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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-12 · Heft 2326 (12.8.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2326 (12.8.1925)
Date
1925-08-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Wien, Mittwoch Seite 4 Hapoel-Hamisrachi sei nicht der Leitung zur Last zu legen. Redner bespricht dann die lokalpolitischc Arbeit in Palästina im jüdischen Nationalrat. Der MiSrachi ist nicht prinzipiell gegen das Frauenwahlrecht, verlangt aber eine Volksabstimmung. Redner beklagt, daß die Zionistische Exekutive die Misrachi bei den Verhandlungen mit der Agudah ausgcschaltet habe. In der Galuth wurde eine rege Propagandatätigkeit entwickelt, die dem MiSrachi neue Anhänger gebracht hat. Das Budget betrug 11.790 Pfund, ausgegeben wurden jedoch 16.920 Pfund. Prof. P i ck referierte über die Arbeit der zionistischen Exekutive in Palästina, deren Mitglieder als Vertreter deS Misrachi ist. Die Lage im Lande — berichtet Redner — ist günstig, was durch die 1. Alijah hervorgerufen wurde. Die politische Lage ist stationär gut. DaS Verhältnis zu den Arabern hat sich wesentlich gebessert, ebenso gut ist das Verhältnis zur Mandatarmacht. Das palästinensische Bürgerschaftsgesotz ist fertiggestellt, so daß bald die Munizipalitätswahlen werden stattfinden können. Das neue Emigrationsgesetz allerdings bringt einige Erschwerungen. Redner stellt fest, daß sich die Exekutive bei der Spaltung in der palästinensischen Nationalversammlung (Assefath-hamischarim) objektiv verhalten habe. In den Erziehungsfragen trete die Exekutive für eine stärkere Dotierung des Schulwesens ein. Es sei Aussicht vorhanden, daß die Regierung das jüdische Schulwesen in höherem Maße subventionieren werde. Am Schlüsse seiner Ausführungen gibt der Redner der Erwartung Ausdruck, daß die Zionistische Exekutive ihre von der Misrachiorganisation sehr beklagte Einseitigkeit in ihrem Verhältnis zum Misrachi aufgeben werde. Nach den Referaten wurde die Generaldebatte eröffnet, in der als erster Redner Delegierter Kuschm er (Palästina) das Wort nahm; ihm folgte Delegierter Landau (Warschau). Die Debatte wird auch den heutigen Sitzungstag in Anspruch nehmen. Die Konferenz der misrachistischen Jugewdverdände. Samstag wurde die Sitzung um 10 Uhr abends vom Deputierten Feder dusch eröffnet. Foschinski (Palästina) bespricht die autochthone Mi'srachi-Jugendbewegung in Palästina. Sie existiert seit fünf Jahren und zahlt zirka 1O0O Mitglieder. Ihre Aufgabe ist die Organisierung der im Lande geborenen orthodoxen -Fugend und ihre Zionisierung. Dies sei zum großen Teil gelungen, ebenso die Heranziehung der abseits stehenden sephavdrschen Elemente. Auf ökonomischem Gebiete wurde eine Grünzeugfarm und ein MarEt bei Jerusalem geschaffen, die 200 Menschen beschäftigen. Zehn Häuser wurden gebaut, 25 neue sind vorgesehen. Auch in der Nähe von Tel- Awiw und Liberias sind Grünzeugfarmen im Entstehen begriffen. Es find Keine Kreditkassen entstanden. Schlomowitsch (Kutno) berichtet von einem sehr stark entwickelten Chaluz-Mismchi, der 646 Mitglieder zählt, verteilt in 33 Ortsgruppen, alle alijaifähig. Es folgt dann ein interessanter Gericht von Jüngster (Palästina) über die Entwicklung der Misrachi-Jugendbewegung. Es ist seit dem 13. Kongreß ein schwerer, aber auffteigender Entwicklungsprozeß vor sich gegangen. Es hat zwischen der Allgemeinen Arbeiterorganisation und dem Hapoel Hamisrachi Reibungen gegeben, die aus bestimmten ökonomischen Gründen zum Austritt einer Gruppe misvachistischer Arbeiter aus dem Hapoel Hamisrachi und zum Eintritt dieser Gruppe in die Allgemeine Arbeiterorganisation, welch letztere überhaupt die Arbeit des .Hapoel Hamisrachi zu zerstören versuchte, um sie zu zwingen, in ihre allgemeine Organisation eirizutreten, was die misrachistischen Arbeiter aus Gründen ihrer sozialen und religiösen Anschauung nicht vermögen. Die Krisis ist aber überwunden worden, heute ist der Hapoel Hamisrachi einheitlicher und stärker denn je. Es ist ein kooperatives Bauunternehmen, Olim Bonim, geschaffen und 2V Bauten sind errichtet worden, darunter die noch im Bau befindliche Tachkemons-SHule. Neue landwirtschaftliche Kwuzoth sind entstanden, ein Steinbruch bei Jerusalem, eine Mädchensarm in Petach-Tikwah, eine Schuhmacherwerkstätte in Tel-Awiw, eine Kooperative in Haifa für Schlosser, Elektrotechniker ufw. Er meint, daß die Zionistische Exekutive sich im Kampfe, der von seiten der Allgemeinen Arbeiterorganisation gegen den .Hapoel Hamisrachi geführt wird, von der crsteren habe beeinflussen lassen. Die Sitzung wurde um 4 Uhr morgens geschlossen. - Sie Poale-zlon-Konferenz. Die Referate Kaplanskys und Rubaschows. — Bereinigung mit den Zeire Zion. Nach zweitägiger Arbeit in den Kommissionen trat Montag um 9 Uhr abends das Plenum wieder zusammen. In zweistündiger, sehr sachlicher Rede bespricht Kaplan sky die gegenwärtige wirtschaftliche Position in Palästina. Die Bodenspekulation hat die Entwicklung des Soskinschen Kolonisationssystems arg behindert, weil die riesenmäßig in die Höhe geschnellten Bodenpreist dem Mtionalsonds den Bodenlkauif unmöglich mache. Im Zusammenhang damit werde es notwendig sein, daß das Budget, das das Wirtschastsdepartement voranscAagt, in der Höhe von 326.000 Pfund angenommen werde. Es worden dann 9V0 Familien angesiodelt werden können, das sind 300 Kwuzoth, 300 kleinbürgerliche Familien und 800 im So'Mschen Kolonisationssystem. Ueberdies werden die bestehenden Kolonien im Emek in der Konsolidierung weiterkommen. Redner tritt schließlich dafür ein, daß Var dom Kongreß eine Konferenz der zionistischen Linken Zusammentrete, um eine Plattform für den gomeinstnnen Kampf auf dem Kongreß zu finden. Wiener Mor«enzeiiung. iS. August isss Nr. Dienstag vormittags hielt Rnbaschow das Korreferat. Er sagt, daß die Interessen der Arbeiterschaft auf dem Kongreß gegen alle übrigen Gruppen, sogar die oppositionellen, ansgekäuchst werden müssen. Tr bespricht die verschiedenen zionistischen Ideologien, denen die Ideologie der Linken entgegengesetzt werden müsse. Ben Zwi (Palästina) sieht, das .Hauptgewicht in der Schaffung einer starken A r b e i 1 s a r m c e in Palästina. In der Nachmittagssttzung spricht in Fortsetzung der Debatte Mal!in (Vorschau) für die Schaffung eines Weltkongresses für Palästina, Kn er durchaus für möglich hält. Herzfeld (Palästina) verteidigt sehr temperamentvoll den Standpunkt, den die Achduth- A w o d a h in wirtschaftlichen Fragen eingenommen hat, und ruft zur Einheit auf, nur das wirtschaftliche und soziale Programm auf dem Kongreß zu erkämpfen. H e m I i it (Amerika) ist gegen die schwache Politik der Zionistischen Exekutive, die mit jeder Schlappe die Finanzeingänge schädige. In der Jewifh Agency müsse die Arbeiterschaft gehörig vertreten sein. Der zionistische Kongreß müsse zum Weltkongreß werden. Ta be nt in (Palästina) meint, man dürfe die Zionistische Organisation nicht mit dem Privatkapital verwechseln. Die Gegnerschaft gegen die Erweiterung der Jewifh Agency ntiiffc absolut sein, weil eine solch: u n de m o k ra t is ch sei,: Präzedenzfälle erzeuge und kein nationales Kapital schaffen werde, wie es die Zionistische Organisation tue. Die Kommission für Vereinigung u n d K o o rdi n a t i o n s.frage n wird dent Plenum eine Resolution vorlegcn, in der es heißt, daß die Vereinigung mit der Zeire Zion und ähnlichen Gruppen auf der Basis erfolge, daß ein jüdisches Schulwesen in der Galuth, das von irgend einer Gruppe geschaffen werde, von der anderen zentralistischen Gruppe anerkannt werde und umgekehrt. _ Sie Konferenz der Weltorganisation zionistischer Fronen. Das Bureau der Hl. Konferenz der Weltorganisation zionistischer Frauen befindet sich in Wien, 9. Be z., Währingerstraße 2, Tür 92. Das Bureau der Londoner Exekutive der Weltorganisation zionistischer Frauen, hat ab 15. d. seinen Sitz in Wien, 3. Be z., L o t h r i n g e r st r a ß e 18, Tür 1b. Während der Tagung der Konferenz, welche vom 21. d., 3 Uhr nachmittags, bis 25. d. dauert, befinden sich sämtliche Bureaus im Gebäude des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, Wien, 1. Be z., Schwarzenbergplatz 16. Delegiertenkarte u sind auf Grund der Beglaubigung der einzelnen LandeSorgantsationen, beziehungsweise Gruppen, im GebaudedeS XlV. Zionistenkong r e s s e S, W i e n, 3. Bez, Lothringer st raße 18, Tür 15, zu beheben. Gg st karten in beschränkter Zahl sind ebenfalls im Gebäude deS XlV. Zionistenkongress e S, Wien, 3. B e z., L o t h r i n g e r st r a ß e 18, Tür 15, gegen 10 Schilling für die Dauer der Konferenz zu zu haben. Karten nur für die Eröffnungssitzung werden nicht ausgegeben. Auskunft über bestellte Wohnungen erteilt ausschließlich dar WohnungsamtdeS XIV. ZionistenkongresfeS in Wien, 1. Be z., Beethovenpla-tz 1. ___ Sie Kongrrbgstfte. Der Zustrom der Kongreßteilnehmer hat bereits stark eingesetzt. Gestern kamen hundert Gäste aus Erez Israel an, darunter U s s i s ch k i n mtb Dr. Mossi nsohn (Tel-Awiw). Bon Aktionskomiteemitgliedevn sind unter anderen bereits Dr. Schmarjahu Lew in und Dr. Hantke hier eingetroffen. Die Gastkarten. DaS Zionistische LandeÄomttee teilt mit, daß für die bereits bezahlten Kongreßkarten die Anlveisimgen im Bureau ' des Landeskomitees (1. Bez., Kämtnevstraße 28) bis pt 16. d. aibyuhoilen sind. Keren-Kajemeth-Kongreftarbeit. Permanenzdienst. Honte, hailb 10 Ulhr vormittags, Achduch, Kulturgruppe 20, in unserem Bureau, 1. Bez.« Kärntnerstraße 38. Freitag nachmittags Verteilung der Büchstuflugzettel. Im 2. Bezirk: Tcholech Lawan, Prater. Im 20. Bezirk: Kulturgruppe 20 und die Jugendgruppe Zwischenbrücken. DaS Material ist im Lause des Freitags im Bureau, 1. Boz., Kärntnerstraße 28, abzuholen. Samstag. 5 Uhr, Besprechung der Führer der Jugendgruppen. Zionistischer Stndenlenweltkongreft. Im Rahmen der Veranstaltungen des dritten zionistischen Stndenten-Weltkongresses findet Sonntag den 16. d. um 11 Uhr vormittags die feierliche Enthüllung der Herzl-Erinnerungsplakette am Hause 9. Bez., Dürkenistraße 9, statt. Dieses Haus, in dem sich noch heute das Lokal der Rede- und Lösehalle jüdischer Hochschülcr befindet, war die erste Wirkungsstätte Dr. Theodor Herzls. Mit Rücksicht auf die zahl- < reich augomeldeten Fcstgäste und Delogier teil kann nur eine schr geringe Anzahl von Karten gegen einen Regiebeitrag auSgegeben werden. Dieselben sind von heute bis .Freitag, in der Zeit zwischen halb 7 und halb 8 Uhr abends, im Sekretariat des Wellwerbendes zionistischer Hochschüler, 9. Bez., Liechtonstemstraße 11, erhältlich. Dortsolbst werden auch Karten zu den Tagungen des Studentenkongresses, tvelcher Sonntag den 16. d. um 3 Uhr nachmittags im Festsaale des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, 1. Bez., Schwarzenbergplatz, stattfindet, ausgefolgt. ES treiben insgesamt nur 100 Eintrittskarten gegen einen Regiebeitrag von 3 Schilling zu sämtlichen Tagungen nnd 2 Schilling zur EröfifnungÄjUtzung gegen Legitimation aus-gegeben. zum <Srfolg! Wollen Sie alt Erzeuger und Exporteur neu« wertvoll« <Us«hHftsverblndungen mit Palästina und dem übrigen Ausland anknüpfen? Wollen Sie als Detailist das grosse GeschMft am Platze machen? dann müssen Sie anlässlich des XIV. zionistischen Weltkongresses (Beginn 18. August) III dßf einzigen offiziellen KOH§rßSSZßitllIl$ („Wiener Morgenzeitung“) 13 Inserieren! Einziges Organ der Kongressbesacher! Massenverbreitung im ganzen In- und Anslande! II Morgen letzter Tag s für die Bestellung von | Ankündigungen | Kongress-Festnummer Jj Anzelgen-Annahme in unserer Administration sowie § durch alle Annoncen-Expeditionen. s Auf Wunsch unverblndllcherVertreterbesuch Kongressabteilung der „ Wiener Morgenzeitunga Wien, II., Taborstrasse 7-3 Tel 44-0-38, 43-3-19 Unftruts Attion. Der gestrige „Abend" berichtet trotz des polizeiliches Dementis, daß der deutsche Freischärler U nst r n t in Wien geweilt habe, um für einen völkischen Stoßtrupp zu werben. Unstrut sei nur ein Pseudonym, der Manu heiße in Wirklichkeit Mü'ller-Winecke und habe in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Wohllobengafsc bei einem Oberleutnant Ecker-Ferster gewohnt. Die nächste Nacht habe er in der Hakenkreuzburg am Schillerplatz zugebvacht. Die Werbungen sollen im ^Hause der „Deutschöste-rreichischtzn Tageszeitung" und des ,Mölkrschen Beobachters" in der Bandgasse 32, bei der deutschvöllischen Gewerchschast der Zost-, Telegraphen- und Fernsprechangestellten, Matrosengaffe 9, und irr einem Kaffeehanse in der Fhvmänngasse nächst dem Deutschen Schulverein Vovgenommen worden sein. Vorgestern soll der angebliche Unstruh nach Salzburg abgereist sei, wo er mit den berüchtigten Hakenkrcuzsührern Rvßhach, Jtzinger und Blume, drei gewesenen Offizieren zusammengetroffen sein soll. Die Besprechungen sollen in Salzburg in der Villa S u e ß stattgesunden haben. Die ganze Freischärleraktion und — Bewegung soll von Bayern aus von einem Oberst Baue r, >der mit dem deutschen Exkwnprinzen im SalMmmevgui geweilt hatte, genährt werden. Hierzu erfahren wir von wohlinformiertcr Seite: Die im ,M»end" veröffentlichten Details wurden g enauestens überprüft, wobei schon jetzt die Unrichtigkeit einiger der wichtigsten Daten festgestellt werden konnte. Die PolizeidirÄktion Salzburg hat mitgeteilt, daß weder der bekannte Roßbach noch der im „Abend" erwähnte Jtzinger gegenwärtig in SalAnrg weilen urrd daß über Zusammenkünfte rechtsradikaler Cle»nente in der Villa der Witwe Sueß nichts ermittelt werden konnte. Auch das bisherige Ergebnis der von den deutschen Behörden über Ersuchen der Polizeidire'ktion eingeleiteten Erhebungen spricht keineswegs für die Glaubwürdigkeit dieser Nachricht. Der angMiche Oberleutnant Ecker-Ferster,- bei welchem Unstrut während seines Aufenthaltes in Wien abgesttegen sein soll, ist iu«£ einem der Häuser in der Wohllobengasse polizeilich gemeldet. Die polizeiliche Nachforschung von Haus zu .Haus ist im Zuge. Die Polizeidirektion glaubt schon jetzt, vor der Verbreitung derartiger alarmierender Nachrichten, die geeignet ovscheinen, die ohnchin herrschende Erregung noch zu steigern, eindringlichst warnen zu sollen. Gin „Wiener Bolkstng" der Nationalsozialisten. In Wen wird am 17. August von einem auf An» regung der nationalsozialistischen Partei zu diesem Zwecke gebildeten Komitee der völkischen Verbände ein ,Miener Volkstao" abgehalten werden. .Der Vöttstäg wird am 17. August um 7 Uhr abends auf dem Freiheitsplatze vor der Votive ki r che veranstMt.Mcheg, .vatmamN».*'.-aVK-m.* uawi

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