Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2331 (18.8.1925)
- Date
- 1925-08-18
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981416--23663-3011204- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
MW, VWANSY Eener Mornenzeriunn siA. MqiH IM «tz«e» Aus llrez Sfruel. Bautütdeit in Haifa. Aeber die Entwicklung der Bautätigkeit in Haifa während 0« letzten drei Monate geben die folgenden Zahlen, besonders bezüglich des Verhältnisses der Banentwicklung in, vorangegangenen Jahre, Aufschluß. In den Monaten April bis Mai d. I. wurden in Haifa 170 Häuser erbaut, darunter 98 Von Juden, während in dem gleichen Zeitabschnitt des vergangenen Jahres sich unter 66 netrgebauten Häusern nur H Juden gehörige befanden. SS ist anzunehtnen, daß die Bautätigkeit auch in Zukunft in den jüdischen Siedlungen der 3tabt zunehmen wird. Das Wachstum der jüdischen Bautätigkeit ist besonders auf die Arbeit einer palästinensisch-südafri kanischen Gesellschaft zurückzuführen, die ihre ganze Tätigkeit auf Haifa konzentriert. Bvm Gol-ewon-eh. Der Solelboneh erhielt von der Leitung des Keren Kajemeth den Auftrag zur Anlage eines Teiches im Umfange von 500 Quadratmetern für die Kwuzah in Kirjath Anawim. Sr steht ferner am Abschluß seiner Verhandlungen über den Bau eines Krankenhauses, das in Liberias auf den ^amen von Peter Schweitzer errichtet werden soll. Die Kosten dieses Bauewerden 800 ägypt. Pfund betragen und es werden bei ihm ein Jahr lang mindestens 80 Arbeiter beschäftigt sein. Sine zweite -eie« Keller. , In einem sranMischen Mnbeuftvstttut lebt zuiyoit eilte Halb ft «mitte Blinde, iric leibhaft an die -berühmte Helen «Keller erinnert, und deren Entwicklung die «wisse,qscha-ftliche Welt lebhaft verfolgt. Muvguemte Egvi — so heißt das Mädchen — verlor in chvvm vierten Lebensjahr «iitfolge emmr Gchirnentyünduidg das Augenlicht und das Gchör «und im Laufe der gjwei folgenden Jahre kan, ihr allmählich die Sprache bis zur völligen Taubstunrnchart abhanden. Me .Versuche, mit dem ^Mädchen in geistige Verbindung FU traten, blieben vorerst arsolAos und die Schwöerigkoiten lvurden dadurch, noch vermehrt, -daß Marguevbte als Normalgobovene nicht den den Blind- .gcÄovenen eigenen, hochentwickelten Tastsinn «befaß. So schienen sich der Erzichmvg zuerst unübwsteigbare Hindernisse entgegentzusetzen. - - Man vechrchte nun m erster Linie den Tastsinn der Un- >gWMchen zu entwickeln und die glänzercken Resultate binnen -Lunzer Zeit regten die Lehrer zu immer wöiteven Berffuchen an. Margue-rite Egri «war mit gang besonders hohen Geistesgaben ausgsstMat, mit deren Hilfe sie zuerst einmal die BKndenschrift erlernte. Kaum dieser Schrift nrächtig, konnte sie nun rogvbnvaßigen Unterricht in allen sie lebhaft in-terchjierenden Gebieten erhalten. Sie lernt« mit spielender Leich- Ägksit Engl Lisch und sogar Esperanto, ebenso die- Handhabung einer Schreibm a s ch i n c. Sie unterhält jetzt sine lebhafte Korvsspoudenz mit ihren Leidensgefährten in London, San Franziska, Melbourne, Paris -und vor allen, mit ihrem berühmten Vorbild Helen Keller selbst, und mit großer Ungeduld verlangt sie stets wieder neues wissenschaftliches Material zun, Studium. gdeen zur Herbstmode. Paris wird verwienert. — Die Glockenmode. — Aparte Modelle. .In Wien, der Stadt der Mode, ist es für ein Modell- Haus nicht leicht, sich durchzufttzen. Der vevlvöhnt« Geschmack der Wienerin, welche die höchsten Anforderungen, an Qualität und Originalität stellt, mutz nach jeder Richtung hin berücksichtigt werden, schon deshalb, iveil Pariser Modeideen noch immer bei uns favorisiert werden. Den, SpezialmodellhauS für Damenkonfektion, Leopold Ascher u. Bruder, in der Mariahilfevstraßo 60 ist cs gelungen, zu den führender, Firmen dieser Branche aufzufteigen. Durch Lei, ständigen Kontakt mit Paris kann eS stets das Neueste bringen und die ersten H e r b st m o d v l l e, die eben' herausgekommen sind, werden den Ruf der Firma aufS neue bestätigen. Man sieht, wie die Pariser Inden verarbeitet m,d die extravaganten Details abgestreift werden. Dabei werden die einzelnen Stücke bei gleich ar Qualität verbilligt; es handelt sich um «ine gediegene Konfektion in Kleidern, Mänteln, Kostümen und Peyzen. Die neuen Modelle zeigen, wie die starke Glockenmode endlich durchdringt, nachdem die gerade Linie allmählich langweilig geworden ist. Ueberaus apart sind die schr. stark in Glocke gearbeiteten Mäntel, darunter das charakteristische Mantelinodell „Parisienne": aus Brokatrips, ganz mit Marocain gofuttwt, die PÄzverbrämuirg aus den, neuesten Schlager NaturfkurckS (roter Fuchs mit weißen Streifen), überaus vornean als Gan-ek. Bei Kleidern ist noch iinnner Crepe de Chine doche'rrschcud. Was die Farbe anbelangt, dominieren sämtliche Holztöne, ferner PasteÜtöne, für den Herbst allerdings dunkler ge- Wien, wie BischaMie u»td du,Ae Zyklamen. Als geradezu klassisches Modell kann «in GoovgetteMeid .in Negerbraun gelten, mit meisten SäumcheitMses ,md von den Hüften abwärts gingen Glocken, die als Mschluß breite. Handstickerei mit ein wenig Gold austveisen. Di« kurzen Aerrnel vervollständigen den Stil des Modells. Die Reche der neuen Kreationen, die ki bester Qualitot äußerst preiswert sind, ist zu lang, alt daß inan jadeS einzelne Stück schildern könnte. Itotfo schließlich bleibt als Entscheide «des der persönlich« Geschmack der Dame, di« wählt utib — raust. Im redaktiouetten Teile «nlhakten« entgeltliche Mitteilungen find durch, «in borangesetzteß E gekennzeichnet. Wie n, 18. August. * Choleraepidtmi« in Schanghai. Wie aus Schanghai berichtet wird, greift die Chol-eraopidemie in -dieser Stadt immer mehr um sich. Cs haben sich 6 0 neue Todesfälle ereignet. Die Zahl der Erkrankten steigt täglich. Bisher sind von der Epidemie nur Chinosen, aber keine Europäer ergriffen worden. * Taifunkatastrophe in Japan. Wie ans Tokio ge- -meldet wird, hat ein Taifun von großer Heftigkeit die Gebiete von Osaka, Kioto und Kahe verheert. Nähere Einzelheiten sind noch nicht, bokgnntgoworden. * Das Wetter. Die Temperat»vschwa>vkungc n hatten an. Gestern frühmorgens war es ziemlich kühl, später trat Besserung ein. Die Voraussage meldet unbeständigen Wetterchara-kter an. * Eine Wetterkatastrophe am Ofsiacherfee. Der Ossiacher - sec war letzten Samstag der Schauplatz einer Unwetterkatastrophe, welche die. von, Juli tveit übertraf. Am Nachmittag ging über die Ortschaften Ossiach, Sa-ttendors und St. Urban ein walkenibrucharnger Rogen mi-t Hagelschll-ag nieder, der zwar kaum eine' Viertellstunde andaucrte, aber die Gerlihc, einen kleinen Bach bei Sattendorf, m einen reißenden Strom .verwandelte, der großes Unheil a-nrichtete. Auf der Bahnstrecke bei -Sattendorf wurde der Bahnkörper m einer Länge von 200 Meter unterwaschen und die Schwellen «mSeinandergcrissen, so daß die Geleise in der Luft hingen und teilweise voneinander getrennt wurden. Das Eloktri-zitätstvev? erlitt so starke Beschädigungen, daß die Ätromerzengung versagte. Der Anprall per. sich gegen di« kleine Eisenbahichrücke ergießendeu Wassennassen brachte die Stein Pfeiler ins Wanken und zum E i n st u r z, so daß die Eisenhahnbrücke zusammenbrechen mußte. In gleicher Weise erlitt auch Vas Sta-tionsgöbäirde in Sattendorf schweren Schaden. Die Bewohner wurden vom Wasser derart überrascht, daß sie sich nur mit Mühe in Booten flüchten -konnten. Die Bundesbohndireiktion Villach leitete sofort einen Hrlfszng -ein. Die völlige Wiederherstellung der Strecke dürfte -drei bis vier Tage dauern. Menschenleben sind nicht zu beklagen. * Ausstellung der Wiener jüdische« Gemeindebtbliothek. Von heute an ist die im L-esesaäle, 2. Bez., Ferdmandsstvaße 23, 1. Stock, voranstal-tetc Auslstellung der Wiener jüdischen GemeindebMiotheik „Zur Geschichte des -hebräischen Buchdruckes" bei freiem Eintritt am Montag und Donorstag von halb 3 bis halb 7 Uhr nachmittags, Freitag und Sonntag von 10 -bis 1 Uhr mittags bis Donnerstag den 27. d. geöffnet. Samstag ist dre Ausstellung geschlossen. * Keren-Kajemeth-Kongretzarboit. Morgen. Mittwoch, an, 0 Uhr vormittags Pevmanenzdienst: Jüdisches Realgynrnasimn und Jugetldgruppe 2. Für den Blnmenvevkauf haben sich die angemeldeten Personen um 4 Uhr nachmittags im Bureau des Keren Kasern eth.bostimntt und pünktlich einzuftnden. * Gin verhafteter Betrüger. Am 14. d. wurde hier der aus Budapest zugereiste Kaufmann Moritz Herzog verhaftet. Er ist beschuldigt, der Firma „Sa xoni a" vor mehreren' Wochen - Waren in,'Werte von 3028 Schlveiger Franken abgenommen -und sie mit ungedeckten Schecks bezahlt zu haben. Herzog wird auch von der StaatsaMva'lffchaif-t 1 gesucht, well er 'int April 1 I. gemeinsam mit den, in Budapest vechaste-ten Kaufmann Deszö Breuer den hiesigen Kaufma-nn. Rudolf Ellenbogen mit einer verfälschton Rote zu 500 Dollar um 1250 Schilling geschädigt hat; auch in Belgrad hat er Betrügereien ver-übt. ..... ..... ... * Die Verzweiflungstat einer Mutter. Gestern, gegen dreiviavtol 6 Uhr. abends -beobachteten der Kaiufmvnnn Adolf Roth und der Bevkäuser Michael Gott lieb, als sie die Sa-lztoribvücke passierten, eine Fraiuenspevs-on, die sich eben über das Geländer beugte und ein kleines Kind in die Muten des Kauanles warf. Als die beiden rasch entschlossen herbeieilt-en, wollte sich eben die Fva-u sovbst über das Geländer in das Wasser stürmen. Es entspann sich nun ztoischen den beiden Männern und -der Leibensüiberdvüsstgen ein förmlicher Kampf, bis es gelang, die sich -wie rasend gübärdende Frau vom Geländer weMlbriN'gen. IiGvifchen wa-ren die Matrosen -der BinnenschUahrtÄgesellschäft Karl Treidl und Gustav Kadletz in das Master gesprungen nrxd dem in den Wellen treibenden Kinde nachgeschwommen. Es gelang ihnen auch, bas 'Kind, ein eineinhalbjähriges Mädchen,' zu retten. Die Mutter, die am PolizeÄommmariat - Leopoldstadt einvernomnren wurde,' gab an, die 30jährige ledige Stickerin Anna C h l a d i k 'zu sein und aus' Rot pich Verzweiflung gchandelt zu haben. * Günstige Lieh- und Fleischzufuhren. Der RiicheMrarkt in St. Marx wurde' im Vergleiche zur Vorwoche um zirka - 800 Stück stärker beschickt, so daß die Preise je nach Qualität u,n, 10 bis 16 Groschen pro Kilo zurückgegangen sind. Auch in der Gwßmavkthalle boliefen sich -die -Meischnnporte ans 20 Waggons diverser Fleischarten. Die Fleischverforgnng dürste daher im Lause dieser Woche eine Entspannung erfahren. Der Naschmavkt wurde über Bedarf beliefert. Mit Asumchme von Spinat, der in geringeren Mengen auf den- Markt gebracht wurde und sich daher mäßig verteuerte, blieben die Preisealler anderen Gemü-seforten mwerändert. Aus dem Obstmarkte, -der über genügende Vorräte verfügte, blieb die Preislage eine stationäre. E Schweizer Fabrikant und Exporteur in Stickereien und bestickten sowie Aalten Stoffen sucht während seines Aufenthaltes anläßlich des Kongresses neue Gcfchästsverbin'dutt'gen ft, allen Staaten anzuikmipfen. S. L e v i n (St. Gallen), Wien, Hotel Metropol. * Di« Arbeitslosigkeit. In der ersten Hälfte des Monats August ist -die Zahl >der unterstützten Aribei-tslofen -in Wien u-m 600 auf 66.789 (davon 26.369 lvoibliche) gestiegen. In dieser Zahl ist die Zahl der im Bezüge der außewrdentlichen B-eihi-ffe stehenden 3761 Arbeitslosen nicht inbegriffen. Bei den Ä ug est« Uten ist bei »«^verändert ungünstiger Lage die Zahl -der Arbeitslosen umt 100 auf 11.478 gestiegen. *■ Der Zugsunfall bei St. Marein. Die Gvneraldivektion der Oesterreichischen Bn-irdesbähnen -teilt zu ten, Eisenbahivnufatt von Marcin-St. Lorenzei, nri-t, daß Verletzungen schwereren Grades überhaupt nicht zn verzeichnen sind, daß vielmchr die sogleich am 'UkvfallSorte durch den Bahnarzt borge,wm-mene Unlerjpchnug durchaus Berletznn-gen leichteren Grades seftstellte. Eine Spitalsaufnahnre war daher i-u keinem Falle notlvendig. Berl-cht wurde,, neun Passagiere, vier Beamte der Postmnbulauz und sechs Eiseubahnbediersttete. Der Sachschaden bletbt hinter .-den ersten Befürchtungen zurück. Die Gepäcksendungen i-u, Schnellzug siivd - zur Gänze unbeschädigt geblieben und auch die Bries-post ist iu-tatt. Die Atlsräunmugsarbeiten m, der Unfallsstelle waren bevoits Samstag'dtzn 16. d., mittags, beendigt, so daß der zloeigeleisige Verkehr wieder ansgenonl-nun werden konnte. * Das Schachturnier in Debrecjin. Die siebente Runde -hatte folgendes Ergebnis: Eö gewannen Mattison gegen Steiner, Soitz siegen Vaifda, Grünfeld gegen Havasi. Tartakosver gegen Przepiorta. Johner gegen Kn,och. Die Partien B-Nkovic—viagy uttd Aszivlos—Brakes wurden iintn'brocl'en >«nd werden Sams- - tag ior-tgesebt. * Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, 2. Dez, Taborstraße 50. Telephon 40-3-16. In der Zeit vom 9. bis 16. b., waren angemeldet: 1018 männliche und 675 weibliche Stellen« suchende aus den verschiedensten Branchen. Männliche o f f e n e S t e l l e n: 6 Vertreter, 5 Lehrlinge, 90 Praktikanten, 1 Tischler, 2 Hilfsarbeiter, 8 Laufburschen, 1 Fakturist, 1 Danrenschneider. Weibliche offene Stellen: 1 Verkäuferin, 6 Stenotypistinnen, 6 Hausgehilfinnen. 2 Lehr» Mädchen, 1 Lausmädchen. 1 Wirtschaftern,, 8 Kinderfräulein. 3 Köchinnen, 1 Buchhalterin. 1 Schneiderin. In derselben Zeit wurden vermittelt : Männliche Stellen, 3 Vertreter, 3 Lehrlinge, 6 Praktikanten, 1 Tischler, 2 Hilfsarbeiter, 1 Laufbursch, 1 Fakturist. Weibliche Stellen, 4 Stenotypistinnen 2 Hausgehilfinnen, 1 Lehrmädchen. 1 Wirtschafterin. 1 Kinderfräulein, 1 Köchin. 1 Buchhalterin. Die P. T. Arbeitgeber werden höflichst ersucht, sich im Bedarfsfälle an obige Adresse zu wenden. * Meldung polnischer Staatsbürger. Die Gesandischaft de, Republik Polen gibt folgendes 'bekannt: Gemäß Artikel 20 de? Gesetzes von, 23. Mai .1954 betreffend die allgemeine Militärdienftpflicht sind alle pol-nischcn Staatsbürger männlichen 'Geschlechtes, Moren in, Jahre 1907, wohnhaft in Oesterreich, verpflichtet, sich persönlich bei .der t^vn'sularabteilung der Ge sandtschaft der RopMi-k Polen in Wien, 3. Bcz.,Jllennw?g in der Zeit vom 10. September bis .zum 15. -Oktaler 192.* unter Vorweisung der ihre Identität Nachweisen-den DoSnmen-ke zwecks Eintragung in das Mil-itävevi-denzver-zeichnis im Sinne des Art. 87 des genannten Gesetzes bei persönlicher Berant vwrtung zu melden. Die an, -persönlichen Erscheinen verhinderten Än'ineldungspflichtigen können diese Anmeldung schriftlich -unter Anschluß des Reischmsses und einer legalisierten Abschrift des Geburts-- und Hei-matss-cheins vornehmen. Hiebei haben sie nachstehen-de Daten anz-uge>ben: Bor- und Zunahme. Geburtstag nnd -Jahr, ständiger Wohnort in Polen, ständiger Auifenthaltsort und genaue Adresse im Auslande, Nalionalität^ Glaubcnsbokeunt'nis, Beruf bezw. Beschäftignn-g, Schulbildung, Stand <>Fa-itt-ll«'nstand), gerichtliche Vorstrafen, -körperliche Ge brechen des 2lmueldungspflia)tigen sowie Namen seiner Eltern, ob -die Eltern leiben, ständiger -Wohnsitz und Beruf des Vaters. * Die amerikanischen Jrlärcher ehren einen jüdischrn Freiheitskämpfer. 2>er altaug-esehene Jrländcrorden .'in Amerika Ancien Order of Hiberu-ians nahm auf -seiner gegenwärtig in Atlantic City stättfindenden Konvention einstiinmig eine Resolution an, in welcher die Mitglieder des Ordcne a-uf-gef-ordert werden, aus Anlaß der demnächst statlfindendeu Enthüllung des Denkmals - des amerikanischen Freiheito kämpfers Chain, S-o l-om o n, des ersten Juden aus Polen, der nach Amerika kmn, fam amerikanischen Juden die Sympathie auszudrücken. Chain, Solomon war bokanntlich derjenige. der den amerikanischen Freiheitskämpfern die nötigen Finanzmittel zur Führung -des Krieges beschafft und auch selbst an den Kämpfen teilgenon,n,en hat. . * Zyklon B. — gegen Ungeziefer. In England wird gegenwärti-g eine -neue Methode der Un-gezichevbcikäinpfung durch Gas versucht. Dr-c Industr-i-e hat hierfür eine M-au,säureverdinduug hergestellt, die an ein-e feste Substaly; von körnigem AnGchen gebunden ist. Die bstrsfifenden Räume lvevdeu mit einem braunen Papier aus-golegt,n,d jede Oüffimug wird sovgfältig veris-chlossett. Männer nüt Gasmasken streuen das iteuc Mittel, das die Bg-eichnnn-g.Zyklon'B." führt, auf den Fußboden und verlassen das H-aus^ Das Gas, das sich bei Beviöhvung mit der Lust aus der Sarbistan-z, an die es gebunden ist, entwickelt, töt-ot in kurzer Zeit -alles Uugeziejf-er, das sich in dem Hause befindet. ' Seibs-ämerweise macht ein kleines Insekt, eine Art von Kornwurm, eine Ausnahme: dieses Tier kann 48 Stunden l-aug Me M-mun-g einstellen 'rrnd überst-eht aus diese Weise den Q^*-- angrM.' - Bühne und Kunst. zur Uraussöhrung von Auerbachs „Mose" Carl-Theater. «Keinen, Dichter ist es bisher gelungen, die Gestalt de? Ados es in jener Monumentälität aus die B-ühne zu st ellen, die Michelangelo in den Stein -gebannt, hat. Alle Verfuche scheiterten, weil die Autoren versuchten, das Vielfältige des gewaltigsten aller Evde,m,äm,er «in einen einzigen dramatischen Rahmen zu spannen. Der junge, werdende Moses, Moses, «der «Enipörer- -und Besveier, MoseS, der Gesetzgeber und -Prophet, -Moses, der Wol-ksvater und Dulder, sind vier Helden ebenso vieler gesonderter dran,atischer Vorgänge und Pr-oibleine. Sie verschmelzen -vollen, heißt verschwommen, werden, -sic a-nf-znreihcn, Epik, nicht DraniaM schaffen. Israel Äl m-e r b ach, «dessen Bokkstraigödie ,Mose" «de-n,- -nächst vom Carl-Thenter -uraufgef-ühvt wird, versucht die Größe des Titanen an einen, ganz bestnmnten Punkt seiner Laufbahn -und Wesenheit -zu «Packer,. >Er geigt ihn im tragischesten Momente seines Erlebens: an -der Schwell-e der Vollendung seines Weltervwer-kes, zugleich «der Schwelle von -dessen Zusammenbruch. Das W-M, das MoseS gesammelt, erl'öst und geschmiedei, an der Pforte des Landes, das ihn, verheißen, vor der großen Tat, -die ihm anferlegt ist, nn, se-ine Erwählung zu r-echtfertt«geu, dieses Volk versagt, wird schuldig mrd vevurteilt sich zum iUlltergaug. Moses, sein -Führer und Dulder, erleidet alle seine Tode -mit ihm; sein eige-nes Schicksal ist dieses Bol'ksschlck- 'sals Gleichnis: 2l,,ch er sellbst wird das Land der Verheißung nicht schauen. Ja, seine Tragik ist tiefer. Des Volkes neue Ge- «neration wird ua-ch den, Absterben der alten das Werk einst tun; aiber Akos-es ist dieser Trost der Erneuerung und Vollendung «nicht bcschioden: seine Söhne sollen, keine Spur seiner Größe wird in Funken feines Mutes zur Auferstehuug gelangen. Und doch beugt es -ihn n-icht — das Volk wird sein Kind, seine Vollendung «und -seine Elvigikeit, i-n denen er sich beschcidet und s-ei-ne wahr« Glorie findet« -Das Werk, «das von Feld mar inszeniert wird, ist in den Hauptrollen «n,it ersten Künstlern besetzt. Es wirken unter anderen mit; Jakob Feldhamruer (Deutsches Volkstheater) und Hans fcUUw (Burgtheater). Die -Uran«Wh,nnp -findet am 26. >d. statt. Ausstellung Mischer Künstlet. Josef Budto. — Hermann Struck. — Alexander Jarah. — Paul Kölkigsberger. Der Terun-uus „Jüdischer Künstler" ivar bisher irreführend: eitttvedcr Stoffkreis oder Rasse oder sogar beides, nie« rnals aber «das, lvas wir heute schon jüdischen Geist bezeichnet,,