Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2326 (12.8.1925)
- Date
- 1925-08-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981411--23608-3011144- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. Löse_Men. Mtttlvöch_ Wle««k fWaMgtMefftttm,_IS. August Mg Sette A ftn-ei der Parteitag der Nationalsozialisten statt, zu dem aus den Bundesländern und dem Deutschen Reiche Teilnehmer erwartet werden. Die Bundesbahnen haben den Teilnehmern an dieser Demo«stratkon Fahbegünstir gungon zugestanden. Welche Stellrmg die Polizei zur Abhaltung dieser Tagung einnehmen wird, ist bisher noch nicht bekannt. Hakentteurlertrelben kn Pörtschach. Ein Beittag zur Hebung des Fremdenverkehrs. Die Ehvistlichsoyiale Nachrichtenzentrale berichtet aus Klagenfurt: Recht peinliche Lärm- und Radauszenen wurden am Sonntag durch eine Gruppe von 20 Nationalsozialisten in der bekannten Sommerfrische Pörtschach am Wörthersee verübt. Bor dem Gasthause „Seerose" kamen sie mit einem Motorradfahrer in Streit. Die Nationalsozialisten belegten das Rad, das einem Tanzlehrer gehörte, mit Beschlag, mußten es aber über Einschreiten der Gendarmerie wieder herausgeben. Dann suchten sie das Hotel des Bürgermeisters Prueller zu stürmen. Die entstandene Schlägerei nötigte dazu, durch Marmzerchen der Feuevwehvsirene Hilfe hevbeizusülhreu. Auch die Klagenfurter Gendarmerie war alarmiert. Die ganzeBevLUerung war über die unerwünschte, vom Zaune gebrochene Ruhestörung empört, Verkauf der Kuuftbefltzes Saftiglloni». Aus Amsterdam sind Nachrichten eingÄaufen, daß Las dortige bekannte KnnftauktionshauS Fred Müller u. Co. wogen des Verkaufes des großen Castigl io urschen Kunstbefützes mit auswärtigen, namentlich enMcherr und amerikanischen Interessenten verhandle. Bekanntlich bildete die Kunstsammlung eines der größten Vevmögenslbeftandteile Castiglionis. Ein umfangreicher Katalog enchält alle wertvollen Bilder,. Statuen, Bronzeftücke und ähnliche Kunistgegenstände, die in dieser Sammlung enchalten sind. Es befinden fich damnter einige echte Rubens, Tintoretto und andere wertvolle Denkmäler der venezianischen Kunst. Der Wert aller' dieser Schätze, welche ln einem Palais im vierten Bezirk untergebracht sind, wird ans mehrere Millionen Dollar geschätzt. Uüber den Kaufpreis verlautet nichts Genauer, doch soll er sehr hoch und boi den jetzigen Verhältnissen ziemlich günstig sein. Von einer Seite wurde bezweifelt, ob diese Sammlung nach dem Auslände verkauft werden könne, da sie unter Denkmalschutz stche und ihre Ausfuhr infolgedessen unmüMch sei. Von anderer Seite hingegen wird behauptet, daß ein Teil dieser Samlung nicht unter dem DenVmalschutz stehe, daß er aus dem Auslände evngsführt und irrfolgedessen auch nach dem Auslande ausgöführt werden könne. Es handelt sich namentlich um die wertvollen Stücke der italienischen Spätrenaissance und um die holländischen Kunstdenkmäler, Me Altwjener Stucke sollen weiter in Wien verbleiben. In Finanzkreiisem war es schon lange kein Geheimnis, daß Castiglioni zur restlichen Bezahlung seiner Verst fl ich tun gen einen Teil seiner Kunstschätze abgustoßen beabsichtige. Cr dürste diese Absicht jetzt zur Ausführung bringen. Außer den Kunstschätzen besitzt Castiglioni in Wien neben seinen beiden Palais keine größeren Bevinögensbastände mehr. Infolgedessen ist auch das Gerücht aufgetaucht, daß EastWom endgültig Oesterreich verlassen wolle. Wie wir erfahren, entspricht dies vorläufig nicht den Tatsachen. Die guten inArgentinieu. Der anläßlich der Poale-Zion-Konferenz in Wien anwesende Führer der Poale Zion A. S. Juris hat zu Propagandazwecken Argentinien bereist und die dortigen jüdischen Siedlangen kennen gelernt. Er hatte die Freundlichkeit, einem unserer Redakteure folgende Angaben zu machen: In. Argentinien loben 'heute ungefähr 17.000 Juden. Diese Zahl, das Produkt einer 30jährigen Einwanderung hauptsächlich aus dem Territorium des Borkriegsrußland, ist im Anwachsen begriffen, da immer -noch ettre, -wenn auch verhältnismäßig geringe Einwanderung stattfindet. 3000 Juden leben von der Landwirtschaft i.n den von Rothschild gegründeten landwirtschaftlichen Kolonien, 70.000 in Buenos Aires .und die übrigen in Keinen Städtchen, die gewöhnlich im Zentrum einer peripheren kolonisatorischen Siedlung liegen. Die in den Städtchen und in Buenos Aires lebenden Juden sind zum geringeren Teil Arbeiter, zum größeren Teil Klein- und MitteMndler. Im allgemeinen leben sie auch außerhalb -der Kolonien koMNtvjert Wd von der übrigen BövöAevung getrennt. '1 Der Wohlstand ist allgemein, .wenn er auch nicht den Nordamerikas erreicht. Die Assimilation ist in Argentinien weniger zu spüren als anderswo. Das nationale und zionistische Bewußisein ist sehr stark, was sich besonders in den finanziellen Leistuntzen für den Keren Hajess-od und für den Jüdischen Nativnalfonds äußert. Für den letzteren beispielsweise ist die Summe pro Kopf siebenmal größer als die dev uordamerikanischen Staaten. Die kulturelle Beeinflussung der Mischen Bauem von seiten der umgehenden eingeborenen Bevölkerung ist sehr gering, da diese, ein Gemisch von Jndianevstämmen und Spaniern, noch ziemlich primitiv ist. Bei der im Lande geborenen Jugend aber beginnen spanische Sprache und spanischer Kultus vorherrschend zu werden. Die Schnsucht »ach nationalem Eigenleben bei den dortigen Juden, die Argentinien, wie Amerika überhaupt, trotz der politischen Freiheit, der bürgerlichen Gleichberechtigung und sogar der HraMnlosen MWMe'it dB MeMMS zur Mitteilung» uni Dm Publikum. WNufftr tu haben: VH Ort|.imi.zumnnmpHr JwD Bureau: fflU,Vni.ltti«|tStt 11/2 Talon und Barette für Kultus und Justiz erhftlten Sie *e«IU« oder ne<m Mtl« Ift d«n ment». faHtgiUn Formen bei der bekMalen SpeeleiNr»» RUDOLFGOLDSTEIN ,U,U.« Telephon 45-«-*o. Gegründet if«8. Viele belebende Anetkennaneaeebrelben. — Lieferant vieler in» nnd enel&ndieeher KttUefferaelnden. 195 »aieh HittetrlerteKAtaloge O.goOraeehen Lan-Mittschaft nicht stillen kann, erhellt aus der vorläufig noch geringen, aber symptomatischen und zunehmenden Auswanderung nach Palästina, ein starker Beweis für Palästina als Lösung der jüdischen Seelennot. Das gesellschaftliche und kulturelle Lebet, der .Inden in Argentinien ist sehr intensiv; so erscheinen.für ditzse geringe Zahl von Juden drei große Tageszeitungen in jüdischer Sprache. _ Shaflldim als Shalurim. Dev Rabbiner von Jablonna — Kongreß« delegierter. Wie uns mitgeteilt wird, wird der Rabbi Jecheskiel Taub, bekannt unter dem Namen ,^blonuaer Rebbe" als Delegierter Polens zum Kongreß kommen. Er ist Gründer der in der Nähe von Nahala l, unweit von Haifa gelegenen Kolonie Nachlath Iaakow. Er überraschte die jüdische Oeffentlichkeit dadurch, daß er mit einer Reihe seiner Anhänger nach Erez Israel kam und hier teils mit feinen eigenen und den Mitteln seiner Anhänger Boden erwarb, teils Boden vom Keren Kajemeth für seine Siedlung erhielt. Der Keren Kajemeth machte bei dieser Gelegenheit einen sehr interessanten Versuch: 50 Chaffidim der Jablonnaer Chafsidim übergaben dem Keren Kajemeth je 100 Pfund pro Familie, mit welchem der Keren Kajemeth den betreffenden Boden auSzahlte, übernahm und den Chassidim in Erbpacht übergab. Nach zwei Jahren wird -der Keren Kajemech den Chafsidim obige ihm als Darlehen gewährte Summe zurückzahlen. Die Jablonnaer machten sich mit außerordentlichem Eifer an die Arbeit: Mit eigenen Händen errichteten sie Halzbaracken (in sehr primitiver Weise aus Kistenbrettern). In diesen Baracken wurden die Familien untergebracht. I» einer eigenen Baracke befindet sich das Bethaus sowie die Schule. (Lehrer ist ein Enkel des seligen Drohobyozer Rabbi Schapiva, der zu den treuesten und ergebensten Trägern der zionistischen Idee gehörte.) Tagtäglich begeben fich die Siedler jung und allt zu den EntsumpfungSavboiten, denn der von den Jablonnaevn erworbene Boden befindet sich noch im ,/Urzustände", das ist in dem seit Jahrtausenden verwahrlosten Zustande. Die Ehasfidim von Nachlath Jaakow kommen ins Land, um als Vhalu'zim Arbeit zu leisten. Sie leisten sie auch. Der ste leitende und stets belebende Geist ist nun ihr „Rebbe" Jecheskiel Taub. Touristen, die ins Land kommen, tvallfahven zu der neuen Siedlung, um das Wunder anzustaunen, wie Familienväter Chaluzarbeiten machen. Der Rabbi selbst spricht hebräisch und .ist unablässig bemüht, das Hebräische in seiner Siedlung lebendig zu erhalten, genau so wie er mit all seiner großen Energie bemüht.ist, den Ehaluzgeist bei seinen Leuten zu erhalten und zu entwickeln. Alle, die ihn kennen lernen, bewundern seinen starken Glauben, seine Tatkraft sowie die Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit, mit welcher er die Arbeit tut. Man staunt über seine natürliche Bescheidenheit. In Rabbi Taub ist die in der jüdischen Seele seit Jahrtausenden glühende Liebe zu Erez Israel besonders lebendig geworden. Diese Liebe, die die großen chasfidischen Führer nach Palästina trieb. Nicht minder groß ist bei ihm die Liebe zu dem jüdischen Volke und z u d e n einzelnen Juden, die den Schöpfer des Chassidismus, den Baal Schem, kennzeichmeten. Aus diesem Gefühle heraus sowie aus der glühenden Liebe zu Erez Israel erscheint auch das Verhältnis zu den Pionieren von Nahalal völlig verständlich. Der Rebbe und seine Anhänger wissen im vollen Umfange die großen Leistungen der Nahalaler für die Wiederbelebung von Volk nnd Land zu schätzen, und .daher benehmen ste sich zu denselben wie Brüder, wie Träger derselben Idee. Sk verhalten sich zu den Nähalalern völlig tolerant, wiewohl ste in religiöser Hinsicht anders leben und anders denken als sie. Diese Toler anz ist «ine der hervorragendsten und für unser Siedlungswerk bedeutungsvollsten Erscheinungen im jüdischen L e H e n P a l ä st in a s. Die schwere Chalnzavbeit im Namen des Volkes eint die Menschen. Die inneren nnd äußeren Beziehungen zum Religiösen, die jeden einzelnen nur angehen, dürfen keinen Ginfiuß haben auf die Beziehungen von Mensch zu Mensch. Dem einzelnen Religiösen mag das Leben zwischen religiös Indifferenten sehr schwer sein, für die religiöse Gruppe jedoch, die sich auch ihr religiöses Leben nach Gutdünken einzurlchten vermag, besteht diese Schwierigkeit nicht. Di« Schwierigkeiten der Kolonisierung von Familienvätern mögen sehr groß sein — und sie find sehr groß —, aber die Tat des Rebbe Jecheskiel Taub wird — scheint es uns —- zu den Großtaten der Judenheit der letzten Jahre gehören, und ztvar aus zwei Gründen: 1. weil sie klar beweist, daß daS chastidische Judentum vom Ehaluzgeist ergriffen werden kann und wird, und 2. weil die Religion als politisches Kampfmoment in der entscheidenden Aufbauarbeit ausgeschaltet wird. Dr. Chaim Tartakower. Wien, 12. August. * Siebziger Geburtstag §. Turosfs. Am 10. d. wurde der in weiten indischen Kreisen bekannte Schriftsteller und Politiker Isaak Tn ross 70 Jahre alt. Tnroff wurde 1855 in Slutzk (Rußland) geboren, kam noch im jugendlichen Alter nach Deutschland und studierte an den Universitäten Hall«, Berlin und Breslau Medizin und Naturwissenschaft. Im Jahre 1881 begann er eine vielbeachtete journalffti sche und schriftstellerilschc Tätigkeit gegen den damals neu aufgekommenen Antisemitismus in Deutschland sowie gegen die Zndenverfolguiicnn in Rußland. Als in diesem Jahre mehrere hunderte Ostjuden allein in Berlin ausgewiesen werden sollten, wandte sich Tnroff in einer Serie von Aussätzen an das Gewissen des deutschen Volkes mch protestierte gegen diese Akte der Polizeiwillkür. Zn jener Zeit schloß sich Tnroff der ebert in Deutschland im Entstehen begriffenen Palästinabewegung an und war im Jahre 1881 einer der Begründer des Kolon-isationsveremes Esra (Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Inden in Palästina und Sy vien). Jahrzehntlang war er in der Leitung dieser Gesellschaft tätig. Cr war mit Willi Bambus .Heraiusgeber der Monats schrfft „Serubalbel". Seine Schriften „Judenelend im Lande der Romanoffs" und „Wo hinaus?", die er 1890 und 1891 unter dem Pseudonynl Paul Dkmidow veröffentlichte, fanden in ganz Deutfchland weiteste Beachtung. * Das Befinden der Stadträtc Kolrda und Tandler. Zm Befinden des durch einen Automobilunfall bei Lambach in Oberöfter reich verunglückten Stadrates Kokrda ist gestern eine weitere Bessern ny emtreten. Der Patient, der im Lambachsr Krankenhaus negt, dürfte tu einer Woche trausport fähig fein und nach Wien überführt werden. Der ebenfalls ver unglückte Stadtrat Professor Tandler dürfte in drei bis Vier- Tagen bereits das Bett verlassen können. Seine vollkommene Wiederherstellung wird voraussichtlich zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen. * Das Wetter. Der Hochsommer tt>dlt an. Auch gestern galb es esinen ,Hundstag". Die Voraussage lautet: Schönwetter, leichte Gewriternvigung. * Beim Baden ertrunken. Sonntag ist inr städtischeir Bade Kuchelau der 35jährige Buchhalter Edmund Schafsarek ertrunken; «die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. — Gestern nachmittags wurde die Feuerwehr und»Rett.nugsgesell-- schaft zum Ziegelteich in der NeAreichgasse berufen, wo nach Aitgabe der Passanten kurz vorher em etwa ISjalhriger junger Mann beim Baden im Teiche ertrunken ist. Die Bergungsarbeiten^ blieben aber erfolglos. * Opfer der Berge. Ueber das Touristenunglück am Galenstock war gestern oine irrtümliche Meldung nach Wien gelangt. Es ist nicht die hiesige Aerztin Dr. Lcopoldine C h i g e r veunglückt, sondern eine andere Wiener Dame , Fräulein Paschkies. — Das zweite Opfer des von «uns gemeldeten, auf dem Admonter Kaibling am Sonntag erfolgten Absturzes ist gestern etwa 1'50 Meter unterhalb der Stelle, wo der Leichnam oer verunglückten Frau geborgen worden ist, aufgefunden worden. Die bei der Lerche des Abgestürzten gefundenen Dokumente lauten auf den Namen Otto Schreier, Student an der Montanistischen Hochschule in Leoben. Eine bei ihm Vorgefundene geschvickbeutz Karte trägt die Unterschrift: Hertha Schreier, lworaus geschlossen wird, daß die abgestürzte Frau seine Schwester ist. — Am 1. Juni hat sich der 27>jahri,ge Handlungs- 'gehilfe Oskar Geister aus seiner Wohnung mit der Angabe entfernt» er mache eine Partie auf den Dachstein. Anderen Leuten gegenüber soll er geäußert haben, daß er das Hochtor oder die Plaufpitze besteigen wolle. Geisler, der am 3. Juni wieder hätte in Wien ein treffen sollen, ist bis heute nicht zurückgckchrt, so daß die Vermutung besteht, er sei verunglückt. * Die Lebensmittelmärkte. Gestern haben vorläufig, da die Bahnzufuhren relativ günstig sind, eingelangt sind 14 Waggons im Gewichte von 78 Tonnen, nennenswerte Preisveränderungen nicht stcrttaefunden. — Der N a s ch m a r k i verfügte gestern über sehr günstige Lieferungen, in allen Erzeugnissen. Bei ruhigem Verkehre erhielten sich die Preise, mit Ausnahme von Kartoffeln, die sich stellenweise verbilligt haben, auf den vortägigem Stand. Schwämme, namentlich Eievschwämme, wurden über Bedarf auf die Märkte gebracht. Auf dem Obstnwvkte langten gestern lbosnische Zwetschken guter Qualität in größeren Mengen ein. Preise bei reger Nachfrage unverändert. * Der Wiener Fremdenverkehr im Jul». Im Juli haben in Wien 61.670 Fremde geweilt. Davon waren : 12.657 Oesterreicher, 2606 Amerikaner, 9060 Deutsche, 2383 Polen, 1786 Rumänen, IE Serben.' 8889 Dschechofiowaken und 7872 Ungarn. * In der Hi^e des Löwen. Dom Landesgerichte wurde der 25jcchvige un-terstandslose Handlungsgehilfe David Turower, zu Warschau geboren, .wegen Verbrechens der Veruntreuung verfolgt. Am 10. d. kam er ahnungslos ins Zentralmeldungsamt, mm eine Aufenthaltsbestätiguna zu erlangen. Er wurde dort s«>glorch verhaftet und dem Landesgerichte eingeliefert. * Tödliches Spiel mit der Schußwaffe. Der 26ijährige Privatbeamte OSkar Hochwald -loeilte Montag abends bei soinern Freunde Alfred Birkner zu Besuch und sah im zu, wie er Wäsche auspackte. Da'bei bemerkte er eine Stehreipistole und nahm sie rasch an sich. Der Freund wollte ihm die Pistole mit der Warnung, er solle vorsichtig sein, da die Wafie geladen sei, aus der Hand nehmen. Es war aber schon zu spät. Durch unvorsichtiges Hantieren hatte Hochwald losgedrückt und sauf, ins Gesicht getroffen, nieder. Die Rettunasgesellschaft konnte nur mehr den Eintritt des T o^de s feststellen. * DaS Schachturnier in Debreezin. Die zweite Runde hatte folgendes Ergebnis: Dr. Nagy schlägt Mattison, Jones schlägt Przepiorka, Havasi schlägt Wulkovic, Kmoch schlägt Gmnfeld, Steiner schlägt Prvkosch. Die Partien Dartalower — Seitz und Bajda — ALztalos wurden äbg>ebrochen. * Amerikanisches Badevergnügen. In dem Badeort Excelfior Springs stürmte jimgst. wie uns aus New- Aork berichtet wwd, eine Menschenmenge von etwa 1000 Perstonen das Ge sangen haus, überwältigte die Wärter und schleppte einen jungen Neger namens Walter Mitchell heraus, der einige Tage vorher an oinem weißen Mädchen em Slttbichkortsvevbrechen versucht hatte. Der Neger wurde geteert, «federt und rittlings auf einer Stange durch die Straßen der Stadt geschleppt, worauf er schließlich an einem Baum aus >dem Hauptplatz der Stadt aufgehängt wurde. Die Erker des vornehmen Badohotels aus dem Hauptplah waren während dieses Schauspiels von einer großen Anzahl reicher Badegäste besetzt, die dem Mt der Lynchjustiz behaglich zuschauten. Lerelm. Vorträge und Versammlungen. Bereinigung zionistischer Bankbeamter. Heute, halb 9 Uhr abends, in der Lose- und Redchalle jüdischer Hochschüler, Wien, 9. Bez., Dürkenstraße 9. konstrtuierente Bersamnmmg der PalWnagenossenschaft Mischer Bea-mter. Gäste willkommen. * Paliistinafilm. Die jüdisch-akademische Verbindung Um taveranstaltet Donnerstag den 18. d. nm 18 Uhr eme.Aufführung deS neuen PälästinafiimeS in Kaltenleutgeben. Der Remertraa fließt den, Keren Kaiemeth zu. Den einleitenden Vortrag halt Leo Sendrowiez.