Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2332 (19.8.1925)
- Date
- 1925-08-19
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2332 Wien, Mittwoch Wiener MorgettHettAns IS. August 1925 'Leite 11 Mustkgut, und der zerlegte Durdreiklang ist förmlich ,'ein Lcitmoitt). BraSlavSky luiebcrum verwendet mit Geschick jüdische Motive, die er jedoch in ihrer technischen Durcharbeitung gerne europäisiert. Und Wolfsohn seinerseits, dessen technische Fertigkeiten weit bescheidener sind, beminp sich um Reinste Formen und sucht für seine jüdischen Motive einet! Wog von der abendländischen .Harmonik, Periodisiernng nnd Durchführung weg zu neuem, dorn Orient wesentlichen Ausdruck und Kolorit — der einzige gangbare Weg in das noch nnentdcckte musikalische Neuland. So begegnete man hier drei Etappen Mischer Musiken twicklnng, foic zurückgelegt werden mußten, um in Material und Technik, in Form .nd Fnhalt einer zukünftigen jüdischen Kunst,nusik näher zu kommen, ffD. Aus de« Theatern. Burggarten. Heute, 3 Uhr abends (bei ungünstiger Witterung im Festsaale der Hofburg), Symphouiekouzert. Dirigent Zdenko Mkhalovits. Mitwirkend Konzertmeister Georg Steiner. Schönbrunner S ch l o ß t h e a t e r. .Heute in Serie Weiß 2, 6. Vorstellung, „Apotheke r". Morgen Promiere von „Cavalleria rusticana" und „B asa.zzo". BolLsope r. Honte „M ada m e Butterfly". Morgen „Traviata". Theater in der Iosefstad t. Heute uub täglich „11 nvcrhofft" von Mstroy. R a i m n nd -T h e a t e r. Heute 50. Ausführung des Schwankes „Die vertagte Nach t". Rolandbühnc Heute findet die zweite Fcstvovstellung anläßlich der Eröffnung des 14. Zionrstenkongresses von „2 ch in a t t e S" von H. Leipink mit Dr. Paul Baratoff (Vcn-Zwi) in der Hauptrolle statt. Beginn präzise 8 Uhr. Die Sonderauktion im Dorotheum. Heute Mittwoch, von 1 bis halb h Uhr nachmittags, findet die Besichtigung der am 20. d. im Dorotheum, 1. Bez., Dorothcergasse 17, zur Bersteigerung gelangenden wertvollen Obsekte statt. R Kunstausstellung. Jur Graphischen Kabinett der Buku m - A. - G. (H u g o H e l l e r u. C i e.), 1. Bez.. Bauernmarkt 8, findet nwrgell Mittwoch den 19. d. die Eröffnung der Kollektivausstellung Lesser Ury statt. Außerdem Graphik non Struck, Stein-hart u. a. Gerichtssaal. der Vulorlfieruugsvrozch eine« Hauslehrer«. Keine vollständige Aufwertung in der Staats-, Gemeinde- und Privatwirtschaft. Der ehemalige Gymnasialsiupplent und Schriftsteller Dr. Heinrich K r y z a n o w s k i war viele Jahve int der Famiii/e des Zucker industriellen Benies und be i seiner jüngsten Tochter Benediktine, verehelichte Koster sitz und wiedewerohelichte Foramitti, Hauslehrer und Privat-- sekretär. In einem ,/SchenkunHIvertrag" überschrieibonen Notariatsakte vom Jahre 1910 verpflichteten sich die darnailigen Eheleute Hugo und Benediktinc Koftarsttz ihrem infolge gegenseitiger Streitigkeiten aus dem Dienste geschiedenen Hauslehrer nnd Privatsekretär Dr. Krhzanowski einen lebenslänglkchelt Bevsorgungsgenuß von jähblich 4000 K. zu leisten. Da an diesem Ruhegehalt von 4000 Papier-- f ro itc n jährlich auch noch zur Zeit des tiefsten Standes der .Krone im Jahre 1922 ftstgeha'lten wurde, brachte Dr. KryzanowSki gegen seine ehemalige Schülerin, die Primararztensgatiin Benediktine Foramitti, die Klage ans Valorisierung der 4000 K. ein. Das Zdvvllarvdesgevicht entschied, -daß der Anspruch des Klägers zu Recht bestehe. Das Oberlandesgericht nnd auch der Oberste Gerichtshof bestätigten die Balovisierungspflicht dar Geklagten. Zur Bestimmung des Ansinaßes >der Valorisierung fand nun beim Zivillandesgericht die Verhandlung statt. Der Gerichtshof verurteilte die Geklagte zur Leistung eines valorisierte.n Ruhegenusses von monatlich drei Millionen Kronen an den Kläger und ivies den Anspruch auf eine darüber hinausgeheude Valorisiisrnng ab. In der Begründung wird gesagt: Die Aufwertung von Bezügen kann nicht rein ziffernmäßig nach dem Geldenliwerbungsschlüssel erfolgen, da auch bisher weder der Staat oder Länder und Gemeinde noch auch die Privatwirtschaft eine sollche Aufwertung vorgmommen haben. Auch in «den Staaten, welche mit der Aufwertungs-- gesctzgebung weiter vorgeschritten sind als Oesterreich, ist bisher eine solche nie im Maße der vollen Geldentwertung erfolgt. Der Gerichtshof war Wohl der Ansicht, daß auch der ganze vom Kläger ausgesprochene Betrag im Rahmen der Leistungsfähigkeit der Beklagten liegt, die aus Aktien- und Häuferbesitz sowie aus dem Erträgnis eines Gutes nach Einschätzung der Steuerbchörde ein Einkommen von rnehr als einer Milliarde jährlich begicht. Immerhin wird durch die Entscheidung des Gerichtshofes ermägflicht, daß der Kläger das Armenhaus verläßt und seine letzten Lebensjahre unter menscheniwürdigen, seiner geistigen Stellung entsprechenden Verhältnissen verbringt. Volkswirt. Polnische Mttlchaftrwoche. (Bon unserem polnischen M. S. -Konespondenten.) Die polnische Regierung hoi in der abgelaufcncn Woche den ganzen Warenverkchr mit dem Ausland auf eine neue Grundlage gestellt und dieser Schritt darf, als die Fortsetzung der Aktion zur Bekämpfung der -stotyabschwächnug, bezieh» ngs weife zur Hebung des Zloty auf fein früheres Notier,mgs nivenu angesehen werden. Die Regierung sah sich nämlich ver aulaßi, die Einfuhrverbote, die sich bis nun nur ans aus Deutschland stammende Waren bezogen habe», ans alle anderen Staaten anszudchnen. Bon nun an kann die Einfuhr nur auf besondere Bewilligung des.Handelsministeriums erfolgen. Ohne Zweifel wird sich die Negierung durch diesen Schritt viele Feinde znzichen, diese Maßnahme witrde jedoch zur unbedingten Notwendigkeit, wenn man die Handelsbilanz ansbalanciern und die Anforderungen von Valuten zur 'Deckung von Auslandsfaktnren verringern will. Trotzdem wird die Negierung den Staaten gewisse Kontingente von Waren entsprechend den früheren Mengen zuwerscn und dürfte diese auch erhöhen, ivenn der Export politischer Waren in diese Länder ein:»falls steigen wird. Waren, die nicht aus Deutschland stammen itit-b die spätestens am 13. d. zum Transport nach Pollen auf-gegeben wurden, können binnen 16 Tagen eingeführt werden. Die vor dem 1. d. zugebilligten, jedoch nicht ausgenützten Zollermäßignngen sind noch bis zum 15. September gültig. Die Angelegenheiten der Zolle,-leichteruugeu, die vor denr 1. d. eingereicht wurden, kommen zur Erledigung aus Grund der alten Verordnungen. Die bereits nach dem 1. d. erlegten Zollgebühren für Waren, denen Zollernläßigungen bis zum 31. Juli gebührten, können noch reklamiert werden. Die neuen Bestimmungen dürften durch drei Monate in Gültigkeit bleiben. SeLbstverständlich bildet die neue Verordnungfür die Industrien benachbarter Länder ein großes Hindernis für den wetteren Ausbau, aber auch für die ivei-tere Erhaltung der gegenseitigen Handelsbezichuiigen. Trotzdem muß der neue Schritt der Regierung als notwendig betrachtet tverden, denn nur auf diese Weise kann einerseits der Import verringert nnd der Export gesteigert werden, andererseits die immens hohe Anforderung von Devisen zur Bogsleichnng der ausländischen Fakturen erfolgreich eingeschränkt werden. Dagegen wird für die Dauer der Gültigkeit dieser Verordnung die Beschafslkng von Ursprungszertifikaten nicht notwendig seit,, höchstens wenn cs sich um Waren handeln sollte, die von den Zollbegünstigungen Gebrauch machen wollen. Die E r h ö h u n g d e r B a n k r -a t v auf 12 Prozent durch die Bank Pölski, weiter die starke Restrin gierung der Kredite und schließlich die beabsichtigte volle Zuweisung der augeforderten Valuten werden zweifellos auf die Kursgestaltung des Zloty auf -den internationalen Balutonmärkten einen günstigen Einfluß ausüben. Auf den polnischen E f fe k t e n p l ä tz e n hält die flau e Stinlmung au. Man kann jedoch bereits von einer Stabilität der Kurse auf ihrem Tiefstände sprechen. Die Wiener Arbitvagowerte sind noch die anr meisten gehandelten, der Arbitrage- Verkehr ist jedoch letztens bedeutend zu rück gegangen. Die in Wien notierten Werte weisen solgende Kurse auf: Zielenieivski 10.90, Malopolskrbank 0.30, HyPöthekenbaUk 0.39, Warscharier Diskontbank 4.90, Galizische Montan 2.76, Tepege 0.90, Chhbie 4.40, Lemberger Brau 8.25. Raksgalva 1.21 Zloty. Die Mtien der Bank Polski liegen andauernd schwach bei 34 Zloty, Eine ZjivWenininistcrielle Konferenz setzte auf Grund der statistischen Daten über die heurige Ernte, die um 58 Prozent höher allsgefallen ist wie im Jahre 1914, fest, daß Heuer 70.000 bis 100.000 Waggons Getreide für den Export zur Verfügung stehen werden. Für den Getreideexport werden weitgchende Tarisermäßigungen gewährt werden. DIro jüdische Haust as jüdische Blatt» Sie Schwierigkeiten Glimmtt> Stimm«'. Amerikanisch«s Kapital für die Aga. lEigendienft der „Wiener Morgenzeitung"., Jll der Angelegenheit der Aga verhandelte Dr. Edm. S t i u n c s mit einer amerikanische n F i na n Zgruppe, die auf die Erwerbung des ganzen Unternehme ns reflektieren und auch über die hierzu erforderlichen 4>erfügen soll. Tie Anseinandersetzung mit den Arbeitern soll jedoch Dr. Stinnes überlassen bleiben. Von der Oeffenttichkeit ivird die drin<p'nde Forderung erhoben, inöglichst bald eine Berstänbig'.l.ng zu erzielen, nin die Verhängnng der Gcschäftsanfsicht oder gar die Konkursgefahr zn vermeiden, durch die ein besonders schwerer Druck auf die deuksche Gesamtwirtschaft ousgcübt tverdeir könnte. Bon sozialdeurokratischer Seite tvrrd die "Ansicht vertreten, daß es Sache der Staatsgeitvalt sei, durch einen Schlichtnngsakt zwischen den Stützungsbankelt nnd Doktor Stinnes die persönlichen Gegensätze der nächsten Duellanten und die ftchlicherr Mgenfätze zwischen der Industrie' «und den Banken zu neutralisieren. Erst Iwenn dieses Eingreifen der Staatsgewalt erfolgt sein Vierde, könne ertvarticit werdet!, daß die Drosftlnngspolitik des Stntznngskonsortinms gegenüber dein ehemaligen Generailbevollmächtigtcu des Stinntcts-Konzevns und dom „Standpu-nkt Dr. Edmund Stinnes" zugunsten der "Aga nnd der gesamten Wirtschaft werde -überbrückt werden. Der Standpunkt der Großbanken. Die an der Unterstützung des Stinnes-Konzerns beteiligten Großbanken (Tarmftädter Bank, Deutsche Bank, Dlskontogasellschaft) veröffentlichen eine ausführliche Erklärung, die sich gegen die von Dr. Edmund Stinnes veröffentlichte Darstellung -des Konfliktes zwischen ih,n nnd dem Banketlkonsortinnl ivendet. Aus der Erklärung geht hervor, daß die Vertreter von vier Berliner Großbanken, nämlich der Bevliner Handelsgesellschaft, der Diskontogesellschaft, der Darrnstädter Bank und Detbvück-'Schickler, am 18. Juli 1925 aus dem Auffichtsrat der 'ölga a n s g c s ch i c d e n sind mit der Begründung, daß sie das zwischen Dr. Edmund Stinnes und seiner Familie getätigte Abkommen b e a n st ä n d e n müssen, durch das Dr. Edinund Stinnes sich kurz vor den Schwierigkeiten: des Stlnncs-Konsortlnms namhafte Werte aus der Masse des Stinnes-Besitzes gesichert habe. Gründung einer „Holzhalle" in Wien. Die vor kurzem nach ausländischem Muster gegründete Wiener „Hollzhatte" hat jetzt ihren Sitz in einen: separierten Raum des Cafe Bristol, 1. Be>z., Kävntnerring 2. Das Beremslokal der „Holzhalle", das von Bvancheangehörigen bereits stark frequentiert tvird, soll der Sammelpunkt der österreichischen nnd Wiener sowie ausländische'', in Wien weilender Holzproduzenlen, Exporteure und Holzhändler werden. Ausgleiche und Konkurse in der Tschechoslowakei. Nach Mitteilungen wurden tut Juli in der Tschechoslowakei 140 Ausgleichsverfahren eingeleitet, hiervon 62 in Böhmen, 35. in Älläh ren-Schlesien, 35 in der Slowakei und 8 in Karpathornßland. In 138 sichergestellten Fällen betrugen die Aktiva 46,9 Millionen und die Passiva 81,5 Millionen. — Zur gleichen Zeit wurden 28 Konkurse angemeldet, hiervon 17 in Böhnien, 6 in Mähren-Schlesien und einer in Kavpathorußland. In 17 Fällen betrugen die Aktiva 5J5 Millionen und die Passiva 16,2 Millionen Kronen. Wirtschaftsnachrichten aus Polen. Die Bank Polsti verlautbart, daß sie biunen 3 bis 4 Tagen die angeforderten Devisen der Industrie voll znweisen werde. Auch die früher angesorderten Valuten sollen ehestens zugewiesen werden. Die polnischen Handels- und Jüdnstrrekreise werden nun in der Lage sein, die ausländischen Verpslichdungen zu erfüllen. Der Ministerrat hat den Tarifvertrag mit der T s ch e ch o s l o w a k e >i genehmigt. Der neue Vertrag ermäßigt die tschechischen Tarife für nach Oesterreich und. Italien bestimmte Polnische Kohle rmr 40 bis 80 Heller pro 100 Kilogramm. Der Vertrag sieht noch vor, daß die Spaurmug der TariMtze Mischen der polnischen und tschechischen. Kohle während der Da'uer des Vertrages unverändert bleiben mutz. Auch für Rohöl wurden Tarrsermäßigungen beiin Transitverkehr erzielt. Das Kontingent für Polnische Kohle beim Import nach der Tschechoslowakei wurde mit 60.000 Tonnen monatlich festgesetzt. Devisen Qe)d Amsterdam.L. *86.— Belgrad. . . 12.H850 Berlin. 488.72 Brüssel ...... 34.64- Budapest.. . 99.83 Buksrest .. 3.66 London . .. 34.48BO Mailand. 28.44 New-Yqrk. . .. voe.oe Paria. aa.at Prag.. . rr.or Levisen- und VMtenkurse dom 18. August 1928. yffui 287.— 42.7250 169.32 34.76 400.03 3.68 34.6850 26.66 714.45 32.07 91.08 Qeid Sofia.8. 6.11 Stockholm ...... 190,60 Warschau . . 120.50 ZUrlch ......... 137.64 Valuten Amerikanische Noten . 706.20 Belgische Noten .... —.— Bulgar. Not. —.— Deutsche Noten .... 168,26 Englische Noten .... 34.88 Ware 6.15 494.20 124.— 438.04 712.20 469.26 34.54 Französische Noten , . Holländische Noten . . Italienische Noten . . . Jugoslawische Noten . . Polnische Noten .... Rumänische Noten . , . Russische Noten (Roman.) Schweizer. Noten . . . Tschecho-aiow. Noten . Türkische Pfund*Noten . Ungarische Noten . ■ . Qelti 32.95 25.49 449.'— 437.60 20.9976 99.67 Ware 33.26 26.69 149.'— 138.30 21.4475 100.4 7 Frei von Hausbesiizevsorgen durch Treuhaus A.*G. 1 Treu haus^nimmt alle Haus- und Grundbesitzer-Interessen wahr, übernimmt Hausverwaltungen Hausfinanzierungen, Miete-, Steuer- und Versicherungsarbeiten. Treuhaus erspart ihnen Unkosten u. Zeitverluste,vergrößert Ihre Einnahmen, erhöht den Ertragswert und damit auch den Marktwert Ihres Grundstückes u. nimmt Ihnen alle Grundbesitzersorgep ab. Treu dient am Haus ~ Treuhaus! Verlangen Sie noch heute unverbindlichen Besuch unseres Bevollmächtigten unter Amt Zentrum. Nr. 2649. 11256, 3592, 3593. / Treuhaus, A -Q., Berlin NW 7, Prinz»Cou>s-Ferdinand»Straflie Nrt 1