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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-15 · Heft 2329 (15.8.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2329 (15.8.1925)
Date
1925-08-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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SMS Men. SamSkag 1$. 1868 Wiener Mnr^en..eifun«» Lyoner Seidenhaus 1 I. KOHLMESSERGASSB 7 (vis-a vis Hotel Metropole) 472 | Wegen vorderftokter Saison grosser Sommer - R&umnnRS verkauf Ghröpe de Chine, Kohseidenstoffe, Fonlarde, Marocaioe In herrlichen Farben und Dessins zu konkttrr ensloaon Preisen I jj*F~ Stets reichhaltiges Lager aller Arten Seideneohals -WW Ser Selttmigreb der zionistische« Studenten. Vom 15. bis 18. August 1925 im Festsaale des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft. Wien, 1. Bezirk, Schivarzenbergplatz. T a g e s o r d n u n g: Samstag, 8 Uhr abends, Festßommers, veranstaltet vom Scniorenkonvent der Wiener zionistischen akademischen ^-erbindungen im Festsaalc des Hotel de France. Sonntag, 11 Uhr vormittags, Enthüllung der ,Dr.-Herzl-Erinner»ng§plakette" am Hanse, 9. Bez., Türkenstraße 9. 3 Uhr nachmittags: Eröffnung des Kongresses: Präsident Kurt Offenberger (Wien). Generalbericht der Exekutive: Sekretär Alfons Krämer (Wien.) Spezialberichte. Montag, 9 Uhr vormittags: Referat über Arbeitsprogramm und Organisation: Dr. Jakob Wein er (Wien). Referat über zionistisch-studentische Probleme: Dr. Hans Kohn (London). Palast inavcfevat: Dr. Wolfgang Weisl (Jerusalem). — 3 IlA: nachmittags: Finanzrefcrat: Doktor Erwin K a r p e l e s (Wien). Universitätsrcserat: Dr. Josef Strhjer (Wien). Generaldebatte. Dienstag, 9 Uhr vormittags: Fortsetzung der Generaldebatte. Berichte der Ausschüsse. Absolutorium. Neuwahlen. - 3 Uhr nachmittags: Ausflug in die Umgebung Wiens. * Im Sokretarit des Weltverbandes zionistischer HochschÄler ' wird täglich ab 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends ununterbrochen amtiert. Sämtliche Delegierte wollen sich umgehend nn Sekretavit melden Die Karten für die Enthüllungsfeier müssen spätestens Samstag um 12 Uhr mittags äbgeholt werden. Kongreßbesucherkarten werden heute bis spätestens 6 Uhr abends ausgegeben. Der Verkauf von Kongretzbesucherkarten am Tage der Kongreßeröffnung.findet nicht statt. Heute um 8 Uhr abends findet im Festsaale des Hotel de France ein Festkommers statt, zu welchem die Delegierten sowie die Mte-Herren-Mannschaft der Verbindungen «und Vereine emgeladen werden. Besondere Einladungen können nicht versendet werden. Informationen werden im Sekretariat erteilt. Herzl-Eoinnerurrgsplakette. Die morgen um 11 Uhr vormittags stattfindende Enthüllung der von den Architekten Lu ri e und Neubrunn entworfenen, bezw. ausgeführten H e rzl-Gedenkp l aket te im Hause, 9. Bez., DürEenstraße 9, begint mit einem Ghovgefang des Jüdischen Gesangsvereines unter Leitung seines Dirigenten Pros. Auslande r Exporteure kaufen am vorteilhaftesten 519 Gummimäntel erstklassiger Oummierung und Ausführung bei DCPURy Guvnniiiitänt3l?abrik ntttMAN WIe».H,.H«um»rkt7,B«a(rix4.2a gangenheit, bevor sie noch ganz untergeht, festzuhalten und sie, kristallisiert, der neuen Zukunft zu schenken, ist der unbewußte künstlerische Wunsch und die Aufgabe der besten schaffenden Geister des Volkes. In ,/Reubeni" besitzenwir wieder so einen Baustein für das große Epos unserer Vergangenheit. Vielleicht eines der schönsten und stärksten. Die falschen Messiasse, ihr Austauchen, ihr Leben und ihr Tod sind vielleicht Auswirkungen einer krankhaft überhitzten Galuth-Phantaste, als Zeugnis der imnier unbändigen Sehnsucht des Volkes nach Palästina, nach Freiheit und Erlösung, gehören sie aber sicherlich zu den lichtesten Punkten des dunklen Ghettotebens. Der neue Roman Brods 'hat aber über diese Worischethische noch eine vielleicht wichtigere Gegentvartsbedeutnng. Nicht nur, daß die Menschen der damaligen Zeit, gerade der damaligen jüd i s chen WeIt, die auch eine Krise durchzumachen hatte — es war eine Mischung von dumpfer Ghettoatmosphäre und freier Renaisiancelnft, von mystischen Verzückungen und nüchternen Erwägungen — nicht nur. daß diese Menschen, wie zum Beispiel Mantino, der gelehrte Verfechter der Assimilation, noch heute vielfach sortleben, sondern — und das ist das wichtigste — die ganze A r t der Problematik hat Brod so modern, so aus dem tiefsten jüdischen Trieben heraus gestattet, daß dieser Renaissanceroman uns wie ein Roman der Gegenwart, ein Roman unserer selbst anmntet. Der einzige Erfolg Reubenis war, daß durch den Ruf seiner Persönlichkeit im fernen Osten ein Mann zur Abfassung des Schulchan Aruch angeregt wurde. Das Buch der ehernen Gesetze läßt Reubeni im Gefängnis alls sein Vermächtnis zurück. Es soll das Volk durch das Band der geregelten Gebote einig zusammenhalten, es soll die Brücke zum Nachfolger sein — zur erfolgreichen Erlösung. Vielleicht . nicht wörtlich durch den Schulchan Aruch, vielleicht nicht nur den Messias, aber durch Größe und Schaffen, nicht nur Tugend und Frömmigkeit, sondern auch durch Sünde und Kraft, mit reiner Begeisterung und nüchterner Politik, das Ziels, wir hoffen, nicht am Ende der Tage, sondern nah, an ihrem neuen Anfang. Dr. Leopold THaler. Braslavsky. Nach den einleitenden BcgrüßimgSworten des Präsidenten des Wettverbandes zionistischer Hochschüler, Kurt O f f e n b e r g e r, wird Herr Dr. C h a j e s die feierliche Zeremonie der Enthüllung vornehmen. lieber die Bedeutung dieses Tages wird .Herr Doktor S ch ei l i t sprechen, nachdem zuvor noch ein LMied vom Gesangsiverein vorgc tragen wird, Es ist zu erwarten, daß auch prominente Führer der zionistischen Bewegung Worte des Gedenkens für die in diesem Hanse tätig getvcsenen Pioniere der zionistischen Idee sprechen werden. In seinem Schlußwort wird Präsident Ofsenbcrger diese Gedenktafel in den Schntz der Lesennd -Rcdohalle Mischer HochsckMer, die in diesem Hartise ihr Vereinslokal hat,"übergäben Sie Tagung des Keren Hajeffod. Die Konferenz der in Wien anläßlich des Kongresses anwesenden Vertreter der Keren-Hcvjessod-Kommissionen der verschiedenen Länder Europas, Amerikas, Südafrikas und Palästinas, welche vorgestern begann, .wurde gestern vormittags und nachmittags fortgesetzt. An der sehr gründlichen und interessanten Debatte beteiligten sich insbesondere die Herren Goldstein (Amerika), Gesang (Argentinien), Dr. Hantke und Berger (Deutschland), Dr. Klumel und Dr. Jasse (Polen), W i l e n s k y und Dr. Reiser (Rumänien), deSchalit (Litauen), Dr. Friedemann (Holland), Prof. Dr. Artur Freud (Dschecho-Slatvalei). Es war üibevaus lehrreich, aus den Berichten der einzelnen Landesdertreter zu erfahren, mit welchem Erlfolge und mit welchen Mitteln in den verschiedenen Ländern für das wichtigste Finanzinstrnment des Aufbaues gearbeitet wird. Wahrend Deutschland und Rumänien an dem strengen Maasferprinzip fcsthält, wird in Amerika, Südafrika und in Polen, wo in diesem Jahre besonders gute Erfolge erzielt wurden, nicht „Maasser" verlangt. Aber überall kam man dazu, nur S teuerle istungen in bestimmter Minimal höhe zu fordern und die Annahme einmaliger ,Mpen° den" abzulchnen. Ueberall ergab sich auch die Notwendigkeit, zunächst die jüdischen Persönlichkeiten der betreffenden Stadt oder Provinz zu gewinnen, bevor eine Massenaktion begonnen wurde, und nur dort war die Arbeit von Erfolg begleitet, wo eine gefestigte zionistische Organisation b e st e h t. Als die wichtigste Vovauslsetznng für eine gedeihliche Arbeit des Keven Hajesscid in der Zukunft wurde daher erkannt, daß der Keren Hajessod an der Stärkung der 'Zionistischen Organisation wirken müsse. Einen breiten Raum der Beratungen nahm die Aussprache über das sogenannte Krim-Projekt ein. Aus den sachlichen Berichten von Kennern der Verhältnisse ergab sich, daß die Ansiedlung russischer Juden in der Krim — gang abgesehen von den großen Gefahren, mit welchen sie für das Eigentum und Leben der Anzufiedelnden verbunden ist — im besten Falle eine ganz kleine Wohltä ti gke i t s akt i o n werden könnte, über deren Fragwürdigkeit die jüdische Oeffentkichkeit rechtzeitig aufzuklären sei. In bezug ans die Spesen frage wurde übereinstimmend dargelegt, daß mit Or g a n i s a t i o n ssp ese n des Keren Hajessod, der als rentables Unternchnien anfgchaßt -werden müsse, niemals gespart werden müsse, hingegen fei bei Bemessung der A d m i n i st r a4i o n s s p e s e tt strengste Sparsamkeit am Platz. Sehr interessant waren die diesbezüglichen Darlegungen des polnischen Kongreßdelegierten Dr. Klumel, der an Hand eines reichen Ziffernmaterials nachwies, daß die erfreulichen Erfolge in Polen während des letzten Jahres nur dadurch erhielt worden find, daß man Ovganilfationsispesen großzügig zur Verfügung stellte, und ans die hervorragende Qualität der Propagandisten das Hauptgewicht legte. In der Debatte kam auch das Verhältnis Mischen den beiden Fanden Keren Hajessod und Keren Kajemeth zur Sprache. Nach den praktischen Erfahrungen ergab sich, daß überall Reibungsiflächeu vermieden iverden und beide Fonds, unbeschadet ihrer Erfolge, nebeneinander arbeiten-, wo sich der Keren Kajemeth im Sinne seines Zweckes auf die Einbringung von Spenden und wuif das Propagandamittel der Sammelbüchse b e s ch r ä n k t, der Keren -Hajessod hingegen an dem Prktzip der Eiichoklung freiwilliger Steuerleistungen festhält. Geteilt waren die Meinungen in der Frage, ob das Direktorium des Keren Hajessod in London zu verbleiben halbe oder ob die Ueb erst edlung des Direktoriums na ch Erez Israel zu verlangen sei. Die Mehrzahl brachte Gründe für die U Übersiedlung vor. Man Wünscht sie aus Erspa«rungsvüchichten und wegen des notwendigen engen Kontalktes der Keren-Hajessod-Leitung mit dem Lande, für welches der Keren Hajessod wirkt. In bMg ans die Be am ten frage wurde von allen Seiten gefordert, daß für die Zukunft der Beamten in irgend einer Form, womöglich durch eine Penfionsversicher u n g, zu sorgen sei. An dem Direktorium in London wurde ausigesetzt, daß es über einen viel zu geringen B e a m t e n st a n d verfüg e. Die nächste Sitzung der Keren-Hajessod-Konserenz findet morgen um halb 10 Uhr vormit tags statt. * Der Drucksilm. Wie Londoner Blätter melden, sollen zwei Londoner eine Maschine erfunden haben, die geeignet erscheint, das Druckverfahren zu revolutionieren. Durch diese Maschine soll es möglich sein, die Metalltypen durch einen Film zu ersetzen, auf den mittels eines photographischen Projettionsversahreus die Zeilen übertragen werden. Sie Konteren} Des Acren Knlemeth l'gfrael. Die Arbeitskonfevenz .der Kommissäre des Keren Kajemeth, welche, wie bereits berichtet, durch Herrn Uffischkin eröffnet worden war, nahm in den letzten zwei Tagen ihren Fortgang. Abtvechselnd führten die Direktoren S. Schocken, A. Goch m und Dr. A. H a ntke >den Bonsitz. Zunächst legte Herr Julius Berger die Richtlinien des Hauptbureaus in Jerusalem für die bisherige und künftige Arbeit dar. Die Steigerung 'der Eingänge auf 250.000 Pfund im laufenden Jahre habe die großzügige Propaganda und die ans sie gewandten Auslagen gerechtfertigt. Um Konflrkte mit dem K c r e n H a j e s s o - durch klare Sonderung der Methoden beider Fonds zu vermeiden, mnffen die Nationalfondslandesstcllen zugunsten des Keren Hajessod ans die SeKstbestcuernng verzichten. Eine neue Delegation von Palästinensern ans allen Schichten und Parterlagern werde sofort nach dem Kongreß die Propaganda im Galnth aufnehmen; wenn jeder Keren-Kajemeth-Arbeiter seine Pflicht tut, werden sich im kommenden Jahre die Einnahmen bis auf 500.000 Pfund verdoppeln lasten. In der lebhaften Debatte sprach sich die Mehrzahl für den Verzicht auf die Selbstbesteuerung aus. Lav Stern aus Zagreb trat dagegen arrf, daß das Hamptbureau eine Einheitsaktion für die verschiedenen zionistischen Fonds, wie sie in der Tschochosivwakci vorgechlagen wurden, verbiete; man müsse diesen aussichtsreichen Versuch zulasten. Mehrere Redner, wie Dr. Friedmann (Kowno), Prof. Beinisch (Warschau)und Dr.Erhard (Berlin), verlangten unter Anerkennung der Besserung gegen früher, mehr Pro« pagandamateriol und Informationen durch das Hauptbureau. In der Spezialdebatte kam zunächst die Nat ion also ndsbüchse zur Erörterung. Fast alle Redner waren sich darin einig, daß ldie Büchse das dem Wesen des Nationalfonds als einer volkstümlichen, auf die Massen sich stützenden Institution am besten entsprechende Sammelmittel sei und daß die im letzten Jchre durchgeführte energische Verbreitung der Büchse bei regelmäßiger Leerung.den größten Teil seiner Einnahmen decken werde. Sodann wurden die Methoden zur Gewinnung der orthodoxen Massen für den Nationalfonds lberaten. Die Neda-vimspen.de wurde als die zweckentsprechendste Form für die orthodoxen Kreise anerkannt. In der Spezialdebatte sprachen fermer I. Berger und Dr. Zweig vom Haiuptbureau über Testamente und Stiftungen zugunsten des Keren Kajemeth. Dr. Zweig empfahl u. a. die Versicherungen zugunsten des Keren Kajemeth, wie sie im Vertrag mit dem Phönix vorgesehen seien. Redner referierte über den Vergünstigungsvertrag zwischen dem Hauptbureau des Keren Kajemeth und -der Versicherungsgesellschaft Phönix in Wien und führte dabei aus, daß bisher in Palästina, Oesterreich und der Tschechoslowakei schon Bevsicherungen emtif Grund des Vertrages über 350.000 Pfund getätigt wurden. Weitere Länder werden demnächst in die Aktion einbvzogen. Hierauf wurden die Fragen der Pvestepropaganda, neuer Propagandamittel, der Buchführung u. a. besprochen. Schließlich wurde die P a l ä st i n a au s stellu ng erörtert, welche der Keren Kajemeth von der Gesellschaft Mis'char Wetaatsija erworben hat und nach dein Kongreß in mchreren Kopien den Laudesstellen bsreitstellen will. Die Konferenz hat in d-^ Schlußsitzung noch über die Reform der Organisation des Ker« K.siemeth zu beraten. Dritte Konteren} der Zeire Sion. Güstern begannen die VerhaMungsn der drittM Wel. kouferenz der Ziomstisch-sotziälMchm Partei (Zeire Zion). Di« Konsferenz wurde durch das Mitglied des Berbandsbureaus Jdelson eröffnet, der aus zwei wichtige Fragen hiuwies, mit denen sich die Kotchevenz zu beschäftigen hat: Die Vereinigung sämtlicher z'ion istilsch-sozial ist is che n Kräfte (Persschmetzunig der Züire-Zion- und Poale-Zion- Bovbände) und die Stellungnahme der Arbeiterschaft zmn Zionistischen Kongreß. Zum Borsitzeuden wurde Delegierter Grünfeld (Polen) gewählt. B e n - C u r i o n begrüßt die Konferenz im Nanren der sozialistischen Partei Pälästmas Achduth-Äkwoda. Weiters wurden Begrüßungen der Histadmch Haowodim, des Weltverbandes der jüdischen Studen-ten ar. a. verilesson. Nach dem Bericht Jdelsons über die Tätigkeit des Berbandsbuwans wurde die Debatte eröffnet, in welcher die Frage der Bereinigung mit den Poale-Zion einen breiten R>aunr ein nahm; die Haulptschwierigjkeit des BerüinigungsprMems, die Sprachenfrage, wurde ausführlich behandelt. - t Möbelfabrik J. Spira WIEN, VII. Siebensterngasse 1—2 :: (Ecke Karl-Schwelghofer-Gasse) r. 7« Grosses Laaer r.T!n rGUMMIMSNTEL- Spielbälle, Gummischuhe und Gummi« ' waren aller Art zu Fabrikspreisen! SPIRMANN & HOROWITZ Wien, Ti. Bez., Taborstrasse Nr. 11 b — Telephon Nr. 47-0-86

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