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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-19 · Heft 2332 (19.8.1925) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2332 (19.8.1925)
Date
1925-08-19
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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» gVfe 10 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung 19. August 1925 SK. 2332 Sie Trenhaus A. G. übernimmt nach einen» neuen, großzügigen System die Bertoaltung von Mietsstrundstücken. Sie ninmnt nicht nur alle Haus- und Gruridbesitzerintercssen wahr, zieht die Mieten ein, führt Reparaturen und Verbessernngen ans, sondern, übernimmt auch Mietshäuser in Generalpacht, garantiert den Hausbesitzern die Mieten, führt alle Verhandlungen mit den Mietern, verwaltet die Feuer- und Hastpstichiversichernngeil, erledigt alle Stenerangelogenheiten, beschafft Hypotheken oder ZwWenkredite^nnd berechnet für alle diese Leistungen erstaunlich niedrige Sätze. Darum verlange jeder Hausbesitzer in seinem eigenen Interesse noch heute den informatorischen, unverbindlichen Besuch eines Bevollmächtigten der Trouhans- Vtiengesellschaft, Prinz-Louis-Ferdinand-Straße 1. (Entgeltlich.) Sie Kongreßbesucher Welche den 2. Bezirk passieren, werden Gelegenheit haben, das führende Leopolbstädter Warenhaus Brüder Schiffiit a int in der Taborstraße 48 zu besuchen und sich von der Devise dieses Hauses „Erstklassige Qualität — billige Preise" zu überzeugen. Noch ist Der Sommer nicht zu Ende und deshalb ist es ratsam, sich die besonderen Geilegenheitskäufe in leichten Sommerstoffen, wie Crepe de Chine und Crepe Marocaine zunutze zu machen, sowie sich Kleidervoile in allen Farben und Dessins zum SensationSprcis von nur 98 Groschen per Meter anzuschaffen. Ueberaus preiswert sind auch Leinen, Gradel, Weben, Haus- und Leibwäsche sowie Textilwaren aller Art. Für die Wohnung liegen zu allerbilligsten Preisen Vorhänge, Teppiche und Steppdecken auf. Zum bevor,sichenden H e r b st haben die Brüder Schcffmann alle nur erdenklichen Neuheiten vorbereitet, darunter in erster Linie prima Regenmäntel in allen Größen zum außerordentlichen Preise von 19,80 Schilling. Infolge der geringen Regie ist es dein genannten Hause möglich, auch dom Mittelstände überaus billige Ware zu liefern, um so mehr, als es sich hier um ein reich assortiertes, von Fachleuten znscrmmengestelltes Fabrikslager allergrößten Stils handelt. Die zahlreichen Schaufenster geben ein Bild von der Gediegenheit der Auswahl und die sehenswerte Innendekoration ist ein Beweis iür den Geschmack dieses führenden Leopoldstädter Warenhauses, das sich täglich zahlreicher Besucher aus allen Schichten der Wiener Bevölkerung erfreut. (Entgeltlich.) Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes e gekennzeichnet. Wien, 19. August. * Das Wetter. Gestern gab es endlich wieder einmal einen strahlenden wolkenlosen Hochsommertag. Die Mittagstemperatur stiog bis 30 Grad Reaumur. Die Voraussage lautet: Vorwiegend heiter, zunehmende Temperatur, in den Alpen lokale Gewitter. * Die Lebensmittelmarkte. In Fettstoffen ist im Laufe der Woche eine Verbilligung zu erwarten. Gestern blieben die Fleischpreise in der Großmarkthalle bei vorwiegend ruhigem Verkehr vorläufig unverändert. — Der Naschmarkt verfügte über eine reichliche Auswahl in allen Gemüsesovten. Kraut, Zwiebel und Paradeiser wurden billiger abgegeben. Alts dem Obstmarkt verfolgen die Zufuhren in Zwetschken und Weintrauben konstant die aufsteigende Richtung. Butter und Eier wurden in genügenden Mengen aus dm Markt gebracht. E Aerztliche Nachricht. Zahnarzt Dr. M. Doller ist vom Urlaub zurückgekchrt und ordiniert 4. Bez., Panlanergasse 8. Tel. 56-1-38. * Don einem Eisenbahnzug getötet. In der Nähe der Nordbahnstation S1 a dl a u wurde gestern nachts die Leiche eines zirka 17jährigen Burschen mit zertrümmerten Schädel am Bahnkörper aufgefunden. Der Verungliückte ist der 15jährige Tischlerlehrling Franz Pfeifer. Er war dem Zuge entgegengegangen und knapp vor der Maschine auf das Geleise getreten. * Wederum Soldatenselbstmorde. In Graz wurde Montag früh der Offiziers-Stellvertreter Bruno Krieger des Alpenjäger-Regiments Nr. 9 in seiner Kanzlei erhängt aufgefundrn. Die Tat dürfte auf Not und Schulden zu rü Anfuhren sein. Krieger war verheiratet und Vater zweier Kinder. — Der Wehrmann Ruppert Betfahl der Maschinengewehr- Kompagnie des Alpenjäger-Bataillons Nr. 3 hat sich in S alzb u r g auf der Wiese nächst dem Exerzierplatz, während seine Kameraden exerzierten, erschossen. Die Ursache des Selbstmordes dürsten wirtschaftliche und familiäre Verhältnisse sein. E „Die Stadt ohne Juden." Bekanntlich wurde der weltbekannte Roman des Schriftstellers Hugo Bettauer: „Die Stadt ohne I u de n ", verfilmt, erntete in allen Kinotheatern, in denen er gebracht wurde, einmütigen Beifall und brachte enorme Kasseneinnahmen. Der Film ist noch für verschiedene Staaten und Länder der Welt frei und verweisen wir auf das diesbezügliche Inserat. * Einbrecherbanden. Wie berichtet, wurden in der Nacht zum 4: Juli die Bureanräume der Bausirma R e l l a u. N e s s e in der Mariahilferstraße vom Kanal aus erbrochen. Aus einer eisernen Kasse wurden damals 30.000 S. bar und Wertpapiere im Betrage von 20.000 S. entwendet. Als Täter sind nunmehr der 34jährige Hilfsarbeiter Karl W o l n y, der 29jährige Elektriker Otto W y c i t a l und der 27jährige Monteur Joses P e cha ausgeforscht und verhaftet. Sie hatten seit dam Einbrüche ein verschwenderisches Leben geführt und sich und ihre Geliebten, die ebenfalls in Vevwahrungshaft genommen wurden, mit eleganten Kleidern ausstaffiert. Bei allen Verhafteten wurden Kleider und Juwelen beschlagnahmt. — In einer Wohnung des Hauses Quellenstraße 73 wurde dieser Tage der 15jährige Hilfsarbeiter Franz I a ch i m von einem Wachmann dabei betreten, wie er Gegenstände aus der Wohnung, in die er sich hineingeschlichen' hatte, wegtragen wollte. Es stellte sich schließlich heraus, daß er Mitglied einer vielköpfigen Die-bsbande war, der zum großen Teile Jugendliche angehören. Das Haupt der Bande ist der 20jährige Anton Gruber. Die Gesellschaft hat in der letzten Zeit vielfache Einbrüche unternommen und Gegenstände im Werte von über 100 Millionen erbeutet. * Meldepflicht der türkischen Staatsangehörigen. Das Vizekonsulat der türkischen Republik fordert die türkischen Staatsangehörigen auf, sich bis >längftons 16. September auf dorn türkischen Bizokonsülat in der Prinz-Engen-Straße 40 zu moldey und ihre NattonalitätszertWate und Pässe zu erneuern. Ein späteres Ansuchen wird nicht mchr berücksichtigt iverden. Soeben erschien -er große jüdische Renaissanceroman von Mur Krod Meubeni, Fürst der Anden geh. Gm. 5.—, geb. Gm. 7.— Mit dichterischer Intuition gestaltet Max Brod seinen Uöubeni als den reiner Zeit vorauseilenden Menschen, der wie einStrahl ' vom Licht der Renaiflance, da» damals den Horizont der Menschheit erweiterte, in die Lrübnis de, jüdischen Ghetto hinelnleuchteteund derschließlich als ein Unzeitgemäßer nach heroischem Kampfe erlosch. Um diese« Helden hat Mar Brod eine grandiose Szenerie gelegt» die Praa an der Schwelle deS Mittelalters, dann Venedig, das üppige Rom der MedlceerpSpste, Portugal, den Mittrlpnnkt damaligen Welthandels und RegenSbnrg, die Kampsstätte der deutschen Reformatio» zeigt. Michelangelo, Aretino» Marchiavrlli treten in lebendigen Szenen ans. Der Roman wird zum farbenreichen Zeitgemälde der Renaissance. Vas Ghetto ersteht vor uns mit all seinen Typen »nd Lharakteren. Brod versteht es, das Leben und die Probleme der Ghetto von ganz neuen Gesichtspunkten darzustellen. _ Oer Roman besitzt größte Gegenwartsbedeutung: seine Helden und ihre Serienkonflikte spiegeln die Menschen und Kämpfe unserer Zeit. Der bedeutungsvollste unö spannendste Roman der letzten Zeit. E Kongreßmitglieder decken ihven Bedarf <m Herre ngarderobe, fertig und nach Maß, m solidester Ausführung zu den billigsten Preisen im Kleiderhaus Brüder Goldberg, Wien, 1. Bez., Weihburggasse 9, Mezzanin (Aufgang durch das Haustor). Telephon 79-4-16. * Die Abfallkörbe werden gestohlen. In der vorgestrigen Nacht wurden auf dem Endplatz in Simmering vier Absallkövbe gestohlen. Sie werden offenbar als Altmetall vevkanft. E Kleider- und Gmnmimäntelfabrik Georg Mäher, Wien, 2. Bez., Tabovstraße 39. Tel. 40-0-46. Engros-Export. E Dianabad-A.-G. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Direktion der Dianabad-A.-G. entgegenkommenderweise den Delegierten des Zionistenlkongresses ans alle Bäder 30 Prozent Nachlaß gewährt. Anweisungen im Krmgreßbureau. * Basar des Keren Kajemeth. Die zionistischen Begirkssektionen. Vereine, akademischen Verbindungein usw. worden gebeten, während der Kongreßzeit ihren Stammtisch in den Basar des Keren Kajometh im Kurfalon (Marmorsaal), 1. Bez., Stadtpark, zu verlogen. Durch die große Nähe zum Kongreße gebäude erscheint dieses Lokal ails Zusammenkimstsort während der Kongreßgeit für die Gesinnungsgenossen prädestiniert. E Schweizer Fabrikant und Exporteur in Stickereien und bestickten sowie glatten Stoffen sucht während seines Aufenthaltes anläßlich des Kongresses neue Geschäftsverbindungen in allen Staaten arMkniüpsen. S. L e v i n. St. Gallen, derzeit Wien, Hotel Metropol. * Im Tempel in der Schopenhauerstrabe beginnt der Gottesdienst am Freitag den 21. d. um 7 Uhr abends. Die Fest- Predigt halt Herr Rabbiner Dr. David F e u ch t w a n g. E Ruckfährt nach Erez Israel. Wie wir von informierter Seite erfahren, sind sie Dampfer von Triest, Brindisi, Genua und Neapel für Septemiber und Oktober bereits jetzt fast vollgebucht, weshalb wir es unseren Gesinnungsgenossen nahe legen, ihre Plätze für die Rückfahrt beim Lloyd Triestino, 1. Bez., Kärntnerring 6, raschest zu sichern. * Die Todesstrahlen. Dr. Seott, der Erfinder der Todesstrahlen, hat das amerikanische Marineamt gebeten, ihm ein altes Schlachtschiff oder ein Flugzeug zur Verfügung zu stellen, um an der Küste von Kalifornien zu experimentieren. Er behauptet, daß er jetzt imstande sei, alles Leben auf der Erde, der See und in der Lust in einem Umkreis von 20 Meilen Halbmesser sofort zu vernichten, sämtliche drahtlosen Stationen Veranstaltungen anläßlich der Kongresses. Das heutige Festkonzert im Sophiensaale. Heute Mittwoch, 8 Uhr abends, findet in den festlich dekorierten Sophienisälen, 3. Bez., Mwrxevgasse 17. das anläßlich des Zionistenkongvesses veranstaltete Festkonzert statt. : Ausführende: Oberkantvr Gerson Margulies. Konzertmeister Josef Zimbber (Violine), das Wiener Hakoah-Orchester, der Wiener Jüdische Gesangverein, Maximilian Lampel (Orgel), Dirigent: Prof. S. Braslavsky. Programm: 1. Joses Joachim: Ouvertüre G-Moll; 2. Dr. Jonas Fouer: „Jesaiah", Konzertphantasie für Violine mit Orchester (Josef Zimbler); 3. Karl Goldnrark aus >der Symphonie „Ländliche Hochzeit": a) im Garten, b) Tanz; 4. Jüdische Volkslieder: Erdstem: Im eschkachech (hebräisch), Älman: „Chaü gwdja" (jüdisch), Pvsner: a) Wiegenlied (jüdisch), b) Die alte Frage (jüdisch): 6. S. Braslavsky: Psalm 137 für Solo, Chor, Orchester und Orgel mit Verwendung traditioneller Synagogalmelodien vom „9. Ab"; Hatikwah. Uraufführung von Auerbachs „Mose" im Carl-Theater. Mit Israel Auerbachs „Mose" kommt nicht nur ein neues Werk, sondern auch e r n neuer D -r a m at i k e r zur Uranffnihrurrg. Es ist ein reifer Kämpfer für ernste, bleibende Werte, der hier zu Worte komntt. Themen des Werkes sind der ewige KonifM Zwischen genialem Führer und träger Maste, das tragische Ringen eines Volkes mit seiner Aufgabe. Tragischer Held ist ein ganzes Volk, aber in diesem MassenspektMm hat jede Einzellinie zugleich ihren tragischen Lauf, Niederbruch und Aufstieg. Die Uraufführung findet am 25. August im Carl-Dhetaer'statt. Saalsportabeud jüdischer Schwerathleten und Fechter. Im Rahmen des Kongveß-Turn- und Sportfestes findet Samstag den 22. d. im Olympiasaal, 1. Beiz., Rotgasse 6. ein Sa alspo rta bend statt. Beginn halb 8 Uhr abends. Der Sportklub Ha ko ah trägt seine Klubmeisterschaft in Ringen unter der Teilnahme der besten jüdischen Rmger Agrams aus. Die Rmgsektion ist Meister von Oesterreich. Im Anschlüsse daran treten die Fechter zum Entscheidun gskampfe um die Kongreßmeisterschaft au. Die einzige jüdische Stemmsektion der Welt, die des Sportklubs Kadimah in Wien, wird ebenfalls ihre Hebungen vovführen. in diesem Gebiete unwirksam zn machen und Kriegsschiffe in einer Entfernung von wenigstens zehn Meilen zu vernichten. Flugzeuge aus jeder beliebigen Höhe herunterzuholen und Befestigungen aus großer Entfernung vernichten zu Wnnen. Er behauptet weiter, daß er bereits mit seinen neuen Strahlen Löcher in Stahlpanzerplatten von zwei Zoll Dicke erzeugt und Tiere in einer Entfernung von zwei Meilen getötet habe. * Palast der Geister. Das geheimnisvollste Haus Amerikas befindet sich in San Jose, Kalifornien. Das gewaltige Gebäude ist nun der Ocffentlichreit zugänglich gemacht worden. Es wurde innerhalb nicht weniger als 38 Jahren von der Millionärin Mrs. Sara L. W i n ch e st e r gebaut. Die exzentrische Dame wohnte die ganze Zeit in dem noch unfertigen Gebäude; der Bau wurde deshalb nicht vollendet, „weil die Geister es anders bestimmten". Mrs. Winchester, die von dem Augenblick an. da sie sich in dein Hause ansiedelte, mit „Geistern" in Verkehr stand, ward nämlich von diesen dahin unterrichtet, „daß sie so lauge nicht sterben müsse, als an dem Palast weiter gebaut würde". Da sie verniögeud war, also sich das leisten konnte, ließ sie an dem zunächst nur ans zehn Zimmer berechneten Gebäude immer weiter ballen. 2(ls sie vor einem Jahre starb, war ein riesiger Palast daraus geworden. Der Bau enthält 124 große Zilnmer, über 2000 Türell, 10.000 Fenster und 160.000 Fensterscheiben. Durch 88 Jahre haben hier an jedem Wochentage je 16 Marirer, Zimmerlelite und an>dere Handwerker gearbeitet. Einige der Zimmer sind phantastisch ausgestattet. So ist zum Beispiel der Prismeusaal ein Meisterwerk in Silber und Gold, mit Tausendell voll Prisinen geziert, die bei voller Belenchtung in allen Farben des Regenbogens auflenchten. Vertreter cxtrein okklilter Anschauung sino überzeugt, daß dieser seltsaine Palast von „Geistern" bewohnt wird; daß sich also nirgends besser Gelegenheit biete, durch Verlnittlnng von Medien mit Toten in Verbindung zu treten. Derartige Versuche sind bereits wiederholt vorgenommen worden. * Lebende Lenchtkorper. Die Eingeborenen der Antillell und einiger anderer Bezirke Ozeaniens b ele uchten . ihre Hütten m:t phosphoreszierenden Insekten, die sie zu diesem Zweck in kleinen, besonders hergerichteten Käsigen an der Decke ihrer Hütte aushängen. Daneben dienen die Tierchen auch den Frauen als Haarschnruck. Schließlich finden die lebenden Leuchtkörper auch Verwendung zur Aufhellung des Weges bei nächtlichen Wanderungen. Das Licht, das sie verbreiten, ist sehr stark und gebt von zwei kleinen Leuchttürmchen aus, die sich an beideil Seiten des Hinterkörpers befinden. Die „Feuerträger" genannten Tierchen gleichen in Gestalt und Aussehen unseren Maikäfern. Ihr-Licht ist etwa hundertmal stärker als das unseres Leuchtkäfers. Allem Anschein nach steht die Tätigkeit der das Licht erzeugenden Körperteile mit der Atmung der Käfer in Verbindung. Auch ihre Eier sind leuchtend, und die Larven, die ihnen entschlüpfen, tragen an der Spitze des Hinterleibes einen kleinen leuchtenden Punkt. Nndioproaramm. Mittwoch den 19. d>: 9 Uhr: Marktberichte. — Vs4 Uhr: Schlußkurse der Wierrer Börse. — 4 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert. Lehar: Walzer aus „Göttergatte"; Strauß: „Das Spitzentuch der Königin"; Bach: Chaeolme. für Violine, Solo; Paderewski: Berühmtes Menuett; Wagner: ,^Der fliegende Hollandes, Phantasie; Spohr: Rosen-Romcmze; Michel!: Serenata efpagnola; Fotras: Schubert, Phantasie; Strauß: Freut euch des Lebens, Walzer; Weiß: Was ich an dir so liebe. — A/27 bis 7 Uhr: Vortrag Hans Harry: „Der Handballsport". — 8 Uhr: Wiener Abend. — 10 Uhr: Heitere Wendmusik. (Kapelle Silving.) vereine. Borträge und Versammlungen. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüleir (9. Bez., Türkenstvaße 9). Arbeitsstätte Herzls, erstes Lokal der Zionistilschen Weltorganisation. Frei zu besichtigen, täglich von 3 bis 8 Uhr abends. Für die jüdischen Blinden. Die Lage der Mischen Blmden in Wien ist eine äußerst traurige. Der Hilssverein der Mischen Winden, der gegeniwärtig aus Mangel an Mitteln außerstande ist, selbst in den traurigsten Fällen helfend ein- Mgrerfen, bittet die KongreH-teilnehmer um Spenden für die Aermstm unseres Volkes. Erlagscheine sind zu haben im Korizerchcmls, Trafik, oder im Verornsfekretariate, Wien, 15. Bez., Herklotzgasse 21. _ Bühne «nd Kunst. Musikalisches von der Kongreberästnung. Bei den Bogrüßungsfeierlichkeiten im Sophiensaal be- , stritten das Hakoah-Orch ester und der Wiener Jüdisch >e Gesangsverein unter Prof. S. BraslavSkys Leitung sowie der vorzügliche Pianist Prof. JulinSz Wolfsohn den musikalischen Teil des Festprogramms. Das Lob von Chor und Orchester, welche, von der jüdischen Oeffentlichkeit noch lange nicht nach Gebühr gewürdigt, allen Schwierig-' keiten zum Trotz in schönem Idealismus dem höchsten Künste M zustre^ben und darin von Braslavsky gefördert werden, braucht hier ebensowenig mchr gesungen zu werden wie die Popularität Juliusz Wolfsohns und stiner jüdischen Para- Phrasen und - Rhapsodie einer neuerlichen Feststellung bedarf.! Und über den Komponisten Braslavsky welcher seine ein-,' drucksvolle Paraphrase über ein „Nigun" dirigiert» — das Solo i blies der vorzügliche Obo'st des Haiooh-OrchcfterS Dr. S. Serdner —, wird noch gelegentlich der UrcnlWhrang feines; neuen Psalmes mehr zu fugen sein. Das Eigenartige des Vegrüßungsabrds beft lnd Ar ben Liebhaber jüdischer Muük darin, daß hier zufällig gleichsam drei Schichten jüdischer MllsMultur nebeneinander lagen, daß hier drei ganz ver'chwdene Entwicklungsepochen aufeinander folgten: Louis Lewandowsky, der jüngere Zeitgenosie, Richard Wagners, der Komponist gahlre-icher Kammermusik-, Chor- und Orchrstwwerke und zugleich einer der Reformatoren des jüdischen Synagogalgesanges, schafft wohl in seinem 160. Psalm aus vollem Herzen und Glaubenserfer, doch die Schicksalsstunde des jüdischen Wcltgefühls hatte damals noch nicht geschlagen und der Sinn für jüdische Technik ist ihm noch völlig fremd. Zwischen Mendelssohn -Melodik und Lohengrm- Geprange hin und, her pendelnd, betreut er abeMändisches Vienna biggest Dep. Store 60 departements Wiens größtes Kaufhaus 60 Abteilungen m ........

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