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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-13 · Heft 2327 (13.8.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2327 (13.8.1925)
Date
1925-08-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wen, DonnersW Wiener Morgenrettung. LS. MWss tsht Nur 2 Tage „Gott der Rache* Rolandbühne, 8 Uhr Mtt Dauer von dom Fleiße, Mut und Opferfreudigleit ihres Volkes a-bhängen — in Erez Israel wieder sam- «, nm es wieder anfzwbauen. Zu ihrer Hilfe iverdett sie die Brüder in der ganzen Welt und alle anderen MKer, welche Sinn für Gerechtigkeit sich beüvahrt halben ^nnd welche in der Mentalität der zwei Kulturen — ffcer morgen- und abendländischen —- erzogen worden sind, ^anrufen, damit die E i n h e i t der Kinder Israels und die Einheit des Menscheugaschlechtes in Zion wieder veMndet werden kann. Ae Sptantensrage. Bor einer Wendung. Berlin, 12. August.. Im Zusammenhang mit den eben in London stattsindenden Besprechungen zwischen Briand imd Chamberlain verlautet in hiesigen gut unterrichteten Kreisen, haß man auf deutscher Seite geneigt wäre, dem Gedanken eines Garantiepakles auch in bezug auf die Oftfragen näherzutreten, falls auf polnischer Seite in der Optantenfrage die Bereitloilligkeit zu neue« Verhandlungen vorhanden wäre. In diesem Falle würde Deutschland bereit sein, einen dem Rrheinpakt konformen Vertrag mit Polen abguschttetzen. Sie deutsche Zollvorlage erledigt. Berlin, 12. August. (Wolsif.) Der Reichstag hat heute Hie Z,ollvorlage in dritter Lesung angenommen. Sozialdemokraten und Kommunisten hatten vor der Abstimmung den Saal verlassen. Die Demokraten gaben die i Erlklärung ab, daß für sie, da die Mehrheits-Parteien bei : der zweiten Beratung ein ganz ungewöhnliches Abstim- ’ mungsverfahren angewendet hätten, erhebliche Zweifel an der Rechtsgültigkeit des Gesetzes bestünden und sie sich daher an der Abstimmung nicht beteiligen würden. Ferner wurde in zweiter und dritter Lesung das Mm n e st i ege setz zum Beschluß erhoben. Nach Erledigung einiger kleinerer Vorlagen vertagte sich der Reichstag bis Mitte November. Nnigung zwischen Briand und khamberiain. Keben die Antwort auf die deutsche Sicherheitsnote. London, 14. August. Wie das Reutersche Bureau er- ,fährt, find die Bespre chungen zwischen Briand!und Chamberlain abgeschlossen worden. Wettere Zusammenkünfte werden nicht mehr stattfmden. Die amtliche Mitteilung über die Besprechungen zwischen Briand und Chamberlaini stellt fest, daß sich eine vollständige Einigung über die Fassung der von der f r a n z ö s i f ch e n Regierung im Einvernehmen mit den alliierten Mächten an Deutschland zu erteilenden Antwort ergeben hat. Diese Besprechungen gaben 'Gelegenheit zu einem M e in u n g s a u s t a u f ch über den geplanten Siche rheitspakt. Ein derartiger Pakt kann erst, dann eine endgültige Form annehmen, wenn alle in tereffierten Parteien Gelegenheit gehalbt haben werden, sich an den diesbezüglichen Verhandlungen zu beteiligen. Die Zusammenkunft in London wird in hohem Maße dazu beitragen, den B e g i n n w e i t e r e r B espre chuugen zu beschleunigen, die ein greifbares endgültiges Ergebnis ermöglichen werden. Die Durchmavschfrage. Die Mitarbeiter Bviands und Ehamberlams haben!sich über die Frage geeinigt, welcher Unterschied gemacht werden soll, zwischen Fällen, die den Charakter eines ,C afus b eilt tragen oder nicht. 8i«e deutsche Rote an Amerika. Ueber die Freigabe deutschen Eigentums. Berlin, 12. August. Das ,-Berliner Tageblatt" meldet aus Washington: Die deutsche Regierung hat der Regierung der Bereinigten Staaten eine Note überreichen lassen, worin es heißt, daß nach deutscher Auffassung die Vorbedingungen für die Freigabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums erfüllt sind, da Amerika nach dem Pariser Jännerabkommen an den deutschen Reparationsleistungen partizipiere, um aus diesem Anteil die Entschädigungen aivspruchsbevechtigter amerikanischer Staatsbürger zu bestreiten, wovon nach der seinerzeit zwischen- Leiden Regierungen vereinbarten!Knox^-Porter-Resolution die Freigabe de's beschlagnahmten Rutschen Eigentums abhängig ist. Der deutsche diplonratische Schritt tvird zu langen und schwierigen Auseinandersetzungen führen. Nach den nrehrsachen vom Präsidenten und degr Staatsdepartement der Bereinigten Staaten zum Ausdrucke gebrachten Anschauungen ist die Freigabe ausschließlich eine Angelegenheit des amerikanischen Kongresses. Ausdehnung der Lruseriaufftandes. London, 12. August. Ueber die Kämpfe im Gebiet von Suaida Meldet der Jerusalemer Berichterstatter der ,/Times", daß die daran beteiligten französischen Truppen etwa 6 00 Mann, die Drusen dagegen ungefähr 15.00 0 Mann zählten. Die Hospitäler von Damaskus sind mit Verwundeten überfüllt. Es verlautet, 'daß die Drusen eine lange Strecke der von Derogat ausgehenden Eisenbahn zerstört haben. Die Bedninenstämme im Djebet Hauren sollen sich den D r u s e n a n g e s ch l o s f e n haben, auch von anderen Bvduinenstämmen hätten die Drusen Verstärkungen erhalten. '; 1500 Mann französischer Truppen sollen bereits in Beirut eingetroffen sein; es werden weitere Truppensendungen erwartet. Beirut und Damaskus stehen unter strenger Uebevwachung, da man befürchtet, daß sich die Aufstandsbewegung ausdehnen -werde. Gerüchtweise verlandet, daß die Absicht 'bestehe, über Damaskus das Stand recht zu verhängen und die s y r i s ch e n F ü h r e r so lange gefangen zu setzen, bis der Aufstand unterdrückt ist. Die Presse unterliegt einer strengen Zensur. Die britischen Behörden überwachen die Grenze von Palästina mit Flugzeugen, um zu verhindern, 'daß die Drusen dort eine Aktionsbasis gegen die Franzosen errichten. Ein neue* Bericht Sarrails. Paris, 12. August. (Havas.) Nach Schluß des Ministerrates teilte Ministerpräsident Painleve mit, daß ein Bericht mit näheren Mitteilungen des Generals Sa rrail eingetrosfen sei. Er erklärte ferner, daß die tatsächliche Zahl der französischen Verluste in Dschebel Drus wahrscheinlich eine viel geringere sei als die Zahl von 800 Toten, Verwundeten, Gefangenen und Vermißten, die angegeben worden war. Der Posten von Suaida sei gegenwärtig eingeschlossen; er besitze Lebensmittel und Munition für sieben Wochen. Es bestehe die Absicht, ihm zu Hilfe zu konrmen. König Fnisal oder Shell? Paris, 12. August. Die Agenee Havas meldet aus Angora: Nachrichten des Korrespondenten der Anatolischen Telegraphenagentur in Adana besagen, daß die Bewegungen der Drusen zum Teil auf Einmischung von Agenten >des Königs Faisal von Irak zurüchzuführen sei, der für die Schaffung einer der Verwaltung des Irak ähnlichen Verwaltung in Syrien eintrete. . > . Es gehen Gerüchte um, daß auch gewisse Petrol e umg e se lisch asten an hreiser Bewegung nicht unbeteiligt seien und neue Absatzgebiete im Mtttelmeer verlangen sollen. > :; Die spanIsch-franzSsische Speration i« Marokko. Paris, 12. August. (Tel.-Komp.) Aus MaroAo wird der erste Erfolg des Zusammenwirkens der französischen und spanischen Truppen, und zwar die Einna-Hmevon Amesu durch die Kolonne des französischen Generals Freydenbtzvg, gemeldet. Letzte Kurse. New-Borke« Devisen. t * New-Aork, 12. August. (Tel.-Komp.) Berlin 23.80. London Kabel 4.85'/,, London Scheck 4.81-/,, Amsterdam 40.22, Paris 4.67, Brüssel 4.61, Rom 3.61. Madrid 14.40. Zürich 19.42. Stockholm 26.89, Oslo 18.52, Kopenhagen 22.92. Wien 0.14, Budapest 0.14, Prag 226»/.. Belgrad 178-/., Athen 166, Buenos Aires 40-/,. Rio de Janeiro 12.20, Bukarest 521/,. Amerikanische Getreidemärkte. New-Borll» 12. August. (Tel.-Komp.) Weizen rot Winter 174V,. Wetzen hatt Winter 183V„ Mais 120l/a, Hafer 51'/., Roggen 120-/,. Chikago, 12. August. (Tel.-Komp.) Weizen per September 164»/,, Dezember 162, Mai 1647',; Mais per September 104-/,, Dezember 87'/,. Mai 89V,; Hafer per September 41-/., Dezember 44»/«, Mat 47»/»; Roggen per September 1087/«, Dezember 113»/,. Mai 116'/,. Abonnements auf die (Organ des XIV. Zionistenkongresses) nimmt in Wien jede Trafik entgegen Bezugspreis 5 Schilling * A bonncnten der ,Wr, Morgenf # AmI Zeitung1 zahlen die ermäßigte f 1 * * Gebühr von 3 Schilling 9 9 Ser 14. zionistenlongretz. Die Kongretzwahlen in Oesterreich. Die Wahlen in Oestereich zum 14. Zionistenkongreß hatten folgendes Ergebnis: Es wurden insgesamt 3066 Stimmen abgegeben. Hievon entfielen auf die Liste 1 (Listenführer Dr. Ehrlich) 949 Stimmen; auf die Liste 2 (Listenführer Dr. Schallt) 1347 Stimmen; auf 'die Liste 3 (Listenführer Dr. Waldmann) 728 Stimmen; auf die Liste 4 (Listenführer Dr. Hoffmann) 73 Sttmmen. Es erscheinen somit zwei Kandidaten der Liste 1, zwei Kandidaten der Lifte 2 und ein Kandidat der Liste 3 als gewählt. Das Wahlergebnis wird, wie uns die Wahlhauptkaminifsiv-n mitteilt, noch vom Kongrehgericht zu überprüfen sein. Gastkarden. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich teilt nritt Die bis eMGve 16. d. im Bureau des Ziorüftischen Landeskomitees nicht behobenen Anweisungen für Galstlkarten werden an der Kasse des Kongreßgebäudes deponiert. Ab Sonntag den 16. d. können die Kartei: gegen Bovwoiisung der Anweiifllng an der Kasse des Kongvehburoaus behoben werden. Httachdulh. Die Ziomstiische ArbÄltspartei Hitachduch veranstaltet Samstag den 16. d. um 8 Uhr abends >im Saale »des Hotel Continental, 2. Bez., Daborstvahe, eine Massenverisammllmg mit dem Thema „Die Hitachduth und der kommende zionistische Kongreß^, Sprechen werden: Das Mitglied der Zionistischen Exekutive Jose!f Siprinzak, Dr. Ch. Arlosoräff, Ma Fischman, Agronom I. WManski und Abg. Mbr. Lewinisohn. Konferenz der Union der Jionrstenrevisionisten. Im Rahmen des 14. Zionistenkongresses findet Samstag 'den 16. d., abends, im Kongreßgebäude eine Konferenz der Kongreßdelegierten statt, welche der Union der Zionisten- Revffionisten angehören oder sich anzNschl'ießeil wünschen. Genaue Zeit und Ort werden im der „Wiener Margenzeitung" vom 16. d. veröffentlicht werden. Gäste, die an dieser Konferenz teilnehmen wollen, werden ersucht, dies schvMlich oder telephonisch an Dr. Norbert Hofs manu, 1. Bez., Zelinkagasse 13 (Telephon 66-3-18) bekanntMrgeben. Keren-Kajemeth-Kongretzarveit. Perman enzdienst: Heute, halb 10 Uhr vormittags,' Esm, Achduch, KMurgruppe 20, in unserem Bureau, 1. Bez., Kärntnerstraße 26. Freitag nachmittags Verteilung der BüchseNsiugzettsl im 2. Bezirk Tchelech Lawan Prater; im 20: Bezirk Kulturgruppe 20 und Iugendgruppe Zwischenboücken. Das Material ist im Lause des Frertäig im Bureau abzuholen. Samstag, 5 Uhr, Besprechung der Führer der Juigndgvuppen. Polästttrerrsische Woinbauausstelluwg. Das einzige Produkt, welches Palästina in großen. Quantitäten exportieren kann, ist der weltberühmte P a l ast in aw ein. Im Jahre 1924 wurden Weine im Werte von 38.000 Goldkronen nach Oesterreich importiert. Im Rahmen der allgemeinön Palästinaansstellung will nun die Boroinigte jüdische Weinbcmerngenossenschaift R i s ch o n - >1 e- Zion und Sichron-Jakob den KMgreßbchuchern Gelegenheit gelben, die ausgezeichneten Woinsorten Palästinas kennen zu lernen. Es wird ein eigener Stand errichtet werden, welcher neben Bildern und Diagrammm die Produkte des jüdischen Weinbaues zeigen soll. Fünishundert Hektoliter der feinsten Weinsorten wurden nach Wien gebracht, und sind zum Teil in kleine O r iginalsäßchen zu 2y Liter umVöleert worden. Es wird den Kongreßb^uchem Gelegenheit geboten sein, preiswert ein derartiges OriginaLgsbinde zu erstehen. Außerdem wird der Wem in vielen hundert Originalslaschen zum Verkauf stehen. Für das Weinrestaurant wurde der sogenannte Strauß- Lanner-Saal im Kongreßgebäude gemietet, welcher 400 Personen faßt. Abends wird dort eine gute jüdische Kapelle konzertieren. In diesem Restaurant werden die feinen Sorten aus Rischon-ke-Zion auch glasweise zu voVstümlichen Preisen zum Ausschank gelangen. Dieses Lokal wird sicherlich ein angenehmer Aufenthaltsort für die Kongreßteilnehmer werdem Nach Beendigung des Kongresies wird in Wien eine ständige Verkaufsstelle für Palästinaweine errichtet werden. Me HakenkreuzlerversamMnsen. Die HakenkkvouAversanmilung, die Montag von dev Polizei verboten tonttfoe, findet heute im Drchevpark m Meidling mit einer wesentlich veränderten Tagesordnung statt. Es sind'mnfangreiche Vorkehrungen getroffen wordm, um Ruhestörungen sofort zu unterdrücken. Auch für den fogerrannten vöNschen Tag in Wien, der Montag stattfinden soll, wird die Polizei alles Vorkehren, um Ausschreitungen hintanzichalten. dürs diesem Grunde wurde die Eint^isebewilligung für den Hakenkreuzsührer Adolf Hitler verweigert. Die Grentzbohövden wrvÄerr angewiesen, darauf zu achten, daß Wer zzW nnb-ef^gt die. MMe. *

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