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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-11 · Heft 2325 (11.8.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2325 (11.8.1925)
Date
1925-08-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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, Sette r4 Men, Dt'enSiag .—.—.. ■ --- - -- -* - - - tt» London und Palästina, b) Erweiterung in bezug auf 'NichtzLonistische Körperschaften; c) Aktionskomitee. 8. Palästinabudget: a) Zukünftige Methoden der Vergrößerung der Fotrds (Frau Rebekka Sieff, Manchester), b) Verwendung der Fonds (Delegierte aus Bitkarest). Dritter Tag. 9. Vormittags: Sitzungen der Subkomitees, keine öffentliche Sitzung. 10. Nachmittagssitzung: Diskussion über die Beschlüsse der Subkomitces. Vierter Tag. 11. Resolutionen. 12. Rat der Jüdischen Frauen Palästinas. Histadruth Raschim (Vertreterinnen der palästinenisischeu Körperschaften). 13. Andere Referate. Erziehungsreserat (Dr. Martha Hosftnann). 14. Wahl der Exekutive und des Aktiousckomitees. 15. Diverses. Die Welttonferenz der Mirrachi. Gestern abends fand im Festsaal des Hotels Bayri scher Hof die CrösmungSsitzung der Misrachi -Weltkonwreu; statt. Auf dem Podium nehmen Prof. Pick. Herrnann 5 t r n ck. Rabbi F i s ch m a n n, Deputierter F a r bstein (Polen), Deputierter Rabbi Brod (Polen,. Rabb? B erli n (Amerika), Rabbi T e i t c l b a u m. Präsident des Zentral-Relief (Amerika), Rabbi l9 o l d (Volten), Deputierter Fcderbusch,. ferner als Gasre Rabbiner Feuchtwang und Oberrabbiner Pros. E bases Platz. Es sind bereits mehr als d r e i b u u d e r t D e t e gierte anwesend. Der Saal ist von einer rieneen Zn- Hörermenge überfüllt. Man sieht unter den Gäste!', den Oberrabbiner der sephardischen Gemeinde in Wien Dr. Obadja, ferner Pros. S. Krauß und eine Anzahl angesehener Rabbiner aus aller Welt. Die Konferenz wurde von Prof. Hermann Z t v u ck int Namctt der Exekutive der Misrachi eröffnet, der die erschienenen Delegierten und Gäste in hebräischer Sprache begrüßte. Sodann hielt der Präsident der Zionistischen Exekutive in Palästina Pros. P i ck die Eröffnungsrede. Er erinnerte daran, daß vor zwölf Jahren in dieser Stadt anläßlich des elften Zioniftenlko-ngresses eine kleine Versammlung der Misrachi stattgefunden hat. Seither ist die Misrachi-boweaung gewaltig gewachsen. Seit der letzten Konferenz, die vor einem Jahr stattgefunden hat, hat die Misrachi wichtige praktische Arbeit geleistet, die sich in die r Errungenschaften sinnfällig manifestiert: im misrachistischen Erzichuugswesen in Palästina, das bald durch eine höhere Anstalt, die vor der Vollendung stehende neuevbaute T a ch k e m o n i 's ch u I c, gekrönt fern werde, welche die Erziehung der Jugend im Sinne der Tradition zu führen berufen sei; in der Bank der Misrachi, die eine wichtige Ergänzung der in Palästina bestehenden Finanzinstitute darstelle; in der Mi-s ra chi-J-ug en db owegu n g, welche zur Vereinigung der misrachistischen Arbeiterjugend in der 6 t ftab r u t h ha ow d i m geführt habe; und endlich in der Schaffung der Bau ko operative ,>Olim Bonim". Nach einer Begrüßung der Konferenz drtrch Rabbi Fischmann im Narrten des palästinensischen Misrachi wünschte Oberrabbiner Dr. C h a j e s, von Dr. Pick herzlich begrüßt und von der Versammlung mit rauschenden Ovationen bewillkommt, in hebräischer Sprache die Tagung im Namen des Oberrabbinats und der jüdischen Gemeinschaft Wiens fruchtbare Arbeit. Er sprach die Hoffnung ans, daß sich die Misrachi-Organisation als Kind der Zionistischen Organisation fühle. Mt Begrüßungsansprachen der Herren Rabbiner Dr. Feuchtwang (im Namen der Wiener Misrachi- Organisation), Dr. Tartakower (für den Keren Kajemeth) und Hal.fon (namens der Wiener sephardischen Gemeinde) wurde die eindrucksvolle Eröffnungssitzung geschlossen. Die Konferenz tritt heute vormittags in ihre umfangreiche fachliche Arbeit eilt. Die Wettkonferenz der Mksrnchi-Jngendverdände. Die Freitagsitzung war den Tätigkeitsberichten der Landesgruppen gewidmet. Engelmann (Oesterreich) berichtet über die Tätigkeit der Zeire Misrachi in Oesterreich. Sie besteht aus 350 Mitgliedern, die sich an altert Arbeiten beteiligen, besonders an detten für den Nationälsonds und die durchreisenden Chaluzim. Teitelbaum (Hechaluz Ham israchi, Oesterreich) berichtet über die von dieser Gruppe geführten 250 Ehaluzim, die alle die hebräische Sprache beherrschen. Ihre landwirtschaftliche Ausbildung ist vorläufig aus finanziellen Gründen nicht.möglich, doch genießen sie h a n d- Merkliche Ausbildung. Es wird auch großes Gewicht auf die für Palästina notwendige k u l t u r e l I e Vorbildung gelegt. Schapira (Berlin) berichtet von 600 Mitgliedern, die in einer wirtschaftlichen Farm und in vier Kwuzoth untergebracht sind. Munin (Wilna) spricht über die sich auf 30 Ortsgruppen verteilten 2000 Mitglieder und den von diesen geschaffenen vier Kwuzoth. Landan (Polen) gibt den Bericht der Arbeit in seinem Lande. Der Hamisrachi Hazair hat 10.000 Mitglieder, der Hechaluz .Hanrisrachi 8000. Es gibt 170 Ortsgruppen; auch Mädchen werden ausgebildet. Es sind drei große Farmen gegründet worden. 1200 Drtnam Boden stehen unter eigener Verwaltung uud Beivirtfchastung. 36 Mitglieder arbeiten auf fromderr Gütern landiwirtschaftlich. Die handwerkliche Vorarbeit wird in sacht Tischlereien, einem Tapeziererikooperativ und zw ec HMHe§eien geübt. Das Budget beträgt 3000 Pfund. Es Wiener MornrntektunA^ 3) er Weg zum Erfolg! Wollen Sie als Erzeuger und Exporteur neue wertvolle <3 e'sTtäfts Verbindungen ml« (»elilsllrtn und dem übrigen Ausland anknüpfen? Wollen Sie als DefaHist das gressn Geschäft arft Platte dar.n müssen Sie anlässlich des xlV« zionistischen Weltkongresses (Beginn 18. August) lR der einzigen offiziellen K0n$rßSSZßltlin3 („W i euer Mot gen zeit un g“) inserieren I Einziges Organ der Kongressbesucher/ Massenverbreitung im ganzen /«* und Auslande t Schluss dor Anzelgen-Annahme für die am Dienstag den 18. August, dem Eröffnungstage des Kongresses, mit hochinteressanten Beiträgen führender Politiker und Parteiführer (reich illustriert) erscheinende Kongress-Festnummer Donnerstag den 13. August 1925, 4 Uhr nachmittags. Anzeigen-Annahme in unserer Administration sowie durch alle Annoncen-Expedltionen. Auf Wunsch unverblndllcherVertr Kongressabteilung der „Wiener Morgenzeitung“ Wien, //., Taborstrasse 1-3 Tel. 44-0-38, 43-3-19 Wird eine strenge Auslvahl für die Alijah getroffen. Feder b u sch berichtet über Ostgalizien. Dort gibt es eine Gruppe von 1000 Mitgliedern. Halpern (Saloniki) erzählt von einer interessanten misrachistischen Schomrtrnbewegung in seiner Stadt. Prof. Grün Wald (Tschechoslowakei): Es gibt dort zwei landwirtschaftliche Gruppen, eine größere Anzahl von handwerklichen Ehaluzim unb eine Tischleret in Bratislava. Nach den Berichten aus Tran sshlvanien und der Bukowina wird die Sitzung geschlossen. Die Poale 3Ion°Mnferenz. hielt gestern tagsüber Kommissionssitzungen ab; spät abends traf das Plenum wieder zusammen. Wir berichten morgen über die Plenarsitzung. Sie zweite Wische kmigratlonskonferenz. Berlin, 10. August. (Tel.-Konvp.) In Anwesenheit von 40 Delegierten wurde, wie das „Berliner Tageblatt meldet, heute die zweite Konferenz des Verbandes jüdischer Emigxationsgesells «haften eröffnet. Der Präsident der Konferenz, Dr. Motz kr n, erklärte unter anderem: Bei der ersten Konferenz, die vor vier Jahren in Prag abgehalten wurde, habe man noch mit der Möglichkeit gerechnet, daß jährlich 80.000 Juden in die Vereinigten Staten eiüwandern könnten. Nunmehr seien diese Grenzen aber geschlossen worden. Selbst wenit man int günstigsten Falle damit rechnen könnte, daß in Pal List i u a jährlich 50.000 Juden einwanderten, so bleibe immer noch ein erheblicher Großteil übrig, dem anderweitig eine Unterkunft geschaffen werden müsse. Kanada habe im letzten Jahre 60.000 Juden EiMvanderungsmöglichkeit gewährt. Außerdem kämen als Einwan-« ermigsläuder noch in Betracht Argentinien, Belgien und Frankreich. “ ' ■*. Die SturnittM« des Hauptmanns Unstrnt. Die Korrespondenz Wilhelm meldet: Ein Montagblatt enthält die wenig glaubwürdige Nachricht, daß der ehemalige Jntendantchef der Baltikumariuee, Hauptmann v. U n st r u t, gegenwärtig in Wien weile, uni hier Stur m truppen zur Sprengung des Zionistentöugresses zu organisieren. Hiezu wird mitgeteilt, daß der Polizeidirektion über den Aufenthalt eines Hauptmannes v. Unstrut in Wien bisher tt i ch t s bekannt geworden ist. Zur restlosen Klarstellung des Sachverhaltes hat die Pölizeidirektion sofort die entsprechenden Erhebungen eingeleitet. Die verbotene Hakenkreuzlervevsammlung Trotz des Verbotes der gestrigen Hakenkreuzlerversammlung zogen eitrige Hakenkreuzler vor das Versammlungslokal beim Dreher in Meidling und randalierten gegen die zahlreich ausgeboteue Wache. Insgesamt wurden fünf Verhaftungen wegen polizeiwidrigen Ptzthaltens vorgenommen^ -- - - . —****** ~ if »»G im_m. aass Irr Bunleskanzlek lehnt die Vmmtt» tordrrungea ab. Wie die Korrespondenz Herzog meldet, empfing Vtt Btlndeskanzler gestern das Exekutivkomitee des Soer-AUSfchuffes, das die Antwort auf die Denkschrift der Bundesangestcllten und die der Bundespensionisten über Gehalts^ crhöhunge« urgierte. Bundeskanzler Dr. Ramek erklärte, daß an eine Abänderung des Gehaltsgesetzes nicht z tl denken sei, da die Regierung sowohl im Jahre 1925 als auch im Jahre 1926 an das Normalbudget gebunden und eine Ueberlchreitung desselben weder auf der Ausgaben-« noch auf der .Einnahmenseite zulässig sei. Antaunfall der sladtrltte Kottda und Pros. Dr. Tandler. Prof. Tandler leicht, Sindttat Kokrdü erheblich verletzt. Sonntag nachmittags erlitt ein Autouröbiil, in dsnt dir Sladträte Quirin Kokrda und Professor Dr. Tandler in Begleitung von Fttiikti-onären des Jugendamtes auf einer Inspeklioitssahrt begriffen waren, lknutittelbar vor der Stadt \! a m b a ch in Overösterreich einen Unfall, bei dem die übrige« drei Fnsasscn des Automobils unverletzt blieben, während di« beiden Stadträte Berletzttugcu davontrugen und in das Lambacher 2>pital gebracht werden nmßten. Bor Lambach fuhr zur Seite des Antos ein Radfahrer, der plötzlich wenige Meter vor dem Auto die Straße zu überqueresuchte. Der Ehauffeur W o n d r n s ch riß das Antomobil herum, unt einen Zusaittmenstoß hintanzichailte». Ein Hiutermd fuhr an einen Ban.nl an, tvrirde berlmtergefchlagen und die Insassen int Bogen hinausgeMcudert. Gestern abends ist Prof. Tandler nach WIelt zurückgekehrt, dessen Berletztlngcn nicht evhMich, wenn auch schmerzhaft sind. Er hat eine Qnettschung des rechten Beines Und eine Kontnsimt des Beckerls erlitten. Stadtrat TarÄer wurde zur weiteren Pflege ins Lainzer Krankenhaus iübcrfü'hrt. Viel ernster ist die Berletzrlng des Stadtrates Kokrda. Er erlitt einen Bruch des S ch ä d c l g r u n d e s und mußte int Lambacher Spital belassen tvcvden. Er ist bei Boimtßffem und hat normalen Puls. Eine akute Lebensgefahr besteht n i ch t. Er wird voll seiner ln Lambach cingetroffenen Tochter, einer Krankenschtoester, gepflegt. Die bebende Erde. Erdstöße und Vulkanausbrüche. Wie aus London genteldot wird, wurde das Gebiet von D i n a r - D a n i l l ä bei Smyrna (Kbemasten) von einenr heftigen Erdbeben heim.gesncht. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden drei starke Erdstöße verspürt. Der ganze Ort Ha midi e sowie zchlreiche Gebäude der Umgcbaudg, darunter die Eiisenbahnsiation H a midi au- Dinar, wurden zerstört. Ueber Verluste an Menschenleben liegen keilte Meldungen vor. Durch einen Erdstoß ist in Mexiko, wie „Euiwpeen Preß" meldet, em int Bau büfindAches Gebäude cingepürzt. Sechs Arbeiiär wurden getötet. Auf der Insel Ometepec (Nioaragna) haben heWge Ausbrüche des dortigen Vulkans staibgefunden; durch' deit Ajschenvvge» wurden die angrenzvnde-n Pflanzungen vernichtet. Mn neuer Kontinent? Mch Ansicht des amevikau'ffchen Gelehrten Naulth, der .seit Jahren die Veränderungen der Erdoberfläche genau der-, folgt, ist es wahrscheinlich, daß ein Territorium von der Größe Japans aus den Gewässern der Hawai-Insel« auftauchen, also ein neuer Kontinent entstehen welche Die erste jüdische Etadt. (Aus einem Gespräche mit Herr« DvrrSkh, amtsführendeg Stadtrate und Finanz-- r^ferenten von Tel->Awiw.) Die wenige Jahre vor dem Weltkrieg gegründete Mische Vorstadt von Jaffa — Tel-Awiw — stand von ihrem epsterr Tage an im Zeichen einer modernen Entwicklung, die jeidoch bis zuiu Kriege ein ziemlich langisanres Tempo einschlug, so daß 1914 ihre Einwchnerzahil da§ erste Tausend noch nicht überschritten hatte. Einen garyz anderen Lauf nahmen die Dinge feit dem Beginne der Einwanderung int Jahre 1919, und zu Beginn des Jahres 1924 erreichte di« Einwohnerzahl von TelMwiw 30.000 Menschen. In den seitdem verflossenen emeinhalb .Jtchren ist die Bevölkerung wiederum nahezu um das Doppelte gestiegen, und gegenlwärtig steht Tel-Slwiw mit zirka 40.000 Einwohnern als zweitgrößte. Stadt Palästinas da, . ' Wenn man beachtet, daß jeden Monat durchschnittlich 200 neue Häuser iu Angriff genommen werden, so ist es klar, daß die Stadt nicht mx der Einwohnerzahl, sondern auch der Fläche nach in ständiger Ausdehnung begriffen ist. Die räumliche Expanision wird auch von dex (Gemeinde begünstigt, die darin ein wirksames Mittel zur Behebung mancher hygienischer und wirtschaftlicher Mängel erblickt, welche durch eine allzu gedrängte Ansiedlung entsichert können. Bor allem kann dadurch einem Mangel an Banplätzen und der sich daraus ent-- .wickelnden sprunghaften Steigerung der Bodenpreise abgehokstn werden. Deshalb hat Wfc Stadtgemeinde eine Expansion von Tol-Awiw na ch N o rden bis zu dem dort durchfließenden Flusse Jarkon .tdör üsivigens als Euergieguelte sür de« Ruthen-

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