESTE k RICHTUNG DER MODE m INFORMIERT SEIN WOLIEN N BESUCHEN UNBEDINGT DAS MODEN PALAIS KAI SERS TU■ -IHriiS mm mm sRW ' ■ J.A.Baczew$ki iiiiiiuiiiiiniiiiiniiuiiiiiiiiiimiimmiiiiiHiriiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ■■ v.-.‘ Sch uä p s e , Lik Sie " y SpezfaliHK; Banewski-Stanlslaiier Doppelt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weltbekannt Robert Reitler Wicdncr Wechselhaus IV., Wiedner Hauptstrasse Nr. 20 Gegründet 1883 332 Nur Paulanerhof alle Valuten, Devisen, Schecks und Wertpapiere zu den besten Tageskursen kauft und verkauft I PELZHAUS IGEBR. brainin I WIEN, I FÜRS WWWWWW KÜRSCHNER WIEN, II. GLOCKENGASSE 8 TELEPHON 45-4-33 FÜRS FOURRURES Nie Tagesordnung des Kongresses. Dritter Tag, Donnerstag, 20. August. Bormiltagssitzung 10 Uhr 30 Min. 1. Referat S o s k i n über intensive Kolonisation. 2. Referat Sokolow über Erziehungswesen. 3. Referat Dr. Pi« und Sprinzak über Einwanderung und Arbeit. 4. Generaldebatte. Nachmittagssitzung 3 Uhr. 3er 11 Sioniftenfonorejj. (Zweiter Tag.) Sokolow President. - 393 anwesende Delegierte. - Die politischen und wirtschastiichen Berichte. Gestern ist der Kongreß in die Abwicklung seines Arbeitsprogvammes eingetreten. Die Sitzung war wieder so stark besucht -wie am Eröffnungsabend. Der Saal, die Galerien und die Couloirs überfüllt. Der Ordnungsdienst wurde präzise durchgeführt. Der. Kongreß, dessen Sitzung Präsident W e i zmann eröffnete, nahm zunächst seine Konstituierung vor. Den Wahlvorschlag erstattete der Präsident des Aktionskomitees Dr. CHajes. Der Kongreß wäblie unter starkem Beifall Nayuw Sokolow zum Präsidenten. Zu Vizepräsidenten wurden die folgenden Delegierten gewählt: Ussischkin, Rabbi Meier Berlin, Dr. Artur Hantke, Stephen Wise, Leon Levite, Dr. Leo Motzkin, Henriette Szold, Deputierter Far bst e i u, Dr.' Klume l, E. K a p l a n und R e m e z. -Im Präsidium des Kongresses hat somit zum ersten Mal eine Frau als Vizepräsidentiu Platz genommen. Unter den 13 Beisitzern befindet sich der Präsident der Oesterreichischen Zionistischen Landesorganisation Dr. Jako-b Ehrlich. Präsident S o k o l o w, der sodann den Povsitz übernahm, hielt, den Toten der Zionistischen Organisation einen Nachruf, den der Kongreß in tiefster Ergriffenheit stehend anhövte. Er gedachte einleitend des Ablebens einiger Freunde des Zionistischen Gedankens, wie Woodron Wilson, Alexander Rib <o t, Lord Milne r, des Senators Lodge und des Senators Spencer. Dann verlas er eine leider sehr lange Liste von Weggenossen, die der Tod äbberufen hat . . « Sokolow gedachte dann des 80. Geburtstages des Barons Edmund Rothschild (wir berichten darüber an anderer Stelle). Del. Groneman n als Referent des Kongreßgerichtes berichtete sodann über die Wahlen zum Kongreß und Wer die Verifizierung der Mandate. Nach seinem Referat sind am Kongreß 306 stimmberechtigte Delegierte anwesend. Hievon gehören 169 Delegierte den Landesverbänden an, 45 dem Misrachi, 22 Hitachduth, 9 Poale Zion, 6 Zeire Zion. Die 55 Mitglieder des Aktionskomitees und der Exekutive haben Virilstimnien. Nach Ländern geordnet ergibt sich somit die folgende Zusammensetzung des Kongresses: Amerika 40, Argentinien 2, Oesterreich 3, Belgien, Luxemburg, Sibirien 1, Beßarabien kein Mandat, Brasilien, Chile 1, Bukowina 2, Bulgarien 4, Kanada 3, Tschechoslowakei 4, Danzig, Dänemark, Schweden, Norwegen 1, Aegypten, Mesopotamien 1, England 4, Estland, Finnland 1, Frankreich 1, Ostgalizien 8, Ungarn 1, Italien 1, Jugoslawien 3, Lettland 1, Litauen 3, Westgalizien 8, Deutschland 9, Griechenland 1, Holland 1, Palästina 7, Polen 35, Rumänien 7, Südafrika 6, Schweiz 1, Transsylvanien 5, Marokko, Tunis 1, Wilna 1, Order of Ancient Maceäbeans 2, Australien kein Mandat, insgesamt 169 für die Landesverbände. Die S o n d e r v e r b ä n d e: Misrachi erlangte in Amerika 3 Mandate, in Oesterreich 1, Belgien, Holland, England, Ultgam 1, Beßarabien, Bukowina, Transsylvanien, Rumänien 2, Tschechoslowakei 1, Ostgakizien 3, Deutschland 2, Griechenland 1, Lettland 1, Litauen 1, Palästina 3, Polen 24, Wilna 2, insgesamt 45. ' < Hitachduth: Amerika 1, Jugoslawien, Frankreich, Oesterreich 1, Lettland 1, Belgien, Estland, Tschechoslowa- Die ersten Aufnahmen von der Kongreß- I eröffnung bringen wir auf Seite 4. Fei 1, Bukowina, Beßarabierr 1, Ostgalizien '4, Litauen 1!, Palästina 1, Polen 9, Westgalizien 2, insgesantt 22. Poale Zion: Deutschland 1, Oesterreich, Holland, Belgien, Bukowina, Schweiz, England 1, Polen 3, Amerika 1, Palästina 3, insgesamt 9. Zeire Zion: Litauen 2, Polen 4, insgesamt 6. Es folgten sodanrl die politischen Berichte W e i zmann's und S-okolows über die Tätigkeit der Exekutive. In der Nachmittagssitzung, die von 5 bis 9 Uhr dauerte, referierten die Herren Dr. Georg Halpern über die wirtschaftlichen Probleme des Ausbau- Werkes, Dr. Artur R upp in über die kolonisatorische Tätigkeit. Diese Referate finden unsere Leser in der beiliegenden „Kongreßzeitung". Die Ausführungen Dr. Ruppins wurden durch ein Referat des Mitgliedes des Finanz- und Wirtschaftsrates, Ing. S. K a p l a n s k y, über das Kolonisationsbudget, das dem 14. Kongreß vorgelegt werden soll, ergänzt. Der Referent führte aus, daß wir in der nächsten Zukunft zwei Aufgaben der Kolonisation haben. Die geschaffenen Kolonisationspunkte zu konsolid i e r e n und — was int letzten Jahre nicht geschehen ist — neue KoIonisat.ionspuukte zu schaffen. Zwei Haüfttmornente begründen die Notwendigkeit neuer Kolonisation: Zunächst dürfen die bedeutenden durch den Nationalfonds und Private gekauften Landstrecken n i ch t u n b e a r b e i t e 1 bleiben und außerdem tritt als zweites wichtiges Moment die Not der jüdischen Einwanderer hinzu. Das jüdische Menschenmaterial in Erez Israel besteht aus zwei Kategorien: Landarbeiter, die eine Reihe von Jahren im Lande leben und M i t t e l st a n d s e l e m e n t e, die in den letzten Jahren in großer Zahl nach Palästina kamen. Eine Gegnerschaft zwischen diesen zweiKolonisationSelementen gibt es nicht. Das neue Kolonisationsbudget weist den Mittelstandselementen, welche die Entwicklung des Ueberganges zur Landarbeit mitmachen wollen, einen besonderen Posten an; es ist die Konsolidierung von ungefähr 3 0 0 Familien in zwei größeren, im letzten Jahre begründeten Kolonien, vorgesehen, außerdem soll im Emek ein Stück Boden für Elemente mit eigenen Mitteln reserviert werden, die sich auf dem Lande niederlassen wollen. Die Kolonisation solcher Arbeitselemente, welche durch eine Reihe von Jahren sich bereits in den Kolonien für die Ansiedlung vorbereiten, soll im Emek vor sich gehen und 250 bis 300 Familien umfassen. Die Vorschläge für die Mittelstandskolonisation, welche das Kolonisationsdepartement dem Kongreß vorlegt, kann nicht, wie viefach angenommen wird, als Kolonisation auf geschäftlicher Basis mit aussichtsreichen Erträgen betrachtet werden. Es kann zunächst nicht allgemein der Grundsatz gelten, daß der sogenannte Mittestandskolonist zwei Drittel der für die Ansiedlung einer Familie notwendigen Summe von 700 Pfund aus eigenem beitragen soll, da die meisten Mttelstandseinwanderer an eigenen Mitteln nicht 600 Pfund, sondern knapp die Hälfte besitzen. Dennoch muß der Kongreß den Mittelstandskolonisten durch Kredite zu Hilfe kommen, soweit mit ihrem Pioniergeist zu rechnen ist. Es ist ferner in Betracht zu ziehen, daß die Mittelstandselemente, denen die physische Arboitsvorbreitung, im besonderen die landwirtschaftliche Vorbereitung fehlt, einer eingehenden Vorbereitung für den von ihnen angestrebten Uebergang zur Landarbeit bedürfen, weshalb für diesen Punkt eine Erhöhung des Budgets notwendig erscheine. HÜBNER'S KURSALON DER STADT WIENw BESTE JAZZ-BAND WIENS EINTRITT FREI > * «momut i