Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2332 (19.8.1925)
- Date
- 1925-08-19
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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T SM 4 Dien, Mittwoch Wiener Mmmenzetturrft f!t. HüQü)\ Wli, **. sm c i Exportartikel »für Kontinent und Uebersee sind unsere Siempelwaren-Erzeugnisse Eingeführt bei Papier- und Spielwarengeschäften, sowie Graveuren und Stempelerzeugern Für Grossisten hohen Rabatt Tüchtige brancliekundlge Vertreter mit prinm Referenzen «jesuclit >Sicmpelwarenfabrik M. Hammer, Ge».m. b. H. l Wien, II. Laningleifhnerplaft % km TRENCIANSK'E TEPLICE, Slovakei von überragender Heilkraft bei I Rheuma, Gicht, Ischias, Neuralgie^ Herrliche Oebirgstage - «;« ganzjährig Rituelle Restaurants Prospekte durch die Uadedirektion 509 cheinuug ist cs Totsache,'das; wir Feinde haben oder besser gesagt, daß der Iisckuiw, die Rechtschaffenheit, die Freiheit, die Ehre und Gleichheit der Menschen, ,yeiilde haben. Mit diesen Menschen wollen wir nicht» zn tun haben. Wir sind ein Element, das ein Land anfbant und bc fiedelt in Zeiten der schwersten Weltkrise. Wir sind eine Gemeinschaft van Straßenbauern. Kelterern, Manrern, Steinhanern, Aerzten, Pflanzern, Lehrern und Malern — und arbeiten miteinander in allen zersprengten Teilen Israels, ohne uns in Klassenkämpfe und andere politische Streitigkeiten der Länder einzumcngen. Unsere ganze Arbeit, unser ganzes Denken und alle Konareßberatnngcn sind auf unser klares Ziel gerichtet. Wir sind außerstande und haben weder Lust, nod) Interesse, mit Widersachern zu polemisieren, die nid)t den Ort und nicht die Zeit, nicht die Sache und nicht die Menschen, nicht das Ziel und nicht die Mittel kennen, um die es sich hier handelt. Tic an der Sache interessierten Kulturvölker haben unser Recht anerkannt mtd das genügt uns. Hoher Kongreß! Biele große und schwierige Fragen harren ihrer Bcantwort'.tng durch den Kongreß. Wir glauben, daß der Kongreß sie klar und deutlich, betrachtend und prüfend lösen wird, aber auch mit heiliger Begeisterung und unauslöschlicher Entslammung. Die Ansichten über Taktik und Details sind verschieden. Wir haben uns im Laufe der Jahre stark entwickelt: „Gefallen sind die Blüten unserer Kindheit und gewachsen die Pflanzen unserer Reise." Der u» hat längst aufgch ö v t, eine romanti' sucht zu sein, die weder Grenzen noch •''' Er ist eine Aufbaubewegung gew . bestimmt umrissenen, wohlbegründcten und in h<-yeu Ziel gipfelnden Schaffen, in deren Entwicklung und neue Hindernisse auftauchen, verschiedene Meinungen entstehen und sich in natürlicher Weise steigern. Der Kongreß ist das Schlachtfeld, auf dem ein edler geistiger Kamps der verschiedenen Methoden und Anschauungen ausgetragen wird; doch sie alle sind auf das eine uns einigende Ziel gerichtet : aufdic Erlösung Jsraelsin ErezJsrael. Wir sind sicher, daß der 14. Kongreß, der Alijahkongretz, nithclfen wird, zur Verstärkung der Einwanderung nach Erez Israel und erhebend wirken wird auf den Geist der Zionistischen Organisation und des jüdischen Volkes. (Stürmischer, langan« haltender Beifall und Händeklatschen.) Der österreichische Bundesminister für soziale Fürsorge Dr. Resch: In Vertretung des zu seinem Bedauern verhinderten Herrn Bundeskanzlers habe ich die Ehre, die hier versammelten Teilnehmer des 14. Zionistenkongresses namens der österreichischen Bundesregierung zu begrüßen. Das Werk, zu dessen Förderung Sie sich hier zusammenicfunden haben, ist ein großes und bedeutsames, nicht bloß für bas Iudenvolk, sondern für alle Völker der Erde, die ihr Interesse dadurch zum Ausdruck bringen, daß der höchste internatio- ''ale Arcopag, der Völkerbund, öicses Werk unter seiner Aegide genommen hat. Ueber die Aufbauarbeit, die das Iudenvolk in Palästina geleistet hat und fortsährt zu leisten, über den Geist, in dem diese Arbeit getan wird, und über die Schwierigkeiten, die es dort zu überwinden gilt, hat zu Beginn dieses Jahres Ihr hervorragender Führer, Dr. Weizmann, in diesem selben Saale ein anschauliches Bild entworfen. Seither hat die feierliche Eröffnung der hebräischen Universität ant 1. April d. I. der Welt davon Kunde gebracht, welche bedeutenden Fortschritte Sie bereits erzielt haben. Namens der österreichischen Regierung wünsche ich dem Kongresse den besten Erfolg. (Stürmischer Beifall.) Es sprachen sodann: der Präsident der Kultusgemeinde Professor Dr. Pick, der Präsident des österreichischen Zionistischen Landeskomitees Dr. Ehrlich, der Bürgermeister von Jerusalem Tr. Jellin, woraus Oberräbbirrer Dr. Ehajes den Bortrag über den „Zionismus als Weltproblein" hielt. Alle diese Reden sind in der unserem Blatte beiliegenden „Kougreßzeitung" enthalten. Präsident Weizmann teilte sodann mit, daß in der h e u t e um 10 Uhr vormittags stattfiiidrndrn Sitzung die Wahl des Präsidiums erfolgen werde. Daran schließe sich der Nachruf für die Toten der Bewegung. Schluß der Sitzung 9 Uhr abends. Kennvorlhh über die zisMifchen Fragen. D>'r Führer der liberalen Partei in England, Eoinmander K ' n r, iv o r t h y, gilt als der gesdiicktcstc Debatter im englischen Unterhaus. Er »st ein genauer Kenner »nd Freund der zionistischen Bestrebungen. Obgleich er am Schluß der Session int Parlament außerordentlich in An spruch genommen ist, stand er unserem Londoner Korrespondenten gerne zur Berfügung, um anläßlich der Tagung des 11. Kongresses in Wien seine Ansichten über die da» Zud'iuuin gegen, wärtig bewege nee Probiente in der „Wiener Morgenzeitung" zu äußern Eoni inan der K e n u w o v t h y begann seine Anssührnttgeu mit der Feststellung, daß die Zuden jetzt die seltene Gelegenheit, die sich in der G.'schichtt' kannst mehr wiederholen würde, ha-ben, ihr Hennland in der Tat aufznlxiuen. Historische Ereignisse haben znsammengcwirkt, es möglich machen, und die Znden stellten diese Gelegenheit und Möglichkeit nicht vernachlässigen und wnbenützt vorü!t«rgehen lassen. So wie sich die Situation Commander Keunworthy gegenwärtig darstellt, gilt es jetzt, die Fonds stur das große Werk auszu bringen, da es evidenterniaßen keinen Mangel an Menschen gibt, die nach Palästina gehen wollen und das Lar»d ans den Wiederaufbau wartet. Es 1kmi bdi sich bloß mit die erforderlichen Mittel, welch? anfzubringen das gesamte Iudrrrtttm der Welt in der Lage sein muß. „Es ist eine gute nationale Investition", sagte Commander Kennwort-Hk Aus die Frage, ob irgend eine Möglichkeit gedacht lverden könne, daß England jemals das Mandat nicht beachte, erklärte Kemnvorthy, das; an eine solche Wendung ' V Dr. Schemariahu Lewin, Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees. nur eilte fastzistische Regierung denken könnte. Die Liberalen, die Avbeiter- und die konservative Partei haben sich alle mit ihrem Versprechen im Sinne des Mandats gebunden. Sie alle sind dein Zionismus gut gesinnt. Cr könne sich deshalb keine Eventualität denken, in welcher irgend eine mögliche britische Regierung das den Juden gegebene bindende Versprechen nicht einhalten würde. Commander Kennworihh, eine führende Persönlichkeit der englischen Marine, kennt Lord Plumer ganz genau. Seine Meinung über die Ernennung Dovd Plumers zum Oberkommissär von Erez Israel ist daher von 'besonderem Interesse. Er meinte, er persönlich Hütte es lieber gesehen, wenn Sir Herbert Sa mne l auf seinem Posten geblieben wäre, denn seine Amtsführung war eine sehr gute. Mchtsdestolveniger habe er das volle Vertrauen zu Lovd Plumer, den er als einen fähigen Bertvalter, offenen, geraden, für jede Ueberzeugung empfänglichen Menschen kennt. Lord Plumer tritt an seine Ausgabe ohne Vorurteile heran und Keunworthy ist überzeugt, daß er ein guter Oberkommissär sein wird. Jedenfalls jedoch ist es sicher, daß Lord Plumer die Wünsche der Negierung ausführeu wird. Aus eine Frage betreffend die Zuweisung von staatlichem Boden in Erez Israel vertrat Commander Kennworthy den Standpunkt, daß diese Ländereien den Jude» gegeben werden sollten, da die Araber bereits über große Bodengebiete verfügen, die sie nicht kultivieren. 8 anaMm fiutenbninn Baden b.Wlen PHVSIKAL.-DIATET.SCHE HEILANSTALT I. HANOIS ( 6INOELE1TETF. 8CHWEPILQUHULBNBADIR *19 ifotei Uattan u. Grand Restaurant „flntlca Bonatia« TWosto-Piazz.1 dell’ Uniti Vornehmstes Restaurant, erstklassige deutsche, italienisch* u. franz. Küche*. Eigentümer Cav. Pietro Vaaoll D7 Keunworthy spricht sich auch gegen die Einschränkung der lLinwanderuno in Erez Israel ans. Allerdings müßte im Interesse der jüdischen Sache selbst eine ge traue Auswahl des Mkenscheiiiiialeri'als, das in .das Land hineingelassen «werden soll, getroffen lverden. Aber nach den Berichten zu urleilcn, wird diese Borsicht schon cnstsprechend geübt und die Einwanderer in Erez Israel scheinen ja das richtige Material zu sein und küffcit dort sehr gute Arbeit. Ihn störe auch das raschere Anwachsen der Industrie in Erez Israel im Bergleid) zur landwirtschaftlichen Entwicklung nicht, da das Land der Aufbauelemente beider Kategorien Zum Schluß bekannte sich Commander Kenn« wort Hy auch als Anhänger der Erhöhung der 'Subvention der B e i t r a g s l e i st u n g für das j ü d i s ch o Erzie h ungS w e s e n innerhalb der Grenzen des Nechernngsbudgets, wobei darauf Rücksicht genommen werden müsse, daß der Palästinensische Steuerzahler nicht überlastet werde. Im besonderen ist Commander Kennworthy für die Errichtung von technischen G e w c r b c s ch ulen für Juden und für Araber. Sie Kongreßproblemc. Ein Gespräch mit dem Scjmdepntierten Dr. Ofias Thon. Ich glan've nicht, daß die Frage der Erweiterung der Iewish Ll'gsncy im gegckvenen Augenblick noch aktuell ist, cbensowenig sche ich, daß die psychologische Borausisetzung ffir eine Finalisierung «diciser Frage gegoven wäre. Im Prinzip stehe ich nach wie vor aus dem Standpunkt, saß die Heranzichung der außerzionistischen Elemente zur Mitarveit und Mitverantwortung im Pailästinaaulfbau durchaus erwürilscht ist, aber, verficht sich, unter der strikten Voraussetzung, daß die Zionistische Organisation in keiner Weise inner lich gelockert oder nach außcnhiu ihre «führende Bedouillug herabgedvückt werden darf. Es -ist gang sollbstvevstänldlich, daß keines der Prinzipien der zionistischen Ideologie durch die Mitarbeit der außerzionistischon Elemente geschwächt oder Verdunkolt werden davf. Sie wissen wohl, daß das Aktionskomitee ans der letzten Sitzung in London bestimmte Resolutionen gefaßt hat, die zunächst den Wert haben, daß sie der ctoeittudlen Erweiterung eine Art von provisorischen Charakter geben, so daß eine Revision des Versuches späterhin möglich ist. Ich halte die Fassung dieser Resolntton ffir durchaus zweckentsprechend. Was die vierte Alijcch betrifft, so ist ohne Zlvei-fcl jede Vermehrung des Iischuw imr zu bcgüüßen. Es davf aber über der Quantität die Qualität nicht vergessen werden. Das Fundament der jüdischen Heimstätte ist und bleibt die landwirtschaljWche BesiM«un«g, die an>f Sollbstcrvbeit und Pioniertum gegründet ist. Es ist der Kernpunkt, die Organisierung der vierten Alijäh so zu 'leiten, daß die neuen Einwanderer rasch und gvündlich zu produktiven Berufen überführt werden. Unter produktiver wirtschaftlicher Betätigung verstehe ich in diesem Zusammenhang außer Landwirtschaft auch HaMverk, Gowevbe und Industrie. Selbstverständlich ist auch der Handel aus gesuitder solider Basis mit eingeschlässen. Mein Standpunkt in der Evziehunigsifraige Palästinas ist: da die restlose Hcbraisiemng der jüdischen Siedlung in Palästiim erste Voraussetzung für die nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes ist, umß das Evziehuingswcsen ausschließlich in der .Hand der Zionistischen Organis-cntion bleiben. Es muß daher ans diesem Kongreß die vollste Auifmevlsamikeit diesem PrMem zugewendet werden, was zmn Ausdruck komnren kann in der Erhöhung des Erziehnngsibudgets und in der Schaffung eines besonderen Organs zur Seitowtig und zum Ausbau des Schulwesens. Ich halte auch Pr eine der HanpiauiMben des Kongresses, die ettvas locker gewordene Organisation zu scstigen. Dies kann geschehen unter anderem auch dadurch, daß durch Pie Schaffmrg des Evnheitsschcikols der Zerbröckelung der Organisation in FrMionen «und Fvaktiönchen entgegcitgowirll wird. Selbstverstmidlich ist auch ein gut arbeitendes besondercs Organisattonsdepartement innerhalb der Zionistischen Exekutive erforderlich. Bereinigung dev rumänischen Delegierten. Gestern fand eine Sitzung der Delegierton der viel LandKmannschasten Großrumäniens statt. Er tvuvde die Gründung einer Bereinigung der großru-mänischen Landsmannschastelt beschlossen. Golvählt wuvdow Zum ersten, Vorsitzenden Qberrabbiner Dr. N i c m irower, zmn zweiten Vorsitzenden Dr. Fischer, zun Schriftführer Dr. W e i ß c l b c r g. Die allrnntünische Landsmannschaft, bostohond aitt jsieben Mitgliedern, hat sich wie folgt konstituiert: Vor sitzender Dr. I, Niemirower, Schriftführer Dr. L Mizrachi. Sie können Ihr Reise- und Handgepäck während de» Kongresse» und de Heimfahrt für 80 Tage gegen Berlust, Minderung EliMftMjjlflf'hOI! undBeschädiMig^rs^em.^^^.oliz-ender^WMW8« autor-u. R«is«p2^ck«irfirskh«rungs*Alctl«n0«Btll8Ch welche in fast sämtl. 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